Unsere Tests sind unabhängig. Wir finanzieren uns über Affiliate-Links. Kaufen Sie ein Produkt über Links, die mit markiert sind, erhalten wir ggf. eine kleine Provision. Mehr dazu.
last updateZuletzt aktualisiert:
Fahrradschloss Test: Alle Fahrradschloesser
Lars Schönewerk

Lars Schönewerk

ist Autor und Technik-Freak und hat ein Faible für alles Elektronische. Für AllesBeste testet er unter anderem Smart-Home- und Haushaltsgeräte und alles für die männliche Gesichtshaarpflege.

 Fahrradschloss Test: Trelock Fs 460 Cops

Faltschlösser

Ähnlich schwer wie die Geschwister mit Bügel, aber kompakter und einfacher zu verstauen, sind Faltschlösser. Wie Bügelschlösser bestehen sie aus dickem Stahl, haben aber bewegliche Gelenke, an denen man sie zusammenklappen kann. Das macht das Handling aber nicht gerade leichter, weshalb sie bei vielen Fahrradfahrern unbeliebt sind.

Außerdem sind die Scharniere an den Faltstellen oft Schwachpunkte, manche lassen sich mit einem Brecheisen aufhebeln. Zudem kommt es sehr auf den verwendeten Stahl an. Vor allem günstigere Faltschlösser konnten wir im Test mit dem Bolzenschneider im Nu durchtrennen, bei anderen hatte der Bolzenschneider keine Chance.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Bestes Faltschloss

Abus Bordo 6000

Test besten Fahrradschlösser: Abus Bordo 6000
Das Abus Bordo ist ein Klassiker und ein Musterbeispiel eines Faltschlosses. Es ist stabil verarbeitet, extrem hart und deutlich günstiger als der große Bruder mit X Plus.

Faltschlösser sind schön kompakt, haben aber generell den Ruf, nicht besonders sicher zu sein. Das Abus Bordo 6000 zeigt, dass es auch anders geht. Wo die meisten Faltschlösser in unserem Test gegen den Bolzenschneider keine Chance hatten, blieb das Bordo 6000 dank sehr guter Verarbeitung und der extremen Härte des verwendeten Stahls absolut standhaft gegen unsere Attacken.

Auch gut

Trelock FS 460 Cops Long

Test Fahrradschloss: Trelock FS 460 Cops Long
Gut verarbeitet und sehr stabil: Das FS 460 Cops Long ist eine exzellente Alternative zum Abus Bordo.

Keine Preise gefunden.

