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Letztes Update: 4.5.2020

Ratgeber: Stillen und Füttern

Egal, ob Sie ihr Kind stillen oder mit der Flasche ernähren wollen – die richtige Ausstattung erleichtert den Alltag enorm. Wir sagen Ihnen, was Sie benötigen, um Ihr Kind bequem stillen und mit Säuglingsnahrung füttern zu können und wie es nach dem Stillen und der Flasche weitergeht.

Andrea Zschocher
ist freie Journalistin, Buchautorin, Bloggerin und Podcasterin. Sie schreibt gern über Familien­themen, unter anderem für Stern.de und Familie.de. Ihre Bücher unterstützen Familien in anspruchsvollen Zeiten. Auf ihrem Blog Runzelfüßchen berichtet sie über die schönen Seiten am Leben mit drei Kindern. Im Podcast "Kinderbuchleben" stellt sie regelmäßig Kinderbücher vor.
Letztes Update: 4. Mai 2020

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Stillen: natürlich und praktisch

Stillen ist in den ersten Monaten die beste Nahrung fürs Kind, denn so bekommt es nicht nur maßgeschneiderte Ernährung sondern auch körperliche Nähe und Zuwendung. Die Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Menge, die ein Säugling braucht. Sie ist leicht verdaulich und passt sich den Nahrungsbedürfnissen während der Entwicklung des Kindes an. Zudem enthält sie Abwehr- und Schutzstoffe, die das Baby vor Krankheiten schützen. Mit Muttermilch kann man ein Baby nicht überfüttern und sie ist jederzeit verfügbar – in der richtigen Temperatur und hygienisch einwandfrei. Noch dazu ist sie kostenlos.

Wer sich einmal tiefergehend mit Muttermilch beschäftigt, dem wird schnell klar, dass diese Milch etwas wirklich ganz besonderes ist. Denn nicht nur, dass sie vom ersten Moment an den Hunger der Säuglinge stillt, die Zusammensetzung ist von Mutter zu Mutter verschieden. Sie ändert sich auch immer wieder, eben um sich z. B. bei Schnupfen an die individuellen Bedürfnisse des Kindes anzupassen.

Es gibt viele Mythen rund ums Thema Stillen. So heißt es zum Beispiel, dass die Milch irgendwann fürs Baby nicht mehr reicht. Das stimmt so nicht: Wenn alles gut zwischen Mutter und Kind eingespielt ist, können Frauen so lange stillen wie sie und das Kind es möchten. Es gibt keinen Zeitpunkt X (gern werden hier sechs Monate genannt) ab dem abgestillt werden muss.

Bestimmen Sie den Zeitpunkt zum abstillen selbst

Was ebenfalls nicht stimmt, bei vielen Frauen aber Angst auslöst: Es gibt keine Lebensmittel, die in der Stillzeit vermieden werden müssen. Die Gerüchte, dass das Baby einen wunden Po bekommt, wenn die Mutter Tomaten isst, halten sich hartnäckig. Es gibt aber auch nach mehreren wissenschaftlichen Studien keinen Beweis dafür. Gleiches gilt für den Geschmack von Muttermilch. Untersuchungen haben ergeben, dass dieser nicht vom Essen, das die Mutter genießt, beeinflusst wird. Wenn jemand also gern scharf oder mit viel Zwiebeln und Knoblauch gewürztes Essen zu sich nimmt, hat das nicht zur Folge, dass die Muttermilch dann auch so schmeckt. Wissenschaftler konnten für diese These bis jetzt keinen Beweis erbringen.

Eigentlich braucht man zum Stillen praktisch nichts, aber einige Dinge sind dennoch sinnvoll und erleichtern den Alltag mit einem Stillkind sehr.

Still-BH für bequemes und unaufälliges Stillen

Stillende Mütter in der Öffentlichkeit sind – leider – noch immer manchen Menschen ein Dorn im Auge. Das sollte so nicht sein und wir hoffen, dass keine Frau vom Stillen in der Öffentlichkeit abgehalten wird, nur weil ewig Gestrige noch immer nicht verstanden haben, dass Babys Hunger haben und Stillen die natürlichste Sache der Welt ist. Denn dafür sind die weiblichen Brüste nämlich in erster Linie da – zum Stillen eines Säuglings.

Vielen Frauen ist es aber unangenehm, sich zu entblößen, um das Kind zu stillen. Kleidungsstücke, die dabei helfen, ein hungriges Kind schnell und unauffällig anlegen zu können, werden Sie sehr zu schätzen wissen. Ein Still-BH ist da eine sehr sinnvolle Anschaffung, denn er erleichtert das Stillen in vielen Situationen.

Ein Still-BH ist eine sehr sinnvolle Anschaffung

Still-BHs geben der Brust Stabilität und Halt. Außerdem muss man sich nicht komplett ausziehen oder einen normalen BH unbequem unter die Brust quetschen oder zur Seite schieben, um die Milchbar fürs Baby zu öffnen. Bei einem Still-BH kann man die einzelnen Cups mit einer Hand lösen und runterklappen, sodass das Baby einfach angelegt werden kann.

Wer schon während der Schwangerschaft einen Still-BH kaufen will, sollte das erst in den letzten zwei oder drei Monaten tun. Vorher ist es meistens schwierig, die richtige Körbchengröße abzuschätzen, denn die Brust verändert sich im Lauf der Schwangerschaft und wächst im Schnitt um etwa zwei Größen. Die Träger sollten auf jeden Fall verstellbar sein, denn auch während der Stillzeit verändert sich die Brust. Wichtig ist auch zu wisen, dass beim Milcheinschuss, der ungefähr am dritten oder vierten Tag nach der Geburt einsetzt, die Brüste sehr angespannt sind und noch mal etwas größer werden. Das gibt sich mit der Zeit. Wir raten deswegen aber dazu für die Anfangszeit einen Still-BH ohne Bügel zu tragen, damit die Brust sich frei entfalten kann und nichts quetscht oder einschneidet.

Stilleinlagen: Einweg oder waschbar?

