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Das beste E-Bike

last updateZuletzt aktualisiert:
E-Bike Test: 20190810
Jochen Wieloch

Jochen Wieloch

begeistert sich nicht nur für Drohnen und ultrahochauflösende Aufnahmen aus der Luft, sondern auch für viele weitere Themen aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik. Er schreibt unter anderem für audiovision, Tablet und Smartphone, i-fidelity und dpa.

Wir haben 6 E-Bikes getestet. Das beste E-Bike für die meisten Radler ist das Fischer ETH 1861.1. Es hat einen starken Motor mit 80 Newtonmetern, erlaubt mit einer Akkuladung bis zu 160 Kilometer weite Touren, ist bereits voll ausgestattet und dafür erstaunlich erschwinglich. Als etwas teurere Trekking-Alternative empfehlen wir das Giant E+ 2 GTS, für Fahrten im rauen Gelände bringt das Cube Reaction Hybrid Pro 500 jede Menge Freude.

Die E-Bike-Branche boomt. Im vergangenen Jahr wurde mit Elektrofahrrädern ein neuer Absatzrekord erzielt. Nach Angaben des Online-Portals Statista wurden 980.000 E-Bikes verkauft, im Jahr zuvor lag die Zahl noch bei 720.000. Seit 2009 nehmen E-Bike-Verkäufe Jahr für Jahr zu. Damals fanden die ersten Räder mit Tretunterstützung erst 150.000 Käufer.

Der Markt für E-Bikes ist entsprechend groß und unübersichtlich, das Produktportfolio ist riesig. Unterschiedliche Modelle konkurrieren mit unterschiedlichen Antriebskonzepten. Wir haben zunächst sechs E-Bikes für Sie getestet, weitere Modelle folgen demnächst. In unserem Test erklären wir Ihnen auch, worauf Sie beim Kauf achten müssen und wie Sie das beste Rad für sich finden.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

Fischer ETH 1861.1

E-Bike Test: Fischer ETH 1861.1
Tolle Ausstattung, sehr gute Fahrleistung, große Reichweite und attraktiver Preis: Beim Fischer ETH 1861.1 stimmt das Gesamtpaket.

Mit dem Fischer ETH 1861.1 erwirbt man ein attraktives Gesamtpaket zum fairen Preis: Die Fahrleistungen sind exzellent, der Akku hält bis zu 160 Kilometer durch und ab Werk gehören unter anderem ein gefederter Sattel, Lenkervorbau, Gepäckträger und eine Federgabel zur Ausstattung. Für deutlich weniger als 2.000 Euro gibt es kaum ein vergleichbares Angebot.

Für Gelände und mehr

Cube Reaction Hybrid Pro 500

E-Bike Test: Cube Reaction Hybrid Pro 500
Das Cube-Bike entwickelt im Gelände ordentlich Kraft, ist aber auch im Alltag ein perfekter Begleiter.

Kraftvoller Motor, 75 Newtonmeter Leistung, extrem robuster Rahmen: Das Cube Reaction Hybrid Pro 500 bringt im Gelände unheimlich viel Spaß, weil es seinen Besitzer sicher und leichtfüßig durch Terrain bringt, an das man sich als Laie mit einem klassischen Mountainbike nie herangewagt hätte. Aber auch auf Feldwegen, Asphalt und in der Stadt macht das Pedelec eine sehr gute Figur.

Perfekter Allrounder

Giant E+ 2 GTS

E-Bike Test: Giant E+ 2 GTS
Extrem kraftvoller Motor, leistungsstarker Akku, hoher Fahrkomfort: Das Giant-E-Bike macht alles richtig.

Langstreckenfreunde finden im Giant E+ 2 GTS den perfekten Begleiter: Der Akku ist sehr leistungsstark, mit 80 Newtonmetern bietet der Motor gewaltigen Vortrieb und der komfortable Lenker ermöglicht ermüdungsfreies Fahren. Im Stadtverkehr schlägt sich das Pedelec mit gefederter Vordergabel genauso gut wie auf unbefestigtem Untergrund.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Unser FavoritFür Gelände und mehrPerfekter Allrounder
Modell Fischer ETH 1861.1 Cube Reaction Hybrid Pro 500 Giant E+ 2 GTS Coboc Seven Montreal Corratec Life S Active 400 Cowboy E-Bike
E-Bike Test: Fischer ETH 1861.1E-Bike Test: Cube Reaction Hybrid Pro 500E-Bike Test: Giant E+ 2 GTSE-Bike Test: ImageE-Bike Test: Corratec Life S Active 400E-Bike Test: Cowboy E-Bike
Pro
  • Sehr kraftvoller Motor
  • Leistungsstarker Akku
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Attraktiver Preis
  • Sehr kraftvoller Motor
  • Perfekt für Gelände und Straße
  • Angenehmes Fahrverhalten
  • Robuste Verarbeitung
  • Sehr kraftvoller Motor
  • Hohe Akkukapazität
  • Komfortabler Lenker
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Sehr leicht
  • Akku nicht sichtbar
  • Ordentliche Beschleunigung
  • Antriebstechnik im Rahmen
  • Anpassbar an verschiedene Körpergrößen
  • Leichter Abstieg möglich
  • Guter Bosch-Motor
  • Große Reichweite
  • Sehr leicht
  • Automatik
  • Riemenantrieb
  • GPS integriert
Contra
  • Relativ schwer
  • Kette springt öfter raus, Schaltung muss vom Fachmann korrekt eingestellt werden
  • Relativ schwer
  • Wird ohne Schutzbleche und Ständer ausgeliefert
  • Relativ schwer
  • Kein Display, voller Funktionsumfang nur per Smartphone nutzbar
  • Akku fest verbaut
  • Eingeschränkter Fahrkomfort, Reifen bei Nässe problematisch
  • Teuer
  • Eingeschränkter Fahrkomfort
  • Kleine Räder
  • Smartphone zur E-Bike-Nutzung Voraussetzung
  • Reifen bei Nässe ungeeignet
  • Kein Ständer, keine Schutzbleche, kein Gepäckträger
Bester Preis
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E-Bike, Pedelec und S-Pedelec

Die Begriffe E-Bike und Pedelec beschreiben dasselbe Fortbewegungsmittel. Pedelec steht als Abkürzung für Pedal Electric Cycle. Dabei handelt es sich um ein Fahrrad mit Elektromotor, der erst dann seine unterstützende Wirkung entfaltet, wenn man in die Pedale tritt. Ohne eigene Kraftanstrengung bewegt sich ein E-Bike bzw. Pedelec also nicht vorwärts. Das Fahrgefühl ist mit einer permanenten gehörigen Portion Rückenwind zu vergleichen.

