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Das beste Kamerastativ für Einsteiger

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Kamerastativ für Einsteiger Test: Stative Alle
Lars Schönewerk

Lars Schönewerk

ist Autor und Technik-Freak und hat ein Faible für alles Elektronische. Für AllesBeste testet er alles, was nicht niet- und nagelfest ist.

Wir haben 16 Kamerastative für Einsteiger getestet. Das beste für die meisten ist das Manfrotto Element Traveller Carbon BIG, das mit sehr solidem Stand, einer beachtlichen Höhe, einer vorbildlichen Verarbeitung und einer komfortablen Handhabung überzeugt. Es ist zwar nicht ganz günstig, von ganz billigen Modellen können wir aber nur abraten. Mindestens 60 Euro sollte man für ein Kamerastativ schon investieren.

Ein Stativ ist für Fotografen in vielen Situationen unumgänglich. Mit einem guten Stativ hat die Kamera eine feste und stabile Position. So entstehen keine Wackelbilder und man kann haargenau kleine Nuancen am Bild verändern.

Es gibt viele verschiedene Arten von Stativen, die wir im Abschnitt unter unserer Vergleichstabelle besprechen. Im diesen Test haben wir uns auf Einsteigermodelle von 20 bis 150 Euro beschränkt.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Manfrotto Element Traveller Kit Carbon BIG

Kamerastativ Test: Image
Rundum gelungen: Das Element Traveller Kit macht nicht nur auf Reisen eine gute Figur.

Wer seine Kamera auf das Manfrotto Element Traveller Kit Carbon BIG schraubt, kann sich entspannen, denn Umkippen wird das Stativ bestimmt nicht. Das stabilste Modell im Test steht wie eine Eins und erlaubt in der hier getesteten »Big«-Variante mit einer Maximalhöhe von satten 164 Zentimetern die größte Flexibilität. Trotzdem bleibt das Gewicht im Rahmen.

Auch gut

Vanguard Veo 2s 265AB

Test Kamerastativ für Einsteiger: Vanguard Alta Pro 2+ 265AB
Flexibel und standhaft: Dem Veo 2s 265AB gelingt die Balance zwischen den Ansprüchen hervorragend.

Das Vanguard Veo 2s 265AB ist zwar das teuerste Modell im Test, kann aber trotzdem begeistern: Das Aluminium-Stativ mit Kugelkopf ist solide verarbeitet, steht ebenfalls sehr stabil, lässt sich gut verstauen und auch sein Gewicht ist trotz seiner Größe noch in Ordnung. Die Handhabung lässt kaum Wünsche offen. Abgerundet wird das Paket durch praktisches Zubehör.

Für Reiselustige

Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon

Das Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon ist ein kleines Schmuckstück. Obwohl es sehr leicht ist und schon fast ein wenig grazil wirkt, bietet es einen sicheren und stabilen Stand. Während sich das Stativ mit einer Höhe von 140 Zentimetern in der Mitte ansiedelt, ist es zusammenklappt so kompakt wie kaum ein anderes. Wer oft mit der Kamera unterwegs ist, wird das Modell lieben.

Beweglich

K&F Concept TM2515T

Kamerastativ Test: K&F Concept TM2515T
Der Yogameister unter den Stativen: Dank beweglicher Mittelachse lassen sich ungewöhnliche Perspektiven einnehmen.

Das K&F Concept TM2515T ist eine gute Wahl, wenn man es gerne beweglich hat: Weil das Stativ einen schönen Spagat erlaubt und die Mittelsäule auf Wunsch auch noch quer fixiert werden kann, kommt man mit wenig Aufwand an Perspektiven, die sonst teils nicht einmal Tischstative zulassen. Fast alles ist auf irgendeine Art schraub,- klapp,- kipp- oder neigbar, trotzdem steht das TM2515T stabil. Die praktische Monopod-Funktion gibt es natürlich auch hier.

Gut & Günstig

Sawake PO84BUK334

Test Kamerastativ: Sawake SAWAKEPO84BUK334
Große Vorbilder: Das Sawake-Stativ orientiert sich trotz des günstigen Preises in vieler Hinsicht an teureren Modellen.

