Outdoor-Handy Test: Dogee S98 Aufmacher
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Das beste Outdoor-Handy

Wir haben 11 Outdoor-Handys getestet. Das beste ist aktuell das Doogee S98. Es ist rundum perfekt gegen eindringenden Staub und Wasser geschützt, ist zudem stoßfest bis zu einer Fallhöhe von 1,2 Metern. Außerdem hat es eine ganze Reihe nützlicher Werkzeuge direkt an Bord.

Thomas Johannsen
Thomas Johannsen
hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 20 Jahren ist er Test­redakteur. Er schreibt unter anderem für hifitest.de, av-magazin.de, Heimkino, HIFI.DE und d-pixx.
Letztes Update: 25. November 2022

Wir haben das AGM H5 Pro, das Gigaset GX 6 und das Samsung Galaxy XCover6 Pro neu in den Test aufgenommen.

Das Galaxy XCover6 Pro ist unsere neue Empfehlung mit leistungsfähiger Hardware und flexiblen Anwendungsmöglichkeiten.

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Outdoor-Handys oder »ruggadized Smartphones« dienen in erster Linie Profis als Arbeits- und Kommunikationsgerät, die hauptsächlich draußen oder unter schwierigen Umgebungsbedingungen arbeiten, beispielsweise auf dem Bau, im Wald oder in einer Werkstatt.

Allerdings erkennen zusehends auch Privatanwender die Vorzüge eines robusten Outdoor-Smartphones, das auch mal was wegstecken kann – anders als ein oft teureres aber nichtsdestotrotz empfindlicheres Gerät.

Ganz egal, ob für den alltäglichen Gebrauch oder für Freizeitaktivitäten, die ein besonders robustes Handy zweckmäßig erscheinen lassen, wir hatten 11 der widerstandsfähigen Outdoor-Handys im Test.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Doogee S98

Test Outdoor-Handy: Doogee S98
Das Doogee S98 zeigt direkt, dass es für raue Einsätze gedacht ist. Es ist rundum gut geschützt und verfügt über alle Tugenden eines guten Smartphones.

Das Doogee S98 macht erst gar keinen Hehl aus seiner Outdoor-Bestimmung – zwar ist es mit seinen 320 Gramm kein Leichtgewicht, dafür ist es aber rundum mit Stoßkanten geschützt, sämtliche Buchsen haben eine wasserdichte Abdeckung und der große, schwere Akku sorgt für eine enorme Laufzeit. Außer den drei Rückkameras gibt es auch eine Infrarot-LED, um selbst bei absoluter Dunkelheit wenigstens Schwarz-Weiß-Fotos machen zu können.

Wenn Geld egal ist

Caterpillar CAT S62 Pro

Test Outdoor-Handy: Caterpillar Cat S62 Pro
Das CAT ist schön kompakt und recht leicht, ist aber hervorragend gegen Stürze sowie eindringendes Wasser und Staub geschützt.

Das robuste CAT S62 Pro verfügt über einen hervorragenden Rundumschutz. Der Schutz gegen eindringenden Staub und eindringendes Wasser ist umfassend, ganz besonders gefallen hat uns jedoch, dass es selbst nach einem Sturz aus 1,8 Metern Höhe auf harten Beton noch funktionieren soll. Dabei ist es jedoch schön kompakt geblieben und liegt gut in der Hand. Die Fotoabteilung liefert trotz nur einer Rückkamera zuverlässig gute Bilder, außerdem ist ein Wärmebildsensor zur zuverlässigen Temperaturbestimmung aus sicherer Distanz eingebaut.

Outdoor und Büro

Samsung Galaxy XCover6 Pro

Test Outdoor-Handy: Samsung Galaxy XCover6 Pro
Das Galaxy XCover6 Pro ist mit einem besonders leistungsfähigen Prozessor ausgestattet, lässt sich Dank DeX auch in einer Büro-Infrastruktur nutzen.

Mit dem Galaxy XCover6 Pro setzt Samsung als einziger Premiumhersteller seine Outdoor-Sparte weiter fort. Äußerlich betrachtet ist der Unterschied zum normalen Smartphone gering, innen werkelt ein flotter Prozessor, der so auch in vielen normalen Smartphones der gleichen Preisklasse eingesetzt wird. Entsprechend flott arbeitet das XCover6 Pro bei den meisten Anwendungen. Dank Kompatibilität mit Samsung DeX lässt es sich zudem problemlos mit Tastatur, Maus und Monitor verbinden, und wird so zum veritablen Arbeitsgerät, wenn man mal im Büro statt draußen unterwegs ist.

Gut & günstig

Motorola Mobility Defy

Test Outdoor-Handy: Motorola Mobility Defy
Das Defy von Motorola basiert auf einem ganz normalen Smartphone, das Gehäuse ist allerdings stoßfest und wasserdicht.

Mit dem preiswerten Motorola Mobility Defy bekommen Sie ein normales Smartphone, welches mit diversen Maßnahmen gegen die üblichen schädlichen Einflüsse beim Outdoor-Einsatz geschützt wurde. Das Gehäuse ist besonders stoßfest: Es schützt das Handy bei einem Sturz aus 1,8 Metern Höhe vor ernsthaften Beschädigungen, obwohl es kaum aufträgt. Die drei Kameras auf der Rückseite leisten gute Arbeit, und die Akkulaufzeit ist enorm.

Für Senioren

Beafon MX1 premium

Test Outdoor-Handy: Beafon MX1 premium
Das Beafone ist nicht nur robust und wasserdicht, es ist dank spezieller Oberfläche auch besonders leicht zu bedienen.

Eigentlich handelt es sich beim Beafon MX1 premium um ein sogenanntes Senioren-Handy im Smartphone-Format. Zur einfachen Bedienung ist die hauseigene Betriebssystems-Oberfläche installiert. Große Schaltflächen, prominent angeordnet erleichtern allerdings nicht nur Senioren die Bedienung. Das Outdoor-Handy ist gegen Eindringen von Staub und Wasser geschützt, und dürfte sogar kleinere Stürze ohne Einschränkung der Funktion überstehen. Es verfügt über eine Notfall-Taste und der Akku sichert einen sehr langen Betrieb.