Der Herausforderer hört auf den Namen Trelock FS 460 Cops Long und ist dem Abus Bordo 6000 sehr ähnlich. Er ist genauso aufbruchsicher, sieht fast genauso aus und bietet eine vergleichbare Sicherheit. Auf besondere Alleinstellungsmerkmale verzichtet das Schloss, was aber nicht schlecht ist – die Kopie ist in jeder Hinsicht gelungen und kann es ohne jede Probleme mit dem Champion aufnehmen.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Bestes FaltschlossAuch gut
ModellAbus Bordo 6000Trelock FS 460 Cops LongAbus Bordo Granit X-Plus 6500Trelock FS 500 ToroLitelok Gold WearableKohlburg WienDinoka FaltschlossKohlburg InnsbruckKryptonite Keeper 810Axa ToucanWheel Up HamburgTrelock FS 300 Trigo ZTFischer SafetyToptrek TTON01Toptrek U0111Trelock FS 200 Two GoSportastisch Fold & Hold
Test besten Fahrradschlösser: Abus Bordo 6000Test Fahrradschloss: Trelock FS 460 Cops LongTest besten Fahrradschlösser: Abus Bordo Granit X Plus 6500/85Test besten Fahrradschlösser: Trelock FS 500 ToroTest Fahrradschloss: Litelok Gold WearableTest Fahrradschloss: Kohlburg WienTest Fahrradschloss: Dinoka FaltschlossTest Fahrradschloss: Kohlburg InnsbruckTest besten Fahrradschlösser: Kryptonite Keeper 810Test besten Fahrradschlösser: Axa ToucanTest besten Fahrradschlösser: Wheel Up HamburgTest besten Fahrradschlösser: Trelock FS 300/85 Trigo ZTTest Fahrradschloss: Fischer SafetyTest Fahrradschloss: Toptrek TTON01Test Fahrradschloss: Toptrek U0111Test besten Fahrradschlösser: Trelock FS 200 Two GoTest besten Fahrradschlösser: Sportastisch Fold & Hold
Pro
  • Gut verarbeitet
  • Hartes Material
  • Kompakt
  • Tasche mit Halterung
  • Sehr sicher gegen Picking
  • Sehr stabil
  • Tadellos verarbeitet
  • Großzügige Länge
  • Staubschutz
  • Gut verarbeitet
  • Hartes Material
  • Kompakt
  • Tasche mit Halterung
  • Extrem sicher gegen Picking
  • Gut verarbeitet
  • Hartes Material
  • Kompakt
  • Tasche mit Halterung
  • Staubschutz
  • Widerstandsfähig
  • Nicht zu schwer
  • Gute Tasche
  • Kompakte Maße
  • Staubschutz
  • Aufbruchssicher
  • Hielt im Test (gerade so) stand
  • Kompakte Maße
  • Gute Handhabung
  • Gut verarbeitet
  • Hartes Material
  • Tasche mit Halterung
  • Staubschutz
  • Gute Länge
  • Hartes Material
  • Tasche mit Halterung
  • Staubschutz
  • Kompakt
  • Leicht
  • Kompakt
  • Leicht
  • Zähes Material
  • Tasche mit Halterung
  • Automatischer Staubschutz
  • Leicht
  • Leicht
  • Günstig
  • Leicht
  • Günstig
  • Leicht
  • Tasche mit Halterung
  • Leicht
Contra
  • Kein Staubschutz
  • Relativ schwer
  • Nicht gerade günstig
  • Kein Staubschutz
  • Teuer
  • Relativ schwer
  • Teuer
  • Relativ schwer
  • Kein Staubschutz
  • Teuer
  • Geringe Länge
  • Schlechte Handhabung
  • Gelenke haben Spiel (klappern)
  • Nicht bruchsicher
  • Etwas unhandlich
  • Anfällig für Picking
  • Unhandlich
  • Schlüssel hakt
  • Nicht ganz so kompakt
  • Recht kurz
  • Mäßiges Material
  • Plastikdeckel fiel von selbst ab
  • Nicht bruchsicher
  • Nicht bruchsicher
  • Nicht bruchsicher
  • Nicht bruchsicher
  • Schwaches Material
  • Anfällige Scharniere
  • Schwaches Material
  • Anfällige Scharniere
Bester Preis

Keine Preise gefunden.

Keine Preise gefunden.

Keine Preise gefunden.

Keine Preise gefunden.

  Technische Daten anzeigen

 

Fahrradschloss Test: Abus Bordo
Unsere Faltschloss-Empfehlung: Das Abus Bordo 6000.

Das beste Faltschloss: Abus Bordo 6000

Faltschlösser gelten allgemein als anfällig, weil die Gelenke einen Schwachpunkt darstellen. Das ist aber nicht bei allen so. Beim Abus Bordo 6000 liegen die einzelnen Glieder beispielsweise so nah beieinander, dass man mit dem Bolzenschneider nicht direkt an die Scharniere kommt.

Bestes Faltschloss

Abus Bordo 6000

Test besten Fahrradschlösser: Abus Bordo 6000
Das Abus Bordo ist ein Klassiker und ein Musterbeispiel eines Faltschlosses. Es ist stabil verarbeitet, extrem hart und deutlich günstiger als der große Bruder mit X Plus.

Das Bordo ist ein Klassiker und kann als Blaupause für Faltschlösser gesehen werden. Abus hat das Modell im Lauf der Jahre aber immer weiter verbessert.

Wir hatten das Modell mit der Nummer 6000 im Test. Den Versuch, das Schloss an den Scharnieren aufzubrechen, haben wir recht schnell wieder aufgegeben. Selbst mit enormen Kraftaufwand bewegte sich da einfach nichts.