Für alle, die nicht viel ausgeben wollen, empfehlen wir das Sawake PO84BUK334. Mit den mattgolden abgesetzten Elementen, seiner soliden Verarbeitung und dem erfreulich zurückhaltendem Einsatz von Plastik macht das Stativ einen viel hochwertigeren Eindruck als man angesichts des fairen Preises erwarten würde. Lediglich die störrischen Clip-Verschlüsse an den Schenkeln trüben die Freude ein wenig.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerAuch gutFür ReiselustigeBeweglichGut & Günstig
ModellManfrotto Element Traveller Kit Carbon BIGVanguard Veo 2s 265ABRollei Compact Traveler No. 1 CarbonK&F Concept TM2515TSawake PO84BUK334Rollei Allrounder CarbonESDDI TP-35Bosch Professional BT 150Hama Action 165 3DUonner SJJ-01Cullmann Alpha 2200Phinistec CTB-140-EUMactrem PT59Fotopro DIGI-3400AmazonBasics WT3540Hama Star 61
Kamerastativ Test: ImageTest Kamerastativ für Einsteiger: Vanguard Alta Pro 2+ 265ABTest Kamerastativ: Rollei Compact Traveler No. 1 CarbonKamerastativ Test: K&F Concept TM2515TTest Kamerastativ: Sawake SAWAKEPO84BUK334Test Kamerastativ: Rollei Allrounder CarbonTest Kamerastativ: ESDDI TP-35Test Kamerastativ: Bosch Professional BT 150Test Kamerastativ: Hama Action 165 3DKamerastativ Test: Uonner Sjj 01Test Kamerastativ: AmazonBasics WT3540Test Kamerastativ: Phinistec CTB-140-EUTest Kamerastativ: Mactrem PT59Test Kamerastativ: Fotopro DIGI-3400Test Kamerastativ: AmazonBasics WT3540Test Kamerastativ: Hama Star 61
Pro
  • Sehr stabiler Stand
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Komfortable Handhabung
  • Flexibel verstellbar
  • Kugelkopf
  • Zwei Wasserwaagen
  • Sehr stabiler Stand
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Komfortable Handhabung
  • Sehr flexibel verstellbar
  • Ermöglicht extrem niedrige Perspektiven
  • Kugelkopf
  • Stabiler Stand
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Komfortable Handhabung
  • Fairer Preis
  • Geringes Packmaß
  • Leicht
  • Stabiler Stand
  • Komfortable Bedienung
  • Sehr flexibel verstellbar
  • Kugelkopf
  • Solider Stand
  • Kugelkopf
  • Zwei Wasserwaagen
  • Günstig
  • Stabiler Stand
  • Kugelkopf
  • Brauchbar stabil
  • Verarbeitung ist in Ordnung
  • 2 Wasserwaagen
  • Brauchbar stabil
  • Preislich im Rahmen
  • Brauchbare Verarbeitung
  • Schaumstoffummantelte Schenkel
  • 2 Wasserwaagen
  • Günstig
  • 2 Wasserwaagen
  • 2 Wasserwaagen
  • Ordentliche Gummifüße
  • 2 Wasserwaagen
  • Ordentliche Gummifüße
  • Sehr leicht
  • Inklusive Fernbedienung
  • Günstig
  • 2 Wasserwaagen
  • Günstig
  • 2 Wasserwaagen
  • Günstig
Contra
  • Nicht ganz günstig
  • Nicht ganz günstig
  • Nur eine Wasserwaage
  • Nur eine Wasserwaage
  • Nur eine Wasserwaage
  • Störrische Klemmverschlüsse
  • Bei voll ausgefahrener Mittelsäule sinkt die Stabilität
  • Nur eine Wasserwaage
  • Verarbeitung noch nicht perfekt
  • Neigungswiderstand etwas zu hoch
  • Viel Kunststoff
  • Kein Zubehör
  • Nur eine Wasserwaage
  • Klapprig
  • Mittelsäule wippt nach
  • Viel Kunststoff
  • Knarzt
  • Billige Materialien
  • Sehr klein
  • Instabil
  • Jede Menge Kunststoff
  • Schlechte Verarbeitung
  • Klapprig
  • Instabil
  • Schlecht ausbalanciert
  • Jede Menge Kunststoff
  • Miserable Verarbeitung
  • Schwergängige Verschlüsse
  • Instabil
  • Jede Menge Kunststoff
Bester Preis

Keine Preise gefunden.

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Wissenswertes über Stative

Wer sich schon länger mit Fotografie beschäftigt, weiß, dass »das beste« Stativ eine ziemlich subjektive Angelegenheit ist. Welches sich am besten eignet, hängt immer auch vom angedachten Einsatzzweck ab. So finden sich schwere, aber extrem stabile Stative häufig an ebenfalls schweren Vollformatkameras, was zwar der Traglast und einem soliden Stand zugute kommt, sich im Reisegepäck aber doch als recht unhandlich erweist. Ebenfalls unhandlich wird ein Stativ, wenn es auch für große Fotografen hoch genug sein soll. Abhilfe schaffen dann nur ausgeklügelte Klappmechanismen, um ein Stativ für den Transport so platzsparend wie möglich zusammenzufalten.

Es kommt auf den Einsatzzweck an

Man muss somit immer in irgendeiner Hinsicht Kompromisse eingehen – auch in Hinsicht des Preises. Überlegen Sie vor dem Kauf, was sie mit Ihrem Stativ tun wollen, wie oft sie es außer Haus mitnehmen werden, wie schnell Sie es einsatzbereit bekommen müssen und was es kosten darf.

Denn wie so oft ist der Preisfaktor auch hier zentral. Wollen Sie ein starkes, aber mobiles Modell? Das wird nicht billig. Wollen Sie ein starkes, aber günstiges Modell? Das wird nicht leicht zu transportieren. Wollen Sie ein mobiles und günstiges Modell? Dann sollte Ihre Kamera lieber nicht zu viel wiegen und sicherheitshalber auch nicht aus dem schützenden Händen gelassen werden.

Kamerastativ für Einsteiger

Das Material

Um das Gewicht zu senken und die Stabilität zu erhöhen, fertigen viele Hersteller ihre Produkte inzwischen aus Kohlefaser, auch als Carbon bekannt. Das ist besonders für Reisestative von Vorteil, da ein geringes Gewicht hier besonders wichtig ist. Der Unterschied zwischen einem Carbon- und Aluminiumstativ liegt bei einer typischen Größe zwar nur bei etwa 300 bis 400 Gramm, das entspricht aber immerhin einer Ersparnis von rund 20 bis 25 Prozent – eine echte Erleichterung, gerade wenn man es den ganzen Tag mit sich herumträgt. Der einzige Wermutstropfen ist einmal mehr der Preis, denn Carbon-Modelle sind deutlich teurer als ihre Aluminium-Pendants.

Alu, Carbon oder Holz?

Wer Stabilität ohne Kompromisse möchte, greift zu Holz. Das hält nicht nur eine enorme Traglast aus, es ist auch hervorragend gegen Schwingungen und Wackler gewappnet. Entsprechende Stative sind aber nicht nur verhältnismäßig selten und relativ teuer, sie sind auch unflexibel und sehr schwer. Im Einsteigersektor sind solche Modelle kaum anzutreffen, weshalb wir sie in diesem Test nicht weiter behandeln.

Der Verschluss

An den ausziehbaren Beinen der Stative kommen zwei Verschlusstypen zum Einsatz: Entweder zum Klemmen oder zum Schrauben. Was man bevorzugt, ist in erster Linie Geschmackssache, denn beide Varianten halten grundsätzlich gleich gut. Uns ging das Öffnen der Schraubverschlüsse etwas schneller von der Hand, der Zeitvorteil hielt sich aber in überschaubaren Grenzen.

Schraubverschlüsse sind in der Handhabung angenehmer

Auffällig ist, dass Klemmverschlüsse fast nur bei günstigen Modellen vorkommen, während der Großteil der hochpreisigeren Modelle auf die Schraubvariante setzen. Ein Vorteil dieser Bauart ist ihre höhere Langlebigkeit, denn Klemmverschlüsse brechen gerne mal ab. Vor allem aber bieten die meisten Stative mit Schraubverschlüssen die Möglichkeit, sie zu einem Monopod, also einem Einbein umzubauen. Klemmverschlüsse sind dazu konstruktionsbedingt nicht geeignet.

