Obst Test: Obst Aufmacher
test
Veröffentlicht: 1.4.2021

Das beste Obst

Wir haben 16 Obstsorten getestet. Die beste für die meisten ist die Banane. Sie hat eine super Handhabung, kommt in einer praktischen, nachhaltigen Schale, die auf einen Blick den Reifegrad anzeigt und kostet nicht die Welt. Das Fehlen von Kernen und eine lange Haltbarkeit runden das tolle Gesamtpaket ab.

Lars Schönewerk
ist Autor und Technik-Freak und hat ein Faible für alles Elektronische. Für AllesBeste testet er unter anderem Smart-Home- und Haushaltsgeräte und alles für die männliche Gesichtshaarpflege.
Matthias Becker
hat Politikwissenschaft und Soziologie studiert und testet als passionierter Sportler alles, was mit Sport, Fitness und Ernährung zu tun hat.

Kirsche, Melone, Erdbeere – was wie das Sortenportfolio eines Erfrischungsgetränks klingt, gibt es auch in essbarer Form. Dabei bietet Obst sogar mehr als nur fruchtigen Geschmack, denn es enthält auch lebenswichtige Inhaltsstoffe wie Vitamine.

Die Unterschiede zwischen verschiedenen Obstsorten sind riesig: Manche sind groß und haben eine harte Schale, andere sind weich und passen problemlos in eine Hand. Wir haben uns an den Obststand gewagt, die 16 interessantesten Früchte ausgewählt und bis aufs Fruchtfleisch getestet. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Banane

Obst Test: Bananen
Unser Favorit unter den Früchten überzeugt mit hohem Komfort, aufregendem Design und exzellentem Geschmack.

Die Banane ist nicht nur lecker, sondern bewährt sich auch im Alltag. Sie ist umweltfreundlich verpackt, gut zu transportieren und leicht zu öffnen. Obendrein erkennt man ihren Reifegrad sofort an der Farbe der Schale. Geschmacklich ist sie unaufdringlich, was zu ihrem breiten Appeal beiträgt und auch bei den Vitaminen kann sie punkten. Unterm Strich fährt die Banane für uns damit klar den Testsieg ein.

Vitaminreich

Kiwi

Obst Test: Kiwi
Die Kiwi ist etwas umständlich in der Handhabung, überzeugt aber bei den Materialen.

Wer Vitamin C braucht und wenig Kalorien zu sich nehmen möchte, wird bei der Kiwi fündig. Zwar ist die Handhabung nicht die leichteste, aber wenn die Kiwi einmal aufgeschnitten ist, wird man durch das schicke Design und den besonderen Geschmack entschädigt. Beim Transport sollte man allerdings achtgeben, da die Schale recht anfällig für Schäden ist und auch vor Überreife sollte man acht geben, dann schmeckt sie schnell faulig.

Für unterwegs

Apfel

Obst Test: Apfel
Der absolute Klassiker und Verkaufsschlager unter den Obstsorten hat auch heutzutage nichts an seinem Reiz verloren und eignet sich nicht nur als Wegbegleiter auf Wanderschaft.

Das häufigste Obst in deutschen Obstkörben ist der Apfel. Kein Wunder: Er ist lange haltbar, schmeckt frisch und saftig und ist nicht zu teuer. Dabei setzt er mehr auf Praxistauglichkeit als auf ein ausgeflipptes Äußeres, verstecken muss er sich aber keinesfalls – ganz im Gegenteil: Seine Optik ist so charakteristisch, dass sogar Computer unter der Marke vertrieben werden. Lediglich beim Vitamin-C-Gehalt muss er sich dem Rest des Testfeldes geschlagen geben.

Design-Tipp

Granatapfel

Obst Test: Granatapfel
Nicht unbedingt praktisch, aber beeindruckend ansehnlich: Der Granatapfel punktet mit innovativem Design und edlem Understatement.

Der Granatapfel punktet vor allem durch seine Schönheit: Das Fruchtfleisch ist in hübsche, kleine Kerne unterteilt und scheint in einem satten Rot – und das für eine ganze Weile: Unter den getesteten Früchten besitzt der Granatapfel eine der längsten Haltbarkeiten. Leider ist er nicht allzu gut für Outdoor-Aktivitäten geeignet, denn um ihn zu verzehren braucht man Messer und Löffel. Die Kerne aus der Frucht zu lösen ist alles andere als einfach und will man sie zu leckerem Saft verarbeiten, ist eine Spezial-Saftpresse nötig.

Instagram-Liebling

Avocado

Obst Test: Avocado
Die Avocado eignet sich perfekt zum Protzen auf sozialen Medien und glänzt besonders in Kombination mit der Zitrone.

Sie möchten ihre Freunde auf Social Media mit schicken Früchten beeindrucken? Kaum eine Frucht kommt auf Instagram besser an als die Avocado! Kein Wunder, denn aufgeschnitten sieht sie einfach toll aus. Um das leckere Fruchtfleisch ansehnlich auf einen Teller zu kriegen, ist allerdings einiges an Übung nötig und alleine schmeckt sie etwas langweilig. Gewürzt mit Salz und Pfeffer und etwas Säure in Form von Balsamico-Essig, Zitrone oder Limette wird sie dafür immer leckerer. Fügt man noch ein paar Zwiebeln hinzu, bekommt man im Handumdrehen eine echte Schlemmer-Guacamole.

