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Das beste Fahrradschloss

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Fahrradschloss Test: Alle Fahrradschloesser
Lars Schönewerk

Lars Schönewerk

ist Autor und Technik-Freak und hat ein Faible für alles Elektronische. Für AllesBeste testet er alles, was nicht niet- und nagelfest ist.

Wir haben 75 Fahrradschlösser in fünf Kategorien getestet. Das beste Panzerkabelschloss für die meisten ist das Abus Ivera Steel-O-Flex 7200. Es ist zwar nicht so aufbruchsicher wie ein Bügelschloss, aber viel praktischer in der Handhabung. Wer ein Maximum an Sicherheit will, für den ist das Bügelschloss Granit X-Plus 540 von Abus die beste Wahl. Auch Faltschlösser können sehr aufbruchsicher sein, das beste ist das Abus Bordo 6000. Wer sich für ein Kettenschloss entscheidet, ist beim Hiplok Gold gut aufgehoben. Smarte Fahrradschlösser sind eine gute Idee, enttäuschen aber in der Praxis. Immerhin ein Schloss mit Alarmfunktion können wir empfehlen: das Olympia S 200.

Update 30. April 2020

Wir haben 24 neue Fahrradschlösser getestet. Unser neuer Favorit bei den Kettenschlössern ist das Hiplok Gold. Außerdem haben wir mit dem Hiplok Z-Lok, dem Hiplok DX, dem Trelock FS 460 Cops Long und dem Kohlburg Alcatraz einige neue Empfehlungen.

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10. April 2019

Wir haben sieben smarte und alarmgesicherte Schlösser getestet und als neue Kategorie hinzugefügt. Die smarten Fahrradschlösser konnten uns allesamt nicht überzeugen, eine Empfehlung ist aber das alarmgesicherte Schloss Olympia S 200.

12. Oktober 2018

Wir haben das Litelok Gold Wearable getestet. Das Schloss ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Mangels einer geeigneteren Kategorie haben wir es zu den Faltschlössern gesteckt. An unseren Empfehlungen ändert sich dadurch aber nichts.

Für unseren Test haben wir 75 Fahrradschlösser mit Seitenschneider, Stahlsäge und Bolzenschneider malträtiert. Die meisten von ihnen ließen sich mehr oder weniger einfach knacken.

Gegen alle Bügelschlösser im Test, einige sehr dicke und schwere Kettenschlösser und die besten Faltschlösser konnten wir mit unseren Werkzeugen aber nichts ausrichten – zumindest nicht innerhalb von drei Minuten. Fahrradschlösser, die innerhalb dieser Zeit nicht zu knacken sind, gelten als sicher. Denn mit genügend Zeit und Aufwand kann man letztlich jedes Schloss aufbrechen – doch für Fahrraddiebe muss es schnell gehen.

Unsere bevorzugte Bauweise sind leichte Panzerkabelschlösser, die nur mit einer Kombination aus Seiten- und Bolzenschneider zu öffnen sind. Bügel- und Faltschlösser sind zwar noch aufbruchssicherer, im Alltag aber nicht immer praktisch. Unknackbare Kettenschlösser sind fürs Fahrrad in der Regel zu schwer, leichte dagegen problemlos zu öffnen.

Fahrradschloss Test: Fahrradschlösser Gruppenfoto Pile
Ganz schön viel Eisen: Die 42 Fahrradschlösser aus der ersten Testrunde bringen zusammen über 50 Kilo auf die Waage.

Smarte Fahrradschlösser klingen verlockend, aber der Teufel steckt im Detail: Sie benötigen als Stromversorgung einen Akku, der geladen werden will, und die Verbindung zum Handy klappt nicht immer zuverlässig, da ist ein klassischer Verschlussmechanismus mit Schlüssel oder Zahlenkombination oft praktischer. Fahrradschlösser, die zusätzlich mit einem Bewegungsalarm ausgestattet sind, bieten zusätzliche Sicherheit, aber auch hier kommt es auf die Umsetzung an.

Was macht ein gutes Fahrradschloss aus?

Dass besonders enthusiastische Pedalisten zum Teil mehrere Kilogramm schwere Stahlbügel durch die Gegend bugsieren, geschieht nicht ohne guten Grund, denn als Faustregel lässt sich festhalten: Umso schwerer ein Schloss ist, desto mehr hält es aus. Abgesehen davon geht es aber auch um die Sicherheit des Schließmechanismus. Auch hier gibt es große Unterschiede.

Mit Fingerspitzengefühl und roher Gewalt

Um ein Schloss zu öffnen, gibt es für Diebe prinzipiell zwei Möglichkeiten: rohe Gewalt oder Köpfchen und Fingerspitzengefühl. Das gewaltlose Öffnen des Schließmechanismus von Schlössern ist auch unter dem Namen »lock picking« bekannt und erfordert entsprechende Kenntnisse, Spezialwerkzeug und vor allem: viel Übung.

Fahrradschlösser werden in aller Regel entweder durch Pins oder Scheibenzylinder verriegelt. Erst wenn die Stifte oder Scheiben von einem passenden Schlüssel in die richtige Position gedreht werden, kann der Sperrbalken rein- oder rausgeschoben werden. Lockpicker können Pins und Scheiben statt mit dem Schlüssel auch mithilfe ihrer Werkzeuge in die richtigen Positionen bewegen. Um ihnen das zu erschweren, haben hochwertige Schlösser oft zusätzliche, falsche Aussparungen oder andere kleine Gemeinheiten in petto.

Lock­picking spielt bei Fahrrad­dieb­stählen kaum eine Rolle

In der Praxis spielt das Lockpicking bei Fahrraddiebstählen kaum eine Rolle. Der Grund dafür ist zum Einen, dass die Schließmechanismen immer sicherer werden. Zum Anderen hat jeder Schließmechanismus andere Schwachstellen. Ein kompetenter Dieb müsste die Stadt also ständig auf der Suche nach bestimmten Fahrradschlössern durchstreifen, von denen er weiß, dass er sie öffnen kann – und dann muss auch noch ein wertvolles Fahrrad daran hängen.

 Fahrradschloss Test: Werkzeug
Tatwerkzeuge: Seiten- und Bolzenschneider sind die am häufigsten benutzten Hilfsmittel bei Fahrraddiebstählen, seltener kommen auch Sägen zum Einsatz.

