Monokular Test: Monokulare 12 21 005
test
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Das beste Monokular

Wir haben 8 Monokulare bis 500 Euro getestet. Das beste für die meisten ist für uns das Gosky 12×55 High Definition. Es verbindet eine hohe Lichtstärke mit überzeugenden optischen und ergonomischen Eigenschaften und ist für seine Leistung wirklich günstig. Abgerundet wird das Paket durch hohe Robustheit und anstandslose Verarbeitung.

Sven Kloevekorn
Sven Kloevekorn
begeistert sich seit VC-20-Zeiten für alles, was mit Chips und Platinen zu tun hat. Inzwischen hat er sein Hobby zum Beruf gemacht und arbeitet als Technikjournalist mit den Schwerpunkten PCs, Notebooks und mobile Gadgets. Er hat unter anderem für AndroidNext und Notebookcheck geschrieben und arbeitet außerdem als freier Fotograf.
Letztes Update: 25. April 2022

Wir haben den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind weiterhin aktuell.

Update Info-Service

Wir testen ständig neue Produkte und aktualisieren unsere Empfehlungen regelmäßig. Gerne informieren wir Sie, sobald dieser Artikel aktualisiert wird.

Monokulare dienen ebenso wie Binokulare bzw. Ferngläser dazu, die Grenzen unseres Sehapparats zu überwinden und Fernes ganz nah heranzuholen. Seeleute, Feuerwehrleute, Jäger, Naturbeobachter, Baumpfleger etc. können auf so eine Vergrößerungshilfe gar nicht verzichten. Fernrohre haben dabei gegenüber Ferngläsern einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Sie sind erheblich kompakter und leichter.

Ein ordentliches Monokular in der Tasche zu haben, ist eigentlich bei jedem Ausflug eine gute Idee. Erfreulicherweise muss man in dieser Produktklasse gar nicht allzu viel Geld in die Hand nehmen, um einen brauchbaren Begleiter zu bekommen. Schon im Preisbereich um die 100 Euro kann die optische Leistung sich oft sehen lassen.

Da jedes Auge anders ist, kann ein eigener Blick in die Röhren gerade dann nicht schaden, wenn man etwas mehr Geld in die Hand nehmen möchte. Wer das beherzigt, bekommt in der Regel einen langjährigen Begleiter, der auch nicht so schnell vom technischen Fortschritt ins Abseits gedrängt wird. Teilweise sind noch Jahrzehnte alte geerbte Fernrohre und Ferngläser im Einsatz.

Wir haben 8 Monokulare in der Preislage von 40 bis knapp 500 Euro auf Herz und Nieren getestet.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

Gosky 12x55 High Definition

Test Monokular: Gosky QHMN001
Wer sich ein lichtstarkes, optisch und ergonomisch überzeugendes Universalfernglas zulegen möchte, wird hier für einen sehr guten Preis fündig.

Das beste Monokular für die meisten ist das Gosky 12×55 High Definition. Das Universal-Monokular bietet eine zwölffache Vergrößerung, ist aufgrund seines großen Objektivdurchmessers von 55 mm aber trotzdem lichtstark und lässt sich gut in der Dämmerung nutzen. Es handelt sich um das schwerste Monokular im Test und gehört auch zu den voluminösesten, findet aber trotzdem noch in größeren Jackentaschen Platz.

Die optische Leistung ist besonders im wichtigen Bildzentrum einwandfrei, die Verarbeitung solide und die Ausstattung umfangreich und zweckmäßig. Besonders gut gefallen hat uns die beste Ergonomie im Testfeld. Alles in allem ist das rundum gelungene, aber trotzdem günstige Gosky ein echter Preis-Leistung-Sieger.

Auch gut

K&F Concept 12x50

Test Monokular: K&F Concept 12x50
Das K&F Concept ist dem Gosky 12x55 sehr ähnlich, fällt aber etwas kompakter und leichter aus und ist nichts für Brillenträger.

Ebenfalls eine Empfehlung wert, ist uns das Universalfernrohr K & F Concept 12×50. Die Bauform mit dem oben liegenden Fokussierrad ist der des zum Testzeitpunkt nur geringfügig teureren Testsiegers sehr ähnlich, es fällt aber auch aufgrund seines geringfügig kleineren Objektivdurchmessers ein ganzes Stück kompakter und immerhin 124 Gramm leichter aus.

Optisch kann es mit dem etwas lichtstärkeren Gosky gut mithalten und zeigt in den eher unwichtigen Randbereichen sogar eine etwas bessere Auflösung und weniger Verzeichnung – und das trotz des laut Herstellerangaben zweitgrößten Sichtfeldes im Test. Nicht ganz auf Augenhöhe rangieren hingegen die ergonomischen Aspekte.

Gut, günstig und kompakt

Omegon Monokular 10x25

Test Monokular: Omegon Monokular 10x25
Wenn das Fernrohr besonders kompakt sein soll und man nicht so viel investieren möchte, bekommt man mit dem Omegon eine optisch überzeugende, wenn auch lichtschwache Lösung.

Wenn der Monokular-Begleiter wirklich klein und leicht sein soll und man damit selten in der Dämmerung unterwegs ist, liegt man mit dem überaus günstigen Omegon Monokular 10×25 richtig. Kappen fehlen und das Fokussieren gerät fummelig. Optische Spitzenleistungen sind im Hinblick auf Preis und Bauform nicht zu erwarten, hier schlägt sich das kleine Omegon aber sehr ordentlich. Echte Probleme sind nicht aufgetreten.

Das Monokular ist baugleich mit dem zum Testzeitpunkt teureren Celestron Nature 10×25, wobei das Omegon in Militärgrün gehalten ist, das Celetron hingegen in Schwarz.