Stilleinlagen sind vor allem am Anfang der Stillzeit für die meisten Mütter unverzichtbar. Wenn das Kind an der Brust trinkt, läuft die Milch häufig aus der anderen heraus. Das liegt am Milchspendereflex, der einsetzt, wenn das Baby einige Minuten an der Burst trinkt. Zunächst kommt nämlich die etwas wässerige Muttermilch, die den ersten Durst des Babys stillt. Durch das längere Saugen an der Brust wird auch die nahrhaftere Milch entleert.

Tragen Sie keine Stilleinlage im BH, die die Milch auffängt, ziert schnell ein nasser Fleck das Shirt. Bis sich die Milchmenge auf die Bedürfnisse Ihres Kindes anpasst, kann es gerade in den ersten Tagen und Wochen dazu kommen, dass die Brust voll ist und anfängt, zu tropfen, wenn das Baby längere Zeit nicht getrunken hat. Stilleinlagen verhindern da manche unangenehme Situation. In Filmen passiert das sehr oft, im echten Leben kann es Ihnen in der Anfangszeit wirklich so gehen, dass Sie Milch verlieren, wenn Sie besonders emotional ergriffen sind oder ein (fremdes) Baby weint. Mit Stilleinlagen verhindern Sie für sich selbst unangenehme Situationen.

Mit Stilleinlagen verhindern Sie unangenehme Situationen

Bei Stilleinlagen gibt es Einweg-Exemplare und solche die waschbar und wiederverwendbar sind. Vor allem die Einweg-Stilleinlagen der Firma Lansinoh sind sehr beliebt und erhalten durchweg hervorragende Bewertungen. Sie sind extrem saugstark, dabei sehr dünn und sehr angenehm auf der Haut.

Waschbare Stilleinlagen verursachen weniger Müll und sind über die gesamte Stillzeit betrachtet auch deutlich billiger. Sie werden aus Bambusfasern, Baumwolle oder einem Wolle-Seide-Gemisch hergestellt. Die natürlichen Stoffe sind allerdings weniger saugfähig als Einwegstilleinlagen und auch nicht vollkommen dicht, außer, es wurde eine wasserundurchlässige Schicht eingearbeitet. Haben Sie also sehr starken Milchfluss, gerade in der Anfangszeit, sind waschbare Stilleinlagen oft nicht geeignet. Nach ein paar Monaten kann es aber ganz anders aussehen und Sie können auf waschbare Stilleinlagen umsteigen.

Hilfe bei wunden Brustwarzen

Gerade am Anfang leiden sehr viele Frauen an wunden Brustwarzen. Das Saugen der Babies reizt die Brustwarzen stark, so dass diese sehr empfindlich werden oder sogar bluten können. Holen Sie sich in solchen Momenten unbedingt Hilfe von einer Hebamme oder einer Stillberaterin. Sie müssen die Schmerzen nicht erleiden, in den allermeisten Fällen können mithilfe einer Beratung Schmerzen gelindert werden. Denn Stillen soll nicht wehtun. Neben selbstständigen Stillberaterinnen gibt es auch überall in Deutschland Treffen von La Leche Liga oder der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen. Hier können Sie sich ebenfalls hilfesuchend hinwenden.

Was vielen Mütter darüber hinaus aber hilft um die gereizten Brustwarzen zu pflegen ist Wollwachs(Lanolin-)Salbe.

Salbe mit Lanolin hilft bei wunden Brustwarzen
Salbe mit Lanolin hilft bei wunden Brustwarzen

Salben gibt es von unterschiedlichen Herstellern, zum Beispiel von Lansinoh, Medela oder ELANEE und kosten nicht viel. Praktischerweise muss man sie vor dem Stillen nicht von der Brust entfernen, sie ist nämlich unschädlich fürs Baby.

Salben für wunde Brustwarzen kosten nicht viel

Auch Multi-Mam-Kompressen werden von vielen Hebammen empfohlen und in vielen Geburtskliniken an die Mütter verteilt, die unter wunden Brustwarzen leiden. Man kann sie vor dem Gebrauch in den Kühlschrank legen, was ihre wohltuende Wirkung noch verstärkt. Multi-Mam-Kompressen bekommt man in Apotheken oder im Internet.

Für die Anfangszeit in der der Milcheinschuss besonders heftig ist können Sie auch mit Kühlpacks arbeiten. Denken Sie nur daran, sie einige Zeit bevor Ihr Baby wieder Hunger hat zu entfernen: Die kalte Brust kann unangenehm fürs Neugeborene sein. Alternativ bieten auch plattgewalzte Weißkohlblätter Linderung bei prallen, schmerzenden Brüsten. Sie können damit keinen Milchstau verhindern, sich aber im ersten Moment etwas Ruhe verschaffen. Melden Sie sich bei Ihrer Hebamme, wenn Sie plötzlich Fieber oder Schüttelfrost bekommen.

Silikonschalen oder Brust-Donuts

Wunde Brustwarzen sind oft sehr berührungsempfindlich und wenn die Stilleinlage oder der BH daran festkleben, reißen sie oft wieder auf. Deshalb kann es helfen, einen Brustwarzenschutz im BH zu tragen, der auch verhindert, dass die Brustwarze abknickt. Angeboten werden Brustwarzenschalen aus Silikon beispielsweise von Medela oder Avent. Man kann sich aber auch selbst »Brust-Donuts« machen. Dazu braucht man mehrere dicke Stilleinlagen und einen Schlauchverband aus der Apotheke. Eine Anleitung vom Europäischen Institut für Stillen und Laktation – das gibt es wirklich! – finden Sie hier.

Und wenn das alles nicht hilft, finden Sie auf dem Blog Mamaclever noch weitere Tipps gegen wunde Brustwaren. Hilfreich können auch Bücher übers Stillen sein, gerade in den Wochen vor der Geburt oder kurz danach können Sie hier nicht nur jede Menge Wissenswertes rund ums Stillen lernen, sondern auch Tipps für verschiedene Situationen bekommen.

Nicht notwendig, aber nützlich: Stilloberteile und Stillkleider

Spezielle Stillkleidung ist, abgesehen von BHs, nicht unbedingt notwendig, kann aber manchmal durchaus praktisch sein. Normale Kleidung eignet sich zwar in der Regel meist auch zum Stillen, es gibt aber immer wieder Situationen, in denen sie Schwierigkeiten macht.

