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Die schönsten Bilderbücher

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Ratgeber: Die besten Bilderbücher für Kinder
Kerstin Güntzel

Kerstin Güntzel

arbeitet als Journalistin unter anderem für ELTERN und ELTERN family. Sie hat für die Süddeutsche Zeitung, BILD, Vanity Fair und dpa geschrieben und ist als zweifache Mutter immer auf der Suche nach Dingen, die das Familienleben einfacher machen.

Knapp ein Drittel der Kinder in Deutschland wünschen sich, dass ihnen mehr vorgelesen wird, hat die Stiftung Lesen ermittelt. Also ran an die Bücher! Es gibt jede Menge tollen Lesestoff, gerade für Drei- bis Sechsjährige. Besonders legen wir Ihnen die Lieblingsbücher unserer Redaktion ans Herz: Echte Klassiker und solche, die es werden könnten!

Update 26. Juni 2019

Wir haben die Verfügbarkeit der Produkte aktualisiert.

Eigentlich ist es ganz leicht, seinen Nachwuchs glücklich zu machen: Dafür braucht es keine dicke Brieftasche, keine übermenschliche Planung, kein Special Event. Es genügt ein simples Bilderbuch! Rund 90 Prozent aller Kinder in Deutschland lieben es, wenn ihnen vorgelesen wird. Das ist das Ergebnis der Vorlesestudie 2016, für die Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren und ihre Mütter aus ganz Deutschland befragt wurden – quer durch alle Schichten.

Eltern, lest vor!

Die Studie ergab vor allem, dass viele Eltern zu selten vorlesen, d.h. nur einmal oder weniger pro Woche. Jedes zweite Kind wünscht sich, dass ihm öfter vorgelesen wird.

Die Studie empfiehlt, sich mehrmals wöchentlich eine Viertelstunde Zeit zum Vorlesen zu nehmen. So wirkt sich es sich am besten auf die intellektuelle, emotionale und soziale Entwicklung des Kindes aus. Antje Neubauer, Vorsitzende des Fachkuratoriums Bildung der Deutsche Bahn Stiftung, einer der Studien-Initiatoren, findet: »In Deutschland müssten Kinder geradezu ein Grundrecht auf Vorlesen haben. Denn hier liegt der Schlüssel zu Bildung. Es gibt keinen Grund, den Kindern den Wunsch nach einer guten Vorlesegeschichte nicht jeden Tag neu zu erfüllen.«

Ein gutes Bilderbuch – was ist das?

Viele Eltern machen sich Gedanken darüber, ob Thema und Sprache eines Buches wirklich altersgerecht sind. Gerade bei Märchen mit manchmal grausigem Inhalt sind sich Mütter und Väter unsicher, ob sie diese Geschichten ihrem Kind schon zutrauen können.

Professor Anita Schilcher vom Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Regensburg gibt auf Eltern.de Entwarnung: »Märchen können Kindern beim Erwachsenwerden helfen, sie auf ihrem Weg stärken und ihnen Zuversicht geben.«

Saubere Sache

"Wieso, weshalb, warum: Zähne putzen, Pipi machen"

Laut Prof. Schlichter sind Märchen ab etwa vier, fünf Jahre angemessen. In diesem Alter durchleben Kinder die ersten Ablösungsprozesse. Märchen können dabei unterstützen und diese Veränderung auf eine andere Art aufarbeiten. Ganz klar gilt aber: Achten Sie darauf, was Ihr Kind mag! Wenn es ängstlich oder ablehnend reagiert, akzeptieren Sie das und nehmen ein anderes Buch.

Es ist also gar nicht so schwer, die richtige Lektüre zu finden. Der Schlüssel ist: Ausprobieren! Entscheidend sind vor allem die Vorlieben Ihres Kindes. Es wird Ihnen sagen, was es gut findet, und was nicht.

Je nach Alter, Geschlecht und Interesse mag es vielleicht gerade lieber Prinzessinnen, Hexen, realistische Lausbubengeschichten oder Sachbücher der Reihe »Wieso, weshalb, warum«. Je mehr Sie mit Ihrem Kind lesen, desto besser lernen Sie seine Vorlieben kennen – und desto einfacher wird es, das nächste Buch zu finden.

