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Das beste Smart Lock

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Smart Lock Test: Smart Lock Nuki
Ibrahim Altiparmak

Ibrahim Altiparmak

ist Autor, Technik-Enthusiast und Gamer. Mit seinem ersten PC entdeckte er nicht nur seine Leidenschaft für die Welt der Elektronik, sondern auch fürs Schreiben. Seine ersten Erfahrungen als Technik-Redakteur konnte er beim Computermagazin CHIP sammeln. Bei AllesBeste kümmert er sich überwiegend um PCs, Smartphones, Tablets und smarte Gadgets.

Wir haben 7 Smart Locks getestet. Das beste ist für uns das Nuki Smart Lock 2.0. Das smarte Türschloss ist fix in Betrieb genommen und kann entweder per Smartphone-App oder anderen digitalen Schlüsseln entsperrt werden. Zusammen mit dem sinnvollen Zubehör bietet Nuki das beste Gesamtpaket an. Doch Smart Locks haben insgesamt ihre Tücken. Welche das sind, verraten wir im Test.

Technik macht bequem: Wir steuern unsere Smartphones mit Sprachbefehlen und dimmen das Licht zuhause mit Apps. Und mit Smart Locks kann man sogar seine Haustür mit dem Handy öffnen. Was auf den ersten Blick wenig Sinn zu ergeben scheint – schließlich macht es keinen großen Unterschied, ob man zum Aufsperren einen Schlüssel oder sein Smartphone aus der Tasche zieht – hat tatsächlich einige Vorteile.

So muss man, zumindest bei einigen Modellen, das Smartphone gar nicht in die Hand nehmen, um die Tür aufzusperren. »Auto-Unlock« heißt die Zauberfunktion, mit deren Hilfe das intelligente Schloss automatisch erkennt, wenn man vor der Tür steht und das Schloss wie von Geisterhand öffnet.

Aber auch sonst haben smarte Schlösser ein paar Tricks auf Lager: Man kann schnell und unproblematisch beliebig vielen Personen übers Smartphone Zugangsberechtigungen erteilen ohne erst beim Schlüsseldienst neue Schlüssel ordern zu müssen. Digitale Schlüssel können außerdem nicht verloren gehen. Wird das Smartphone geklaut, deaktiviert man einfach den entsprechenden digitalen Schlüssel. Und wenn man sich aussperrt, kann man die Haustür einfach aus der Ferne von den Familienmitgliedern oder über eine Web-App öffnen lassen – Schlüsseldienst-Abzocke gehört damit der Vergangenheit an.

So weit zumindest die Theorie. Wir haben 7 Smart Locks über mehrere Wochen hinweg getestet und dabei festgestellt, dass in der Praxis doch nicht immer alles so klappt, wie es die Hersteller versprechen. Die meisten Smart Locks haben uns letztlich nicht überzeugt, sie sind entweder nicht wirklich smart, im Alltag unkomfortabel oder aus Sicherheitsgründen bedenklich. Drei smarte Schlösser können wir aber guten Gewissens empfehlen. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Nuki Smart Lock 2.0

Test Smart-Lock: Nuki Smart Lock 2.0
Ein Smart Lock mit einer komfortablen Bedienung, das mit bestehenden Zylindern funktioniert. Das Zubehör lässt keine Wünsche offen.

Das Nuki Smart Lock 2.0 bietet eine komfortable Bedienung, eine schnelle Montage und durchdachtes Zubehör an. Auf Upgrade- oder Abo-Optionen wurde bewusst verzichtet, das Smart Lock kann zahlreiche Benutzer verwalten. Das Smart Lock alleine stellt schon eine recht gute Lösung dar, kann aber jederzeit problemlos je nach Bedürfnis erweitert werden. In puncto Sicherheit und Datenschutz hatten wir beim Nuki zudem die geringsten Bedenken.

Auch gut

Danalock V3

Test Smart-Lock: Danalock V3
Danalock bietet ein gutes Smart Lock für Einsteiger an auf Wunsch gleich mit passendem Zylinder.