Tretunterstützung bis maximal 25 km/h

Der Gesetzgeber legt den rechtlichen Rahmen für ein E-Bike fest. Die Motorunterstützung darf nur bis 25 Stundenkilometer aktiv sein, bei höheren Geschwindigkeiten muss sich diese abschalten. Eine Anfahr- bzw. Schiebehilfe darf lediglich bis 6 km/h unterstützend eingreifen.

Ein Pedelec darf jeder fahren, es erfordert weder Zulassung oder Versicherung noch einen Führerschein und auch eine Helmpflicht besteht nicht (wir raten dennoch dringend zu einem Fahrradhelm). Überall, wo man mit einem klassischen Fahrrad fahren darf, sind auch E-Bikes erlaubt.

S-Pedelecs sind die schnellen E-Bike-Varianten – das »S« steht schließlich für »Speed«. Maximal 45 Stundenkilometer sind erlaubt, der Motor leistet im Gegensatz zum Pedelec mehr als 250 Watt. Da es sich rechtlich nicht mehr um ein Fahrrad handelt, werden Zulassung, Führerschein (ab Klasse AM, bis 2013 Klasse M), Versicherungsschutz und Nummernschild benötigt. Zudem besteht eine Helmpflicht. Innerorts haben S-Pedelecs auf Fahrradwegen nichts zu suchen.

Welche E-Bike-Typen gibt es?

Nahezu jede Gattung, die es für klassische Fahrräder gibt, ist inzwischen auch als E-Bike erhältlich. Sie haben also die Qual der Wahl und müssen sich vor der Anschaffung erst mal mit der Frage beschäftigen, was Sie mit Ihrem Pedelec vorhaben.

Citybikes sind, wie es der Name schon verrät, primär für den Stadtverkehr konzipiert. Das fängt an bei der Bereifung und macht sich in einer komfortablen Sitzhaltung mit guter Umsicht im Verkehr und einem einfachen Einstieg bemerkbar. Wer ständig an roten Ampeln anhalten muss, will schließlich schneller vom Rad runter als ein Sportler, der lange Strecken am Stück zurücklegen kann. Auch stabile Gepäckträger und die Möglichkeit, einen Korb zum Einkaufen zu befestigen, zeichnen Citybikes aus.

Trekkingräder haben ein breites Einsatzspektrum

Trekkingräder erweitern das Arbeitsumfeld eines Citybikes. Sie sind prinzipiell auch sehr komfortabel, erlauben jedoch durch ihre robuste Bauweise und kräftigere Reifen mit Profil auch problemlos einen Abstecher über einen Feld- oder Waldweg. Federungen am Sattel oder am Lenker gehören teilweise zur Grundausstattung eines Trekkingrads.

E-Bike Test: E-Bike Mountain-Bike
Mountainbikes mit E-Antrieb eröffnen auch Nicht-Athleten tolle Berg-Erlebnisse.

Mountainbikes sind ebenfalls als E-Bikes zu haben. Sie sind für wilde Ausritte über Stock und Stein konzipiert und haben kraftvolle Motoren, um auch starke Anstiege zu bewältigen. Als Hardtails bezeichnet man Mountainbikes, die über keine hintere Federung verfügen, sondern lediglich mit einem gefederten Vorderrad ausgestattet sind. Sie sind günstiger als die voll gefederten Modelle (Fullys).

Natürlich sind auch Rennräder als E-Bike erhältlich. Bei vielen überzeugten Rennrad-Sportlern sind diese Bikes zwar verpönt, aber nicht so leistungsfähige Radler haben beispielsweise so die Chance, auch in einer ambitionierten Gruppe zu Trainingszwecken und für ein schönes Gemeinschaftserlebnis mitzufahren.

Unterschiedliche Motorenkonzepte

Bei E-Bikes unterscheidet man Mittelmotor, Hinterrad- und Vorderradnabenmotor. In der Regel ist der Mittelmotor am ehesten zu empfehlen. Er sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und eine gleichmäßige Gewichtsverteilung durch eine tiefe Position mittig am Tretlager. Das Fahrgefühl ist sehr entspannt und entspricht dadurch am ehesten dem Fahren eines klassischen Fahrrads ohne Tretunterstützung.

Mittelmotoren bieten das beste Fahrverhalten

Ein Mittelmotor ermöglicht sehr sportliches Fahren. Kurze Kabelwege erweisen sich als Vorteil, weil so die Störanfälligkeit auf ein Minimum reduziert wird. E-Bikes mit Mittelmotor sind meistens etwas teurer, weil eine spezielle Rahmenkonstruktion erforderlich ist. Kette, Kettenblatt und Ritzel sind höheren Belastungen ausgesetzt. Wir favorisieren den Mittelmotor als Antriebskonzept.

E-Bike Test: E Bike 1
Der Motor in der Nabe ist unauffälliger und leiser als ein Mittelmotor.

Beim Hinterrad- und Vorderradnabenmotor muss man mit Einbußen beim Fahrkomfort rechnen. Entweder ist das Rad hecklastig oder der vorne angebrachte Motor kann das Lenkverhalten negativ beeinflussen, die Gabel wird stärker belastet. Auf rutschigem Boden ist sogar ein Durchdrehen des Vorderrades möglich. Ein Motor an der Hinterachse ist in der Regel angenehm leise und ermöglicht eine direkte Kraftübertragung für ein dynamisches Fahren. Ebenfalls ist eine Energierückgewinnung möglich.

Der Akku

Bei älteren und einfachen E-Bikes befindet sich der Akku im Bereich des Gepäckträgers. Das sieht recht antiquiert aus. Optisch schöner sind Lösungen, bei denen der Akku teilweise oder sogar komplett in den Rahmen integriert ist. In wenigen Fällen ist der Akku fest verbaut. Das hat gleich mehrere Nachteile. Das Fahrrad muss in der Garage oder an einer Außensteckdose geladen werden, da sich der Akku nicht mit ins Haus nehmen lässt. Wer gerne sehr große Strecken zurücklegt, hat mitunter einen Ersatzakku dabei. Das geht nicht, wenn dieser nicht austauschbar ist. Bei Akku-Defekten muss das komplette Rad in die Werkstatt oder gar eingeschickt werden.

Je größer die Akku-Kapazität, desto besser, weil dadurch die Reichweite des E-Bikes zunimmt. Üblich sind Kapazitäten zwischen 250 und 600 Wattstunden (Wh). Das Laden dauert zwischen 2 und 5 Stunden.

