Wie funktioniert Smart Home?

Um verschiedene Geräte im Haus so zu vernetzen, dass man sie zentral intelligent steuern kann, benötigt man eine Zentrale, bei der alle Informationen zusammenlaufen. Bei den meisten Herstellern gibt es dazu eigene Geräte. Ausnahme: Wenn Smart-Home-Funktionen auf dem hauseigenen WLAN basieren, fungiert einfach der Router als Zentrale.

 

Die Zentrale

Alle Smart-Home-Komponenten kommunizieren mit einer Zentrale, die ihre Sprache spricht. Im einfachsten Fall kann das der WLAN-Router sein. Durch die Verbindung zum Internet kann eine Smartphone-App oder eine Web-Anwendung auf einem Notebook dann von überall auf der Welt mit diesen Geräten Kontakt aufnehmen.

Zur Zeit gibt es viele verschiedene Systeme und Kommunikationsstandards. Dazu weiter unten mehr. Die Konzepte der verschiedenen Hersteller unterscheiden sich nur unwesentlich, meistens erinnern die Geräte an einen WLAN-Router.

Meistens bietet ein Hersteller neben seiner Smart-Home-Zentrale auch verschiedene Smart-Home-Geräte an, die mit der Zentrale funktionieren. Oft kann man aber auch Geräte unterschiedlicher Hersteller nutzen – wenn die sich den selben Kommunikationsstandard teilen.

Aktoren und Sensoren

Bei den Endgeräten, die im Smart Home zum Einsatz kommen, unterscheidet man zwischen Aktoren und Sensoren.

Sensoren sind passiv, sie sammeln lediglich Daten und Messwerte, etwa die Temperatur im Raum, die Helligkeit oder die Leistung einer angeschlossenen Maschine.

Aktoren heißen so, weil sie Aktionen oder eine Steuerung ausführen können, wie zum Beispiel eine Kamera oder ein Lichtschalter, aber auch schaltbare Messteckdosen, Schlüsselbund-Fernbedienungen oder 4fach-Schalter gehören dazu.

Die Einsatzgebiete von Smart Home sind vielfältig. Funk-Thermostate waren zuerst auf dem Markt, inzwischen steht aber vor allem das Thema Sicherheit mit Bewegungsmeldern, Tür- und Fensterkontakten und Sicherheitskameras im Vordergrund.

Die Einsatzgebiete lassen sich grob in vier Bereiche einteilen:

  • Sicherheit
    Schließ-/Öffnungssensor, Bewegungssensor, Rauchmelder, Wassermelder, Überwachungskamera, Lagesensor, Vibrationssensor, Türschloss, Fingerabdrucksensor, Neigungssensor, UV-Sensor etc.
  • Heizung und Lüftung
    Feuchtigkeitssensor, Luftqualität-Messung, Temperatursensor, Jalousiensteuerung, Heizungssteuerung, Windstärke, Sonnenposition, Regensensor, Motorsteuerung, Torantrieb etc.
  • Licht
    Helligkeitssensor, Dimmer
  • Schalter
    Lichtschalter, An/Aus-Schalter, Gateway, Vorschaltgeräte etc.

Steuerung per App oder Web-Browser

Das A und O eines Smart Home ist die Steuerung und das Feedback via App. Es gibt an den Geräten und Sensoren in den wenigsten Fällen Stellschrauben, Funktionen wie z. B. die Empfindlichkeit eines Bewegungsmelders oder die Tag/Nacht-Aktivität einer Kamera werden grundsätzlich in der App verwaltet. Hier muss also niemand mehr mit der Leiter am Bewegungsmelder stehen und mit dem Mini-Schraubendreher am Potenziometer drehen.

Steuerung: Meine Geräte in devolo Web-App
Steuerung: Alle Geräte in der Devolo Web-App.

Alle Hersteller bieten zur Steuerung Apps für Tablets und Smartphones an, meist gibt es sie sowohl für Android als auch iOS. Außerdem lässt sich die Steuerung auch über eine Webseite im Internet-Browser auf dem Computer aufrufen.

Regeln und Szenen

Zwar ist es ganz nett, wenn ich aus Madrid einen Blick auf meine Hofeinfahrt in Castrop-Rauxel werfen kann – den Diebstahl meines Autos kann ich damit aber nicht verhindern.

Steuerung: Meine Regeln in D-Link App
Steuerung: Regeln in der D-Link App.

Smart wird die Sache erst, wenn die mit der Zentrale verbundenen Geräte in bestimmten Situationen vorher festgelegten Regeln folgend von selbst aktiv werden. In der Sprache der Smart Home Welt werden solche Situationen „Szenen“ genannt.

Eine Verbindung aus Szenen und Regeln kann dann etwa so aussehen: „Wenn Bewegung im Carport und Helligkeit kleiner 5 Prozent, dann Alarmton Polizeisirene für 60 Sekunden abspielen, Outdoor-Webcam einschalten und Push-Nachricht auf mein Smartphone senden.“

So sollte sich ein potentieller Auto-Dieb in der Regel bereits in die Flucht schlagen lassen. Falls nicht hat man immerhin ein Video des Täters. Außerdem kann man sofort die Polizei verständigen – mehr leistet eine teure Alarmanlage auch nicht. 

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Kommentare

5 Kommentare zu "Ratgeber Smart Home: Ein Überblick"

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Hallo herr jentsch. In unserem betrieb beschäftige ich mich seit mehreren jahren mit dem thema smart home. Mittlerweile können wir auf ein gutes produktportfolio mehrerer hersteller zurückgreifen. Dabei ist es uns vor allem wichtig für jeden kunden individuelle und einfach zu bedienende lösungen zu schaffen. Dies erfordert eine gute planung und ausreichend kenntnisse der produkte die verwendet werden sollen. Die von Ihnem beschriebenen funk und wlanlösungen sind gute möglichleiten für den nachrüster der teile seines hauses upgraden möchte, vielleicht gut nutzbar in kleineren wohneinheiten. Aber für bauherrn die einen neubau oder die gesamtsanierung ihres projekts anstreben wäre es sinnvoller über… Mehr... »

Anstatt mehrere tausend Euro für eine Alarmanlage auszugeben bekommt man heute um 100 Euro schon etwas gleichwertiges!

Tobias Feistmantl – Manuel Feistmantl – Mathias Hauser

Bestimmt eines nicht: den Ratger.

richi
richi

kann Christian Wind nur recht geben. wir haben unser haus nachgerüstet über fachbetrieb, system smart home von loxone. sind voll auf zu frieden und begeistert. können wir nur weiter empfehlen

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