Höchste Vergrößerung

Bresser High-End 16x30

Test Monokular: Bresser High-End 16x30
Das Bresser bietet die stärkste Vergrößerung im Test und bringt dazu passend einen Bildstabilisator mit. Optisch ist alles top, ergonomisch gibt es Einschränkungen.

Im Testfeld fällt unsere Empfehlung für einen besonders hohen Vergrößerungsfaktor namens Bresser High-End 16×30 etwas aus der Reihe, denn obwohl es sich von den Abmessungen und dem Gewicht her eher um ein Universalfernrohr handelt, würde man ein 16×30-Monokular eigentlich eher den kompakten Modellen zuordnen. Da eine 16-fache Vergrößerung beim Halten aus der Hand jedes Zittern massiv verstärkt, hat der Hersteller einen Bildstabilisator verbaut.

Einhändig bedienen lässt sich das stabilisierte Fernrohr nicht, zur Fokussierung mithilfe des frontseitigen Fokusrings muss die zweite Hand eingesetzt werden. Die optischen Eigenschaften sind sehr gut, wobei die sehr kleine Austrittspupille und die ausgeprägte Lichtschwäche das Bresser es nicht für den Einsatz in der Dämmerung empfehlen.

Vergleichstabelle

Unser FavoritGosky 12x55 High Definition
Auch gutK&F Concept 12x50
Gut, günstig und kompakt Omegon Monokular 10x25
Höchste VergrößerungBresser High-End 16x30
Leica Monovid 8x20
Celestron Nature 10x25
Omegon Orange 10x42
Vitovill 12x55 HD ‎(JF-08)
Test Monokular: Gosky QHMN001
  • Sehr gute optische Eigenschaften
  • Sehr gute Ausstattung
  • Sehr ergonomisch
  • Lichstark
  • Kommt mit Smartphone-Adapter
  • Schwer
  • Am äußeren Rand etwas unscharf
  • Sichtbare Verzeichnung im Randbereich
  • Farbsäume im Randbereich nicht optimal kontrolliert
Test Monokular: K&F Concept 12x50
  • Weites Sehfeld
  • Sehr gute optische Eigenschaften
  • Sehr gute Ausstattung
  • Lichtstark
  • Kommt mit Smartphone-Adapter
  • Sichtbare Verzeichnung im Randbereich
  • Farbsäume im Randbereich nicht optimal kontrolliert
  • Brillenträgerokular nicht verstellfest
Test Monokular: Omegon Monokular 10x25
  • Sehr kompakt und leicht
  • Sehr günstig
  • Gute optische Eigenschaften
  • Sehr lichtschwach
  • Keine Kappen
  • Brillenträgerokular nicht verstellfest
  • Unergonomische Fokussierung
Test Monokular: Bresser High-End 16x30
  • Sehr hoher Vergrößerungsfaktor
  • Bildstabilisator
  • Sehr gute optische Eigenschaften
  • Metalltubus
  • Hochwertige Anmutung
  • Sehr lichtschwach
  • Besonders kleine Austrittspupille
  • Keine taschenfreundliche Form
  • Bildstabilisator arbeitet nicht mit Standard-Batterien
  • Unergonomische Fokussierung an der Frontlinse
Monokular Test: 71bfntglahl. Ac Sl1500
  • Beste Optik im Test
  • Scharf von Rand zu Rand
  • Extrem kompakt
  • Solides Metallgehäuse
  • Hochwertige Tasche
  • Lichtschwach
  • Fummeliges Handling
  • Tasche einziges Zubehör
  • Sehr bzw. zu teuer für das Gebotene
Monokular Test: 51zfxwoet0l. Ac Sl1200
  • Sehr kompakt und leicht
  • Sehr günstig
  • Gute optische Eigenschaften
  • Sehr lichtschwach
  • Keine Kappen
  • Brillenträgerokular nicht verstellfest
  • Unergonomische Fokussierung
Test Monokular: Omegon Orange 10x42
  • Gute optische Eigenschaften
  • Sehr effektive Augenmuschel
  • Kein Brillenträgerokular
  • Relativ schmales Sehfeld
  • Keine eigenhändige Bedienung
  • Okular kann nicht abgedeckt werden
  • Minderwertige Tasche
Test Monokular: Vitovill 12x55 ‎(JF-08)
  • Leichtestes Universal-Fernrohr im Test
  • Weitestes Sehfeld im Test (Herstellerangaben)
  • Viel Zubehör inklusive Mini-Stativ und Smartphone-Halter
  • Optisch unterdurchschnittlich
  • Brillenträgerokular kennt nur zwei Stufen
  • Fokusrad ist schwergängig und läuft unsauber
  • Billige Tasche
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Wichtige Eigenschaften von Monokularen

Monokulare, die auch Fernrohre genannt werden, ermöglichen Sehen in die Ferne mit einem vergrößerten Bild. Im Gegensatz zu den größeren und schwereren Ferngläsern ermöglichen sie kein räumliches Sehen. Gebräuchliche Vergrößerungsfaktoren sind 8- bis 16-fach. Consumer-Monokulare wie die im Test wiegen zwischen 100 und 500 Gramm. Die vordere Linsengruppe inklusive Frontlinse wird als Objektiv bezeichnet, während die Linsen am Auge Okular genannt werden. Die von uns getesteten Fernrohre verfügen alle über sogenannte Dachkant-Prismen zur Aufrichtung des umgedreht erzeugten Bildes. Das ermöglicht eine kompakte Bauweise.

Vor-und Nachteile von Monokularen gegenüber Ferngläsern

Fernrohre und Ferngläser sind sich vom Funktionsprinzip her sehr ähnlich. Im Prinzip handelt es sich bei einem Fernglas lediglich um eine Kombination von zwei Monokularen. Die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale sind räumliches Sehen, Gewicht, Kompaktheit und natürlich der Preis, der bei den aufwändigeren Ferngläsern tendenziell höher ausfällt.