Das Danalock V3 ist eine gute Alternative zum Nuki, wenn Sie auf manche Features verzichten können. Ohne jegliches Zubehör bietet es eine zufriedenstellende Lösung für alle an, die keinen Fernzugriff benötigen und einfach nur mit dem Smartphone die Tür öffnen möchten. Der geringe Anschaffungspreis wird wieder etwas abgeschwächt, da ein separater Zylinder erworben werden muss.

Business-Lösung

Evva AirKey

Test Smart-Lock: Evva Airkey
Gutes Smart Lock für Business-Anwender: Die Cloud-Administration ist ein großer Pluspunkt, wenn viele Nutzer an verschiedenen Orten verwaltet werden sollen.

Das teuerste Smart Lock in unserem Test ist der AirKey vom Sicherheitstechnik-Spezialisten Evva. Vom Design bis hin zur Bedienung merkt man gleich, dass man hier eher ein Profi-Gerät in den Händen hält. Für die Konfiguration und Administration gibt es ein umfangreiches Online-Portal. Evva hat bei seinem Smart Lock wohl weniger den Heimanwender im Sinn gehabt, sondern eine Business-Lösung und dafür ist der AirKey empfehlenswert.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerAuch gutBusiness-Lösung
ModellNuki Smart Lock 2.0Danalock V3Evva AirKeyYale ENTRBurg Wächter secuEntry Easy Plus 5652 FingerprintDOM Tapkey Pro V2WE.LOCK L6PC
Test Smart-Lock: Nuki Smart Lock 2.0Test Smart-Lock: Danalock V3Test Smart-Lock: Evva AirkeyTest Smart-Lock: Yale ENTRTest Smart-Lock: Burg Wächter secuEntry easy 5601Smart-Lock Test: Dom Tapkey ProSmart-Lock Test: 61yxnneldhl. Ac Sl1000
Pro
  • Motorisiert
  • Funktioniert mit bestehendem Zylinder
  • Praktisches Zubehör
  • Software wird ständig gepflegt
  • Bester Datenschutz
  • Motorisiert
  • Gute Materialqualität
  • Normale Schlüssel können weiterhin verwendet werden
  • Auch ohne Zubehör nützlich
  • Umfangreiche Verwaltungsmöglichkeiten
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung via Cloud
  • Reagiert schnell
  • Motorisiert
  • Gut verarbeitet
  • Tür kann mit Schlüssel noch geöffnet werden
  • Öffnet zuverlässig
  • Notfallschlüssel vorhanden
  • Fingerprint-Reader funktioniert gut
  • Gute Materialqualität
  • App mit moderner Oberfläche
  • Öffnet zuverlässig
Contra
  • Fernbedienung schlecht verarbeitet
  • Auto Unlock funktioniert nicht immer
  • Große Geofence unter Android
  • Auto Unlock nicht so zuverlässig unter iOS
  • Zylinder muss ausgetauscht werden
  • Nicht motorisiert
  • Kein Notfallschlüssel
  • Bei der Montage muss mehr sehr genau sein
  • Kein Auto Unlock
  • Touch-Bedienung
  • Fingerprint-Reader unzuverlässig
  • Montage etwas fummelig
  • Keine wirklichen Smart-Funktionen
  • App sieht extrem altbacken aus
  • PC-Software kostet extra
  • Öffnet nicht immer zuverlässig
  • Montage nicht gut gelöst
  • Ungewöhnliche Batterielösung
  • Upgrade-Option
  • Super-Passwort auf den Zylinder aufgedruckt
  • Keine Infos über Verschlüsselung
  • App nicht übersetzt, teilweise auf Mandarin
  • Keine wirklichen Smart-Funktionen
Bester Preis
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Was Sie über Smart Locks wissen müssen

Smarte Türschlösser gibt es in den verschiedensten Varianten und Preisklassen und wie so oft gilt, je mehr man bereit ist zu investieren, desto mehr Funktionen und Features bekommt man. Die Grundfunktion ist selbstverständlich überall die gleiche: Eine Tür auf- und zusperren. Für diese recht simpel klingende Aufgabe haben sich die Hersteller verschiedene Lösungen ausgedacht.