Die meisten Schlösser lassen sich sehr viel einfacher und schneller gewaltsam öffnen. Je nach Material und Dicke des Fahrradschlosses kann man ihm mithilfe von Bohrern, Brecheisen, Sägen, Hämmern, Schweißbrennern, Seiten- oder Bolzenschneidern auf den Laib rücken. Spätestens bei einem Winkelschleifer, umgangssprachlich »Flex« genannt, kapituliert am Ende auch das massivste Schloss.

Solche Vorhaben kosten aber Zeit und ziehen die Aufmerksamkeit von Passanten auf sich – beides Dinge, die Fahrraddiebe gewöhnlich lieber vermeiden. Die häufigsten Methoden sind deshalb die Seiten- und Bolzenschneider, mit denen Kabel und Stahl einfach durchgeknipst werden.

Die oft erzählte Variante, ein Schloss mithilfe eines Eissprays zu vereisen und dann mit einem gezielten Hammerschlag zerbersten zu lassen, gehört dagegen eher ins Reich der Urban Myths: Tests zeigen, dass man dazu sehr viel Eisspray und sehr viele sehr kräftige Hammerschläge braucht.

Schlüssel, Zahlen oder App?

Ob Sie ihr Fahrrad lieber per Zahlenkombination oder einem herkömmlichen Schlüssel öffnen möchten, ist in erster Linie Geschmacksache. Trotzdem gibt es einige Vor- und Nachteile der beiden Methoden, die es zu bedenken gilt.

Schlüssel können anders als Zahlen nicht erraten werden und es kann Ihnen auch niemand heimlich über die Schulter gucken. Solange Sie Ihren Schlüssel bei sich haben, können sie sich relativ sicher sein, dass kein Mensch in Ihrer Abwesenheit das Schloss öffnen kann. Zumindest die Schlüssel der besseren Modelle sind häufig sogar mit einer kleinen LED-Lampe ausgestattet, damit man auch im Dunklen gut aufschließen kann.

Auf der anderen Seite kann man Schlüssel verlieren. Sie können auch verbiegen oder – noch schlimmer – im Schloss abbrechen. Durch das Schlüsselloch können außerdem Schmutz und Wasser in den Schließzylinder gelangen, den man obendrein noch drehen können muss. Das kann im Dauereinsatz zum Haken oder Klemmen führen. Um der Witterung zu trotzen, sollte ein Schloss deshalb immer eine Verriegelung für das Schlüsselloch haben – leider ist das nicht immer der Fall.

 Fahrradschloss Test: Fahrradschlosser Zahlen
Wie viele Schlüssel dürfen’s denn sein? Ob man sich lieber auf Metall oder auf Ziffern verlässt, ist in erster Linie eine Geschmacksfrage.

Die Verriegelungen gibt es übrigens in zwei verschiedenen Varianten: Die häufigste ist ein Schieber, mit dem man die Öffnung für den Schlüssel per Hand auf- und zumacht. Bequemer sind automatische Verriegelungen, die beim Einstecken des Schlüssels von selbst aufgehen. Die findet man aber nur bei teureren Modellen.

Wir finden Zahlenschlösser praktischer – aber die Wahl ist letztlich Geschmacksache

Mit Zahlenschlössern hat man diese Probleme nicht. Zwar kann sich auch zwischen den Zahlenwalzen Schmutz ansammeln, ein vollständiges Blockieren ist aber unwahrscheinlicher. Blöd ist nur, wenn man das Schloss eine Weile lang nicht benutzt und die Nummer vergisst – wo man die Ersatzschlüssel wiederfinden könnte, stellt einen eine verlorene Kombination vor Probleme. Zwar kann man sein Glück mit reinem Ausprobieren versuchen, aber selbst mit den üblichen vier Zahlenwalzen gibt es schon zehntausend mögliche Codes.

Oft wird eingewendet, dass Zahlenschlösser leichter knackbar sind. Tatsächlich kann man bei günstigen Modellen mit viel Fingerspitzengefühl die Kombination herausfinden. In der Praxis spielt das aber keine Rolle. Kein ernsthafter Fahrraddieb wird versuchen, die Kombination eines Fahrradschlosses zu knacken, das dauert einfach viel zu lange. Daher finden wir Zahlenschlösser grundsätzlich praktischer.

Bei den meisten Zahlenschlössern kann – und sollte – man die Kombination übrigens ändern. Das klappt aber nur, wenn das Schloss schon geöffnet ist. Fast alle Hersteller liefern ihre Zahlenschlösser mit einer Reihe von Nullen als Kombination aus, also zum Beispiel 0000 bei einem vierstelligen Schloss. Eine Ausnahme bildet die Firma Onguard, die standardmäßig die Kombination 0005 nutzt.

 Fahrradschloss Test: Fahrradschlosser Zahlen
Zahlenschlösser haben meist vier oder fünf Walzen. Nach dem Auspacken sollte man als allererstes die Kombination ändern.

Relativ neu im Reigen sind elektronische Lösungen in Form von Fernbedienungen oder Smartphone-Apps. Einige von ihnen versprechen, dass sich das Schloss automatisch öffnet und schließt, wenn man sich nähert oder entfernt. Außerdem lassen sich schnell und einfach virtuelle Zweitschlüssel anfertigen.

Aber Batterien und Akkus sind irgendwann leer und wenn dem Smartphone der Saft ausgeht, bekommt man sein Schloss nicht mehr auf. Die Batterien in Fernbedienungen halten zwar länger als Smartphone-Akkus, sind aber teurer als Schlüssel aus Metall und bieten keinen echten Mehrwert.