Wenn Geld egal ist

Blaubeere

Wer sich majestätisch ernähren möchte, greift zur Blaubeere. Die kleine Frucht überzeugt mit ihrem blauen bis leicht violetten Look und genießt zudem einen hervorragenden Ruf als regionales Superfood. Geschmacklich können sie allerdings schnell wässrig geraten. Zudem ist ihr Genuss relativ kostspielig – und die Beeren halten sich nicht lange.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerVitaminreichFür unterwegsDesign-TippInstagram-LieblingWenn Geld egal ist
Banane Kiwi Apfel Granatapfel Avocado Blaubeere Erdbeere Traube Clementine Birne Orange Kirsche Himbeere Wassermelone Zitrone Ananas
Obst Test: BananenObst Test: KiwiObst Test: ApfelObst Test: GranatapfelObst Test: AvocadoObst Test: BlaubeerenObst Test: ErdbeerenObst Test: TraubenObst Test: ClementineObst Test: BirneObst Test: OrangeObst Test: KirschenObst Test: HimbeerenObst Test: WassermeloneObst Test: ZitroneObst Test: Ananas
Pro
  • Schickes Design
  • Intuitive Handhabung
  • Fortschrittliche Haltbarkeits­anzeige
  • Gute Haltbarkeit
  • Höchster Vitamin-C-Gehalt im Test
  • Interessantes Design im Inneren
  • Außergewöhnlich gute Outdoor-Tauglichkeit
  • Hervorragende Handhabung
  • Ikonisches Design
  • Regional anbaubar
  • Gute Haltbarkeit
  • Einzigartiges Design
  • Sehr lange Haltbarkeit
  • Akzeptable Outdoor-Fähigkeiten
  • Kommt super auf Instagram
  • Stark im Team mit Zitrone
  • Weiterverarbeitung zu Guacamole
  • Schöne Farbe
  • Herausragende Handhabung
  • Regional anbaubar
  • Regional anbaubar
  • Hoher Vitamin-C-Gehalt
  • Gute Verarbeitungs­möglichkeiten
  • Regional anbaubar
  • Mundgerechte Stücke
  • Einfache Handhabung
  • Sehr gute Handhabung
  • Robustes Softcase
  • Lange Haltbarkeit
  • Regional anbaubar
  • Gute Handhabung
  • Ordentliche Haltbarkeit
  • Robustes Softcase
  • Regional anbaubar
  • Sommerliches Design
  • Regional anbaubar
  • Mundgerechte Stücke
  • Angenehmer Geschmack
  • Interessante Gestaltung mit charakteristischer Musterung
  • Robustes Softcase
  • Charakteristischer Geschmack
  • Relativ hoher Vitamin-C-Gehalt ...
  • Interessantes Design
Contra
  • Nicht regional anbaubar
  • Geringer Vitamin-C-Gehalt
  • Nicht regional anbaubar
  • Mäßige Handhabung
  • Sehr wenig Vitamin C
  • Verträgt sich aufgrund von Ethylen-Bildung nicht gut mit anderem Obst
  • Fällt nicht weit vom Stamm
  • Nicht regional anbaubar
  • Werkzeug nötig
  • Störende Zwischenwände im Inneren
  • Nicht regional anbaubar
  • Recht geringe Haltbarkeit
  • Werkzeug nötig
  • Begrenzte Haltbarkeit
  • Teuer
  • Begrenzte Haltbarkeit
  • Ziemlich labil
  • Labiles Äußeres
  • Niedrigster Vitamin-C-Gehalt
  • Nicht regional anbaubar
  • Nicht so stabil wie Apfel
  • Nicht regional anbaubar
  • Werkzeug und Geduld zum Schälen nötig
  • Kern muss ausgespuckt werden
  • Saisonabhängig teuer
  • Wenig Vitamin C
  • Mit manchen Leuten nicht gut zu essen
  • Leicht zerdrückbar
  • Verdirbt schnell
  • Verdirbt sehr schnell
  • Verdirbt unglaublich schnell
  • Nicht regional anbaubar
  • Groß und schwer
  • Hohe Kernstreuung
  • Nicht werkzeuglos bedienbar
  • ... der aber keinen Rekord aufstellt
  • Nicht regional anbaubar
  • Nicht regional anbaubar
  • Klobig
  • Schlechte Handhabung
Bester Preis
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Was Sie über Obst wissen sollten

Früchte gibt es schon seit Jahrtausenden, doch erst vor kurzem erkannten die Vereinten Nationen ihren außergewöhnlichen Stellenwert und erklärten das Jahr 2021 zum internationalen Jahr des Obst und Gemüses. Früchte sind Naturprodukte, wurden aber durch gezielten Anbau über Jahrtausende kultiviert und so stetig verbessert. Am Ende steht das Obst, wie wir es heute kennen – saftig, aromatisch und im besten Fall kernlos.

Der enthaltene Fruchtzucker, auch Fructose genannt, ist je nach Obstsorte nicht unerheblich. Dass Obst trotzdem oft und gerne von Ernährungsberatern empfohlen wird, liegt an anderen Bestandteilen: Früchte enthalten zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, darunter Vitamin A, Vitamin C und diverse B-Vitamine sowie Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Eisen. Welches Obst wie viel von was enthält, unterscheidet sich aber stark.

Obst ist also gesund, allerdings nur in normalen Mengen. Übertriebener Obstkonsum kann aufgrund der bereits angesprochenen Fructose zu Übergewicht und erhöhten Cholesterinwerten führen – was wiederum das Risiko für Diabetes, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erhöht. Allen Obstliebhabern sei aber gesagt, dass es dafür wirklich erhebliche Mengen braucht – niemand wird über einen längeren Zeitraum täglich ein Kilo Äpfel zu sich nehmen wollen.

Falls Sie aber nicht an wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert sind, sondern lieber Fakten zum Angeben beim nächsten Stammtisch möchten, präsentieren wir hier noch völlig zusammenhanglos fünf Fun-Facts zum Thema Obst:

  1. Die Orange hat ihren Namen nicht von der Farbe – sondern die Farbe wurde nach dem Obst benannt.
  2. Bananen sind radioaktiv. Aber keine Sorge, man müsste Millionen Bananen in kürzester Zeit essen, um daran zu sterben.
  3. Manche Kirsch-Bauern mieten nach einem Regenschauer Hubschrauber, um ihre Kirschbäume durch ihren Wind zu trocknen.
  4. Die erste Frucht, die auf dem Mond gegessen wurde, war ein Pfirsich.
  5. Die Erdbeere ist ein Hochstapler: Tatsächlich ist sie nämlich keine Beere, sondern eine Sammelnussfrucht.

Die wichtigsten Fragen

Für was eignet sich Obst?

Obst kann man essen, weiterverarbeiten, fotografieren und künstlerisch interpretieren. Auch die Verwendung als Wurfgeschoss ist streckenweise verbreitet, davon raten wir aufgrund der Verletzungsgefahr und der juristischen Situation aber klar ab.

Muss ich Obst vor dem Verzehr kochen?

Viele Obstsorten können gekocht oder gebacken werden, notwendig ist das jedoch nicht. Auch der Verzehr roher Früchte ist gesundheitlich unbedenklich.

