Multiroom-System Test: Multiroom System Sonos Play 5s Foto: Sonos
test
Letztes Update: 9.6.2021

Das beste Multiroom-System

Wir haben 38 Lautsprecher aus 9 Multiroom-Systemen getestet. Um herauszufinden, welches das beste ist, haben wir alle wichtigen Kandidaten ausgiebig unter die Lupe genommen. Unser Favorit ist Platzhirsch Sonos, aber auch Bose und die deutschen Lautsprecherspezialisten von Teufel konnten uns überzeugen.

Stefan Schickedanz
schreibt als HiFi-Experte für Publikationen wie AUDIO, VIDEO, StereoPlay und LowBeats. Neben Stereo- und Surround-Sound steht er auf schnelle Autos mit sonoren Anlagen, über die er ebenfalls regelmäßig berichtet.
Letztes Update: 9. Juni 2021

Wir haben den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind weiterhin aktuell.

27. Oktober 2020

Die Stiftung Warentest hat WLAN-Lautsprecher getestet. Wir haben den Artikel entsprechend aktualisiert.

14. August 2020

Wir haben einige neue Lautsprecher getestet und den Testbericht aufgeräumt. Weil Boses SoundTouch-Serie ausläuft und die meisten Geräte kaum noch zu bekommen sind, haben wir sie durch ihre Nachfolgereihe namens Bose Smart Home ersetzt. Außerdem haben wir eine zusätzliche Rubrik für Lautsprecher verschiedener Hersteller eingeführt, die den Multiroom-Betrieb mit Hilfe von Alexa oder Google Home realisieren und auf eigene Ökosysteme verzichten.

8. Mai 2020

Sonos geht in eine Produktoffensive und hat jüngst eine Reihe neuer Geräte vorgestellt, die bereits ab 10. Juni erhältlich sein werden. Diese sind die neue Soundbar Sonos Arc, der Subwoofer Sonos Sub, der mit dem neuen Modell mittlerweile in seiner dritten Generation ankommt, sowie der Lautsprecher Sonos Five.

 

Darüber hinaus wird sich auch auf Software-Seite etwas ändern, denn bereits zwei Tage vor Marktstart der neuen Technik soll es ab 8. Juni auch eine neue Version der App zum S2-Controller geben.

Wir werden sowohl die App als auch die neuen Speaker so bald wie möglich testen.

4. November 2019

Wir haben die Gelegenheit gehabt, den neuen Sonos Move zu testen und können eine glatte Empfehlung abgeben.

27. November 2018

Bose hat vergangenes Wochenende die Internet-Radio-Funktion der SoundTouch-Geräte per Software-Update abgeschaltet und setzt nun auf den Streaming-Anbieter TuneIn.

Weitere Updates

Der klassische HiFi-Turm mit Stereo-Lautsprecherpaar hat nicht nur deshalb ausgedient, weil heute kaum jemand mehr Musik vom Plattenspieler, Kassettendeck oder CD-Spieler abspielt.

In Zeiten, in denen man einen Großteil seiner Musikbibliothek im Smartphone mit sich herumträgt oder seine Lieblingsmusik gleich direkt aus dem Internet streamt, will man seinen Sound drahtlos auf die Boxen bringen – und zwar am besten in jeden Raum, auf große Stand- und und kleine Mobil-Boxen, synchron fürs ganze Haus oder getrennt für jeden Raum einzeln.

Derartige Flexibilität versprechen sogenannte Multiroom-Lösungen, die zur Zeit mit Abstand das angesagteste Segment im HiFi-Markt sind.

Mehr Musik hören

Tatsächlich ist es ein ganz anderes Musikerlebnis, ob nur in einem Raum Musik läuft, oder in jedem Raum in der ganzen Wohnung. Erstaunlicherweise wirkt die Musik unaufdringlicher, wenn sie überall läuft. Die Erfahrung zeigt: Mit einem Multiroom-System hört man mehr Musik – was sicher auch daran liegt, dass es damit viel einfacher ist: Einfach auf dem Smartphone eine Playlist starten und schon tönt Musik aus den gewählten Lautsprechern. Das ist einfach toll.

 Multiroom-System Test: Multiroom System Sonos Play 5

Aber man muss natürlich nicht gleich das ganze Haus mit neuen Lautsprechern ausrüsten. Alle Multiroom-Systeme funktionieren auch als Einzellösungen mit nur einem Lautsprecher. Gegenüber anderen WLAN- oder Bluetooth-Lautsprechern bieten die Systeme aber den Vorteil, dass man bei Bedarf weitere Lautsprecher hinzufügen kann. So kann das System mit den eigenen Ansprüchen mitwachsen.

Die Anschaffung eines Multiroom-Systems ist also eine langfristige Investition, die man sich entsprechend gut überlegen sollte.

Technik im Umbruch

Schwierig wird die Entscheidung für ein Multiroom-System dadurch, dass die Technologie noch relativ neu ist und sich ständig verändert. So macht sich neuerdings Bluetooth aptX daran, der WLAN-Übertragung den Rang abzulaufen. Dagegen setzen Hersteller wie Harman und Yamaha mit HD-Sound, der von der Klangqualität her sogar die gute alte CD in den Schatten stellt – entsprechend feines Gehör vorausgesetzt. Das letzte Wort, welche Technologie sich für die drahtlose Musikübertragung letztendlich durchsetzen wird, ist längst noch nicht gesprochen.

Welche Standards sich durchsetzen werden, ist noch völlig offen

Aber auch die Musiknutzung selbst ändert sich derzeit radikal. Noch vor ein paar Jahren hat man seine CDs gerippt und Songs massenhaft in Tauschbörsen heruntergeladen oder bei iTunes einzelne Titel oder Alben gekauft. Inzwischen hat sich das Abo-Modell von Musik-Streaming-Diensten weitgehend durchgesetzt.

 Multiroom-System Test: Multiroom System

Aber auch hier ist völlig unklar, wie sich der Markt weiter entwickeln wird. Nachdem Spotify den Streaming-Markt lange Zeit unangefochten dominiert hat, gibt es mit Apple Music, Amazon Prime Music, Deezer und YouTube Music inzwichen starke Konkurrenten, die sich anschicken, dem schwedischen Platzhirschen den Rang abzulaufen. So hat Apple Music in den USA inzwischen bereits Spotify abgehängt.

Auf diese rasanten Veränderungen reagiert jeder Hersteller von kabellosen Lautsprechern anders – entsprechend unterschiedlich sind die Systeme.

So haben wir getestet

Wir testen seit einigen Jahren laufend alle wichtigen Neuerscheinungen im Multiroom-Lautsprecher-Markt. Alle Lautsprecher hören wir in mehreren Test-Sessions ausführlich probe. Dabei kommen immer verschiedenste Musik-Genres zum Einsatz, um das gesamte Klangspektrum der Lautsprecher beurteilen zu können.

Neben dem Klang der einzelnen Lautsprecher und der Einfachheit der Einrichtung kommt es uns vor allem darauf an, wie gut die Bedienung in einem Setup mit mehreren Räumen ist. Braucht man zum Abspielen eigener Musik oder über Streaming-Dienste zwingend die App des Herstellers oder geht es auch mit AirPlay und GoogleCast? Hier kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen und es ist alles andere als einfach, den Überblick zu behalten. Wir versuchen es trotzdem.

Ein weiteres wichtiges Kriterium im Test ist das Angebot an verschiedenen Lautsprechern und die Kompatibilität von neueren und älteren Lautsprechern einer Serie – denn auch hier liegt der Teufel im Detail.

Multiroom-System Test: Sonos System

Testsieger: Sonos

Im Gegensatz zu den anderen Testkandidaten setzte Sonos von Anfang an auf eine proprietäre Funktechnologie: Während sich WLAN normalerweise zentral vom Router ausbreitet, arbeitete jede Sonos-Komponente als eigenständiger WLAN-Repeater, der das Signal an das nächste Gerät weiterreicht.

Das ist ein großer Vorteil, wenn das hauseigene WLAN nicht gut in alle Räume reicht. So konnten wir mit dem Sonos-System problemlos Musik auch in Räumen abspielen, wo mit normalem WLAN keine Musikwiedergabe mehr möglich war. Damit das funktioniert, muss bei Sonos allerdings ein Lautsprecher per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden sein. Oder man verwendet die Sonos-Bridge.

Sonos öffnet sich neuen Übertragungs­wegen

Der Nachteil der proprietären Funktechnologie-Lösung von Sonos war, dass sie zwingend die Nutzung der Sonos-App voraussetzte. So konnte man zum Beispiel nicht einfach Musik von Apples Music-App auf dem iPhone über Sonos abspielen. Das hat sich mit der Einführung von Apples Audio-Übertragungstechnologie AirPlay 2 geändert, die nun auch von Sonos unterstützt wird.

 Multiroom-System Test: Multiroom System Sonos

Doch nicht nur bei der Bedienung hat Sonos die Nase vorne, auch klanglich spielen die Boxen der Amerikaner ganz vorne mit. Ein Grund dafür ist eine clevere Funktion, die Sonos Trueplay nennt: Mit Hilfe eines iPhones oder iPads kann man die Sonos-Boxen auf den Raum einmessen. Dazu spielen die Boxen Test-Sounds ab während man mit dem iPhone durchs Zimmer geht und so die Raum-Akustik vermisst. Mit den durch diesen Vorgang erhobenen Daten werden die Sonos-Lautsprecher individuell an die Raumakustik angepasst. Die Veränderung durch die Einmessung ist subtil aber hörbar.

Klangvorteil durch Einmessen: Trueplay ist die größte Innovation seit langem

High-End-HiFi-Systeme setzen schon länger auf das Einmessen der Lautsprecher an den Raum, benötigten dafür aber ein mitgeliefertes, normiertes Mikrophon, was die Sache entsprechend teuer machte. Sonos gelingt das ohne Zusatzkosten, indem einfach die große Verbreitung von Apple-Geräten genutzt wird und liefert damit eine der größten Innovationen der letzten Zeit. Android-Smartphones werden leider nicht unterstützt: es gibt einfach zu viele unterschiedliche Modelle mit zu vielen verschiedenen Mikrophonen, als dass man das System zuverlässig kalibirieren könnte.

Das Einmessen per TruePlay funktioniert nach entsprechendem Software-Update inzwischen mit allen Sonos-Lautsprechern, jüngst auch mit der Playbar.

Fast alle Sonos-Lautsprecher lassen sich übrigens als Stereo-Boxen-Paare kombinieren. Das gilt nicht nur für die Play:1 und die Play:3 sondern auch für die große Play:5, nur die Soundbar und die Soundbase machen da eine Ausnahme.

Mit Amazons Echo oder Echo Dot können alle bisherigen Sonos-Lautsprecher über Alexa gesteuert werden. Der Sonos One kommt mit integriertem Mikro und übernimmt die Funktionalität von Echo und Echo Dot. Aber damit nicht genug: Sonos wurde um eine weitere smarte Steuerungsmöglichkeit erweitert: Google Assistant. Als erster Anbieter, der mehrere Sprachassistenten innerhalb eines Soundsystems anbietet, demonstriert Sonos die Vorteile einer offenen, partnerschaftlichen Plattform, bei der die größtmögliche Flexibilität für den User im Vordergrund steht.

Mit dem Google Assistant kann man über den Sonos One, die Sonos Beam oder ein verbundenes Google-Home-Produkt Songs abspielen, TV-Sendungen starten, die Wettervorhersage abrufen und das Smart Home steuern. Für jeden einzelnen Speaker kann man einen Sprachassistenten auswählen, womit mehrere Sprachassistenten in einem System nebeneinander funktionieren. Sonos unterstützt nicht nur Musik und TV-Sound, sondern auch die wichtigsten Funktionen von Google Assistant, einschließlich Continued Conversation oder die Megafon-Funktion. Zusätzliche Funktionen und Aktionen sollen durch laufend neue Updates verfügbar sein und das Erlebnis mit Google Assistant auf Sonos kontinuierlich verbessern.