Kugelkopf oder 3-Wege-Neiger?

»Was man nicht im Kopf hat, das hat man in den Beinen« sagt der Volksmund. Für Kamerastative gilt das nicht. Nicht nur ein stabiler Stand muss gewährleistet sein, auch in der oberen Etage soll alles problemlos vonstatten gehen. Die Kamera muss sich gut in den gewünschten Winkel neigen lassen, dort aber dann bombenfest fixierbar sein.

Im Fotobereich haben sich zwei Standardtypen etabliert, nämlich Kugelköpfe und der sogenannte Drei-Wege-Neiger. Drei-Wege-Neiger sind anhand von drei Achsen sehr genau einstellbar und eignen sich besonders für Makro-Aufnahmen und Situationen, in der ein schnelles Ausrichten der Kamera von geringerer Bedeutung ist. Denn schneller geht es in der Regel mit einem Kugelkopf, bei dem die Aufnahme auf einer Kugel sitzt und sich frei in alle Richtungen bewegen lässt. Die exakte Fixierung erfordert dann allerdings etwas mehr Übung. Auf Kugelköpfen befindet sich außerdem meist eine Skala zum genauen Ablesen des Drehwinkels, was vor allem für Panorama-Aufnahmen hilfreich ist.

So haben wir getestet

Wir haben lange recherchiert und uns die 16 interessantesten Stative aus dem Einsteigersegment besorgt. Im Test haben wir zunächst einmal auf das Offensichtliche geachtet: Verarbeitung, Größe und Handhabung.

Wir haben jedes Stativ mit zwei Spiegelreflexkameras von Canon getestet, mit denen wir in der Redaktion die Fotos für AllesBeste aufnehmen. Außerdem haben wir eine DJI Osmo Action aufgeschraubt, eine Action-Cam, die wir hier getestet hatten.

Kamerastativ für Einsteiger Test: Stative Alle
Die 16 Stative aus unserem Test 07/2019.

Weitgehend ignoriert haben wir die Möglichkeit, ein Smartphone einzuspannen: Erstens bringt kaum ein Kamerastativ das notwendige Aufnahmestück mit und zweitens nehmen wir an, dass nur wenige Fotografen jemals darauf zurückgreifen werden. Zwar haben die Kameras in Mobiltelefonen im Lauf der vergangenen Jahre bei der Bildqualität deutlich zugelegt, eine richtige Kamera schlagen sie aber immer noch nicht. Außerdem sind Smartphones auf Schnappschüsse aus der Hand ausgelegt und kaum ein Nutzer setzt sich mit manuellen Einstellungen, ISO-Werten oder Belichtungszeiten auseinander – gerade letztere stellt aber einen der wichtigsten Gründe für den Griff zu einem Stativ dar.

A und O war dabei zu jeder Zeit die Stabilität. Gerät ein Stativ nämlich beim kleinsten Lufthauch ins Wackeln oder Schwingen, erfüllt es seinen Zweck nicht und wir könnten auch gleich darauf verzichten und aus der freien Hand fotografieren.

Da die meisten Fotografen nicht nur im heimischen Atelier arbeiten, sondern die weite, farbenfrohe Welt ablichten wollen, hat uns auch interessiert, wie mobil die Stative sind. Neben einem geringen Gewicht spielen hier auch die Packmaße, also die Maße im zusammengelegten Zustand, eine entscheidende Rolle.

Kamerastativ für Einsteiger Test: Manfrotto Element Traveller

Testsieger: Manfrotto Element Traveller Kit Carbon BIG

Absolut stabiler Stand, hohe Mobilität und hervorragende Verarbeitung, eine tolle Haptik und das ganze garniert mit einem schlichten, aber edlen Äußeren – das Manfrotto Element Traveller Kit Carbon weckt Freude. Offiziell wird es als Reisestativ verkauft. Das trifft auch zu, immerhin bringt es mit einem Gewicht von rund 1,3 Kilogramm und einem Packmaß von 42 Zentimetern Länge hervorragende Voraussetzungen mit, um mitgenommen zu werden. Aber auch zuhause weiß das Stativ zu überzeugen.

Testsieger

Manfrotto Element Traveller Kit Carbon BIG

Kamerastativ Test: Image
Rundum gelungen: Das Element Traveller Kit macht nicht nur auf Reisen eine gute Figur.

Würde das Element Traveller Kit nicht diesen Namen tragen, hätte Manfrotto es auch als Allrounder verkaufen können – wirft man einen Blick in Richtung des Konkurrenten Rollei, ähnelt das Stativ in vielerlei Hinsicht eher dessen »Allrounder«-Modell: dem »Compact Traveller«. Das mag auch an der Ausführung liegen, denn wir hatten die »Big«-Variante mit 164 Zentimetern maximaler Arbeitshöhe im Test. Wer nicht so hoch hinaus will, kann alternativ auch zur »Small«-Variante greifen, die es immerhin noch auf 143 Zentimeter bringt. Wir nehmen an, dass sich die beiden Varianten qualitativ nicht weiter unterscheiden, da wir aber nunmal die große Version hatten, beziehen wir uns im Folgenden auch auf genau diese.

Das Stativ gibt es übrigens auch in einer Aluminium-Ausführung, auch hier stehen eine große und eine kleine Variante zur Verfügung. Die Aluminium-Version ist ihrer Natur gemäß schwerer, aber auch günstiger zu haben. Wer unsere »Allrounder«-Einschätzung teilt und das Stativ nur gelegentlich transportieren möchte, kann somit ein sehr gutes Stativ bekommen und dabei gegenüber der Kohlefaser-Version Geld sparen.

Der Testsieger ist ein echter Allrounder

Doch zurück zu unserem großen Carbon-Stativ: Äußerlich ist es fast komplett nachtschwarz, lediglich die Inbus-Schrauben an den Schenkeln glänzen metallisch und die Wasserwaagen am Kopf sind klassisch gelbgrün. Damit macht das Element Traveller Kit Carbon einen erwachsenen, regelrecht edlen Eindruck. Auch die Verarbeitung steht dem in nichts nach: Alles ist genau da, wo es hingehört: Nichts klappert, knarzt, wackelt oder blockiert – es sei denn, man möchte Letzteres.