Was ist der Unterschied zwischen Obst und Gemüse?

Die Grenze zwischen Obst und Gemüse ist fließend. Üblich ist die Unterscheidung, dass Obst die Früchte von Pflanzen beschreibt und Gemüse andere Teile, etwa Wurzeln und Stile.

Gehört Ananas auf Pizza?

Die meisten Pizza-Varianten verzichten auf Ananas, doch es gibt eine Ausnahme: die Pizza Hawaii. Entnimmt man dort die Ananas, wird sie zu einer herkömmlichen Schinkenpizza.

Soll das ein Witz sein?

Ja. Zwar ist Obst wie auch Humor ein erstes Thema, in der Redaktion war es uns den Spaß aber wert – ob man das mag, muss jeder für sich entscheiden.

So haben wir getestet

In unseren Obst-Test haben wir die gesammelte Expertise und Erfahrung aus der gesamten Redaktion einfließen lassen. Zusätzlich haben wir uns nochmal die gesamte Obstpalette ins Haus geholt und die Früchte fotografiert, aufgeschnitten und verkostet.

Obst Test: Obst Gruppenfoto
Unser Test-Obst aus der ersten Testrunde 04/2021.

Der Geschmack der 16 getesteten Obstsorten war für uns nur eins von vielen Kriterien, da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind. Darüber hinaus haben wir auf einfache Handhabung, lange Haltbarkeit und gute Transporttauglichkeit geachtet.

Ebenso haben wir den Vitamin-C-Gehalt aller Früchte verglichen und auch das Äußere beurteilt – das Auge isst schließlich mit. Für die abschließende Bewertung spielt nicht zuletzt der Preis eine gewichtige Rolle.

Obst Test: Banane

Testsieger: Banane

Unser Favorit von allen getesteten Obstsorten ist die Banane. Sie vereint einen dezenten, gefälligen Geschmack mit guter Handhabung, vor allem Bananenschale hat es in sich: Sie ist eine hervorragende, leicht zu öffnende und noch dazu umweltfreundliche Verpackung und ihre Farbe zeigt auf den ersten Blick den Reifegrad an – so gut macht das kein anderes Obst.

Testsieger

Banane

Obst Test: Bananen
Unser Favorit unter den Früchten überzeugt mit hohem Komfort, aufregendem Design und exzellentem Geschmack.

Seit Urzeiten fragt sich die Menschheit: Warum ist die Banane krumm? Tatsächlich hängt der Fruchtstand aufgrund seines Gewichts nach unten, die Bananen selbst streben aber in Richtung Licht – und so wachsen sie eben krumm.

Geschmack

Unreife Bananen erkennt man an der grünlichen Farbe. Mit der Zeit werden sie gelb und zeigen damit an, dass sie nun genießbar sind. Lässt man seine Bananen zu lange liegen, werden sie erst braun und später schwarz. Auch dann sind sie noch essbar, wenn auch nicht mehr jedermanns Geschmack, denn ihr Geschmack wird sehr intensiv und süß. Für die Zubereitung von Milch-Shakes sind sie dann aber perfekt.

Das Timing ist entscheidend

Wenn die Banane schön gelb ist, schmeckt sie angenehm süßlich. Bei zu frühem Konsum bemerkt man eine säuerliche Note und unter Umständen ein pelziges Gefühl im Mund. Positiv ist zudem, dass die gelbe Frucht aufgrund ihrer Konsistenz stets leicht zu kauen ist – vor allem für Kinder ideal.

Handhabung

Überzeugt hat uns vor allem die Handhabung: Die Banane kommt in sehr handlichem Format und sie hat ihre biologisch abbaubare Verpackung stets schon dabei. Vor dem Essen muss lediglich die Schale abgezogen werden, weiteres Werkzeug wie bei vielen anderen Testkandidaten braucht es hier nicht. Was uns auch gefällt: Die Banane hat keine lästigen Kerne.

Ein kleiner, aber feiner Tipp zum Schälen, kommt von den Bananen-Profis schlechthin: Den Affen. Die öffnen die Banane nicht am Stiel, sondern am unteren Ende. Das geht deutlich leichter und die Banane zieht deutlich weniger Fäden.

(Fast) perfekt als Snack für unterwegs

Aufgrund ihrer kompaktem Form und der hervorragenden Handhabung eignet sich die Banane perfekt als Snack für unterwegs. Auch Sportler schwören vor, während oder nach dem Training auf die gelbe Wunderwaffe, denn sie liefern als leichte Mahlzeit schnell Energie und helfen bei der Regeneration. Beim Transport sollte man nur aufpassen, dass die Bananen im Rucksack nicht zerdrückt wird, denn die Schale ist zwar nachhaltig, aber nicht besonders robust.

Nachteile

Und da wären wir schon bei den Nachteilen, die es leider auch bei einer sonst so tollen Frucht gibt. Der Vitamin-C-Gehalt etwa ist mit 8,7 Milligramm pro 100 Gramm im Vergleich zu vielen anderen Früchten eher dürftig. So müsste man gut ein Kilo Bananen essen, um auf die selbe Menge Vitamin C zu kommen wie mit nur 100 Gramm Kiwi.

Viele Kohlenhydrate

Im Vergleich zu anderen Obstsorten enthält die Banane mit 21 Gramm pro 100 Gramm besonders viel Kohlenhydrate und ist damit ein potentieller Dickmacher. Man sollte es also nicht übertreiben.

Leider muss die Banane aus fernen Ländern importiert werden, ein regionaler Anbau hätte uns nicht zuletzt wegen der Nachhaltigkeit besser gefallen.

Fazit

Trotz kleinerer Nachteile ist die Banane das Obst unserer Wahl. Sie überzeugt sowohl geschmacklich wie ernährungspyhsiologisch und bei der Handhabung schlägt sie alle anderen Obstsorten um Längen. Noch dazu bekommt man sie überall zu fairen Preisen.

Bananen im Testspiegel

Öko-Test hat Bananen im Labor auf Pestizide untersucht und in einigen Proben bedenkliche Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden. Ausschließlich Bio-Bananen konnten überzeugen.

Im Test von Öko-Test 1/2018 wurde das beste »Nicht-Bio«-Bananenprodukt mit »befriedigend« getestet. Bei 9 (von 10) Nicht-Bio-Bananenprodukten davon wurden »deutliche« bis »sehr starke« Pestizidbelastungen bemängelt.