Arten von Monokularen

Kompakt- oder Taschenfernrohre dienen üblicherweise Amateurzwecken. Ihr geringes Gewicht und Volumen machen sie in Kombination mit der zumeist taschenfreundlichen Form zu idealen Begleitern, die Gewichtsersparnis geht jedoch häufig zu Lasten der Leistungsfähigkeit.

Monokular Test: Monokulare 6
Unsere Empfehlungen: K&F Concept 12×50 (Universal), Gosky 12×55 High Definition (Universal), Omegon Monokular 10×25 (kompakt), Bresser High-End 16×30 (Zwitter).

Universalfernrohre sind die klassischen Monokulare, die in der Schifffahrt, bei der Jagd oder anderen Beobachtungen eingesetzt werden. Ihr Gewicht liegt näher an den 500 Gramm. Dieses Gewicht sollte für ein bequemes Tragen in der Tasche nicht überschritten werden. Hier sind größere Objektivdurchmesser üblich, was auch bei höheren Vergrößerungsfaktoren noch eine gute Lichtstärke gewährleistet.

Universal- und Kompakt­fernrohre sind die häufigsten Varianten

Nachtfernrohre sind auf den Einsatz in geringer Umgebungshelligkeit optimiert und haben eine hohe Lichtstärke. In der Regel sind hier große Objektivdurchmesser und niedrigere bis mittlere Vergrößerungsfaktoren anzutreffen.

Monokulare mit Restlichtverstärker verstärken schwächste Licht- oder Wärmequellen auf elektronischem Wege bis zum Vieltausendfachem. Einige Geräte ergänzen dies noch durch ein zusätzliches, aktives Infrarotlicht.

Bei Zoom-Ferngläsern lässt sich die Vergrößerung variabel einstellen, was optische Nachteile wie geringere Lichtstärke mit sich bringen kann. Zudem erhöht das aufwändigere Linsensystem das Gewicht.

Vergrößerung und Objektivdurchmesser

Die beiden wichtigsten Werte eines Monokulars geben Aufschluss über seine grundlegenden Eigenschaften. 10×25 bedeutet beispielsweise, dass eine zehnfache Vergrößerung und ein Objektivdurchmesser von 25 Millimeter vorliegen. Für sich betrachtet sagen diese Werte nur wenig über die Qualität eines Fernrohres aus. Sie beziehen sich erst einmal auf Brennweite und Größe der Linsen, aus denen Dämmerungszahl, Lichtstärke und Größe der Austrittspupille berechnet werden können.

Den folgenden Teil mit allgemeinen optischen Erläuterungen haben wir aus unserem Fernglas-Test übernommen, weil die Aussagen eins zu eins auch für Monokulare gelten.

Austrittspupille

Die Austrittspupille ist für das Dämmerungs- und Nachtsehen von entscheidender Bedeutung. Sie bezeichnet den Durchmesser des Lichtaustritts am Okular und wird berechnet, indem man den Objektivdurchmesser durch die Vergrößerung teilt. Ein Monokular mit 10×50 hat so beispielsweise eine Austrittspupille von 5 Millimetern. Grundsätzlich ermöglichen größere Objektivdurchmesser und geringere Vergrößerungen eine größere Austrittspupille.

Bei Tageslicht weist die menschliche Augenpupille nur einen Durchmesser von zwei bis drei Millimetern auf, sodass ein Teil des Lichts bei einer Austrittspupille von 5 Millimetern nicht ins Auge eintreten kann. Bei gutem Licht ist also mit einem großen und schweren Monokular gegenüber einem Taschenfernrohr mit einer Austrittspupille von 3,1 Millimetern (8×25) zunächst einmal nicht viel gewonnen.

Lichtstärke und Dämmerungszahl

Die Lichtstärke gibt die rechnerische Helligkeit des Monokulars ohne Berücksichtigung der Qualität der verwendeten Gläser und Prismen und deren Vergütungen an. Sie kann bei einem 12×50-Fernrohr so berechnet werden: Lichtstärke = ( 50 / 12)² = 17,4.

Ebenfalls aus der Vergrößerung und dem Objektivdurchmesser berechnet sich die Dämmerungszahl. Es handelt sich hierbei um die Quadratwurzel aus dem Produkt von Vergrößerung und Objektivdurchmesser. Auch hier gilt: Je größer der Wert, desto besser. Dämmerungszahl = Quadratwurzel (12 x 50) = 24,5.

Bei der Transmission handelt es sich um den Wert der Lichtdurchlässigkeit der eingesetzten Linsen und Gläser. Früher war das ein wichtigerer Faktor, weil noch mehr Linsen schlechterer Qualität verwendet wurden. Natürlicher Gegner der Transmission sind Reflexionen an den Linsenoberflächen.

Die Dämmerungszahl ist besser an die Wahrnehmung angepasst als die Lichtstärke

Um sie zu verringern, kommen sogenannte Vergütungen zum Einsatz. Hierbei handelt es ich sich um aufwändige Beschichtungen, die neben der Lichtdurchlässigkeit auch andere optische Eigenschaften verbessern. Ein Monokular mit gut vergüteten Linsen kann auf diese Weise auf eine bessere Lichtstärke kommen als ein schlechter vergütetes Exemplar mit gleichen Eckdaten.

Die oft fantasievollen Marketing-Bezeichnungen der Hersteller für ihre Vergütungen sind kein Indiz für deren Qualität. Als Faustregel kann man sagen, dass die Vergütungen höherpreisiger Gläser renommierter Optik-Hersteller wie zum Beispiel Zeiss eher besser sind, während man bei einem günstigen 40-Euro-Monokular schon froh sein kann, wenn es überhaupt irgendwie vergütet ist. Ist von einer Vollvergütung die Rede, sollten alle Oberflächen aller Linsen vergütet sein. Das ist heutzutage die Regel.