Sonos hat also die Zeichen der Zeit erkannt und öffnet sein System in alle Richtungen. Das ist gut und richtig so, denn das geschlossene System bot vielleicht anfangs eine überlegene Übertragungsqualität, war aber auch eine Sackgasse, aus der sich die Amerikaner jetzt freischwimmen müssen. Wir sind gespannt, wie gut das klappen wird.

Hörtest

Insgesamt liegen die Lautsprecher von Bose und Harman im Einzelvergleich gegenüber Sonos leicht vorne – mit Ausnahme der neuen Sonos Play:5: Wenn sie allein spielt, ist die Play:5 von allen Lautsprechern, die wir gehört haben, der beste.

Toller Sound

Sonos Play:5

Test Multiroom-Systeme: Sonos Play:5 I
Tiefer, satter Bass, ausgewogene Mitten und funkelnde Höhen aus einem kompakten Gehäuse. Da drückt man beim Preis gerne ein Auge zu.

Auch ohne Raumkorrektur spielt die Play:5 nicht nur ihren Vorgänger sondern auch alle anderen Testkandidaten an die Wand. Sie wirkt viel spritziger, breitbandiger und differenzierter. Die Dynamik und die Bass-Qualität überraschen für die moderaten Abmessungen des Lautsprechers. Seine geschlossene Bauweise ermöglicht in Verbindung mit der Aktiv-Technik einen tieferen, trockeneren Bass als mit üblichen passiven HiFi-Boxen mit Bass-Reflex-Abstimmung.

Seine Stärken spielt Sonos aber erst richtig im Zusammenspiel aus. Paart man zwei Sonos-One-Boxen von Sonos mit dem hauseigenen Subwoofer können weder Boses SoundTouch 10 noch die SoundTouch 30 klanglich mithalten, die sonst klanglich für uns ganz weit vorne steht.

Empfehlenswert

Sonos Sub Wireless

Test: Multiroom-System: Sonos Sub Wireless
Für ein top Musikerlebnis ist der Subwoofer von Sonos unerlässlich.

Das gilt auch für die Play:5 und die Soundbar Playbar fürs Heimkino oder die Playbar in Kombination mit zwei Play:1 und dem Subwoofer. Derart kombiniert wird das Klangspektrum noch dynamischer, räumlicher und breitbandiger – und Sonos zieht der Konkurrenz auf und davon.

Mehr zur Sonos Beam und der Sonos Playbar lesen Sie in unserem Soundbar- Test.

Vielseitig

Sonos Move

Multiroom-System Test: Sonos Move
Satter und dynamischer Sound mit guten Höhen. Dank eingebautem Akku und IP56-Schutz auch für den Einsatz außerhalb der Wohnung geeignet.

Der erste Wireless-Lautsprecher von Sonos, der auch per Bluetooth-angespielt werden kann ist der Sonos Move. Er wurde im Gegensatz zu den bisherigen Sonos-Boxen auf Mobilität ausgelegt und hat entsprechend einen Akku verbaut. Als Ladedock des Sonos Move dient ein ans Netzteil angeschlossener Ring mit zwei Kontakten auf der Rückseite. Damit lässt sich der integrierte Akku des Move aufladen, um im vollen Zustand bis zu 10 Stunden Betriebszeit zu gewährleisten.

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Test: Sonos2
Der Lautsprecher lässt sich mittels Touch-Feld bedienen.
Test: Sonos3
Etwas ungünstig plartziert: Der An- und Ausschalter, sowie der Umschaltknopf.

Gegen Staub und Wasserstrahlen geschützt kann man den Sonos Move ohne Bedenken ins Bad oder in den Garten mitnehmen. Der gesamte untere Bereich ist durch gummiartige Oberfläche gegen Feuchtigkeit, Schmutz und Stöße geschützt.

Ein richtiger Mobil-Lautsprecher im üblichen Sinne ist er deshalb aber nicht. Das liegt am Gewicht von 3 Kilogramm und den großen Abmessungen von 16 x 24 x 12,5 Zentimetern. Das ist kein Lautsprecher, den man mal eben so mit ins Freibad nimmt. Er ist eher dazu gedacht, an lauen Sommerabenden in den Garten oder auf die Terrasse gestellt zu werden.

Der Sonos Move klingt extrem satt und kann mühelos auch in einem größeren Wohnzimmer hohe Abhörpegel erzielen. Die geschlossene 2-Wege-Konstruktion mit einem eigenwilligen Wave-Guide vorm Kalotten-Hochtöner für breite Schallabstrahlung macht richtig Spass. Das liegt nicht nur an der natürlichen, unverzerrten Stimmwiedergabe, sondern auch an der anspringenden Dynamik. Auch die Klarheit der Höhen überzeugt. Hier beweist Sonos ein sicheres Händchen.

Multiroom-System Test: Sonos Event Move
Das Design ist schlicht und modern. Der Sonos Move fügt sich gut ins Interieur ein.

Vom Boogiefaktor her ist der Move so ziemlich der beste Lautsprecher im Programm. Zwar wirkt sein Bass mit der wie immer bei Sonos standardmäßig aktivierten dynamischen Loudnessregelung ganz schön üppig – vor allem im Oberbass. Und er ist alles andere als trocken, besonders, wenn der Move nahe an der Wand steht. Doch das sehr gelungene Timing der kräftigen Bass-Impulse sorgte für einen gewissen Charme, der sich gerade auch mit Rock, Pop und elektronischen Beats äußert.

Mancher wünscht sich vielleicht, dass er seine Songs vom Smartphone oder Tablet direkt mit der Sonos Controller App wiedergeben könnte. Doch die wurde für die Bluetooth-Wiedergabe völlig gestrippt, weil Sonos auf Streaming via AirPlay 2 direkt aus den jeweiligen Apps heraus setzt. Allerdings können Musik-Streamingdienste wie Spotify oder Amazon Music mit dem Controller verknüpft werden. Das gilt ebenso für die Sprachassistenten Amazon Alexa und Google Assistant, für die im Sonos Move ein Fernfeld-Mikrofon-Array bereitgestellt wird.

Die Bedienung ist gut, wenn man sich erst einmal dran gewöhnt hat. Die Kennzeichnung an dem auf der Oberseite angebrachten Touchfeld ist nicht ideal, zumal es möglich ist, durch Wisch-Gesten einen Titelsprung herbeizuführen. Die Umschaltung zwischen Bluetooth und WLAN erfolgt wie die Deaktivierung auf der Rückseite, was auch nicht ganz optimal ist. Aber unterm Strich gelingt Sonos mit dem Move ein vielseitiger, klangstarker Lautsprecher für einen durchaus angemessenen Preis. Als mobiler Lautsprecher für Zuhause ist er gewissermaßen die eierlegende Wollmilchsau im Sortiment der Amerikaner.

Smarter Nachfolger

Sonos One

Auch bei Sonos ist nun die Sprachsteuerung von Alexa eingezogen.

Der Sonos One ist der Nachdfolger der inzwischen eingestellten Play:1, bei dem eine Frau eingezogen ist – und zwar keine geringere als Alexa, die menschliche Stimme von Amazon. Das macht die Neuauflage des Bestsellers zum Echo-Killer, denn der Sonos One klingt nicht nur um Welten besser als der innovative Amazon-Lautsprecher, er bindet den hilfreichen digitalen Assistenten auch in das bewährte Ökosystem von Sonos ein. Zwar soll man die Sonos-Lautsprecher zwar eigentlich auch über Amazons Echo oder Echo Dot steuern können, das klappte bei uns im Test aber nicht. Die Steuerung über den Sonos One war dagegen kein Problem. Der Sonos One bietet damit eine optimale Bedienung auch ohne die Sonos App über die Alexa-Sprachsteuerung.

Der Klang des Lautsprechers war keine Überraschung, er klingt nämlich wie der Play:One. Sonos hat hier nach meinem Eindruck höchstens ein wenig an Feinschliff und Transparenz geschraubt und zwar im positiven Sinn.

Zugriff auf die geniale TruePlay-Einmess-Automatik von Sonos wurde mir als Besitzer eines neuen iPhone 8 leider verwehrt. Sonos verwendet ein Profil des integrierten Mikrofons für seine Messung und hat das Profil des iPhone 8 noch nicht integriert. Das soll laut Sonos aber bald nachgeliefert werden.

Die Sprachsteuerung über Alexa funktionierte gut, auch aus der Distanz. Das Mikrofon kann man auch ganz abschalten, um seine Privatsphäre zumindest in Hinsicht auf Mitlauschen von Gesprächen zu wahren. Die Einrichtung von Alexa verlangt nämlich eine regelrechte Passwort-Eingabeorgie und verursacht je nach persönlicher Einstellung Bauchschmerzen bezüglich des Datenschutzes.

Bedienung

Bislang war man zum Abspielen von Musik noch weitgehend auf die App von Sonos angewiesen. Zwar konnte man die Sonos-Lautsprecher schon lange direkt aus der Spotify-App ansprechen, wer aber Musik von YouTube oder einer anderen App auf die Boxen bringen wollte, hatte bislang Pech. Doch nun öffnet sich Sonos nicht nur für andere Übertragungstechnologien wie AirPlay 2 sondern auch für digitale Assistenten wie Alexa, Siri und Google Assistant und wir dadurch deutlich flexibler. Offenbar haben die Kalifornier erkannt, dass sie sich mit der rein proprietären Technologie in eine Sackgasse manövriert haben.

Multiroom-System Test: Airplay 2
Mit AirPlay 2 kann man neuere Sonos-Lautsprecher direkt über iOS ansprechen.

Mit der Unterstützung von AirPlay 2 ist es zumindest von Apple-Geräten aus erstmals möglich, Musik von anderen Apps auf die Sonos-Boxen zu streamen. So kann man zum Beispiel einfach Songs auf YouTube abspielen und direkt aus dem Browser auf alle Lautsprecher streamen. Das funktioniert bei uns in ersten Tests gut. Zwar reagieren die Lautsprecher nicht ganz so flott, wenn man etwa einen Titel überspring und es kommt gelegentlich vor, dass zuerst ein Lautsprecher das Stück anspielt und die anderen erst eine Sekunde später einsteigen. Einmal setzte ein Lautsprecher sogar aus und spielte anschließend zeitversetzt. So etwas ist uns beim Streaming über Sonos Connect noch nie passiert. Aber mit einem kurzen Stop/Play, war das Problem sofort behoben. Wie zuverlässig das AirPlay-Streaming auf Dauer in der Praxis ist, wird sich noch zeigen müssen.

Auch ältere Sonos-Lautsprecher können über AirPlay 2 Musik abspielen – allerdings müssen sie davor über die Sonos-App mit einem neueren Modell gruppiert werden und zwar Sonos Beam, Sonos One, Playbase oder Play:5 der zweiten Generation. In der AirPlay-Lautsprecher-Auswahl in iOS tauchen die älteren Lautsprecher aber leider nicht auf. Um für sie die Lautstärke im Verhältnis zu den anderen Boxen zu ändern, muss man wiederum die Sonos-App bemühen. Zusammen mit der gekoppelten Box lässt sich die Lautstärke aber auch aus anderen Apps ändern.

Die Sonos-App auf dem Mac unterstützt AirPlay 2 bislang noch nicht. Zwar kann man die Sonos Lautsprecher auch über die Systemeinstellung »Ton« sehen und auswählen, aber nur einzeln. Hier mehrere Lautsprecher gleichzeitig auszuwählen, war in unserem Test nicht möglich.