Alle Verschlüsse sind hochwertig und halten die beweglichen Teile souverän am gewünschten Platz. Genauer gesagt sind das jeweils vier Schraubverschlüsse pro Bein, die sich schnell und bequem mit einer Hand öffnen und schließen lassen. Das ist im Einzelnen je eine Metallschnalle, deren Einrastmechanismus ein sehr gutes Verhältnis zwischen Widerstand und Leichtgängigkeit aufweist sowie drei Stellschrauben, die außen mit einer griffsicheren und angenehm weichen Gummischicht ummantelt sind. Lediglich das geriffelte Drehrad zum Verstellen der Mittelsäule besteht aus Kunststoff, gibt sich aber in Sachen Stabilität und Verarbeitung keine Blöße.

Die Kamera findet Platz auf der stabilen, metallenen Aufnahmeplatte, die wiederum auf einem Kugelkopf sitzt. Der ist schön beweglich, lässt sich mit einer einfachen, kurzen Drehung an der zugehörigen Schraube aber auch in Sekundenbruchteilen festziehen. Sehr gut gefallen hat uns auch die Skala für den Winkelgrad. So eine findet sich zwar auch an anderen Modellen mit Kugelkopf, die am Manfrotto Element Traveller Kit Carbon ist aber feiner aufgefächert, sodass man sofort präzise auf 5 Grad Neigung genau arbeiten kann.

Für hohe Genauigkeit sorgen darüber hinaus zwei Wasserwaagen, von denen sich eine oben, direkt neben der Aufnahmeplatte und somit unmittelbar vor der Kamera befindet, die zweite ist in das Schraubrädchen zum Lösen bzw. Feststellen besagter Aufnahmeplatte eingelassen und von der Seite aus sichtbar. Kippt man den Kamerakopf, um hochkant zu fotografieren, wird sie nach oben gedreht – adieu Schieflage!

Zwei Wasserwaagen sind äußerst praktisch

Das Stativ selbst steht jederzeit bombensicher auf seinen Beinen. Auch mit ausgefahrener Mittelsäule zittert da überhaupt nichts. Möchte man es mit auf Reisen nehmen, geht das, wie bereits erwähnt, auch ziemlich gut. Im Lieferumfang befindet sich auch gleich eine geeignete Tasche, die recht dick gefüttert ist und gelegentliche Stöße gut dämpfen dürfte – das haben wir allerdings nicht ausprobiert und würden es vermutlich auch kaum übers Herz bringen, absichtlich Gewalt gegen unser schönes Stativ auszuüben.

Nachteile?

Wer oft und gerne bodennah fotografiert, könnte enttäuscht sein: Dadurch, dass die Mittelsäule nicht kippbar ist, bleibt immer mindestens deren Höhe übrig, auch wenn man die Stativbeine vollständig in den Spagat klappt. Dieser Umstand lässt sich konstruktionsbedingt nicht auflösen oder umgehen. Sollten Sie gesteigerten Wert darauf legen, müssen wir leider von einem Kauf abraten und empfehlen stattdessen das Vanguard Veo 2s 265AB oder das K&F Concept TM2515T.

Manfrotto Element Traveller Kit Carbon im Testspiegel

Nicht nur bei uns hat das Manfrotto Element Traveller Kit Carbon den Testsieg abgeräumt, auch das Digitalphoto-Magazin (07/2019) hat ihm den Titel gegeben. Die Kollegen vergaben 4,5 von 5 möglichen Sternen und schlussfolgerten:

»Die Verarbeitung ist gut und die Bedienung problemlos: Die Drehverschlüsse lassen sich bequem verstellen. Dank integriertem Einbeinstativ lässt sich das Element schnell umbauen. Auch Spikes sind vorhanden. Die Stabilität geht in Anbetracht des Gewichts voll in Ordnung. Folglich ist das Manfrotto unser Testsieger zum sehr guten Preis.«

Tim Herpers von CanonFoto (02/2018) vergibt die Wertung »sehr gut« und schreibt:

»Dennoch erzielt das neue Manfrotto-Element- Stativ in unserem Kurztest ein sehr gutes Testurteil. Das liegt an der guten Verarbeitung und der problemlosen Bedienung. Die Drehverschlüsse lassen sich bequem verstellen. Zudem kommt die Ausstattung des Stativs nicht zu kurz: Dank integriertem Einbeinstativ lässt sich das Element schnell umbauen. Schade, dass dem Dreibeiner für bodennahe Aufnah- men keine Makrosäule beiliegt. Die Stabilität geht in Anbetracht des geringen Gewichts voll in Ordnung. Alles in allem kann man mit dem Stativ nicht viel verkehrt machen. Das große Element- Carbon-Kit erhält von uns eine klare Kaufempfehlung als leichtes und günstiges Stativ.«

Alternativen

Das Manfrotto Element Traveller Carbon ist ein schöner Allrounder für Reisen und den alltäglichen Einsatz. Wenn Sie andere Ansprüche haben, etwa noch bessere Mobilität oder einen günstigeren Preis, können wir Ihnen die folgenden Alternativen empfehlen.

Auch gut

Vanguard Veo 2s 265AB

Test Kamerastativ für Einsteiger: Vanguard Alta Pro 2+ 265AB
Flexibel und standhaft: Dem Veo 2s 265AB gelingt die Balance zwischen den Ansprüchen hervorragend.

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Testsieg, denn das Vanguard Veo 2s 265AB ist unserem Favoriten ziemlich ähnlich und somit dessen schärfste direkte Konkurrenz. Preislich liegt es etwas höher als die anderen getesteten Modelle, bleibt aber noch im Rahmen.