Auch im Test von K-Tipp 14/2020 wiesen die Bio-Produkte keine Pestizide im Fruchtfleisch auf.

Alternativen

Die Banane ist unser Favorit unter den Früchten, aber es gibt auch weitere, starke Herausforderer. Wenn Sie auf der Suche nach einem kleineren Obst sind, besonderen Wert auf einen hohen Vitamin C-Gehalt legen oder schöne Fotos für Social Media machen wollen, sind auch die folgenden Kandidaten empfehlenswert.

Vitaminreich: Kiwi

Nicht nur in Neuseeland sind Kiwis sehr beliebt, sondern auch bei all jenen, die sich besonders bewusst ernähren und großen Wert auf Vitamin C legen. Mit satten 92,7 Milligramm Vitamin C auf 100 Gramm ist die Kiwi in dieser Kategorie einsame Spitze und damit eine klare Empfehlung.

Vitaminreich

Kiwi

Obst Test: Kiwi
Die Kiwi ist etwas umständlich in der Handhabung, überzeugt aber bei den Materialen.

Ziemlich genau 2 Kilogramm Äpfel müsste man essen, um auf die gleiche Menge Vitamin C zu kommen wie mit 100 Gramm Kiwi. Kompromisslosen Apfelliebhabern wird es das wert sein, aber da nicht jeder unendliches Magenvolumen zur Verfügung hat, sollte man sich nach Alternativen umschauen: Und da kommt die Kiwi ins Spiel, die nicht nur überaus vitaminreich, sondern auch sehr kalorienarm ist.

Kiwis schmecken säuerlich und hinterlassen bei manchen ein pelziges Gefühl im Mund – das ist nicht jedermanns Sache. Schuld daran ist Actinidain, ein Enzym das den Abbau von Proteinen katalysiert und allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Äußerlich sieht die Frucht nicht gerade einladend aus, das ändert sich aber, sobald man sie aufschneidet. Getreu dem Motto »Außen pfui, innen hui« offenbart sich im Inneren das grüne Fruchtfleisch mit vielen kleinen, schwarzen Kernen. Gut gefällt uns auch die lange Haltbarkeit: Im Kühlschrank überleben Kiwis über eine Woche.

Zum Verzehr hat man die Wahl zwischen dem klassischen Auslöffeln und dem fortgeschrittenen Schälen und Schneiden. Zum Mitnehmen gibt es so oder so bessere Alternativen – nicht zuletzt, weil die Frucht trotz des kompakten Formats relativ anfällig für Stoßschäden ist.

Wer einen gesunden Lebensstil pflegt und dafür bereit ist, Kompromisse einzugehen, wird mit der Kiwi glücklich werden. Genießern und Freunden eines schnellen und unkomplizierten Snacks empfehlen wir dagegen andere Früchte.

Für Unterwegs: Apfel

An apple a day keeps the doctor away? Von wegen: Der in Deutschland hochgelobte Apfel landet beim Vitamin-C-Gehalt nur auf den hintersten Plätzen. Abseits davon konnte die beliebteste Frucht der Deutschen aber in fast allen Test-Disziplinen überzeugen. Besonders die Handhabung und die hohe Outdoor-Tauglichkeit sind echte Vorteile des Apfels. Die vielen erhältlichen Sorten können zunächst verunsichern, aber keine Sorge: Die grundlegenden Apfel-Eigenschaften haben alle Äpfel.

Für unterwegs

Apfel

Obst Test: Apfel
Der absolute Klassiker und Verkaufsschlager unter den Obstsorten hat auch heutzutage nichts an seinem Reiz verloren und eignet sich nicht nur als Wegbegleiter auf Wanderschaft.

Der Apfel schmeckt im Allgemeinen süß, kann je nach genauer Sorte aber auch ausgeprägt saure Noten haben. Als grobe Faustregel lässt sich festhalten: Je grüner ein Apfel ist, desto wahrscheinlicher ist ein erhöhter Säuregehalt. Generell können Äpfel aber das gesamte Farbspektrum einer Ampel darstellen – und dabei sogar mehrere Farben gleichzeitig.

Um die Suche nach der richtigen Sorte zu erleichtern, existiert eine Vielzahl an Namen: Tatsächlich handelt es sich bei Elstar, Cox Orange und Pink Lady nicht etwa um Pokemon oder Superhelden, sondern um Apfelsorten.

Grüne Äpfel sind meist saurer

Die Form des Apfels orientiert sich grob an einer Kugel, die an der Ober- und Unterseite nach innen gewölbt ist, was einen gewissen Wiedererkennungswert hat. Die beiden Mittelpunkte dienen darüber hinaus zur Orientierungshilfe für das Kerngehäuse – zwar verzichtet der Apfel keineswegs auf Kerne, diese sind sogar mit einer Größe und einem Geschmack versehen, die ein Daraufbeißen unangenehm machen. Der Clou ist aber, dass diese nicht wie bei einigen anderen Früchten überall im Fruchtfleisch verteilt sind, sondern eben in einem Kerngehäuse aufbewahrt werden, sodass sich ein Kontakt beim Verzehr verhältnismäßig einfach vermeiden lässt.

Allgemein ist die Handhabung eine der großen Stärken des Apfels: Die Schale ist dünn und optional essbar, und mit seinen kompakten Abmessungen passt er problemlos in eine Hand. So kann man ihn auch ohne jegliche Hilfsmittel essen. Viele bevorzugen den Apfel geschält, wobei dabei ein Großteil der Nährstoffe verloren geht, die eben in der Schale stecken.

Gerieben ist der Apfel ein klassisches Hausrezept für kranke Kinder, zu Saft gepresst ist er ebenfalls sehr beliebt: Zur Hälfte mit Sprudelwasser vermischt ist er als Apfelschorle zu Deutschlands heimlichen Nationalgetränk avanciert.

Lagern Sie Ihre Äpfel nicht in direkter Nähe zu anderen Früchten. Das von Äpfeln abgesonderte Gas Ethylen beschleunigt Reifeprozesse und lässt Obst schneller verderben.