Vergleichstabelle

TestsiegerDoogee S98
Wenn Geld egal istCaterpillar CAT S62 Pro
Outdoor und BüroSamsung Galaxy XCover6 Pro
Gut & günstigMotorola Mobility Defy
Für SeniorenBeafon MX1 premium
AGM Glory G1S
AGM H5
AGM H5 Pro
Gigaset GX290 Plus
Nokia XR20
Gigaset GX 6
Test Outdoor-Handy: Doogee S98
  • Gutes Display
  • Umfangreich gegen Wasser, Staub und Sturz geschützt
  • Dank Qi-Kompatibilität kabellos ladefähig
  • Infrarot-Aufnahmen möglich
  • Schwächen in der Fotoabteilung
Test Outdoor-Handy: Caterpillar Cat S62 Pro
  • Sehr gutes, helles Display
  • Umfangreicher Schutz gegen Staub, Wasser und Sturz
  • Wärmebildkamera integriert
  • Viele Tools sind kostenpflichtig
Test Outdoor-Handy: Samsung Galaxy XCover6 Pro
  • Sehr gutes Display
  • Leistungsfähige Hardware
  • Sehr gute Fotoabteilung
  • Samsung DeX kompatibel
  • Akku lässt sich wechseln
  • Geringe Akkulaufzeit
Test Outdoor-Handy: Motorola Mobility Defy
  • Sehr lange Akkulaufzeit
  • Umfangreicher Schutz gegen Staub, Wasser und Sturz
  • Gute Fotoabteilung
  • Wenig Speicher
Test Outdoor-Handy: Beafon MX1 premium
  • Hauseigene, einfache Bedienoberfläche
  • Sehr günstig
  • Kein Fingerprint-Sensor
  • Kein NFC
Test Outdoor-Handy: AGM Glory G1S
  • Enorme Akkulaufzeit
  • Sehr guter Schutz gegen Staub, Wasser und Sturz
  • Ordentliche Fotoabteilung
  • Laserpointer und Infrarot-Licht integriert
  • Recht teuer
Test Outdoor-Handy: AGM H5
  • Gutes Display
  • Ordentliche Fotoabteilung
  • Sehr guter Schutz gegen Staub, Wasser und Sturz
  • Enorme Akkulaufzeit
  • Nachtsicht mit Infrarot-Licht
Test Outdoor-Handy: AGM H5 Pro
  • Ordentliche Fotoabteilung
  • Wirksame Maßnahmen gegen Wasser, Staub und Sturz
  • Geringe Akkulaufzeit
  • Geringe Displayhelligkeit
Test Outdoor-Handy: Gigaset GX290 Plus
  • Gutes, sehr helles Display
  • Qi-kompatibel für kabelloses Laden
  • Wirksame Maßnahmen gegen Wasser, Staub und Sturz
  • Geringe Akkulaufzeit
Test Outdoor-Handy: Nokia XR20
  • Sehr gutes Display
  • Sehr guter Schutz gegen Staub, Wasser und Sturz
  • Qi-kompatibel für kabelloses Laden
  • Geringe Akkulaufzeit
Test Outdoor-Handy: Gigaset GX 6
  • Sehr gutes Display
  • Sehr gute Fotoabteilung
  • Qi-kompatibel für kabelloses Laden
  • Akku lässt sich wechseln
  • Rückseite hat wenig Grip
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Hart im Nehmen: Outdoor-Handys im Test

Zwar rühmen sich mittlerweile selbst die schicksten Smartphones damit, dass sie nicht ganz wasserscheu sind. Ausprobieren möchte das aber eigentlich keiner, vor allem wenn die Kostbarkeit teuer bezahlt wurde. Um die Kanten herumgezogene Displays sehen bei iPhone und Co. zwar besonders elegant aus, bilden aber nach einem ungünstigen Sturz schnell die gefürchtete »Spider-App«, also ein gesprungenes Display.

Besonders wer bei der Arbeit oder auch in seiner Freizeit draußen oder in besonders schwieriger Umgebung unterwegs ist, lässt das teure Smartphone lieber zu Hause oder schafft sich gleich ein richtiges Outdoor-Handy an.

Rundumschutz

Das Besondere an den Outdoor-Handys ist tatsächlich, dass sie gegen die meisten äußerlichen Einflüsse geschützt sind. In der Hauptsache gegen das Eindringen von Schmutz und Wasser, sowie gegen Stürze. Genaue Auskunft über den Schutz vor eindringenden Staub und eindringendes Wasser in die empfindliche Elektronik geben die genormten IP-Schutzklassen, nach denen auch unsere Testgeräte zertifiziert sind.

Für den Sturz aus unterschiedlichen Höhen gibt es eine eigene Norm – die Hersteller geben unterschiedliche Fallhöhen für einen Sturz auf eine Betonfläche an, die das Outdoor-Handy zwar nicht komplett schadlos überstehen kann, es jedoch in der Funktionsfähigkeit nicht einschränken soll. Wir haben beide Spezifikationen, wenn vorhanden, in der Tabelle angegeben. Manche Outdoor-Smartphones entsprechen gleich zwei Schutzklassen, beispielsweise IP68 und IP69. Dort gilt die höhere Schutzklasse meistens nur, wenn sämtliche Abdeckungen über Anschlüsse etc. geschlossen sind.

In vielen Spezifikationen ist neben den Angaben der IP-Schutzklasse noch den Militärstandard MIL-STD-810H beziehungsweise den älteren MIL-STD-810G angegeben. Beide treffen jedoch weder überprüfte, noch überprüfbare Aussagen über die tatsächlichen Eigenschaften des Gerätes und dienen eher dem Zweck des Marketings. Wir haben daher darauf verzichtet, diese in der Tabelle der Outdoor-Smartphones anzugeben.

Outdoor-Handy Test: Doogee S98

Testsieger: Doogee S98

Schon allein mit seiner Größe und dem Gewicht liegt das Doogee S98 gut und sicher in der Hand. Damit es selbst bei einem Sturz keinen größeren Schaden nimmt, verfügt es über eine rundumlaufende Stoßkante. Doch das ist längst nicht die einzige Maßnahme, um die sensible Elektronik des S98 gegen massive Einflüsse von außen zu schützen.