Oberteile, die nicht allzu eng anliegen und zum Stillen einfach nach oben geschoben werden können, haben den Nachteil, dass man damit auch den Bauch entblößt, was gerade im Winter unangenehm werden kann. Außerdem fühlt sich nicht jede Frau nach einer Geburt wohl in ihrem Körper und möchte vielleicht möglichst wenig von sich zeigen.

Am besten ist aufknöpfbare Kleidung geeignet

Oberteile mit einem weiten Ausschnitt kann man zwar einfach herunterziehen – dabei zeigt man allerdings ziemlich viel nackte Haut. Ganz schwierig ist es, in Kleidern zu stillen.

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Ein Stilltop kann mit vielen normalen Kleidungsstücken kombiniert werden.

Am besten für stillende Mütter ist aufknöpfbare Kleidung geeignet. Spezielle Stilloberteile und -kleider ­­­­sehen in der Regel aus wie normale Kleidungsstücke, verfügen aber über eingearbeitete Stillöffnungen. So muss man das Oberteil nicht hochschieben, um das Baby anzulegen. Die Stillöffnungen bestehen meist aus zwei übereinanderliegenden Lagen Stoff im Brustbereich oder seitlich davon. Die können jeweils auseinandergeschoben werden, um zum Stillen nur einen kleinen Teil der Brust zu entblößen, während Bauch und Rücken bedeckt bleiben.

Wer sich ein paar spezielle Stilltops kauft, kann sich weitere Anschaffungen in Sachen Stillmode sparen. Denn diese Tops kann man gut mit Blusen, Strickjacken und Blazern kombinieren. Zum Teil ist auch gleich ein richtiger Still-BH in das Stilltop eingearbeitet.

Bequemer Stillen mit Stillkissen

Stillkissen zählen ebenso wie Stillkleidung zu den Dingen, die man nicht unbedingt braucht, aber das Leben in der Stillzeit deutlich angenehmer machen. Viele Mütter finden das Stillen mit einem solchen Kissen bequemer. Bewährt haben sich lange bananen- oder halbmondförmige Modelle. Damit hat man eine stabile, aber dennoch weiche Auflage für das Kind und den eigenen Rücken. Dazu werden Arme und Schultern entlastet. Gerade in den ersten Wochen kann das Stillen ganz schön lange dauern und für die Mutter schnell unbequem werden. Mit der Zeit findet man mit einem Stillkissen ganz neue Positionen, die das Stillen leichter machen.

Auch in der Schwangerschaft können Stillkissen schon eingesetzt werden

Mit Stillkissen stillt es sich bequemer.
Mit Stillkissen werden Mutter und Kind entlastet.

Stillkissen können aber noch mehr: Gerade ganz kleine Babys fühlen sich oft wohler, wenn sie eine Begrenzung um sich haben, wenn sie irgendwo liegen – etwa in einem Stillkissen. Auch in der Schwangerschaft können Stillkissen schon eingesetzt werden. Sie können die Schlafposition, ähnlich wie Seitenschläferkisen unterstützen und für einen ruhigeren Schlaf sorgen.

Stillkissen gibt es mit unterschiedlichen Füllungen: Mikroperlen aus Polystyrol, Schaumstoff aus Polyurethan, Elastoide aus Latexflocken, Polyesterwatte, Schurwolle und Dinkelspelz. Ökotest hat 14 Stillkissen getestet, acht davon bekamen dabei die Note »sehr gut« oder »gut«. Unter den »sehr guten« waren die Kissen von Ergobaby und Theraline.

Muttermilch abpumpen

Muttermilch kann das Baby nicht nur direkt an der Brust trinken, man kann sie auch abpumpen und dann verfüttern.

Es gibt viele Gründe, dem Baby abgepumpte Muttermilch zu geben: Man muss damit zufüttern, weil das Baby nicht ausreichend saugt oder man will einfach mal ein bisschen Flexibilität. Muttermilch aus der Flasche können nämlich auch Papa oder die Großeltern geben. Wenn man Medikamente nimmt, kann es sein, dass man vorübergehend gar nicht stillen kann. Dann ist es hilfreich, wenn man vorher etwas Milch als Reserve abpumpt.

Manchmal ist es hilfreich, Milch auf Reserve abzupumpen

Zum Abpumpen braucht man eine Milchpumpe. Bei akuten Problemen kann man vom Frauen- oder Kinderarzt ein Rezept für eine Leihpumpe bekommen, die man sich dann aus der Apotheke holt. Das Rezept ist in der Regel für vier Wochen gültig und kann bei Bedarf jeweils um zwei Wochen verlängert werden. Sobald das Problem behoben ist, gibt man die Pumpe einfach zurück. Möchten Sie öfter abpumpen, lohnt es sich, ein Exemplar anzuschaffen.

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Sehr beliebt ist die Handpumpe der Firma Avent.

Für seltene oder kleine Überbrückungsmaßnamen reicht eine Handpumpe vollkommen aus. Weit verbreitet und bewährt sind die Pumpen von Medela oder Avent. Wenn dagegen täglich abgepumpt werden soll, beispielsweise weil die Mutter früh wieder arbeiten geht, das Kind aber weiterhin mit Muttermilch ernährt werden soll, ist eine elektrische Milchpumpe ratsam. Damit kann man wahlweise eine Brust oder beide Brüste parallel entleeren.

Aufbewahrung von Muttermilch

Zur Aufbewahrung von abgepumpter Muttermilch eignen sich BPA-freie Hartplastikgefäße aus Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP), Glas oder spezielle Muttermilchaufbewahrungsbeutel aus Polyethylen. Die eignen sich auch zum Einfrieren von Muttermilch.

Das Aufbewahrungssystem von Avent ist zwar nicht ganz billig, aber wir haben damit gute Erfahrungen gemacht und man kann die Becher später auch für Brei, Joghurt oder kleingeschnittenes Obst benutzen. Ähnliche Behälter gibt es von MAM und als Weithalsflaschen von Lansinoh und von Medela. Glasbehälter eignen sich ebenfalls zur Aufbewahrung von Muttermilch. Natürlich sollten alle Behältnisse zuvor gründlich gespült und durch Abkochen oder mit einem Vaporisator sterilisiert werden. Sollten Sie darüber nachdenken, einen Babynahrungszubereiter zu kaufen, schauen Sie doch, ob es nicht ein Modell gibt, das auch sterilisieren kann. So können Sie dieses länger nutzen.

