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Das beste Grafiktablett

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Grafiktablett Test: Alle Grafiktabletts Von
Sven Kloevekorn

Sven Kloevekorn

begeistert sich seit VC-20-Zeiten für alles, was mit Chips und Platinen zu tun hat. Inzwischen hat er sein Hobby zum Beruf gemacht und arbeitet als Technikjournalist mit den Schwerpunkten PCs, Notebooks und mobile Gadgets. Nach einem Intermezzo bei AndroidNext schreibt er derzeit unter anderem für Notebookcheck und arbeitet außerdem als freier Fotograf.

Wir haben zwölf aktuelle Grafiktabletts getestet, darunter zwei mit Display. Das beste reine Grafiktablett ist das Wacom Intuos Pro M. Es verbindet eine hohe Qualität und Vielseitigkeit mit den genauesten Eingaben und wird im Gegensatz zu den meisten anderen Grafiktabletts im Test auch professionellen Ansprüchen gerecht. Wer keine so hohen Erwartungen hat, kann mit unseren beiden Preistipps viel Geld sparen.

Malen, Zeichnen, Retuschieren und Schreiben gehören zu den ältesten und wichtigsten Kulturtechniken überhaupt. Früher bedienten wir uns dazu althergebrachter, analoger Mittel und griffen zu Papier, Leinwand, Stift und Pinsel.

Die Digitalisierung hebt die Gestaltungsmöglichkeiten mit diesen Techniken auf ein neues Level, verlangt aber auch nach neuen Schnittstellen zwischen analoger und digitaler Welt. Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, geht es dabei stets darum, Werkzeuge zu entwickeln, die sich möglichst auf die althergebrachte Methode intuitiv und ergonomisch nutzen lassen und keine lange Eingewöhnungsphase benötigen.

Wer einmal ernsthaft versucht hat, mit einem Zeigegerät wie einer Maus oder einem Joystick etwas zu malen, zu retuschieren oder freizustellen, wird sich recht schnell entnervt nach einer anderen Lösung umgesehen haben. Hier kommen Grafiktabletts ins Spiel. Mit ihrem drucksensitiven digitalen Zeichenstift kann man ähnlich intuitiv arbeiten wie auf Papier.

Grafiktabletts gibt es schon seit vielen Jahren, sodass man nicht erst seit heute auch im günstigeren Bereich mehr als brauchbare Lösungen vorfindet. Neuerdings werden sogenannte Stift-Displays immer beliebter, die letztlich nichts anderes sind als ein Grafiktablett mit eingebautem Display.

Wir haben uns für unseren Test zehn populäre Grafiktabletts aus dem unteren und mittleren Preisbereich und zwei erheblich teurere Stift-Display auf Herz und Nieren getestet. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Wacom Intuos Pro M

Die Mittelklasse des Platzhirschs Wacom stellt mit dem wertigen und stabilen Bluetooth-Tablett Intuos Pro M das teuerste Zeichenbrett in unserem Test. Dafür kommen hier aber auch (semi)professionelle Nutzer auf ihre Kosten. Der sehr funktionsreiche und ausgereifte Treiber sucht im Testfeld ebenso seinesgleichen wie der Stylus, mit dem sich der gewünschte Druck besonders präzise »zu Papier« bringen lässt. Neun Tasten und ein praktisches Touch-Rad runden die gelungene Vorstellung ab.

Gut & günstig

XP-Pen Deco 3

Test Grafiktablett: XP-Pen Deco 3
Ein großes und flaches Tablett mit Funk und runder Ausstattung zum schmalen Preis.

Mit dem Deco 3 steuert XP-Pen ein relativ günstiges und flaches Vollformat-Tablet mit seidiger Oberfläche bei, das dank proprietärem Funk auch kabellos Anschluss findet und sich so auch wunderbar auf dem Schoß nutzen lässt. Die sechs frei belegbaren Tasten werden durch ein mechanisches Einstellrad mit toller Haptik ergänzt. Der griffige, insgesamt gelungene Digitizer kann in einen Stifthalter gestellt werden. Ein Lob verdient auch der große Druckbereich der Stiftspitze.

Für Einsteiger

Huion Inspiroy H640P

Test Grafiktablett: Huion Huion Inspiroy H640P
Trotz kleinerer Schwächen überzeugt das kompakte H640P mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das kompakte und ordentlich verarbeitete Huion Inspiroy H640P war zum Testzeitpunkt schon für unter 50 Euro zu haben und macht nicht nur für den geringen Preis einen guten Job. Es kommt mit einer glatten Oberfläche, sechs Tasten und einem Stiftständer daher und bringt sinnvolles Zubehör mit. Der Stylus hinterlässt einen sehr guten Eindruck und der übersichtliche Treiber verfügt über alle nötigen Funktionen.

Mit Display

Wacom Cintiq Pro 16

Test Grafiktablett: Wacom Cintiq Pro 16
Die Bearbeitung direkt auf dem Display hebt gerade Freistellarbeiten auf ein ganz neues Level. Probleme gibt es aber mit Photoshop auf Windows.