Schöne neue Kinderbücher

»Ich finde was …« von Walter Wick

Rätselhaft

"Ich finde was..., Zur Weihnachtszeit"

In Walter Wicks Bücherreihe »Ich finde was …« steht kaum Text. Vorlesen ist hier also eher nicht das Ding. Macht nichts, es geht ja viel mehr ums Suchen. In den opulenten, liebe- und stimmungsvollen Wimmelbildern des amerikanischen Künstlers versteckt sich auch so Allerhand. Manchmal vergisst man bei diesem Detailreichtum fast das Suchen, geht stattdessen auf Fantasiereise und fragt sich: Wer wohnt wohl hier? Wem gehört dieser Schlüssel? Was könnte eben gerade passiert sein? Schönstes Kopfkino.

Warum uns gerade dieses Buch gefällt: Es ist unglaublich, wie gut sich auch Zappelphilippe konzentrieren können, wenn sie etwas finden wollen. Schön zu beobachten, wie Kinder nicht aufgeben, bis sie den Gegenstand entdeckt haben, wie sie sich freuen und sich mit Feuereifer gleich in die nächste Suche stürzen. Das können sie auch alleine machen – oder mit ihren Eltern, Geschwistern oder Freunden. Und so ist die »Ich finde was …«-Reihe auch eine sehr kommunikative Geschichte. Etwas für die ganze Familie.
Es entstehen lustige Unterhaltungen, und manchmal kommt auch Wettbewerbsgeist auf: Wer finden das seltsame Ding als erstes? Der Ehrgeiz kann hier durchaus auch Mamas und Papas packen, da manches recht tricky im Sammelbild versteckt ist. Aber Vorsicht, es besteht Suchtgefahr: Hat man erst einmal ein Buch fertig, will man alle. Auswahl gibt’s genug, zum Beispiel »Ich finde was … Zur Weihnachtszeit«, »Ich finde was …Im Märchenwald« oder »Ich finde was … Besuch aus dem All«. – Ab 4 Jahren.

»Kotzmotz der Zauberer« von Brigitte Werner

Wie Liebe einen Choleriker heilt

"Kotzmotz der Zauberer"

»Kotzmotz der Zauberer« ist das genaue Gegenteil von Walter Wicks Such-Bilderbüchern: Hier gibt’s nur ein paar Bilder, dafür aber viel humorvolle, bildliche Sprachkunst und riginelle Wortschöpfungen, die Kinder zum Lachen bringen: etwa Kotzmotz‘ Schimpftirade »verstinkter Affenhintern in Pupssuppe«. Ihr Kleiner wird am Boden liegen vor Lachen. Sehr zum Vergnügen der jungen Zuhörer kriegt der Magier anfangs ständig schreckliche Tobsuchtsanfälle. Dann verstummt der Wald vor Schreck, »selbst die Stinkmorchel« hält die Luft an. Nur der kleine, zerzauste Hase traut sich ins Haus des Wüterichs, um ihn zu besänftigen.
Während der Magier noch staunt, dass es jemanden gibt, der keine Angst vor ihm hat, macht Hoppel eine traurige Entdeckung. Sämtliche Farben sind aus dem Heim des alten Griesgrams gewichen. Bei all dem Schwarz und Grau fühlt er sich selbst sofort schrecklich bedrückt. Plötzlich wird dem Hasen klar: Kotzmotz ist einsam und verbittert – und deshalb stinkwütend und deprimiert. Was ihm fehlt, sind Liebe und Freundschaft. Die gibt er dem Zauberer – ob er nun will oder nicht. Eine magische Veränderung tritt ein, und eine ungleiche Freundschaft beginnt.

Warum uns gerade dieses Buch gefällt: Angst, Wut, Einsamkeit und Freundschaft – alles Themen, die auch Vorschulkinder kennen. »Kotzmotz der Zauberer« regt Eltern dazu an, mit ihrem Nachwuchs darüber zu reden. Und was könnte besser sein als ein Buch, das uns veranlasst, etwas mehr über die Gefühle unserer Kinder zu erfahren? – Ab 5 Jahren.