Den Akku aufzuladen dauert zwischen 2 und 5 Stunden

Wieviele Kilometer sich mit einer Akkuladung zurücklegen lassen, hängt von ganz vielen Faktoren ab, pauschale Angaben sind deshalb schwierig und mit Vorsicht zu genießen. Entscheidend ist, in welchem Modus man fährt. E-Bikes bieten in der Regel unterschiedliche Unterstützungsstufen: Turbo- und Sport-Modi sind hilfreich bei steilen Anstiegen und im Gelände, in der Ebene reicht normalerweise ein Standard-Modus, während man bergab die Tretunterstützung ausschalten oder einen Eco-Modus wählen kann.

E-Bike Test:Akku
Ein starker Akku für die Berge ist nicht gerade unauffällig.

Ebenfalls hängt die Reichweite vom Gewicht des Fahrers, der Beschaffenheit der Strecke und den Windverhältnissen ab. Wer im Stadtverkehr häufig anfahren muss beansprucht den Akku stärker als jemand, der kontinuierlich über eine Landstraße gleitet.

Bosch hat im Internet einen nützlichen Reichweiten-Assistenten eingerichtet. Hier kann man ganz verschiedene Parameter wie Gewicht, Geschwindigkeit, Fahrmodus, Trittfrequenz, Fahrbahnbeschaffenheit etc. eingeben und erhält dann eine schnelle Übersicht, wie viele Kilometer mit welcher Einstellung ungefähr drin sind – ein nettes Feature, um zu sehen, welche Auswirkungen bestimmte Faktoren auf die Kilometerzahl haben.

E-Bike Test: Bosch
Wie weit kommt man mit dem E-Bike unter bestimmten Voraussetzungen? Bosch gibt auf seiner Homepage die Antworten.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Ein E-Bike sollten Sie unbedingt persönlich Probe fahren. Neben objektiven Kaufkriterien gibt es nämlich auch subjektive. Sitzen Sie bequem? Benötigen Sie einen anderen Lenker? Ergibt ein gefederter Sattel Sinn? Fachhändler konfigurieren Ihnen Ihr Fahrrad auf ihre individuellen Vorlieben hin. Auch die optimale Rahmengröße können Sie so ausprobieren.

Motorkonzept und Akku haben wir bereits thematisiert. Ein wichtiges Thema ist auch, wie leistungsstark der Motor ist. Werfen Sie hierzu zur ersten Orientierung einen Blick auf die Newtonmeter-Angabe. Die Bosch-Antriebssysteme gehören zu den besten am Markt. Sie liefern je nach Motor zwischen 40 und 75 Newtonmeter. Bei 40 Newtonmetern ist die Tretunterstützung gering. In sehr hügeliger Landschaft bringt ein E-Bike erst ab 60 Newtonmetern Spaß. Bei starken Anstiegen bleiben Sie dann ganz entspannt, im »Turbo«-Modus genießen Sie einen extremen Vorschub. Fahren Sie verschiedene Motoren um herauszufinden, welche Charakteristik Ihnen am besten gefällt.

Für Arbeitnehmer, Selbstständige und Unternehmer kann sich das Leasen eines E-Bikes lohnen. Die Besteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung wurde von 1 % auf 0,5 % reduziert. Informieren Sie sich über die steuerlichen Möglichkeiten!

Ein anderes Thema ist die Art der Gangschaltung. Hierbei konkurrieren Naben- und Kettenschaltungen. Speziell wenn Sie sich für ein Pedelec mit dem von uns bevorzugten Mittelmotor interessieren, entscheidet die verwendete Schaltung über die effektiv nutzbare Antriebskraft. Ein E-Bike mit Nabenschaltung entfaltet bis auf wenige Ausnahmen am Berg nie die Wucht einer Tretunterstützung mit Kettenschaltung. Bauartbedingt kann erst eine Kettenschaltung das volle Leistungsvermögen des Motors freigeben. Wichtig: Da hier große Kräfte auftreten, müssen Ritzel und Kette entsprechend stark dimensioniert sein. Im bergigen Gelände ist eine Kettenschaltung deshalb die erste Wahl, in der Stadt kann hingegen eine Nabenschaltung vollkommen genügen. Probieren Sie es vor dem Kauf aus!

Wichtig ist nicht nur die Beschleunigung, sondern auch das Bremsverhalten. Unterziehen Sie die Bremsen deshalb einem Test. Sind sie ausreichend dimensioniert? Wir bevorzugen Scheibenbremsen mit entsprechend hoher Bremskraft.

Nützlich ist ein im Dunkeln beleuchtetes Display, auf dem man nicht nur den gewählten Fahrmodus sieht, sondern auch die verbleibende Restkapazität des Akkus (in Prozent oder als Restangabe in Kilometern), gefahrene Gesamtkilometer und Tageskilometer. Bei vielen E-Bikes lässt sich das Licht auch über die Display-Einheit einschalten. Mittlerweile sparen sich erste Hersteller eigene Bordcomputer ein. Stattdessen muss man sich eine App auf seinem Smartphone installieren und kann das per Halterung am Lenkrad als Bordcomputer einsetzen, um die eben aufgeführten Parameter abzurufen. Wir halten nicht viel von dieser Lösung. Schließlich ist man darauf angewiesen, immer das Smartphone dabei zu haben. Geht dem der Saft aus, guckt man in die Röhre.

So haben wir getestet

Im Test hatten wir sechs Räder für Stadt, Gelände und Allround-Einsätze zu Preisen zwischen 1.600 und 4.600 Euro. Unsere E-Bikes wurden zu Begleitern im Alltag. Nicht nur auf längeren Strecken haben wir sie getestet, sondern auch bei kürzeren Fahrten in die Stadt oder zum Einkauf. Wichtig war für uns: Wie effektiv ist die Tretunterstützung, wie lange hält der Akku, wie gut oder schlecht ist das Rad verarbeitet, wie ist der Bedienkomfort?

Natürlich spielt auch der Fahrkomfort eine Rolle. Ist der Rahmen verwindungssteif, übersteht man mit dem Rad auch mal einen Feldweg oder ist fester Asphalt die einzige Option? Dinge wie Sattel und Lenker hatten wir natürlich auch im Fokus, allerdings wollen wir diese nicht überbewerten. Denn beim Kauf im Fachgeschäft kann man sich in der Regel gegen geringen Aufpreis einen anderen Sattel montieren lassen, auch eine Sattelfederung kostet nicht die Welt. Lenker lassen sich in der Breite anpassen, individuell verstellen und beispielsweise mit Lenkerhörnchen versehen.

E-Bike Test: 20190810
Super funktional, durch den nicht integrierten Akku aber nicht unbedingt ein absoluter Hingucker: das Fischer ETH 1861.1.