Zur Kommunikation dient meist Bluetooth, denn diesen Standard unterstützen inzwischen alle Smartphones. Wenn Sie aus der Ferne auf Ihr Smart Lock zugreifen möchten, ist zusätzlich zwingend eine Internetverbindung nötig. Out-of-the-box hat keine der getesteten Geräte eine WLAN-Funktion an Bord, weshalb Sie nochmal Geld in die Hand nehmen müssen, um Zubehör zu kaufen. Dann können Sie auf alle Funktionen eines Smart Locks zugreifen und es mit anderen Smart-Home-Funktionen verknüpfen. Den Postboten kurz reinlassen oder Besuch in die Wohnung lassen, obwohl man nicht daheim ist, ist dann dank Fernzugriff möglich.

Smart Lock Test: Nuki Press 5
Viele Smart Locks können neben dem Smartphone auch mit Bluetooth-Fernbedienungen oder NFC-Tags geöffnet werden.

Sie möchten, dass die Lichter beim Betreten der Wohnung automatisch eingeschaltet werden oder Ihr Schloss per Sprachbefehle steuern? Kein Problem. Wie bei den meisten smarten Geräten können auch viele Smart Locks in Smart-Home-Systeme wie Apple HomeKit, Amazon Alexa, Zigbee oder IFTTT eingebunden und gesteuert werden. Oft bieten die smarten Schlösser außerdem eine Protokollfunktion. So können Sie überprüfen, ob die Kleinen sicher und pünktlich daheim angekommen sind, wenn Sie nicht zu Hause sind.

Klingt alles kinderleicht und komfortabel. Ist es manchmal auch, aber leider nicht immer.

Schon die Installation des smarten Türschlosses klappt in der Praxis nicht immer so problemlos, wie die Hersteller das in ihren Werbefilmen versprechen. Mal muss der Schließzylinder ausgetauscht werden oder der Schlüssel ist zu klein oder zu groß. Man sollte sich also auf Überraschungen gefasst machen und sich am besten vorher gut informieren, ob alle Komponenten auch wirklich zusammenpassen.

Ein herkömmliches Schloss an der Außenseite erspart böse Überraschungen

Auch wenn das Smart Lock dann endlich an der Tür ist, klappt die Technik nicht immer reibungslos. Wenn die Verbindung mal streikt oder die Batterie leer ist, kommen Sie bei manchen Smart Locks gar nicht in die Wohnung und stehen vor dem bekannten Problem, das die Smart Locks ja eigentlich lösen wollen: Schlüssel vergessen und man ist ausgesperrt. Damit dieses Szenario nicht eintritt, gibt es Smart Locks, die nur auf der Innenseite der Tür montiert werden, draußen bleibt das gute alte Schloss. Das erspart böse Überraschungen, denn so kann man die Tür notfalls noch mit einem ganz normalen Schlüssel aufsperren. Das empfinden wir nach unserem Test als die beste Lösung – denn bei uns kam es immer mal wieder vor, dass die smarten Schlösser komplett ihren Dienst versagten.

Vor allem die Auto-Unlock-Funktion, die einige Hersteller anbieten, hat uns enttäuscht, denn sie funktioniert nicht immer so, wie sie soll. Das liegt meist daran, dass das Smartphone zum Energiesparen die Bluetooth-Funktion einschränkt. Eine konstante Abfrage über Bluetooth würde Ihnen schnell den Saft aus Smartphone und Smart Lock saugen, andererseits ist es ärgerlich, wenn die Abfrage nicht oft genug geschieht und die Tür nicht öffnet, obwohl sie soll. Dann muss man nämlich doch das Smartphone aus der Tasche holen.

Funktionsweise

Die Hersteller setzen bei Smart Locks auf unterschiedliche Techniken. Die verschiedenen Funktionsweisen haben alle ihre Vor- und Nachteile.