Das feste, robuste Fruchtfleisch und die kompakte Form machen den Apfel zu einem Hit-Kandidaten für Ausflüge. Er zermatscht nicht so schnell wie Beeren oder Bananen und schlägt in dieser Hinsicht auch die ähnlich anmutende Birne.

Auch die Haltbarkeit ist hervorragend, kühl und dunkel gelagert überstehen Äpfel einen ganzen Winter. Wir raten aber dringend zu einer geeigneten Lagerung: Äpfel stoßen das Reifegas Ethylen aus, auf das auch andere Obstsorten reagieren und ihrerseits schneller verderben. Die Frische des Apfels erkennt man visuell und haptisch schnell und einfach anhand der Textur der Schale.

Somit ist der Apfel ein toller Allrounder, der sich keine größeren Schnitzer erlaubt und zu Recht das Lieblingsobst der Deutschen.

Design-Tipp: Granatapfel

Auch wenn sein martialischer Name anders vermuten lässt, besitzt der Granatapfel weit weniger Sprengkraft als ein handelsüblicher Feuerwerkskörper. So eine Schönheit zerbersten zu lassen, wäre auch jammerschade. Denn visuell macht der Granatapfel in vielerlei Hinsicht einiges her.

Design-Tipp

Granatapfel

Obst Test: Granatapfel
Nicht unbedingt praktisch, aber beeindruckend ansehnlich: Der Granatapfel punktet mit innovativem Design und edlem Understatement.

Ursprünglich stammt der Granatapfel aus dem asiatischen Raum, er wird heutzutage aber auch am Mittelmeer angebaut. Es handelt sich also um ein importiertes Produkt, das erst einen weiten Weg zurücklegen muss, um am Ende in deutschen Verkaufsregalen zu landen – für Umweltbewusste kommt er damit nur bedingt in Frage.

Darüber hinaus ist der Granatapfel nicht mit dem Apfel verwandt, viel mehr handelt es sich um eine eigenständige Obstsorte. Er kommt mit einer deutlich festeren Schale, das macht die Frucht relativ unanfällig für Druck, Stöße können die Schale aber leicht zerbrechen. Der Granatapfel altert nicht schnell und hält sich auch bei Zimmertemperatur über mehrere Wochen.

Schneidet man den Granatapfel auf, erhält man Zugriff auf das Fruchtfleisch im Inneren, und spätestens hier beginnt der Granatapfel mit den gewohnten Obst-Konventionen zu brechen: Statt die Kerne planlos kreuz und quer zu verteilen, sind sie beim Granatapfel parzelliert und individuell mit Fruchtfleisch überzogen, sodass sich eine gleichmäßige Verteilung ergibt. Die fein abgeteilten Einheiten sind der eigentliche Star und sind für den Löwenanteil der Garantapfelästhetik verantwortlich: Sie strahlen in einem satten Rubinrot, glänzen sanft und sind ganz leicht transparent.

Trotz allem Lob haben wir aber auch einige Kritikpunkte: Die Kerne zum Verzehr aus der Schale zu lösen, ist eine Heidenarbeit. Dazu braucht man ein scharfes Messer und einen stabilen Löffel zum Auskratzen. Ohne entsprechende Vorsichtsmaßnahmen verkommt die fruchtige Leckerei dabei schnell zur furchtbaren Kleckerei – der Saft klebt nicht nur, er wurde traditionell auch als Farbstoff eingesetzt und hat schon so manches Kleidungsstück für immer ruiniert.

Der Lohn der Mühe ist ein besonderes Verzehrerlebnis, wie es keine andere Obstsorte bietet: Die Kerne knacken beim Aufbeißen leicht und geben einen süß-sauren Saft mit fein-herber Note frei, der noch dazu vitaminreich und äußerst gesund ist.

Unterm Strich ist der Granatapfel damit nicht nur ein Ästhet, der sich nicht um die Banalitäten praktischen Nutzens schert, sondern auch ein leckeres, gesundheitsförderndes Lebensmittel – auch wenn er alles andere als praktisch ist. Aber das ist bei vielen schönen Dingen so.

Instagram-Liebling: Avocado

Gerade für Millennials sind soziale Medien, allen voran Instagram, wichtiger denn je. Die Freude über neu hinzugewonnene Follower und das Leid wegen Bildern, die nicht genügend Likes bekommen, liegen bei den (Hobby-)Influencern aber nah beieinander. Damit das nächste Urlaubsfoto mit Essen am Strand nicht wieder zum Reinfall wird, sollte man in jedem Fall auf außergewöhnliche Früchte zurückgreifen. Avocados machen hier einen ausgezeichneten Job.

Instagram-Liebling

Avocado

Obst Test: Avocado
Die Avocado eignet sich perfekt zum Protzen auf sozialen Medien und glänzt besonders in Kombination mit der Zitrone.

Zwar sind Avocados nicht gerade die kompaktesten Früchte, aber zumindest ein Exemplar sollte locker in jede Louis-Vuitton-Handtasche passen. Dank der recht robusten Schale ist der Transport kein Problem, man sollte aber bedenken, dass man zum ordnungsgemäßen Verzehr ohne Messer und Löffel nicht weit kommt. Denn die wohl verbreitetste Art der Befreiung des Fruchtfleischs erfordert ein Messer zum Aufschneiden und Entfernen des großen Kerns sowie einen Löffel für den Konsum selbst.

Hat man das Fruchtfleisch einmal aus der Schale ausgelöffelt, so sollte man es besser sofort essen. In reifem, unversehrten Zustand macht die Avocado noch zwei bis drei Tage mit – Influencer sollten also nicht zu lange mit ihrem neuen Post warten. Zum idealen Konsumzeitpunkt schmeckt das Lorbeergewächs je nach Herkunft meist cremig und nussig, dabei enthält es allerdings auf 100 Gramm nur 10 Milligramm Vitamin C. Das ist eher mau.

Im Dream-Team mit Zitrone

Eine wirkliche Stärke der Avocado ist ihre Kompatibilität mit der Zitrone: Zitronensaft auf der aufgeschnittenen Avocado verlangsamt nicht nur den Oxidationsprozess, sodass diese länger genießbar bleibt, die saure Geschmacksnote ergänzt auch den etwas langweiligen Eigengeschmack der Avocado hervorragend. Wahlweise geht das auch mit Balsamico-Essig oder Limette. Zusammen mit Salz und Pfeffer und ein paar Zwiebeln wird eine leckere Guacamole daraus.