»Herr Schnuffels« von David Wiesner

Endlich mal ein richtig abgefahrenes Kinderbuch: »Herr Schnuffels», ein mächtiger schwarzer Kater, jagt winzige Außerirdische, die ihn für das wahre Monster halten und sich in ihrer Zuflucht in der Wand mit Ameisen anfreunden. Ganz irre wird’s, als ein Marsmensch auf der Flucht auf einem Marienkäfer davonfliegt. Damit auch kein Kind am Ende weinen muss, hat der Comic ein Happy End: Die Kurzen aus fernen Galaxien entkommen in ihrem walnussgroßen Raumschiff dem Horror-Kater.

Warum uns gerade dieses Buch gefällt: Die originelle Bildergeschichte mit der coolen Comic-Attitüde persifliert genial unsere Angst vor Außerirdischen. Sie zeigt Kindern (und deren Eltern), dass man sich diese Furcht sparen kann. Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ebenfalls sehr amüsant ist der naive Tierhalter, der seinen Kater mit ödem Spielzeug zum Toben animieren will, während er doch gerade viel aufregendere Abenteuer erlebt. Kurz: eine etwas andere, sehr gelungene Science-Fiction-Story. – Ab 5 Jahren.

»Wo ist mein Hut?« von Jon Klassen

Auf der Suche nach seinem Hut trifft der Bär ein paar Tiere, die er regelmäßig nach seiner Kopfbedeckung fragt. Alle haben scheinbar keine Ahnung, nur der Hase verhält sich ziemlich auffällig, als er beteuert: »Ich stehle doch keinen Hut.« Doch genau das hat er getan…

Warum uns gerade dieses Buch gefällt: Pädagogische Korrektheit ist nicht Jon Klassens Ding. Als der Bär am Buchende gefragt wird: »Verzeihung, hast du ein Kaninchen mit einem Hut gesehen?«, antwortet er: »Ich habe überhaupt kein Kaninchen gesehen. Ich fresse doch keine Kaninchen. Stell mir bloß keine Fragen mehr.« Zumindest wir Erwachsenen wissen, was die Stunde geschlagen hat und freuen uns heimlich an der makaberen Pointe. Und darüber, dass Kindern auch mal die harte Realität zugemutet wird, nicht immer nur Eiapopeia. Auf jeden Fall gibt’s nach der Lektüre von »Wo ist mein Hut?« Redebedarf: über Lügen, Rache, Wut und – ja – auch Mord. – Ab 4 Jahren.

»Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor« von Martin Baltscheit

Über das Vergessen

"Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor"

»Es war einmal ein alter Fuchs ohne Verstand. Er wusste nichts und fühlte nur. Er fühlte, wenn jemand seine Wunden leckte. Er fühlte, wie es ist, keinen Hunger zu haben. Er liebte es, wenn die jungen Füchse von der Jagd erzählten. Er mochte ihre Tricks, vor allem den mit dem Strohhalm. Ein paar Dinge fielen ihm schwer: Er konnte sich keine Namen merken. Er fand den Weg nach Hause nicht. Er schlief nie gern allein. Aber das musste er auch nicht.«

Mit diesen einfachen, feinfühligen Worten beginnt der Düsseldorfer Autor und Illustrator eine Geschichte über Demenz. Sein Antiheld ist ein Fuchs, der sich irgendwann nicht mehr auskennt in der Welt und auf die Unterstützung Jüngerer angewiesen ist, um zu überleben.

Warum uns gerade dieses Buch gefällt: Es gibt kaum ein besseres Werk, um mit seinem Kind über das Altern und das Miteinander der Generationen zu sprechen. Oder die »Vergesslichkeitskrankheit« der Oma oder des Opas zu erklären. Aus jedem Wort, jedem Bild in »Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor« strömt dem Leser die Wärme entgegen, mit der diese Geschichte erzählt wird. – Ab 4 Jahren.