Entscheidet man sich für ein reines Bluetooth-Gerät, gewinnt man an Sicherheit. Zwischen Ihrem Smartphone und Ihren Smart Lock findet ein direkter Austausch statt, somit können Ihre persönlichen Daten wie Standort oder Protokoll nicht übermittelt werden und stehen niemanden zur Einsicht offen. Außerdem kann Ihr smartes Schloss weder aus dem Netz angegriffen werden, noch müssen Sie sich Sorgen machen, dass nach Ablauf der Herstellerunterstützung, eine kritische Lücke in der Software gefunden wird. Sie verzichten dadurch aber auf viele Funktionen, die ein Smart Lock erst richtig smart werden lassen. Für eine Anbindung ins Smart Home und den Zugriff aus der Ferne muss das Schloss über eine sogenannte Bridge auch per WLAN ans Internet angeschlossen werden. Die Bridge verbindet sich mit dem Smart Lock und leitet die Befehle an das Schloss weiter, sie ist im Grunde genommen ein Repeater und Zugangspunkt für das Schloss.

Neben dem Smartphone gibt es verschiedene andere Möglichkeiten, ein smartes Schloss zu entriegeln. Nuki etwa bietet eine Bluetooth-Fernbedienung namens Fob an. Die meisten Hersteller setzen dagegen auf NFC als Schlüssel. So können die Schlösser mit NFC-fähigen Smartphones ebenso wie mit sogenannten NFC-Tags geöffnet werden. NFC steht für »Near Field Communication« und ermöglicht eine Datenübertragung über sehr kleine Entfernungen. Der Clou ist, dass der Austausch zwischen Sender und Empfänger elektromagnetisch geschieht – der Transponder benötigt keine eigene Energieversorgung. Es gibt aber auch andere Schlüssellösungen, wie die Code-Eingabe über ein Keypad oder die Identifikation über einen Fingerabdrucksensor.

Smart Lock Test: Smart Lock Burg Wächter 1
Für die meisten Smart Locks gibt es optional Keypads zu kaufen, teilweise auch mit Fingerabdrucksensor wie dieses von Burg Wächter.

Für die Auto-Unlock-Funktion nutzen alle Hersteller eine Kombination aus Standortermittlung per GPS, Internetverbindung und Bluetooth. Mit Bluetooth kann wie bereits erwähnt nicht ständig nach dem Smart Lock gesucht werden, denn das würde den Akku des Smartphones schnell erschöpfen. Daher wird die Suche nach dem Smart Lock per Bluetooth erst aktiviert, wenn man einen sogenannte Geofence betritt. Die Geofence ist nichts anderes als ein Radius um den Standort, den Sie für das Smart Lock festlegen.

Auto-Unlock hat seine Tücken

Die Idee an sich ist gut, hat aber ihre Tücken. Denn der Radius, den man hier einstellen kann, ist mit mindestens 50 Meter bei Nuki und 400 Meter bei Danalock ziemlich groß. Geht man nur Mal kurz vor die Tür, verlässt man die Geofence nicht. Auto-Unlock wird aber erst aktiviert, wenn man den Geofence verlässt und wieder betritt. Denn sonst wäre die Funktion ja ständig aktiviert, während man zuhause ist. Entfernt man sich also nicht weit genug von zuhause, muss man das Smartphone oder den Schlüssel aus der Hosentasche kramen.

Smart Lock Test: Smart Lock Tapkey
Einige Smart Locks setzen auf NFC-Tags als Schlüssel.

Ein weiterer Nachteil: Die Smartphone-App überwacht ständig den GPS-Standort des Besitzers. Das verbraucht zwar nicht viel Akku, ist aus Datenschutzgründen aber bedenklich, weil das Smartphone dadurch ständig Standortdaten erfasst und das allein dafür, dass man keinen Schlüssel aus der Tasche holen muss, wenn man nach Hause kommt. Da wird technologisch kräftig mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Bevor man diese Funktion aktiviert, sollte man sich auf jeden Fall die Datenschutzerklärung des Herstellers genau durchlesen, schließlich gibt es genug Apps, die sich irgendwo im Kleingedruckten die Weitergabe von Standortdaten erlauben lassen – und diese Daten dann meistbietend an zwielichtige Werbenetzwerke verhökern. Auch wenn diese Daten vorgeblich anonymisiert gespeichert werden, eine eindeutige Identifikation von Personen ist anhand von Standortdaten ein Kinderspiel – denn wie viele Menschen pendeln schon täglich von Ihrem Haus zu Ihrer Arbeitsstelle? Vermutlich nur Sie.

