Das beste Kochtopf-Set

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Kochtopfset: 8 Sets im großen Test

Die beste Kochtopf-Set aus Edelstahl ist für uns das WMF Function 4. Das ungewöhnlich designte Topf-Set überzeugt durch eine tolle, praxisnahe Ergonomie: Tropfende, klappernde Deckel gehören der Vergangenheit an, ein Sieb zum Abgießen von Nudeln oder Reis ebenfalls. Die Töpfe werden in Deutschland gefertigt – dafür ist ihr Preis mehr als angemessen.

Der Markt für Kochtopf-Sets ist groß und Auswahl hat man genug. Wir haben uns nach eingehender Beschäftigung für acht Topf-Sets entschieden, die den Markt gut widerspiegeln. Ein Topf scheint für viele Menschen einfach nur ein Gefäß zu sein, in dem Lebensmittel gekocht werden – doch es gibt mehr Unterschiede als man glaubt und das betrifft vor allem die Handhabung.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

WMF Function 4

Test Kochtopf-Set: WMF Function 4
Sehr gute Verarbeitung und in Deutschland gefertigt. Das alles für einen angemessenen Preis.

Mit dem WMF Function 4 Kochtopf-Set bekommt man echte deutsche Wertarbeit. Die Töpfe sind sehr gut verarbeitet und stehen dank ihres Gewichts stabil und sicher auf dem Herd. Die Griffe werden während des Kochvorganges nicht heiß und lassen sich problemlos anfassen. Außerdem überzeugt das WMF-Set mit einem ausgefallenen Design, das zwar nicht jedermanns Geschmack treffen wird, aber durchaus praktisch ist. Dank der Silikonlippe am Deckel hat man vier Schließ- bzw. Ablaufpositionen zur Verfügung.

Etwas luxuriöser mutet das Fissler-Intensa-Set an. Den Deckel muss man hier praktischerweise nicht mehr auf der Arbeitsplatte ablegen, sondern kann ihn an den Topf einhängen, was für einige die Platzprobleme in der Küche löst. Außerdem lassen sich alle Töpfe ineinander stapeln und so platzsparend verstauen – nochmal ein Pluspunkt, wenn Sie eine kleine Küche haben. Einen Nachteil gibt es allerdings: Für das Intensa-Kochtopfset wird relativ viel Geld fällig – und der größte Topf fasst gerade einmal 3,5 Liter.

Gut & günstig

Silit Toskana

Test Kochtopf Set: Silit Toskana
Äußerst gleichmäßige Wärmeverteilung – aber unkomfortable Henkel.

Keine Preise gefunden.

Für einen unschlagbar günstigen Preis bekommt man dagegen das Silit Toskana-Kochtopf-Set –und dabei macht es trotzdem einen richtig guten Job: Der Topfboden wird von allen getesteten Töpfen am gleichmäßigsten heiß und die Deckel sitzen ziemlich plan auf dem Topf. Leider sind die Griffe überhaupt nicht ergonomisch geformt und sind sogar etwas scharfkantig. Außerdem werden sie beim Kochen ziemlich heiß. Wem es nichts ausmacht, Kochlappen in die Hand zu nehmen, der bekommt hier aber ein gutes und günstiges Kochtopf-Set.

Klassisch

Schulte-Ufer Nimm-4-Set Wega

Test Kochtopf Set: Schulte-Ufer Nimm-4-Set Wega
Solides Set – nur leider tropfen und klappern die Deckel.

Wer sich für das Schulte-Ufer-Nimm-4-Set Wega entscheidet, bekommt ein solides, klassisches Topf-Set. Eine Kasserolle ist nicht dabei, aber die Wärmeverteilung am Topfboden war eine der besten im Testfeld. Leider klappern und tropfen die Deckel beim Kochen. Doch wer damit kein Problem hat, kann guten Gewissens zu Schulte-Ufer greifen.