Nur ein paar Dellen davongetragen

Die flachen Glieder von Faltschlössern haben einen deutlich geringeren Durchmesser als die Stahlstreben von Bügelschlössern, daher hatten wir uns gute Chancen ausgerechnet, dass Bordo mit dem Bolzenschneider zu bezwingen. Schnell haben wir dann allerdings festgestellt, dass der Stahl dermaßen hart ist, dass wir ihm nur ein paar Dellen zufügen konnten. Selbst als wir das Schloss vom Fahrrad nahmen, um das Werkzeug am Boden abstützen zu können, was in der Realität so niemals möglich sein sollte, kamen wir nicht weiter.

Auch mit der Stahlsäge hatten wir trotz äußerster Anstrengung nicht viel Erfolg. Hätten wir es darauf ankommen lassen, hätten wir vermutlich eher das Sägeblatt durchgescheuert als das Bordo zersägt. Letztendlich haben wir kapituliert und das Schloss vorerst in Ruhe gelassen.

Wir haben das Bordo 6000 anschließend noch zum Lockpicking-Verein gebracht. Mit intelligenten Methoden ließ sich das Schloss zwar öffnen, das dauerte aber stattliche 25 Minuten – und das, obwohl sich der Lockpicker sehr gut mit mit den Schlössern auskannte.

Wie bei Abus üblich kommt das Bordo mit nur zwei Schlüsseln ohne LED. Auch einen Staubschutz sucht man vergeblich. Immerhin hat die Aufbewahrungstasche Schlaufen, um sie am Fahrrad zu befestigen, womit sie einer Halterung entspricht.

Die Premium-Variante ist teurer – und schwerer

Das Abus Bordo gibt es auch noch in einer Premium-Variante als Bordo Granit X-Plus, das wir ebenfalls getestet haben. Wir waren aber der Ansicht, dass das Quäntchen mehr Sicherheit das höhere Gewicht bei geringerer Länge nicht wert ist – ganz zu schweigen vom Preis, denn der Premium-Aufschlag ist beachtlich.

Am Ende bekommt man beide Schlösser nicht auf, deshalb haben wir dem normalen Bordo ohne X-Plus den Vorrang gegeben. Und um es ganz platt zu sagen: Ob Premium oder normal, wer ein gutes Faltschloss will, will im Endeffekt ein Bordo. Keiner der Konkurrenten schafft es, damit gleichzuziehen.

Alternativen

Leider konnten uns die meisten Faltschlösser nicht zu hundert Prozent überzeugen – meistens sind sie nicht stabil genug. Trotzdem gibt es hier und da Modelle, die dem Abus Bordo nahekommen. Bei diesen lohnt es sich, Preise zu vergleichen – die Alternativen sind unserem Favoriten sehr ähnlich. Um billige Faltschlösser sollte man hingegen einen großen Bogen machen.

Auch gut

Trelock FS 460 Cops Long

Test Fahrradschloss: Trelock FS 460 Cops Long
Gut verarbeitet und sehr stabil: Das FS 460 Cops Long ist eine exzellente Alternative zum Abus Bordo.

Keine Preise gefunden.

Das Trelock FS 460 Cops Long ist deshalb »long«, weil es mit 100 Zentimetern mehr Umfang hat als durchschnittliche Faltschlösser. Trotzdem hat es nur sechs Faltglieder, die somit entsprechend lang sind – rund 23 Zentimeter nimmt das Schloss in der Höhe ein.

Das Gewicht liegt, gemessen an der Länge, nur knapp über dem des Abus Bordo. Die einzelnen Faltglieder sind sieben Millimeter dick und somit etwas breiter als die des Platzhirsches. Das FS 460 liegt angenehm schwer in der Hand, Haptik und Verarbeitung lassen keinen Grund zur Klage. Gerade im direkten Vergleich zu anderen, billigeren Faltschlössern merkt man, wie hochwertig es ist. Außen sind die Faltglieder mit einer dünnen, aber robusten Gummischicht umgeben, um Kratzern im Lack vorzubeugen. Das Schlüsselloch wird von einem manuellen Schieber geschützt.