Leider gibt es bis jetzt keine wirklich besseren Lösungen, um ein zuverlässiges Auto-Unlock zu bewerkstelligen. Man könnte zwar das heimisch WLAN oder sogenannte iBeacons zur Standortbestimmung nutzen. Sobald man in Reichweite des eigenen WLANs oder des iBeacons kommt, könnte sich Bluetooth scharf stellen und das Smart Lock öffnen. Das bringt aber ein großes Problem mit sich, das noch kein Hersteller zufriedenstellend lösen konnte. Das Schloss würde sich öffnen, sobald Sie Ihr WLAN aus und wieder einschalten oder einfach nur Ihr Smartphone neu starten. Ein Reset am Router oder ein schwaches Signal am Smartphone und schon steht die Tür offen. Dasselbe gilt für die Kombination aus iBeacon und Bluetooth, die Danalock eine zeitlang angeboten hat. Inzwischen hat der Hersteller diese Lösung wieder eingestellt.

Bauarten

Smart Locks ersetzen entweder den eingebauten Zylinder oder werden am bestehenden Zylinder mitsamt eines Schlüssels angebracht. Der Vorteil von Letzterem: Von außen ist das Smart Lock unsichtbar und im Notfall kann man dank die Tür mit einem normalen Schlüssel aufsperren – sofern der Zylinder beidseitig sperrbar ist. In so einen Zylinder sollten Sie unbedingt investieren, wenn Sie sich für eine einseitige Lösung entscheiden. Die Zylinder erkennen Sie an der sogenannten »Notfall- und Gefahrenfunktion«. Schlösser dieser Art erlauben Ihnen Ihre Tür auch dann noch öffnen zu können, wenn Sie sich ausgesperrt haben und innen noch ein Schlüssel im Schloss hängt – oder eben ein Smart Lock.

Smarte Türschlösser, die mit den bestehenden Zylinder funktionieren, sind in der Regel motorisiert und können das Schloss damit auch wirklich selbständig öffnen. Andere Smart Locks hingegen ersetzen den Schließzylinder durch einen integrierten Zylinder mit einem oder zwei Knäufen. Diese Schlösser öffnen die Tür nicht selbst, sondern geben den Zylinder per Funk zum Entriegeln frei. Sie sind also Schloss und Schlüssel zugleich, der Nutzer dreht nach erfolgreicher Freigabe am Knauf und öffnet die Tür. Dreht jemand ohne Autorisierung am Knauf, dreht sich der Knauf einfach nur im Kreis.

Egal für welches Produkt man sich entscheidet, sie haben auch Gemeinsamkeiten. So ist stets eine Elektronikeinheit und ein Akku integriert. Wenn man eine motorisierte Lösung verwendet, bringt das einen weiteren Vorteil mit sich: Die Elektronik befindet sich dann an der Innenseite und ist von Witterungseinflüssen geschützt. Zudem kann niemand das Gerät von der Tür entfernen oder physisch Zugang zur Elektronik erhalten.

Sicherheit

Bei Smart Locks stellt sich natürlich sofort die Frage, wie sicher sie sind. Prinzipiell kann man sagen, dass Smart Locks ähnlich sicher sind wie herkömmliche Schlösser – solange man die Software der Geräte und des eigenen Smartphones aktuell hält. Das in den USA beliebte und hierzulande ebenfalls erhältliche Schloss KeyWe ist ein Paradebeispiel dafür, was passiert, wenn man ein Gerät nicht aktualisiert: Mit dem kostenlosen Analyse-Tool »Wireshark« und einem Bluetooth-Sniffer kann dieses Schloss problemlos geknackt werden. Was in diesem Fall noch gravierender ist: Das KeyWe kann man nicht aktualisieren, diese Schlösser sind also, bis der Hersteller etwas dagegen unternimmt, dauerhaft unsicher.