Vergleichstabelle

Unser FavoritPremiumGut & günstigKlassisch
Modell WMF Function 4 Fissler Intensa Silit Toskana Schulte-Ufer Nimm-4-Set Wega WMF Provence Plus Tefal E85712 Jamie Oliver Topfset BEKA 12370904 Kochtopf-Set 5-teilig Rösle Elegance 13120
Test Kochtopf-Set: WMF Function 4Test Kochtopf-Set: Fissler IntensaTest Kochtopf Set: Silit ToskanaTest Kochtopf Set: Schulte-Ufer Nimm-4-Set WegaTest Kochtopf-Set: WMF Provence PlusTest Kochtopf-Set: Tefal E85712 Jamie Oliver TopfsetTest Kochtopf-Set: BEKA 12370904 Kochtopf-Set 5-teiligTest Kochtopf-Set: Rösle Elegance 13120
Pro
  • Schwer und robust gefertigt, tolle Verarbeitung
  • Tolle Handhabung und gut für kleine Küchen
  • Sehr günstiger Preis für ein Set
  • Solides Set mit ergonomischen Henkeln
  • Günstiger als Favorit
  • Wasser kocht am schnellsten von allen getesteten Töpfen
  • Günstiges Set
  • Guter Preis für ein 10-teiliges Set
Contra
  • Wasser kocht erst relativ spät, weil die Töpfe langsamer heiß werden
  • Teuer und der größte Topf ist relativ klein
  • Henkel sind nicht ergonomisch und werden sehr heiß
  • Deckel klappern und tropfen bei höchster Stufe
  • Leider unebener Topfboden
  • Henkel werde gefährlich heiß
  • Mattes Edelstahl wird schnell braun; Dampf kann während dem Kochen Richtung Henkel entweichen
  • Pfanne ist von schlechter Qualität und der Deckel des großen Topfes tropft und vibriert stark
Bester Preis

Keine Preise gefunden.

Keine Preise gefunden.

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Welche Topfgrößen braucht man?

Wer viel und gerne kocht, der braucht eine kleine Ansammlung an verschiedenen Töpfen. Die Allround-Töpfe unserer Tage bestehen allesamt aus poliertem Edelstahl. Aluminium ist auf dem Rückmarsch, zumal Tests diesen Töpfen oft nur befriedigende Noten geben.

Edelstahl­töpfe eignen sich für alle Herd­arten

Edelstahltöpfe haben einen mehr oder minder dicken Sandwich-Topfboden. In diesem befindet sich ein ferromagnetisches Material für die Induktion, oft in Kombination mit anderen Materialien, die Wärme speichern und sie besonders schnell aufnehmen und verteilen.

Fast alle Töpfe auf dem Markt kann man für Gas, Elektroplatten, Glaskeramik (Ceran) und Induktionskochfelder gleichermaßen verwenden. Besitzt man einen Herd, der per Induktion heizt, sollte man aber trotzdem gezielt auf die Angabe achten. Alle Sets in diesem Test eignen sich ausnahmslos auch für Induktion.

In puncto Reinigung sind Edelstahltöpfe sehr pflegeleicht. Was bei beschichteten Pfannen ein No-Go ist, das ist bei Töpfen Standard: da kann man auch mal mit dem Stahlschwamm ran. Alle Töpfe aus Edelstahl sind außerdem auch spülmaschinengeeignet.

Für das Kochen ohne Familie reichen meistens 1,5-, 2- und 3-Liter Töpfe. Sobald Gäste kommen oder vier oder mehr Familienmitglieder mitessen, braucht es unbedingt noch einen großen 5- oder besser noch 6-Liter Topf.

Wenn das Frikassee oder der Eintopf für 15 Personen angerührt werden muss, müssen es allerdings auch schon mal 10 Liter oder mehr sein, etwa mit dem WMF Gemüsetopf Ø 28 cm, der ganze 14 Liter fasst. Darin können auch Gläser oder Saftflaschen eingekocht und damit sterilisiert und haltbar gemacht werden.

Derart große Töpfe sind allerdings fast nie in Kochtopf-Sets enthalten. Hier ist der größte Topf meist 5 Liter groß, manchmal auch 6.

So haben wir getestet

Wir haben alle verfügbaren Testberichte recherchiert, unzählige Kundenbewertungen gelesen und Fachleute befragt. Schließlich haben wir uns acht Topf-Sets bestellt, die uns am interessantesten erschienen.