Multiroom-System Test: Apple Home
Über Apples Home-App werden die Sonos-Lautsprecher einzelnen Räumen zugewiesen.

Ein weiterer Vorteil der AirPlay-Übertragung ist, dass man damit nun auch die Sprachsteuerung über Siri verwenden kann. Dazu muss man aber zunächst über Apples Home-App die Lautsprecher einrichten und einzelnen Räumen zuweisen. Anschließend kann man Siri auf dem iPhone oder dem iPad aktivieren und per Sprachbefehl Musik entweder auf einzelnen Lautsprecher oder in bestimmten Räumen abspielen. »Mach die Musik im Wohnzimmer lauter« ändert prompt die Lautstärke auf allen Lautsprechern, »Mach Fernseher leiser« senkt dagegen nur die Lautstärke unserer Playbase und auf den Sprachbefehl »Spiel überall Daft Punk« tönen die Franzosen aus allen Sonos-Lautsprechern im Haus. Da hat die Siri-Funktion einiges der weitaus früher gestarteten Alexa-Integration voraus, bei der es uns nach wie vor nicht gelingt, Lautsprecher-Gruppen anzusteuern.

Allerdings gibt es auch bei der Steuerung über Siri Verbesserungsbedarf. So kann man etwa keine Songs oder Playlisten über die Spotify-App starten, sondern nur über Apples hauseigene Musik-App. Startet man eine Playlist manuell auf Spotify, kann man aber immerhin per Sprachbefehl die Lautstärke regeln, Songs überspringen und die Musik anhalten und fortsetzen.

Ganz so komfortabel wie die Steuerung über Amazons Alexa ist Siri nicht, denn Alexa hört einfach aufs Wort, während man für Siri ein iPhone oder iPad in der Nähe braucht. Zwar kann man die Sprachsteuerung auch über »Hey, Siri« per Sprachbefehl aktivieren, aber das klappt bei Alexa aus größerer Entfernung dank mehrerer Fernfeld-Mikros deutlich besser. Spricht man dagegen direkt ins iPhone, versteht einen Siri wiederum deutlich zuverlässiger als Alexa in der anderen Ecke des Wohnzimmers. Beides hat also seine Vor- und Nachteile.

Den Sprachassistenten von Amazon unterstützt Sonos schon länger. Dazu bindet man entweder ein Echo-Gerät von Amazon in das Sonos-System ein, oder man verwendet einen neueren, mit Mikrofon ausgestatteten Sonos-Lautsprecher, also eine Play One oder die neue Soundbar Beam.

Multiroom-System Test: Sonos Lifestyle Rgb Small Kitchen One White1
Der Sonos One ist dezent und wertet die Einrichtung auf moderne Art auf.

Besitzer von Android-Handys gucken dagegen nach wie vor in die Röhre. Ob und wann Sonos auch die Übertragung über Googles Chromecast unterstützt, ist noch völlig offen. Immerhin kann man die Sonos Lautsprecher direkt über die Google Music App ansprechen – oder aber natürlich über unterstützte Streaming-Apps wie Spotify. So flexibel wie auf dem iPhone ist man mit Sonos auf Android-Geräten aber bislang nicht. Die Unterstützung von Google Assistant hat Sonos aber zumindest bereits angekündigt.

Auch wenn immer mehr Optionen zur Verfügung stehen, mit denen man Musik auf die Boxen bringt – viele werden sehr gerne weiterhin die Sonos-App zum Abspielen von Musik verwenden. Denn die ist toll designt und reagiert prompt. So würde man sich das nicht nur von Bose und Harman/Kardon wünschen, auch Apples eigene Musik-App könnte sich von Sonos ruhig eine Scheibe abschneiden. Teufel hat mit der Raumfeld-App einen riesigen Schritt nach vorne getan und bietet inzwischen ebenfalls ein gutes Bedien-Erlebnis.

Von allen Herstellern unterstützt Sonos über seine App außerdem das mit Abstand größte Portfolio von Musik-Streaming-Anbietern. Mit dabei ist natürlich Spotify, aber auch Apple Music, Deezer, TuneIn, Google Play Music Amazon Prime Music und SoundCloud und viele mehr. Eine vollständige Liste findet sich hier.

Sonos im Testspiegel

Die neue Sonos Play:5 ging schon vor dem Erstverkaufsdatum mit einer Welle des Beifalls durch die Presse. Die FAZ urteilte:

»Der spielt tatsächlich noch einmal deutlich basskräftiger als sein Vorgänger und erzielt schon als Solist ein akzeptables Stereo-Panorama, das weit über seine eigenen Dimensionen hinausweist.«

Matthias Kremp zeigt sich auf Spiegel Online ebenfalls angetan der neuen Play:5:

»Der neue Play 5 ist ein gutes Produkt. In Sachen Technik, Sound und Design ist Sonos ein spürbarer Schritt nach vorn gelungen. Leider macht gleichzeitig auch der Preis einen Sprung, der Lautsprecher kostet 579 Euro.«

Überzeugt ist Kremp auch von der Einmessautomatik TruePlay, die den Frequenzgang des All-in-one-Lautsprecher-Systems auf den Hörplatz optimiert:

»Ich habe TruePlay mit verschiedenen Sonos-Lautsprechern der Typen Play 1, Play 3 und Play 5 ausprobiert und kam immer zu demselben Ergebnis: Nach dem Einmessen per TruePlay klangen die Boxen, als hätte man einen Vorhang davor weggezogen. Der Sound wird klarer, brillanter, trockener.«

In meinem Test für LowBeats vergab ich 4,8 von 5 Sternen für die Play:5:

»Das Play:5 ist mit Abstand der beste Sonos-Lautsprecher. Schon Mono ist er ein Hit, als Stereo-Paar, das sich dank der großartigen Software einfach einrichten lässt, macht er der klassischen HiFi-Anlage endgültig ihren Rang streitig. Eine Flut von Online-Musik-Diensten und die perfekt zu handhabenden Multi-Room Möglichkeiten machen Sonos zum besten Netzwerk-Audio-System seiner Art. Mit Trueplay-Raumeinmessung über das Smartphone legte Sonos mal wieder das Ohr auf den Puls der Zeit.«

Computer Bild lobte den ausgewogenen Klang, die einfach zu bedienende App und die vielen Musikdienste, die zur Auswahl stehen, tadelt aber die schwierige Einbindung von Netzwerkfestplatten.

Die Zeitschrift AUDIO bewertet das Preis-Leistungs-Verhältnis der Sonos Play:1 mit »überragend« und urteilt:

»Der Play 1 zeigt eindrucksvoll, dass Sonos trotz niedrigem Preis und Lifestyle-Ambitionen das Thema High Fidelity sehr ernst nimmt – eleganter und preiswerter ist man zu einer Anlage dieser Qualität jedenfalls noch nie gekommen.«

Im Vergleichstest aller gängigen Multi-Room-Konzepte konnte sich AUDIO vor allem für Sonos sowie »den potentesten und schärfsten Konkurrenten« Raumfeld erwärmen. Sonos empfehlen die Stuttgarter wegen seiner »kinderleichten« Einrichtung, Bedienung und Erweiterung.

PCMag gibt den Sonos Play:1-Lautsprechern einen Editor’s Choice Award. Nach Punkten liegen die Sonos-Boxen für PCMag allerdings gleichauf mit der Bose SoundTouch 20. Als Argumente für die Sonos werden der günstige Preis und die einfache Installation angeführt. Während die Bose-Hardware als »fantastisch« bezeichnet wird, finden die Experten die App von Bose problematisch.

Auch Netzwelt hält Sonos neben Raumfeld für »die komfortabelste Art, Stereo-Signale in den eigenen vier Wänden zu verteilen.« Besonders heben die Autoren bei Sonos die vielen Schnittstellen und die im Vergleich zum deutschen Mitbewerber bessere Verarbeitung hervor.

Computer Bild attestiert der Sonos Play:3 sogar einen »Wow-Effekt«, lobt die intuitive Bedienung und den als raumfüllend bezeichneten Klang, der kaum Wünsche bei den Testern offen ließ. Dafür gab es die Note »befriedigend«, womit die Play:3 nicht ganz an die mit »gut« bewertete Bose SoundTouch 20 heranreicht. Die Punkte gehen für Computer Bild auf das Konto des Bedienkonzepts und des als angenehm, voluminös und deutlich raumfüllender, als angesichts der Größe zu erwartenden Klangbildes.

Auch die Stiftung Warentest (02/2020) lobt in ihrem Test das Sonos-Multiroom-System, insbesondere die Play:5, welche über »den größten Bass-Schall­druck im Test« verfügte und somit eine Mini-Hifi-Anlage durchaus ersetzen könne. Lediglich der relativ hohe Stromverbrauch im Standby-Betrieb verhinderte ein noch besseres Abschneiden der Play:5.

 Multiroom-System Test: Symfonisk Ikea

Ikea Symfonisk

Das bekannte schwedische Möbelhaus bereichert durch die im letzten Jahr verkündete Kooperation mit dem Multiroom-Pionier Sonos nicht nur sein eigenes Angebot. Die beiden ersten WLAN-Lautsprecher im Ikea-Programm erweisen sich auch als ebenso kostengünstige wie pfiffige Alternative zu den reinrassigen Sonos-Boxen.

Zum einen gibt es den mit 99 Euro sehr günstigen Symfonisk-Regal-Lautsprecher. Die Bezeichnung nimmt Ikea wörtlich. Denn die kleine Box kann man nicht nur in ein Regal stellen, man kann sie auch an die Wand hängen und damit selbst zu einem – kleinen – Regal machen.

Außerdem gibt es die Symfonisk-Tischlampe, die Lautsprecher und Lampe kombiniert. Wer den seitlich am stoffbezogenen Korpus angebrachten Drehschalter betätigt, bringt den Symfonisk zum Leuchten. Mit drei weiteren Tasten im Lampensockel lässt sich die Lautstärke regeln und die Wiedergabe starten bzw. stoppen. Mit einem Preis von rund 180 Euro bleibt selbst der größere der beiden Ikea-Lautsprecher noch unter dem, was Sonos für seine Einstiegsprodukte verlangt.

Das Rückgrat der Ikea-Bedienphilosophie ist genau wie bei Sonos die App. Und zwar nicht irgendeine App, sondern das Original von Sonos. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich die Kooperationsprodukte der Symfonisk-Linie nahtlos in ein bestehendes Sonos-System integrieren lassen. Damit schaffen sich die Amerikaner zwar eine Konkurrenz im eigenen Haus, steigern aber letztlich die Attraktivität ihres Ökosystems und senken letztlich auch mit dem quaderförmigen Symfonisk-Speaker die Einstiegsschwelle gegenüber ihren eigenen Produkten erheblich.

Hörtest

Das Ergebnis der TruePlay-Einmessung überzeugt auch in Verbindung mit den Ikea-Boxen. Man kann in den Raumeinstellungen der App die ermittelte Korrektur abschalten, um sich ein Bild von der Wirkungsweise zu verschaffen. Wie üblich klingt der Bass beider Symfonisk-Lautsprecher mit TruePlay konturierter und die Durchhörbarkeit in den Mitten gewinnt im gleichen Maße wie die Höhenwiedergabe. Ebenfalls von Sonos kennt man die standardmäßig aktivierte automatische Loudness-Korrektur. Sie macht den Klang satter und gefälliger.

Schwedisch praktisch

Ikea Symfonisk Regallautsprecher

Test Multiroom-System: Ikea Symfonisk Regallautsprecher
Der Sound des Regallautsprechers ist sehr homogen. Selbst ein mittelgroßes Wohnzimmer kann man damit beschallen.