Zum Transport wandert das Schloss in die beiliegende Halterung bzw. Tasche, wo es von einem sehr stramm sitzenden, dicken Gummiband in seiner Position gehalten wird. Das funktioniert zuverlässig, ist aber nicht unbedingt praktisch – das haben wir bei manchen Konkurrenten schon eleganter gesehen.

Mit unserem Bolzenschneider haben wir ordentlich auf dem FS 460 Cops herumgeknautscht, dabei aber kaum Schaden angerichtet. Dieses Ergebnis teilt es sich mit nur sehr wenigen Faltschlössern. Lediglich Abus Bordo 6000 und Bordo Granit X-Plus 6500 sowie das Trelock FS 500 Toro konnten sich ähnlich gut behaupten. Für die Metallsäge ist das Material zu hart, damit kamen wir nicht weit.

Wer sich für das Abus Bordo interessiert, sollte auf jeden Fall einen Blick auf das Trelock FS 460 Cops Long werfen. Es erfüllt alles, was das Abus auch kann, sieht ähnlich aus und ist alles in allem ein perfekter Nachahmer. Hätten wir die Wahl zwischen den beiden Schlössern, wäre deshalb ausschließlich der Preis entscheidend. Bei der Qualität liegen beide gleichauf.

Außerdem getestet

Abus Bordo Granit X-Plus 6500

Das Abus Bordo Granit X-Plus 6500 ist die Premium-Variante unserer Faltschloss-Empfehlung. Die Glieder sind einen halben Millimeter dicker als beim Bordo 6000, wodurch es selbst in der kleinen Ausführung trotz geringerer Länge schwerer ist.

Es dürfte kaum überraschen, dass wir das Schloss nicht knacken konnten, nachdem wir schon die Standardvariante nicht bezwingen konnten. Einem Picking-Test haben wir es nicht unterzogen. Aufgrund der X-Plus-Technik kann man aber davon ausgehen, dass man es nicht ohne weiteres aufbekommt.

Empfohlen haben wir das Bordo Granit X-Plus 6500 nur aufgrund des Gewichts und des höheren Preises nicht. Was Sicherheit und Verarbeitungsqualität angeht, haben wir absolut nichts daran auszusetzen.

Das Trelock FS 500 Toro hat von seinem Hersteller einen Sicherheitswert von fünf Punkten bekommen. Die Skala geht nur bis sechs, Trelock sieht das FS 500 somit als eins seiner sichersten Produkte an. Und wir geben ihnen Recht.

Die Verarbeitung ist sehr gut und im Gegensatz zu den billigeren Modellen hat man beim Toro mit wirklich stabilem, sehr hartem Stahl zu tun. Dafür bringt es gegenüber dem FS 200 Two Go aber auch mal eben locker das Doppelte auf die Waage.

Langer Rede, kurzer Sinn – wir konnten das Schloss mit dem Bolzenschneider eindellen, aber nicht knacken. Damit ist es nicht nur optisch nah am Abus Bordo, sondern bietet auch einen ähnlich starken Widerstand.

Somit wäre es ein nennenswerter Konkurrent, ist aber ein ganzes Stück teurer als das Abus-Modell. Die Ausstattung umfasst eine Tasche und zwei Schlüssel ohne LED, wodurch das Toro mit dem Bordo gleichzieht. Lediglich den Staubschutz hat es dem Abus-Kollegen voraus. Ob der den satten Aufpreis wert ist, muss jeder für sich entscheiden – wir finden, er ist es nicht.

Das Litelok Gold Wearable bildet eine Ausnahme, denn streng genommen handelt es sich dabei nicht um ein Faltschloss. Es besteht aus einer vom Hersteller patentierten Kombination aus Stahl und Polymer und ist dadurch biegsam. Vielleicht wäre der Begriff »Biegeschloss« angebracht. Mangels einer geeigneten Kategorie haben wir das Litelok jedenfalls zu den Faltschlössern gesteckt.