Die meisten Sets kommen mit vier oder fünf Töpfen, die Ausnahme ist das Rösle Set mit 10 Teilen. Einige Sets haben auch eine Stielkasserolle mit Deckel.

Die Preisspanne bei Kochtopf-Sets ist groß. In unserem Testfeld kostete das günstigste Set 100 Euro, das teuerste 450 Euro. Wir waren sehr gespannt, ob wir Qualitätsunterschiede feststellen können und das teuerste Set auch das beste ist.

Um es vorwegzunehmen: Die Qualitätsunterschiede sind geringer, als es die Preisspanne nahelegt. Von den ganz günstigen Sets würden wir dennoch abraten.

Die Sets mit Angabe der Teile und der nutzbaren Liter:

Unser Test bestand aus einem praktischen und einem wertenden Teil. Für die Praxis haben wir jeweils den größten und den kleinsten Topf aus jedem Set herangezogen. Die Stielkasserolle, sofern vorhanden oder der Milchtopf (Rösle Set) blieben außen vor.

Kochtest: 1 Liter kaltes Wasser zum Kochen bringen, mit Deckel
Kochtest: 1 Liter kaltes Wasser zum Kochen bringen, mit Deckel.

Wir haben einen Liter kaltes Wasser zum Aufkochen gebracht und die Zeit gemessen. Ausgeführt haben wir das auf einem Induktionskochfeld mit höchster Stufe. Im Anschluss haben wir die Wärmeverteilung auf dem Topfboden mit der Wärmebildkamera analysiert.

Außerdem haben wir auf Ergonomie und Komfort geachtet: Klappern die Deckel beim Kochen auf höchster Stufe? Tropft Flüssigkeit seitlich heraus? Wie warm oder heiß werden die Griffe? Wie bequem können sie angefasst werden und wie lässt sich der beladene Topf führen? Gibt es Gießöffnungen oder Tropfkanten?

Im Vergleich haben wir die Stabilität und die Wertigkeit der Töpfe beurteilt. Sind der Boden und der Deckel plan? Liegt der Deckel gleichmäßig auf und wie viel Spiel hat er?

WMF Function 4
Unsere Empfehlung: WMF Function 4.

Testsieger: WMF Function 4

Das Kochtopf-Set WMF Function 4 hat uns überzeugt. Stabilität und Wertigkeit sind auf höchstem Niveau, das Produkt wird in Deutschland gefertigt. Die Ergonomie der Griffe ist die beste unter allen Töpfen, da der Topf einhändig geführt werden kann.

Unser Favorit

WMF Function 4

Test Kochtopf-Set: WMF Function 4
Sehr gute Verarbeitung und in Deutschland gefertigt. Das alles für einen angemessenen Preis.

Die rote Silikon-Lippe der Deckel wirkt auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig, verleiht den Töpfen aber auch ein schickes Aussehen. Vor allem aber verhindert sie nicht nur das Klappern oder das Wegrutschen der Deckel, sie bietet auch vier Schließ- bzw. Ablaufpositionen.

Stabilität und Wertigkeit

WMF Function 4: Der 5 Liter Topf
WMF Function 4: Der 5 Liter Topf.

Gut gefallen hat uns auch das hohe Gewicht der Töpfe. Denn die alte Gleichung, nach der schwere Töpfe am besten sind, ging auch in unserem Test auf. Fissler (2,74 Kilogramm), WMF Function 4 (2,57 Kilogramm) und Schulte-Ufer (2,33 Kilogramm) bringen am meisten auf die Waage. Hier ist jeweils der größte Topf mit Deckel gemeint. Eben diese drei Sets erhielten in unserem Test auch die volle Punktzahl bei Stabilität und Wertigkeit.

Rösle 13120 Elegance: Pfannen und Stielkasserolle sind aber minderwertiger Schrott
Rösle Elegance: Keine überzeugende Qualität.