Testsieger
Doogee S98
Test Outdoor-Handy: Doogee S98
Das Doogee S98 zeigt direkt, dass es für raue Einsätze gedacht ist. Es ist rundum gut geschützt und verfügt über alle Tugenden eines guten Smartphones.

An das Innenleben des Doogee S98 kommt weder Wasser noch Staub, dafür sind sämtliche Öffnungen wie der Kartenslot und die USB-Buchse mit wasserdichten Abdeckungen versehen. Beim Kartenslot geht das sogar soweit, dass dieser gar nicht ohne Werkzeug geöffnet werden kann. Damit man nicht in Versuchung gerät, sich den Fingernagel daran abzubrechen, liegt dem Outoor-Handy ein ein passendes Tool bei.

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Outdoor-Handy Test: Doogee S98 Backdisplay1
Das Doogee hat ein kleines, rundes Display auf der Rückseite für Benachrichtigungen, eine LED erzeugt Infrarot-Licht für Nachtaufnahmen.
Outdoor-Handy Test: Doogee S98 Sim Tool
Zwei SIM-Karten und eine Speicherkarte können gleichzeitig untergebracht werden, die Abdeckung lässt sich am besten mit dem Werkzeug öffnen.
Outdoor-Handy Test: Doogee S98 Tasten
Der Fingerprint-Sensor ist neben den üblichen anderen Tasten seitlich untergebracht.
Outdoor-Handy Test: Doogee S98 Usbc
Auch die USB-C Buchse ist staub- und wasserdicht verschlossen.
Outdoor-Handy Test: Doogee S98 Komplett
Dem Doogee liegt neben dem Werkzeug für den SIM-Karten-Deckel auch ein üppig dimensioniertes Netzteil zum schnellen Laden bei.

Neben dem großen Frontdisplay gibt es noch ein kleineres, rundes auf der Rückseite des S98. Hier werden bei Bedarf Datum, Uhrzeit und Benachrichtigungen angezeigt, wenn das Doogee auf dem Bauch liegt. Es lässt sich entweder durch Herumdrehen des Smartphones oder durch Antippen des Displays aktivieren und ist zudem, wie auch das große Display, leicht versenkt, sodass es bei einem Sturz bestmöglich geschützt ist.

In der sogenannten Toolbox gibt es eine ganze Reihe nützlicher Werkzeuge, wie zum Beispiel Kompass, Winkelmesser, Senklot, Schallmesser, Wasserwaage und viele andere praktische Helferlein. Für die Bedienung mit Handschuhen oder unter anderen ungünstigen Umständen, lässt sich die Oberfläche des Betriebssystems in den »einfachen Modus« umstellen, die wichtigsten Apps werden dann als große Kacheln angezeigt.

Der mit 6.000 mAh riesige Akku hält gut 20 Stunden im Video-Dauerbetrieb durch, das sollte selbst unter ungünstigsten Umständen locker für einen Arbeitstag ausreichen. Zum Laden muss es dann auch nicht allzu lange an die Steckdose, das mitgelieferte Schnellade-Netzteil sorgt schon binnen gut eineinhalb Stunden für volle Einsatzfähigkeit. Der eingebaute MTHelio G96 Prozessor zeigt eine sehr gute Leistung und unterstützt die vielen Funktionen des Outdoor-Smartphones.

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Outdoor-Handy Test: Doogee S98 Hell
Outdoor-Handy Test: Doogee S98lx
Outdoor-Handy Test: Doogee S98lxir

Die Kameraabteilung ist dagegen eher stiefmütterlich bestückt – da gibt es keine Beauty- oder andere Filter, es stehen nur zwei Kameras auf der Rückseite zur Verfügung und Spielereien wie einen Portraitmodus gibt es zwar, arbeiten aber nicht so raffiniert wie bei den bekannten Premium-Smartphones.

Dennoch geht die Bildqualität in Ordnung, zumal wenn nur zu dokumentarischen Zwecken fotografiert wird. Im Nachtmodus stellt das Doogee S98 auf Wunsch sogar eine Infrarot-Lichtquelle zur Verfügung; die erlaubt Outdoor selbst bei absoluter Dunkelheit die von Nachtsichtgeräten bekannten Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Menschen und die meisten Tiere können das Infrarotlicht übrigens gar nicht wahrnehmen.

Umfangreiche Schutz­maßnahmen

Mit seiner Bauweise ist das Doogee S98 laut IP-Zertifizierung gegen dauerndes Untertauchen bis 1 Meter Wassertiefe (IP68), sowie gegen Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung, spezifisch für Straßenfahrzeuge (bei geschlossenen Abdeckungen IP69K) geschützt. Nach IP6 ist es zudem komplett staubdicht, unabhängig von der Korngröße. Darüberhinaus darf das Outdoor-Smartphone aus 1,2 Metern Höhe auf eine Beton- oder Stahlfläche stürzen, ohne dass es seine Funktionsfähigkeit einbüßt.

Das Gehäuse bleibt dabei nicht immer ohne Schrammen und Dellen, die Metallseiten, welche die Bedientasten umgeben, können aus diesem Grunde auch abgeschraubt und ausgewechselt werden.

Nachteile?

Nachteile hat das Doogee allerdings auch; so sind wie schon gesagt, die fotografischen Möglichkeiten des Handys recht eingeschränkt, vor allem im Vergleich zu einem normalen Smartphone in der gleichen Preisklasse. Das ist allerdings ein Manko, welches die meisten Outdoor-Handys mitbringen.

Das Doogee S98 im Testspiegel

Auch wenn Outdoor-Handys eher selten getestet werden, haben wir zum Doogee S98 doch einen Testbericht gefunden:

Auf ChinaHandys.net erreicht das Doogee S98 gute 83 Prozent und wird mit dem V20 aus gleichem Hause verglichen:

»Abgesehen davon ist das S98 ein solides Outdoor-Smartphone geworden, das sich aber derselben Kritik wie das V20 stellen muss. Das gilt insbesondere für das verschenkte Potenzial des rückseitigen Displays, das abgesehen von SMS, keine weiteren Benachrichtigungen anzeigen kann.«

Alternativen

So vielseitig das Doogee S98 auch ist, es gibt immer Einsatzbereiche, die andere Fähigkeiten, Apps oder eine spezielle Ausstattung erforderlich machen. Aus diesem Grund haben wir noch weitere Outdoor-Handys als Alternativen aufgelistet und die besonderen Merkmale herausgestellt.