Ebenso eine Rolle spielt die Bauart und Qualität der Spiegel-Prismen. Die braucht es, um das Bild aufrecht zu stellen.

Sichtfeld (oder Sehfeld)

Das Sehfeld bezeichnet die sichtbare Breite auf 1.000 Meter Entfernung. Die Angabe 120 Meter/1000 Meter bedeutet also, dass der Beobachter in einem Kilometer Entfernung ein Sehfeld mit dem Durchmesser von 120 Metern sieht. Je höher die Vergrößerung, desto schmaler ist grundsätzlich das Sehfeld. Manchmal wird das Sehfeld auch in Winkelgrad angegeben. Wenn man diesen Wert mit 17,45 multipliziert, erhält man den Meter-Wert. Ein Sehfeld von 120 Metern entsprecht daher 6,88 Grad.

Ein breiteres Sehfeld hat den nicht zu unterschätzenden Vorteil des besseren Überblicks, der erhöht nämlich den Sehkomfort. Um es zu vergrößern, können sogenannte Weitwinkelokulare verbaut werden. Da in der Optik nichts ohne Preis zu haben ist, bringen diese Weitwinkelokulare aber grundsätzlich immer Nachteile wie etwa eine stärkere Verzeichnung oder zunehmende Randunschärfe mit sich.

Ein besonders großes Sehfeld erfordert optische Kompromisse

Zudem kann es bei Weitwinkel-Fernrohren eher zu den auch »Kidney Beans« genannten Abschattungen im Gesichtsfeld kommen, wenn man mit der Pupille zu nahe am Okular ist oder sich die Pupille nicht genau in der optischen Achse des Okulars befindet. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn man mit den Augen im Gesichtsfeld »wandert«. Da die Augenpupille bei abnehmendem Licht größer wird, kann hier ein gewisser Toleranzbereich entstehen, sodass das Strahlenbündel auch dann noch vollständig in die Augenpupille eintreten kann, wenn man im Okular nach oben, unten oder zur Seite schaut.

Abbildungsfehler bei Monokularen

Bei einem Fernrohr handelt es sich, im Vergleich zu einem Zoomobjektiv aus dem Fotobereich, um ein relativ einfach aufgebautes optisches System. Wie alle Optiken weisen auch Monokulare sogenannte Abbildungsfehler auf.

Gerade bei günstigeren Optiken kann man an kontrastreichen Objektkanten oft Farbfehler oder auch Farbsäume beobachten, die auch als chromatische Aberration bezeichnet werden.

Das Auge sieht nur in einem sehr engen Winkelbereich wirklich scharf, der viel kleiner als das Gesichtsfeld des Okulars ist. Gleichwohl ist auch die Randschärfe eines Monokulars nicht ganz unwichtig. Ist sie verringert, liegt ebenfalls ein Abbildungsfehler vor.

Ganz ohne Abbildungsfehler geht es nicht

Ein weiterer wichtiger Abbildungsfehler ist die sogenannte Verzeichnung, die zumeist einen tonnen- oder kissenförmigen Charakter hat und gerade Linien besonders am Bildrand entsprechend »verbiegt«. Bei den Fernrohren konnten wir nur die zweite Variante beobachten.

Unser Favorit: Gosky 12×55 High Definition

Das beste Fernrohr für die meisten ist das Gosky 12×55 High Definition. Es handelt sich um ein Universal-Monokular mit zwölffacher Vergrößerung und einem Objektivdurchmesser von 55 mm. Mit einer Länge von 165 mm und einem Gewicht von 433 g ist es das größte und schwerste Fernrohr im Test, findet aber dennoch in großen Jackentaschen Platz. Wie bei allen Monokularen im Test, wird auch hier das Bild mithilfe eines Dachkantprismas aufrecht gestellt. Eine zwölffache Vergrößerung lässt sich problemlos aus der Hand ruhig halten, soweit man nicht unter besonders zittrigen Händen leidet.

Unser Favorit
Gosky 12x55 High Definition
Test Monokular: Gosky QHMN001
Wer sich ein lichtstarkes, optisch und ergonomisch überzeugendes Universalfernglas zulegen möchte, wird hier für einen sehr guten Preis fündig.

Das wetterfeste, mit dem Edelgas Argon gefüllte und griffig militärgrün gummierte Gehäuse macht einen sehr unempfindlichen und soliden Eindruck. Sichtbare Verarbeitungsmängel gibt es nicht. Die vordere Kappe hat zwar keine Öse, kann aber mithilfe eines Gummiringes am Objektiv befestigt werden. Hinten gibt es keine Befestigung, dafür aber eine Öse. Die Fokussierung erfolgt mithilfe eines abgesetzten Rades an der Oberseite, sodass das Fernrohr komplett mit einer Hand bedient werden kann. Friktion und Widerstand des Fokusrades sind aus unserer Sicht optimal abgestimmt, sodass man das Monokular ebenso zügig wie genau scharf stellen kann.

Komplettiert wird die sehr gute Ergonomie durch das beste Brillenträgerokular im Test. Der Abstand der angenehm großen Augenmuschel vom Okular lässt sich in vier sauber einrastenden Stufen einstellen und kann nur durch Drehen, nicht jedoch durch Druck, verändert werden. An der Unterseite befindet sich noch ein Stativanschluss und an der rechten Seite zwei Ösen für die mitgelieferte Handschlaufe.

1 von 2
Monokular Test: Monokulare 1
Das Gosky 12x55 High Definition ist nicht gerade kompakt...
Monokular Test: Monokulare 7
...dafür aber optisch stark und sehr ergonomisch.