Prinzipiell ist es unproblematisch, Muttermilch länger aufzubewahren, denn Muttermilch hat die Eigenschaft, Bakterienwachstum zu hemmen. Deshalb ist sie haltbarer als industriell hergestellte Nahrung, die immer sofort verwertet werden muss. Allerdings sollten Sie sich vor dem Abpumpen und Hantieren mit abgepumpter Muttermilch die Hände waschen.

Frische Muttermilch ist bei Raumtemperatur drei bis vier Stunden haltbar

Wenn die Muttermilch innerhalb der nächsten Stunden verfüttert werden soll, lässt man sie am besten abgedeckt bei Raumtemperatur stehen. So kann man sich das Erwärmen vor der Fütterung sparen. Muttermilch, die frisch abgepumpt wurde, ist bei 16 bis 29 Grad Raumtemperatur drei bis vier Stunden lang haltbar. Wenn sie unter sehr sauberen Bedingungen gewonnen wurde, halten Experten sogar bis zu acht Stunden für akzeptabel. Dann muss die Muttermilch aber auch wirklich verfüttert werden. Nach acht Stunden sollte man die Milch nicht mehr einfrieren oder im Kühlschrank lagern.

Im Kühlschrank sollte man Muttermilch nie in der Tür aufbewahren, sondern möglichst ganz hinten auf der untersten Glasplatte vor der Wand, denn das ist der Bereich, wo es am kältesten ist. Achten Sie auch darauf, keine warmen Speisen daneben zu stellen. Absolut bedenkenlos können Sie die Milch auf jeden Fall auch nach drei Tagen noch verwenden, Studien zufolge hält sie sich sogar bis zu acht Tage.

Beim Einfrieren gehen zwar gewissen Eigenschaften der Muttermilch verloren, sie ist aber immer noch sehr viel wertvoller für das Baby als industriell gefertigte Ersatzmilch. Die antibakterielle Wirkung von gefrorener Milch bleibt für mindestens drei Wochen erhalten. In einem ***-Gefrierfach hält sie sich drei bis vier Monate, im einem richtigen ****-Gefriergerät mit Temperaturen unter 17 Grad sogar sechs Monate lang. Selbst nach einem Jahr ist Muttermilch noch in einem akzeptablen Zustand. Aufgetaute Muttermilch können Sie im noch verschlossenen Behälter 24 Stunden, geöffnet 12 Stunden im Kühlschrank aufbewahren.

Ratgeber Stillen und Füttern: Fläschchen

Füttern mit der Flasche

Wenn Sie nicht stillen möchten oder können, gibt es eine riesige Auswahl an Säuglingsersatznahrung. Da ist man schnell überfordert, welche denn nun am besten für das Kind ist. Es ist uns wichtig zu betonen, dass die Entscheidung für oder gegen das Stillen immer eine persönliche Entscheidung ist. Niemand ist eine schlechte Mutter, nur weil nicht gestillt wird.

Hebammen und Stillberaterinnen raten dazu, das Neugeborene trotzdem die ersten Tage an die Brust zu legen, um das wertvolle Kolostrum an das Baby weiterzugeben. Kolostrum ist eine gelbliche Flüssigkeit, die in den ersten Tagen in winzigen Mengen aus der Brust kommt. Es wird bereits in der Schwangerschaft gebildet und sollte nach Möglichkeit die erste Mahlzeit sein, die ein Baby bekommt, sobald es auf der Welt ist. Die Menge an Nahrung, die Neugeborene in den ersten Tagen zu sich nehmen, sind sehr gering – das Kolostrum ist nur an den allerersten Tagen verfügbar. Dann produziert der Körper Muttermilch. Wenn Sie lieber mit der Flasche füttern möchten, ist genau dann der richtige Zeitpunkt zum Abstillen. Lassen Sie sich von Ihrer Hebamme oder einer Stillberaterin dazu beraten.

Pre-Milch ist der Muttermilch am ähnlichsten

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass Pre-Milch der Muttermilch am ähnlichsten und deshalb im gesamten ersten Lebensjahr die erste Wahl ist. Diese Milch enthält ausschließlich Laktose (Milchzucker) als Süßungsmittel. Andere Kohlenhydrate sind in der Pre-Babymilch verboten. Auch der Eiweißgehalt ist dem der Muttermilch sehr ähnlich.

Pre-Milch kann nach Bedarf gefüttert werden. Eine Gefahr der Überfütterung besteht nicht.

Welche Pre-Milch wählen?

Stiftung Warentest hat zuletzt im Juni 2016 Pre-Milch und HA-Pre-Milch für allergiegefährdete Kinder getestet. Ernährungs­physiologisch haben alle Produkte gut abgeschnitten. Außerdem wurde die Anfangsmilch auf gesundheitlich bedenk­liche Stoffe untersucht.

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Aptamil Pre-Milch wurde von der Stiftung Warentest mit »gut« bewertet.

Testsieger war die Milasan Pre Anfangs­milch mit dem Testurteil »gut«. Allerdings hat der Hersteller von Milasan Pre die Rezeptur nach dem Test verändert, sodass die Ware, die derzeit im Handel ist, nicht mehr der getesteten entspricht.

Ebenfalls mit »gut« bewertet wurde Beba Pro Pre, Aptamil mit Pronutra Anfangsmilch Pre, Bebivita Anfangsmilch Pre, Humana Anfangsmilch Pre und Töpfer Lactana Pre Bio Anfangsmilch (Bio).

Im April 2019 hat Ökotest 16 verschiedene Pre Milchsorten getestet. Sechs davon wurden mit »gut« bewertet, darunter waren vier Biovarianten von dm, Hipp, Löwenzahn Organics und Töpfer sowie Aptamil Profutura und Humana Pre Anfangsmilch. Sechs Anbieter waren ausreichend bzw. befriedigend, drei ungenügend und die Pre Nahrung Babydream von Rossmann bekam ein mangelhaft. Hier raten die Tester davon ab, diese Milch einem Baby zu geben.