Teurer und besser: Caterpillar CAT S62 Pro

Das CAT S62 Pro wird von der Bullit Group unter der Marke Caterpillar vertrieben, das Logo und die Marke kennt man bereits von Baggern und anderen schweren Baumaschinen, und genau da gehört das S62 Pro laut Hersteller auch hin – in den harten Outdoor-Baustellen-Einsatz.

Wenn Geld egal ist
Caterpillar CAT S62 Pro
Test Outdoor-Handy: Caterpillar Cat S62 Pro
Das CAT ist schön kompakt und recht leicht, ist aber hervorragend gegen Stürze sowie eindringendes Wasser und Staub geschützt.

Gut gerüstet ist das CAT S62 Pro dafür allemal – auch wenn sein Auftritt es bei weitem nicht so massiv ist, wie bei unserem Favoriten. Das liegt nicht zuletzt an den kompakteren Abmessungen, schließlich hat das CAT nur eine Display-Diagonale von 5,7 Zoll. Das reicht aber vollkommen aus, und so passt das Outdoor-Handy auch locker in eine freie Tasche der Arbeitsbekleidung.

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Outdoor-Handy Test: Cat S62pro
Das CAT S62 Pro ist besonders hell, und damit auch bei Sonnenlicht gut abzulesen.
Outdoor-Handy Test: Cat S62pro Back
Über der Kamera ist noch ein Wärmebildsensor untergebracht.
Outdoor-Handy Test: Cat S62pro Sim
Die Aufnahme für die Sim- und Speicher-Karten ist grundsolide aus Metall gefertigt und als Hybrid-Slot ausgelegt.
Outdoor-Handy Test: Cat S62pro Tasten
Die umlaufende Metallkante schützt das Smartphone selbst bei Stürzen aus 1,8 Metern auf harten Untergrund.
Outdoor-Handy Test: Cat S62pro Usbc
Die USB-C-Buchse hat keine Abdeckung, trotzdem ist das CAT auch dort gegen eindringendes Wasser geschützt.
Outdoor-Handy Test: Cat S62pro Komplett
Zum Lieferumfang gehört neben dem Ladekabel ein moderat dimensioniertes Ladenetzteil.

Auch wenn das Display des CAT S62 Pro mit 5,7 Zoll eher in die Kompaktklasse gehört, hat es doch mit 2160 x 1080 Pixeln eine beachtliche Auflösung. Darüberhinaus ist es sehr hell, wodurch es sich gerade in heller Umgebung noch gut ablesen lässt.

Bei unserem Testmuster ist das Betriebssystem Android 11 installiert, was unter Federführung des Snapdragon 660 Prozessors schön flüssig läuft. Ein kleines Manko stellten wir dann beim Touch auf die Toolbox fest. Hier öffnet sich, wenn auch auf dem Umweg über die Bullit Group (dem Hersteller der CAT Phones), der PlayStore. Viele der dort aufgelisteten Tools sind zwar kostenlos, die interessanteren dagegen nicht. In unserem Favoriten sind solche nützlichen Werkzeuge bereits integriert.

Enorm sturzsicher

Das CAT S62 Pro darf laut IP68 nicht nur bis zu einem Meter tief tauchen und verträgt nach IP69 sogar eine Hochdruck-Dampfstrahlreinigung, es dürfte sogar einen Sturz aus 1,8 Metern Höhe auf einen harten Untergrund überstehen – zwar nicht schadlos, aber immerhin funktionsfähig.

Mithilfe der installierten App MyFLIR Pro und der Wärmebild-Kamera auf der Rückseite kann man quasi berührungslos die Temperatur von Gegenständen in der Nähe sichtbar machen. So können Sie sich ein Wärmebild vom PKW-Motor machen, bevor Sie sich die Finger verbrennen.

Das Outdoor-Smartphone kann aber auch ganz normale Fotos machen. Unsere Testfotos bei guter und geringer Beleuchtung können sich jedenfalls sehen lassen, auch wenn sie nicht ganz an die Qualität der meisten Smartphones in der gleichen Preisklasse heranreichen. Das gilt ganz besonders für Aufnahmen unter schwierigen Lichtverhältnissen.

Das CAT S62 Pro macht alles ein wenig besser als unser Favorit, außerdem lässt es sich dank seiner kompakteren Abmessungen viel besser unterbringen. Insgesamt hat das aber auch seinen Preis.

Leistungsträger: Samsung Galaxy XCover6 Pro

Samsung ist einer der wenigen, wenn nicht der einzige Hersteller von Premium-Smartphones, der mit dem Galaxy XCover6 Pro auch ein Outdoor-Handy im Programm hat. Wie der Name schon vermuten lässt, geht das robuste Smartphone bereits in die sechste Generation – nur ein Beleg dafür, dass man bei Samsung auch in dieser Sparte über einiges Knowhow verfügt.

Outdoor und Büro
Samsung Galaxy XCover6 Pro
Test Outdoor-Handy: Samsung Galaxy XCover6 Pro
Das Galaxy XCover6 Pro ist mit einem besonders leistungsfähigen Prozessor ausgestattet, lässt sich Dank DeX auch in einer Büro-Infrastruktur nutzen.

Anders als der Großteil der Konkurrenz sieht das Galaxy XCover6 Pro so gar nicht klobig aus. Das liegt einerseits daran, dass die Stoßkanten auf ein Minimum reduziert wurden – außerdem hat Samsung die Akku-Kapazität auf 4.000 mAh beschränkt, viele Wettbewerber haben mit 7.000 mAh fast die doppelte Kapazität. Eine Ladung reicht in unserem Videotest für knapp 15 Stunden Dauerbetrieb, was angesichts des besonders leistungsstarken Prozessors in Ordnung ist.