Der WMF Provence Plus kippelte ganz leicht auf dem Spiegel, der Boden ist also nicht vollständig plan. Das selbe mussten wir beim 5-Liter-Topf von Rösle feststellen. Bei Induktion ist ein nicht ganz ebener Boden zwar kein Problem, denn hier heizt der Topf selbst. Bei Ceran jedoch geht Energie und am Ende auch Zeit verloren, wenn der Topf keinen vollen Kontakt zur heißen Platte hat.

Bei Tefal und abermals Rösle war der Deckelrand nicht plan. Die Deckel kippeln also auf dem Topf.

BEKA 12370904 Royal: brauchbare, ordentliche Qualität
BEKA 12370904 Royal: Ordentliche Qualität.

Unser Testsieger hat diese Probleme nicht. Die Oberfläche aus poliertem Cromargan Edelstahl ist sehr glatt und wirkt fast wie verchromt. Das ist bei den anderen hochwertigen Sets ebenfalls so, inklusive Tefals Jamie Oliver Töpfen.

Bei Beka, Silit und Rösle sind die Oberflächen dagegen stumpf, denn sie sind gebürstet und nicht poliert. Das könnte auf Dauer zu Verfärbungen führen. Auf der anderen Seite wird ein Stahlschwamm auf der gebürsteten Fläche kaum Spuren hinterlassen, auf der polierten hingegen schon.

Ergonomie und Gewicht

WMFs Function 4 5-Liter-Topf wiegt mit Deckel 2,57 Kilogramm, also etwas überdurchschnittlich. Negativ fiel uns das Gewicht in der Handhabung nicht auf, die breiten Griffe mit der Mulde für den Halt der Finger gleichen das locker wieder aus.

Andere 5-6 Liter Töpfe im Test wiegen lediglich knapp über zwei Kilogramm. Beka und Tefal schaffen mit diesem Gewicht sogar einen ebenen Boden, der nicht kippelt. Tefal bietet mit diesem geringen Gewicht (2,03 Kilogramm) mit sechs Litern sogar das größte Volumen. Für uns gilt jedoch die Prämisse: Lieber 500 Gramm mehr heben, dafür aber eine hervorragende Qualität, die auch noch Made in Germany ist.

Die Töpfe des WMF Function 4 Sets sind mit einer echten Gießmulde bestückt. Lediglich bei Fissler gibt es sonst noch eine. Damit können Flüssigkeiten, zum Beispiel eine Sauce oder ein Fond, zielgenau auf dem Teller portioniert werden.

Die Deckel des Function 4 haben auf der Oberseite Markierungen für die drei Gießöffnungen und die Stellung »geschlossen«. Nudeln oder Reis können mit zwei verschiedenen Siebgrößen direkt aus dem Topf abgegossen werden. Den Durchschlag können Sie sich sparen, durch das Silikon wird der metallische Außenring ausreichend isoliert.

Gieß­öffnungen erleichtern die Hand­habung

Einen ähnlichen Abgießmodus – aber ohne Sieb – bietet Fisslers Intensa. Die Deckelposition »offen« gibt einen schmalen Spalt frei, durch den ein Fond oder eine Sauce exakt abfließen kann. Die anderen Topfsets haben zwar alle einen umlaufenden Gießrand, jedoch nicht den Komfort von Intensa oder Function 4.

Im Topfinneren des Function 4 befindet sich eine Liter-Skala für Flüssigkeiten, das können die anderen aber auch. Die platzsparende Stapelung des Testsiegers ist ganz brauchbar, aber nicht so gut wie bei Fisslers Intensa: Der 2,0- und der 3,5-Liter-Topf lassen sich bei WMF nämlich nicht ineinander stellen. Bei Fissler funktioniert das aufgrund der nach unten dünner werdenden Töpfe perfekt.

WMF Provence Plus: unter dem Deckel-Griff wird sich Schmutz sammeln
WMF Provence Plus: Unter dem Deckel-Griff sammelt sich gern Schmutz.

Eine typische Topf-Schwachstelle ist Wasser und Schmutz unter dem Henkel des Deckels. Unser Favorit vermeidet das durch die Befestigung des Griffes mit zwei Schrauben. Fissler hat das Problem auch nicht, hier gibt es weder Glas im Deckel noch einen oben sitzenden Griff.