Tipps zur Vorsorge

Selbst das beste Schloss kann keine hundertprozentige Sicherheit garantieren. Als Gütekriterium gilt, dass ein Schloss unter Laborbedingungen drei Minuten lang Angriffe überstehen können muss. Das hat der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) in seinen Normen festgelegt. Trotzdem können Sie noch mehr tun, als ein teures Schloss zu kaufen und zu hoffen, dass niemand schafft, es zu knacken. Sie können das Risiko eines Diebstahls enorm minimieren, wenn Sie einige Dinge beachten: 

  • Immer abschließen: Lassen sie Ihr Fahrrad niemals ungesichert herumstehen, auch nicht nur mal kurz.
  • Immer anschließen: Das beste Schloss nutzt nichts, wenn man es mitsamt dem Fahrrad einfach wegtragen und in einen Transporter werfen kann. Schließen Sie es deshalb immer an einem feststehenden, unbeweglichen Gegenstand fest, der so hoch ist, dass man es nicht einfach darüberheben kann. Achten Sie auch darauf, dass der Gegenstand stabil ist – schließen Sie Ihr Fahrrad an ein dünnes Geländer oder einen Maschendrahtzaun an, knipst der Dieb nämlich einfach die durch.
  • Immer umschauen: Nach Möglichkeit sollte Ihr Fahrrad so sichtbar wie nur irgendwie möglich sein. Belebte Plätze und Einkaufsstraßen eignen sich besser als halbdunkle Seitengassen, in denen ein Dieb viel Zeit hat, um unbeobachtet sein Werkzeug auszupacken. Nicht so leicht zu finden, aber praktisch, ist eine erhöhte Position. Zum Einen kann der Angreifer keine Werkzeuge am Boden abstützen, was besonders bei Bolzenschneidern hilft, zum Anderen ist er so besser sichtbar.
  • Durch und durch: Achten Sie darauf, dass das Schloss immer durch den Rahmen und nach Möglichkeit noch eins der Räder geht. Besonders die Vorderräder lassen sich nämlich leicht abmontieren und der Rest des Fahrrads mitnehmen. Schlaufenkabel sind zwar nicht besonders wehrhaft, geben als Ergänzung zu einem richtigen Schloss aber zumindest ein wenig Schutz.
  • Doppelt hält besser: Wenn Sie ihr Fahrrad über Nacht draußen stehen lassen, sichern Sie es am besten mit zwei verschiedenen Schlosstypen. Diebe spezialisieren sich oft nur auf einen davon und schleppen für den anderen kein geeignetes Werkzeug mit sich herum. Aufgrund des Gewichts guter Schlösser ist dieser Tipp vielleicht weniger für unterwegs geeignet, hilft aber beim allabendlichen Parken im Hinterhof.

So haben wir getestet

Alle Fahrradschlösser im Test mussten Aufbruchsversuche mit einem Seitenschneider, einer Handstahlsäge und einem Bolzenschneider über sich ergehen lassen. Auf einen Test mit einem Akku-Winkelschneider haben wir bewusst verzichtet, denn einerseits hat gegen eine »Flex« ohnehin kein Fahrradschloss eine Chance, zum Anderen macht die beim Durchtrennen von Metall so viel Lärm, dass dieses Werkzeug in der Praxis kaum eine Rolle spielen dürfte.

Unsere Wahl fiel auf einen Bolzenschneider, der mit 61 Zentimetern Länge gerade noch klein genug ist, dass er noch in einen großen Rucksack passen würde, einen 25 Zentimeter großen Seitenschneider für Pianodraht und zwei verschiedene Handmetallsägen. Wir haben bei jedem Versuch die Zeit gestoppt und nach drei Minuten abgebrochen.

Bei den Schlössern, die unseren Versuchen trotzen konnten und als potenzielle Testsieger in Frage kamen, wollten wir es aber noch ein bißchen genauer wissen und haben die Experten eines Lockpicking-Vereins nach ihrer Meinung gefragt.

Außerdem haben wir uns Verarbeitung und Ausstattung angesehen, denn zwischen den Schlössern gibt es teils erhebliche Qualitätsunterschiede. Zudem interessierten uns Handhabung und Gewicht, weil wir überzeugt sind, dass das sicherste Schloss nicht zum alltäglichen Gebrauch taugt, wenn es zu schwer oder zu unhandlich ist.

Kabelschlösser

Kabelschlösser sind besonders an Kinderfahrrädern häufig zu sehen. Dabei handelt es sich um geflochtene Stahlseile in einer Ummantelung, meistens aus Gummi.

Sie sind leicht und flexibel, verdienen den Namen »Schloss« aber oft nur bedingt – »Wegfahrsperre« wäre eigentlich treffender, denn mit einem Seitenschneider sind sie binnen Sekunden durchtrennt. Für den ganz schnellen Besuch im Tante-Emma-Laden mag es reichen und den Betrunkenen auf dem Heimweg kann es auch vom Gelegenheitsklau abhalten, echte Sicherheit gegen Fahrraddiebe darf man aber nicht davon erwarten.

Deutlich besser machen es Panzerkabelschlösser, bei denen das Stahlseil zusätzlich mit Stahlhülsen ummantelt ist. Im Vergleich zu dicken Bügel- oder Kettenschlössern halten sie zwar weniger aus, in der Praxis reicht das aber meistens schon. Denn um sich durch die verschiedenen Schichten von Textil, Stahlhülsen und Stahlseil zu schneiden, braucht man ziemlich viel Zeit – und vor allem mehrere Werkzeuge.

Der größte Vorteil von Panzerkabelschlössern ist ihr viel geringeres Gewicht und das selbst bei Längen, mit denen man noch bequem sein Fahrrad an etwas anschließen kann. Ein solches Schloss kann man problemlos durch den Rahmen und einen Laternenpfahl legen. Das macht sie zu sehr alltagstauglichen Allroundern.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Bestes Kabelschloss

Abus Ivera Steel-O-Flex 7200

Test besten Fahrradschlösser: Abus Ivera Steel-O-Flex 7200
Das Panzerkabelschloss ist ein ernstzunehmender Widersacher, nur mit viel Mühe zu öffnen und trotz seiner Länge relativ leicht.

Das Abus Ivera Steel-O-Flex 7200 ist ein zäher Gegner für jeden, der sich vorher nicht gründlich im Baumarkt eingedeckt hat: Mit nur einem Werkzeug kriegt man es partout nicht klein. Es ist zwar nicht unfehlbar, macht aber soviel Mühe, dass es kaum ein Dieb damit aufnehmen wird. Dabei ist es relativ leicht, sehr flexibel in der Handhabung und kostet nicht die Welt.