Es ist hilfreich, Pre-Milch online zu bestellen

In Drogeriemärkten sind manche Säuglingsmilchpulver übrigens häufig vergriffen, da deutsche Säuglingsnahrung in China sehr begehrt ist. Chinesische Eltern vertrauen der dort erhältlichen Ersatznahrung nicht mehr, denn es gab einige Skandale. Durch verunreinigte Babymilch starben einige Babys. Hier ansässige Landsleute kaufen Milchpulver in Deutschland in großem Stil auf und verkaufen sie weiter nach China. Eine stressfreie Alternative ist, die Säuglingsanfangsmilch online zu bestellen.

Das richtige Wasser zur Zubereitung für Babymilch

Milchpulver wird mit Wasser angemischt. Im Prinzip ist die Qualität des Leitungswassers in Deutschland so gut, dass es abgekocht auch zur Babyernährung geeignet ist. In alten Häusern sind allerdings manchmal noch alte Blei- oder Kupferrohre verlegt. Ist das der Fall, sollten Sie das Wasser nicht für Säuglingsernährung verwenden, selbst dann nicht, wenn Sie es mit einem Wasserfilter reinigen.

Manche Wasserwerke bieten für Schwangere oder Eltern mit kleinen Kindern kostenlose Wassertests an, bei denen das Wasser so wie es zu Hause aus der Leitung kommt, getestet wird. Andernfalls kann man das Wasser kostenpflichtig auf Blei und Kupfer testen lassen.

Manche Wasserwerke bieten für Schwangere kostenlose Wassertests an

Ist das Wasser belastet, sollte man stilles Mineralwasser verwenden, das den Hinweis »zur Zubereitung von Babynahrung geeignet« auf dem Etikett trägt. Alternativ geht auch spezielles Babywasser – das allerdings recht teuer ist. Aber auch, wenn Ihr Leitungswasser in Ordnung ist, sollten Sie es vor allem morgens erst eine zeitlang aus dem Hahn laufen lassen. Wasser, das die Nacht über in der Leitung steht, ist häufig belastet.

Egal, welches Wasser man nimmt – in den ersten sechs Lebensmonaten des Kindes muss es abgekocht werden. Am besten kochen Sie nur einmal am Tag das Wasser für den ganzen Tag ab und bewahren es in einer Thermosflasche auf, dann müssen Sie es für jede Mahlzeit nur noch kurz auf 40 bzw. 50 Grad aufwärmen (Gebrauchsanweisung der Ersatznahrung beachten).

Das richtige Fläschchen

Wer komplett mit Säuglingsersatznahrung füttert, benötigt etwa sieben Fläschchen. Es gibt Fläschchen aus Glas oder aus Kunststoff. Glasflaschen lassen sich sehr gut auskochen, sie sehen lange gut aus, sind aber auch schwerer und zerbrechlicher als die aus Kunststoff. Dafür bleibt der Inhalt darin länger warm.

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Babyflaschen aus Glas gibt es beispielsweise von NUK.

Bei Kunststoffflaschen sollten Sie darauf achten, dass es hochwertige und schadstofffreie Modelle sind – vor allem der Hinweis »BPA-frei« ist wichtig. In der Regel sollte das kein Problem sein: Babyflaschen, die BPA enthalten, dürfen EU-weit seit 2011 nicht mehr hergestellt werden und auch der Import ist verboten.

Am Anfang trinkt das Baby nur kleine Mengen – es muss also nicht gleich die 300-Milliliter-Flasche sein. Für die ersten Monate ist ein Fassungsvermögen von 150 Millilitern ideal.

Der richtige Sauger

Sauger gibt es aus Latex und aus Silikon. Silikonsauger sind robuster und länger haltbar. Latex geht schneller kaputt, ist jedoch elastischer und gibt mehr nach. Hier entscheidet vor allem das Saugverhalten Ihres Babys. Probieren Sie einfach verschiedene Sauger aus. Wichtig ist, dass Sie die altersentsprechende Saugergröße wählen.

Tipp: Halten Sie die gefüllte Flasche mit dem Sauger nach unten. Wenn etwa zwei bis drei Tropfen pro Sekunde austreten, ist die Größe richtig. Am Anfang benötigen Sie natürlich die kleinste Größe. Vorteilhaft ist es auch, wenn die Form des Saugers der Brustwarze ähnlich ist.

Aus hygienischen Gründen sollten Sauger alle fünf Wochen ausgetauscht werden

Aus hygienischen Gründen sollten die Sauger etwa alle fünf Wochen ausgetauscht werden. Man benötigt für alle Fläschchen einen Sauger plus zwei Ersatzsauger, falls mal einer auf den Boden fällt oder verstopft ist.

Es bietet sich an, zunächst ein bis zwei verschiedene Fläschchen mit verschiedenen Saugern zu kaufen, um zu testen, mit welchen das Baby gut zurecht kommt.

Weiteres Zubehör für Flaschenkinder

Test: Sterilisator – Testsieger Philips Avent SCF285/02
Unser Testsieger bei den Dampfsterilisatoren: Der Philips Avent SCF285/02.

Sehr nützlich ist ein Vaporisator oder Sterilisator zum Sterilisieren der Flaschen, denn diese und die Sauger müssen einmal am Tag keimfrei gemacht werden. Das geht natürlich auch, indem man sie in einem großen Topf mit heißem Wasser abkocht, mit einem Sterilisator ist es allerdings deutlich bequemer. Wir haben Vaporisatoren getestet, unser Testsieger ist der Philips Avent SCF285/02.

Daneben benötigt man eine Flaschenbürste zur Reinigung der Flaschen und Sauger. Flaschen und Nuckel sollten nicht mit den üblicherweise in der Küche verwendeten Putztüchern oder -bürsten gereinigt werden, sondern mit separaten Bürsten und Lappen. Ein Trockenständer oder ein Abtropfgestell kann ebenfalls nützlich sein.