Im Hörtest mit dem kleinen Symfonisk Regal-Lautsprecher führt die Loudness-Korrektur allerdings bei Hip Hop-Tracks wie »Mask Off« von Future zu einer gewissen Überforderung der Tieftonsektion. Der Bass verliert spürbar an Kontur und neigt zum Grummeln. In diesem Fall hilft es, die Loudness für einen trockenen, deutlich sauberen Bass zu deaktivieren.

 Multiroom-System Test: Moltiroom System Ikea Symfonisk Regallautsprecher

Abgesehen von solchen Tiefton-Orgien wirkt die Wiedergabe mit aktivierter Loudness voller und stimmiger. Die Homogenität, die der für unter 100 Euro angebotene Ikea Symfonisk an den Tag legt, ist für diese Klasse schlicht überragend. Seine Dynamikreserven reichen spielend, um ein mittelgroßes Wohnzimmer lauter zu beschallen als den meisten Nachbarn lieb ist.

Sonos-Imitat für kleines Geld?

Was hier für ein kleines Geld geboten wird, braucht sich hinter einem doppelt so teuren Sonos One im normalen Betrieb nicht zu verstecken. Nur bei extremen Bässen würde ein echter Sonos doch etwas sauberer bleiben. Doch die gesamte Klangabstimmung des Ikea Symfonisk Regal-Lautspreches folgt den gleichen Idealen wie die eigenen Lautsprecher der Amerikaner.

Klangvolle Leuchte

Ikea Symfonisk Tischleuchte

Test Multiroom-System: Ikea Symfonisk Tischleuchte
Die Tischleuchte sieht gut und ihr Klang ist hervorragend. Vor allem der differenzierte Bass gefällt.

Die Symfonisk-Tischleuchte rechtfertigt ihren höheren Preis nicht nur durch ihren nicht zu verachtenden Zusatznutzen als Leuchtkörper. Sie besitzt auch mehr Reserven im Bass, nicht nur, was Pegel betrifft, sondern auch Differenziertheit. Trotzdem wirkt sie nicht ganz so wie aus einem Guss wie ihr kleiner Bruder. Gerade manche Frauenstimmen, etwa die von Florence + The Machine (»Hunger«) wirken klarer und differenzierter, allerdings auch etwas näselig und vorlaut. So erscheint das leuchtende Lautsprecher-Beispiel trotz aller Differenziertheit und seiner feinen Hochtonauflösung nicht ganz so stimmig wie das Einstiegsgerät, das mit seiner besonders musikalischen Spielweise seine kleinen Schwächen im Detail einfach überspielt.

Die Tischleuchte hat klangliche Einbußen

Außerdem weckt der runde Korpus der LED-Leuchte Erwartungen, die der Klang nicht hält. Zu einer Zeit, in der Rundumstrahler mit 360-Grad-Sound schwer im Trend liegen, erwartet man aufgrund der Form auch ein omnidirektionales Klangfeld. Gerade deshalb fällt umso deutlicher auf, dass der runde Symfonisk seinen Klang recht deutlich nach vorn bündelt – wie den Lichtkegel einer Taschenlampe. Wenn man sich von der direkten Mittelachse wegbewegt, lassen Transparenz und Brillanz spürbar nach. Deshalb gilt dem schnörkellosen, charmant abgestimmten Einstiegsangebot der Symfonisk-Serie von Ikea unsere besondere Empfehlung.

 Multiroom-System Test: Moltiroom System Ikea Mfonisk Tischlampe

Die schwedische Licht-Gestalt ist trotzdem eine Bereicherung mit einem von Lautsprechern bisher nie gekannten Funktionsumfang und einem smarten Styling, das ihr auch Zugang zu Wohnlandumgebungen verschafft, in denen konventionelle Lautsprecherboxen als störend empfunden werden.

Bedienung

Für den günstigen Preis muss man gerade beim kleineren Symfonisk-Lautsprecher leichte Abstriche in der Materialqualität und Verarbeitung machen. So bieten etwa die Tasten des eckigen Symfonisk ein schwammiges Gefühl und sorgen dafür, dass der Zeigefinger wegen ihres kleinen Durchmessers an der Einfassung hängenbleibt. Die Tasten der Symfonisk-Lampe bieten dagegen keinen Grund zur Beanstandung. Hier stört lediglich der prominent auf der Rückseite platzierte Ethernet-Anschluss. Eine Zuführung von unten wie beim Netzkabel der LED-Lampe wäre da deutlich eleganter.

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Multiroom-System Test: Img
Die Symfonisks in futuristischem Design und mit minimalistischer Bedienfläche.
Multiroom-System Test: Img
Der Anschluss der Tischleuchte ...
Multiroom-System Test: Img
... kann dezent versteckt werden.
Multiroom-System Test: Img
Die Bedienfläche ist zurückhaltend platziert.
Multiroom-System Test: Img
Die Anschlüsse des Symfonisk-Multiroom-Systems.

Allerdings dürften die meisten ihre Symfonisk-Lautsprecher über das integrierte WLAN betreiben. Dabei gibt es wie bei Sonos die Möglichkeit, gewöhnliche WLAN-Übertragung oder die proprietäre Boost-Funktion von Sonos für weiträumige Netzwerkabdeckung zu verwenden. Im Boost-Betrieb funktioniert jeder Lautsprecher im System wie ein WLAN-Repeater, was in großen Häusern beim Überbrücken weiter Funkstrecken von Vorteil ist.

Die Installation verläuft wie von Sonos bekannt sehr einfach, zumal der Benutzer von der App durch die Installation geführt wird. Wie bei Sonos üblich, muss der Nutzer einen Account bei den Amerikanern anlegen. Weitere Registrierungen sind zum Verwenden von Amazon Alexa oder dem Google Assistenten erforderlich.

Direkt nach dem Hinzufügen des Lautsprechers besteht für Apple-User die Möglichkeit, ihn unter Zuhilfenahme des Mikrofons im iPhone oder iPad via TruePlay-Einmessung zu kalibrieren. Dazu werden Messtöne über den jeweiligen Symfonisk-Lautsprecher wiedergegeben, während der User mit seinem iDevice in der Luft wedelnd den ganzen Raum abstreitet. Wie das geht, verrät ein in die App integrierter Film. Viel besser kann man eine Installation eigentlich nicht machen.

Ikea Symfonisk im Testspiegel

Die Kollegen von Chip sind begeistert und geben weitere Denkanstöße:

»Die Symfonisk-Lampe mit Speaker fanden wir klanglich durchaus auf einer Stufe mit dem Sonos-eigenen One, der zusätzlich noch über die integrierte Sprachassistentin Alexa verfügt. Hier kommt schon ein richtig guter Sound mit brauchbaren Bässen und differenzierten Mitten und Höhen raus. Und auch optisch macht die Lampe durchaus etwas her. Schade finden wir, das Ikea nicht sofort eines seiner smarten Tradfri-Leuchtmittel zur durchaus smarten Leuchte legt – das wäre das i-Tüpfelchen gewesen.«

Die Stiftung Warentest (02/2020) lobt die schlanke Bauform der Ikea Symfonisk, sowie ihren guten Klang, der zuweilen jedoch »etwas verhalten« ist. Weil die gute Leistung im Paket mit der hervorragenden Sonos-Technik zudem noch günstig in der Anschaffung ist, schafft es die Symfonisk zum »Preis-Leistungs-Sieger«.

Computer Bild bemängelt die Mitten, ist aber grundsätzlich auch zufrieden:

»Die erste Zusammenarbeit zwischen IKEA und Sonos macht im Test eine gute Figur. Der Klang ist angenehm und es fehlt lediglich an Mitten. Gut: Der Symfonisk-Lautsprecher profitiert von der Sonos-Einmessautomatik und hat dadurch in jeder Position den optimalen Klang. Die Ersteinrichtung ist zwar ein wenig umständlich, dafür punktet die Sonos-App mit einer großen Vielfalt an Streaming-Diensten. Zudem lässt sich der Symfonisk als Regal nutzen – klasse.«

 Test: Multiroom System Bose Smart Home

Bose Smart Home

Bislang war die SoundTouch-Reihe Boses Multiroom-Baby, mittlerweile werden entsprechende Geräte immer rarer – die offizielle Website listet nur noch vier Modelle, im Handel sind einige schon seit einiger Zeit kaum noch zu bekommen. Gleichzeitig wächst jedoch das Angebot der neuen Serie. Die nennt sich Bose Smart Home und wird immer wieder mit neuen Vertretern bedacht. Die bekanntesten darunter sind der Home Speaker 300, der Home Speaker 500 und der Portable Smart Speaker.

Leider sind die beiden Serien nicht miteinander kompatibel – ein schwerer Schlag für angestammte Bose-Fans. Für sich genommen wartet die Smart-Home-Reihe aber durchaus mit gewohnter Qualität auf.

Zuhause oder unterwegs

Bose Portable Smart Speaker

Test  Multiroom-System: Bose Portable Smart Speaker
Der Portable Smart Speaker baut die Brücke zwischen mobilem Bluetooth-Lautsprecher und Smart Speaker fürs Zuhause.

Für die Sprachsteuerung des Bose Portable Smart Speaker über Google Assistant oder Amazon Alexa ist ein integriertes Mikrofon-Array auf der Oberseite zuständig. Ein umlaufener Leuchtring an der Oberseite des mobilen Smart Speakers gibt dem Benutzer optisches Feedback. Das runde, mit einem Tragegriff wie ein Eimer ausgestattete Gehäuse ist sehr robust ausgelegt und wasserabweisend nach IPX4. Eine Bose-Besonderheit in dieser Klasse ist das omnidirektional ausgelegte 360-Grad-Design des Portable Smart Speakers. Der Breitband-Lautsprecher strahlt noch unten auf einen kegelförmigen akustischen Dispenser ab, der den Schall gleichmäßig nach allen Seiten verteilt. Zur Unterstützung im Bass setzt Bose noch zwei seitlich nach links und rechts abstrahlende ovale Passiv-Membranen ein. Das funktionierte sehr gut im Zusammenspiel, weil Bässe sich ohnehin nicht orten lassen.

Hörtest

Es ergab sich ein im Stimmbereich recht ausgewogener Klang mit frischen, allerdings nicht übermäßig gut aufgelösten Höhen. Der Bass wirkte stimmig und für die Größe sehr satt. Allerdings fordert die omnidirektionale Auslegung einen Tribut. Als Nahfeldmonitor auf dem Desktop konnte der Bose seine Stärken nicht ausspielen. Er wirkte dann etwas diffus und verwaschen. Aber mit zunehmender Entfernung wurde der Klang, der sich hervorragend vom Lautsprecher löste, immer authentischer und verschmolz perfekt mit dem Raum. Zum Glück erzielte der Bose Portable Smart Speaker ansehnliche Abhörpegel, dass man in zum Beschallen eines normal großen Wohnzimmers durchaus verwenden kann. Und wer mehr Pegel braucht, kann über WLAN mehrere Speaker in einer Hörzone gruppieren, damit sie sich die Arbeit teilen.

Bedienung

Das Setup des Smart Speakers zog sich in die Länge. Daran hatte auch das gleich mal aus dem WLAN gefischte Update seinen Anteil. Allein das dauerte eine Viertelstunde. Die exzellente Ausstattung des Amerikaners tröstete allerdings über diese Mühen hinweg. Er besitzt Bluetooth und WLAN, beherrscht Apple AirPlay 2 und ist drinnen wie draußen zu Hause. Sein Akku ermöglicht bis zu 12 Stunden Spielzeit und zum Lieferumfang gehört ein Netzadapter mit USB-C-Ladekabel. Wer das Laden ganz perfekt lösen will, findet im Zubehörprogramm eine optionale Ladeschale. Auf die bracht man den smarten Lautsprecher nur aufzusetzen. Was die Bedienung betrifft, bietet Bose drei Möglichkeiten zur Steuerung an: Über Sprachbefehle, Tasten auf der Oberseite des in Schwarz oder Weiß erhältlichen Gehäuses oder über die Bose Music App für Android und iOS.