Nur aus drei Teilen sowie Kurzanleitungen besteht das sonstige Zubehör. Die gepolsterte Handschlaufe ermöglicht ein besonders sicheres Halten des Monokular. Einen ganz ordentlichen Eindruck macht die leicht gepolsterte Kunststofftasche mit Klettverschluss, die am Gürtel befestigt aber mangels Ösen und Riemen nicht umgehängt werden kann.

Beim dritten Zubehörteil im Bunde handelt es sich um eine verstellbare Smartphone-Halterung, die das Fernrohr in ein Zoomobjektiv verwandelt. Bei unseren Tests mit einem Huawei P20 Pro ist es uns tatsächlich gelungen, ein kreisrundes, scharfes Bild auf dem Display zu erzeugen. Wegen des hohen Zoomfaktors, auf den das Smartphone von sich aus nicht eingestellt ist, empfiehlt es sich aber, ein Stativ zu verwenden. Ein weiteres Problem ergibt sich daraus, dass die meisten aktuellen Smartphones mit mehreren Kameras bzw. Objektiven ausgestattet sind und diese oft zwecks Bildverbesserung parallel verwendet werden. Es kann aber immer nur ein Objektiv gleichzeitig durch das Loch der Halterung schauen.

Kommen wir zu den optischen Eigenschaften: Das Gosky 12×55 High Definition ist im wichtigen mittleren Bildbereich gestochen scharf und bietet einen einwandfreien Detailkontrast, am äußeren Rand lässt die Schärfe allerdings ein Stück weit nach. Da wir es hier nicht mit einem Fotoobjektiv zu tun haben und man normalerweise ausschließlich durch die Mitte schaut, sind maßvolle Randunschärfen bei Monokularen und Ferngläsern weitestgehend zu vernachlässigen.

Farbsäume an kontrastreichen Kanten treten in der Bildmitte kaum zu Tage, nehmen aber, ebenso wie die insgesamt mittelstarke Verzeichnung, zu den Bildrändern hin zu. Die Weite des Sichtfeldes könnte etwas größer sein, allerdings handelt man sich bei entsprechenden Fernrohren im Gegenzug meistens andere optische Nachteile ein. Alles in allem wird hier nicht ganz die Klarheit des mehr als viermal so teuren Leica-Monokulars erreicht, was aber nur im direkten Vergleich auffällt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Gosky kann sich mehr als sehen lassen.

Das beste Monokular für die meisten ist für uns das Gosky 12×55 High Definition. Da es sich dabei aber um ein relativ großes und schweres Fernrohr handelt, haben wir noch noch einige weitere Empfehlungen für Sie, die weniger dick auftragen oder einen besonders hohen Vergrößerungsfaktor mitbringen.

Gosky 12×55 High Definition im Testspiegel

Aktuell gibt es noch es noch keine weiteren seriösen Testberichte zum Gosky 12×55 High Definition. Sollte sich das ändern, tragen wir sie hier nach.

Alternativen

Das Gosky 12×55 High Definition ist für uns das beste Monokular für die meisten, da es gute optische Eigenschaften und Robustheit mit einem guten Preis verbindet. Wer andere Schwerpunkte setzt, für den sind unsere weiteren Empfehlungen möglicherweise die bessere Wahl.

Auch gut: K&F Concept 12×50

Das wassergeschützte und ebenfalls grün gummierte K&F Concept 12×50 war zum Testzeitpunkt noch etwas günstiger zu haben als unser Universal-Favorit von Gosky. Es wiegt 124 g weniger und ist 11 mm kürzer, was den Transport etwas komfortabler macht und die Taschentauglichkeit erhöht. Grundform und Kappen, die beiden seitlichen Ösen, das oben herausragende Fokusrad sowie das Zubehör inklusive Smartphone-Halterung entsprechen exakt dem des Gosky 12×55. Auch dieses Universal-Monokular lässt sich einhändig fokussieren.

Auch gut
K&F Concept 12x50
Test Monokular: K&F Concept 12x50
Das K&F Concept ist dem Gosky 12x55 sehr ähnlich, fällt aber etwas kompakter und leichter aus und ist nichts für Brillenträger.

Augenscheinliche Verarbeitungsmängel weist das solide Gehäuse nicht auf, Übersetzung und Lauf des Fokusrades gefallen. Kritik muss sich hingegen das Brillenträgerokular gefallen lassen, da es nicht über einrastende Stufen verfügt und sich zudem bei Druck wieder in das Gehäuse hineindreht. Ein Stativanschluss fehlt auch bei dieser Empfehlung nicht.

1 von 2
Monokular Test: Monokulare 2
Etwas kompakter und leichter als das Gosky, aber ebenfalls überzeugend: Das K&F Concept 12x50.
Monokular Test: Monokulare 8
Bis auf das suboptimale Brillenträgerokular gibt es nicht viel zu bemängeln.

Sehen lassen können sich die optischen Qualitäten, die auf Augenhöhe mit dem aufgrund seines größeren Objektivdurchmessers etwas lichtstärkeren Gosky liegen. Im nicht so wichtigen Randbereich ergeben sich in Sachen Schärfe und Verzeichnung sogar leichte Vorteile für das K&F. Farbsäume sind auch hier gut kontrolliert und fallen wiederum eher an den Bildrändern auf.

Das K&F Concept ist eine gute Alternative, wenn es ein etwas kompakteres, leichteres Universalfernrohr sein soll und es auf das Brillenträgerokular weniger ankommt.

Das beste Kompaktfernrohr: Omegon Monokular 10×25

Für das mit einer Länge von nur 115 mm und einem Gewicht von 162 g sehr kompakte und leichte Omegon Monokular 10×25 musste man im Testzeitraum nur zwischen 55 und 65 € auf den Tisch legen. Es ist baugleich mit dem ebenfalls getesteten Celestron Nature 10×25, ist aber militärgrün gummiert, während das zumeist teurere Celestron in Schwarz gehalten ist. Das wassergeschützte Gehäuse ist sauber verarbeitet und macht einen sehr stabilen Eindruck.