Das Stift-Display Wacom Cintiq Pro 16 bietet einen 15,6 Zoll großen Bildschirm mit 4K-Auflösung und sehr großem Farbumfang, der fast professionellen Ansprüchen genügt. Hier zeichnet oder retuschiert man direkt auf dem zu bearbeitenden Bild, die bei Grafiktabletts erforderliche Eingewöhnung entfällt. Mit seinen vielen Schnittstellen und jeder Menge nützlichem Zubehör hat der wuchtige Bildschirm einen sehr guten Eindruck hinterlassen, der aber leider teilweise von störenden Eingabeverzögerungen getrübt wird. Unschön ist auch der Preis: Rund 1.500 Euro muss man für diesen spektakulärsten Test-Teilnehmer hinblättern.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerGut & günstigFür EinsteigerMit Display
Modell Wacom Intuos Pro M XP-Pen Deco 3 Huion Inspiroy H640P Wacom Cintiq Pro 16 Gaomon M10K 2018 Gaomon S620 Huion HS610 Huion Inspiroy H950P Wacom Intuos BT S XP-Pen G430S XP-Pen Star G640 Wacom Cintiq 16
Grafiktablett Test: Wacom Intuos Pro MTest Grafiktablett: XP-Pen Deco 3Test Grafiktablett: Huion Huion Inspiroy H640PTest Grafiktablett: Wacom Cintiq Pro 16Test Grafiktablett: Gaomon M10K 2018Test Grafiktablett: Gaomon S620Grafiktablett Test: Huion Hs610Grafiktablett Test: Huion Inspiroy H950pTest Grafiktablett: Wacom Intuos BT STest Grafiktablett: XP-Pen G430STest Grafiktablett: XP-Pen Star G640Test Grafiktablett: Wacom Cintiq 16
Pro
  • Stabil und sehr gut verarbeitet
  • Konkurrenzloser Treiber
  • Genaueste Druck-Dosierung im Test
  • Bluetooth ohne Lags
  • Umfangreiche Touch-Funktionen
  • Samtige Oberfläche
  • Funk (proprietär)
  • Mechanisches Einstellrad
  • Sehr gute Druckdosierung/-einstellung
  • Schöner Stiftständer
  • Klein, leicht, kompakt
  • Sechs Tasten (nicht nur vier)
  • Stiftständer
  • 18 Ersatzspitzen
  • Zwei USB-Adapter im Lieferumfang
  • "Direkte" Bearbeitung auf dem Display
  • Hohe Auflösung
  • Großer Farbumfang
  • Viele Eingänge und komplettes Zubehör
  • Top-Stylus
  • Größe Zeichenfläche im Test
  • Viele Tasten
  • Touch-Rad
  • Sauber verarbeitet
  • Handlich und kompakt
  • Zwei USB-Adapter im Lieferumfang
  • Griffiger, mitteldicker Stift
  • Viele Tasten + Touch-Rad
  • Große Zeichenfläche
  • Zwei USB-Adapter im Lieferumfang
  • Stiftständer
  • Zwei USB-Adapter im Lieferumfang
  • Stiftständer
  • Ergonomischer, griffiger Stylus
  • Bluetooth ohne Lags
  • Großer Druck-Spielraum
  • Solide und sehr gut verarbeitet
  • Funktionsreicher Treiber
  • Kommt mit zwei Corel-Programmen
  • Klein, leicht, kompakt
  • Sehr günstig
  • Stabil
  • Sehr gute Druckdosierung/-einstellung
  • 10 Ersatzspitzen
  • Klein, leicht, kompakt
  • Sehr günstig
  • Stabil
  • Sehr gute Druckdosierung/-einstellung
  • 20 Ersatzspitzen
  • "Direkte" Bearbeitung auf dem Display
  • Farbumfang reicht für Hobby-Bildbearbeitung
  • Top-Stylus
  • Neigungserkennung
Contra
  • Im Vergleich teuer
  • Relativ schwer
  • Rasante Abnutzung der Stiftspitzen
  • On/Off-Button wackelig
  • Stifttasten mit mäßigem Feedback
  • Treiber mit verpfuschter Oberfläche
  • Stylus könnte etwas mehr Druck-Spielraum haben
  • Tasten sitzen nicht ganz fest
  • Stiftständer suboptimal
  • Störende Lags in Photoshop
  • Groß und schwer
  • Teuer
  • Stylus mit wenig Druck-Spielraum
  • Gibt bei Druck nach
  • Relativ dick
  • Stylus mit wenig Druck-Spielraum
  • Tasten oben/unten
  • Nicht ganz sauber verarbeitet
  • Zeichnen etc. etwas laut
  • Biegt sich schnell durch
  • Stylus könnte etwas mehr Druck-Spielraum haben
  • Stiftständer suboptimal
  • Stiftständer suboptimal
  • Tasten sitzen nicht ganz fest
  • Durchbiegen bei mittlerem Druck
  • Stylus könnte etwas mehr Druck-Spielraum haben
  • Nur vier Funktionstasten
  • Tasten oben/unten
  • Tasten versenkt
  • Kein Zubehör außer Stylus
  • Nur drei Ersatzspitzen
  • Winzige Zeichenfläche
  • Keine Tasten
  • Treiber mit verpfuschter Oberfläche
  • Wirkt so billig, wie es ist
  • Sehr kleine Zeichenfläche
  • Keine Tasten
  • Treiber mit verpfuschter Oberfläche
  • Wirkt so billig, wie es ist
  • Störende Lags in Photoshop
  • Groß und schwer
  • Anschluss nur über proprietäre Kabelpeitsche
  • Kein DisplayPort, kein USB Typ C
Bester Preis
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Ein Muss für Grafiker und Bildbearbeiter

Grafiktabletts und Stift-Displays machen es möglich, grafische Arbeiten am Computer mit einem digitalen Zeichenstift auszuführen, der Stylus oder auch Digitizer genannt wird. Der Unterschied zwischen den beiden Geräteklassen besteht darin, dass man bei einem Stift-Display wie bei einem Tablet-Computer direkt auf einem Display arbeitet, während man bei der Verwendung eines Grafiktabletts auf den Computer-Monitor schaut.

Damit das Tablett bzw. der Monitor feststellen kann, an welchen Koordinaten sich der Stift gerade befindet, sendet dieser einen Impuls aus, der von der Oberfläche des Tabletts oder Displays registriert wird. Dabei kann es sich um elektrische oder magnetische Impulse handeln.

Um die bei Grafiktabletts erforderliche Hand-Augen-Koordination zu erreichen, bewegt sich der Mauszeiger auch dann über den Bildschirm, wenn der Stift bis zu einer Entfernung von zumeist einem Zentimeter über der Oberfläche »schwebt«. Setzt man ihn auf, entspricht das zumeist dem Gedrückthalten der linken Maustaste, was in den meisten Zeichenprogrammen zu einem Farbauftrag führt. Bewegt man den Stylus auf der Oberfläche, wird eine Linie gezeichnet.

Viele kreative PC-Programme sind kompatibel

Viele Zeichen-, Grafik- und Bildbearbeitungsprogramme wie Adobe Photoshop, Adobe Illustrator oder Corel Draw können den Anpressdruck des Stylus auslesen. So kann man beispielsweise bestimmen, dass die Deckkraft oder die Dicke einer Linie oder auch beides gemeinsam vom jeweiligen Druck abhängt. Drückt man den Stylus stärker auf, wird der Strich dicker und/oder verliert an Transparenz.

Darauf kommt es bei Grafiktabletts an

Wer sein Zeichenbrett beim Arbeiten gerne in der Hand hält, freut sich nicht nur über eine Anbindung über Funk bzw. Bluetooth, sondern auch über ein möglichst geringes Gewicht. Für den Transport kann sich auch eine möglichst geringe Bauhöhe als nützlich erweisen. Die meisten Tabletts im Test beschränken sich auf dünne 8 Millimeter, mehr als 10,5 Millimeter war keines der Testmuster stark.

Grundsätzlich ist es günstig, wenn die nutzbare, berührungsempfindliche Fläche möglichst viel von der Gesamtoberfläche des Tabletts einnimmt, wobei natürlich stets ein ausreichend breiter Rand zum Halten vorhanden sein sollte. Darauf haben die Hersteller bei allen unseren Geräten geachtet.

Je größer die Fläche eines Grafiktabletts ist, desto genauer kann man arbeiten

Je größer die Zeichenfläche ist, desto genauere Eingaben sind mit dem Stift möglich. Da man bei einem Grafiktablett auf den Bildschirm schaut, ist es auch wichtig, dass es kein zu großes Missverhältnis zwischen den Längen gezeichneter Striche auf dem Tablett und dem Anzeigegerät gibt. Wenn man auf der Zeichenfläche einen Strich von einem Zentimeter zeichnet und damit auf dem Display einen zehn Zentimeter langen Strich erzeugt, bekommt das Gehirn Schwierigkeiten mit der Hand-Augen-Koordination und komfortables Arbeiten wird praktisch unmöglich.