»Gordon und Tapir« von Sebastian Menschenmoser

In diesem wunderhübsch gezeichneten Bilderbuch hat der Autor wohl seine eigenen WG-Erfahrungen verarbeitet: Der zwanghaft ordentliche Pinguin Gordon und der schlampige Tapir teilen sich nämlich eine Wohnung. Klar kommt es zum Eklat, als mal wieder das Klopapier ausgegangen ist. Gottseidank rettet eine pragmatische Entscheidung ihre Freundschaft.

Warum uns gerade dieses Buch gefällt: Einer der größten Streitpunkte in Familien dürfte der jeweils unterschiedliche Ordnungssinn sein. Recht unterhaltsam thematisieren Sie das zuhause mit »Gordon und Tapir». Es ist interessant zu sehen, für wen Ihr Kind mehr Verständnis aufbringt. Einziges Problem am literarischen Lösungsvorschlag: Zwei getrennte Wohnungen kommen für Sie und Ihr Kind wahrscheinlich eher nicht in Frage. – Ab 4 Jahren.

»Riese Rick macht sich schick« von Julia Donaldson

Zu gut für diese Welt

"Riese Rick macht sich schick"

Das altbewährte Londoner Kinderbuch-Team, die Autorin Julia Donaldson und der Illustrator Axel Scheffler, kennt man von Klassikern wie »Der Grüffelo«. Genauso vorlesenswert ist ihr Buch »Riese Rick macht sich schick», eine Geschichte von einem gutmütigen Giganten, der im wahrsten Sinne des Wortes sein letztes Hemd gibt, um anderen zu helfen. Erst ist es die Krawatte, später die Schuhe, schließlich fällt sogar die Hose.

Warum uns gerade dieses Buch gefällt: Knirpse finden diesen liebenswerten Goliath allein schon wegen seines Striptease lustig. Doch spätestens wenn Riese Rick nur noch in Unterwäsche – vor Kälte zitternd, allein und traurig – am Straßenrand sitzt, merken sie, dass zu viel Selbstlosigkeit auch schaden kann. Weil dem Riesen seine Hilfe jedoch mehrfach vergolten wird, lernen die kleinen Zuhörer aber auch: Was du anderen Gutes tust, kommt irgendwann zu dir zurück. – Ab 3 Jahren.

Kinderbuch-Klassiker

»Bunt erzählte Klassiker: Griechische Sagen« 

Beim Zeus

"Bunt erzählte Klassiker: Griechische Sagen"

Geht’s noch klassischer als mit der griechischen Antike? Nö. Wer aus seinem Sprößling schon jetzt einen kleinen Bildungsbürger machen will, greift zu »Bunt erzählte Klassiker: Griechische Sagen». Denn Storys wie »Das trojanische Pferd«, »Theseus und der Minotaurus« oder »Die zwölf Aufgaben des Herakles« sind mindestens so packend wie »Star Wars« – und manchmal auch ein wenig grausam. Aber Kinder wollen ja gar nicht in Watte gepackt werden. So ein bisschen Grusel, zum Beispiel wenn Prinzessin Andromeda dem Seeungeheuer Keto geopfert werden soll, macht den Reiz dieser Lektüre doch erst aus. Meine Tochter hörte jedenfalls mit offenem Mund zu und konnte nicht genug kriegen von Zeus, Pegasus, der schönen Helena und Konsorten. Deswegen hatten wir das 350 Seiten starke Buch auch in Nullkommanichts durch.

Warum uns gerade dieses Buch gefällt: Weil sich jetzt endlich auch Mama die Odyssee merken kann. Auch dank der knalligen Comic-Zeichnungen und der einfachen, anschaulichen Sprache, die das Tohuwabohu rund um die Götterwelt auf den Punkt bringt. Die griechischen Sagen schulen also durchaus auch uns Eltern und sorgten – zumindest bei mir – für so manchen Aha-Effekt. – Ab 5 Jahren

»Frederick« von Leo Lionni

Leo Lionnie hat mit seiner Figur »Frederick« so etwas wie den Schutzpatron der Geschichtenerzähler erschaffen: Während seine Mäusekumpels wie irre für den nahenden Winter Körner und Nüsse sammeln, sitzt er scheinbar faul herum. Später, in den eisigen Nächten in der Steinmauer, beginnt er jedoch zur Überraschung aller seine ganz eigene »Sendung mit der Maus«. Denn er hat Sonnenstrahlen, Farben und Wörter auf Vorrat gesammelt. Seine Erzählungen zaubern nun der versammelten Nager-Bande Licht und Wärme ins kalte Herz.