Testsieger: Fischer ETH 1861.1

Das beste E-Bike für die meisten ist für uns das Fischer ETH 1861.1. Das ist allerdings eine rein rationale Entscheidung. Es gibt optisch ansprechendere E-Bikes, ausgeklügeltere Pedelecs, bei denen der Akku schick im Rahmen integriert ist und bei denen der Bordcomputer stylischer aussieht. Allerdings liegt man bei diesen Rädern auch schnell bei 2.500, 3.000 Euro oder noch höher.

Das beste E-Bike ist für uns das Modell, das das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet und daher für besonders viele Radler geeignet ist – auch für diejenigen ohne großes Budget. Wer nicht auf jeden Euro achten muss und auf ein flotteres Aussehen Wert legt, sollte sich unsere Alternativen näher anschauen.

Unser Favorit

Fischer ETH 1861.1

E-Bike Test: Fischer ETH 1861.1
Tolle Ausstattung, sehr gute Fahrleistung, große Reichweite und attraktiver Preis: Beim Fischer ETH 1861.1 stimmt das Gesamtpaket.

Erhältlich ist das ETH 1861.1 als Herren- und Damenmodell (ETD 1861.1) jeweils in zwei Größen. Vorteil: Fischer bietet zum äußerst attraktiven Preis für rund 1.600 Euro ein Komplettpaket. Zur Ausstattung gehören ab Werk Sattelfederstütze, Schutzbleche, Gepäckträger, Lenkervorbau, Beleuchtung und ein Abus-Rahmenschloss. Das schont das Budget zusätzlich.

Fischer spricht beim ETH 1861.1 von einem »Komfortbike«. Das können wir unterschreiben. Das Trekkingrad ist ein echter Allrounder, auf dem man jederzeit gemütlich unterwegs ist. Der Sattel ist weich und elastisch, bietet guten Halt und lässt einen auch nach vielen Stunden entspannt absteigen. Schläge dringen kaum bis ans Gesäß vor, weil die gefederte Parallelogramm-Sattelstütze auch härtere Schläge effektiv eliminiert.

Frontlicht mit 70 Lux

An der vorderen Federgabel werkelt ebenfalls ein Dämpfer. Front- und Rücklicht werden über den Bordcomputer eingeschaltet. Die Front-LED liefert 70 Lux und leuchtet die Straße gut aus, hinten kommt ein Bremsverzögerungslicht zum Einsatz. Der Ständer bietet einen sicheren Stand, als stabil für den täglichen Einkauf erwies sich im Test der Gepäckträger.

Pluspunkte sammelt das Fischer-Rad durch den Lenkervorbau. So etwas findet man in der Preisklasse für unter 2.000 Euro selten. Vorteil: Die Lenkstange kann nicht nur in der Höhe, sondern auch im Kippwinkel verstellt werden. Dadurch wird verhindert, dass sich der Fahrer unangenehm krümmen muss.

Akku und Motor

Der 48 Volt starke Akku des Fischer-Fahrrads verfügt über 557 Wattstunden. Je nach Modus sind so zwischen 50 und mindestens 150 Kilometer drin. Die Ladezeit liegt bei fünf Stunden, geladen werden kann der Akku im Rad oder auch in der Wohnung.

Akku mit 557 Wattstunden

Während bei vielen anderen E-Bikes der Energielieferant mittlerweile zumindest teilweise im Rahmen verschwindet, klebt der Fischer-Akku auf dem Querträger. Hier stört er nicht, beeinträchtigt wird lediglich die Optik. Denn sonderlich stylisch sieht das nicht gerade aus.

E-Bike Test: 20190810
Dezent geht anders: Fischer hat den Akku mitten auf das untere Rohr des Rahmens gesetzt.

Beim Motor setzt Fischer auf den so genannten Silent-Drive-Mittelmotor mit satten 80 Newtonmetern. Der Bafang-Mittelmotor verleiht dem Rad ein angenehmes und ausgewogenes Handling. Das Pedelec fährt sich agil, ab der dritten von fünf Tretunterstützungsstufen schiebt das Rad sehr ordentlich nach vorne, im Top-Modus schafft man selbst steile Anstiege, ohne ins Schwitzen zu kommen. Der Motor macht sich akustisch dezent bemerkbar, fällt jedoch nicht unangenehm auf.

Im Test hatten wir lediglich mit einer regelmäßig herausspringenden Kette zu kämpfen. Das scheint kein Einzelfall zu sein, wie auch andere Besitzer des ETH 1861.1 im Internet berichten. Allerdings lässt sich dieses Problem beheben, der Fachhändler muss die Schaltung lediglich korrekt einstellen. Die 9-Gang-Kettenschaltung von Shimano lässt sich, abgesehen von der erwähnten Schwachstelle, sauber durchschalten.

Bordcomputer

Auch hier gilt: Fischer verzichtet beim Bordcomputer auf optische Spielereien, sondern setzt auf hohe Funktionalität. Das Display ist aus ästhetischen Gesichtsgründen kein Leckerbissen, aber es erfüllt seine Aufgabe voll und ganz. Es stellt gut ablesbar die Restkapazität des Akkus, die aktuelle Stufe der Tretunterstützung, die gefahrene Geschwindigkeit, die Gesamt- und die Tagesdistanz dar. Auch die Durchschnittsgeschwindigkeit und die Restreichweite stehen zur Verfügung.

Die Displaybeleuchtung ist in fünf Stufen anpassbar. Bedient wird alles über fünf Tasten, ohne die linke Hand vom Lenker nehmen zu müssen. Per Daumen schaltet man unter anderem das Licht ein, ändert die Intensität der Tretunterstützung, aktiviert die Schiebehilfe und navigiert durch das Menü.

Der Bordcomputer verfügt über eine USB-Buchse, um das Smartphone während der Fahrt mit frischer Energie zu versorgen. Außerdem hat Fischer an eine Bluetooth-Pulsmesser-Funktion gedacht.

Der Bordcomputer ist auch als Powerbank nutzbar

Um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, wie weit man in welchem Fahrmodus mit einer Akkuladung ungefähr kommt, hat der Hersteller einen Reichweiten-Assistenten im Internet eingerichtet. Hier gibt man sämtliche Parameter wie Gewicht, Geschwindigkeit, Bodenbeschaffenheit, Wind und Tretmodus ein und erhält dann eine Prognose, wie viele Kilometer man schaffen kann.

E-Bike Test: Unbenannt
Wie weit kommt man mit einer Akkuladung? Fischer bietet dazu im Netz einen praktischen Assistenten an.

Auch wenn der Rahmen des ETH 1861.1 aus Aluminium gefertigt wurde, so ist das Pedelec alles andere als ein Leichtgewicht: 26 Kilo bringt es inklusive Akku auf die Waage. Nachteilig wirkt sich diese Masse jedoch nur aus, wenn man das Rad beispielsweise immer im Keller unterstellen will. Auf der Straße spielt es – zumindest mit Motor – keine nennenswerte Rolle, ob man einige Kilo mehr oder weniger unter sich hat.