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Outdoor-Handy Test: Samsung Galaxyxcover6pro
Das Galaxy XCover6 Pro ist kaum von einem normalen Mittelklasse-Smartphone zu unterscheiden, Display und Rechenpower sind absolut klassenüblich.
Outdoor-Handy Test: Samsung Galaxyxcover6pro Back1
Die Rückseite ist mit leichten Riffeln versehen, dadurch liegt es sehr gut in der Hand.
Outdoor-Handy Test: Samsung Galaxyxcover6pro Open
Der Rückdeckel lässt sich abnehmen, zum Einsetzen der SIM- und Speicherkarten, sowie zum Wechseln des Akkus.
Outdoor-Handy Test: Samsung Galaxyxcover6pro Headset
Oben gibt es eine Headset-Buchse, die rote Taste schaltet die LED-Taschenlampe ein.
Outdoor-Handy Test: Samsung Galaxyxcover6pro Tasten
Der Fingerabdrucksensor ist seitlich untergebracht und gleichzeitig die Ein-Aus-Taste.

Beim Display hat Samsung beim Galaxy XCover6 Pro ebenfalls nicht gespart: Die Auflösung von 400 ppi wird auch der Mittelklasse bei den »normalen« Smartphones gerecht. Selbst mit Handschuhen ist die Bedienung möglich, wenngleich man mitunter etwas nachdrücklicher tippen und wischen muss. Darüberhinaus kann man die Bildwiederholfrequenz auf 120 Hertz erhöhen, was adaptiv, also nur bei Anwendungen passiert, wo das sinnvoll ist. Um Strom zu sparen, lässt sich die Bildwiederholfrequenz auch dauerhaft auf 60 Hertz festlegen.

Strom sparen ist beim Galaxy nur eine Möglichkeit, um mit dem vergleichsweise kleinen Akku auch längere Zeit über die Runden zu kommen. So lässt sich der Rückdeckel abnehmen, um beispielsweise einen geladenen Ersatz-Akku einzusetzen, womit sich die Laufzeit verdoppelt. Unter dem Deckel kann man auch die beiden SIM-Karten und die microSD-Karte zur Speichererweiterung einsetzen.

Die meisten Hersteller verzichten auf einen abnehmbaren Rückdeckel, weil das Smartphone dadurch dicker wird und es zudem schwieriger ist, das Innenleben vorm Eindringen von Wasser und Staub zu schützen. Samsung hat die Herausforderung angenommen, das Innenleben nach Schutzklasse IP68 auch bei längerem Untertauchen gegen eindringendes Wasser zu schützen. Ein dedizierter Fallschutz ist nicht dokumentiert, daher sollte man einen Fall besser nicht riskieren – der fällt im Zweifel nicht unter die Kulanz bei einer Rückgabe.

Rechts befindet sich die Wippe für die Lautstärke sowie der mit dem Fingerabdruck-Sensor kombinierte Ein/Aus-Schalter. Auf der gegenüberliegenden Seite ist die sogenannte Xcover-Taste, die einen roten Metallrahmen besitzt. Sie lässt sich relativ frei belegen, um ausgewählte Apps oder Funktionen mit einem einzigen Tastendruck zu starten.

Outdoor-Handy Test: Screenshot Samsung Dex
Mit Hilfe der DeX-Funktion lässt sich das Galaxy komfortabel wie ein Desktop nutzen.

Das Galaxy XCover6 Pro lässt sich zwar dank der üblichen Schutzmaßnahmen perfekt bei Tätigkeiten im Outdoor-Bereich nutzen. Wenn es allerdings notwendig ist, mit dem Gerät im Büro zu arbeiten, geht das mindestens genauso gut. Dank der DeX-Funktionalität lässt sich das XCover6 Pro drahtlos mit kompatibler Maus, Tastatur und Monitor koppeln und macht die Arbeit am Schreibtisch so komfortabel wie mit einem Desktop-PC. Steht kein kompatibles Gerät zur Verfügung, reicht ein Kabel, um das Galaxy mit einem PC, TV oder Monitor zu koppeln, um am großen Bildschirm zu arbeiten.

Outdoor-Handy Test: Screenshot Samsung Camera
Rechts werden bei Bedarf die verschiedenen Zoom-Einstellungen eingeblendet und können direkt ausgewählt werden.

Die Fotos, die sich mit dem XCover6 Pro schießen lassen, reichen nur knapp an die Qualität vergleichbarer Smartphones heran, liegen aber im oberen Bereich sämtlicher bislang von uns getesteter Outdoor-Handys. Bei wenig Licht hält sich das Rauschen erfreulicherweise in Grenzen und die Farbreproduktion ist sehr natürlich – wenngleich auch die Sättigung etwas zurückgeht.

Bei ausreichender Beleuchtung wird das Motiv etwas zu stark belichtet, auch die kräftige Nachschärfung sorgt für sichtbare Doppelkonturen. Dennoch kann sich die Qualität der Fotos deutlich von der Konkurrenz in diesem Test absetzen. Besonders gut hat uns die Einblendung der Zoom-Werte am rechten Bildrand gefallen – hier kann man schnell die passende auswählen, was vor allem mit Handschuhen einfacher ist als die sonst übliche Pince-Bewegung.

Das Samsung Galaxy XCover6 Pro ist der perfekte Begleiter, wenn es nicht ganz so hart zur Sache geht. Wenn es darum geht, das Gerät auch mal effektiv und komfortabel im Büro-Alltag einsetzen zu können, kommt man an der DeX-Funktion kaum vorbei. Das vermeintliche Manko des etwas schwächlichen Akkus lässt sich gut mit einem Ersatz-Akku kompensieren. Der Wechselakku reduziert zudem potentielle Reparaturkosten, denn nach wie vor ist der Akku auf Dauer eines der anfälligsten Bauteile im Smartphone – beim XCover6 Pro im Handumdrehen und selbst vom technischen Laien schnell ausgewechselt.

Preistipp: Motorola Defy

Das Motorola Defy wirkt wie ein normales Smartphone, welches man mit einer gummierten Hülle versehen hat. Diese ist beim Defy natürlich fester Bestandteil des Gehäuses, und sorgt unter anderem dafür, dass das Smartphone selbst einen Sturz aus bis zu 1,8 Metern Höhe einigermaßen unbeschadet, aber auf jeden fall noch funktionsfähig überstehen sollte.

Gut & günstig
Motorola Mobility Defy
Test Outdoor-Handy: Motorola Mobility Defy
Das Defy von Motorola basiert auf einem ganz normalen Smartphone, das Gehäuse ist allerdings stoßfest und wasserdicht.