Der »Wearable«-Teil unterscheidet das Schloss vom normalen Litelok Gold durch seine Form, denn der Gedanke dahinter ist, dass man das Schloss wie einen Gürtel tragen kann, wenn man es gerade nicht braucht. In der Praxis funktioniert das leider mehr schlecht als recht, weil das Schloss im geschlossenen Zustand einen recht stabilen Kreis bildet und dadurch immer irgendwo übersteht, wenn man es trägt.

Beim Schließen braucht es manchmal etwas Überzeugungsarbeit, weil das Schloss permanent zurück in seine gestreckte Ausgangsposition drückt, die Schnalle aber nur zugeht, wenn man beide Teile gerade ineinander steckt. Im Test war dazu immer ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit nötig, denn wer unachtsam ist, schiebt schnell zumindest ein bißchen schräg. Wir finden die Idee mit dem Einsatz als Gürtel zwar originell, aber leider nicht wirklich nützlich – eine normale Halterung würde hier mehr helfen.

Im Inneren erinnert das Litelok an Kabelschlösser: Unter dem zähen Textilmantel reihen sich Stahlseile nebeneinander, die jeweils in einem Gummischlauch stecken. Es überrascht somit nicht, dass dieselben Werkzeuge, die schon gegen die Kabelkollegen erfolgreich waren, auch am Litelok den größten Schaden hinterlassen haben. Im Klartest bedeutet das, dass Metallsägen und Seitenschneider deutlich höhere Chancen gegen ein Litelok haben als ein Bolzenschneider.

Wirklich gut klappt es aber auch damit nicht und das Litelok widerstand unseren Angriffen ziemlich souverän. Man würde es mit Säge oder Seitenschneider sicher irgendwann geknackt kriegen, aber bestimmt nicht in drei Minuten.

Unterm Strich ist das Litelok Gold Wearable ein angenehm leichtes, stabiles Fahrradschloss und vor allem ein echter Hingucker. Als alltäglicher Nutzgegenstand verliert es gegen den Großteil der Konkurrenz aber in Hinsicht auf Transportierbarkeit und vor allem beim Preis, denn das Litelok war mit Abstand das teuerste Modell im gesamten Test. Wer keine Geldsorgen hat und dem Reiz des Außergewöhnlichen partout nicht widerstehen kann, kann aber zugreifen.

Das Kohlburg Wien wirkt kompakter als viele seiner Konkurrenten. Um auf seine Gesamtlänge von 89 Zentimetern zu kommen, sorgen acht Faltglieder mit einem Durchmesser von 7 Millimetern. Schön fanden wir die verschließbare Tasche, die sich sehr angenehm handhaben lässt – unter allen getesteten Faltschlössern hat das Wien eine der besten. Gegen Schmutz und Wasser gibt es einen manuellen Schieber.

Der Stahl ist sehr hart und wir konnten das Kohlburg Wien nicht verbiegen, geschweige denn knacken. Mit dem Bolzenschneider konnten wir die Streben bis etwa zur Hälfte eindrücken, mehr war nicht drin und auch weiteres Herumhebeln brachte uns nicht weiter. Wie bei allen robusten Faltschlössern geht das allerdings mit einem gewissen Gewicht einher – immerhin ein gutes Kilo wiegt das Wien – und somit mehr, als man angesichts seiner Maße annehmen könnte.

Insgesamt sind wir zufrieden mit dem Kohlburg Wien. Einzig der Preis lässt uns etwas zweifeln, denn der liegt auf demselben Niveau wie der anderer Top-Modelle, die wir in einem direkten Vergleich trotz der zweifelsohne soliden Leistung des Schlosses vorziehen würden. Sollte es mal im Angebot sein, kann man aber ruhigen Gewissens zuschlagen.

Das Dinoka Faltschloss war für einige Überraschungen gut, denn trotz eines Gewichts von nur rund 700 Gramm konnten wir es nicht in drei Minuten öffnen. Zwar konnten wir es ansägen und die Auswirkungen unseres Bolzenschneider waren nicht zu übersehen, in der geplanten Zeit hat es aber nicht gereicht. Der Grund: Das Gewicht verteilt sich auf nur 70 Zentimeter Länge, was erstens deutlich kürzer ist als vergleichbare Modelle und uns zweitens daran hinderte, den Bolzenschneider auf dem Boden abzustellen.