Bei der Avocado gibt es Licht und Schatten. Zum Beeindrucken der Follower ist sie eine ausgezeichnete Wahl, aber wie so oft auf Instagram verbergen sich hinter dem schönen Schein auch weniger tolle Seiten, wie die eher komplizierte Handhabung und die kurze Haltbarkeit.

Luxuriös: Blaubeere

Die Blaubeere, auch als Heidelbeere bekannt, umspielt ein Hauch von Dekadenz. Ein Teil mag der charakteristischen blauen Farbe geschuldet sein, die traditionell als Symbol für Adel und Wohlstand gilt. Es mag aber auch daran liegen, dass sie nur wenige Tage haltbar ist – und obendrein ziemlich teuer. Dennoch existiert eine eingeschworene Anhängerschaft, für die die kleine Frucht schon regelrecht Kultstatus hat.

Wenn Geld egal ist

Blaubeere

Ernährungsbewusste Zeitgenossen wissen wahrscheinlich bereits alles über die vornehme Beere, denn schon seit einigen Jahren gilt sie als Superfood. Sie wird als Zutat in Müsli und Salaten verwendet, in zahlreichen Rezepten aufgelistet und für Social Media abgelichtet. Besonders der letzte Punkt überrascht, denn optisch macht die schlichte Beere eigentlich wenig her.

Nur europäische Blaubeeren haben blaues Frucht­fleisch

Von der Heidelbeere gibt es zwei Varianten, was mitunter für Verwirrung sorgt: Während die europäische Blaubeere auch beim Fruchtfleisch auf die charmante Blaufärbung setzt, verzichtet die amerikanische Variante zugunsten eines hellen Fruchtfleisches darauf. Im Test hatten wir eine amerikanische Heidelbeere, angebaut werden aber hierzulande beide Varianten.

Neben der Farbe ist die Handhabung einer der herausstechendsten Eigenschaften. Dank der geringen Größe finden die Früchte selbst bei wenig verfügbarem Stauraum einen Platz, zugleich wird ihr Konsum zum Kinderspiel: Mund auf, Blaubeere rein, Mund zu – ganz ohne Abbeißen oder lästiges Herumhantieren mit Löffeln oder scharfen Klingen. Das macht Spaß und hält die Verletzungsgefahr niedrig, sodass auch Jüngere unbedenklich zur Blaubeere greifen können.

Nicht verschweigen wollen wir aber, dass Heidelbeeren trotz ihrer kompakten Bauweise nur sehr eingeschränkt für Outdoor-Aktivitäten zu empfehlen sind: Beerentypisch ist die Hülle nicht sonderlich robust, was bei Unachtsamkeit schnell in eine Sauerei ausarten kann.

Außerdem getestet

Erdbeere

Erdbeeren sind Sammelnussfrüchte – und damit zählen wir auch sie zum Obst. Dank ihres gepunkteten, hauptsächlich in rot gehaltenen Design mit grüner »Frisur« haben Erdbeeren einen hohen Wiedererkennungswert. Obwohl das Grünzeug auf dem Kopf der Erdbeere häufig abgeschnitten wird, ist es eigentlich genießbar und für so manchen sogar lecker. Streng genommen ist die Erdbeere also sofort verzehrbereit, ganz ohne händische Vorbereitungen.

Leider ist das Äußere ziemlich labil, weshalb man für den Transport eine Verpackung benötigt. Überhaupt sollte man mit dem Verzehr nicht zu lange warten, denn nach zwei oder drei Tagen sieht es schon kritisch mit der Haltbarkeit aus. Gute Erdbeeren überzeugen mit süßem und fruchtigen Geschmack, günstige Exemplare kommen leider oft wässrig daher. Daher Augen auf beim Kauf!

Auf der Habenseite steht der starke Vitamingehalt von 58,8 Milligramm pro 100 Gramm, das ist Platz zwei in diesem Test hinter der überragenden Kiwi. Dabei ist die Erdbeere ein regionales Obst und macht sich gut auf Kuchen oder als Marmelade.

Traube

Trauben gibt es in vielen verschiedenen Sorten: Hierzulande sind rote und grüne Trauben am geläufigsten. Trauben wachsen in mundgerechten Stücken, die vor dem Verzehr nur gewaschen, aber nicht weiter bearbeitet werden müssen. Perfekt also für den spontanen Snack zwischendurch.

Allerdings sollte man die Früchte für den Transport zum Strand oder zum See lieber verpacken, denn sonst kugeln sie im Rucksack herum und werden schnell von größeren Gegenständen zerdrückt. 

Kommen wir zur Kernfrage: Mittlerweile bekommt man Trauben im Supermarkt häufig kernlos, was für viele angenehmer beim Verzehr ist. Allerdings sind Traubenkerne sehr gesund und können so in einem gewissen Maß den sehr geringen Vitamin-C-Gehalt kompensieren. 

Geschmacklich variieren Trauben je nach Sorte und Qualität stark. Von süß bis sauer und von kräftig bis wässrig ist alles dabei, der Kauf daher oft Glücksache.

Auch wenn die Traube knapp an unseren Empfehlungen vorbeigeschrammt ist, können wir Ihnen die kleinen Strauchgewächse als Geheimtipp durchaus ans Herz legen.

Clementine

Auch wenn es auf den ersten Blick so wirken mag, handelt es sich bei der Clementine keineswegs nur um ein einfaches Rebranding der Mandarine und auch nicht um eine abgespeckte Light-Version, die Frucht ist viel mehr aus einer Kreuzung zwischen der Orange und der mediterranen Mandarine hervorgegangen – mit Erfolg: Gegenüber der Orange bietet die Clementine eine deutlich verbesserte Handhabung, der Mandarine hat sie eine geringere Kernanzahl und einen etwas größeren Wuchs voraus und ist aufgrund verbesserter Kälteresistenz einfacher anzubauen. Das macht die Clementine nicht zuletzt nachhaltiger als andere Zitrusfrüchte. Obendrein lässt sich die Clementine relativ lange lagern, ohne zu verderben. Übertreibt man es, rächt sie sich aber mit starker Schimmelbildung.

