Das beste Babyfon

Babyfones im Test: Alle Testgeräte

Das beste Babyfon ist für uns das Olympia MB F8181. Es ist sehr gut ausgestattet, dank Akkus in Kind- und Elternteil sehr flexibel einsetzbar und dabei trotzdem noch so kompakt, dass es auch sehr gut mit auf Reisen genommen werden kann.

Wer Kinder bekommt, denkt meistens auch sofort daran, sich ein Babyfon zu besorgen. Das richtige Modell zu finden ist aber eine echte Herausforderung. Verschiedene Techniken, verschiedene Arten der Stromzufuhr, verschiedene Funkstandards, verschiedene Ausstattungen: kein Wunder, wenn man da nicht mehr weiter weiß.

Was Sie wissen müssen

Babyfone lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: Babyfone ganz ohne Akku für den rein stationären Betrieb, die teilmobile Variante mit einem Akku im Elternteil und komplette mobilen Geräte, bei denen sowohl das Gerät für die Eltern als auch der Sender beim Baby über einen Akku verfügen.

Die Doppel-Akku-Variante ist vor allem dann praktisch, wenn man unterwegs ist. Zum einen muss man dann kein Netzteil mitnehmen, zum anderen ist man auf keine Steckdose angewiesen. Der Nachteil: Man muss immer darauf achten, dass die Akkus gut gefüllt sind. Denn wenn der Akkustand zur Neige geht, geben manche Babyfone einen Warnton von sich – und können das Baby so womöglich aufwecken.

Zuhause stellt sich das Problem nicht, da kann die Sendeeinheit beim Baby immer am Strom betrieben werden. Daher finden wir Babyfone, bei denen beide Geräte mit Akkus ausgerüstet sind am praktischsten.

Was ist mit Video-Babyfonen?

Inzwischen gibt es immer mehr Babyfone mit Videoübertragung. Was auf den ersten Blick wie eine tolle Idee aussieht, entpuppt sich in der Praxis als wenig sinnvoll.

Zum einen ist die Qualität des Videos in der Regel sehr schlecht – denn meistens ist es im Babyzimmer wenn es schläft eher dunkel. Zwar können viele Video-Babyfone per Infrarot auch im Dunkeln ein Bild übertragen, aber hier sieht man ebenfalls im besten Fall geisterhafte Umrisse.

Video-Babyfon
So schön wie auf den Produktbildern sieht man sein Baby auf Video-Babyfonen leider nie.

Abgesehen davon ist es auch nicht immer einfach, die Babykamera so aufzustellen, dass sie tatsächlich das Innere des Babybettchens im Blick hat – da ist ein rein akkustisches Babyfon viel praktischer.

Das gilt auch für die Handhabung des Elternteils: man muss schon sehr genau hinsehen, um darauf etwas erkennen zu können. Viel praktischer ist da die akustische Information, die einem auch aus ein paar Metern Entfernung sehr gut vermittelt, ob es dem Baby gut geht, oder nicht.

Angesichts des fragwürdigen Mehrwerts bei gleichzeitig wesentlich höheren Kosten, haben wir uns daher für diesen Test auf reine Audio-Babyfone konzentriert.

Atemüberwachung: Braucht man das?

Es gibt auch Babyfone, die die Atmung des Babys überwachen. Sie sollen den plötzlichen Kindstod verhindern, bei dem Säuglinge einfach aufhören zu atmen – eine Horrorvorstellung für alle Eltern. Bekannt sind die Bewegungsmelder von Angelcare, aber auch Audioline bietet mit dem Babysense 5 plus Baby Care 18 ein solches System an.

Atemüberwachung

Audioline Babysense 5
Test Babyfon: Audioline Babysense 5
Bewegungsmelder mit Atemüberwachung.

Die Atem- und Bewegungsüberwachung funktioniert über ein oder zwei Sensormatten, die unter das Baby gelegt werden und die Bewegungen und die Atmung des Babys registrieren. Bewegt es sich nicht und setzt die Atmung aus, schlagen sie Alarm.

Die Meinungen dazu, wie sinnvoll solche Geräte sind, gehen weit auseinander. Denn der plötzliche Kindstod oder SIDS (sudden infant death syndrome) ist sehr selten. Selbst wenn der Ernstfall eintritt und das Gerät Alarm schlägt, stellt sich die Frage, ob man darauf überhaupt angemessen reagieren kann. Andererseits gibt es auch Berichte, dass das Baby durch den Alarm erschrickt und dadurch wieder beginnt, zu atmen.