Im Idealfall sollte die Größe der berührungsempfindlichen Fläche der der Arbeitsfläche auf dem Bildschirm entsprechen, was bei Stift-Displays naturgemäß immer der Fall ist und einen großen Vorteil dieser Gerätekategorie darstellt. In allen Treibern gibt es Möglichkeiten, sowohl die aktive Fläche des Tabletts als auch den Bildschirmbereich, auf den sich Eingaben auswirken sollen, festzulegen und aufeinander abzustimmen.

Anschlüsse

Über einen USB-Anschluss verfügt jedes Tablett im Test – auch die Geräte, die man standardmäßig über Bluetooth oder proprietären Funk mit dem Computer verbindet. Dafür liegen allen Geräten mindestens 1,5 Meter lange USB-Kabel bei, über die die Signale übermittelt werden und gegebenenfalls der Akku geladen wird. Auf Geräteseite finden die Kabel entweder über Micro-USB- oder USB Typ-C-Anschluss.

Bei den Bluetooth-Tabletts muss der Computer über ein entsprechendes Modul verfügen, was bei Notebooks fast immer der Fall ist. Einen anderen Weg beschreitet XP-Pen mit dem Deco 3, in dessen Lieferumfang ein proprietärer USB-Dongel enthalten ist.

Standardmäßig liegt ein Grafiktablett vor dem Nutzer auf dem Tisch, während er darüber auf den Bildschirm schaut. Hier ist man mit einem Kabel bestens bedient. Wer jedoch – aus welchen Gründen auch immer – etwas mehr Bewegungsfreiheit mit dem Zeichenbrett benötigt, sollte sich nach einer Lösung mit Funk umsehen.

Stylus

Als Stylus oder auch Digitizer bezeichnet man den allen Tabletts beiliegenden Eingabestift mit druckempfindlicher Spitze und zwei zusätzlichen Tasten, dessen Elektronik über das elektromagnetische Feld des Tabletts per Induktion mit Energie versorgt wird. Früher übliche Digitizer mit Batterie oder Akku, die einige Nachteile wie etwa ein höheres Gewicht mitbringen, waren im Testfeld nicht mehr vertreten.

Grafiktablett Test: Wacom Intuos Pro M
Der Eingabestift von Wacom.

Unterschiede gibt es hier bei der Bauform bzw. Dicke, der Oberflächenbeschaffenheit, dem Gewicht, der Qualität der beiden frei belegbaren Tasten sowie dem Druckbereich, den die Stiftspitze abdecken kann.

Wir bevorzugen die dickeren Exemplare, was aber Geschmacksache und auch eine Frage der Größe der eigenen Hände ist. Eine Gummierung im Griffbereich sorgt dafür, dass einem der Stylus auch mit feuchten Fingern nicht entgleitet und bei den Tasten legen wir Wert auf einen sauberen, wackelfreien Sitz sowie einen gut spürbaren Druckpunkt. Einige Nutzer mögen es auch nicht, wenn ein Stift allzu leicht daherkommt.

Ein guter Stylus sollte einen möglichst großen Druckbereich bieten

Früher ließ sich das obere Ende der Stifte oft als Radiergummi nutzen oder auch anderweitig belegen. Inzwischen haben die Hersteller wohl erkannt, dass es viel länger dauert, den Stylus umzudrehen, als die entsprechende Funktion einfach auf eine der Tablett- oder Stift-Tasten zu legen. Das einzige Zeichenbrett im Test, das diese überflüssige Funktion noch mitbringt, ist der Testsieger Wacom Intuos Pro M.

Um die vielen möglichen Druckstufen auch umsetzen zu können, ist es wichtig, dass die Stiftspitze ausreichend Bewegungsspielraum bietet und der Widerstand der höchsten Druckstufe nicht zu gering ausfällt. Bei einigen Styli günstigerer Grafiktabletts reicht schon relativ wenig Druck aus, um die höchste Druckstufe auszulösen. Das macht das Arbeiten mit mittleren Druckstufen natürlich schwieriger.

Zwar lässt sich in allen Treibern mehr oder weniger genau einstellen, welche Druckstufe welchem Druck zugeordnet sein soll, viel Effekt haben diese Maßnahmen aber bei Digitizern mit zu geringem Enddruck nicht.

Druckstufen

Viele auch besonders günstige Grafiktabletts werden mit der Höchstzahl der heute üblichen Druckstufen von 8.192 beworben. Eine hohe Anzahl an Druckstufen ist grundsätzlich dazu geeignet, gröbere Abstufungen beim Verändern des Drucks z. B. beim Zeichnen einer Linie zu vermeiden. Wie oben beschrieben, muss hier aber auch die Mechanik der Stiftspitze mitspielen.

Neigungsfunktion

Über eine Neigungsfunktionen (hier mit 60 Stufen) verfügt als einziges das teuerste Grafiktablett im Test in Gestalt des Wacom Intuos Pro M. Es handelt sich um eine Funktion, die hauptsächlich im Profibereich Verwendung findet.

Die Neigungs-funktion findet hauptsächlich im Profibereich Verwendung

Einige Programme wie zum Beispiel Adobe Photoshop erlauben weitere Modifikationen der Pinselspitze, die über die Neigung des Stylus im Verhältnis zur Oberfläche gesteuert werden. So kann zum Beispiel eine schräg gehaltene Bleistiftspitze zum typischen Schraffieren von Flächen nachgebildet werden.

Eingabeverzögerung

Problematisch sind spürbare Verzögerungen bei der Umsetzung der Eingaben. Theoretisch sind Bluetooth- und Funk-Tabletts anfälliger für dieses Phänomen, bei älteren Modellen gab es hier häufig Probleme. Im Testfeld gibt es außer den beiden Stift-Monitoren kein Gerät, das uns hier ernsthafte Schwierigkeiten bereitet hat.

Oberflächen

Bei der Oberfläche der Zeichenfläche gibt es große Unterschiede bei Beschaffenheit und Qualität. Einige Grafiktabletts kommen mit mit einem fast völlig glatten Oberflächenfinish daher, andere sind mehr oder weniger stark angeraut. Letzteres hat den Vorteil eines besseren Feedbacks beim Zeichnen, Freistellen und Retuschieren. Andererseits ist natürlich der Widerstand etwas größer und es kann zu einer erhöhten Geräuschentwicklung kommen.

Bei teureren Tabletts besteht unter Umständen die Möglichkeit, die mitgelieferte Oberfläche gegen eine andere auszutauschen, die eher den persönlichen Vorlieben entspricht. Einige günstigere Exemplare fühlen sich stellenweise leicht verkratzt an, wenn man mit dem Stylus darüber streicht.