Bose Smart Home im Testspiegel

Die Lautsprecher aus Boses Smart-Home-Reihe wurden von diversen Kollegen wohlwollend aufgenommen. Vor allem der guten Klang wird hervorgehoben, auch die Ausstattung wird in den meisten Testberichten gelobt. Tadel richtet sich vorwiegend an den noch nicht ganz ausgereiften Software-Unterbau – unabhängig vom genauen Lautsprechermodell.

Stefan Bubeck von Giga (04/2020) gibt dem Portable Home Speaker eine Gesamtwertung von 85 Prozent und schließt:

»Der Klang weiß zu gefallen: Vor einigen Jahren hätte man es wahrscheinlich für Zauberei gehalten, was Bose aus dem kompakten Gehäuse an sattem Sound herausholt. In Sachen Software sollte Bose zukünftig noch etwas nachbessern, damit vor allem die Einrichtung noch leichter fällt. Alles in allem aber ein Top-Produkt, das meine Kaufempfehlung bekommt.«

Schlechter kommt hingegen der größere Home Speaker 500 weg (Giga 05/2019):

»Grundsätzlich empfehlenswerter WLAN-Lautsprecher, vor allem wenn Vielseitigkeit und Bedienungskomfort entscheidend sind. Aber: Das Display hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck und die Software braucht noch Feinschliff. Bei dem hohen Preis wird so mancher Kunde Perfektion erwarten – der Bose Home Speaker 500 wird einem solchen Anspruch zwar nicht gerecht, kann sich aber trotzdem gegen viele schwächer ausgestattete WLAN-Lautsprecher der Konkurrenz durchsetzen.«

Ingo Pakalski von Golem (11/2019) vergibt keine Note für den Portable Home Speaker. Im Fazit kritisiert er zunächst einige Einschränkungen, schließt den Bericht aber letztendlich doch relativ wohlwollend ab.

»Schwächen zeigt Bose abermals bei der Software zum Gerät. In dieser Disziplin weiß das Sonos-System zu überzeugen. Besonders ärgerlich bleibt, dass Boses aktuelle Home-Produkte nicht kompatibel mit dem bestehenden Multiroom-System der Soundlink-Modellreihe sind. Hier werden vor allem langjährige Bose-Kunden vernachlässigt. Bei der Airplay-2-Unterstützung sollte Bose noch einmal Hand anlegen, damit es mit dem Apple TV zuverlässiger funktioniert. Ärgerlich ist auch, dass die Konfiguration des Lautsprechers nur im WLAN-Betrieb möglich ist und nicht auch im Bluetooth-Modus. […] Dennoch: Wer derzeit einen smarten Lautsprecher mit einem möglichst guten Klang, vernünftiger Alltagsnutzung und einer langen Akkulaufzeit sucht, kommt am Portable Home Speaker nicht vorbei.«

Sein Fazit zum Home Speaker 500 fällt ähnlich aus wie beim Portable Home Speaker (Golem (12/2018):

»Der Home Speaker 500 ist ein toll klingender Lautsprecher mit einem harmonischen, kräftigen Klangbild sowie einem kräftigen Bass, der bei dem kompakten Gehäuse überraschend intensiv ist. Neben dem guten Klang überzeugen die vorzüglich arbeitenden Mikrofone. Leider wird das Display noch für zu wenige Funktionen verwendet und die Qualität des stark spiegelnden Displays ist nicht gerade hoch. […] Weniger gelungen sind die Software-Funktionen. Hier muss Bose noch erheblich nachbessern, das wird aber nicht immer möglich sein.«

Teufel Multiroom-Lautsprecher

Teufel

Die Berliner Lautsprecherschmiede Teufel hat ihr Multiroom-Lautsprecherangebot komplett erneuert: Die Boxen heißen jetzt nicht mehr Raumfeld sondern einfach Teufel und sind grundlegend überarbeitet worden. Alle verfügen jetzt über einen Line-In-Eingang und lassen sich direkt per Bluetooth ansteuern. Multiroom funktioniert per Bluetooth aber nicht.

Nach einem kurzen »Gastspiel« der Streaming-Technlogie unterstützen die neuen Lautsprecher Googles Chromecast nicht mehr, das wurde aber offensichtlich ohnehin nur wenig genutzt. Dafür gibt es jetzt neben den Stationstasten auf den Boxen auch Wiedergabetasten für Play, Pause und Skip. Vor allem aber wurden die Boxen klanglich noch einmal überarbeitet.

Teufel hat eine breite Palette von Multiroom-Lautsprechern im Angebot: Neben dem Teufel One S und dem Teufel One M gibt es die Stereo-Boxenpaare Teufel Stereo M und den Standlautsprecher Teufel Stereo L. Hinzu kommen noch ein Sounddeck und eine Soundbar fürs Heimkino.

Große Auswahl an Lautsprechern und High-Res-Audio

Ein weiteres Argument für die deutsche Lösung ist die Möglichkeit, wie bei Harman/Kardons Omni High-Resolution-Audio mit 24 Bit und Samplingraten bis zu 192 kHz zu streamen. Harman/Kardon schafft immerhin 24/96 kHz, die anderen Systeme bleiben mit 16 Bit und Samplingraten von 48 kHz in etwa auf CD-Niveau.

Hörtest

Klanglich sind die neuen Lautsprecher von Teufel ein echter Leckerbissen. So klar in den Höhen, so transparent und differenziert in den Mitten und so tiefreichend und trocken im Bass klingen die vergleichbaren Boxen von Sonos nicht. Das ist ab der Teufel One M schon richtig gutes HiFi, nur eben mit einer schmäleren Stereo-Basis.

Klanglicher Leckerbissen

Teufel One S

Teufels kleiner Speaker leistet für seine überschaubare Größe Beachtliches. In kleinen bis mittelgroßen Räumen fühlt er sich am wohlsten.

Der kleine Teufel Teufel One S profitiert im Bass von seinen seitlichen Passiv-Radiatoren, die untere Oktaven für diese Gehäusegröße erstaunlich gut ausloten. Die 18 Zentimeter schmale Mini-Box wurde konsequent auf Mono mit hoher Bandbreite ausgelegt. Dafür bekam sie einen Koaxial-Mittel-Hochtöner, bei dem beide Treiber konzentrisch angeordnet sind. Das entspricht dem Ideal der Punktschallquelle, wollte allerdings aus nächster Nähe nicht so gut funktionieren wie aus größeren Hörabständen, wo die Mittenwiedergabe weniger künstlich wirkte.

 Multiroom-System Test: Multiroom System Teufel One S

Was die Pegelreserven betrifft, ist der Einsatz wahrlich nicht auf Nahfeldhören wie als Desktop-Monitor auf dem Schreibtisch limitiert. In kleinen bis mittleren Räumen auf Distanzen ab zwei Metern kann die Teufel One S mit frischer, satter Spielwiese auftrumpfen. Je näher man ihr kommt, desto mehr verfliegt allerdings der Zauber. Hier ist der direkte Mitbewerber Sonos Play:1 respektive Sonos One runder abgestimmt und universeller einsetzbar.

Während die Berliner Box vorwiegend am unteren und oberen Ende des Übertragungsbereichs Akzente setzt, baut sich das ingesamt harmonischere Klangbild der Sonos-Pendants ausgehend von warmen, stimmigen Mitten auf. Im Stimmbereich klingt die One S dagegen etwas dünn und blechern. Sie eignet sich besser für alle, die es mit vorwiegend elektronischer Musik richtig krachen lassen wollen.

Augenweide

Teufel One M

Test  Multiroom-System: Teufel One M
Der Teufel One M beherrscht auch Bluetooth.

Die mittlere Teufel-Box One M ist klanglich ein echtes Sahnestück. Sie benötigt zwar etwas Raum, doch der 42 Zentimeter breite Einteiler kann eine kleine Stereo-Anlage ersetzen. Die Teufel One M legte nicht nur im Bass und den Höhen gegenüber der Teufel One S mindestens drei Schippen drauf. In den Mitten lässt sie nichts anbrennen. Sie klingt um Klassen natürlicher und neutraler als ihre kleine Schwester und distanziert in dieser Hinsicht sogar die Sonos Play:5, die in den mittleren Tonlagen nicht so differenziert und transparent wirkt. Während die Rivalin von Sonos – typisch amerikanisch – auf eher weiche Basswiedergabe setzt, punktet Teufels One M mit Präzision und Tiefgang. Außerdem erzeugt ihre Treiber-Armada von sieben aktiven plus zwei passiven Lautsprechern in einem Gehäuse eine beachtliche Klangwolke.

 Multiroom-System Test: Multiroom System Teufel One M

Während die grundlegende Form vom Vorgänger übernommen wurde, gibt es neue Bedienungsorgane an der Front, die allerdings direkt auf den Metalltasten so unglücklich beschriftet sind, dass man gerade bei Dämmerlicht kaum etwas erkennt. Dabei sind ihre drei frei mit Lieblingssendern oder Playlists belegbaren Favoritentasten – Bose SoundTouch lässt grüßen – eine deutliche Aufwertung. Doch die hat auch die Teufel One S.

Der Grund, sich ein Teufel One M zu gönnen, ist einfach der für ihre Größe geniale Sound. Der All-in-One-Lautsprecher klingt satt, sauber, dynamisch und enorm stimmig. Dank seiner natürlichen Stimmwiedergabe mit frappierendem Detailreichtum wird der Teufel One M auch bei langen Hörsitzungen mit hohem Pegel niemals lästig.

Klassische Anmutung

Teufel Stereo M

Test  Multiroom-System: Teufel Stereo M
Der Sound stimmt, das Design auch – Teufel setzt beim Stereo M auf einen vertrauten Look.

Wer noch mehr Pegel, Bandbreite, Auflösung und zudem eine richtig breite Stereo-Abbildung erwartet, kann mit den Teufel Stereo M noch eins drauf setzen. Die beiden 3-Wege-Boxen kommen nicht umsonst im Doppelpack. Die Aktiv-Elektronik mit den Endstufen für beide Lautsprecher ist in einer Box gebündelt. Mit einem langen XLR-Kabel wird die zweite, rein passiv ausgeführte Stereo M versorgt. Dabei spielt es keine Rolle, welche man links oder rechts verwenden will.

In der App lässt sich die entsprechende Zuteilung spielend einrichten. Teufel verwendet in den Stereo M die aus zahlreichen Passiv-Boxen bekannten Koaxialtreiber im Mittel-Hochtonbereich gemeinsam mit einem Kevlar-Tieftöner und erzielt damit durch die Aktiv-Elektronik einen Klang, der gewöhnlich größere Boxen voraussetzt.

 Multiroom-System Test: Multiroom System Teufel Stereo

Die Kompakten klingen erstaunlich satt im Bass, allerdings auch etwas weich. Das Berliner Duo setzt zwar nicht unbedingt auf Kickbass, wirkt aber auch keinesfalls schwammig. Die Stimmen bleiben auf der schlanken Seite, ohne durch Härte aufzufallen. Insgesamt wirken die Teufel Stereo M sehr harmonisch, lösen um Klassen besser auf und bauen eine weit bessere Bühne auf als übliche WLAN-Boxen.

Allerdings nehmen sie auch reichlich Raum ein und kosten gut das Doppelte des wunderbaren Teufel One M, den wir deshalb besonders empfehlen, wenn gepflegte Unterhaltung mit gehaltvollem, reinen Klang gefordert ist, aber nicht der Wunsch besteht, sich sklavisch ins Zentrum des Stereo-Dreiecks zu setzen, um den dritten Geiger von links zu orten.