Andererseits führen Geräte zur Bewegungs- und Atemüberwachung oft zu Fehlalarmen. Oft springt der Alarm an, wenn Sie ihr Baby aus dem Bettchen holen, um es zu beruhigen – und vergessen haben, den Alarm zu deaktivieren.

Keine Frage: Es gibt Risikofaktoren, bei denen eine solche Überwachung Sinn machen kann. Um das Risiko für einen plötzlichen Kindstod zu senken, empfehlen die meisten Experten allerdings zuerst verschiedene Vorsichtsmaßnahmen wie nicht zu hohe Raumtemperatur, Schlafen in Rückenlage und den Verzicht von Kissen und Nestchen im Babybett.

Die Entscheidung, ob Sie auf Nummer sicher gehen und ein Gerät zur Atemkontrolle anschaffen sollen, können wir Ihnen nicht abnehmen. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt darüber.

Babyfon-Apps fürs Smartphone

Inzwischen gibt es unzählige Babyfon-Apps fürs Smartphone – und die sind natürlich viel günstiger. Kann man sich ein Babyfon damit sparen?

Leider nein. Zum einen braucht man immer ein zweites Smartphone, das beim Baby liegt. Im Gegensatz zu einem Babyfon funkt das Smartphone außerdem ständig zum nächsten Mobilfunkmast, die Strahlungsbelastung ist also höher.

Alternativ kann man beim Baby auch ein Tablet benutzen, das man mit dem WLAN verbindet. Ähnlich funktioniert das snu:mee: Es war das einzige Babyfon im Test, das sich ins WLAN einloggt und per Smartphone-App gesteuert werden kann.

Der Vorteil der App-Lösung: Man ist nicht auf die beschränkte Funkreichweite des Babyfons angewiesen, sondern wird überall benachrichtigt, wo das Smartphone eine Internet-Verbindung hat. Bricht die Verbindung ab, wird man darüber in den meisten Fällen aber nicht benachrichtigt. Auch sonst sind Smartphone-Apps längst nicht so zuverlässig, wie richtige Babyfone.

Babyfon-Apps sind daher bestenfalls eine Not-Lösung. Wenn man unterwegs ist und kein Babyfon dabei hat, sind sie ein Segen, als Dauerlösung zuhause taugen sie aber nicht.

Reichweite und Elektrosmog

Unsere Testmuster nutzen drei unterschiedliche Frequenzbänder für die Datenübertragung:

  • 860 bis 870 MHz: Hier sind hohe Reichweiten bei geringer Sendeleistung möglich.
  • 1.880 bis 1.900 MHz: Für gleiche Reichweiten wie im niedrigeren Band braucht es in diesem Netz, das auch die DECT-Schnurlos-Telefone nutzen, eine höhere Sendeleistung. Dafür ist die Übertragungsqualität hörbar besser.
  • 2.400 MHz (2,4 GHz): Dieser Funkstandard bietet genug Bandbreite für die Video-Übertragung, hat aber weniger Reichweite.

Gravierende Unterschiede in der Reichweite gab es in unserem Test allerdings nur zwischen Geräten mit 2,4 GHz und den anderen beiden Frequenzbereichen: 2,4-GHz-Babyfone reichen oft nicht über mehrere Etagen, vor allem, wenn Betondecken dazwischenliegen.

Sämtliche Hersteller bemühen sich, die Strahlenbelastung für den Säugling so gering wie möglich zu halten: Keines der Geräte ist auf Dauer im Sendebetrieb, ein Funksignal wird erst gesendet, wenn das Baby ein Geräusch von sich gibt. Ist wieder Ruhe, schaltet sich die Verbindung wieder ab. Daher bekommen Eltern auch nicht unbedingt den ersten kleinen Muckser mit, weil der Sender dann erst eingeschaltet wird und die Übertragung beginnt.

Die Reichweite eines Babyfones ist eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf – gleichzeitig soll das Kind aber auch nicht zu starker Strahlung ausgesetzt werden. Alle Hersteller schlagen hier einen vorsichtigen Weg ein und bieten eine möglichst geringe dauerhafte Sendeleistung.

Das bedeutet auf der anderen Seite aber auch: Egal welches Gerät wir ausprobiert haben, keines bietet einen wirklich stabilen Empfang über das Nachbargrundstück hinaus, das Watch & Care V130 stellte im Test sogar schon dort nur eine unzureichende Verbindung her.