Flaschen und Nuckel sollten mit separaten Bürsten und Lappen gereinigt werden

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Nützliches Zubehör: Der Portionierer für Milchpulver von Reer.

Haben Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie viel Ihr Baby trinkt, dann können Sie die benötigte Menge Milchpulver schon vor den Mahlzeiten abmessen und im Milchportionierer bereitstellen. Dabei sind mehrere kleine Döschen übereinandergestapelt, in denen die Milchnahrung hygienisch aufbewahrt werden kann. Die oberste Dose hat eine trichterartige Einfüllhilfe. Damit kann man das Milchpulver in das Fläschchen füllen ohne etwas zu verschütten.

Ein nützlicher Begleiter für unterwegs ist eine 500 Milliliter fassende Thermosflasche. Damit kann abgekochtes Wasser bequem in der Wickeltasche transportiert werden. So ist Babys Fläschen auch unterwegs schnell zubereitet.

Wichtige Hinweise zur Zubereitung

Das Wichtigste bei der Zubereitung von Babynahrung ist die Dosierung. Halten Sie sich unbedingt immer genau an die auf der Packung angegebene Mischung! Ein passender Messlöffel wird normalerweise mit jeder Flaschennahrung mitgeliefert. Verwenden Sie zu wenig Pulver bzw. zu viel Wasser, wird Ihr Baby nicht richtig satt. Ist die Nahrung hingegen zu konzentriert, kann das die Nieren des Babys auf Dauer belasten.

Ein fertiges Fläschchen darf man nach zwei Stunden nicht mehr verfüttern

Ein fertig zubereitetes Fläschchen darf man nie längere Zeit stehen lassen oder wieder erwärmen, denn in der körperwarmen Milch vermehren sich Bakterien sehr schnell. Spätestens nach zwei Stunden muss man das fertige Fläschchen entsorgen. Auch übriggebliebene Milchreste darf man keinesfalls wiederverwenden. Darauf weist auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin.

Für unterwegs muss man Milchpulver und Wasser getrennt mitnehmen. Wasser haben Sie am besten in zwei Gefäßen dabei, eines für kaltes und eines mit heißem Wasser, sodass Sie durch Mischen schnell die optimale Temperatur erhalten.

Tipps zum Flasche geben

Bevor man dem Baby die Flasche gibt, sollte man immer die Milchtemperatur kontrollieren. Am besten gibt man dazu ein paar Tropfen auf das eigene Handgelenk. Fühlt sich die Temperatur angenehm an, ist sie das auch für das Baby. Ist die Milch zu heiß, kann man sie abkühlen, indem man die Flasche unter kaltes Wasser hält.

Enger körperlicher Kontakt ist für Babys sehr wichtig

Enger körperlicher Kontakt ist für Babys sehr wichtig. Deshalb sollten Sie Flaschenkinder beim Füttern immer in den Arm nehmen, auch mal mit nacktem Oberkörper, so dass das Baby Ihre Haut riecht und ihren Duft einatmen kann. Zudem kann der Säugling so den Herzschlag des Fütternden hören – das erinnert ihn an die Zeit im Mutterleib. Auch ältere Babys sollten ihre Flasche nicht allein halten, sondern die volle Aufmerksamkeit ihrer Eltern bekommen.

Zu Beginn der Mahlzeit berührt man die Lippen des Babys mit dem Sauger und wartet, bis das Baby den Sauger selbst einsaugt. Man darf den Sauger nicht gegen den Willen des Kindes in seinen Mund schieben.

Ratgeber Stillen und Füttern: Beikost

Beikost einführen

Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lautet seit 1990, dass Babys sechs Monate lang ausschließlich gestillt werden oder Säuglingsersatznahrung (Pre-Milch) bekommen sollten. In Deutschland wurde das Alter, in dem man Beikost einführen soll, dagegen immer mal wieder geändert.

Die Nationale Stillkommission in Deutschland sagt, ausschließliches Stillen sei in den ersten sechs Monaten für die Mehrzahl der Säuglinge eine ausreichende Ernährung. Beikost sollte in der Regel nicht später als zu Beginn des siebten und keinesfalls vor Beginn des fünften Lebensmonats gegeben werden. Dabei ist wichtig: »Beikosteinführung bedeutet nicht Abstillen, sondern eine langsame Verminderung der Muttermilchmengen und Stillmahlzeiten«.

Brei oder BLW?

Denken Sie immer daran: Es heißt BEIkost, nicht ANSTATTkost. Ihr Kind muss also nicht sofort auf Milch verzichten, nur weil Beikost eingeführt wird. Im erdachten Idealfall ersetzt das Essen langsam die Milchmahlzeit, aber das ist kein Muss. Kinder können nach dem Essen auch immer noch nach ihrer Milch verlangen oder an manchen Tagen gut essen, an anderen schlecht.

Zwingen Sie Ihrem Kind niemals Essen auf

Zwingen Sie Ihrem Kind niemals Essen auf oder nötigen Sie es, aufzuessen. Kinder haben ein sehr gutes Gespür dafür, wann sie satt sind. Mit harten Erziehungsmethoden und Zwängen können Sie hier viel mehr kaputt machen als Sie glauben.

Am wichtigsten ist, dass Sie auf Ihr Kind schauen. Es gibt für so ziemlich alles im Leben mit Kindern Empfehlungen, nur orientieren sich diese eben am Durchschnitt aller Kinder. Wenn Ihr Kind aber überhaupt kein Interesse an Brei zeigt, versuchen Sie ihm doch stattdessen gedämpftes Gemüse in die Hand zu drücken.

Manche Kinder möchten keinen Brei sondern stattdessen lieber BLW – Baby Led Weaning – ausprobieren. Dabei entscheidet das Kind selbstständig, was in seinen Mund wandert. Während der Brei ja eher von den Eltern gegeben wird, die damit auch das Tempo bestimmen, übernehmen bei BLW die Kinder von Anfang an die Führung.

Wichtig ist, dass Sie darauf achten, dass das Obst und Gemüse schön weich gegart ist, damit Ihr Nachwuchs es mit dem Kiefer gut zermatschen kann. Denn nicht alle Kinder haben in dem Alter bereits Zähnchen. Am einfachsten und vitaminschonendsten lässt sich das Essen in einem Dampfgarer kochen. Wir haben einige Modelle getestet, unser Sieger ist der Morphy Richards 48780EE.