Äußerlich gibt das sich das Veo 2s 265 AB gegenüber dem vollständig nachtschwarzen Modell von Manfrotto etwas freundlicher: Zur Akzentuierung des Designs bekommt man hier mehr metallisches Grau zu Gesicht und das zurückhaltend eingesetzte Gelb am Kopf fügt sich gut darin ein. Die Einstellrädchen sind auch beim Veo gummiert, für besseren Grip sind sie außerdem zusätzlich aufgeraut. Gummi findet sich auch am Griff wieder, der eines der drei Beine umschließt. Insgesamt gibt einem die Haptik das Gefühl, das Stativ stets sicher zu halten – sehr schön!

Das Vanguard überzeugt bei der Verarbeitung

Der Rest des Kopfes unterscheidet sich nur marginal von dem des Testsiegers, allerdings ist die Skala für den Winkelgrad etwas gröber, dafür aber größer beschriftet – aufgedruckte Zahlen gibt es hier nur alle 45 Grad. Die Abstufung der Maßstriche ist zwar die gleiche, nämlich immer fünf Grad, es fällt aber ungleich schwerer, den exakten Winkel abzulesen.

Außerdem konnten wir, wenn wir den Stativkopf zur Seite neigten, kreisrunde Schleifspuren an der Kugel erkennen. Das stört in der Praxis zwar nicht und man sieht es normalerweise auch nicht, wenn man nicht gerade hochkant fotografiert, es ist aber eine unschöne Kleinigkeit, die es beim Manfrotto Element nicht gibt. Hochkant-Fotos scheinen aber ohnehin nicht unbedingt das Steckenpferd des Veo 2s zu sein, denn die zuständige zweite Wasserwaage, die wir unter anderem bei Manfrotto und Sawake gesehen haben, fehlt beim Vanguard-Stativ.

Beim Packmaß gewinnt das Veo 2s um einen Zentimeter gegen unseren Favoriten, außerdem kommt es deutlich weiter runter. Möglich macht das die klappbare Mittelsäule, die auch auf halber Drehung fixiert werden kann. Das Stativ sieht mit seinen weit von sich gestreckten Beinen zwar aus, als wäre es in einem Cartoon von einem Bus überrollt worden, kommt dafür aber extrem nah an den Boden. Wer also häufig aus sehr niedrigen Perspektiven heraus fotografiert, fährt mit dem Veo vermutlich besser als mit dem Manfrotto Element Traveller.

Anders sieht es leider beim Gewicht aus: Bei einer maximalen Arbeitshöhe von 150 Zentimetern wiegt das Aluminium-Stativ knapp unter 1600 Gramm und somit ein gutes Stück mehr als der größere Carbon-Konkurrent.

Ansonsten schenken sich beide Stative nicht sonderlich viel. Beide stehen extrem sicher, kosten ähnlich viel, können fast das gleiche und sehen sich auch relativ ähnlich. Wem Bodennähe wichtiger ist als Hochkant-Fotografie und wer das höhere Gewicht verschmerzen kann, macht mit dem Vanguard Veo 2s 265AB absolut keinen Fehler.

Für Reiselustige

Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon

Beim ersten Aufbau des Rollei Compact Traveller No. 1 Carbon fühlt man sich ein wenig wie ein Speerwerfer, denn die Beine sind nicht nur lang und grazil, sondern auch hart und stabil, gleichzeitig ist das Stativ mit rund einem Kilogramm sehr leicht.

Das Design ist Rollei-typisch in Schwarz und Anthrazit gehalten, das an einigen Stellen durch blank glänzendes Rot aufgebrochen wird. Es erinnert an das Rollei Allrounder, ist gegenüber der größeren Schwester aber deutlich dünner und filigraner und auch unser Favorit von Manfrotto wirkt im direkten Vergleich regelrecht bullig. Die Mittelsäule ist kaum dicker als der Daumen eines Erwachsenen und die Segmente der Beine laufen nach unten hin noch schmaler zu.

Erst klein und dann doch so groß!

Trotzdem wirkt das Traveller No. 1 alles andere als instabil. Die Verarbeitung ist hervorragend und auf Kunststoff verzichtet das Stativ auch so gut wie vollständig. Das gilt für die Beine genauso wie für den schmalen, Kugelkopf, dessen Fixierungsrädchen aufgeraut sind. und von denen eines eine Wasserwaage beherbergt. Die eignet sich somit nur für Hochkant-Aufnahmen wirklich, leider ist es die einzige am Stativ. Hier können wir Rolleis Entscheidung nicht nachvollziehen, denn auch wenn wir durchaus erkennen, dass eine möglichst leichte und kompakte Erscheinung das zentrale Ziel der Bemühungen war, geht die fehlende Wasserwaage besonders beim häufiger genutzten Querformat doch merklich zulasten des praktischen Nutzens.

Für Panorama-Aufnahmen bietet der Kopf eine gut abgestufte Skala, die allerdings sehr klein geraten ist. Wer Probleme hat, winzige Schrift zu entziffern, könnte hier Schwierigkeiten beim Ablesen bekommen.

Unterm Strich ist das Rollei Compact Traveller No. 1 Carbon genau das, was der Name verspricht – optimiert darauf, der beste Begleiter auf Reisen zu sein. Für den Einsatz zuhause taugt es zwar auch, aber es ist nunmal dafür geschaffen, die weite Welt zu sehen – und für einen vorwiegend stationären Einsatz sind andere Modelle mitunter besser geeignet.

Beweglich

K&F Concept TM2515T

Kamerastativ Test: K&F Concept TM2515T
Der Yogameister unter den Stativen: Dank beweglicher Mittelachse lassen sich ungewöhnliche Perspektiven einnehmen.

Für seine Höhe besitzt das K&F Concept TM2515T einen recht breiten Stand. Das ist auch zu begrüßen, denn das Stativ steht sehr sicher. Der Clou ist aber nicht nur das normale, aufrechte Stehen, sondern die schon fast akrobatisch anmutenden Verrenkungen, die damit möglich sind.

Äußerlich setzt das TM2515T auf bulliges, schwarzes Metall mit rot glänzenden Akzenten. Der Kopf wirkt im Vergleich zu denen der anderen Stative im Test noch größer und schon fast etwas klobig, aber nicht hässlich. Grund dafür ist das extra Stück Bewegungsfreiheit, dass das Stativ auszeichnet: Die Aufnahme des Kugelkopfes, also der Teil, in dem die bewegliche Kugel steckt, sitzt seinerseits auf einer dreh- und kippbaren Kugel.