Gut für Motorräder

Contec PowerLoc

Test besten Fahrradschlösser: Contec PowerLoc
Das dicke Panzerkabelschloss ist hervorragend verarbeitet und löblich ausgestattet, aber nicht gerade kompakt.

von 60 Lesern gekauft

Wer motorisiert unterwegs ist, für den ist das Contec PowerLoc eine gute Alternative. Seine Verarbeitung ist vorbildlich und das Schloss bietet ordentlich Widerstand. Es ist aber wesentlich größer und deutlich schwerer als der Konkurrent von Abus und damit nicht wirklich für Fahrräder geeignet.

Wenns schnell gehen muss

Hiplok Z-Lok

Fahrradschloss Test: Hiplok Z Lok
Das Z-Lok hält nicht viel fest, eignet sich als kurzzeitige Sicherung aber vor allem für Sportradler.

Das Hiplok Z-Lok ist das Schloss der Wahl, wenn es mal ganz schnell gehen muss. Das Konzept eines stahlverstärkten Kabelbinders ist ungewöhnlich, erfüllt seinen Zweck aber tadellos. Mit gerade einmal 20 Gramm wird das Leichtgewicht vor allem Sportlern gefallen, die möglichst wenig Ballast dabei haben wollen. Seitenschneider werden dem Z-Lok aber gefährlich, weshalb man sich nie allzu weit von seinem Fahrrad entfernen sollte.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Bestes KabelschlossGut für MotorräderWenns schnell gehen muss
ModellAbus Ivera Steel-O-Flex 7200Contec PowerLocHiplok Z-LokHiplok Z-Lok ComboNean PanzerschlossOnguard RottweilerNean Fahrradschloss für KinderBigo KabelschlossBlusmart KabelschlossBurg-Wächter Spiralseilschloss 1345Kryptonite KryptoFlex 410 Looped CablesEverest FitnessAbus Cobra 10/200Powcan Fahrradschloss
Test besten Fahrradschlösser: Abus Ivera Steel-O-Flex 7200Test besten Fahrradschlösser: Contec PowerLocFahrradschloss Test: Hiplok Z LokTest Fahrradschloss: Hiplok Z-Lok ComboTest besten Fahrradschlösser: Nean PanzerschlossTest besten Fahrradschlösser: Onguard RottweilerTest Fahrradschloss: Nean Fahrradschloss für KinderTest besten Fahrradschlösser: Bigo KabelschlossTest besten Fahrradschlösser: Blusmart KabelschlossTest besten Fahrradschlösser: Burg Wächter SeilschlossTest besten Fahrradschlösser: Kryptonite KryptoFlex Looped CablesTest besten Fahrradschlösser: Everest FitnessTest besten Fahrradschlösser: Abus Cobra 10/200Test Fahrradschloss: Powcan Fahrradschloss
Pro
  • Gut verarbeitet
  • Relativ Leicht
  • Flexibel
  • Mehrere Werkzeuge nötig
  • Gut verarbeitet
  • Guter Staubschutz
  • Vorbildlich ausgestattet
  • Recht lang
  • Gut gegen Bolzenschneider
  • Klein
  • Leicht
  • Relativ günstig
  • Klein
  • Leicht
  • Relativ günstig
  • Relativ leicht
  • Guter Staubschutz
  • Gute Ausstattung
  • Recht lang
  • Gut gegen Bolzenschneider
  • Leicht
  • Günstig
  • Relativ günstig
  • Ausstattung ist okay
  • Relativ günstig
  • Ausstattung ist okay
  • Günstig
  • Ordentliche Ausstattung
  • In mehreren Farben erhältlich
  • Relativ stabil
  • Verschiedene Längen erhältlich
  • Relativ stabil
  • Verschiedene Längen erhältlich
  • Klein
  • Leicht
  • Günstig
  • Große Gesamtlänge
Contra
  • Nicht vollständig bruchsicher
  • Kein Staubschutz
  • Dürftige Ausstattung
  • Sperrig
  • Relativ schwer
  • Keine Chance gegen Seitenschneider
  • Geringe Länge
  • Keine Chance gegen Seitenschneider
  • Geringe Länge
  • Deutlich teurer als die Variante mit Schlüssel
  • Nicht bruchsicher
  • Kein Staubschutz
  • Mäßige Ausstattung
  • Sperrig
  • Schwer
  • Klobiger Verschlussteil
  • Keine Chance gegen Seitenschneider
  • Mit Seitenschneider und Bolzenschneider leicht zu öffnen
  • Mit Seitenschneider und Bolzenschneider leicht zu öffnen
  • Mit Seitenschneider und Bolzenschneider leicht zu öffnen
  • Mit Seitenschneider und Bolzenschneider leicht zu öffnen
  • Mit Seitenschneider und Bolzenschneider leicht zu öffnen
  • Mit Seitenschneider und Bolzenschneider leicht zu öffnen
  • Nervige Handhabung
  • Lässt sich innerhalb von Sekunden mühelos aufschneiden
Bester Preis

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Fahrradschloss Test: Abus Ivera Steel O Flex

Das beste Kabelschloss: Abus Ivera Steel-O-Flex 7200

Das Panzerkabelschloss Abus Ivera Steel-O-Flex 7200 ist für uns für die meisten Fahrradfahrer ganz klar die beste Wahl. Wir konnten es zwar knacken, der dazu nötige Aufwand war aber beachtlich. Noch dazu ist es leicht und sehr flexibel in der Handhabung.

Bestes Kabelschloss

Abus Ivera Steel-O-Flex 7200

Test besten Fahrradschlösser: Abus Ivera Steel-O-Flex 7200
Das Panzerkabelschloss ist ein ernstzunehmender Widersacher, nur mit viel Mühe zu öffnen und trotz seiner Länge relativ leicht.

In den eingeplanten drei Minuten waren wir noch nichtmal so weit, dass wir den Seitenschneider am Stahlkabel ansetzen konnten. Am Ende haben wir letztendlich unsere gesamte Werkzeugpalette gebraucht, um das Schloss zu durchtrennen.