Tablett-Tasten und Multifunktionsräder

Wer die schon aus Platzgründen oft schwierige parallele Nutzung einer Tastatur vermeiden möchte, sollte um Tabletts ohne eigene Tasten einen Bogen machen. Aus unserer Erfahrung heraus empfehlen wir mindestens sechs Stück, die sich in den Treibern frei mit einzelnen Tasten oder auch Tastenkombinationen bzw. Funktionen belegen lassen. Am meisten Möglichkeiten bietet hier der Treiber des Testsiegers.

Grafiktablett Test: Wacom Intuos Pro M
Frei belegbare Tasten erleichtern die Arbeit auf dem Grafiktablett.

Bei den Tasten haben wir auf Aspekte wie Verarbeitung, Erreichbarkeit, Widerstand und Feedback geachtet und dabei Grafiktabletts den Vorzug gegeben, die ihre Tasten an der Seite haben. Nur so ist eine ergonomische Nutzung möglich, bei der eine Hand den Stylus hält und die andere die Tasten bedient.

Einige Modelle im Test verfügen zusätzlich zu Tasten noch über Multifunktions-Einstellräder, die einen großen Komfortgewinn mit sich bringen können, wenn es etwa um das schnelle und intuitive Anpassen von Arbeitsfläche, Pinselgrößen oder Zoomstufen geht. Die mechanische Lösung des XP-Pen Deco 3 ist aus ergonomischer Sicht den Rädern mit Touch-Funktion vorzuziehen.

Zubehör

Neben den obligatorischen Kabeln und Ersatzspitzen, von denen Wacom bei seinem kleinen Intuos BT S mit nur drei Stück geizt, liegt den Tabletts zumeist noch weiteres Zubehör bei. Als nützlich können sich etwa Adapter auf Mikro-USB und USB Typ-C, Handschuhe, Clips zur Befestigung des Stylus am Tablett oder (besser) Stiftständer für den Schreibtisch erweisen, in denen teilweise auch die Ersatzspitzen untergebracht sind.

Ersatzspitzen

Die Spitzen der Stifte sind aus Kunststoff gefertigt und nutzen sich ab. Dass es sich dabei um winzige und extrem einfach und kostengünstig zu fertigende Teile handelt, muss sich bei der Ersatzbeschaffung bekanntlich keineswegs in günstigen Preisen niederschlagen. Deshalb gilt hier: Je mehr, desto besser.

Die Stiftspitzen nutzen sich bei Gebrauch ab

Wenn es etwa bei besonders stark abgenutzten Spitzen zu Problemen bei der Entfernung aus dem Stylus kommt, helfen bei einigen Geräten entsprechende Werkzeuge nach, die zumeist in den Stiftständer integriert sind und letztendlich nur aus einem passgenauen Loch bestehen, mit dem man den Stiftstummel zu fassen bekommt.

Treiber und Kompatibilität mit Programmen

Was nützt die beste Hardware, wenn man es mit einem funktionsarmen, umständlich zu bedienenden, instabilen Treiber mit Kompatibilitätsproblemen zu tun hat? Da können wir im wesentlichen Entwarnung geben, denn obwohl es große Unterschiede gibt, beherrschen die Treiber sämtlicher Geräte im Test alle essenziellen Funktionen und ließen sich früher oder später auch zur Zusammenarbeit mit Adobe Photoshop bewegen, das wir stellvertretend für die populären Creative-Cloud-Produkte von Adobe für den Test verwendet haben.

Welches Grafiktablett darüber hinaus genau mit welchem der unzähligen Grafik-und Bildbearbeitungsprogramme in welcher Treiberversion zusammenarbeitet oder nicht, können wir im Rahmen dieses Tests nicht klären. Zu groß ist die Anzahl an Variablen und möglichen Kombinationen. Zudem werden Treiber ständig weiter entwickelt, was auf Dauer geltende Aussagen ohnehin unmöglich macht. Wir raten daher dringend, selbst auf den Herstellerseiten, in einschlägigen Foren etc. entsprechend zu recherchieren.

So haben wir getestet

Wir haben lange recherchiert und uns für den Test zehn Grafiktabletts und zwei Stift-Displays besorgt. Wir haben alle Geräte an zwei PCs mit Windows-Betriebssystem und einem iMac getestet. Zum Einsatz kamen dabei Standard-Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop, Illustrator, Sketch und MS Paint 3D. Alle Grafiktabletts haben wir hinsichtlich Eingabequalität, Bedienkomfort, Ausstattung, Funktionsumfang und Preis-Leistungs-Verhältnis beurteilt.

Grafiktablett Test: Wacom Intuos Pro M 01

Testsieger: Wacom Intuos Pro M

Das beste Grafiktablett im Test ist das Wacom Intuos Pro M. Es verfügt über eine große Zeichenfläche, ist robust, sehr gut verarbeitet und bringt den mit Abstand funktionsreichsten und ausgereiftesten Treiber mit. Anschluss findet es sowohl über USB Typ-C als auch Bluetooth und bietet so viel Bewegungsfreiheit vor dem Bildschirm. Die 8.192 Druckstufen des hochwertigen Stylus lassen sich feiner dosiert »zu Papier« bringen als bei jedem anderen Gerät im Test.

Testsieger

Wacom Intuos Pro M

Obwohl es ebenso wie einige andere Grafiktabletts im Test nur acht Millimeter dünn ist, vermittelt das komplett druckresistente Wacom Intuos Pro M aufgrund seiner Aluminiumrückseite eine überlegene Solidität. Dazu passt, dass es sich nur in engen Grenzen verwinden lässt und dabei weder ächzt noch knarzt.

Die seitlichen Tasten (On/Off, Touch On/Off) sind aus Metall und sitzen nicht ganz wackelfrei im Gehäuse. Überstehende Kanten oder unregelmäßige Spaltmaße sind beim Intuos Pro M kein Thema. Ein Nachteil der soliden Bauweise ist das relativ hohe Gewicht von rund 700 Gramm.

Oberflächen und Zeichenfläche

Die 332 Quadratzentimeter aktive Fläche des Wacom-Tabletts weist ein 3-zu-2-Seitenverhältnis auf. Damit landet es im Testfeld flächenmäßig nur auf dem vierten Platz. Gleichwohl haben wir uns bei der Arbeit in Photoshop gegenüber den Grafiktabletts mit größerer Zeichenfläche nicht eingeschränkt gefühlt. Die aufgedruckten Eckmarkierungen der nutzbaren Fläche grenzen diese exakt ein, was keine Selbstverständlichkeit ist.

Wacom bietet insgesamt drei verschiedene Oberflächen an

Vorinstalliert ist eine eher glatte Oberfläche mit wenig Feedback, die gerne Fingerabdrücke zeigt. Dass die Intuos-Pro-Serie sich auch an (semi-)professionelle Nutzer richtet, wird unter anderem dadurch deutlich, dass Wacom insgesamt drei Oberflächen zum Austauschen anbietet, die als »Smooth«, »Standard« und »Rough« bezeichnet werden und jeweils für unter 40 Euro zu haben sind. Muster der Oberflächen sind im Lieferumfang enthalten.