Gemessen an einer richtigen Stereo-Anlage ist der Preis allerdings prima, weil man sich die ganzen Verstärker samt CD-Player spart und trotzdem dem HiFi-Gedanken ohne Abstriche huldigen kann.

Bedienung

Die neue Teufel Software ist ansprechend gestaltet, aber noch nicht ausgereift. Die Einrichtung mit Ethernet-Verbindung – normalerweise eine bequeme Sache – ist unnötig kompliziert und war bei uns auch nach einem ganzen Nachmittag und Firmware-Update nicht zu bewerkstelligen. Immerhin konnten wir so noch einige Schwachstellen der jungen Softwaregeneration entdecken. Am Ende verbanden wir die Lautsprecher via WLAN – was sicher auch die häufigste Verwendung ist. Das gelang nach dem Aufspielen einer neuen Firmware per USB-Stick auf den ersten Lautsprecher mit den restlichen Teufeln vergleichsweise einfach. Nachdem der erste Teufel lief, ließen sich die restlichen Streaming-Lautsprecher problemlos ins Multiroom-Netzwerk einbinden und zogen wie Sonos oder Bose ihre Softwareupdates bequem aus dem Internet. Allerdings brach das ganze Netzwerk wieder zusammen, als wir aus Platzgründen den ersten Lautsprecher abbauten. Wie es scheint, gibt es für die Entwickler noch einiges zu tun im neuen Jahr.

Das Design der Raumfeld-App ist schick und auch die Bedien-Struktur ist aufgeräumt und intuitiv. Allerdings funktioniert die Bedienung nicht immer so reibungslos wie bei Sonos oder Bose. Auf Eingaben reagiert das System jetzt viel schneller als früher, was gerade bei der Lautstärkeregelung ein Segen ist. Allerdings sprang die Lautstärke häufig auf einen anderen Pegel, wenn man in die im Hintergrund laufende Teufel Raumfeld App wechselte.

Gegen die neue Konkurrenz, die aus einer Vielzahl von Multiroom-Systemen erwächst, die auf Google Home setzen, können die Berliner mit ihrem Konzept durchaus punkten, nicht nur was den Datenschutz angeht – man muss sich nicht einmal beim Hersteller für den Betrieb registrieren – sondern auch durch die Verwendung einer einzigen App, die viele Musikdienste wie Tidal, Napster oder Spotify bis zum Abspielen der Songs auf dem Smartphone oder Tablet abdeckt. Selbst TuneIn für Webradio ist integriert, während man auch dafür bei Google die eigene TuneIn App braucht, die einen dann in der Gratisversion mit Werbung auf die Nerven geht.

Ganz so umfassend wie bei Sonos ist das Angebot aber nicht. Viele populäre Streaming-Dienste wie Apple Music, Amazon Music, Deezer und SoundCloud kann man nur per Bluetooth auf die Teufel-Boxen streamen – und dann funktioniert Multiroom nicht. Da hat Sonos nach wie vor die Nase vorn.

Teufel im Testspiegel

Das neue Line-up von Teufel ist noch ganz neu auf dem Markt, daher gibt es noch kaum Testberichte.

Computer Bild (12/2017) hatte die Stereo M im Test und hat ebenfalls positive Worte.

»Mit ihrem ausgewogenen und kräftigen sowie ausgesprochen pegelfestem Klang sind die Teufel Stereo M eine lohnende Investition für HiFi-Freunde. Musik-Dienste wie Apple Music oder Amazon Prime Music, die nicht in der aufgeräumten Teufel-App integriert sind, lassen sich wenigstens per Bluetooth einspeisen. Die Stereo M können aber auch hochauflösend – via App von Tidal, aus dem Heimnetzwerk oder vom PC und von USB-Speichermedien.«

Auch die Stiftung Warentest (02/2020) lobt den Klang der One M, kritisiert aber den Bass, der »speziell bei Stimmen zu stark« sei. Als besonders gelungen empfanden die Test-Redakteure die »vielseitige App« der Teufel One M.

Michael Barton von Techtest (12/2017) hatte den Teufel One S im Test und war begeistert:

»Der neue Teufel One S ist besser denn je! Dieser kann durch ein schickes Design, einem sehr guten Klang und einer starken Konnektivität punkten. Es ist unglaublich wie Teufel es geschafft hat so viel Klang in einen so kompakten Lautsprecher wie den One S zu packen. Habt Ihr schon mal einen Google Home oder Amazon Echo gehört? Falls ja stellt Euch den Klang gut ein bis zwei Stufen besser vor, mit einem tieferen Bass, klareren Höhen und detaillierten Mitten. Natürlich der One S kann kein 60m² Wohnzimmer zum Beben bekommen, aber für eine kleinere Wohnung oder eine Küche ist dieser mehr als leistungsstark genug!«

Multiroom-System Test: Yamaha Wx 030

Yamaha MusicCast

Yamaha begann vor einem Jahr mit dem großangelegten Einstieg in die kabellose Multiroom-Welt. Dabei bilden die beliebten AV-Receiver von Yamaha das Rückgrat – zusammen mit der wiederbelebten Multiroom-Technologie namens MusicCast. Über kurz oder lang sollen alle Audio-Komponenten von Yamaha MusicCast-fähig werden.

Yamaha setzt auf klassische Hifi-Komponenten mit WLAN

Während die meisten Hersteller also neue Lautsprecherkonzepte entwickeln, ist die Philosophie von Yamaha eher, sämtliche Hifi-Komponenten nach und nach mit WLAN auszustatten.

Das ist dann ein Vorteil, wenn man zuhause bereits eine gute klassische Stereo-Anlage stehen hat. Anstatt die auf den Müll zu werfen, kann man die bestehende Anlage einfach mit einem MusicCast-Verstärker oder AV-Receiver ausstatten und so Multiroom-fähig machen.

Die Japaner bauen dabei nicht nur auf ihre umfangreiche Hardware-Kompetenz im HiFi- und AV-Bereich, sondern greifen die erfolgreichen Amerikaner an ihrer verwundbarsten Stelle an: Während Sonos in etwa auf CD-Niveau seine Daten streamt, setzten die Japaner auf Hi-Res-Audio mit 24 Bit und 192 kHz.

Hörtest

Solo oder Stereo

Yamaha MC 20

Test  Multiroom-System: Yamaha MC 20
Der kleine Speaker ist erstaunlich pegelfest und beschallt auch mittelgroße Räume gut.

Der Yamaha MC 20 ist vollgepackt mit Technik. In seinem Innern finden sich ein 9 cm durchmessenden Tieftöner und ein 1,3-Zentimeter-Hochtöner mit Weichkalotte. Ersterer kann auf eine 40 Watt starke Class-D-Endstufe zurückgreifen, Letzterem stehen immerhin 15 Watt zur Verfügung. Dazu kommen zwei Passiv-Radiatoren zur Unterstützung im Bass. Dabei ist der Multi-Room-Speaker mit 150 x 186 x 130 mm Recht kompakt. Er eignet sich sehr gut zum Paar-Betrieb im Stereo oder als Rear-Speaker-Paar in einem Surround System.

Zur Verbindung mit dem Netzwerk vertraut der Yamaha MC 20 auf WLAN. Damit ist hochauflösende Wiedergabe mit MP3, WMA, AAC bis zu 16 Bit / 48 kHz und ALAC bis zu 24 Bit / 96 kHz möglich. Mit FLAC, WAV, AIFF lässt sich sogar eine maximale Auflösung von 24 Bit / 192 kHz erzielen, wenn das WLAN-Signal stark genug ist.
Wer einfach nur schnell von seinem Smartphone etwas Musik wiedergeben möchte, der kann dazu Bluetooth verwenden. Für Apple User bietet der Yamaha dabei eine Besonderheit, denn er kann die üblichen AAC-Dateien direkt ohne Wandlung empfangen.

 Multiroom-System Test: Multiroom System Yamaha Mc 20

Wenn der User seinen Yamaha MC 20 als Smart Speaker verwenden möchte, findet er dafür bei Amazon Alexa zwar die nötigen Skills, doch der Lautsprecher stellt ihm dafür kein Mikrofon bereit. Der Nutzer ist deshalb auf die Verwendung eines Amazon Echo Dot oder des Mikrofons im Smartphone angewiesen.

Die Yamaha MusicCast App vereinigt zahlreiche populäre Online-Musikdienste. Doch auch Streaming von einem DLNA kompatiblen Musik Server, etwa auf einer NAS, ist damit möglich. Wer von seinem iDevice unkompliziert in hoher Qualität streamen möchte, kann dafür Apple AirPlay 2 verwenden. Zwei Besonderheiten des Yamaha MC 20 finden sich auf seiner Rückseite. Die in schwarz oder weiß erhältlichen Gehäuse sind sowohl mit einer Schlüsselloch-Aufhängung als auch mit einem standardmäßigen Stativgewinde ausgestattet. Damit lassen sich die 2,2 Kilo schweren Aktiv-Lautsprecher an der Wand aufhängen.

Klanglich leistete sich der Yamaha keine Schwächen. Er musizierte sehr sauber und präzise und produzierte einen trockenen, für seine Gewichtsklasse ausgesprochen tiefreichenden Bass. Dazu kam eine sehr ordentliche Hochtonauflösung und vor allem wirkten Stimmen über den MC 20 sehr neutral. Wenn man dem MC 20 überhaupt etwas ankreiden konnte, dann vielleicht eine leichte Nüchternheit. Wir hatten nur einen dieser Lautsprecher zum Test, aber bei dem Pegel, der damit auch im Bass möglich war, ließ sich absehen, dass zwei davon durchaus eine normale Stereo-Anlage ersetzen können, um mittelgroße Wohnzimmer kraftvoll zu beschallen.

Fürs Heimkino

Yamaha MusicCast BAR 400

Test  Multiroom-System: Yamaha MusicCast Bar 400
Eine gute Wahl für alle, die Multiroom und eindrucksvollen TV-Sound verbinden möchten.

Der MusicCast BAR 400 alias YAS-408 brachte einen mächtigen Verbündeten mit: einen drahtlosen Subwoofer mit stattlichem, seitlich angeordneten 16-cm-Tieftöner. Die aktiv ausgelegte Bassreflex-Konstruktion braucht nicht mit dem Netzwerk verbunden zu werden, was den Installationsaufwand angenehmer Weise verringert. Das Bass-Modul verbindet sich nach dem Einschalten direkt mit dem MusicCast Bar 400.

Mit seinem HDMI-Eingang und dem HDMI-Ausgang mit ARC und 4K pass through wendet sich der Aktivlautsprecher, von seiner Soundbar-Bauform ganz abgesehen, natürlich in erster Linie an Heimkino-Fans. Aber mit seinem High-Res-Streaming (24 Bit/192 kHz) und dem stattlichen Subwoofer eignet er sich auch vorzüglich als Ersatz für die herkömmliche Stereo-Anlage. Immerhin stellt der Klangbalken dazu dank Qualcomm-DDFA-Digital-Verstärker-Technologie eine Gesamtleistung von 100 Watt Sinus bereit und sein Begleiter für den Tiefbass setzt noch einmal 100 Watt drauf. Der Decoder des Yamaha BAR 400 verarbeitet die Surround-Tonformate DTS Digital, Dolby Digital und das reichlich antiquierte Dolby Pro Logic 2.

 Multiroom-System Test: Multiroom System Yamaha Musiccast Bar 400

Obwohl in dem für Wandaufhängung geeigneten Soundbar auf jeder Seite nur zwei Mitteltöner und eine zentral angeordnete Hochton-Kalotte für jeden seiner beiden Kanäle zum Einsatz kommen, verspricht Yamaha für den BAR 400 sogar 3D-Surround-Sound. Das soll mit DTS Virtual:X durch psychoakustische Tricksereien im DSP möglich werden. Fünf Klang-Presets sollen die Soundbar darüber hinaus an den Einsatzzweck anpassen: Music, TV, Movie, Sport, Game.