Um das Innenleben freizulegen, mussten wir zunächst einmal durch das Textil kommen. Unter dem Textil kam eine Art Gummischlauch zum Vorschein. Darunter stießen auf Stahlhülsen, um festzustellen, dass man daran dauernd abrutscht. Längs zu schneiden ging auch nicht, weil die einzelnen Glieder überlappen und man mit der Spitze des Seitenschneiders nicht dazwischen kommt. Wären wir nur mit einem Seitenschneider bewaffnet auf Diebestour gewesen, wäre uns das Ganze spätestens an dieser Stelle zu blöd gewesen und wir hätten uns einfach ein anderes Fahrrad vorgenommen.

Nur mit Messer, Seiten­schneider und Bolzen­schneider zu öffnen

Mit dem Bolzenschneider konnten wir die Stahlhülsen zerquetschen, darunter kam schlussendlich das Stahlkabel zum Vorschein, das man mit viel Gefummel dann wiederum mit dem Seitenschneider durchtrennen konnte. Aber auch da war es nicht einfach mit einem Schnitt getan, denn das ganze Kabel aufs Mal ließ sich nicht durchtrennen. Nur mit kleinen Strängen von wenigen Fasern und häufigem Nachsetzen kamen wir voran, bis das Ivera nach langer Gegenwehr letztendlich durchschnitten war.

Wir haben es anschließend auch nochmal an einer anderen Stelle mit der Metallsäge probiert. Die erwies sich als sehr gutes Mittel, um dem störrischen Textil Herr zu werden. Das war es aber auch schon wieder, denn an den Stahlgliedern zeigte sich das Ivera auch nach einer Minute Sägen absolut unbeeindruckt von unseren Handwerkskünsten. Es hatte nur ein paar kleinere Kratzer, das war’s.

Auch wenn wir das Ivera Steel-O-Flex schlussendlich kleinkriegten, dauerte es deutlich länger als drei Minuten und war nur mit Messer, Seitenschneider und Bolzenschneider zu schaffen. Damit ist es für uns in der Praxis aufbruchssicher.

Kein Staubschutz am Schlüsselloch

Die Ausstattung des schwarz-blau gestreiften Panzerkabelschlosses ist leider etwas mager; es liegen nur zwei Schlüssel bei und keiner der beiden hat eine LED. Unschön finden wir auch, dass das Ivera Steel-O-Flex 7200 keinen Staubschutz hat – selbst die billigsten Schlösser von No-Name-Herstellern verfügen meist mindestens über einen manuellen Schieber. Eine Halterung gibt es nur gegen Aufpreis mit dem Namenszusatz »+RBU«, aber die braucht man bei einem flexiblen Schloss wie dem Ivera auch nicht unbedingt.

Den Testsieg bekommt das Ivera Steel-O-Flex 7200, weil es im Gegensatz zu allen anderen aufbruchssicheren Schlössern im Test sehr leicht und gut zu handhaben ist. Es ist zwar nicht ganz so flexibel wie ein Ketten- oder Kabelschloss, kommt dem aber sehr nah. Außerdem ist es lang genug, dass man sein Fahrrad überall ansperren kann. Auch bei der Verarbeitung leistet es sich keine Schnitzer und der Preis gefällt uns obendrein: Rund 30 Euro sind angesichts der tollen Leistung alles andere als viel.

Abus Ivera Steel-O-Flex 720 im Testspiegel

Die Stiftung Warentest hatte das Ivera 7200 ebenfalls schon im Test und hat eine Gesamtnote von 3,8 vergeben (Test 04/2013). Das ist erstmal ernüchternd, klingt aber schlechter als es tatsächlich ist, weil das Ivera damit noch immer die zweitbeste Bewertung der Panzerkabelschlösser bekommen hat und auch bauformübergreifend zu den Top 10 im Testfeld gehörte.

Kritisiert wurde vor allem die Aufbruchssicherheit, was bedeutet, dass die Tester das Steel-O-Flex offenbar in unter 3 Minuten öffnen konnten. Wir können uns nicht vorstellen, wie das zu bewerkstelligen sein soll. Leider macht die Stiftung Warentest hierzu keine genaueren Angaben.

Gelobt wurden die Handhabung mit einer soliden 2,2, die gute Haltbarkeit mit einer Bewertung von 1,5 und die äußerst geringe Schadstoffbelastung, bei der das Ivera sogar die Bestnote von 1,0 ergattern konnte.

Alternativen

Das Abus Ivera Steel-O-Flex 7200 ist ein sehr guter Allrounder, doch es gibt auch noch andere Modelle, die die individuellen Ansprüche unter Umständen besser erfüllen können. Die folgenden Alternativen sind empfehlenswert.

Gut für Motorräder

Contec PowerLoc

Test besten Fahrradschlösser: Contec PowerLoc
Das dicke Panzerkabelschloss ist hervorragend verarbeitet und löblich ausgestattet, aber nicht gerade kompakt.

von 60 Lesern gekauft

Falls Sie auf der Suche nach einem geeigneten Schloss für Ihr Motorrad sind, ist das PowerLoc von Contec eine gute Alternative.

Das Panzerkabelschloss ist etwas größer und schwerer, womit es für die meisten Fahrradfahrer zu unhandlich sein dürfte. In Sachen Sicherheit ist das PowerLoc dafür aber noch eine Nasenlänge voraus.

Das liegt allem voran an den enormen Abmessungen des Schlosses, denn die Stahlmanschetten haben je nach Ausführung einen Durchmesser von mindestens zwei Zentimetern und sind damit zu breit, um zwischen die Klemmen eines Bolzenschneiders zu passen. Da man sie aber ohne den Riesenquetscher nicht aufkriegt, kommt man nicht an das Stahlkabel im Inneren. Somit wird auch der Seitenschneider auf die Plätze verwiesen. Man könnte sie zwar aufsägen, dazu muss man aber ordentlich Zeit mitbringen – zu viel für einen Diebstahl in der Öffentlichkeit.

Das Problem, dass sich aus den stattlichen Abmessungen ergibt, liegt auf der Hand: Das Schloss ist zum Einen ziemlich schwer und zum Anderen relativ unflexibel und damit schwierig zu verstauen. Die große Länge, die aufgrund der Möglichkeit, das Schloss beispielsweise um einen Laternenpfahl legen zu können, eigentlich zu den positiven Eigenschaften gehört, wird da schnell zum Nachteil.