Gut, günstig und kompakt
Omegon Monokular 10x25
Test Monokular: Omegon Monokular 10x25
Wenn das Fernrohr besonders kompakt sein soll und man nicht so viel investieren möchte, bekommt man mit dem Omegon eine optisch überzeugende, wenn auch lichtschwache Lösung.

Irgendwelche Kappen sucht man hier vergeblich. Das schmal gehaltene Zubehör besteht aus einer brauchbaren Kunststofftasche mit Gürtelschlaufe, einem Trageriemen, der mithilfe einer Öse am Gehäuse befestigt werden kann sowie einem Mikrofasertuch und einer rudimentären Bedienungsanleitung, die sich absurderweise auf Ferngläser (Binokulare) bezieht.

Mit der Ergonomie des Omegon ist es nicht zum Besten bestellt. Das liegt vor allem am recht schwergängigen, kleinen Fokusring direkt hinter dem Brillenträgerokular, der einhändiges Fokussieren unmöglich macht. Zudem lassen sich kleine und leichte Fernrohre schwerer greifen und ruhig halten als größere Exemplare mit mehr Masse. Das verstellbare Monokular bietet zwar drei (?) Stufen, sauberes Einrasten sieht aber anders aus. Übt man Druck auf die Augenmuschel aus, schiebt sie sich ins Gehäuse zurück.

Die größte optische Schwäche des Omegon Monokular 10×25 ist seine sich aus dem kleinen Objektivdurchmesser ergebende Lichtschwäche, die zudem mit der zweitkleinsten Austrittspupille im Test verbunden ist, was in der Dämmerung zu schwerer Hantierbarkeit führen kann, wenn die Augenpupille deutlich größer ist als die Austrittspupille. Zum Vergleich: Während unser Universal-Testsieger als lichtstärkstes Monokular im Test auf eine rechnerische Lichtstärke von 21 kommt, liegt sie beim Omegon nur bei 6,3. Vergleicht man die Dämmerungszahlen, die besser ans Sehempfinden angepasst sind als die Lichtstärke, stehen 25,7 beim Gosky 12×55 High Definition 15,8 beim Omegon gegenüber.

Abgesehen von der Lichtschwäche gibt es an den optischen Eigenschaften wenig auszusetzen. Die Schärfe ist in der Mitte sehr gut, lässt an den äußeren Rändern aber nach. Nicht ganz optimal fällt nach unseren Beobachtungen der Detailkontrast aus, was aber nur im direkten Vergleich mit den viel größeren Universal-Monokularen auffällt. Verzeichnung und Farbsäume halten sich dafür auch in den Randbereichen in engen Grenzen, in dieser Hinsicht sind die beiden Mini-Ferngläser einigen Universal-Modellen sogar leicht überlegen.

Hoher Vergrößerungsfaktor: Bresser High-End 16×30

Das zum Testzeitpunkt rund 350€ teure Bresser High-End 16×30 mit elektronischem Bildstabilisator ist unsere Empfehlung für alle, die Fernes besonders nah heranholen wollen und dafür bereit sind, sich in Sachen Sichtfeld mit nur 66 m (Herstellerangabe), einer geringen Lichtstärke und einem nur spritzwassergeschützten Gehäuse zu begnügen. Zudem fällt das stabilisierte Fernrohr mit einer Länge von 155 mm und einem Gewicht von immerhin 315 g nicht gerade kompakt und leicht aus. Ein Anwendungsgebiet könnte beispielsweise die Vogelbeobachtung am Tage sein.

Höchste Vergrößerung
Bresser High-End 16x30
Test Monokular: Bresser High-End 16x30
Das Bresser bietet die stärkste Vergrößerung im Test und bringt dazu passend einen Bildstabilisator mit. Optisch ist alles top, ergonomisch gibt es Einschränkungen.

Das Bresser ist das einzige Monokular im Test, dessen Gehäuse nicht vollständig gummiert ist. Der edel wirkende Aluminium(?)-Tubus ist mattschwarz eloxiert und nicht empfänglich für Fingerabdrücke. In der Mitte prangt der den Tubus umschließende und unten überragende Bildstabilisator (matt gummiert), der mithilfe eines Schiebereglers zugeschaltet werden kann, was sich im Hinblick auf die Brennweite auch empfiehlt, wenn man auf ein ruhiges Bild Wert legt. Die Stromversorgung übernehmen zwei etwas unübliche CR2-Batterien, die nicht im Lieferumfang enthalten sind, sodass wir den Bildstabilisator nicht testen konnten. In den Amazon-Rezensionen wird er von einigen Käufern als ausreichend und erwartungsgemäß und von anderen als etwas zu schwach beschrieben.

Kappen gibt es für Objektiv und Okular, Ösen und Befestigungsmöglichkeiten gibt es jedoch nicht. Die Okular-Kappe sitzt so locker, dass sie von alleine herunterfällt, wenn man das Okular nach unten hält. Die weitere Ausstattung besteht aus einer Bedienungsanleitung, einem Trageriemen, einer ordentlichen, leicht gepolsterten Tasche für den Gürtel sowie einem Mikrofasertuch.

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Monokular Test: Monokulare 4
Der Bildstabilisator dominiert das Erscheinungsbild des 16-fach-Fernrohrs von Bresser.
Monokular Test: Monokulare 9
Optisch hatten wir nichts auszusetzen, der frontseitige Fokusring ist aber unhandlich.