Optik und Design

Der Testsieger WMF Function 4 fällt mit seinen markanten roten Umrandungen stilistisch aus der Reihe. Die Silikonlippe ist auffällig und wird bei der nächsten Essenseinladung ganz sicher zum Gesprächsthema, wenn Sie mit solchen Töpfen bedienen. Allerdings dürfte das eigenwillige Design nicht jedem zusagen. Wenn Sie dazu gehören, sehen Sie sich unsere alternativen Empfehlungen an.

WMF Function 4, teilgestapelt
WMF Function 4, teilgestapelt.

Die Töpfe von Tefal, Beka und Silit haben eine klassischere, aber auch etwas langweiligere Form.

Fissler intensa: unübliche aber sehr praktische, durchdachte Form der Griffe
Fissler Intensa: unübliche aber sehr praktische, durchdachte Form der Griffe.

Der zweite Stilausbrecher in unserem Test ist das Set von Fissler. Die breiten, muschelartigen Griffe sowie sie Deckel-Griffe sind ein Blickfang – aber vermutlich ebenfalls nicht jedermanns Geschmacksache.

Koch-Test

Wie schnell bringt der größte Topf im Set jeweils 1 Liter 17-Grad-Kaltwasser zum Sieden? Das haben wir in einem eigenen Schritt getestet.

Auf dem Induktionskochfeld auf höchster Stufe (P) benötigte das WMF Function 4 mit 182 Sekunden relativ lange. Das günstig Tefal-Modell war am schnellsten und benötigte nur 155 Sekunden, Beka war mit 165 Sekunden ebenfalls sehr schnell.

Schwere Töpfe werden langsamer heiß, halten die Hitze aber länger

Zwar sprechen wir von maximal 35 Sekunden Differenz zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Kochvorgang (Tefal versus Fissler), was zunächst vernachlässigbar klingt. Doch bei 5 Litern Kaltwasser erhöht sich die Zeitdifferenz entsprechend linear und liegt dann bei rund 3 Minuten.

Das wollten wir prüfen und haben den schnellsten Kocher (Tefal Jamie Oliver) neben den Testsieger von WMF (Function 4) gestellt. Die fünf Liter kochten nach 700 Sekunden (11:40 Minuten) im Tefal, aber erst nach 860 Sekunden (14:20Minuten) im WMF – 2:40 Minuten länger. Beim Kochtest mit den jeweils kleinsten Töpfen waren die Ergebnisse ähnlich.

Der Grund für die längere Zeit bis zum Kochen: schwere Töpfe brauchen länger, bis sie heiß werden. Allerdings halten sie die Hitze dann auch länger. Der Nachteil von leichteren Töpfen ist dagegen, dass sie keine so gleichmäßige Wärmeverteilung liefern.

Wärmeverteilung

Den Kochtest haben wir mit der Wärmebildkamera begleitet. Sobald der Siedepunkt erreicht wurde, haben wir die Kochstufe auf ein leichtes Köcheln ohne Deckel reduziert. In diesem Zustand entstanden die Wärmebildfotos der Töpfe.

Der WMF Function 4 hat zu 50 Prozent einen gleichmäßig erhitzten Boden, wobei zwischen wärmster und kühlster Stelle 9 Grad Differenz liegen. Das können Silit, Schulte-Ufer und Beka besser, sie erreichen zirka 75 Prozent. Bei Silit liegt lediglich ein Grad zwischen warm und heiß, bei Schulte-Ufer sind es zwei Grad.

Im Alltag machen sich die Unterschiede in der Wärmeverteilung allerdings kaum bemerkbar – vor allem nicht bei Töpfen (bei Pfannen ist eine möglichst gleichmäßige Hitzeverteilung in der Praxis wichtiger). Und da uns die beiden Topf-Sets mit der gleichmäßigsten Wärmeverteilung hinsichtlich Ergonomie und Verarbeitungsqualität nicht überzeugt haben, ist das WMF Function 4 Set unterm Strich die bessere Wahl.