An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen: Die mattschwarze Ummantelung aus Kunststoff ist wasserabweisend und sieht gut aus, der Schlüssel hakt nicht. Das Schlüsselloch hat eine doppelseitige, automatische Verriegelung für den Staubschutz. Man kann somit nicht vergessen ihn wieder zu verschließen und braucht sich trotzdem keine Gedanken machen, dass Schmutz in das Schloss gelangen könnte.

Vorbildliche Ausstattung und Verarbeitung

Wir wissen zwar nicht, ob man wirklich so viele Schlüssel braucht, aber das PowerLoc hat davon gleich fünf im Gepäck – mehr als stattlich! Einer davon ist mit einer weiß leuchtenden LED ausgestattet, die einem im Dunklen das Finden des Schlüssellochs erleichtert. Da darf sich Abus ruhig mal anschauen, wie andere Hersteller das machen.

Was allerdings auch hier fehlt, ist eine Halterung. Andererseits wüssten wir aber ohnehin nicht, wo man sie anbringen könnte, denn das Schloss wäre dafür in jedem Fall zu ausladend.

Für die meisten Fahrradfahrer dürfte das Contec PowerLoc zwar zu groß, zu unhandlich und zu schwer sein, für E-Bikes, S-Pedelecs oder Mopeds ist es aber eine sehr gute Alternative.

Wenns schnell gehen muss

Hiplok Z-Lok

Fahrradschloss Test: Hiplok Z Lok
Das Z-Lok hält nicht viel fest, eignet sich als kurzzeitige Sicherung aber vor allem für Sportradler.

Das Hiplok Z-Lok ist für »Nur mal schnell«-Situationen konzipiert, also jene Momente, in denen man sich nur sehr kurz und nicht weit von seinem Fahrrad entfernt. Genau genommen ist es kein Kabelschloss, ähnelt diesen aber sowohl im grundsätzlichen Aufbau als auch bei den Schwachpunkten.

Am besten lässt sich das Z-Lok als metallverstärkter Kabelbinder beschreiben. Innen verläuft eine bandartige Schiene, die außen von Kunststoff ummantelt ist. Man steckt das eine Ende in die Lasche am anderen Ende und zurrt es fest, das war’s. Der Schlüssel – lediglich einer liegt bei – ist viel mehr eine zweidornige Klammer als ein richtiger Schlüssel. Für den angedachten Einsatzzweck reicht das aber auch schon aus, denn als sogenanntes »Café Lock« will es überhaupt kein hochgerüstetes Bollwerk sein.

Die Verarbeitungsqualität ist sehr hoch und die Anwendung komfortabel. Weil das Material recht elastisch ist, hatten wir mit dem Bolzenschneider starke Probleme. Zerquetschen? Keine Chance! Anders sieht es mit der Metallsäge aus: Wir konnten das Schloss in unter 90 Sekunden zersägen. Das war allerdings so laut, dass es in der näheren Umgebung kaum zu überhören war – und weiter sollte man sich ohnehin nicht entfernen, wenn man nur das Z-Lok zur Sicherung seines Fahrrads benutzt. Der Seitenschneider war entsprechend unserer Erwartungen das wirksamste Mittel, hier reichte ein schneller Schnitt und das Z-Lok fiel zu Boden. Wir hatten die Befürchtung, man könne den Verschluss mit zwei kleinen Nägeln oder Schraubendrehern überlisten, können aber Entwarnung geben: Wir konnten es mit beiden Hilfsmitteln nicht öffnen.

Als Allround-Schloss taugt das Hiplok Z-Lok überhaupt nichts, das ist aber eben auch nicht seine Aufgabe. Für den schnellen Gang zum Bäcker ist es durchaus in Ordnung. Damit eignet es sich de facto allerdings nur für Sport-Radler, die wenig möglichst Gewicht mit sich führen wollen und in dem Wissen aus dem Haus gehen, dass sie ihr Fahrrad ohnehin nirgends lange anschließen werden. Möchte man damit etwa einkaufen, zur Arbeit fahren oder Arzttermine wahrnehmen, ist eine deutlich wehrhaftere Sicherung nötig als das Z-Lok bieten kann. Abgesehen von der Länge erfüllt es trotzdem alles, was ein typisches Kabelschloss ausmacht, ist aber komfortabler in der Handhabung.

Außerdem getestet

Hiplok Z-Lok Combo unterscheidet sich nur marginal vom normalen Z-Lok ohne »Combo« im Namen. Der Zusatz bezieht sich auf den Verschluss, denn statt mit einem Schlüssels wird die Combo-Variante mithilfe von drei Zahlenrädchen geöffnet. Diese sind, wie auch die auf ihr aufgedruckten Nummern, recht klein, weshalb Menschen mit einer ausgeprägten Sehschwäche Probleme beim Eingeben des Codes bekommen könnten. Gegenüber dem normalen Z-Lok ist das Z-Lok Combo etwas größer, sowohl in der Länge als auch in der Breite.

Was den Schutzfaktor und den Einsatzzweck angeht, macht es praktisch keinen Unterschied, ob man Schlüssel oder Zahlen bevorzugt. Lediglich zum Durchsägen braucht man aufgrund der breiteren Bauweise einige Sekunden länger, die lassen sich aber vernachlässigen. Beim Preis lassen sich allerdings deutliche Unterschiede ausmachen, denn zum Preis eines einzigen Z-Lok Combo bekommt man alternativ auch einen Doppelpack der normalen Version.

Die Textilummantelung des Nean Panzerschlosses ist nicht wie beim Abus Ivera befestigt, sondern lässt sich ein Stück weit bewegen. Das erleichtert den Zugriff, weil man sich nicht erst mit Messer oder Säge hindurcharbeiten muss. Lediglich den äußeren Gummischlauch muss man durchschneiden, das geht aber recht schnell.

Schon mit einem Seitenschneider kommt man relativ schnell ziemlich weit. Man kann die Stahlmanschetten anschneiden und dann aufbiegen. Das erfordert allerdings recht viel Feinarbeit und konnte zumindest erfolgreich verhindern, dass wir es innerhalb der angesetzten drei Minuten erledigen konnten. Hat man dann aber erst einmal geschafft, das Stahlseil freizulegen, ist es nur noch eine Sache von wenigen Sekunden und die Metallfasern sind durchtrennt.