Warum uns gerade dieses Buch gefällt: Frederick ist ein Held, den Kinder in unserer Leistungsgesellschaft dringend brauchen. Einer, der für die Kunst und gegen die Profanität des Lebens kämpft. Der weiß, dass nicht nur Materielles zählt, sondern gerade auch Gemeinschaft und Liebe. Die Maus als Sinnsucher: Es wäre wirklich schade, wenn Ihr Kind dieses Bilderbuch nicht kennenlernen würde. – Ab 4 Jahren.

»Wo die wilden Kerle wohnen« von Maurice Sendak

Von Monstern empfohlen

"Wo die wilden Kerle wohnen"

Vor 53 Jahren erschien das zeitlose Werk des New Yorker Illustrators und Autors Maurice Sendak. Damals wurde es für seinen revolutionären Realismus teils kritisiert. »Wo die wilden Kerle wohnen« sei »zu grauslich«. Mittlerweile hat es sich aber einen festen Platz in vielen Kinderzimmern erobert. Ganz zurecht, wie wir finden.

Warum uns gerade dieses Buch gefällt: Der Autor spielt mit der klassischen Angst der Monster unter dem Bett: Als Max seine Mutter ärgert, schimpft sie ihn einen »wilden Kerl« und schickt ihn ohne Essen ins Bett. Wütend reist Max dort in seiner Fantasie auf die Insel der wilden Kerle, dicke Ungeheuer mit Reißzähnen. Weil er jedoch null Angst vor ihnen hat, ernennen ihn die fiesen Typen sogar zum König. Doch letztendlich vermisst Max seine Mutter, kriegt Hunger und »segelt« zurück ins Kinderzimmer und zum warmen Abendessen. – Ab 4 Jahren.

»Pettersson und Findus« von Sven Nordqvist

Wie der Herr, so‘s Gescherr

"Eine Geburtstagstorte für die Katze"

Der gutmütige Kauz Pettersson und sein sprechender Kater Findus leben auf einem Hof mitten in der schwedischen Natur. Die zwei sind mittlerweile Kult im Kinderzimmer, fast wie die anderen berühmte Schweden Pippi oder Michel.

Das hätte sich Sven Nordqvist, der als Kind gerne selbst Bauer geworden wäre, wohl nicht träumen lassen, als er 1984 die Serie mit »Eine Geburtstagstorte für die Katze« startete. Jede Menge weiterer Abenteuer sollten folgen, etwa »Wie Findus zu Pettersson kam« oder »Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch».

Warum uns gerade diese Bücher gefallen: Weil Knirpse dem frechen Kater mit der grünen Latzhose sofort verfallen – und man auch beim x-ten Mal Lesen immer wieder ein neues, witziges Detail im Buch entdeckt. Außerdem erfindet Pettersson die verrücktesten Dinge, und dann sind da noch die geheimnisvollen Mucklas, Mini-Trolle, die unter dem Küchenboden leben und gerne alles verschwinden lassen.

Außerdem erfindet Pettersson die verrücktesten Dinge. Dazu gibt es da noch noch die geheimnisvollen Mucklas oder Mini-Trolle, die unter dem Küchenboden leben und gerne alles verschwinden lassen. – Ab 3 Jahren.

»Oh, wie schön ist Panama« von Janosch

Der kleine Bär und der kleine Tiger sind unzertrennlich, die dicksten Freunde. Sie wohnen sogar zusammen in einem Haus am Fluss. Als sie eine alte Obstkiste finden, auf der »Panama« steht, erwacht ihr Abenteuergeist – vor allem, weil die Kiste so gut nach Bananen riecht. Also ziehen sie los ins Land ihrer Träume, immer ihren selbstgebastelten Wegweisern nach. Im Gepäck: Kochtopf, Angel und die legendäre Tigerente. Eh klar, dass sie Panama nicht finden. Und wieder umkehren. Nur um festzustellen, dass es zuhause doch am schönsten ist.