Grafiktablett Test: Wacom Intuos Pro M

Stylus: Wacom Intuos Pro M kommt mit Pro Pen 2

Der mitgelieferte Stylus gehört zu den dickeren im Test, ist auch einzeln erhältlich und hört auf den Namen Wacom Pro Pen 2. Wacom hat auch noch andere Stifte im Angebot, die mit der Intuos-Pro-Serie zusammenarbeiten. Eine Gummibeschichtung im Griffbereich sorgt für sicheren Halt. Wer mag, kann zwischen Spitze und Stift verschiedenfarbige, mitgelieferte Metallringe einschrauben. Das hilft, um mehrere Pens mit unterschiedlichen Einstellungen zu unterscheiden. Das obere Ende des Stifts bildet eine druckempfindliche Radiergummispitze, die sich auch mit anderen Funktionen belegen lässt.

Grafiktablett Test: Wacom Intuos Pro M 03
Wacom Intuos Pro M: Stylus und Zubehör.

Nicht so gut haben uns die beiden Tasten am Stift gefallen, die etwas Spiel und einen nicht besonders knackigen Druckpunkt aufweisen – hier hätten wir uns etwas mehr Feedback gewünscht. Erheblich wichtiger ist uns jedoch die überlegene Dosierbarkeit des Drucks, die kein anderer Stylus im Test erreicht. Bei keinem anderen Stift muss man so hart aufdrücken, um die höchsten Druckstufen auszulösen, was für mehr Spielraum sorgt.

Der Wacom Pro Pen 2 ist nicht perfekt, aber der beste Stylus im Test

Selbstverständlich lässt sich der erforderliche Druck für die höchsten Druckstufen im Treiber einstellen. Dabei kann man sowohl auf einen Regler als auch auf eine Druck-Output-Kurve mit drei Anfassern zurückgreifen, die eine besonders detaillierte Justierung zulässt.

Als einziges Grafiktablett im Test verfügt das Intuos Pro über eine Neigungserkennung mit 60 Stufen und einstellbarer Empfindlichkeit, die in einigen einschlägigen Programmen z. B. für das intuitive Zeichnen von Schattierungen oder das realitätsgetreue Schraffieren von Flächen verwendet werden kann.

Untergebracht wird der Stylus in einem schweren, rutschfesten Stiftständer, in dem auch die zehn mitgelieferten Stiftspitzen (6 x normal, 4 x Filz) sowie das Stiftspitzen-Werkzeug untergebracht sind.

Tasten und Touch-Rad

Die neun Tasten des Intuos-Zeichenbretts sitzen fest im Gehäuse und schließen bündig mit der Tablett-Oberfläche ab. Leicht erhabene Keys mit größerem Hub wären uns eher entgegengekommen, aber das ist Gewöhnungssache. Dafür sind die zwei mittleren Tasten jeder Vierergruppe mit ertastbaren Markierungen versehen, die den Blindbetrieb spürbar erleichtern.

Grafiktablett Test: Wacom Intuos Pro M 02
ExpressKeys und Touch-Rad des Wacom Intuos Pro M.

Gut hat uns auch das multifunktionale Touch-Rad, in dessen Mitte die neunte Taste sitzt, gefallen. Von der Haptik und intuitiven Bedienung her ziehen wir allerdings das mechanisch arbeitende Pendant des Preis-Leistungs-Siegers XP-Pen Deco 3 vor, in dessen Abschnitt wir näher auf die Verwendungsmöglichkeiten eingehen.

Treiber

Man merkt deutlich, dass in den Treibern des Platzhirsches Wacom erheblich mehr Arbeit und Erfahrung steckt als in denen sämtlicher Konkurrenten.

Neben dem eigentlichen Treiber dient ein Wacom Desktop Center genanntes Programm als Hub für die gegebenenfalls verschiedenen angeschlossenen Wacom-Geräte und deren Einstellungen. Einzelheiten können den Screenshots unter diesem Absatz entnommen werden. Als einziger Treiber im Test zeigt der des Testsiegers in seinem Taskleisten-Symbol den aktuellen Ladestand des Tablett-Akkus an.

Der Wacom-Treiber des Intuos Pro sticht die Konkurrenz aus

Im Kopfbereich des Treibers wählt man zunächst das einzustellende Tablett, dann das Werkzeug, das angepasst werden soll, und schließlich noch die Anwendung, in der die Einstellungen greifen sollen. Kompatible Programme, die auf dem System installiert sind, erkennt der Treiber im Idealfall automatisch und trägt diese in die Anwendungsliste ein.

Das Intuos Pro lässt sich nicht nur mit dem Stylus verwenden, sondern kann alternativ auch als überdimensionales Touchpad, wie man es von Laptops kennt, verwendet werden. Dafür stehen im Treiber in der Touch-Sektion zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten für Standardgesten oder individuelle Gesten mit bis zu fünf Fingern zur Verfügung. Die Touch-Funktion lässt sich über einen eigenen, physischen Schalter an der Seite des Tablets an- oder abschalten.

Eine der wichtigsten Aufgaben eines Pen-Tablett-Treibers ist die Belegung der oft Express-Keys genannten Tablett-Tasten sowie der beiden Tasten am Stift. Die Möglichkeiten, die der Treiber hier bietet, sind nahezu unerschöpflich – eine detaillierte Beschreibung würde den Rahmen dieses Tests sprengen.

Intuos Pro M Paper Edition

Beim Intuos Pro in den Größen M (Testgerät) oder L, kann man sich alternativ für die sogenannte Paper Edition entscheiden, für die mindestens 100 Euro mehr fällig werden. Sie kann auch nachträglich als Zubehör erworben werden. Im Lieferumfang ist ein Paper-Clip enthalten, der dazu dient, ein beliebiges Blatt Papier auf der Zeichenfläche zu fixieren, auf dem dann Mithilfe des zusätzlich mitgelieferten, kugelschreiberartigen Wacom Finetip Pen mit eigenen Stifthalter und Ersatzspitzen gezeichnet werden kann.

Eine Erweiterung des Treibers sorgt dafür, dass das Gezeichnete direkt digitalisiert, gespeichert und später mithilfe der Inkspace-App von Wacom auf einen Computer, ein Tablet oder ein Smartphone übertragen werden kann. Die App läuft unter Windows, Mac-OS, iOS und Android. Einen Überblick über die zahlreichen Inkspace-Funktionen kann man sich hier verschaffen.

Nachteile?

Neben den schon erwähnten Kleinigkeiten gibt es einen Hauptkritikpunkt, von dem in zahlreichen Kunden-Bewertungen berichtet wird. So sollen sich schon die normalen Stiftspitzen des Pro Pen 2 enorm schnell abnutzen, noch schlechter sieht es offenbar mit den Spitzen des Wacom Finetipp Pen (Paper Edition) aus.