Mit dem Bolzenschneider haben wir das Nean Panzerschloss schneller kleingekriegt. Die Stahlhülle zu durchbrechen war damit kein Problem, das Stahlseil im Inneren brauchte hingegen eine ordentliche Behandlung aus Drehen und Rütteln, bis es durch war.

Gegen unsere Säge konnte sich das Schloss gut behaupten und wir schafften trotz einiger Anstrengung nicht, ihm innerhalb von drei Minuten nennenswerte Schäden zuzufügen.

Ausgestattet ist das Schloss übrigens mit zwei Schlüsseln ohne LED. Einen Staubschutz hat es nicht. Damit bleibt zusammengefasst ein sehr günstiges, mittelmäßiges Panzerkabelschloss mit schlechter Ausstattung.

Das Design des Onguard Rottweiler ist, wie bei Onguard üblich, in schwarz-gelb gehalten und sieht damit schon recht warnend aus. Der lackartig glänzende Gummischlauch umfasst sehr breite Stahlmanschetten, die mit drei Zentimetern Durchmesser zu dick sind, um sie mit dem Bolzenschneider zerquetschen zu können. Auch der Rest des Schlosses ist einfach nur groß und klobig. Das macht das Schloss noch ein ganzes Stück unflexibler als das Contec PowerLoc und nicht nur beim riesigen Gehäuse des Verschlussteils fragt man sich, ob das wirklich nötig ist. Auch das Kabel selbst ist sehr unflexibel und das elegante, doppelte Zusammenrollen, wie es auf den Produktfotos zu sehen ist, ist eine reine Wunschvorstellung ohne jeden Realitätsbezug.

Immerhin ist die Ausstattung ordentlich, denn das Rottweiler hat einen doppelseitigen, automatischen Staubschutz und satte fünf Schlüssel. Einen davon ziert eine LED.

Das Schloss ist kein kompletter Reinfall, aber gegenüber dem Contec PowerLoc kürzer, schwerer, starrer und allgemein unhandlicher. Das macht den Konkurrenten praktisch in allen Bereichen überlegen.

Nean Fahrradschloss für Kinder

Beim Nean Fahrradschloss für Kinder bekommt man genau das, was man erwartet – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das Kabelschloss hat vier Zahlenwalzen, die kindgerecht in verschiedenen Farben gehalten sind: Grün, Blau, Rot und Rosa. Dies sind auch gleichzeitig die Farben, in denen das Schloss selbst erhältlich ist, außerdem steht noch eine schwarze Variante bereit.

Das Stahlseil nimmt rund die Hälfte des Durchmessers ein, die andere besteht aus Gummiummantelung. Das Schloss ist nicht besonders lang und sehr leicht, was Kindern die Handhabung erleichtert. Typisch für Kabelschlösser kann man es innerhalb von Sekunden mit einem Seitenschneider aufknipsen, gegen Bolzenschneider und Metallsägen hält es länger durch.

Für ein Kinderfahrradschloss ist das Nean-Modell vollkommen in Ordnung. Besonders viel Schutz kann man von dieser Bauform aber allgemein nicht erwarten, da bildet auch dieses Schloss keine Ausnahme.

Das Bigo Kabelschloss ist ein typisches Spiralkabelschloss in mattschwarz, wie man sie seit Jahren kennt. Als Verschluss dient eine fünfstellige Code-Walze, womit 100.000 verschiedene Kombinationen möglich sind. Das Schloss ist schon recht günstig zu haben und bringt gleich noch eine Halterung mit.

Wie für Kabelschlösser üblich, ist es ziemlich leicht, obwohl es mit einer Länge von 1,80 Metern zu den längsten Fahrradschlössern überhaupt gehört.

Leider ist es, wie ebenfalls für Kabelschlösser üblich, eine reine Mitnahmesperre und höchstens für Kinderfahrräder interessant, bei denen ein ernstzunehmendes Schloss aufgrund des höheren Gewichts nicht in Frage kommt. Wirklichen Schutz darf man hier einfach nicht erwarten, denn mit dem Seitenschneider ist das dünne Kabel innerhalb von Sekunden durchgeknipst. Das geht so schnell, dass wir uns gar nicht mal mehr die Mühe gemacht haben, die Säge auszuprobieren – den extra Aufwand würde sich einfach niemand machen.

Blusmart Kabelschloss

Das Blusmart Kabelschloss ist vollständig baugleich mit dem Bigo Kabelschloss, kostet aber etwas mehr und ist dadurch schon von vorne herein nicht konkurrenzfähig.

Lediglich die Produktbeschreibung hat einen höheren Unterhaltungswert, denn wenn der Hersteller schreibt »Die 5 Stellige Zahlenkombination ermöglicht Ihnen 10.000 tausend mögliche Code Varianten«, fragen wir uns, ob er das Funktionsprinzip seines eigenen Produkts begriffen hat. Weiter verspricht er, das Schloss sei »resistent gegen Sägen, Bolzenschneider und Rost«. Seitenschneider hat Blusmart dabei bestimmt nur vergessen. Ein Schelm, wer Böses denkt!

Burg-Wächter Spiralseilschloss 1345

Das Burg Wächter Spiralseilschloss 1345 gibt es in mehreren Farben, was modebewusste Radler und Kinder bestimmt freuen dürfte. Es kommt mit einer Halterung und zwei Schlüsseln, wovon einer mit einer LED bestückt ist. Das ist angesichts des sehr günstigen Preises lobenswert.

Leider ist an dem ohnehin schon nicht sonderlich beeindruckend wirkenden Schloss nicht sehr viel dran – oder besser gesagt: drin. Das Stahlseil nimmt nämlich gerade mal ein Drittel des Durchmessers ein, die anderen zwei Drittel sind Kunststoffmantel. Entsprechend schnell kann man das Kabel mit dem Seitenschneider durchknipsen – ein Schnitt und das Ding ist sofort offen. Das ist selbst für ein Kabelschloss ziemlich mickrig.

Mit dem Bolzenschneider dauerte es nur unwesentlich länger und nach gut 20 Sekunden hatten wir das Schloss ein zweites Mal durchtrennt. Das lag aber auch eher daran, dass ein Bolzenschneider unhandlicher ist als ein Seitenschneider, nicht daran, dass das Schloss besser gewappnet gewesen wäre.