Wer den den Schwerpunkt auf Musik legt, kann von seinem Smartphone mit Bluetooth zur Soundbar streamen und – sofern es sich um ein Apple-Gerät handelt – alternativ mit den klanglich überlegenen AirPlay 2. Zur Netzwerk-Verbindung stehen Ethernet oder WLAN zur Auswahl. Für analoge Zuspielungen verfügt das Gerät über einen Aux-Eingang.

Im Hörtest konnte der Yamaha BAR 400 im Bass natürlich dank Subwoofer aus dem Vollen schöpfen. Deshalb empfiehlt es sich für Hörer, die auf Natürlichkeit Wert liegen, nicht die Boost-Funktion zu verwenden. Die Soundbar spielte sehr ausgewogen und natürlich. Davon profitierte die Dialogverständlichkeit genauso wie die Wiedergabe von Gesangsstimmen. Auch die Hochtonauflösung gefiel uns sehr gut, das gleiche galt für die beachtlichen Pegelreserven. Obgleich eigentlich für Filme gedacht, sorgte der 3D-Surround-Effekt auch bei der Musikwiedergabe dafür, dass sich die Klangabbildung besser vom Yamaha BAR 400 löste. Wer allerdings eine besonders eindrucksvolle Surround-Wiedergabe mit stabiler Raumabbildung auf mehreren Plätzen erwartet, sollte für sein Heimkino über die Verwendung von zwei drahtlosen Yamaha MC 20 hinter dem Hörplatz als Surround-Lautsprecher nachdenken.

Bedienung

Die MusicCast App ist leistungsfähig und schön anzuschauen. Der Aufbau eines Funknetzes geht einfach, wer mit LAN-Leistungen arbeitet, findet sogar praktisch Plug&Play-Bedingungen vor.

Die für iOS und Android angebotene Gratis-Software regiert in der Regel sehr schnell, wird aber merklich gebremst, wenn man einen Song in mehreren Räumen gleichzeitig hört. Dann kann man die Lautstärke der einzelnen Räume separat oder in Summe regeln, hat aber das Gefühl, dass die virtuellen Schieberegler teilweise hängen bleiben.

Auch wenn zwei Benutzer gleichzeitig mit ihren Smartphones aktiv werden, um ihre individuellen Programme zu hören, kann es wie in unserem Versuch zu gegenseitigen Behinderungen und Fehlfunktionen beziehungsweise Aufhängen der App kommen. Dass das auch anders geht, zeigt die App von Sonos.

Positiv hervorzuheben ist, dass MusicCast neben DLNA-Servern, Webradio und der Musik auf dem Smartphone auch zahlreiche Streamingdienste wie Spotify Connect, Napster oder Juke unterstützt. Außerdem nahmen unsere drei Testgeräte die Musik auch direkt über AirPlay oder Bluetooth an, was für viele sicher Vorteile gegenüber Sonos bringt.

Die App kann sogar Bluetooth-Boxen von Drittanbietern ins Netzwerk einbinden. Allerdings sollte man sie nicht gleichzeitig in einem Raum betreiben, denn die Laufzeiten über WLAN und Bluetooth sind unterschiedlich, es kommt also zu einem hörbaren Zeitversatz.

Ein besonderes Highlight, wenn auch nur für jene, die mit Platz und dem nötigen Kleingeld gesegnet sind, ist die Möglichkeit, über die App die automatischen Pianos und Flügel der Disklavier Enspire Linie zu steuern, ihren Live-Klang im ganzen Haus zu verteilen und bei ausgesuchten Werken sogar mit der über MusicCast-Laustprecher abgespielten Stimme von Stars wie Jamie Cullum zu mischen.

Aber auch dieses zugegebenermaßen obercoole Gadget reicht nicht, um den Vorsprung von Sonos bei den für die meisten relevanteren Funktionen einzuholen.

Yamaha MusicCast Testspiegel

Computer Bild sieht den Yamaha WX-030 trotz Kritik an den »etwas übertriebenen Bässen« als Testsieger und bewertet ihn mit der Gesamtnote 2,49 – gut. Auch das MusicCast-System an sich findet Anklang in der Hamburger Redaktion:

»Das Yamaha MusicCast System hinterließ im Test einen sehr durchdachten und ausgereiften Eindruck. Der WX-030 findet als kleinster Lautsprecher des Multiroom-Systems leicht in jeder Ecke Platz. Allerdings muss man dabei die etwas vorlauten Bässe zügeln. Davon abgesehen spielte der kleine Yamaha im Test rund und angenehm, wenn auch nicht sehr laut.«

Netzwelt vergab 7,8 von 10 Punkten, war überwiegend angetan von den Möglichkeiten, bemängelte aber wie wir einige Abstürze der Software erlitten zu haben. Von der Flexibilität sehen die Tester das System vor Sonos:

»Yamahas MusicCast bietet enorme Möglichkeiten und ist flexibler als der Platzhirsch Sonos. Yamaha punktet vom Fleck weg mit vielen kompatiblen Geräten und sinnvollen Optionen. Steht das Setup, ist auch die Bedienung per Smartphone- oder Tablet-App einfach.«

Torsten Pless vergibt auf ModernHifi für den von ihm getesteten WX-30 8,4 von 10 Punkten. Er stört sich lediglich an Kleinigkeiten wie dem Fehlen einer Möglichkeit zum Spulen:

»Auch im zweiten Yamaha-MusicCast-Test kann das Multiroom-System überzeugen. Die App-Bedienung ist durchdacht und übersichtlich aufgebaut. Kleinere Schwächen gibt es nur im Detail, die sich jedoch per Software-Update lösen lassen. Der Yamaha WX-030 punktet mit seinen zahlreichen Zuspielvarianten, der Möglichkeit auch HD-Audiodateien wiederzugeben und einem runden Klang mit kräftigen Bässen.«

Das Lite Magazin testete wie wir das Starter-Trio aus ISX-80, WX-030 und dem Soundbar YSP-1600 und zog ein durchweg überschwängliches Fazit in Verbindung mit der Gesamtnote 1:

»Yamahas Trio verspricht nicht nur exzellenten Klang im ganzen Haus, sondern liefert ihn auch. Dabei ist es völlig egal, um welche Quelle es sich handelt. Ob Spotify, CD, iTunes oder Sound von TV oder Blu-ray, dank einfacher Vernetzung wird jeder Trio-Baustein zum Tausendsassa, der jede Quelle in jedem Raum empfangbar macht. Das Wichtigste dabei: das Ganze ist kinderleicht umzusetzen – selbst von Technik-Neulingen!«

 Multiroom-System Test: Allesbeste 1 (1)

Riva Wand-Serie

Meine beiden ersten Begegnungen mit dem Multiroom-System von Riva Audio waren durchwachsen – wobei Multiroom-System eigentlich zu viel gesagt ist, denn Riva hat lediglich zwei Lautsprecher im Angebot.

Der Klang begeisterte mich von Anfang an, doch die Bedienung mit den frühen Versionen der Google Home App auf dem iPhone waren ernüchternd – geprägt von Abstürzen und eingeschränkten Möglichkeiten sowie umständlicher Bedienung. Das hat sich inzwischen merklich gebessert.

Hörtest

Klanglich gab es an den 2017 eingeführten Wireless-Lautsprechern nichts zu verbessern. Sowohl Riva Festival als auch Riva Arena spielen sehr ausgewogen und breitbandig. Die Bässe beider Speaker sind tief und satt, aber nicht brummig, die Stimmen natürlich und die Höhen sehr klar.

Guter Klang

Riva Arena

Test  Multiroom-System: Riva Arena
Guter Klang mit mittlerweile auch guter App.

Es werden Formate wie MP3, ALAC, APE, FLAC, FLAC HD, HLS, WMA und WAV unterstützt, Hi-Res-Audio bis 24 Bit / 192 kHz ist ebenfalls möglich. Wem Bequemlichkeit vor maximalem Klang geht, der kann anders als beim Markführer Sonos auch via Bluetooth seine Musik zum Lautsprecher streamen. Auch als Stereo-Paar können die Riva-Lautsprecher betrieben werden, doch schon einzeln erzeugen sie dank der vom Mutterhaus ADX patentierten Trillium-Technologie über seitliche Treiber ein vergleichsweise riesiges Klangfeld. Das gelingt dem 36,5 Zentimeter breiten Riva Festival mit drei Tieftönern, drei Hochtönern plus vier Passivstrahlern und 200 Watt in einem größtenteils aus Holz gefertigten Gehäuse noch eindrucksvoller als dem kompakten Riva Arena.

Groß und klangstark

Riva Festival

Test  Multiroom-System: Riva Festival
Guter und differenzierter Klang, wir finden den Lautsprecher aber etwas zu teuer.

Der kann mit seinen drei Breitbändern und drei Passiv-Radiatoren, die von insgesamt 50 Watt angetrieben werden, ebenfalls erstaunlich laut mit nur wenig Verzerrungen spielen. Der äußerlich an den Sonos One erinnernde Arena lässt sich mit seinem optionalen Akku-Unterbau sogar mit auf die Terrasse oder den Garten nehmen.

Bedienung

Nach einiger Reifezeit der Software von Google und Riva Audio selbst, ging diesmal alles glatt. Riva vertraut nach wie vor auf die Google App, um die einzelnen Lautsprecher einzurichten. Dabei wird wie jüngst bei Apple neben WLAN Bluetooth zur Erkennung der einzelnen Boxen eingeschaltet. Doch bei Google ist trotzdem noch die lästige Eingabe des Netzwerk-Passworts nötig. Ansonsten ging aber diesmal alles glatt und das durch Sprachbedienung via Google Assistant aufgewertete System läuft jetzt stabil.

Die Google App läuft jetzt problemlos

Google selbst ermöglicht einem nicht den Zugriff auf die Musik-Bibliothek des Smartphones, doch mit der Riva Wand App ist das via ChromeCast intuitiv ohne die früheren Funktionsstörungen möglich. Man kann sowohl den Riva Festival als auch den Riva Arena aber auch direkt aus der Music App des iPhones als AirPlay-Lautsprecher auswählen und damit in seiner gewohnten Umgebung bleiben.

Mit der Riva Wand App gibt es allerdings auch die Möglichkeit der Klangregelung oder dem Zugriff auf DLNA-Music-Server im Netzwerk. Die ganze Machart der Software ist jetzt tadellos und funktioniert einwandfrei.