Die kippbare Säule kennen wir schon vom Vanguard Veo 2s 265AB, hier ist sie allerdings nochmal etwas anders konstruiert und ermöglicht beispielsweise 360-Grad-Schwenks – wer sich schon immer mal gefragt hat, wie »Looping Louie« die Welt sieht, hat mit dem K&F-Stativ nun eine gute Möglichkeit, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

Leider fehlt es am üppigen Kopf an einer Wasserwaage für die Hochkant-Fotografie, was hier, anders als beim Reisestativ von Rollei, nicht mit Rationalisierungsmaßnahmen erklärt werden kann, denn für Reisen eignet sich das Stativ nur bedingt. Mit über 1,6 Kilogramm ist es das schwerste Modell im Test, obwohl die maximale Arbeitshöhe mit gerade einmal 134 Zentimetern doch etwas mager ausfällt und das Packmaß diese überschaubare Höhe nicht wirklich widerspiegelt.

Wer eher stationär fotografiert und gerne mit ungewöhnlichen Perspektiven spielt, kann aber mit gutem Gewissen zugreifen. Die Verarbeitung ist sehr gut und die knickbare Mittelsäule verspricht viel Raum zur kreativen Entfaltung. Da der Preis auch im angenehmen Bereich liegt, macht man damit nicht viel falsch.

Gut & Günstig

Sawake PO84BUK334

Test Kamerastativ: Sawake SAWAKEPO84BUK334
Große Vorbilder: Das Sawake-Stativ orientiert sich trotz des günstigen Preises in vieler Hinsicht an teureren Modellen.

Leider hat Sawake seinem Stativ keinen richtigen Namen gegeben, weshalb es nun unter der sperrigen Produktbezeichnung Sawake PO84BUK334 firmiert. Das ist schade, denn das Stativ hätte durchaus mehr Beachtung verdient. Zugegeben: Mit unseren Top-Empfehlungen kann es nicht ganz mithalten, gegenüber der Billig-Konkurrenz hat es aber einen gewaltigen Vorsprung.

Äußerlich gibt sich das Stativ edel: Farblich dominiert Schwarz, das an einigen Stellen sparsam durch einen ins Rötliche gehenden Goldton aufgebrochen wird. Lediglich die spärlich gesäten, glänzenden Kunststoffteile wollen optisch nicht so recht zum matten Aluminium passen. In der Praxis ist deren Qualität zum Glück aber hochwertiger als man erwarten würde: Die Schraubverschlüsse an der Mittelsäule halten stabil und lassen sich problemlos bedienen. Auch stabil genug, aber nicht ganz so bequem zu bedienen sind die Klemmverschlüsse an den Beinen des Stativs, die sich immer wieder etwas störrisch und schwergängig geben. Deren Mechanismus klappt außerdem gegen den Uhrzeigersinn auf, wenn man das Stativ von oben sieht. Mit der rechten Hand ist es deshalb kaum möglich, alle Klemmen gleichzeitig zu öffnen.

Das Feststellen mit Schnallen erweist sich als Negativpunkt

Auch die Schnallen zum Fixieren der Schenkel muten zunächst etwas ungewöhnlich an, denn während man die Verriegelung bei den meisten anderen Modellen per Druck auf einen Kippschalter löst, muss man bei Sawake an den Schnallen ziehen, was zwar problemlos funktioniert, aber ungewohnt ist und aufgrund des Schmierfetts im Inneren dazu jedesmal von einem dezenten, aber hörbaren Schmatzgeräusch begleitet wird. Das stört zwar nicht groß, kann aber anfangs etwas irritieren und wir wollen es hier nicht unerwähnt lassen.

Weiter oben sieht alles gut aus: Ein Kugelkopf ziert die Spitze des Stativs, was in diesem Preissegment alles andere als selbstverständlich ist. Der bietet keine allzu großen Überraschungen, sondern hält sich mit Gradskala, seitlicher Position für Hochkant-Aufnahmen und Stellschrauben für Reibungswiderstand und Fixierung an bekannte und bewährte Tugenden. Sehr schön finden wir, dass sich am Kopf des Sawake, genau wie bei unserem Testsieger von Manfrotto, gleich zwei Wasserwaagen finden: Eine ist an der Oberseite, direkt neben der Aufnahmeplatte für die Kamera, die andere seitlich in eins der Stellrädchen integriert und dient der exakten Ausrichtung beim Knipsen im Hochformat.

Ebenfalls wie beim Testsieger fällt das Gewicht aus: Wir haben bei beiden jeweils exakt 1320 Gramm gemessen. Hier macht sich der Gewichtsvorteil der im Manfrotto Element verbauten Kohlefaser bemerkbar, denn trotz des gleichen Gewichts springen dort 24 Zentimeter mehr Arbeitshöhe raus, während sich das aus Aluminium bestehende Sawake mit »nur« 140 Zentimetern begnügen muss.

Kleiner, einfacher, aber günstiger!

Sind die Beine gut positioniert, steht das Sawake ziemlich stabil, je nach Untergrund muss man mitunter aber leicht nachjustieren. Der dezente Haken für ein Stabilisierungsgewicht hilft, ein Schwachpunkt findet sich allerdings an der Mittelsäule bzw. am oberen Segment. Ist sie voll ausgefahren, sinkt die Stabilität merklich – und da hilft dann auch das Gewicht nicht. Man sollte den Schraubverschluss deshalb immer gründlich festziehen, dann lässt das Gewackel deutlich nach, vollkommen weg kriegt man es aber auch so nicht.

Unterm Strich bietet das Sawake PO84BUK334 ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis und leistet sich keine eklatanten Schwächen. Wer mit den kleineren Schnitzen leben kann, bekommt einen sehr guten Gegenwert für sein Geld. Wer mehr will, muss zu Markenprodukten greifen – alle No-Names spielen eine Liga unter dem Sawake.