Einhändig fokussieren lässt sich das Bresser nicht. Der Fokusring ist unergonomisch am Objektiv angebracht und dreht es aus dem Gehäuse heraus. Der Lauf ist butterweich, der Widerstand perfekt abgestimmt. Das angenehm große Brillenträgerokular rastet in drei Stufen mehr oder weniger sauber ein und verstellt sich durch Druck nicht.

Was Auflösung, Detailkontrast, Farbsäume und Verzeichnung angeht, spielt das Bresser sowohl in der Bildmitte als auch in den Randbereichen ganz vorne mit. Die rechnerische Lichtstärke stellt mit einem Wert von 3,5 das Schlusslicht im Testfeld dar. Erheblich besser sieht es mit der Dämmerungszahl von 21,9 aus, die allerdings aus dem hohen Vergrößerungsfaktor resultiert und hier kaum als Maßstab herangezogen werden kann. Eine gute Verwendbarkeit bei schwachem Licht dürfte in der Regel schon an der sehr kleinen Austrittspupille von nur 1,9 mm scheitern.

Außerdem getestet

Leica Monovid 8x20

Das fast 500 Euro teure Mini-Monokular Leica Monovid 8×20 kommt ohne Kappen und Bänder mit einer runden Ledertasche als einzigem Zubehör. Das mattschwarze Metallgehäuse macht einen soliden und sehr edlen Eindruck. Fokussiert wird unter Verwendung der zweiten Hand mithilfe eines hinter der Frontlinse angebrachten, breiten Fokusrings mit angenehmem Widerstand und sauberem Lauf.

Das Brillenträgerokular wird nicht herausgedreht, sondern einfach herausgezogen, sodass es nur in zwei Positionen fixiert werden kann. Die Bedienung erweist sich schon allein wegen der geringen Größe als etwas fummelig.

Der kleinste Objektivdurchmesser im Test zieht trotz nur achtfacher Vergrößerung eine sehr geringe Lichtstärke nach sich. Ansonsten hat man es hier mit der besten Optik im Test zu tun: Das Bild fällt durch besondere Klarheit auf, glänzt mit durchgehender Schärfe von Rand zu Rand. Farbsäume und die Verzeichnung hat das teure Leica-Mini sogar im äußeren Randbereich nahezu perfekt im Griff.

Celestron Nature 10x25

Da das Celestron Nature 10×25 bis auf die Farbe identisch mit dem oben näher besprochenen, günstigeren Omegon Monokular 10×25 ist, verweisen wir auf den entsprechenden Abschnitt. Kaufen Sie bei Interesse einfach das Modell, dessen Farbe ihnen besser gefällt und das gerade günstiger ist.

Omegon Orange 10x42

Beim Omegon Orange 10×42 handelt es sich um ein Universal-Fernrohr mit Wasserschutz und einer zehnfachen Vergrößerung bei einem Objektivdurchmesser von 42 mm.

Das schwarze, gummierte Gehäuse macht einen stabilen und gut verarbeiteten Eindruck. Ein Stativanschluss sowie zwei Ösen für die mitgelieferte Handschlaufe sind vorhanden, das Objektiv wird durch eine Kappe geschützt, die sich nicht am Gehäuse befestigen lässt. Das weitere Zubehör besteht lediglich aus einer billig wirkenden Samt-Tasche sowie der gleichen Bedienungsanleitung für Ferngläser wie beim anderen Omegon-Monokular im Test.

Eine löbliche Besonderheit bringt das Okular mit, an das eine große, flexible Augenmuschel fest montiert ist, die bei richtigem Einsatz seitlich einfallendes Streulicht vollständig abschirmt, dafür aber nicht mit einer Kappe gesichert werden kann. Zu kritisieren ist der hinter dem Okular angebrachte, nicht ganz sauber laufende Fokusring, dem wir zudem einen etwas weiteren Weg wünschen würden, um exaktes Fokussieren zu erleichtern. Ein Brillenträgerokular fehlt.

Dank seiner guten Lichtstärke von 17,6 (Dämmerungszahl: 20,5) eignet sich das Monokular auch für Beobachtungen in der Dämmerung. Auffällig ist die relativ ferne Naheinstellgrenze von 10 m. Die sonstigen optischen Eigenschaften sind im Vergleich zu den anderen Kandidaten im Test etwas unterdurchschnittlich, aber immer noch gut. Schwächen gibt es auch hier wieder hauptsächlich an den Bildrändern, die man sich aber in der Regel nicht ansieht.

Vitovill 12x55 HD ‎(JF-08)

Das mit Preisen von unter 50 € günstigste Monokular im Test ist ein Universalfernrohr namens Vitovill 12×55 HD. Sowohl der niedrige Preis als auch das für ein Universal-Monokular geringe Gewicht von nur 265 g sprechen dafür, dass hier an der Optik gespart wurde.

Das haben unsere Tests bestätigt: Selbst in der Bildmitte lassen Auflösung und Detailkontrast etwas zu wünschen übrig, zum Rand hin verstärken sich Probleme wie Verzeichnung und Farbsäume deutlich und sind stärker ausgeprägt als bei allen anderen Fernrohren im Test. Unbrauchbar ist das Vitovill aber trotzdem nicht und bietet sich wegen seines sehr niedrigen Preises durchaus für Kinder oder als Einsteiger-Monokular an.

Kappen gibt es für vorne und hinten, außerdem liegen dem Monokular eine billige Samt-Tasche, eine Bedienungsanleitung, eine Trageschlaufe sowie ein Smartphone-Halter bei, der augenscheinlich genauso funktioniert wie der unseres Universal-Testsiegers. Das mitgelieferte Stativ ist identisch mit den weitverbreiteten Hama-Ministativen. Da die Deckschraube für den Stativanschluss gleichzeitig die Öse für die Trageschlaufe bildet, muss man sich zwischen Schlaufe und Stativ entscheiden.