Das Schloss ist sehr kompakt gebaut und nutzt fünf Faltglieder sowie einen automatischen Staubschutz für das Schlüsselloch. Der Verschluss gefiel uns leider nicht allzu gut, denn dazu muss das äußerste Faltglied von der Seite in einen deutlich sichtbaren, offenen Spalt geschoben werden. Somit muss man beim Anschließen des Fahrrads aufpassen, denn wenn man es verkehrt herum durch die Speichen schiebt, liegt die Öffnung auf der falschen Seite und man kann das Schloss nicht mehr schließen. Außerdem fiel uns auf, dass die Gelenke leicht Spiel haben und das Schloss deshalb klappert, wenn es nicht gerade in der mitgelieferten Transporthülle steckt.

Alles in allem ist das Faltschloss von Dinoka zwar keine Top-Empfehlung wert, hebt sich aber in Sachen Robustheit positiv von den anderen Falt-Billigheimern ab.

Leider nicht so gut wie beim Schwestermodell Wien sah es beim Kohlburg Innsbruck aus, das wir in 50 Sekunden mit dem Bolzenschneider öffnen konnten. Spätestens beim Sägetest bekamen wir auch einen verdacht warum: Die sechs Millimeter starken Streben bestehen aus einer überdurchschnittlich dicken Kunststoffschicht, der erwartungsgemäß kaum Widerstand bietet. Immerhin ist der Stahl hart genug, damit wir unser Ziel von drei Minuten verfehlten.

Empfehlen können wir das Schloss dementsprechend nicht, ganz ohne Lob wollen wir uns aber dennoch nicht davon verabschieden: Das Schlüsselloch hat nicht nur einen automatischen Staubschutz, es sitzt zudem auf einem Knopf, der im offenen Zustand heraussteht. Zum Verschließen reicht es dann, den Knopf wieder zurück in die Einrastung zu drücken, was der Handhabung zugutekommt. Wir begrüßen das Konzept sehr würden seine Anwendung in Zukunft gerne bei noch mehr Modellen sehen.

Kryptonite Keeper 810

Das Kryptonite Keeper 810 erinnert mit seiner Textilummantelung an ein Kettenschloss und auch darunter sieht es nicht viel anders aus, denn anstatt Scharnieren sind längere Stahlstreben mit Metallösen miteinander verbunden. Kryptonite verkauft es aber als Faltschloss, also spielen wir mit und behandeln es als solches.

Unserem Bolzenschneider widersetzte sich das Keeper 810 erfolgreich, die Stahlglieder waren einfach zu hart und zu dick, um sie zu durchtrennen. Besser sah es mit der Säge aus, die wir am Übergang zwischen Strebe und Öse besonders gut ansetzen konnten, ohne wegzurutschen. Das Material selbst ist aber sehr hart und das Sägen mühsam. In den angelegten drei Minuten kamen wir nicht besonders weit.

Anders sieht es leider bei der Sicherheit gegen Picking aus. Unsere Experten haben das Schloss mehrmals ohne Probleme geöffnet und dafür Zeiten zwischen 1:39 und 2:43 gebraucht. Wie sie erklärt haben, sind die Schließzylinder von Kryptonite weder besonders komplex noch variantenreich. Einer der Lockpicker bezeichnete sie deshalb leicht spöttisch als »Briefkastenschlösser«.

Das Axa Toucan, das laut Hersteller »eigens für hippe Citybikes entwickelt« wurde, gehört zu denjenigen Faltschlössern, die unseren Attacken erfolgreich widerstehen konnten. Zwar konnten wir es mit dem Bolzenschneider stark einbeulen, es tatsächlich zu knacken schafften wir aber nicht.

Das Schloss ist angenehm lang und hat einen automatischen Staubschutz, die Faltglieder finden in den zwei ausladenden Klappschenkeln Platz. Leider ist es dadurch recht groß und die Handhabung unterdurchschnittlich.