Außerdem getestet

Rollei Allrounder Carbon

Der Rollei Allrounder, hier in der Carbon-Variante, soll namensgetreu ein Stativ für alle Lebenslagen sein und verfolgt diesen Anspruch auch mit einer guten Liste angenehmer Eigenschaften. Kunststoff findet man abseits einiger Drehschrauben und dem Schaumstoffpolster an den Griffen praktisch gar nicht, der beliebte Kugelkopf ist mit von der Partie und alle beweglichen Teile sind geschmeidig bzw. starr, wenn sie es sollen. Die Kugel des Kugelkopfes ist sogar etwas größer, was eine präzisere Ausrichtung erlaubt.

Zu meckern haben wir trotzdem, wenn auch auf sehr hohem Niveau: Die Skala für den Winkelgrad ist arg grob gehalten, es gibt nur eine Wasserwaage und auch einige Kleinigkeiten bei der Verarbeitung fielen uns auf. So kann man an den Rändern der Gummierung an den Schraubverschlüssen winzige Gummi-Häärchen abstehen sehen und im Zentrum des Stativs war schon bei der Lieferung eine Haltenase abgebrochen, weshalb die mittlere Metallplatte etwas Spiel hatte und bei Bewegung zart herumklimperte.

Dramatisch war das zwar nicht, weil man das Problem durch beherztes Festziehen einer Schraube leicht beheben konnte und überhaupt gehen wir in diesem Fall von einem Montagsmodell aus, allerdings war die herausgebrochene Nase doch so klein, dass etwas ähnliches bestimmt auch im Dauereinsatz irgendwann passieren könnte. Beschreien wollen wir es natürlich nicht.

Insgesamt ist das Rollei Allrounder ein sehr angenehmes Stativ, das absolut stabil steht. Abgesehen von den genannten Kleinigkeiten ist es auch wirklich gut verarbeitet. Wie schon gesagt: Wir meckern hier auf sehr hohem Niveau.

ESDDI ist ein chinesischer Hersteller, der sich auf Foto-Zubehör spezialisiert hat und hierzulande nur über Amazon verkauft. Das Aluminiumstativ TP-35 bildet dabei keine Ausnahme. Für den aufgerufenen Preis ist die Qualität in Ordnung, Höchstleistungen sollte man sich davon aber nicht erwarten. Es steht in brauchbarem Maß stabil, wenn auch nicht immer sicher, allerdings ist der Mittelpfosten, der mithilfe einer mäßig soliden Kunststoffkurbel herausgekurbelt werden kann, eine klare Schwachstelle. Allgemein trifft man wieder einmal auf ziemlich viel Plastik, in Sachen Verarbeitung haben wir aber schon schlimmeres gesehen.

Etwas störend fanden wir, dass der Widerstand beim Neigen des 3-Wege-Kopfes selbst bei weit geöffneten Fixierschrauben deutlich zu hoch war. Rein im angedachten Sinn als Fotostativ ist das noch zu verkraften, zum Filmen würden wir damit aber nicht raten – nicht einmal ab und zu bei Gelegenheit.

Bosch Professional BT 150

Eigentlich verkauft Bosch das BT 150 als Baustativ, wie sie hauptsächlich in der Vermessungstechnik eingesetzt werden. Ohne diesen expliziten Verweis könnte man den Umstand allerdings leicht übersehen, denn mit seinen gummibewehrten Füßen sowie dem Kopf samt 3-Wege-Neiger unterscheidet sich das Modell in der Praxis nicht von einem Fotostativ. Auch die Aufnahmeplatte ist mit einem 1/4-Zoll-Gewinde versehen, wie man es aus der Fotoabteilung eben kennt.

Ungewöhnlich ist höchstens, dass das BT 150 komplett ohne Zubehör kommt – nicht einmal eine Tasche gehört zum Lieferumfang. Qualitativ setzt sich das Stativ ins Mittelfeld, was in erster Linie an der gegenüber anderen sehr günstigen Modellen deutlich besseren Verarbeitung liegt. Auch das Gewicht von 1.250 Gramm liegt in einem erwartbaren Bereich.

Der Stand ist solide, aber nicht völlig wackelsicher, weshalb es als Baustativ durchgefallen wäre. Für Fotos ist es ganz okay – nicht mehr und nicht weniger.

Gegenüber dem ebenfalls getesteten Schwestermodell Star 61 ist das Hama Action 165 3D zum Glück merklich hochwertiger. Der etwas höhere Preis macht sich vor allen Dingen bei der Verarbeitung bemerkbar, beschert dem Nutzer aber auch einige nette Komfortfunktionen, wie mit Schaumstoff ummantelte Schenkel für einen besseren Griff. Leider hat das Stativ im Gegensatz zum billigeren Star 61 nur eine Wasserwaage, was wir mit Blick auf den viel stabileren Stand aber noch verschmerzen können.

In direkter Konkurrenz mit den ganz günstigen Modellen kann sich das Action 165 3D somit gut behaupten, wirklich empfehlen können wir es aber nicht – dafür ist es alles in allem einfach zu schwachbrüstig.

Das Uonner SJJ-01 weiß nur wenig zu begeistern: Die Plastikteile, besonders die Klemmverschlüsse, sind schwergängig, wirken aber trotzdem klapprig und wir hatten bei ihrer Bedienung immer wieder Sorge, sie könnten abbrechen. Die Mittelsäule wippt in ausgefahrenem Zustand schon bei kleinen Berührungen deutlich nach und auch die zugehörige Kurbel wirkt nicht allzu robust.

Da die Preise ähnlich sind, sehen wir keinen Grund, das SJJ-01 nicht links liegen zu lassen und stattdessen zum besseren Hama Action 165 3D oder zum ESDDI TP-35 zu greifen. Wer etwas mehr ausgeben kann und will, dem raten wir aber ohnehin zu unserem rund 20 Euro teureren Preistipp von Sawake – die qualitativen Unterschiede sind beachtlich.

Cullmann ist ein bekannter Hersteller von Fotozubehör, doch das merkt man leider nicht wirklich, wenn man das Alpha 2200 in den Händen hält. Äußerlich unterscheidet es sich mit den wenig beeindruckenden Plastikelementen und der obligatorischen Kurbel zum Anheben der Mittelsäule kaum von all den günstigen China-Stativen auf dem Markt, lediglich die flexiblen Gummifüße weisen auf einen höheren Anspruch hin. Der Stand kann, verglichen mit der Billig-Konkurrenz, als halbwegs stabil bezeichnet werden, gegen die höherpreisige Konkurrenz hat das Alpha 2200 allerdings nicht den Hauch einer Chance.