Auch Staub und Wasser werden laut Schutzklasse IP68 von der sensiblen Elektronik ferngehalten. Besagte Schutzhülle hat zudem an der linken unteren Ecke eine Befestigungsmöglichkeit für die mitgelieferte Schlaufe. Damit am Handgelenk befestigt, hat man das Defy stets griffbereit und trotzdem beide Hände frei.

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Outdoor-Handy Test: Motorola Defy
Bis auf den Rand ums Display sieht das Defy von Motorola wie ein ganz normales Smartphone aus, der Rand bietet dem Display bei einem Sturz mehr Schutz als die sonst üblichen ganzflächigen Displays mit herumgezogener Kante.
Outdoor-Handy Test: Motorola Defy Sim
Das Slot fast wahlweise zwei SIM-Karten oder eine SIM- und eine Speicherkarte.
Outdoor-Handy Test: Motorola Defy Tasten
Außer den üblichen Tasten zum Ein-und Ausschalten und für die Lautstärke noch die PTT-Taste, mit der das Outdoor-Handy wie ein Funkgerät genutzt werden kann.
Outdoor-Handy Test: Motorola Defy Komplett
Zum Lieferumfang gehört neben dem Ladegerät nebst Kabel auch eine praktische Handschlaufe zur Befestigung des Smartphone.

Das Motorola Defy ist im Betrieb besonders sparsam, der Akku hat mit seinen 5.000 mAh soviel Kapazität, dass er unser Testvideo locker 30 Stunden lang abspielen kann. Allerdings wird insbesondere an der maximalen Displayhelligkeit gespart, sodass man bei starker Sonneneinstrahlung kaum noch etwas erkennen kann.

Apropos Sonneneinstrahlung; wenn es hell genug ist, macht das Outdoor-Handy ordentliche Fotos. Lässt jedoch das Licht nach, wird es bei der Kamera schnell eng. Bei Kerzenlicht geht die Sättigung der Farben schnell zurück, und das Rauschen wird deutlich sichtbar. Das Ändert sich auch im zugeschalteten Nachtmodus kaum, das Foto wird einfach nur heller.

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Outdoor-Handy Test: Motorola Defy Hell
Outdoor-Handy Test: Motorola Defylx
Outdoor-Handy Test: Motorola Defylx

Das Motorola Defy unterscheidet sich gar nicht so sehr von einem herkömmlichen Smartphone. Genau das macht es für Viele interessant, denn die Maßnahmen zum Schutz des empfindlichen Innenlebens sind auf den ersten Blick kaum zu sehen, sind aber effizient. Prozessor, Speicher und so weiter sind staubdicht geschützt. Der Preis ist zudem so moderat geblieben, dass das Motorola in dieser Kategorie unseren Preistipp stellt.

Einfache Bedienung: Beafon MX1 premium

Das Beafon MX1 premium haben wir tatsächlich bereits getestet, und zwar in der Kategorie Seniorenhandys. Das Besondere am MX1 ist nicht etwa das wasser- und staubdichte Gehäuse oder generell die robuste Aufmachung. Auch die hauseigene Betriebssystems-Oberfläche ist es nicht, jedenfalls nicht alleine. Erst die Kombination aus beiden, nämlich die einfache Bedienung per Kachel-Oberfläche und das robuste Äußere machen das MX1 zu einem besonderen Outdoor-Smartphone für eine besondere Zielgruppe.

Für Senioren
Beafon MX1 premium
Test Outdoor-Handy: Beafon MX1 premium
Das Beafone ist nicht nur robust und wasserdicht, es ist dank spezieller Oberfläche auch besonders leicht zu bedienen.

An Bord gibt es nicht nur den einfachen Beafon-Desktop, der sich jederzeit in den gewohnte Android-Look umswitchen lässt, es gibt auch einige pfiffige Features für den Notfall.

Über die SOS-Taste auf dem Bildschirm können bis zu fünf Rufnummern angerufen beziehungsweise per Textnachricht informiert, und bei Bedarf der eigene Standort als GPS-Daten gleich mit versandt werden. Es lässt sich zudem eine Sicherheitszone im Umkreis zwischen 100 Metern und 10 Kilometern einrichten. Wird diese überschritten, wird sofort eine Nachricht an eine ausgewählte Kontaktperson geschickt. Das funktioniert auch andersherum, nämlich wenn die Sicherheitszone betreten wird. Damit ist das Beafon MX1 premium für alle Menschen interessant, die gerne mal auf Wanderschaft gehen, und das möglichst sorglos.

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Outdoor-Handy Test: Beafon Mx1premium
Das Beafon MX1 premium hat neben der normalen Android-Installation auch die hauseigene Beafon-Oberfläche.
Outdoor-Handy Test: Beafon Mx1premium Back
Die Kamera ist zum Schutz von einem Metallrahmen eingefasst.
Outdoor-Handy Test: Beafon Mx1premium Sim
Das Hybrid-Slot dient wahlweise für zwei SIM-Karten oder für eine Sim-und eine Speicherkarte.
Outdoor-Handy Test: Beafon Mx1premium Tasten
Die Tasten sind gummiert, wie das ganze Gehäuse, das macht sie Stoßunempfindlich und schützt gegen das Eindringen von Wasser.
Outdoor-Handy Test: Beafon Mx1premium Komplett
Zum Lieferumfang gehört das Ladenetzteil und das entsprechende Kabel.

Fotografieren kann man mit dem Beafon natürlich auch, allerdings kann man von der einen Rückkamera und vor allem angesichts des günstigen Preises hier keine Wunder erwarten. Für normale Schnappschüsse bei guter Beleuchtung reicht es aber allemal, wenn das Licht schwächer wird, muss man in der Leistung Kompromisse eingehen.

Das Beafon MX1 premium ist nicht nur ein einfaches, sondern auch ein einfach zu bedienendes Smartphone. Die robuste Ausführung dürfte die Hemmschwelle bei vielen Menschen, überhaupt ein Smartphone zu benutzen, nochmal deutlich herabsetzen. Schließlich kann man hier kaum etwas kaputt machen.

