Ratgeber Smart Home: Ein Überblick

Ratgeber Smart Home

Smart Home ist seit Jahren ein Lieblings-Thema der Industrie, auf die Kundschaft ist der Funke dagegen bislang allerdings noch nicht so recht übergesprungen. Unterdessen werden die Produkte immer ausgereifter, zuverlässiger – und günstiger. Wir geben einen kritischen Überblick auf den Markt von Smart Home.

Vergessen die Heizung herunter zu drehen? Fenster offengelassen? Licht brennt noch? Das sind die typischen Szenarien, an die man beim Schlagwort „Smart Home“ als erstes denkt. Durch smarte Thermostate, Lichtschalter und Schließmechanismen, die über eine Steuerzentrale mit dem Internet verbunden sind, soll man alles rund ums Haus aus der Ferne überwachen und steuern können.

Das klingt erstmal kompliziert, aufwändig und teuer. Vor allem aber rechtfertigt der Zugewinn an Komfort und Sicherheit bei solchen Szenarien für viele nicht die Anschaffung eines Smart-Home-Systems. Zu viel Aufwand, zu teuer, zu unsicher, denken sich die meisten.

In der Tat ist es der Industrie, die seit einigen Jahren mit viel Marketingaufwand versucht, das Thema an den Mann zu bringen, noch nicht gelungen, die Vorteile von Smart Home – was auch immer man darunter versteht – schlüssig zu vermitteln. So bleiben für den Konsumenten viele Fragen offen: Brauche ich das? Wird der Aufwand dem gewonnenen Nutzen gerecht? Wie viel Zeit für Einrichtung und Administration muss ich aufbringen? Wie smart sind die Geräte wirklich? Und wie sicher ist das? Hole ich mir damit am Ende die Gefahren des Internets in jeden smarten Lichtschalter?

Hinzu kommt: Anstatt immer nebulös von „Smart Home“ zu sprechen, macht es mehr Sinn, sich konkrete Anwendungen anzusehen, für die smarte Haushaltssteuerungs-Geräte sinnvoll sein können. In diesem Sinne werden wir uns unter der Rubrik „Smart Home“ Lösungen wie Überwachungskameras, Heizungssteuerung, Wasserschadensmelder und mehr ansehen. Wie man diese Lösungen dann miteinander verbinden und vernetzen kann, ist erst der zweite Schritt.

Das hat inzwischen auch die Industrie erkannt und stellt in letzter Zeit vermehrt die Anwendungen in den Vordergrund. Das gegenwärtige Schlagwort heißt Pakete: Die Kundschaft soll über einzelne Lösungen, zum Beispiel einen Bewegungsmelder gekoppelt mit einer Sirene, mit den Vorteilen von Smart Home bekanntgemacht werden. Danach können nach und nach Erweiterungspakete erworben werden, zum Beispiel Heizkörperthermostate zusammen mit einem Raumthermometer.

In diesem Artikel geben wir zuerst einmal einen Lagebericht zum Thema Smart Home. Wie funktioniert Smart Home? Was sind die relevanten Funk-Standards? Wie ist der Markt aufgestellt und welche Anbieter gibt es? Und vor allem: Ist Heimautomatisierung nur etwas für Technik-Fans und Bastler, die viel Zeit haben, oder wird sie langsam auch für die Allgemeinheit interessant?

eQ-3 HomeMatic Zentrale CCU2 mit Aktoren / Sensoren
eQ-3 HomeMatic Zentrale CCU2 mit Aktoren und Sensoren.

Was ist Smart Home?

Funk-Steckdosen aus dem Baumarkt, batteriebetriebene Heizkörperthermostate und Funk-Bewegungsmelder gibt es schon seit vielen Jahren, sie sind je nach Hersteller und Ausstattung schon lange für kleines Geld zu haben.

Früher: Funk-Steckdosen, wirklich Smart sind sie nicht, allenfalls eine Zeitsteuerung ist möglich
HomeEasy Funk-Steckdosen: Allenfalls eine Zeitsteuerung ist möglich.

Wirklich smart sind sie aber nicht, denn es sind Insel-Lösungen, die höchstens noch mit ihresgleichen kommunizieren, von der Steuerung per App ganz zu schweigen.