Beim Phinistec CTB-140-EU handelt es sich um ein typisches Billig-Stativ von der Stange. Die Verarbeitung ist, gemessen daran, halbwegs okay – allerdings wackelt es mitunter doch gehörig. Dafür dürfte unter anderem das geringe Gewicht verantwortlich sein, denn mit unter einem Kilogramm gehört es zu den Leichtgewichten im Test. Erkauft wird die Leichtigkeit durch den großflächigen Einsatz von Kunststoff, der zwar immerhin nicht so billig wirkt wie beispielsweise der beim Mactrem PT59 oder dem Hama Star 61, aber trotzdem nicht sonderlich langlebig wirkt. Hinzu kommt die kurbelbare Mittelsäule, die selbst bei fest angezogener Fixierschraube nicht richtig ruhig bleiben will.

Mactrem PT59

Test Kamerastativ: Mactrem PT59

Keine Preise gefunden.

Knarzen. Müssten wir das Mactrem PT59 mit einem einzigen Wort beschreiben, wäre das eine zutreffende Wahl. Ob man die Beine ausziehen will, die Mittelsäule hochkurbelt oder eine Schraube dreht, die zahlreichen Plastikteile ächzen, als hätten sie ein Leben lang im Bergbau gearbeitet. Das ist schade, denn gute Ansätze wären eigentlich zu erkennen: Es verfügt über zwei Wasserwaagen, die flexiblen Gummifüße sind nicht schlecht, ein Handgriff ist mit Schaumstoff gepolstert, das Gewicht des Stativs ist vernünftig austariert und so klapprig, wie es wirkt, ist es tatsächlich gar nicht. Zieht man die entsprechende Schraube fest, ist die Stabilität sogar mit ausgefahrener Mittelsäule noch ganz okay, was bei diesem Aufbau eine typische Schwachstelle darstellt.

Leider haben wir aufgrund der schrottigen Haptik und all den Geräuschen bei jeder kleinsten Bewegung nicht genug Vertrauen in das Stativ, um ihm eine mehrere hundert Euro teure Kamera anzuvertrauen.

Das Fotopro DIGI-3400 schickt sich an, besonders Touristen gute Dienste zu leisten und tatsächlich ist schon die Packung im direkten Vergleich zur Konkurrenz sehr kompakt. Mit 610 Gramm ist es außerdem mit Abstand das Federgewicht im Test. Baut man das Stativ auf, weiß man aber auch schnell, wie Fotopro das bewerkstelligt hat, denn das Ding ist klein. Sehr klein. Bei einer maximalen Höhe von gerade einmal 125 Zentimetern tut uns schon beim Gedanken an ausgedehnte Foto-Sessions der Rücken weh. Für das leichte Gewicht sorgt neben den winzigen Maßen bestimmt auch das verbaute Aluminium, sofern man es zwischen den ganzen Bauteilen aus billigst wirkendem Kunststoff gerade zufällig mal findet.

Dass das Stativ nicht gerade zur stabilen Sorte gehört, dürfte damit auch klar sein. Und dass man zum ohnehin schon günstigen Preis unter anderem eine Bluetooth-Fernbedienung für den Selbstauslöser bekommt, hilft da auch nichts mehr. Unser Ratschlag: Finger weg!

Das WT3540 von Amazon Basics ist selbst verglichen mit anderen Billigheimern ein besonderer Fall: Während es sich die wenig beeindruckenden Plastikschnallen, die Plastikkurbel, den Plastikarm und den restlichen Plastik-Look mit einigen Konkurrenten teilt, unterbietet das Stativ die Mitbewerber trotzdem nochmal um ein ganzes Stück. Am Mittelpfosten waren nach dem Hochkurbeln deutliche Reste von abgeriebenem Kunststoff zu erkennen, die Stabilität lässt mehr als zu wünschen übrig und unser Testexemplar stand in voll ausgefahrenem Zustand offenbar schief, wie wir an der eingebauten Wasserwaage immer wieder ablesen konnten. Am Boden lag es aber nicht – der war derselbe wie bei allen Anderen. Auch an anderer Stelle aufgestellt besserte sich der Umstand nicht.

Wir können das Amazon Basics-Stativ nicht nur nicht empfehlen, wir müssen sogar davon abraten. Es erfüllt nicht einmal die absoluten Grunderwartungen.

Über das Hama Star 61 haben wir leider nichts gutes zu berichten – und wir meinen leider wirklich überhaupt nichts. Der billige Ersteindruck verschlimmert sich bei genauerer Betrachtung nur noch mehr, denn das Stativ besteht nicht nur überwiegend aus Kunststoff, es ist auch noch grauenhaft verarbeitet: Deutlich sichtbare Gussfehler, Spaltmaße und knarzende Clip-Verschlüsse, die so schwergängig sind, dass wir schon ernsthafte Befürchtungen hatten, dass sie noch während des Tests abbrechen würden. Selbst die mitgelieferte Tasche aus dünnstem Stoff hatte schon direkt beim Auspacken ausgefranste Nähte.

Hama scheint über die Mängel ihres Produkts auch durchaus im Bilde zu sein. So formuliert der Hersteller im Verkaufstext diplomatisch: »für gelegentliche Privataufnahmen, wie z.B. Selbstportraits, Aufnahmen im Garten, bei Geburtstagen oder Familienfesten«. Also bloß nicht zu häufig benutzen, bloß nicht mit rausnehmen, außer vielleicht selten mal zu besonderen Gelegenheiten und dann auch nicht zu weit raus – sonst wird es noch weggeweht!

Stabil ist an diesem Stativ überhaupt nichts. Den Test hat es überlebt, aber wir würden nicht riskieren, damit dauerhaft eine Kamera zu betreiben. Das Risiko, dass die schrottreife Konstruktion plötzlich einfach auseinander fällt, wäre uns zu hoch.

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