Außerdem getestet

Gigaset GX 6

Wie die meisten Smartphones und DECT-Telefone von Gigaset, wird auch das GX 6 in Deutschland entwickelt und produziert. Wegen der hierzulande mittlerweile fehlenden Fertigungsstätten müssen die meisten elektronischen Bauteile und Baugruppen importiert werden – aber immerhin. Möglich ist das unter anderem nur durch die Spezialisierung auf Nischenprodukte wie beispielsweise die Outdoor- und Senioren-Handys. Mit dem GX290 Plus haben wir zwar schon einen Kandidaten im Test, mit dem GX 6 reizt der Hersteller die Möglichkeiten deutlich weiter aus, auch beim Preis.

Als Gegenwert bekommt man für ein Outdoor-Handy ein recht schlankes Gerät, mit hochwertigem Display, welches nicht nur mit guter Auflösung und stabilem Blickwinkel verwöhnt, sondern auch die Umschaltung der Bildwechselfrequenz zwischen 60, 90 und sogar 120 Hertz erlaubt. Viele Anwendungen laufen dadurch besonders flüssig, benötigen bei höherer Frequenz allerdings auch mehr Energie. Dem versucht das GX 6 mit einem 5.000 mAh starken Akku Herr zu werden. Das gelingt nicht ganz, denn bei unserem Video-Test machte er schon nach 15 Stunden schlapp, was eher ein mittelmäßiger Wert ist.

Allerdings lässt sich im Zweifel der leere Akku einfach gegen einen Ersatzakku austauschen, der Rückdeckel lässt sich nämlich leicht abnehmen. Darunter sind im übrigen auch die Slots für die SIM- und Speicherkarte zugänglich. Unterdessen können Sie den leeren Akku einfach wieder aufladen, was wegen der dort aufgebrachten Spule sogar drahtlos auf einer beliebigen Qi-Ladefläche passieren kann – eine äußerst pfiffige Lösung!

Trotz abnehmbarem Rückdeckel ist das GX 6 nach IP68 auch bei längeren Tauchversuchen gegen eindringendes Wasser geschützt. Ein dedizierter Fallschutz ist nicht dokumentiert, was schade ist, da die Rückseite zwar leicht genoppt, aber leider nicht ganz rutschfest ist. Einen Fall aus größerer Höhe sollte man daher besser vermeiden.

Trotz des kleinen Mankos ist das GX 6 rundum gelungen, denn außer dem flotten Display und der pfiffigen Akku-Technik weiß es auch mit ordentlicher Fotoqualität zu überzeugen. Das Gigaset GX 6 ist zwar nicht ganz billig, die Produktion und auch der Alltagsbetrieb sind aber so nachhaltig, dass sich die Ausgabe nach längerer Nutzungsdauer locker amortisiert.

AGM H5 Pro

Das AGM H5 Pro ist etwas teurer als das AGM H5 – nach unserem Test ist allerdings nicht ganz klar geworden, wo eigentlich der Vorteil des Pro-Modells gegenüber dem etwa 100 Euro günstigeren H5 liegt. Der gravierendste Unterschied zwischen den beiden Geräten ist wohl der Prozessor, der im H5 Pro etwas leistungsfähiger ist sowie der etwas üppigere Arbeitsspeicher. Allerdings benötigt das auch deutlich mehr Energie, ansonsten lässt sich kaum der fast doppelt so hohe Strombedarf in unseren Video-Dauertest erklären. Auch die Auflösung und die maximale Helligkeit der Displays liegt auf dem gleichen Niveau.

Auch der Lautsprecher des H5 Pro kann sich in lauter Umgebung  mit einem Schalldruck von 109 dB gut durchsetzen. Die Schutzklassen decken mit IP68 nicht nur längere Tauchfahrten ab, das Smartphone soll nach IP69K auch den Strahl von einem Dampfstrahler problemlos überstehen. Die Fallhöhe ist, wie beim Kollegen ohne Pro, mit 1,5 Metern angegeben, also auch hier nichts Neues. Selbst die Ergebnisse der Fototests mit den beiden Smartphones ähneln sich – was wegen der gleichen Kamera-Bestückung aber kaum verwunderlich ist.

Kurzum, wir haben keinen triftigen Grund gefunden, etwa 100 Euro mehr für das AGM H5 Pro zu investieren, außer vielleicht ein geringer Leistungszuwachs, der gegenüber dem H5 bei manchen Anwendungen zu verzeichnen ist.

AGM H5

Der Hersteller des AGM H5 ist hier noch relativ unbekannt, das wird sich allerdings mittelfristig ändern, schließlich ist man hier auf Outdoor-Handys spezialisiert. Das ist dem H5 durchaus anzusehen, denn die schiere Größe ist nicht allein dem 6,5-Zoll Display geschuldet. Das Gehäuse verfügt über großzügig bemessene Stoßkanten, die das Smartphone Stürze aus 1,5 Metern Höhe überstehen lassen. Ein ganz besonderes Feature wird allerdings auf der Rückseite sichtbar; das H5 hat dort einen riesigen Lautsprecher montiert.

Der ist keineswegs nur Attrappe, schließlich schafft er eine Lautstärke von 109 dB, was lauter ist, als ein Presslufthammer in einem Meter Entfernung. Das Einsatzgebiet des AGM H5 ist damit klar: Es ist das ideale Smartphone in einer lauten Umgebung. Da ist es sicher kein Nachteil, dass es zusätzlich nach IP68 und IP69 gegen Eindringen von Staub und Wasser gefeit ist.

Der Akku hält mit 30 Stunden Dauerbetrieb sehr lange durch, die Fotoabteilung wird bei Nachtaufnahmen von einer Infrarot-LED unterstützt. Lediglich das Display des Outdoor-Smartphones könnte etwas heller sein.

AGM Glory G1S

Obwohl das AGM Glory G1S deutlich teurer ist als das H5, gibt es kaum Unterschiede. Das Display löst zwar höher auf, reicht aber nicht an die maximale Helligkeit des H5 heran. Die Schutzklassen sind die gleichen, selbst der Aufprallschutz ist bis 1,5 Metern Fallhöhe spezifiziert. Trotz kleinerem Akku, ist die Laufzeit mit ebenfalls 30 Stunden Video-Dauertest gleich lang.