Zuverlässige Bremsen, selbst auf feuchtem Untergrund

Gebremst wird mit einer hydraulischen Scheibenbremse von Shimano. Der Bremsvorgang lässt sich präzise dosieren, das Fahrrad kommt schnell und sicher zum Stehen, auch auf feuchtem Untergrund.

Für deutlich weniger als 2.000 Euro bietet das ETH 1861.1 derzeit mit das beste Gesamtpaket: sehr gute Ausstattung, ordentliche Verarbeitung, agiles Fahrverhalten und hohe Akkukapazität.

Fischer ETH 1861.1 im Testspiegel

Das Online-Magazin Special-E.de hat das Fischer ETH 1861.1 ebenfalls getestet. Jörn-Jakob Surkemper lobt den bequemen Sattel mit gefederter Parallelogrammstütze, den zugstarken und kaum hörbaren Motor mit schnellem und gleichmäßigem Ansprechverhalten, die 9-Gang-Kettenschaltung sowie die hydraulischen Scheibenbremsen. Im Test kam er mit einer Akkuladung auf 163 Kilometer.

Im Fazit heißt es:

»Ein wirklich gutes E-Bike mit Top-Ausstattung, das in diesem Preissegment seinesgleichen sucht.«

Die Bike Bild bezeichnet das Pedelec als Dauerläufer mit viel Komfort, das sich optimal für lange Touren eignet. Bemängelt wird lediglich das Fehlen einer wartungsarmen Nabenschaltung. Ansonsten haben die Tester nichts zu kritisieren:

»Mit dem ETH 1861 schickt die deutsche Marke Fischer ein Rad mit einem soliden Motor ins Rennen, der am Berg nicht schlapp macht und ausreichend lange vom Akku versorgt wird. Ein gutes und preislich sehr attraktives Gesamtpaket für Einsteiger.«

Alternativen

An Alternativen zum Fischer ETH 1861.1 mangelt es nicht. Egal ob fürs Gelände oder den täglichen Einsatz, mit den Modellen von Cube und Giant stellen wir Ihnen zwei sehr interessante E-Bikes vor.

Für Gelände und mehr

Cube Reaction Hybrid Pro 500

E-Bike Test: Cube Reaction Hybrid Pro 500
Das Cube-Bike entwickelt im Gelände ordentlich Kraft, ist aber auch im Alltag ein perfekter Begleiter.

Auf den ersten Blick sieht das Cube Reaction Hybrid Pro 500 so aus, als könnte man damit nur im Gelände glücklich werden. Dem ist aber nicht so. Das Mountainbike ist viel alltagstauglicher als man denken könnte. Dafür muss man unter Umständen kleinere Modifikationen vornehmen.

Ab Werk wird das Reaction Hybrid Pro 500 ohne Schutzbleche und Gepäckträger ausgeliefert. Die haben wir bei unserem Modell gegen geringen Aufpreis nachrüsten lassen. Die Alltagstauglichkeit nimmt dadurch enorm zu. Zusätzliche Extras sind eine Sattelfederung und ein Lenkervorbau, damit sich der Lenker optimal an die eigene Körpergröße anpassen lässt. Das sind jedoch alles nur kleine Modifikationen, die man an jedem Pedelec vornehmen kann, möglicherweise sogar sollte, die jedoch am Grundcharakter des Rads nichts verändern.

E-Bike Test: 20190810
Das Cube Reaction Hybrid Pro ist für das Gelände konzipiert. Mit nachgerüsteten Schutzblechen, Ständer und Lenkervorbau ist es absolut alltagstauglich.

Das Cube-Rad ist in unterschiedlichen Rahmengrößen erhältlich (27.5: 16″, 18″ // 29: 17″, 19″, 21″, 23″). Die Schwalbe-Reifen sehen zwar recht grobstollig aus und bieten im Gelände perfekten Grip, eignen sich jedoch auch wunderbar auf glattem Asphalt, da sie leise abrollen und bei jeder Witterungsbedingung optimalen Halt gewährleisten.

Der Akku ist im Rahmen teilintegriert. Er verschwindet nicht ganz, wirkt jedoch nicht so klobig wie beispielsweise beim Testsieger von Fischer. Geladen wird er wahlweise im Rad durch eine kleine Zugangsbuchse oder im Haus. Eine LED-Anzeige auf dem Akku verrät, wie es um die Restkapazität bestellt ist. Mit seinen 400 Wattstunden liefert er ausreichend Energie. Im kraftvollsten Modus hält er bis zu 50 Kilometer durch, wer auf eine dezente Tretunterstützung setzt kommt bis zu 150 Kilometer weit.

E-Bike Test: 20190810
Der Akku lässt sich zum Laden entnehmen oder im Rahmen betanken.

Einziges Manko des Cube: Mit einem Gewicht von 23,6 Kilo ist es recht schwer, so wie die meisten E-Bikes. Beim Fahren ist das kein Problem. Lediglich wenn man das Rad täglich in den Keller schleppen muss, spürt man die zusätzlichen Kilo gegenüber einem Mountainbike ohne Motor und Akku.

Angetrieben wird der Gelände-Flitzer von der Bosch Drive Unit Performance CX. Satte 75 Newtonmeter stehen hier im »Turbo«-Modus bereit. Die Eigenleistung des Radlers wird um bis zu 300 Prozent verstärkt. Wir lieben diesen Antrieb! Bei jedem Tritt in die Pedale bekommt man ein Grinsen ins Gesicht. Steigungen, die man früher gemieden hat, steuert man jetzt mit Absicht an. Denn Hügel werden einfach pulverisiert. Mit einem normalen Fahrrad war das Ziehen eines 40 Kilo schweren Berner Sennenhundes im 15 Kilo schweren Anhänger eine Qual, speziell das Anfahren. Jetzt ist man blitzschnell auf Reisegeschwindigkeit und merkt den mitreisenden Vierbeiner kaum. Die fünfjährige Tochter fällt als Leichtgewicht überhaupt nicht auf.

Das Zusammenspiel mit der 10-Gang-Kettenschaltung von Shimano gelingt sehr harmonisch und ist fein abgestimmt. Die Scheibenbremsen packen ordentlich zu und bringen das Zweirad schnell zum Stehen.

E-Bike Test: 20190810
Sie packen ordentlich zu: hydraulische Scheibenbremsen von Shimano.