Weil der Verschlussmechanismus in der überdimensionierten Hülle steckt, muss man, um sein hippes Citybike anzuschließen, die gesamte Hälfte durch die Fahrradspeichen fummeln – oder wie Axa es formulieren würde: »Zu einem gewöhnlichen Fahrrad passt kein trendiges Schloss.« Dazu kommt das von Axa gewohnte Hakeln des Schlüssels beim Aufschließen.

Unterm Strich ist das Axa Toucan stabil, aber für den Einsatz im Alltag zu sperrig.

Wheel Up Hamburg

Test besten Fahrradschlösser: Wheel Up Hamburg

Keine Preise gefunden.

Was wir unter dem Namen »Fozela Faltschloss« bestellt hatten, kam als Modell Hamburg der Firma Wheel Up bei uns an. Optisch hat sich unser Schloss nicht von der Produktabbildung unterschieden. Schon hier hatten wir den Eindruck, dass es sich dabei um billige White-Label-Schaufelware aus China handelt.

Zusammengerollt ergibt das Schloss eine Art Türmchen und ist dadurch extrem kompakt, besonders schwer ist es auch nicht. Angesichts der dünnen Glieder waren wir fest überzeugt, dass wir das Ding innerhalb von Sekunden mit dem Bolzenschneider knacken könnten.

In der Praxis hat sich das Wheel Up Hamburg aber als erstaunlich zäh erwiesen. An die Scharniere kommt man schlecht ran und bei Versuchen, es aufzuhebeln, biegt sich das Schloss an den Gelenken mit, bricht aber nicht. Mit einiger Anstrengung ging es mit dem Bolzenschneider dann doch innerhalb von gut eineinhalb Minuten, aber den schnellen, butterweichen Schnitt, den wir erwartet hatten, bekamen wir nicht. Mit der Säge ging es auch, dauerte aber zu lange.

Eine Empfehlung können wir nicht aussprechen, sind aber in jedem Fall angenehm überrascht von dem widerspenstigen Zwerg.

Trelock FS 300 Trigo ZT

Das Trelock FS 300 Trigo ZT bildet das Mittelklassemodell der Trelock-Faltschlösser und gleicht optisch seinem Schwestermodell FS 200. Was das Material angeht, hält es aber ein ganzes Stück mehr aus. Zersägen war schon nicht mehr innerhalb des Zeitrahmens von drei Minuten möglich.

Mit dem Bolzenschneider ließ es sich knacken, das dauerte aber immerhin knapp zwei Minuten. Bemerkenswert daran war, dass wir die Glieder schon nach einer halben Minute fast durch hatten, das Metall aber zusammengedrückt zäh und etwas nachgiebig war – man hatte das Gefühl, man würde auf sehr hartem Gummi herumknautschen. Die Glieder nach dem Schnitt zu durchbrechen war auch nicht möglich, weil sich das Material einfach bog.

Die Lösung war letztendlich die Methode, mit der wir die Kabelschlösser mit dem Seitenschneider bearbeitet hatten, nämlich kleine Schnitte zu machen, immer wieder nachzusetzen und das Schloss dazwischen immer wieder an der Schnittkante ineinanderzudrehen. Das klappte, war aber ziemlich anstrengend.

So safe, wie man es sich wünschen würde, ist das Fischer Safety leider nicht. Wir konnten es in unter zwei Minuten öffnen und auch zersägen, letzteres allerdings nicht in den geplanten drei Minuten. Leider ist einmal öfter der Stahl zu weich. Außerdem haben die Scharniere zu viel Spiel, wenn auch nicht genug, um für unsere Aufbruchversuche von Interesse zu sein.

Auf der Haben-Seite kann das Fischer Safety mit einem automatischen Staubschutz, einem hakelfreien, knackigen Schließmechanismus und einer sehr guten Transporthalterung punkten, aus der man das Schloss mit einem einfachen Knopfdruck entnehmen kann, ohne gleich die gesamte Tasche zu öffnen. Das gefiel uns gut. Nicht so gut gefiel uns, dass die äußerste Strebe seitlich in den Verschluss geführt wird, was die Handhabung unnötig erschwert.

Dass es das Toptrek TTON01 mit einer Länge von 94 Zentimetern auf nur 700 Gramm bringt, sollte schon zu Denken geben. Wir hätten gerne gesehen, dass sich unsere Erwartungen diesbezüglich als falsch herausstellen, das war uns aber nicht vergönnt. Tatsächlich ist das Schloss sogar noch schlimmer.