Wie das Aussehen, erinnert auch der Geschmack entfernt an den einer Orange, weist aber etwas weniger Säure auf. Die Handhabung erinnert wiederum eher an eine Mandarine: Das Fruchtfleisch ist in handliche, einzelne Stücke unterteilt, was den Verzehr nicht nur erleichtert, sondern diesem sogar eine soziale Komponente verleiht – mit anderen zu teilen ist sonst nur bei Beeren so einfach.

Messer oder anderes Werkzeug benötigt man dazu auch nicht, da die Schale auch mit bloßer Hand geöffnet werden kann. Auf Kerne verzichtet die Clementine dankenswerterweise so gut wie vollständig. Der Vitamin-C-Gehalt liegt im Mittelfeld.

Birne

Äußerlich ähnelt die Birne dem Apfel, was kein Zufall ist: Beide gehören zu den Kernobstgewächsen. Das erleichtert den direkten Vergleich der beiden Obstsorten bedeutend, erschwert aber zugleich das Erkennen individueller Stärken und Schwächen – was die eine Frucht kann, kann die andere meist ebenfalls, wenn auch nicht unbedingt in der gleichen Qualität.

Wie der Apfel, hat auch die Birne eine runde Basis, ist aber nach oben hin schmal zulaufend verlängert. Die Form hat einen starken Wiedererkennungswert, macht die Birne aber leider auch instabiler als den Apfel – ein Problem, das bei fortschreitendem Verzehr sogar noch zunimmt. Farblich unterscheiden sich beide nur in Nuancen, die Birne kann also ebenfalls das gesamte Farbspektrum wie der Apfel darstellen.

Wie unsere Outdoor-Empfehlung eignet sich auch die Birne hervorragend für Unternehmungen, erreicht aber nicht ganz die Stabilität des Vorbildes. Das ist neben der bereits erwähnten Form nicht zuletzt dem Fruchtfleisch geschuldet, das zumindest im reifen Zustand weicher und empfindlicher ist. Den Aufbau mit Kerngehäuse und den werkzeuglosen Verzehr gibt es aber auch hier, um einen Mangel an Verzehrmöglichkeiten muss man sich somit auch außer Haus keine Gedanken machen.

Neben Form und Konsistenz ist der größte Unterschied zwischen Äpfeln und Birnen der Geschmack: Birnen schmecken deutlich feiner und auch herber, können aber wie Äpfel von süß bis sauer changieren. Die geschmackliche Varianz von Birnen ist deutlich größer als die von Äpfeln und trifft längst nicht so sehr den Massengeschmack. Daher reicht es für die Birne nicht zur Empfehlung.

Orange

Die Verwirrung ist groß. Orange, Apfelsine, Mandarine, Clementine – wo ist denn da der Unterschied? Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen: Orange und Apfelsine beschreiben die gleiche Frucht, der Begriff »Apfelsine« ist aber eher bei den Nordlichtern und der älteren Generation verbreitet. Mandarinen sowie Clementinen sind etwas anderes und vor allem kleiner als Orangen, ähneln ihrem großen Bruder sonst aber in vielen Belangen.

Was man der Orange zweifelsohne zugutehalten muss: Sie hat es geschafft, dass eine ganze Farbe nach ihr benannt wurde. Respekt! Dabei ist nicht nur die Frucht selbst orange, sondern auch ihre Schale, die erstaunlich robust daherkommt und leichtere Erschütterungen beim Transport wegstecken kann. Und was gut beschützt ist, hält dementsprechend auch ziemlich lange: Bei Zimmertemperatur bleibt die Orange gut eine Woche frisch, gekühlt noch deutlich länger.

Warum es trotzdem nicht zur Empfehlung gereicht hat? Bis man seine Orange genießen darf, muss man sie erstmal schälen. Dafür gibt es verschiedenste Techniken, für die man eine gewisse Erfahrung braucht. Und auch wenn die Schale endlich besiegt wurde, steht so mancher noch vor der Aufgabe, die ungeliebte weiße Haut zu entfernen. Zwar kann man die auch mitessen, aber schön und einladend sieht anders aus. Schlussendlich tropft die Orange beim Teilen des Fruchtkörpers und verklebt die Hände.

Benutzerfreundlich ist das nicht, was wohl auch dazu geführt hat, dass Orangen als Saft deutlich beliebter sind als als Frucht.

Kirsche

Eines muss man Kirschen lassen: Sie sind vielseitig. Zum einen gibt es unzählige Sorten mit teilweise sehr unterschiedlichem Geschmack, zum anderen lässt sich damit auch viel anfangen. Kirschen schaffen es in Kuchen, Saft, Rum oder Pralinen – und an dieser Stelle möchten wir einen Mythos beerdigen: Die hochgepriesene Piemont-Kirsche, bekannt aus der Mon Cheri-Werbung, gibt es nicht! Sie ist bloß eine Erfindung der Marketingabteilung, denn tatsächlich kommen die verwendeten Kirschen nicht aus der gleichnamigen Region in Italien, sondern aus Mittel- und Osteuropa.

Aber zurück zur Frucht selbst. Kirschen sind rot, rund und geheimnisvoll und machen gerade im Sommer einiges her. An der Optik haben wir absolut nichts auszusetzen, allerdings hält sich das tolle Erscheinungsbild nicht lange. Sobald Kirschen geerntet sind, sollte man sie lieber schnell verzehren oder weiterverarbeiten, denn selbst im Kühlschrank bleiben sie kaum länger als zwei Tage frisch. Kleiner Tipp dazu: Den Stiel bis zum Verzehr an der Kirsche lassen, das zögert das Verfaulen hinaus.

Beim Verzehr fällt dann der große Nachteil der Kirsche auf: der Kern. Der lässt sich nicht ohne weiteres herausschneiden und muss daher erstmal mit in den Mund, bevor er nach Abnagen des köstlichen Fruchtfleischs wieder ausgespuckt werden kann. Bei Kindern besteht dabei immer Verschluckgefahr, und selbst für Erwachsene ist die Prozedur eher nervig. Gediegen Essen geht so nicht.

In Kombination mit dem vergleichsweise geringen Vitamin-C-Gehalt können wir für die Kirsche daher keine Empfehlung aussprechen.