Riva Wand im Testspiegel

Für Stereoplay habe ich in der Ausgabe 9/2017 selbst den Riva Arena getestet. Die Hardware überzeugte vollkommen, die Software eher nicht:

»Die Software kann momentan gar nicht überzeugen. Doch die Hardware legt einen sehr gelungenen Start hin. Das Arena macht schon Solo viel Raum und Pegel, Stereo ist richtig gut.«

Video war ebenfalls vom Sound des Riva Arena angetan und hatte offensichtlich auch schon eine neuere Software-Version (2/2018):

»In unserem Hörtest klingt er extrem kraftvoll, vor allem für seine kompakte Größe. … Wer nicht auf Multiroom Wert legt, kann den Arena jedoch auch über Apple Airplay, DLNA oder Bluetooth ansprechen. Sobald im Netzwerk vorhanden, lässt sich der Riva auch über andere Apps bespielen. Ein Knaller.«

SFT lobte den Klang des Riva Arena (Ausgabe 9/2017):

»Der kleine Arena liefert einen sehr vollen und detaillierten Klang, lediglich bei sehr hohem Pegel verliert er etwas an Brillanz.«

Der Kollege von Audio urteilte über den Riva Festival ganz ähnlich wie ich in der stereoplay über den kleineren Arena. Vom Klang zeigte er sich begeistert, von der Software nicht (Ausgabe 10/2017):

»App ist noch nicht mit allen Funktionen ausgestattet und arbeitet teilweise fehlerhaft.«

Chip kam zu folgendem Fazit zum Riva Festival (10/2017):

»Der Multiroom-Lautsprecher Festival der Firma Riva gefällt uns mit einem differenzierten Klang in allen Tonhöhen. So meistert er im Praxistest alle Musik-Genres mit Bravour und auf Wunsch auch mit sattem Bass. Darüber hinaus gibt es auch bei Einrichtung und Bedienung wenig zu meckern. Insgesamt ein toller Lautsprecher – mit einem Preis von rund 580 Euro ist er allerdings nicht gerade günstig.«

PC Welt stellt den ausgewogenen Klang des Riva Festival heraus, der auch auf den aufwendigen, mechanischen Aufbau zurückgeht (10/2017):

»Und tatsächlich hören wir im Test ein sehr ausgewogenes Klangspektrum mit kraftvollen Bässen, guten Mitteltönen und klaren Höhen. Besonders gut gefällt uns die Stimmwiedergabe. Selbst hoher Gesang klingt nie schrill, auch wenn wir die Lautstärke aufdrehen. Der Holzkörper im Gehäuseinneren macht sich hier genauso bezahlt wie das Innenleben mit jeweils drei Tief- und Hochtönern sowie vier Passivstrahlern, die dank Sechskanal-Verstärkertechnik digital unterstützt werden.«

 Multiroom-System Test: Multiroom System Harman Kardon Citation

Auf Alexa und Google Home basierende Lösungen

Während einige Hersteller die Sprachassistenten der beiden Internet-Riesen zwar bereitstellen, zur Vernetzung und Steuerung des Musik-Streamings aber auf eigene Lösungen setzen, gehen andere aufs Ganze und verzichten auf eigene Apps. Sofern man ohnehin smarte Assistenten nützen möchte, nimmt das einige Arbeit ab. Da es sich um Standard-Lösungen für eine Vielzahl von Geräten handelt, kann es manchen Nutzern aber an Möglichkeiten zur Feinabstimmung mangeln.

Gut für Google-Fans

Harman/Kardon Citation 100

Multiroom-System Test: Harman Kardon Citation 100
Google statt Omni als Basis – das freut Android-Nutzer und verärgert Apple-Anhänger.

Der Harman/Kardon Citation 100 ist das Einstiegsmodell unter den Multiroom-Lautsprechern der amerikanischen Traditionsmarke. Damit sich der 27,5 Zentimeter hohe Zylinder optimal ins Ambiente einfügt, kleideten ihn die Designer in Stoff aus dem Hause Kvadrat. Der soll sich nebenbei dadurch auszeichnen, dass er schwer entflammbar ist und Schmutz abweist.

WLAN macht den Citation 100 Multiroom-fähig zum Musikhören im ganzen Haus, egal, ob die gleiche Musik oder unterschiedliche Titel in unterschiedlichen Räumen auf dem Programm stehen.

Auch wenn er von der zylindrischen Form (allerdings mit ovalem Querschnitt) entfernt an die mobilen Bluetooth-Boxen der Konzernmarke JBL erinnert, wurde der Citation 100 nicht für den Outdoor-Betrieb mit Akku ausgelegt. Dafür besitzt er ein integriertes Netzteil mit einem abnehmbaren, 1,8 Meter langem Stromkabel. Auf der gummierten Oberseite finden sich eingelassene Tasten, mit denen sich etwa das Mikrofon deaktivieren oder die Wiedergabelautstärke regeln lässt.

 Multiroom-System Test: Multiroom System Citation 100

Nach dem ersten Einschalten meldet sich der Lautsprecher via Stimme beim Benutzer: »Hallo, ich bin Dein Google Assistant« und fordert ihn dazu auf, einfach die Google Home App (für iOS oder Android) aus dem jeweiligen Appstore herunterzuladen. Seit dem Flop mit der selbstentwickelten Software seines Omni-Systems setzt Harman Kardon auf die Fähigkeiten von Google. Dadurch kommt der Sprachassistent an Bord, um den Lautsprecher zu steuern oder Fragen wie die nach dem Wetter zu beantworten. Allerdings bedeutet diese Allianz auch, dass abgesehen von Bluetooth zur Übertragung von Audio-Streams bei WLAN-Nutzung Google Chromecast zum Einsatz kommt. Damit erhält der Nutzer Zugang zu über 300 Musikdiensten und kann direkt aus deren generischen Apps hochauflösend streamen.

Allerdings bedeutet die Entscheidung für Chromecast gewisse Einschränkung für alle iPhone-Nutzer. Die müssen dann entweder Bluetooth verwenden oder in Verbindung mit WLAN die Musixmatch App, um Musik von ihrem iDevice drahtlos über den Harman Kardon Citation 100 wiederzugeben. Für die Umsetzung in akustische Schwingungen sorgen im Harman Kardon Citation 100 ein 2-cm-Hochtöner sowie ein 10,2-cm-Tief-Mitteltöner.

Dieses 2-Wege-Konzept spielte sehr stimmig zusammen, klang warm und rund mit schöner Stimmwiedergabe. Auch die Hochtonwiedergabe und der kontrollierte, allerdings vom Boost nicht übermäßig beeindruckende Bass gefielen uns gut.

Outdoor-Speaker mit Twist

JBL Link 10

Multiroom-System Test: Jbl Link 10
Eine typische Bluetooth-Box von JBL – und gleichzeitig ein Multiroom-Speaker.

Der JBL Link 10 nimmt Anleihen bei den Bluetooth-Boxen des Hauses. Allerdings ist er ihnen nicht nur in der Ausstattung deutlich überlegen. Er besitzt auch eine zweite drahtlose Schnittstelle. Über WLAN lässt er sich in Multi-Room-Netzwerke einbeziehen. Obendrein ist die Verbindung zu einem Internet-Router entscheidend für den Einsatz von Google Assistant.

Bei der Einrichtung verlangt die Google Home App allerdings auch das Einschalten der Bluetooth-Verbindung, um den Lautsprecher in der Nähe zu orten. Trotzdem mussten wir die Prozedur eine ganze Weile wiederholen, bis eine Verbindung hergestellt wurde. Allerdings ist es in diesem Fall nicht auszuschließen, dass der Lautsprecher vorher bereits für ein anderes Netzwerk konfiguriert war, was bei Pressegeräten schon einmal vorkommen kann.

Mit der Google Home App für iOS und Android kann der Benutzer den JBL Link 10 über Sprache steuern und sich allgemeine Fragen wie »Hey Google, wie wird das Wetter heute?« beantworten lassen. Zu den Fähigkeiten der eingebauten Google-Chromecast-Technologie gehört auch das hochauflösende Streamen über Online-Dienste mit bis zu 24 Bit/96 kHz. Apple-User müssen sich zumindest bei der Wiedergabe von Songs direkt von ihren iDevices mit Bluetooth begnügen oder die Musixmatch App verwenden. Direkt aus Apples Musik-App ist das nämlich über AirPlay nicht möglich.

Mit seinem wiederaufladbaren 4000-mAh-Lithium-Ionen-Akku spielt der JBL Link 10 bis zu 5 Stunden fernab vom Ladegerät, das nicht im Lieferumfang enthalten ist. Es liegt, wie bei einfachen Bluetooth-Speakern, nur ein USB-Kabel bei. Dank seines robusten, wasserfesten Gewebes soll sich der 700 Gramm schwere, nach IPX7 zertifizierte Smart Speaker sich auch unter freiem Himmel bewähren. Auf der gummierten Oberseite finden sich Tasten für Lautstärkeregelung, Wiedergabesteuerung, Bluetooth-Pairing und zum Aufrufen des Google Assistant.

Zu seinen Treibern macht JBL keine genaueren Angaben, weist aber auf die stattliche Leistung von 2 x 8 Watt hin. Aus den Abmessungen von 2 x 4,5 Zentimetern lässt sich allerdings eindeutig auf zwei Breiband-Chassis schließen. Um den Verzicht auf Hochtöner zu überspielen, gab JBL mit der Entzerrung im DSP im Hochtonbereich reichlich Gas. Das führte zu einer leichten Schärfe, die deutlicher negativ ins Gewicht fiel, je weiter man sich von Elektro-Beats zu akustischer Musik mit natürlichen Stimmen bewegte. Ähnlich verhielt es sich mit dem dick aufgetragenen Bass. Die Abstimmung führte auch dazu, dass man den JBL Link 10 von der Rückwand fernhalten sollte. Um Wummern zu vermeiden, gilt diese Warnung insbesondere für Raumecken, die den Effekt noch verstärken.

Google trifft Gitarrenoptik

Marshall Uxbridge Voice (Google Home)

Multiroom-System Test: Marshall Uxbridge Voice Google Home
Guter Google-Home-Speaker, dessen Haptik leicht enttäuscht.

Eigentlich hob sich Marshall immer durch aufwendige Verarbeitung ab. Doch der Uxbridge Voice bietet nicht die hohe Anfassqualität seiner zahlreichen Vorgänger in unseren Tests. Er bricht beispielsweise mit der Tradition der satt laufenden Drehpotentiometer, die eine Hommage an die legendären Gitarrenverstärker der Marke aus dem letzten Jahrhundert sind.

Auf der Oberseite des Kunststoffgehäuses finden sich drei längliche Wippschalter für Lautstärke sowie Bass- und Höhenregelung. Letzteres ist immer noch ein seltenes Feature im Umfeld der Mitbewerber, war aber sonst bei Marshall um einiges eleganter gelöst. Daneben sitzen kleine Knöpfchen für Play/Pause und zur Deaktivierung des Mikrofons. Das Mikrofon dient zum Kommunizieren mit Alexa oder mit Google Assistant. Dafür gibt es zwei Versionen des Marshall Uxbridge Voice.

Alexa-Lautsprecher

Marshall Uxbridge Voice (Alexa)

Multiroom-System Test: Marshall Uxbridge Voice Alexa
Die Alternative für Amazon-Fans ist mit der Google-Version identisch – bis auf den Sprachassistenten.

Es handelt sich dabei jeweils um 2-Wege-Mono-Lautsprecher mit reichlich Ausgangsleistung und einem für Fernfeld optimierten Dual-Mikrofon-Array mit Noise Cancelling für die Sprachsteuerung und einem integrierten Netzteil. Akkubetrieb ist nicht möglich. Doch um den Assistenten zu nutzen, ist sowieso eine WLAN-Verbindung nötig, was Mobilnutzung ohnehin einschränken würde. Eine Besonderheit des mit Google Chromecast ausgerüsteten Marshall Uxbridge Voice ist, dass Apple-Usern auch AirPlay 2 zur Verfügung steht. Auf eine eigene App verzichtet Marshall bei der Google-Version, sondern vertraut allein auf Google Home und Google Assistant. Das für Amazon Alexa ausgelegte Pendant spielt mit Marshall Voice App und der Amazon Alexa App zusammen.

Die Sache mit dem Fernfeld-Mikrofonarray und dem Noise Cancelling klappte so lange gut, wie man keine Musik hörte. Dann konnte man aus der Ferne durch das Wake Word seinen Assistenten wecken – auch auf mehrere Meter Distanz. Während der Musikwiedergabe musste man seinen Sprachassistenten regelrecht anschreien und fand trotzdem nicht immer Gehör. Auch wenn wir von der Verarbeitung etwas enttäuscht waren, erinnerte der warme, satte Klang an die bisherigen Marshall-Boxen. Stimmen wirkten etwas hell, aber differenziert und angenehm. Dazu kamen feine, frische Höhen und ein erstaunlich voluminöser Bass – zumindest im Bezug auf die bescheidenen Abmessungen von 12,8 x 16,8 x 12,3 Zentimetern.

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