Wo man die fehlende Aufbruchssicherheit noch auf das minderwertige Material zurückführen kann, verstehen wir einige Design-Entscheidungen überhaupt nicht – etwa die klaffende Öffnung, die den mickrigen Verschlussbolzen aufnimmt und die auch im geschlossenen Zustand völlig offen liegt. Das ist nicht nur ein massives Sicherheitsrisiko, sondern auch gleichzeitig eine regelrechte Einladung für Schmutz und Wasser, die sich von dort aus spielend einfach im gesamten Verschluss ausbreiten können. Ein Glück im Unglück: Dadurch vermisst man auch den fehlenden Staubschutz nicht.

Toptrek U0111

Test Fahrradschloss: Toptrek U0111

Keine Preise gefunden.

Eins muss man dem Toptrek U0111 lassen: Durch die ovale Form hat es einen hohen Wiedererkennungswert. Dass die leichte Rundung bedeutet, dass für die gleiche Länge mehr Material benötigt, ohne dabei die Stabilität zu erhöhen, kann man dabei ignorieren, denn mit 650 Gramm hat das Schloss ohnehin viel zu wenig Masse, und weil es problemlos mit dem Bolzenschneider aufgeknipst werden kann, muss man selbst die dann nicht mehr mitnehmen.

Aber nicht nur das knautschweiche Material, das sich im Nu per Bolzenschneider oder Metallsäge zerstören lässt, fällt im Test durch, auch die Handhabung mit ihrer schlechten Schlüsselführung weiß zu entgeistern. Wir raten entschieden von diesem Schloss ab!

Trelock FS 200 Two Go

Das Trelock FS 200 Two Go ist zwar das billigste Faltschloss des Herstellers, kostet aber gar nicht mal wenig. Trotzdem taugt es überhaupt nichts. Das Schloss ist so leicht, dass es glatt aus Holz sein könnte. Das würde sogar einiges erklären.

Wie schon beim Master Lock ist zwischen den Scharnieren zu viel Platz und auch die Glieder könnte selbst ein Achtjähriger zerteilen, wenn er nur einen Bolzenschneider hat.

Zersägen kann man es ebenfalls, wir waren in etwa zwei Minuten damit fertig. Wer sich aber mal so richtig stark fühlen will, kann das Werkzeug auch einfach gleich komplett weglassen und das Two Go mit bloßen Händen zerbrechen – und das ist leider keine Metapher. Scharniere und Material sind dermaßen schrottig, dass wir das Schloss buchstäblich per Hand zerreißen konnten.

Sportastisch Fold & Hold

Test besten Fahrradschlösser: Sportastisch Fold & Hold

Keine Preise gefunden.

Das Sportastisch Fold & Hold war schon verdächtig leicht für ein Faltschloss und der schlechte Eindruck bestätigte sich. Gegenüber dem Trelock FS 200 waren die Gelenke zwar besser verarbeitet und für den Bolzenschneider zu eng zusammen, die Glieder ließen sich aber auch ganz stressfrei zerstören. Wir haben es uns aber noch einfacher gemacht und einfach direkt am Schloss angesetzt, da ist nämlich soviel Platz, dass man dort problemlos schneiden kann.

Mit der Metallsäge braucht man etwa eine Minute, bis das Schloss den Geist aufgibt. Damit erfüllt es erfüllt letztendlich nur den »Fold«-Teil, was das »Hold« angeht, sollte Sportastisch noch einmal gründlich nachbessern.

2
Kommentare

avatar
Thomas
Thomas

Und was ist mit dem Ruhr-West-Manufaktur Prämiumschloss????

Oskar Hinze
Oskar Hinze

Sehr ausführlich und informativ, vielen Dank!

  Nächste Seite
Seite 1Was macht ein gutes Fahrradschloss aus?
Seite 2Bügelschlösser
Seite 3Faltschlösser
Seite 4Kettenschlösser
Seite 5Smarte und alarmgesicherte Schlösser