Mit dem Cube Reaction Hybrid Pro 500 hat man ein Rad, das maximale Flexibilität ermöglicht. Man fährt mit ihm genauso bequem zum Bäcker oder in die Stadt wie mit der Familie auf dem Rad- oder Feldweg oder im Gelände. Hier zeigt das Pedelec seine Nehmerqualitäten. Harte Schläge und Löcher steckt es durch die Federgabel an der Front locker weg, hat man auch den Sattel gefedert, steigert das den Fahrkomfort enorm. Zur Erinnerung: Wir reden hier von einem E-Bike in der 2.000-Euro-Klasse.

Profis abseits befestigter Pisten werden jetzt die fehlende Vollfederung bemängeln. In Extremsituationen mag man die vermissen, aber für 95 Prozent der Durchschnittsnutzer sind die Geländeeigenschaften absolut ausreichend und bemerkenswert.

E-Bike Test: 20190810
Gut gefedert an der Vordergabel kommt man bequem durch den Wald.

Äußerst funktional ist der kleine Bordcomputer Bosch Purion, der im Dunkeln auch beleuchtet ist. Die simple Bedienung erfolgt über lediglich drei Tasten. Im Display erfährt man alles über Ladezustand, Geschwindigkeit, Fahrmodus, Reichweite, Trip- und Gesamtdistanz. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung ist die Ablesbarkeit gut. Per Knopfdruck wählt man eine der fünf Unterstützungsstufen aus. Während man mit dem Daumen navigiert, kann die Hand am Lenkrad bleiben.

E-Bike Test: 20190810
Mehr braucht man nicht: Der kleine Bosch-Bordcomputer ist übersichtlich und funktional.

Wer für jede Situation gewappnet sein will – egal ob im schweren Gelände oder auf einer entspannten Tour auf der Landstraße – wird mit dem Cube Reaction Hybrid Pro 500 glücklich. Das Preis-Leistungsverhältnis ist top, die Verarbeitung hochwertig und der Antrieb sorgt für unvergessliche Drehmomente.

Perfekter Allrounder

Giant E+ 2 GTS

E-Bike Test: Giant E+ 2 GTS
Extrem kraftvoller Motor, leistungsstarker Akku, hoher Fahrkomfort: Das Giant-E-Bike macht alles richtig.

Einen perfekten, sehr komfortablen Allrounder für lange Strecken empfehlen wir Ihnen mit dem Giant E+ 2 GTS. Abgesehen vom schweren Gelände ist das Trecking-E-Bike für jeden Untergrund gewappnet. Das Rad ist als Männer- und Frauen-Variante in vier Größen erhältlich.

E-Bike Test: 20190810
Elegante Silhouette: Das Giant E+ 2 GTS in der Damenvariante, beim Männermodell ist die Querstrebe höher montiert.

Bei unserem Modell sind lediglich die Sattelfederung und das hintere Schloss mit der zugehörigen Aufbewahrungstasche Extras, alles andere gehört ab Werk zur Ausstattung. Unter anderem die Frontfederung, die beispielsweise die Unebenheiten auf Kopfsteinpflaster und Feldwegen effektiv wegbügelt. Oder auch der markante Griff aus Kork und Gummi, der sich sehr angenehm anfasst. Die seitlichen Griffhörner erlauben eine zusätzliche Halteposition und ermöglichen entspanntes Fahren auf langen Strecken.

E-Bike Test: 20190810
Ein Griff zum Verlieben! Auch das Licht kann man einschalten oder den Tretmodus wechseln, ohne die linke Hand vom Lenker nehmen zu müssen.

Der Akku verschwindet vollständig im Rahmen. Er wird eingesetzt und schwenkt dann ins Rad hinein. Aufgeladen wird er entweder im E-Bike oder in der Wohnung. Mit 496 Wattstunden liefert er ordentlich Power – im stärksten Modus sind um die 50 Kilometer drin, wer im »Eco«-Setup unterwegs ist schafft mindestens 150 Kilometer. 80 Prozent des Akkus sind in 2 Stunden und 45 Minuten geladen, für 100 Prozent muss man 5 Stunden einplanen.

E-Bike Test: 20190810
Der hat richtig viel Leistung: Mit knapp 500 Wattstunden sind mit dem Giant ausgiebige Fahrten möglich.

Enorme Fahrleistungen ermöglicht der Mittelmotor von Yamaha. Der stellt ein maximales Drehmoment von 80 Newtonmetern zur Verfügung, wodurch sich das Giant-Rad auch perfekt eignet, um den Nachwuchs oder einen Vierbeiner im Anhänger zu ziehen. Der Antritt im »Sport+«-Modus ist ein Erlebnis. Ein kurzer Tritt in die Pedale, und das Pedelec schießt nach vorne wie von einem Gummiband loskatapultiert. Selbst steilste Steigungen in den Bergen sind so kein Hindernis mehr. Bis zu 350 Prozent der eigenen Pedalkraft werden erreicht, die neun Gänge der Kettenschaltung sind harmonisch abgestimmt.

Bei den Zusatzkomponenten setzt Giant auf Shimano. Die Schalthebel und die hydraulische Scheibenbremse stammen aus der Produktion der Japaner. Auch bei Nässe bremst das E-Bike zuverlässig ab, die Reifen bieten sowohl auf unbefestigtem Untergrund als auch auf glatter Asphaltdecke bei jeder Witterung guten Grip und einen schönen Abrollkomfort. Dass es sich beim Giant um ein E-Bike handelt, hört man. Der Motor verursacht deutliche »Summ«-Geräusche, die wir aber nicht als störend oder unangenehm empfanden.

E-Bike Test: 20190810
Auch beim Trekkingrad kommen hydraulische Scheibenbremsen zum Einsatz.

Mittig auf dem Lenker thront das große Display, das ebenfalls hinterleuchtet ist. Hier erkennt man sofort, ob man im »Eco«-, »Eco+«-, »Normal«-, »Sport«- oder »Sport+«-Modus unterwegs ist. Die Akku-Kapazität wird in Prozent oder in Restkilometern dargestellt. Ferner gehören aktuelle Geschwindigkeit, Gesamtstrecke und Tageskilometer zu den Features.

Praktisch: Auf der Rückseite des Bordcomputers befindet sich eine USB-Buchse, um unterwegs ein Smartphone aufladen zu können.

E-Bike Test: 20190810
Alles im Blick: Das Giant-Display ist auch bei rasanter Fahrt perfekt ablesbar.

Das Giant Explore E+ 2 GTS ist sehr solide verarbeitet, am Rahmen wackelt oder klappert nichts, die Laufruhe ist exzellent. Mit knapp 25 Kilo ist es ebenfalls kein Leichtgewicht. Ein Schiebemodus bis 6 km/h ist verfügbar, der stabile Gepäckträger schultert locker einen Kindersitz oder schwere Einkäufe. Wer ein sehr leistungsstarkes Trekkingrad für lange Strecken sucht, findet im Giant einen zuverlässigen Begleiter.