Die Ersatzspitzen lässt Wacom sich teuer bezahlen: Hier werden für ein Einfachst-Plastikteil mit einem Herstellungspreis, der den Bruchteil eines Cents betragen dürfte, bis zu zwei Euro pro Stück fällig. Ob es günstigere passende Spitzen von Drittherstellern gibt, haben wir nicht geprüft, da deren Gebrauch zu einem Garantieverlust führen kann.

Das ist aber schon der einzige Kritikpunkt, den wir an diesem Grafiktablett haben. Das Wacom Intuos Pro M ist damit ein rundherum gelungenes Grafiktablett, bei dem keine Wünsche offen bleiben. Zwar gibt es auch deutlich günstigere Modelle, bei denen muss man aber einige Abstriche hinnehmen. Der Preis ist zwar nicht günstig, für die Leistung aber mehr als angemessen.

Alternativen

Für den großen und kleinen Geldbeutel sowie für unterwegs haben wir weitere Empfehlungen für Sie.

Gut & günstig

XP-Pen Deco 3

Test Grafiktablett: XP-Pen Deco 3
Ein großes und flaches Tablett mit Funk und runder Ausstattung zum schmalen Preis.

Mit seiner Stärke von nur 8 Millimetern wirkt das große und angenehm leichte XP-Pen Deco 3 schon fast filigran. Es lässt sich bereits mit mäßigem Krafteinsatz ein kleines Stück weit verwinden und gab bei unseren Versuchen dezente Geräusche von sich, ohne dabei einen unsoliden Eindruck zu hinterlassen. Hält man es wie ein Rechtshänder und drückt es im Bereich der unteren linken Ecke mit Zeigefinger und Daumen zusammen, bekommt man einen leisen Knacklaut zu hören, alle anderen Stellen und insbesondere die eigentliche Zeichenfläche erweisen sich hingegen als druckresistent.

An der Verarbeitung hatten wir ansonsten nichts auszusetzen – lediglich der An/Aus-Button an der Unterseite macht einen etwas wackeligen und unsoliden Eindruck. Die Spaltmaße sind völlig gleichmäßig und von überstehende Kanten kann keine Rede sein. Kurz: Seinen relativ günstigen Preis sieht man dem XP-Pen-Tablett nicht an.

Ein Lob hat auch die seidige Oberfläche der Vorderseite verdient, die sich nicht nur sehr angenehm anfühlt, sondern auch auch für haptisches Feedback sorgt. Gleichwohl nimmt sie kaum Fingerabdrücke an, die sich zudem leicht wieder entfernen lassen. Gebrauchsspuren lassen sich auf Dauer bei keinem Tablett vermeiden.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Tabletts auf dem Markt hat die nutzbare Fläche ebenso wie die meisten PC-Monitore ein Seitenverhältnis von 16:9. Arbeitet man an einem Bildschirm mit einem anderen Seitenverhältnis, kann man im Treiber einstellen, dass die Zeichenfläche entsprechend angepasst wird.

Der Stylus gehört zu den massiveren Exemplaren im Test und verfügt über zwei gut erreichbare, frei belegbare Tasten, die leider minimal Spiel haben und etwas knackigere Druckpunkte vertragen könnten. Dafür ist die Unterseite des Digitizers griffig gummiert. Der wichtigste Pluspunkt des Stifts ist jedoch die feine Dosierbarkeit der 8.192 Druckstufen. Störende Eingabeverzögerungen konnten wir weder mit noch ohne Kabel feststellen.

Nicht zu den Highlights gehört der schlampig übersetzte Treiber, der mit einer Hauptseite auskommen muss, aber gleichwohl alle gebräuchlichen Funktionen mitbringt und immerhin eine alternative Einstellung der Druckempfindlichkeit des Stifts mithilfe einer Druck-Output-Kurve mit drei Anfassern ermöglicht.

In Sachen Tasten ist zu bemängeln, dass es nur sechs Stück sind. Das reicht unserer Erfahrung nach aber z. B. in Photoshop auch für erfahrenere Nutzer aus. Die Tasten selbst sind sowohl für Rechts- als auch Linkshänder mit um 180 Grad gedrehtem Tablett sehr gut zu erreichen, sitzen fest im Gehäuse und bieten dank knackigem Druckpunkt ein überzeugendes haptisches und akustisches Feedback.

Zwei nützliche Besonderheiten heben das XP-Pen Deco 3 von der Masse der Grafiktabletts für unter 100 Euro ab. Zunächst wäre da natürlich die Anbindung über (proprietären) Funk zu nennen, die es ermöglicht, das Gerät weiter entfernt vom Computer zu nutzen und es beispielsweise bei der Arbeit in der Hand zu halten oder auf dem Schoß zu verwenden, ohne mit dem störenden und im Zweifel immer zu kurzen Kabel hantieren zu müssen.

Sobald man den kleinen Dongle in einen freien USB-Port gesteckt hat, wird das Deco 3 als Tablett erkannt und kann sofort zum Beispiel für Windows Ink verwendet werden. Natürlich kann man das Zeichenbrett auch über das mitgelieferte USB-C-Kabel mit dem Computer verbinden, das gleichzeitig zum Laden des Akkus dient. Für volle Funktionalität in Programmen von Drittanbietern ist es jedoch wie bei allen Geräten im Test erforderlich, den Treiber zu installieren.

Ein Highlight des XP-Pen Deco 3 ist das mechanische Einstellrad

Die zweite Besonderheit in Gestalt des roten, mechanischen Einstellrades stellt gleichzeitig das auffälligste optische Merkmal dar. Bei Rechts- und Linkshändern befindet es sich bestens erreichbar in der oberen linken oder unteren rechten Ecke direkt neben den frei belegbaren Keys. Das fein einrastende Rad eignet sich hervorragend, um damit die Größen von Pinselspitzen oder Arbeitsflächen einzustellen oder auch den Zoomfaktor anzupassen, was über herkömmliche Tasten und auch ein kapazitives Touch-Rad nicht so intuitiv gelingt.

Das XP-Pen Deco 3 überzeugt unterm Strich mit guter Leistung zu einem guten Preis und ist daher unser Preis-Leistung-Sieger.

Für Einsteiger

Huion Inspiroy H640P

Test Grafiktablett: Huion Huion Inspiroy H640P
Trotz kleinerer Schwächen überzeugt das kompakte H640P mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Von den besonders günstigen, kompakten Grafiktabletts hat uns das Huion H640P am besten gefallen, weil es eine noch brauchbare Größe der Arbeitsfläche mitbringt und trotz des sehr geringen Preises nichts Entscheidendes verkehrt macht.

Das Tablett eignet sich gleichermaßen für Links- wie Rechtshänder und verfügt außen über ausreichend große Bereiche, um es komfortabel halten zu können. Die Oberfläche ist völlig glatt und bietet kaum Feedback. Wie bei den meisten besonders günstigen Grafiktabletts stimmt die nutzbare Fläche nicht ganz mit den Eck-Markierungen überein. Fingerabdrücke fallen auf, lassen sich aber problemlos wieder entfernen.