Abwärme bei den Griffen

Bei der Erwärmung der Griffe nach 5 Minuten Kochzeit auf höchster Stufe glänzt unser Favorit mit seinen Hohlkammergriffen mit 26 bzw. 27 Grad (Deckelgriff). Das Testumfeld von Fissler bis Beka ist in dieser Disziplin zwar auch nicht unbedingt deutlich schlechter – Fissler kommt mit 25 bzw. 28 Grad weg, Schulte-Ufer mit 30 bzw. 20 Grad.

Allerdings haben wir das bei einer Befüllung des 5-Liter-Topfes mit nur einem Liter gemessen. Steigt der Pegel, so steigt auch die Temperatur an den Henkeln. So erreicht der 5-Liter-Topf von Tefal bei voller Beladung im Kochzustand oben am Henkel 45 Grad. Unser Testsieger schiebt selbst da noch mit 28 Grad eine ruhige Kugel.

Fissler Intensa als auch WMF Function 4 können über eine Gießöffnung abgekippt werden. Dazu müssen die Daumen den Deckel halten. Das klappt in beiden Fällen ohne Topflappen: Bei Fissler schützen die beiden Kunststoffgriffe des Deckels, bei WMF hält die Silikonlippe die Temperatur des metallischen Deckelringes unten. Letzterer erhitzte sich bei voller Beladung im 5-Liter-Kochtest auf 38 bis 40 Grad, was auszuhalten ist.

Tefal E85712 Jamie Oliver: Griffe könnten heiß werden
Tefal E85712 Jamie Oliver– Sehr ungünstig: trotz Luftloch kann Dampf seitlich entweichen und den Griff auf 70 Grad aufheizen.

Eine mitunter gefährliche Überraschung erlebten wir bei Tefal und bei Beka. Das Jamie Oliver Topfset von Tefal hat leider Design über Funktion gestellt. Die Henkel sind etwas höher als der Topfrand. Das sieht schick aus, sorgt aber für verbrannte Finger: Sollte Dampf genau neben dem Henkel unter dem Topfrand austreten, wie in unserem Test auch prompt passiert, so bedampft dieser den Henkel und heizt ihn auf 78 Grad auf. Das tut weh.

Die Henkel der Sets von Tefal und Beka erhitzen sich stark

Beka macht einen ähnlichen Fehler: Begünstigt durch die Form der Tropfkante erhitzte auch hier heißer Dampf einen Griff. Der heizte sich zwar nicht so stark auf wie bei Tefal, aber wir mussten beim Anheben direkt in den Dampfstrahl fassen. Tritt der Dampf an anderer Stelle aus, muss das nicht passieren, aber es kann eben sein.

Tefal hat als einziger Hersteller das klassische Dampf-Entweichlöchlein (Druckausgleich) in den Deckel eingebaut. Das kann das Abdampfen auf die Griffe meistens verhindern, zumindest bei niedriger Kochstufe. Durch weiter unten angebrachte Henkel wären diese Schwachstellen aber ganz einfach vermeidbar. Eine Empfehlung haben sich Tefal und Beka damit nicht verdient.

WMF Function 4 Set im Testspiegel

Im Test von Stiftung Warentest kam das WMF Function 4 Set auf Platz drei. Testsieger wurde hier das Set Fissler Intensa (1/2017).

Die Ausgießfunktionen wurden von Stiftung Warentest gelobt, bei der Temperatur an den Griffen vergeben die Warentester allerdings eine schlechte Note, was wir aufgrund unseres Tests nicht nachvollziehen können.

Die Temperaturverteilung am Boden war im Test von Stiftung Warentest nicht die beste – aber auch bei weitem nicht schlecht. Ein Ergebnis, das sich mit unserem Test deckt.

Wir geben dennoch dem WMF Function 4 den Vorzug, denn die Unterschiede fallen im Alltag kaum ins Gewicht – und das WMF Function 4 kostet nur beinahe die Hälfte dessen, was man fürs Fissler hinlegen muss.

Alternativen

Wie ein echter Luxus mutet es an, wenn man nicht mehr nach einem Platz zum Ablegen des Deckels suchen muss. Bei Fissler Intensa wird er einfach in den Seitengriff eingehängt. Das funktioniert reibungslos und das Kondenswasser tropft direkt in den Topf zurück, die breite Randkrempe macht es möglich.