Außerdem getestet

Pardon, wir formulieren es mal ein bisschen frech: Das Coboc Seven Montreal ist für Geschäftsleute konzipiert, die gerne zeigen, dass sie per Rad zur Arbeit kommen. Denn das anthrazitfarbene E-Bike im extravaganten Look buhlt schon ein wenig um Aufmerksamkeit, ist technisch jedoch sehr innovativ und ein Wolf im Schafspelz. Allerdings ist es ganz schön teuer.

Auf den ersten Blick sieht man dem Coboc gar nicht an, dass es eine elektrische Trethilfe integriert hat. Denn die komplette Antriebstechnik und der Akku sind im wuchtigen Frontrohr des Alurahmens untergebracht, die Züge wurden innen verlegt. Ergebnis: Das Pedelec ist mit 15,9 Kilo unglaublich leicht, die meisten Mitbewerber bringen rund 10 Kilo mehr auf die Waage. Perfekt also, wenn man das Rad mit ins Bürogebäude nehmen will und hier eine Treppe überwinden muss.

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Akku und Motor sind kaum zu erkennen: Das Coboc Seven Montreal wirkt extravagant und ist für ein E-Bike extrem leicht.

Der Akku kommt auf 352 Wattstunden und ist innerhalb von zwei Stunden wieder komplett geladen. Die magnetische Ladebuchse befindet sich unterhalb der Querstrebe. Coboc nennt keine Details zum maximalen Drehmoment. Einstellmöglichkeiten außer der Siebengangschaltung gibt es leider nicht. Über einen in den Rahmen integrierten Knopf kann man lediglich das Rad und die Beleuchtung einschalten. Ein Fahrmodus, das ist alles.

Der reicht für den innerstädtischen Verkehr und für bis zu 80 Kilometer lange Überlandfahrten ohne extreme Steigungen aber locker aus. Das Coboc beschleunigt nicht brutal, es liefert aber einen ausreichend starken Rückenwind für sehr entspanntes und zügiges Fahren. Der Motor ist deutlich zu hören, nach Schaltvorgängen reagiert der Antrieb mit kurzer Verzögerung und passt sich dann sofort harmonisch auf die veränderte Kurbelbewegung an.

Die nahezu profillosen Reifen bieten auf der Straße einen hohen Abrollkomfort, schon auf Feldwegen lassen sie aber wie das gesamte Rad jeglichen Komfort vermissen. Kleinste Schläge gibt das E-Bike brutal an den Fahrer weiter. Die sehr gestreckte Sitzweise muss man mögen.

Fünf LEDs informieren über den Akkustand, ebenfalls erkennt man hier, ob das Licht eingeschaltet ist. Die Rückleuchte ist stylisch in den Rahmen integriert. Die Schutzbleche schmiegen sich dicht an die 28 Zoll großen Räder an. Für Fahrradtaschen ist eine Aufnahme integriert, ein Gepäckträger fehlt leider.

E-Bike Test: Screenshot 193719 Coboc
Wie schnell ist man unterwegs: Das weiß nur die Coboc-App.

Den vollen Funktionsumfang des Pedelecs kann man erst über ein Smartpone und die installierte Coboc-App nutzen. Hier kann man die Unterstützungsstufe – die Unterstützung in Relation zur Kraft, die auf das Pedal gegeben wird –, das Anfahrverhalten und die zusätzliche Unterstützung – die zusätzliche konstante Unterstützung unabhängig von der aufs Pedal gegebenen Kraft – einstellen. Zwei Fahrprofile kann man abspeichern. Die App liefert außerdem Informationen zum Ladestand, zur Temperatur und zur Spannung des Akkus. Auf einer Karte kann man sich zum Wunschziel navigieren lassen. Pfiffig: Die App zeigt die verbleibende Reichweite nicht nur in Prozent an, sondern stellt diese auch auf der Karte da. So sieht man auf den ersten Blick, ob man es noch mit Tretunterstützung schafft.

Wer ein extrem leichtes E-Bike primär für die Stadt sucht, der wird mit diesem Pendlerrad glücklich, insofern er mehr als 4.000 Euro investieren möchte. Dem gegenüber stehen ein überschaubarer Fahrkomfort und das fehlende Display. Spannend ist die Frage was passiert, wenn der Akku mal eine Macke hat. Man kann nur hoffen, dass die Coboc-Ingenieure an einen problemlosen Wechsel gedacht haben.

Corratec Life S Active 400

Zum ersten Date mit der Angebeteten sollte man mit dem Corratec Life S Active 400 vielleicht nicht unbedingt vorrollen. Denn attraktiv und sexy sieht anders aus. Beim kompakten E-Bike steht eher die Funktionalität im Vordergrund als das Aussehen. So ist es für Städtetrips konzipiert und kann gerne von der ganzen Familie gefahren werden. Lenker und Sattel sind anpassbar für Körpergrößen zwischen 1,55 und 2,03 Meter.

Der wuchtige Akku hängt unmittelbar unter dem Sitz. Mit 400 Wattstunden sind in Verbindung mit dem überzeugenden Motor Bosch Active Line Plus je nach Modus zwischen 50 und 150 Kilometer drin. Im »Turbo«-Modus schiebt das Rädchen mit 50 Newtonmetern sehr ordentlich nach vorne. Über das Display hat man alle relevanten Angaben wie Restkapazität des Akkus in Kilometern und aktuelle Geschwindigkeit im Blick. Das Panel ist beleuchtet, die Beleuchtung am Rad schaltet man per Knopfdruck ein.

Durch den geschwungenen Lenker fühlt man sich wie auf einem Bonanza-Fahrrad. Der Sattel ist weich und bequem, gigantischer Fahrkomfort kommt auf dem kleinen Flitzer aber nicht auf. Das liegt einerseits an den nur 20 Zoll großen Reifen. Man muss schon deutlich mehr strampeln als auf einem ausgewachsenen Fahrrad mit großen Rädern, um gleich schnell vorwärts zu kommen. Der niedrige Einstieg ist im Stadtverkehr super, keine Frage. Abruptes Abspringen ist hier jederzeit möglich.

Aber auf langen Strecken durch die Natur ist der Fahrspaß nicht mit einem klassischen Tourenrad zu vergleichen. Die Eigenstabilität ist geringer, die Laufruhe schlechter, das Kurvenverhalten ebenfalls. Das Corratec Life S Active 400 ist eher dazu geeignet um im städtischen Pendlerverkehr zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren. Der Gepäckträger ist stabil. Durch seine geringe Größe eignet es sich zudem ideal, um es beispielsweise im Wohnmobil oder sogar im Kombi mit in den Urlaub zu nehmen.