Obwohl die ausreichenden sechs Tasten nicht ganz fest sitzen, überzeugen sie bei eher geringem Widerstand mit einem gut spürbaren Druckpunkt und deutlicher akustischer Rückmeldung. Recht komfortabel fällt die Belegung im ansonsten aufs Wesentliche beschränkte Huion-Treiber aus. Leider haben die leicht klapprigen Keys eine Nebenwirkung: Wird das Tablett etwa durch starken Druck auf die Mitte, der beim normalen Arbeiten nicht auftritt, verformt, gibt die Tastenleiste Geräusche von sich.

Daran, dass wir es hier eher mit einem günstigen Grafiktablett zu tun haben, erinnert uns der leichte und rutschige Tischständer mit seinen enthaltenen acht Ersatzspitzen und dem Werkzeug zum Austausch derselben. Aufrecht und sicher stehen mag der ansonsten gelungene Stylus darin nämlich nicht.

Es handelt sich um exakt den gleichen Stift (und Stiftständer) wie bei den anderen Huion-Tabletts im Test. Eine starke Bauweise, mittleres Gewicht, die Gummierung des Griffbereiches sowie zwei Tasten mit knackigen Druckpunkt und sehr gutem Feedback zeichnen dieses Modell aus.

Viel Spielraum bietet die Stiftspitze allerdings nicht, der maximal mögliche Druck fällt zu gering aus. Hier wird deutlich, dass eine große nominelle Zahl an Druckstufen noch lange nicht bedeutet, dass man diese auch vernünftig nutzen kann. Der Treiber-Regler zur Einstellung der Druckempfindlichkeit hat bei diesem Stylus erstaunlich wenig Effekt.

Das Huion H640P bietet für seinen günstigen Preis erstaunlich viel und ist daher uns Tipp für Einsteiger, die ein Grafiktablett erstmal ausprobieren möchten. Wer viel mit fein dosiertem, mittleren Stiftdruck arbeiten möchte, wird allerdings an einer höherwertigen (und teureren) Lösung nicht vorbeikommen.

Mit Display

Wacom Cintiq Pro 16

Test Grafiktablett: Wacom Cintiq Pro 16
Die Bearbeitung direkt auf dem Display hebt gerade Freistellarbeiten auf ein ganz neues Level. Probleme gibt es aber mit Photoshop auf Windows.

Der Kategorie der Grafiktabletts mit Display werden wir uns im Rahmen eines Updates noch eingehender widmen. Mit dem Cintiq Pro 16 hat Marktführer Wacom jedenfalls schon einmal gut vorgelegt.

Bildschirm und Rahmen werden beim Cintiq Pro 16 komplett von einer matten Scheibe bedeckt und bilden so eine Einheit. An der Rückseite gibt es zwei Aufsteller, mit denen das Pen-Display in eine schräge Arbeitsposition von 20 Grad gebracht werden kann und die sich Mithilfe eines Federmechanismus komplett im Gehäuse versenken lassen.

Die Lüftungsschlitze auf der Rückseite deuten auf den eingebauten Lüfter hin, der im Rahmen unseres Tests bei sommerlichen Temperaturen durchgehend lief, jedoch nur aus der Nähe aus den üblichen Hintergrundgeräuschen herauszuhören war. Störende Drehzahlschwankungen konnten wir nicht feststellen.

Im oberen rechten Rahmen hat Wacom vier Soft-Keys platziert, die von rechts nach links mit verschiedenen Funktionen belegt sind: Tablet-Modus, Wacom Desktop Center, Bildschirmtastatur, Bildschirmeinstellungen, Touch an/aus. Wie die letztgenannte Funktion vermuten lässt, kann man das Cintiq Pro 16 ebenso wie den Testsieger alternativ als riesigen Touchpad-Ersatz verwenden.

Die matte Oberfläche dient nicht nur dazu, Reflexionen zu minimieren, sondern ist offenbar auch mit einer fettabweisenden Beschichtung versehen, die eine problemlose Reinigung mit einem Mikrofasertuch ermöglicht. Haptisch haben wir die Oberfläche beim Zeichnen als sehr angenehm empfunden. Im Vergleich zu einem Computermonitor wirken die Farben durch die matte Oberfläche aber weitaus weniger brillant und der Bildschirm erscheint deutlich dunkler.

Grafiktablett Test: Wacom Cintiq Pro 16
Der Bildschirm ist weniger brillant als ein PC-Monitor.

Über eigene Tasten im herkömmlichen Sinne verfügt das Wacom-Pen-Display nicht. Diese können aber per optionaler ExpressKey-Fernbedienung für knapp 100 Euro nachgerüstet werden.

Angeschlossen wird das Pen-Display wie ein zusätzlicher, herkömmlicher Monitor. Anschließend hat man die Wahl, ob man den Hauptbildschirm duplizieren oder den Desktop auf das Stift-Display erweitern will. Die Anordnung der Bildschirme kann in den Systemeinstellungen den realen Verhältnissen angepasst werden.

Als Bildeingänge fungieren beim Cintiq Pro drei USB Typ-C-Ports mit alternativem DisplayPort-Modus, die auch alle zur Stromversorgung mithilfe des mitgelieferten Netzteils verwendet werden können. Da das Stift-Display mangels Akku stets auf eine externe Stromversorgung angewiesen ist, verbleiben zwei verfügbare Bildeingänge, die mithilfe der umfangreichen, im Lieferumfang enthaltenen Kabel- und Adapterausstattung zum Beispiel auch mit HDMI- oder Mini-DisplayPort-Ausgängen bedient werden können, wobei sich dann unter Umständen die darstellbare Auflösung und/oder Bildwiederholfrequenz verringert.

Wir haben das Cintiq Pro 16 sowohl am DisplayPort-fähigen USB Typ-C-Port eines Lenovo ThinkPad E480 (Intel Core i5-8250U, UHD 620, 8 Gigabyte RAM, Windows 10) getestet. Die höchste einstellbare Auflösung des Wacom-Displays lag hier bei 2.560 × 1.440 Pixeln, was daran liegen könnte, dass das Notebook im Akkubetrieb verwendet werden musste. Außerdem haben es noch mit einem iMac (Intel Core i5, Radeon Pro 575 4096 MB, 24 Gigabyte RAM, macOS 10.14.1, ebenfalls via DisplayPort) getestet, hier hat das Display 4K-Auflösung angezeigt. Auf einem Lenovo Flex 2 (Pentium 3558U, GeForce 820M, 8 Gigabyte RAM, Windows 10, via HDMI) war nur FullHD drin.

Als Stylus kommt beim Cintiq Pro 16 ebenso wie beim Wacom Intuos Pro M der Pro Pen 2 zum Einsatz, den wir bereits weiter oben beschrieben haben.

Ein Nachteil von Stift-Displays gegenüber herkömmlichen Grafiktabletts ist oft eine erhöhte Eingabeverzögerung. Teilweise ist leider auch das Cintiq Pro davon betroffen. Das Problem ist hier aber nicht die Hardware, sondern die Software.