Baby Led Weaning ist übrigens auch keine neumodische Erfindung, früher wurden Lebensmittel immer so gegeben. Babybreie sind eine neuere Idee, mit der Kinder natürlich satt werden. Manche Kinder mögen die breiige Konsistenz aber nicht und lehnen jeden Löffel, der ihnen angeboten wird, ab. Dafür greifen Sie beherzt bei gedämpften Möhren zu, die sie sich selbst in den Mund stecken und zermatschen können. Hier hilft in erster Linie Verständnis fürs Essen lernen.

Ein paar Worte zur Beikostreife

Ob Ihr Kind beikostreif ist, erkennen Sie u.a. daran, dass der Zungenstoßreflex nicht mehr vorhanden ist. Dieser angeborene Refelx verhindert in den ersten Monaten, dass die Babys sich an Dingen, die sie in den Mund stecken verschlucken. Die Zunge verhindert dabei, dass Dinge in den Magen gelangen.

Wenn der Zungenstoßreflex nicht mehr da ist, können sie beifüttern

Ist Ihr Kind noch nicht reif fürs Essen, wird der Brei oder das gedämpfte Gemüse auch wieder auf diese Weise aus dem Mund befördert. Wir lesen immer wieder, dass Kinder bereit fürs Essen sind, wenn Sie ihren Eltern beim Essen auf den Mund gucken. Wäre das ein verlässliches Zeichen, könnten unsere Babys aber auch schreiben lernen können, nur weil sie uns auf den Stift gucken, wenn wir etwas notieren. Neben dem verschwundenen Zungenstoßreflex ist es außerdem ein gutes Zeichen, wenn Ihr Kind nach Essen greift und probieren möchte.

Sollte Ihr Kind auch mit zehn oder zwölf Monaten wenig Interesse am Essen haben, können Sie das mit Ihrem Kinderarzt besprechen. Wenn Muttermilch oder Ersatznahrung aber weiterhin dafür sorgen, dass Ihr Kind gut wächst und gedeiht, raten wir zu Ruhe und Geduld. Manche Kinder entdecken erst später ein Interesse am Essen. Lassen Sie sich nicht von Statistiken, wann ein Kind essen sollte, verunsichern. Auch Erfahrungen im Freundeskreis können stressen. Letztlich wird jedes Kind den Zeitpunkt selbst bestimmen, wann es gerne isst.

Hier gibt es noch einen Artikel, der sich mit Beikostreife auseinandersetzt und kritisch die Motive der Hersteller und mancher Studien hinterfragt.

Die passende Sitzgelegenheit

Zur Beikosteinführung benötigt man eine passende Sitzgelegenheit für das Kind. Für Babys, die beim Beikoststart noch nicht selbstständig sitzen können, bietet sich dazu beispielsweise eine Babywippe an. In dieser sitzt das Baby stabil, sein Rücken wird gut gestützt und Sie haben zum Füttern beide Hände frei. Wir haben die besten Babywippen getestet, Sieger ist die Babybjörn Bliss.

Eine Babywippe eignet sich auch zum füttern

Ältere Kinder, die bereits mit Unterstützung aufrecht sitzen können, sind beim Füttern in einem Hochstuhl gut aufgehoben. Wir haben einige Hochstühle getestet, der Beste ist der Evomove von Nomi. Es gibt freistehende Hochstühle und solche, die an der Tischkante montiert werden.

Bei freistehenden Stühlen kann es praktisch sein, wenn der Stuhl mit einem Esstablett ausgestattet ist. So hat das Baby später, wenn es seine ersten eigenen Essversuche startet, einen eigenen kleinen Tisch, auf dem es die angebotenen Speisen gut erreichen und sich mit ihnen beschäftigen kann.

Achten Sie beim Kauf eines Hochstuhls darauf, dass dieser wirklich stabil steht und nicht umfallen kann – egal, wie stark das Baby wackelt. Wichtig ist auch, dass der Hochstuhl leicht zu reinigen ist.

Ein Latz zum Schutz der Kleidung

Abwischbare Lätzchen aus Kunststoff mit zusätzlicher Auffangschale sind am praktischsten.
Abwischbare Lätzchen aus Kunststoff mit zusätzlicher Auffangschale sind besonders praktisch.

Gerade am Anfang, wenn man beginnt, Beikost zu geben, landet noch viel außerhalb des Mundes. Deshalb ist ein Lätzchen zum Schutz der Kleidung notwendig. Am praktischsten sind Lätzchen aus Kunststoff oder mit einer Kunststoffbeschichtung, die man feucht abwischen kann – so spart man sich viel Wäsche.

Wenn Sie ein Modell aus Stoff wählen, achten Sie unbedingt darauf, dass es bei 60 Grad waschbar ist. Das ist beispielsweise bei Baumwolllätzchen der Fall. Andernfalls wird das Lätzchen schnell unansehnlich. Viele Flecken lassen sich nur bei 60 Grad auswaschen.

Lätze mit Auffangschale sind am praktischsten

Praktisch ist es auch, wenn der Latz unten eine kleine Auffangtasche hat, damit Stückchen, die herunterfallen, nicht gleich auf dem Boden landen. Und wenn das Kind selbst anfängt, das Essen mit den Händen zu erkunden, kann auch ein Latz mit Ärmeln von Vorteil sein.

Der richtige Löffel

Löffel mit weicher Spitze eignen sich am Anfang besonders gut.
Löffel mit weicher Spitze eignen sich am Anfang besonders gut.

Ohne Löffel läuft beim Beikoststart mit Brei gar nichts. Man kann das Baby natürlich mit einem normalen Teelöffel füttern, aber praktischer sind spezielle Babylöffel. Sie bestehen meist aus flexiblem Kunststoff und sind besonders schmal und flach. Das erleichtert es dem Kind, den auf dem Löffel angebotenen Brei zu essen. Wenn man Beikost aus dem Gläschen füttern will, bietet sich ein langstieliger Löffel an.