Warum uns gerade dieses Buch gefällt: Allein schon wegen des Satzes: »Wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten!« Gibt es eine schönere Beschreibung für Freundschaft? Dazu kommen natürlich noch Janoschs herrlich absurden Ideen. Der 85-jährige hat es irgendwie hinbekommen, sich sein kindliches Herz zu bewahren. Deswegen haben die Kleinen »Oh, wie schön ist Panama« wahrscheinlich auch so gern. Und das seit 1978. – Ab 5 Jahren.

»Mach schnell, Willi Wiberg« von Gunilla Bergström

Das hier ist Willi Wiberg, fünf Jahre alt. Er soll gleich in den Kindergarten gehen. »Bist du fertig?«, ruft Papa aus der Küche.« »Nur noch den Pulli«, sagt Willi und nimmt ihn vom Stuhl. Guck mal, da liegt ja auch Lisas Kleid. Lisa ist Willis Puppe. Sie muss auch angezogen werden, ist doch klar. »Willi, kommst du?«, ruft Papa wieder. »Ja, ich will nur noch …« Dieser letzte Satz zieht sich durch das ganze Buch. Es gibt wohl keine Mutter und keinen Vater, die diese Situation nicht kennen und nicht schon öfter an der »Trödelitis« ihres Kindes verzweifelt wären.

Warum uns gerade dieses Buch gefällt: Es ist realistisch. »Die Wirklichkeit ist Märchen genug. Kinder, die ein Gefühl für den Zauber und die Magie der Realität vermittelt bekommen, sind besser für das Leben gewappnet«, findet die schwedische Autorin Gunilla Bergström. Tatsächlich könnte man die ganze Lektüre über ständig nicken, denn der Wiedererkennungswert ist hoch: »Ja, genauso läuft’s bei uns auch ab.« Da hat sich seit 1976, dem erstmaligen Erscheinungsdatum von »Mach schnell, Willi Wiberg», nichts geändert. Vielleicht fallen Kindern und Eltern beim Vorlesen ja auch Lösungen ein um dem ewigen Zeitmangel am Morgen ein Schnippchen zu schlagen und nicht mehr so sehr durchs Leben zu hetzen. Sie sind von Willi Wiberg angefixt? Keine Sorge, es warten noch weitere seiner Geschichten – zum Beispiel über das Glücklichsein oder übers Einschlafen. – Ab 3 Jahren.

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Kommentare

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Kirs Utz
Kirs Utz

Da fehlen aber noch einige
Z.B.
Der kleine Drache Kokosnuss von Ingo Signer
Wenn ich groß bin werde ich Fledermaus
Der kleine Hase und die Laterne
Der kleine Igel rettet seine Freunde (von dem Igel gibt EES noch weitere Geschichten)
Gerade auch zur Weihnachtszeit gibt es tolle Kinderbücher wie z.B. es klopft bei wanna in der Nacht…oder Tomte Tummetott
Bei den Klassikern fehlt der Räuber Hotzenplotz und das kleine Gespenst
Es gibt noch weit aus mehr doch die fallen mir spontan ein

Josef Hiemer
Josef Hiemer

schöner artikel, danke, ja es gibt wunderbare bilderbücher zum vorlesen
als mein enkel letztes wochenende krank war, hab ich ihm „Faxenmaxe“ vorgelesen. da geht’s nur um Lachen und gute Laune gerade für die , die krank sind ) das hat ihn total aufgemuntert und abgelenkt.kann auch sein, dass es daran lag dass ich alle tiere die drin vorkamen, versucht habe, selbst „darzustellen“ ….
das kann ich jedem nur in so ner schweirigen zeit empfehlen. vorlesen ist einfach ein ruhepol in der familie in der hektik von heute =)