So eine Funk-Steckdose kann für manche Anwendungen nützlich sein – aber wie lasse ich sie schalten, wenn sich jemand der Eingangspforte nähert? Wie lasse ich eine Sirene losgehen und das Licht einschalten, wenn sich eine Person – aber keine Katze – nachts meinem Auto nähert? Wie bekomme ich eine Nachricht, wenn ich unterwegs bin, wenn der Rauchalarm anschlägt oder der Schlauch der Waschmaschine geplatzt ist?

Auch für diese Aufgaben gab es bereits vor 15 Jahren Lösungen, zumindest für die meisten Problemfälle. Nur musste dafür der Elektriker kommen, für viel Geld Kabel ziehen und für noch mehr Geld teure Kameras, Alarm-Systeme und Bewegungsmelder installieren. Für die meisten war das nicht erschwinglich.

Moderne Smart-Home-Komponenten sind nicht nur viel günstiger als früher, dank moderner Funkstandards können sie in den meisten Fällen auch ohne teuren Elektriker und das Aufstemmen von Wänden installiert werden. Damit wird die intelligente Haussteuerung erstmals für alle erschwinglich.

Das beste Beispiel ist die klassische Alarmanlage: Um ein Haus oder eine Wohnung vor Einbruch zu schützen, musste bislang eine Firma mit dem Einbau einer Alarmanlage beauftragt werden. Zu horrenden Installationskosten von mehreren tausend Euro kamen da teilweise noch laufende Kosten für Wartung und Alarmweiterleitung.

Mit einem smarten Bewegungsmelder und einer Überwachungskamera kann man heute fast das selbe Maß an Sicherheit für rund 100 Euro herstellen. Zur Abschreckung von Einbrechern kann auch eine intelligente Beleuchtungssteuerung Sinn machen, die einem missliebigen Beobachter vorgaukelt, es sei jemand zuhause. Und über Sensoren kann man benachrichtigt werden, wenn Türen oder Fenster geöffnet werden – oder gar nicht geschlossen sind.

Auch ein Wassermelder, der Alarm schlägt, wenn der Schlauch der Waschmaschine geplatzt ist, leuchtet vielen als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme ein. Das selbe gilt für smarte Rauchmelder.

Neben dem Thema Sicherheit ist Energiesparen ein weiterer Punkt, bei dem Smart Home mit intelligenten Thermostaten zur Heizungssteuerung eine Rolle spielt.

Interessant wird es dann, wenn diese verschiedenen Anwendungen nicht Insellösungen bleiben, sonder wenn man sie zu einem System zusammenfassen und zentral steuern kann. Dazu müssen die unterschiedlichen Geräte untereinander und mit einer Zentrale kommunizieren können.

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Kommentare

5 Kommentare zu "Ratgeber Smart Home: Ein Überblick"

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Hallo herr jentsch. In unserem betrieb beschäftige ich mich seit mehreren jahren mit dem thema smart home. Mittlerweile können wir auf ein gutes produktportfolio mehrerer hersteller zurückgreifen. Dabei ist es uns vor allem wichtig für jeden kunden individuelle und einfach zu bedienende lösungen zu schaffen. Dies erfordert eine gute planung und ausreichend kenntnisse der produkte die verwendet werden sollen. Die von Ihnem beschriebenen funk und wlanlösungen sind gute möglichleiten für den nachrüster der teile seines hauses upgraden möchte, vielleicht gut nutzbar in kleineren wohneinheiten. Aber für bauherrn die einen neubau oder die gesamtsanierung ihres projekts anstreben wäre es sinnvoller über… Mehr... »

Anstatt mehrere tausend Euro für eine Alarmanlage auszugeben bekommt man heute um 100 Euro schon etwas gleichwertiges!

Tobias Feistmantl – Manuel Feistmantl – Mathias Hauser

Bestimmt eines nicht: den Ratger.

richi
richi

kann Christian Wind nur recht geben. wir haben unser haus nachgerüstet über fachbetrieb, system smart home von loxone. sind voll auf zu frieden und begeistert. können wir nur weiter empfehlen

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