Schutz sieht anders aus. Aufgrund der erhältlichen Farbpalette ist es vielleicht noch für Kinder interessant, aber selbst dann würden wir eher zu einem der beiden kleinen Abus-Kettenschlösser greifen. Die widerstehen immerhin Seitenschneidern, haben noch die stabile Textilhülle für sich und es gibt sie obendrein in noch mehr verschiedenen Farben.

Kryptonite KryptoFlex 410 Looped Cables

Test besten Fahrradschlösser: Kryptonite KryptoFlex Looped Cables

Keine Preise gefunden.

Streng genommen laufen Schlaufenkabel außer Konkurrenz, weil es sich dabei nicht wirklich um Fahrradschlösser im eigentlichen Sinn handelt – dazu fehlt ihnen der »Schloss«-Teil. Viel mehr sind sie zusätzliche Sicherungskabel für Laufkomponenten, wie vor allem Räder. Sie sind also dazu gedacht, ein richtiges Schloss zu ergänzen und werden entsprechend häufig im Set mit Bügelschlössern verkauft, um dem Problem ihrer typisch geringen Größe zu begegnen.

Das beste Schlaufenkabel unter den drei von uns getesteten waren die Kryptonite Kryptoflex Loop Cables. Bautypisch für Stahlkabel kann man sie natürlich recht schnell durchtrennen, das dauert aber länger als erwartet – deutlich länger als beispielsweise beim Burg Wächter Spiralseilschloss.

Mit dem Seitenschneider konnten wir nicht auf einmal das gesamte Stahlseil durchschneiden, sondern mussten uns, wie schon beim Abus Ivera 7200, immer wieder einzelne Faserstränge vornehmen und mehrmals nachsetzen. Insgesamt haben wir 45 Sekunden gebraucht, was für ein Stahlkabel kein schlechter Wert ist.

Auch gegenüber dem Bolzenschneider gab sich das Kabel relativ resistent. Unsere bewährte Vorgehensweise, einmal mit Kraft reinzuschneiden und das Kabel dann gegeneinander zu zwirbeln, funktionierte bei den Looped Cables nicht so gut wie gewohnt und wir mussten das Spiel einige Male wiederholen, bis das Kabel nach etwa einer Minute durchtrennt war.

Wir weisen noch einmal explizit darauf hin, dass man mit solchen Kabeln nicht das Fahrrad selbst abschließen sollte! Für den angedachten Einsatzzweck sind die Kryptoflex Looped Cables aber gar nicht mal so schlecht.

Allzu viel lässt sich über das Schlaufenkabel Everest Fitness nun eigentlich gar nicht mehr sagen, weil es sich kaum von den Kryptonite Looped Cables unterscheidet. Die Gegenwehr des Everest-Kabels war nur unwesentlich niedriger als die des Kryptonite-Pendands und dessen Zerstörung benötigte ähnliche Zeiten.

Da die beiden Konkurrenten preislich ähnlich liegen, kann man die Wahl fast vollständig vom Geschmack abhängig machen: Das Kryptonite-Modell ist grau-orange, das Everest-Kabel hingegen schwarz-rot. Oder man entscheidet sich aufgrund der Länge, denn das Everest Fitness gibt es nur in der Einheitsgröße von zwei Metern. Bei Kryptonite hat man da etwas mehr Auswahl.

Deutlich schlechter als die beiden Konkurrenzmodelle hat das Abus Cobra abgeschnitten. Wir waren angesichts des dünnen Stahlseils schon sehr überrascht, dass auf dem Kabel wirklich das Logo desselben Herstellers prangt, der sich sonst in Sachen Qualität kaum Schwächen erlaubt hat.

Mit dem Seitenschneider haben wir 35 Sekunden gebraucht, mit dem Bolzenschneider sogar nur 17 Sekunden. Das mag zum Einen daran liegen, dass das Stahlseil selbst ein ganzes Stück dünner ist als bei Everest und Kryptonite, zum Anderen befindet sich im Inneren des Stahlkabels auch noch ein Strang aus Textil, der überhaupt nichts aushält. Wir haben wirklich keine Ahnung, was sich Abus dabei gedacht hat.

Äußerlich ähnelte unsere Version des Abus-Kabels dem Everest-Modell wie ein Ei dem anderen: Beide waren zwei Meter lang und schwarz-rot, Abus bietet aber auch noch andere Größen an. Unser Ratschlag bleibt trotzdem: Wenn Sie ein Schlaufenkabel brauchen, nehmen Sie lieber eins der anderen beiden.

Powcan Fahrradschloss

Dass das Powcan Fahrradschloss als solches verkauft wird, ist schon ziemlich frech. Das Kabel erinnert nicht nur optisch, sondern auch bei Größe und Widerstand an das eines Telefonhörers. Genau genommen haben Telefone sogar dickere Strippen. Der Verschlussteil mit fünf Zahlenwalzen ist so weit ganz okay, hier unterscheidet sich das Schloss nicht nennenswert von anderen günstigen Vertretern. Anders sieht es beim Stahlkabel aus: Mit einem einzigen schnellen Schnitt des Seitenschneiders hat man es sofort durch, einschließlich des Ansetzens des Werkzeugs brauchten wir etwa zwei Sekunden.

Zersägen kann man es auch – hier ist die labbrige Dehnbarkeit von Vorteil, weil das Kabel mit der Säge mitschwingt, wenn man es nicht genügend spannt. Aus demselben Grund muss man aber auch gesteigerte Aufmerksamkeit beim Anschließen aufbringen, denn schnell rutscht einem das Ende des Ringelkabels aus der Hand und zieht sich wieder zusammen.

Somit ist das Powcan-Schloss bestenfalls als Gepäckschloss zu gebrauchen. Als Fahrradschloss, als das es angepriesen wird, fällt es in jeder Hinsicht rettungslos durch.

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Kommentare

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Thomas
Thomas

Und was ist mit dem Ruhr-West-Manufaktur Prämiumschloss????

Oskar Hinze
Oskar Hinze

Sehr ausführlich und informativ, vielen Dank!

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