Himbeere

Sehr zwiegespalten sind wir zum Thema Himbeeren. Fangen wir mit positiven Eigenschaften an: Die Himbeere besitzt einen durchaus einzigartigen Geschmack mit einer Mischung aus Süße und Säure und fühlt sich schön weich im Mund an. Die Frucht kann einfach per Hand verspeist werden und wird von ihrem Strauch bereits in mundgerechten Stücken geliefert. Die Kerne sind allesamt so klein, dass sie beim Verzehr nicht stören.

Auch der regionale Aspekt überzeugt uns. So kann man Himbeeren vielerorts draußen pflücken oder sie gar selbst im Garten anbauen, wo sie sich vermehren wie Unkraut. Anstatt die Frucht direkt und roh vom Strauch zu essen, lässt sie sich auch weiterverarbeiten und individualisiert und verschönert so jede Torte – ob zermatscht im Inneren oder in ihrem originellen Knubbeldesign als Topping.

Soweit klingt das ja super – aber leider kommt jetzt unser K.O.-Kriterium: Himbeeren halten sich ungefähr so lange wie Trainer bei Schalke 04 – zumindest in der Relativwertung: Man sollte sie dringend am Tag des Einkaufs oder des Pflückens essen, bevor sie schlecht werden. Denn faule Himbeeren aus dem Kühlschrank zu entfernen macht ähnlich viel Spaß wie in der 60. Minute schon zum fünften Mal den Ball aus dem eigenen Netz zu holen – fragen Sie mal den Schalke-Keeper.

Wassermelone

Die Wassermelone ist schon fast ein Klassiker, weist im direkten Vergleich mit einigen Konkurrenten aber zu viele Defizite auf. Der Geschmack ist exotisch und süß, aber nicht so intensiv wie etwa der einer Zitrone. Das Design mit seiner extravaganten Musterung und der Kombination der Komplementärfarben Grün und Rot ist durchaus ein Hingucker, die Kugelform hinterlässt aber einen etwas uninspirierten und bestenfalls zweckmäßigen Eindruck.

Bei der Größe denkt man nur »viel hilft viel«, liegt damit aber falsch, denn mit ihrem riesigen Durchmesser verursacht die Melone selbst in einem Rucksack schnell Platzmangel, durch das damit verbundene Gewicht möchte man sie aber ohnehin nicht allzu weit tragen – ausgiebige Wanderungen werden mit dieser Frucht schnell zur Qual. Völlig unverständlich ist uns, warum die Melone trotz der üppigen Maße auf sehr kleine Kerne setzt, diese aber gleich in überbordender Anzahl mitliefert und sie dabei auch noch eine hohe Streuung aufweisen. Komfortabel ist das nicht.

Außerdem kommt erschwerend hinzu, dass sich das Gehäuse nicht ohne weiteres öffnen lässt. Ein spitzes, scharfes Messer erledigt die Aufgabe zwar zufriedenstellend, man muss aber aufpassen, sich nicht zu verletzen.

Isst man die Melone mit den Fingern, verkleben die Hände schnell aufgrund des austretenden Safts. Bleibt nur der Verzehr mit Messer und Gabel am Tisch – aber da fehlt uns der Fun-Faktor.

Zitrone

Die Zitrone zeichnet sich durch einen außergewöhnlich sauren Geschmack aus, was viele Obst-Fans mit Sicherheit erst einmal abschrecken wird. Besonders diejenigen, die sonst vorwiegend süße Früchte wie Banane oder Erdbeere gewohnt sind, werden daran ordentlich zu schlucken haben, und selbst hartgesottenen Zitronenfreunden kann das im Obstsalat schnell zu viel des Guten sein. Sollte man aufgrund einer unglücklichen Lebensfügung einmal zu einer größeren Anzahl der gelben Früchte kommen, empfiehlt es sich, daraus Erfrischungsgetränke herzustellen.

Die Zitrone präsentiert sich in ihrer Haus- und Hoffarbe Zitronengelb. Haptisch erinnert sie etwas an die Orange, bricht deren bewährte, aber etwas altbacken wirkende Kugelform aber durch eine distinktive Streckung auf. Die Schale macht ihren Job gut, beschert der Frucht aber die gleichen Probleme wie der Orange: Als zusätzliches Werkzeug wird mindestens ein Messer benötigt. Profis nutzen auch gern eine Zitruspresse und eventuell einen Zester.

De Handhabung ist damit weniger komfortabel als beispielsweise beim Apfel, zumal Kerne, sofern vorhanden, auch noch ziel- und planlos im gesamten Fruchtfleisch verteilt sind.

Etwas überrascht waren wir aufgrund des Vitamin-C-Gehalts der Zitrone, der sich auf lediglich 52 Milligramm auf 100 Gramm Gesamtmasse beläuft und entgegen weit verbreiteter Meinung keinen Rekord aufstellt und sich stattdessen nicht nur dem Spitzenreiter in dieser Disziplin, der Kiwi, geschlagen geben muss, sondern auch von der Erdbeere übertrumpft wird.

Ananas

Bei der Ananas stellt sich sofort die Gretchenfrage, die für viele noch heikler ist als die Frage nach der Religion oder dem Lieblings-Fußballverein: Gehört Ananas auf die Pizza oder nicht? Da wir unser gutes Arbeitsklima in der Redaktion nicht auf einen Schlag zerstören wollten, haben wir auf die interne Diskussion darüber verzichtet und überlassen jedem selbst die Antwort.

Je nach Sorte konkurriert die Ananas mit der Wassermelone um den Titel des größten Testkandidaten. Allein deswegen eignet sie sich schon nicht als Obst für unterwegs, und wer doch genug Platz im Rucksack hat, müsste auch noch ein Messer mitnehmen oder die Ananas schon daheim schneiden und verpacken – beides ist nicht so toll und kein Vergleich zum Komfort eines Apfels oder einer Banane.

Überhaupt sollte man beim Schneiden aufpassen, denn am stachelartigen Blattrand ist die Verletzungsgefahr groß, nicht nur für Kinder. Ist man damit fertig und unverletzt geblieben, so ist das Ergebnis doch eher ernüchternd: Von der einst rustikalen und majestätischen Frucht bleibt vergleichsweise wenig Essbares übrig, und das brennt dann auch noch auf der Zunge. Schade!

Für die Ananas spricht letztendlich nur der süß-aromatische Geschmack und der recht hohe Vitamin-C-Gehalt von 47,8 Milligramm auf 100 Gramm.

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