Insgesamt ist das Corratec Life S Active 400 ein E-Bike, bei dem man Kompromisse eingehen muss. Als City-Hopper hat es Stärken, als Langstrecken-Rad scheidet es aus.

Vom Cowboy E-Bike waren wir beim Auspacken aus dem Karton zunächst begeistert. Das gute Stück des belgischen Herstellers ist mit 16,1 Kilo angenehm leicht, sieht stylisch aus und ist kaum als Pedelec zu erkennen.

Das speziell für Pendler konzipierte Rad ist mit einem 30 Newtonmeter starken Radnabenmotor ausgestattet. Es ist für Radler zwischen 1,70 und 1,95 Metern ausgelegt, eine Damenversion ohne Querstrebe ist nicht erhältlich. Cowboy verzichtet auf eine Gangschaltung, die elektrische Unterstützung passt sich an die Geschwindigkeit und das Tretintervall an.

E-Bike Test: 20190811
Kann nicht selbstständig stehen, da es ohne Ständer ausgeliefert wird: das Cowboy E-Bike.

Die Ausstattung ist leider sehr spartanisch. Schutzbleche, Ständer und Gepäckträger fehlen, das gilt auch für ein Display, um Einstellungen und Anpassungen vornehmen zu können. Benötigt wird eine App. Damit könnten wir notfalls gerade noch leben, aber der Hersteller treibt es auf die Spitze. Ohne Smartphone lässt sich das Pedelec nicht in Betrieb nehmen. Wer also gerne mal eine Runde drehen will, um endlich mal von seinem Smartphone abschalten zu können, hat Pech. Dann bleibt der Motor aus. Das gilt auch, wenn der Akku des Mobiltelefons leer ist oder die Bluetooth-Funktion streikt.

Der 2,4 Kilo schwere Akku wird hinten eingesetzt. Einmal komplett aufladen dauert dreieinhalb Stunden, während des Ladens wird man leider nicht über leuchtende LEDs über den Ladezustand informiert, jedoch über die App. Praktisch: Helle Front- und Rückleuchten sind im Rahmen integriert (allerdings entsprechen sie nicht der Straßenverkehrsordnung, weshalb separate Leuchten beiliegen). Beim Bremsen leuchtet die rückseitige Lampe noch heller – ähnlich wie beim Auto, um besser gesehen zu werden.

E-Bike Test: 20190811
Das Vorderlicht sieht extravagant aus, erfüllt allerdings nicht die deutschen Vorgaben der Straßenverkehrsordnung. Deshalb werden Zusatzlampen mitgeliefert.

Einfach auf das Rad schwingen und direkt losfahren geht nicht. Ein Griff zum Smartphone, das man am besten mit einer geeigneten Halterung am Lenker befestigt, ist Pflicht. App und E-Bike müssen sich koppeln.

Positiv bemerkbar macht sich das geringe Gewicht. Der Motor schiebt deutlich spürbar nach vorne, die Motorabstimmung ist sehr homogen. Der Drehmoment-Sensor wählt die elektrische Unterstützung automatisch sehr gekonnt aus. Ab etwa 22 km/h wünscht man sich allerdings eine andere Untersetzung, quasi einen höheren Gang. Man muss jetzt flott treten, um noch ein paar Stundenkilometer draufzupacken.

Über die App kann man das Licht einschalten, man sieht die aktuelle Geschwindigkeit, die zurückgelegten Kilometer und eine Navigationsansicht auf einer Landkarte. Unterschiedliche Modi stehen nicht zur Verfügung –- abgesehen von einem Offroad-Modus, der die Tretunterstützung bis 30 km/h aktiviert, was offiziell aber nur auf privatem Gelände erlaubt ist. Über eine eingebaute Sim-Karte weiß man jederzeit, wo sich das Rad befindet, falls man seinen Standort vergessen oder sich ein Langfinger daran zu schaffen gemacht hat. Außerdem sind Cowboy-Mitarbeiter bei Fragen über die App erreichbar, auf diesem Weg werden auch Software-Updates bereitgestellt.

Die Fahrt verläuft angenehm leise, weil Cowboy auf einen Riemen aus Gummi und Glasfasern setzt und auf eine Kette verzichtet. Auch mit einer weißen Hose kann so nichts passieren. Für lautloses Dahingleiten sorgen zudem die speziell angefertigten, so genannten »Gravelking Panaracer«-Reifen mit einer Breite von 42 Millimetern. Spaß bringen die allerdings nur auf trockenem Asphalt. Bei Nässe sind sie gefährlich und schwer kontrollierbar, wie wir bei einer unserer Fahrten feststellen mussten. Dann rutscht man wie in einem Formel 1-Auto auf Slicks im Regen. Profil haben die Cowboys-Pneus nämlich nicht.

E-Bike Test: 20190811
Keine Kette, sondern ein Riemenantrieb: Das wirkt sich positiv auf die Lautstärke aus.

Die maximale Reichweite des Akkus liegt bei 70 Kilometern. Für Fahrten innerhalb der Stadt reicht das locker. Fünf LEDs im Rahmen signalisieren, wie viel Saft der Akku noch übrig hat.

Insgesamt halten wir das Cowboy noch nicht für komplett ausgereift. Wir wünschen uns Reifen, die auch bei Regen mitspielen, einen Ständer ab Werk und die Option, das Fahrrad auch ohne Smartphone mit Tretunterstützung nutzen zu können. Das ist zwar nur zum Einschalten erforderlich, geht das Mobiltelefon während der Fahrt aus, kann man das Pedelec normal weiter nutzen, es lässt sich jedoch nicht mehr ausschalten. Hier ist das Konzept vom Coboc Seven Montreal durchdachter.

Wie nervig die Smartphone-Pflicht ist, führte uns eine spontane Testfahrt vor Augen. Das mitgelieferte Smartphone ließ sich nicht mehr einschalten, Akku leer. Also musste die Cowboy-App auf dem eigenen Mobiltelefon installiert werden. Um die nutzen zu können, ist eine Registrierung erforderlich bzw. die Anmeldung mit einem bereits existierenden Cowboy-Konto – und das nur, um das Fahrrad zu entriegeln.

E-Bike Test: 20190811
Ohne sie wird das Fahrrad nicht zum E-Bike: die Cowboy-App.

Zum Lieferumfang gehören neben einer Klingel auch Speichenreflektoren, Vorderrad- und Hinterradreflektoren sowie zusätzliche Front- und Rücklichter. Cowboy vertreibt sein Fahrrad übrigens ausschließlich über das Internet. In ersten deutschen Städten lassen sich online Probefahrten buchen.

Wer sein Smartphone immer dabei und immer geladen hat, findet das Cowboy möglicherweise cool. Alle anderen sind von der Smartphone-Pflicht wahrscheinlich genervt.

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