Obendrein hat sich Fissler durch eine spezielle Wölbung eine Abkipp- und eine geschlossene Position des Deckels ausgedacht. Anders als bei WMF Function 4 ist die eher unscheinbar und ohne Silikonrand gelöst.

Eine feine Sache ist die Stapelbarkeit der fünf Fissler Töpfe. Sie passen nämlich alle ineinander, inklusive der Kasserolle. So platzsparend kann kein anderes Set aus dem Test verstaut werden.

Die breite Randkrempe verhindert ein Klappern des Deckels, Tropfen beim Kochvorgang findet bei höchster Kochstufe trotzdem moderat statt.

Dieser Kochluxus kostet jedoch viel Geld, 360 bis 430 Euro werden fürs Fissler Intensa fällig. Nachteile gibt es dennoch: Der größte Topf im Set fasst nur 3,5 Liter. Bei Schulte-Ufer und WMF Function 4 passen 5 Liter Suppe hinein.

Gut & günstig

Silit Toskana

Test Kochtopf Set: Silit Toskana
Äußerst gleichmäßige Wärmeverteilung – aber unkomfortable Henkel.

Keine Preise gefunden.

Die fünf Töpfe im Set Silit Toskana sind solide gebaut und vollkommen plan. Sie sind relativ gut stapelbar und haben natürlich auch eine Gießkante. Die Deckel haben zwar ein recht großes Spiel, rutschen aber bei Schräglage nicht heraus.

Beim Kochen ist der Silit mit 170 Sekunden recht fix, dabei tropft er nur moderat. Der Topfboden wird dabei sehr gleichmäßig erhitzt, nur ein Grad Differenz bestand zwischen heißester und wärmster Stelle – Testsieger in dieser Disziplin. Und das bei einem Knallerpreis von gerade mal 100 Euro.

Dass das Set von Silit dennoch nicht unser Favorit ist, liegt vor allem an den dünnen, fast schon scharfkantigen Henkeln, die auch schnell relativ heiß werden. Wem es nichts ausmacht, öfter Topflappen zur Hand zu nehmen, bekommt mit dem Silit Toskana ein sehr gutes fünf-töpfiges Set mit Stielkasserole zum Spitzenpreis.

Klassisch

Schulte-Ufer Nimm-4-Set Wega

Test Kochtopf Set: Schulte-Ufer Nimm-4-Set Wega
Solides Set – nur leider tropfen und klappern die Deckel.

Das Schulte-Ufer Nimm-4-Set Wega bringt zwar keine Stielkasserolle mit, bietet dafür aber sehr hochwertige, solide Töpfe.

Die Henkel sind klassisch rund und drücken sich nicht so scharfkantig in die Finger wie beim Silit-Set. Lobenswert ist auch hier die gleichmäßige Wärmeverteilung im Topfboden. Nur drei Grad Differenz haben wir gemessen.

Schwachstelle des Schulte-Ufer sind die stark tropfenden, klappernden Deckel im Kochvorgang bei höchste Stufe.

Außerdem getestet

WMF Provence Plus

Test Kochtopf-Set: WMF Provence Plus

Keine Preise gefunden.

Das im Vergleich zu unserem Favoriten deutlich günstigere WMF-Set Provence Plus mit vier Töpfen und einer Stielkasserolle hat uns im Test nicht überzeugt. Vor allem der unebene Topfboden beim großen 6-Liter-Topf ist ein echter Mangel. Lieber ein paar Euro mehr ausgeben.

Tefal E85712 Jamie Oliver Topfset

Test Kochtopf-Set: Tefal E85712 Jamie Oliver Topfset

Keine Preise gefunden.

Das Tefal E85712 Jamie Oliver Topfset heißt zwar »8-teilig«, besteht aber aus drei Töpfe und einer Stielkasserolle – plus Deckeln. Leider ist der Rand des Deckels beim großen Topf nicht plan, er kippelt auf dem Topf. Dafür kochten die Tefal-Töpfe im Test am schnellsten von allen.