Das finden wir aber auch gut und richtig so. Ein Babyfon sollte dem Baby auf keinen Fall schaden – und auch kein Freibrief dafür sein, das Baby über eine größere Entfernung allein zu lassen. Schließlich wollen Sie ja auch schnell bei Ihrem Kind sein, wenn es Sie braucht.

Bei keinem Babyfone müssen Sie Angst haben, dass Sie versehentlich außer Reichweite kommen. Meist gibt das Eltern-Gerät ein optisches oder akustisches Signal zur Reichweitenwarnung ab, sobald man den Sendebereich verlässt.

Das funktioniert allerdings nur, wenn der Eco-Modus, über den fast alle Babyfone verfügen, nicht aktiviert ist. Denn zur Reichweitenkontrolle senden Babyfone in regelmäßigen Abständen ein kurzes Funksignal. Im Eco-Modus geschieht das nicht. Das bedeutet weniger Strahlungsbelastung fürs Baby, auf Kosten des Komforts der Reichweitenwarnung.

So haben wir getestet

Wir haben insgesamt 14 Babyfone ausgewählt und unter die Lupe genommen. Unter den getesteten Modellen gibt es alle drei Optionen bezüglich mobilen Betriebs sowie verschiedene Ausstattungsvarianten von der reinen Ton-Überwachung bis hin zur kompletten Bild- und Ton-Übertragung inklusive Atmungssensor.

Ein wichtiges Kriterium für die Praxistauglichkeit ist die Reichweite. Die haben wir unter Realbedingungen in einer Wohnumgebung getestet. Denn dort gibt es neben Mauern, Wänden und Böden auch viele Störeinflüsse wie die DECT-Telefonanlage und WLAN, die die Reichweite mitunter stark beeinflussen.

Babyfones im Test: Alle Testgeräte
Alle Test-Geräte im Überblick.

Ein wichtiges Austattungsmerkmal war für uns ein justierbarer Schwellenwert, ab dem der Alarm bzw. die Übertragung am Sender eingeschaltet wird. Schließlich wollen Sie nicht bei jedem lauteren Atemgeräusch Ihres Babys hochschrecken, genauso wenig möchten Sie, dass sich das Baby erst in Rage schreien muss, bis das Babyfone anschlägt. Sie wollen die Ansprechschwelle des Babyfons also einstellen können.

Bei den meisten Geräten ist dieser Schwellwert festgelegt, bei unserem Favoriten, dem Olympia MBF 8181, lässt sich die Einschaltschwelle in vier Stufen einstellen, andere Geräte verfügen über eine stufenlose Einstellung.

Hier ist durchaus etwas Experimentierfreude angesagt. Wenn das Kind unruhig schläft, beispielsweise wenn die Zähne kommen, oder wenn die Bettwäsche sehr laut raschelt, kann man den Schwellwert getrost höher einstellen.

Zu guter Letzt war uns natürlich eine einfache Inbetriebnahme und Bedienung wichtig.

Geräte, die ausschließlich für den stationären Betrieb konzipiert sind, also bei denen sowohl Sender als auch Empfänger nur über die Steckdose betrieben werden können, gibt es kaum noch, wir hatten davon nur das Motorola MBP8 zum Test.

Geräte mit einem Sender, der nur per Steckdose funktioniert, gibt es häufiger: das AngelCare AC 423-D macht den Anfang, gefolgt vom Avent SCD501/00 von Philips und das MBF 8181 von Olympia. Von Audioline hatten wir das Set Babysense 5+ Babycare 18, sowie das Watch & Care V130 inklusive Kamera im Test, außerdem das Easy Control 200 von NUK.

Wer – aus welchen Gründen auch immer – auf eine Steckdose im Baby-Schlafzimmer verzichten will oder muss, sollte nach einem Gerät Ausschau halten, bei dem zumindest neben dem Netz- auch reiner Akkubetrieb möglich ist. Folgende Geräte haben wir getestet: das Olympia MBF 8181, das Rigi 400 von Reer, das Grundig 52629, das 3 in 1 von snu:mee, das Family Patrull von Ikea, von NUK das Eco Control DECT 266 und schließlich das BY 84 Babyphone von Beurer. Alle diese Geräte können komplett per Akku oder Batterie betrieben werden, was vor allem auf Reisen ein großer Pluspunkt ist.

  Nächste Seite
Seite 1Was Sie wissen müssen
Seite 2Testsieger: Olympia MBF 8181
Seite 3Alternativen und Fazit

Olympia MBF 8181 Preisvergleich

Kommentare

Schreib den ersten Kommentar!

avatar
wpDiscuz