Das große Brillenträgerokular ist verstellsicher, kennt aber nur zwei Stufen. Wenig Freude bereitet die Fokussierung, da das Rad unsauber und mit wechselnden Widerständen läuft und außerdem gefühlt unendlich oft gedreht werden muss, um von einem Ende des Fokusbereiches zum anderen zu kommen.

So haben wir getestet

Wir haben uns die meisten auf den üblichen Wegen erhältlichen Monokulare in einem Preisbereich bis 500 € angesehen und 8 aktuelle Modelle für unseren Test ausgewählt, 8 sind derzeit noch erhältlich. Dabei haben wir sowohl renommierte Marken als auch weniger bekannte, aber vielversprechende Hersteller berücksichtigt.

Im Rahmen des Tests haben wir die Gläser auf zahlreiche optische, ergonomische und qualitative Kriterien hin untersucht und eine interne Bewertungstabelle mit verschiedenen Gewichtungen erstellt. Hier gehen wir kurz auf einige bewertungsrelevante Eigenschaften ein.

Ein von Fotoobjektiven bekannter Bildstabilisator (»Image Stabilizer«, kurz »IS«) ist nur in einem der 8 Test-Monokulare verbaut. Richtig Sinn macht so eine Konstruktion erst bei hohen Vergrößerungsfaktoren.

Wir finden es vorteilhaft, wenn es vorne und hinten Kappen gibt, am liebsten welche, die sich am Fernrohr befestigen lassen und/oder Ösen für eigene Lösungen.

Das wichtigste Bedienelement bei jedem Monokular ist das Einstellrad für die Fokussierung. Dazu muss man wissen, dass Fernrohre mit hoher Vergrößerung grundsätzlich mehr Anpassungen brauchen, wenn man von der Nähe in die Ferne schwenkt. Das liegt daran, dass die sogenannte Tiefenschärfe bei stärkerer Vergrößerung geringer ist. Wir haben uns Erreichbarkeit, Lauf und Übersetzung der Fokusräder angesehen.

Normale Fehlsichtigkeit ohne stärkere Hornhautverkrümmung oder andere Besonderheiten, lässt sich an einem Monokular mithilfe der Fokussierung ausgleichen. Wir haben uns die Ergonomie der jeweiligen Lösungen angesehen

Mäßige Sehschwäche kann vom Fernrohr ausgeglichen werden

Der Brennpunkt gibt an, wie weit das Auge vom Okular entfernt sein muss. Der Abstand kann normalerweise durch justierbare Augenmuscheln – häufig aus Gummi oder besser aus Naturkautschuk – angepasst werden. Für Brillenträger mit stärkeren Gläsern sollte der Brennpunkt dieser sogenannten »Brillenträger-Okulare« möglichst weit hinten liegen. Hier kommt es auch darauf an, ob die Augenmuscheln beim Verstellen einen angenehmen Widerstand haben und vor allem, ob sie durch Andrücken an Gesicht oder Brille wieder ins Gehäuse geschoben werden. Größere Augenmuscheln schirmen Umgebungslicht besser ab, sodass die Universalfernrohre hier im Vorteil sind.

Beim Wasserschutz gibt es große Unterschiede. Für uns war es vor allem wichtig, ob das Monokular unter normalen Umständen wetterfest ist. Das trifft auf fast alle Kandidaten zu. Wer mit dauerhaften, harten Wettereinsätzen oder gar Unterwassersituationen rechnet, sollte sich auf jeden Fall die Herstellerwebseiten ansehen. Ein Stativanschluss ist gerade bei größeren Fernrohren etwa für stationäre Dauerbeobachtungen oder Sternenguckerei sinnvoll und fehlt bei keinem der Universalfernrohre im Test.

Eine mehr oder weniger schöne bzw. brauchbare Tasche liegt jedem Monokular im Test bei. Weiteres Zubehör, das wir oft angetroffen haben, besteht zum Beispiel aus Abdeckkappen, Trageriemen, ausführlichen oder nicht so ausführlichen Bedienungsanleitungen, Garantieunterlagen und Mikrofasertüchern. Umfang und Qualität des Zubehörs sind ebenfalls mit geringer Gewichtung in die Bewertung eingeflossen.

Auf die Aspekte Lichtstärke, Dämmerungszahl und Austrittspupille sind wir schon eingegangen. Wir haben hier die rechnerischen Werte berücksichtigt. Weitere (subjektiv) wichtige Kriterien sind natürlich Auflösung, Schärfe, Klarheit und Detailkontrast. Außerdem haben wir überprüft und bewertet, ob und in welcher Ausprägung die oben beschriebenen Abbildungsfehler vorliegen. Nicht in die Wertung mit eingeflossen ist hier im Gegensatz zu den Ferngläsern die Weite des Sehfeldes, da wir die Herstellerangaben teilweise nicht mit unseren Beobachtungen in Übereinstimmung bringen konnten.

Die wichtigsten Fragen

Wie hängen bei einem Monokular Vergrößerungsfaktor, Objektivdurchmesser und Lichtstärke zusammen?

Je größer der Objektivdurchmesser, desto höher die Lichtstärke. Je höher der Vergrößerungsfaktor, desto geringer die Lichtstärke.

Sind Objektivdurchmesser und Vergrößerungsfaktor die einzigen Faktoren für die Lichtstärke?

Nein, es kommt auch noch entscheidend auf die Qualität der Vergütung der eingesetzten Linsen an, die für uns aber nicht objektivierbar ist. In der Regel verfügen teurere optische Geräte auch über bessere Vergütungen.

Bedeutet „Wasserschutz“ automatisch, dass das Monokular auch einen Sturz in den See unbeschadet übersteht?

Nein. Was dem Fernrohr konkret zugemutet werden kann, sollte man immer den jeweiligen Herstellerinformationen auf den Herstellerseiten entnehmen.

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 Test: Artboard

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