Kein Wunder, sie gehörten auch zu den leichtesten. Die Ergonomie ist mit dem vergleichsweise geringen Gewicht und der Druckausgleichsöffnung relativ gut – wenn da nicht der Fauxpas mit den 78 Grad heißen Henkeln wäre.

BEKA 12370904 Kochtopf-Set 5-teilig

Das BEKA 12370904 Kochtopf-Set 5-teilig der Serie Royal bietet keine königliche Qualität, dafür aber matte Edelstahl Oberflächen, die mitunter schnell braun werden. Die Henkel sind rund, doch leider sehr dünn und zu hoch angebracht.

Folge: Beim Kochvorgang kann heißer Dampf in Richtung der Henkel austreten, dann besteht Verbrennungsgefahr.

Rösle Elegance 13120

Rösle bietet mit dem Elegance 13120 auf den ersten Blick einen Preis-Leistungshammer für nur 180 Euro an. Bei den 10 Teilen sind neben einer Stielkasserolle sogar ein beschichteter Milchtopf und zwei Pfannen mit dabei.

Letztere sind jedoch qualitativ unbrauchbar, zu wackelig sitzen die Griffe an den Pfannen. Es handelt sich um dieselbe Rösle-Pfanne, die im Test »Die beste beschichtete Bratpfanne« ebenfalls negativ auffiel.

Beim großen Topf sind Boden und Deckel nicht vollständig eben und der Deckel tropft und vibriert beim Kochvorgang stark. So entpuppt sich der Preishammer letztlich doch als keine gute Investition.

6
Kommentare

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pezie
pezie

„Bei der Abwärme an den Griffen war Function 4 ganz vorn dabei, die Ausgießfunktionen wurden [von der Stiftung Warentest] ebenfalls honoriert.“

Nanu? Das Gegenteil ist der Fall: WMF Funktion 4 hat für die Grifftemperatur von der Stiftung Warentest eine schlechte Note kassiert (die zweitschlechteste von fünf möglichen Noten), während die Kochsets auf den Plätzen 1, 2 und 4 in dieser Disziplin sehr gute Note erhielten.

Redaktion
Redaktion

Sie haben recht, die Bewertung der Grifftemperatur durch Stiftung Warentest war nicht richtig wiedergegeben. Wir haben das korrigiert.

Nachvollziehen können wir das schlechte Ergebnis nicht, denn bei uns war die Grifftemperatur gut, wie Sie auch an den Wärmebildern sehen können.

Hans
Hans

Für mich fehlt das Topfset WMF Gourmet Plus, was meiner Meinung die beste Wahl ist.

peter
peter

das set wmf function 4 wäre mir wegen des silikons zu unsicher für „häufig in die spülmaschine“. siehe bewertungen „schmutzfänger“ und „veränderungen des silikons nach geschirrspülmaschine“. prio ist bei mir immer geschirrspülmaschine.
erwähnenswert wäre noch das schweizer set „spring crystal“ für 189,- eur, dicke wandstärke für wärmeübertragung seitlich und innenskala. meine persönliche wahl.
danke

Fritz Gutmann
Fritz Gutmann

Vielen Dank für diesen guten Test. Was m. E: noch ergänzt werden könnte: Der richtige Umgang mit Edelstahltöpfen, bzw. deren Reinigung. Viele Kunden bemängeln Oberflächenveränderungen des Edelstahls selbst bei teureren Produkten, so dass man als Kaufinteressent verunsichert wird. Ich dachte auch, man könnte die Töpfe ohne Konsequenzen einfach in Spülmaschine reinigen, was jedoch zu Verfärbungen führt oder sogar zu Rost führen kann. Deshalb konnte ich mich bisher noch nicht für den Kauf eines Topfsets entscheiden.

Mario Schare
Mario Schare

Am Silikonrand bleibt Wasser bzw. Schmutz in den Zwischenräumen. Auch muss man aufpassen bei längerem kochen, da der Deckel dann heiss wird und man Topflappen zum aufgießen braucht. Zuletzt, Silikon wird je Älter das Material wird, nicht schöner.