Bei der Ausstattung gibt es dagegen schon Unterschiede – zwar verfügen beide über eine Infrarot-LED für Nachtaufnahmen, das Glory G1S kann darüber hinaus mit Hilfe einer IR-Kamera Wärmebilder machen. Ein Laserpointer ist obendrein installiert. Wem diese Features der doppelte Preis wert sind, bekommt mit dem AGM Glory G1S ein überaus vielseitiges und robustes Outdoor-Werkzeug, das allerdings auch seinen Preis hat.

Nokia XR20

Das Nokia XR20 ist so ziemlich das unscheinbarste Outdoor-Handy. Lediglich die gummierte Rückseite und die recht dünne umlaufende Stoßkante offenbaren, dass es sich keinesfalls um ein normales Handy handelt.

Dabei darf das XR20 nach IP68 sogar auf Tauchstation gehen, und das schlanke Gehäuse täuscht glatt darüber hinweg, dass es Stöße aus einer Fallhöhe von bis zu 1,5 Metern aushalten kann. Das Display ist ziemlich hell und hat einen großen Betrachtungswinkel. Die Fotoabteilung ist dagegen Mittelmaß, trotz des Zeiss-Logos auf der Rückseite. Dasselbe trifft auf den Akku zu, trotz ordentlicher Kapazität, hält er bei unserem Video-Test gerade einmal 12 Stunden durch. Das Nokia wird standardmäßig ohne Ladegerät ausgeliefert, lässt sich aber mit jedem USB-Ladegerät und dank Qi-Standard auch kabellos aufladen.

Wenn das kein Problem ist, und Sie auf der Suche nach einem Outdoor-Handy sind, was einiges wegstecken kann aber nicht sofort als solches zu erkennen ist, sind sie mit dem Nokia XR20 gut bedient.

Gigaset GX290 Plus

Ganz »Made in Germany« ist das Gigaset GX290 Plus – und es kann sich durchaus in der Konkurrenz behaupten. Nach Schutzklasse IP68 darf es dauerhaft bis zu einem Meter Wassertiefe tauchen. Einen Sturz aus bis zu 1,2 Metern sollte es auch weitgehend unbeschadet überstehen, zumindest was die Funktion anbelangt.

Der Akku hält zwar unserem Videotest nur zwölf Stunden stand, lässt sich aber dank Qi-Kompatibilität drahtlos wieder aufladen. Für die normale Ladung liegt zudem ein Netzteil bei. Im Menü lässt sich das Ladelimit auf 90 Prozent beschränken, dann ist der Akku zwar nicht randvoll, letzten Endes erhöht diese Maßnahme aber seine Lebensdauer.

Die Auflösung des Displays ist zwar eher moderat, dafür kann es aber mit der größten Maximalhelligkeit sämtliche Konkurrenten in diesem Test überflügeln. Das ist besonders wichtig, wenn man auch in heller Umgebung noch etwas auf dem Bildschirm erkennen will. Bis auf die Fotos bei geringer Beleuchtung kann sich zudem auch die Kamera sehen lassen.

Wer gern ein Outdoor-Handy sein Eigen nennt, das ohne viel Schnickschnack in Deutschland produziert wird und zudem für einen recht moderaten Preis zu habe ist, kann hier getrost zuschlagen.

So haben wir getestet

Wie schon die anderen Smartphones in unseren Tests, müssen auch die Outdoor-Handys in mehreren Disziplinen zeigen, was sie können. Die Akkulaufzeit messen wir, wie auch bei den anderen Smartphones, im Video-Dauerbetrieb bei 50 Prozent Displayhelligkeit und eingeschaltetem WLAN und Bluetooth.

Outdoor-Handy Test: 8 Outdoor Handys
Das erste Testfeld 07/2022 bei den Outdoor-Handys umfasst acht Geräte: von AGM das H5 und das G1S, von CAT das S62 Pro, das Doogee S98, das Motorola Defy, das GX290 Plus von Gigaset und schließlich das Nokia XR20 und das MX1 premium von Beafon.

Beim Display legen wir hier mehr Wert auf die Leuchtkraft als auf die Auflösung. Außerdem sollten Display und die wenigen Tasten sowie andere Bedienelemente auch mit Handschuhen gut zu betätigen sein. Des Weiteren machen wir Fotos unter normalen Lichtbedingungen und bei wenig Licht (30 Lux entsprechen etwa dem Licht einer Kerze). Zum Schluss schauen wir uns noch die Sonderfunktionen an, die manche Outdoor-Handys haben, also eine Infrarotkamera, ein integrierter Laserpointer oder andere Features, die draußen von Nutzen sein können.

Die wichtigsten Fragen

Was passiert mit dem Outdoor-Handy, wenn es auf Betonboden aufschlägt?

Jeder Aufprall auf einen harten Beton- oder Stahlboden wird zumindest Spuren am Gehäuse des Handys hinterlassen. Wenn es ganz ungünstig läuft, und das Handy beispielsweise mit dem Display auf eine vorstehende Kante oder einen Stein fällt, kann es sogar zur gefürchteten „Spider-App“, also Rissen im Display führen. Die Outdoor-Handys werden aber selbst nach solch einem Aufprall weitestgehend funktionieren.

Ist die Fotoqualität eines Outdoor-Handys mit einem normalen Smartphone vergleichbar?

Definitiv nicht, denn das Budget, was beispielsweise in ein iPhone oder Galaxy zum gleichen Preis in die Fotoabteilung mit Kamera und Software gesteckt wird, geht bei den Outdoor-Handys in die Schutzmaßnahmen für Display und Gehäuse. Fotos, um bestimmte Situationen am Arbeitsplatz oder in der Freizeit zu dokumentieren, sind dagegen kein Problem.

Ist ein Outdoor-Handy mit Militär-Standard besser als eins mit IP-Schutzklasse?

Definitiv nein – die oft angegebenen Militärstandards sind MIL-STD-810H beziehungsweise der ältere MIL-STD-810G. Mit dieser Angabe bieten die Hersteller quasi an, ihre Geräte nach den dort festgelegten Testverfahren zu prüfen, sollte denn eine Armee Interesse am Kauf bekunden. Ob sie das Prozedere dann überstehen, bleibt dahingestellt, deshalb halten wir diese Angabe für eine reine Marketing-Aussage.

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