Während wir in Illustrator, Sketch und Microsoft Paint keinerlei Verzögerungen feststellen konnten, trifft das beim wichtigeren Adobe Photoshop leider nicht zu. Die Eingabeverzögerungen sind unter MacOS noch akzeptabel, unter Windows 10 aber untragbar – wir sprechen hier von Verzögerungen im Sekundenbereich. Für einen ernsthaften Produktiveinsatz eignet sich das Pen-Display so nicht.

Zwar scheint es sich um ein bekanntes Problem zu handeln, für das im Internet auch zahlreiche Lösungen angeboten werden, die sind aber nicht nur kompliziert, sondern können wiederum in anderen Anwendungen zu Problemen führen – und haben in unserem Test auch nicht funktioniert. Wir konnten mit viel mühevollem Herumprobieren und mithilfe jeder Menge Tutorials die Eingabeverzögerungen auf unseren PCs zwar reduzieren, aber nicht bis zu einem akzeptablen Maß.

Photoshop-Nutzern unter Windows 10 raten wir aufgrund großer Eingabe­verzögerungen derzeit vom Cintiq Pro 16 ab.

Das Problem tritt vor allem bei Photoshop auf Windows 10 auf, ungeachtet der Version. Die Fehlerquelle muss irgendwo zwischen Windows 10, Photoshop und den Wacom-Treibern liegen, ausmerzen konnten wir sie nicht.

Wir können PC-Nutzern von Photoshop daher nur vom Kauf abraten. Auf dem Mac sind die Eingabeverzögerungen zwar wahrnehmbar, aber bei weitem nicht so drastisch. Wer da empfindlich ist, wird auch mit Photoshop auf dem Mac nicht glücklich werden, wir fanden, man kann damit arbeiten.

Außerdem getestet

Die größte nutzbare Fläche im Test bietet das dem Testsieger äußerlich recht ähnliche Gaomon M10K2018. Es gibt reichlich Tasten und ein deaktivierbares Touch-Multifunktionsrad. Leicht und dünn kommt der Stylus daher, der schon bei geringem Druck die höchste Druckstufe auslöst. In der sauberen, auf die Standard-Einstellungen beschränkten Treiberoberfläche lässt sich daran kaum etwas ändern.

In unserem Test gehört das besonders günstige Gaomon S620 zu den mittelgroßen Grafiktabletts. Während die etwas unsaubere Verarbeitung für den Preis nicht ins Gewicht fällt, stört uns an den vier wackeligen Tasten vor allem deren unergonomische Anordnung an der oberen bzw. unteren Seite. Der mitteldicke, gummierte Digitizer ist ergonomisch, gut dosieren lässt sich der Anpressdruck damit aber nicht.

Mit seiner Bauhöhe von 8 Millimetern und 600 Gramm Gewicht ist das relativ ausladende Huion HS610 nicht nur flach und leicht, sondern bringt das beste Verhältnis von nutzbarer Fläche zu Gesamtoberfläche mit. Die recht stark aufgeraute Oberfläche erhöht den Widerstand leicht und ist beim Zeichnen nicht ganz leise, bietet dafür aber ein prima Feedback – Geschmackssache. 13 Tasten plus Touch-Rad lassen keine Wünsche offen, während der Stiftständer aus der untersten Schublade stammt.

Huion Inspiroy H950P

Formatmäßig siedelt sich das Huion Inspiroy H950P zwischen den größeren Tabletts und den Kompakt-Modellen im Test an. Es weist rund 25 Prozent weniger Zeichenfläche auf als das große Gaomon M10K 2018. Der gelungene Stift ist identisch mit dem des Huion HS610 und bringt leider auch den gleichen Stiftständer mit, in dem der Stylus nicht aufrecht und fest steht und der gerne mal auf dem Tisch verrutscht. Auf der Habenseite steht ebenso wie beim HS610 eine schon akzeptable Dosierbarkeit des Drucks.

Das für Wacom-Verhältnisse günstige, im Vergleich zu anderen ähnlich kleinen Tabletts aber wiederum teure Intuos BT S hebt sich durch die Möglichkeit ab, es per Bluetooth kabellos mit dem Computer zu verbinden. Im Verhältnis zu dem des Testsiegers ist der Treiber reduziert, bietet aber immer noch mehr Konfigurationsmöglichkeiten als die der anderen Hersteller. Dank großem Druckbereich ist fein dosiertes Zeichnen möglich, auch wenn nominell »nur« 4.096 Druckstufen unterschieden werden können.

Dabei ist ein dünnerer Stylus, dessen Tasten uns besser gefallen als die des Pro Pen 2. Das Zubehör beschränkt sich auf magere drei Ersatzspitzen. Dass es das kleine Wacom nicht in die Empfehlungen geschafft hat, liegt neben dem Preis vor allem daran, dass die Tasten oben bzw. unten platziert sind, was beidhändiges Arbeiten deutlich behindert.

Beim winzigen XP-Pen G430S handelt es sich eher um ein sogenanntes Signature-Pad als um ein echtes Grafiktablett. So billig es optisch auch wirkt, so stabil fühlt es sich doch an. Die Abwesenheit von Tasten schränkt weiter ein, dafür gelingt die Druckdosierung ebenso gut wie beim XP-Pen Deco 3 und nur unwesentlich schlechter als beim bis zu zehnmal so teuren Testsieger. Eher schmal fällt der Treiber aus, bietet aber die sehr nützliche Druck-Output-Kurve mit drei Anfassern. Der dünne Digitizer ist etwas rutschig, sonst aber völlig okay. Nennenswertes Zubehör sollte man für die sehr günstigen Preise nicht erwarten, aber mit Ersatzspitzen geizt XP-Pen generell nicht.

Da es sich beim XP-Pen Star G640S nur um eine größere und minimal teurere Version des G430S handelt, verweisen wir hier auf die Ausführungen im letzten Absatz. Zwei Unterschiede gibt es abgesehen von der Größe aber schon: Die Elektronik ist beim 430er seitlich verbaut, beim 640er oben bzw. unten. Und das größere Modell bringt nicht »nur« 10 Ersatzspitzen mit, sondern gleich 20. Ob die dann auch in jeder Packung liegen, wissen wir nicht.

Das Cintiq 16 entstammt Wacoms Stift-Display-Einsteigerserie und kostet etwas mehr als ein Drittel der Pro-Version. Dafür gibt es nur Full-HD, und der Farbumfang von 96 Prozent des kleinen sRGB-Farbraums reicht für die hobbymäßige Bildbearbeitung aus. Anschluss findet das Display nur über eine proprietäte Kabelpeitsche, die einen HDMI-Eingang, einen USB-Anschluss und den Stromanschluss bündelt. Wie beim Cintiq Pro hatten wir wieder keine Verzögerungsprobleme mit Paint, mit Photoshop aber schon. Zieht man z. B. eine Linie, »läuft« diese dem Stift stets ein kleines Stück hinterher.

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