Ein einziger Löffel wird im Alltag wahrscheinlich nicht ausreichen, deshalb kaufen Sie sich besser gleich ein Set mit mehreren Löffeln.

Geschirr für den Beikoststart

Geschirr aus bruchfestem Kunststoff oder Melamin eignet sich gut zum Beikoststart, da doch häufiger mal eine Schüssel zu Boden geht. Praktisch ist es, wenn das Kindergeschirr hitzeunempfindlich ist, man es also auch in die Mikrowelle stellen kann. So kann man Brei nach Bedarf einfach erwärmen. Achtung: Melamin darf nicht in der Mikrowelle erhitzt werden!

Melamin darf nicht in der Mikrowelle erhitzt werden

Ein Warmhalteteller hält den Brei längere Zeit warm.
Ein Warmhalteteller hält den Brei längere Zeit warm.

Einige Teller oder Schalen für Kleinkinder haben auch besondere zusätzliche Eigenschaften. Manche sind beispielsweise mit einem Saugring versehen, mit denen sie fest auf dem Tisch stehen. Das ist nützlich, wenn das Baby gerne mal alles vom Tisch fegt. Sogenannte Warmhalteteller werden mit heißem Wasser befüllt, damit der Inhalt während des Fütterns nicht so schnell abkühlt.

Trinklernbecher und Trinklernflaschen

Mit Einführung der Beikost müssen Sie Ihrem Baby nicht unbedingt Wasser anbieten. So lange wie es noch gestillt wird oder Pre-Nahrung bekommt, sind weitere Getränke nicht nötig. Da insbesondere Muttermilch ja genau auf die Bedürfnisse Ihres Nachwuchses abgestimmt ist, können Sie ihm nicht zu viel Nahrung anbieten. Die Milch ersetzt dann das Wasser oder den Tee und schafft gleichzeitig nach dem Essen einen schönen kuschligen Moment. Erst wenn alle Mahlzeiten ersetzt wurden, ist es auch wichtig, zusätzlich etwas zum Trinken anzubieten. Achten Sie auch an besonders heißen Tagen darauf, dass Ihr Kind genug trinkt.

Wenn alle Mahlzeiten ersetzt wurden, ist es wichtig, etwas zum Trinken anzubieten

Das Wasser kann am Anfang in der normalen Flasche gegeben werden. Sie sollten dann allerdings den Milchsauger gegen einen Teesauger austauschen. Der hat eine kleinere Öffnung. So ist gewährleistet, dass nicht zu viel Flüssigkeit aus der Öffnung kommt und sich das Kind nicht verschluckt.

Manche Babys akzeptieren allerdings nur Milch aus der Flasche. Dann kann eine Schnabeltasse oder ein spezieller Trinklernbecher zum Einsatz kommen. Den kann das Baby ähnlich wie eine Flasche verwenden, es muss daran aber nicht so stark saugen.

Natürlich können Sie dem Baby auch von Anfang an beibringen, aus einem normalen Becher zu trinken. Hier bieten sich Kunststoffbecher an, die nicht kaputtgehen, wenn sie mal herunterfallen. Gläser sollte man kleinen Kindern nicht geben. Wenn sie mit ihren meist noch ziemlich spitzen Zähnchen darauf beißen, kann das Glas zu Bruch gehen und Splitter können verschluckt werden.

Unseren Test zu Trinklernbechern finden Sie hier.

Bücher für den Beikoststart

Sollten Sie sich dafür entscheiden, Ihrem Kind ab Beikoststart Brei anzubieten, so können Sie den natürlich im Supermarkt kaufen. Hier gibt es jede Menge Gläschen, die für jedes Beikostalter geeignet sind. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu früh beginnen, gröberen Brei zu geben. Die Kinder müssen sich schrittweise an die neue Konsistenz in ihrem Mund gewöhnen. Bleiben Sie gerade in der Anfangszeit erstmal bei einer Sorte Gemüse, um zu sehen, wie gut Ihr Kind es verträgt.

Babybrei selbst machen ist gesund und günstig

Alternativ können Sie Babybrei auch ganz einfach, preiswert und schnell zuhause selbst zubereiten. Gerade in der ersten Zeit, in der die Kleinen noch nicht viel essen, lohnt es sich, den Brei nur in kleine Eiswürfelbehälter zu füllen. So können Sie ein, zwei kleine Blöcke auftauen und müssen nicht übermäßig viel Brei wegschmeißen. Denn einmal aufgewärmt, können Sie die Reste nur noch entsorgen, nicht ein weiteres Mal aufwärmen.

Natürlich können Sie Ihr Kind in die Beikostphase begleiten, ohne je ein Buch darüber gelesen zu haben. Aber vielleicht ist es ja auch ganz interessant, sich mit einem Rezeptbuch in der Hand zu überlegen, welchen Brei Sie Ihrem Kind gern zubereiten möchten. Denn es sind mitunter wilde Kombinationen, die manchen Kindern aber sehr gut schmecken. Und ein bißchen Abwechslung auf dem Speiseplan ist in späteren Monaten ja nicht verkehrt.

Die meisten Kochbücher für Kinder berücksichtigen das wachsende Interesse an Essen und beginnen mit klassischen Rezeptideen, um sich dann individuell zu steigern. Statt Brei finden sich hier mitunter auch Ideen für Eltern und Kind, sodass Sie nur ein Gericht kochen müssen, das anschließend unterschiedlich verfeinert wird.

Sollten Sie statt mit Brei lieber mit BLW und Fingerfood starten wollen, empfehlen wir eine vertiefende Lektüre, um sattelfest zu wissen, welche Lebensmittel wie zubereitet werden sollten, damit Ihr Kind sie essen kann. Außerdem erhalten Sie hier Anregungen, welches Essen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind genießen können. Und, vielleicht auch nicht verkehrt: Die Bücher stärken Ihnen den Rücken für den Fall, dass Ihr Umfeld Ihnen weismachen will, dass eine breifreie Ernährung für Kinder eine schlechte Idee ist. Vergessen Sie nicht: Sie sind die besten Eltern für Ihr Kind. Und Sie wissen auch am besten, was für Ihre Familie das Richtige ist.

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