Smart Locks sind ähnlich sicher wie herkömmliche Schlösser

Ein anderer aktueller Fall ist der Türöffner Nello. Der kann zwar immerhin aktualisiert werden, doch bis das Update durch ist, sind die Türöffner nicht einsetzbar. Dass die Software gepflegt wird und die Nutzer die Geräte aktuell halten, ist also essenziell für die Sicherheit. Geht der Hersteller pleite, guckt man in die Röhre.

Doch selbst wenn die Software von Smartphone und Smart Lock aktuell ist, ist man nicht automatisch auf der sicheren Seite. Oft sind bei Elektronikgeräten nicht die Geräte selbst ein Problem – sondern der Anwender. So kann es etwa ein Problem sein, wenn die Smart-Home-Anbindung nicht ordentlich konfiguriert wurde. Wird das Smart-Home-System gehackt, weil der Besitzer das System nicht ausreichend geschützt hat, sind alle verbundenen Geräte angreifbar, inklusive das ans Smart Home eingebundene Smart Lock.

Smart Lock Test: Einbrecher
Mit dem Stemmeisen geht’s einfacher und schneller.

Die Aussage, dass Smart Locks allgemein sicher sind, stimmt dennoch. Denn wenn Ihr Smart-Home-System gehackt wurde oder der Hersteller das Schloss nicht richtig vor Angriffen geschützt hat, müssen immer noch zwei Dinge eintreten: Erstens, der Hacker muss wissen, welches Gerät Sie besitzen. Bei smarten Schlössern, die von innen angebracht werden, ist das von außen nicht sichtbar. Vor allem aber muss der Angreifer, um einen Schaden anzurichten, physisch vor Ort sein. Dem Hacker aus Rußland nutzt es selbst relativ wenig, wenn er aus Nowosibirsk Ihre Haustür öffnet.

Falls jemand wirklich bei Ihnen einbrechen möchte, geht das mit einem simplen Stemmeisen oder einem Elektropick deutlich schneller und einfacher. Zumindest zurzeit ist für das Knacken von Smart Locks eine hohe IT-Expertise notwendig. Das könnte sich in Zukunft ändern, wenn Smart Locks weiter verbreitet sind und Kriminelle sich fertige Sets wie einen »digitalen Dietrich« für Smart Locks auf dem Schwarzmarkt beschaffen können. Momentan ist das aber nicht der Fall.

Einen Einbruch aufgrund eines gehackten Geräts halten wir aktuell daher für ein sehr unwahrscheinliches Szenario, besonders wenn Sie Ihre Geräte richtig aufsetzen und Produkte verwenden, die regelmäßig von den Herstellern mit Updates versorgt werden. Wer sich vor einem Einbruch schützen möchte, sollte sich eher um stabile Türen und Türbeschläge Sorgen machen.

So haben wir getestet

Wir haben 7 Smart Locks verschiedener Hersteller getestet. Dafür haben wir alle Schlösser an Türen in unserer Redaktion montiert. So konnten wir schnell feststellen, wie einfach (oder eben nicht) der Einbau gelingt.

Die Smart-Funktionen haben wir über Wochen alltäglich in Gebrauch, damit wir überprüfen können, wie zuverlässig die Geräte im Alltag wirklich funktionieren. Der Tag begann und endete also für uns mit einem Praxistest, denn auch an der Außentür hatten wir ein smartes Schloss im Einsatz.

Der Umfang der getesteten Funktionen war unterschiedlich, nicht jeder Hersteller bietet etwa eine Bridge an und nicht alle haben zum Beispiel einen Fingerprint-Reader als Zubehör. Von Nuki haben wir ein Combo-Set erhalten, inklusive Keypad, Fob und Bridge. Auch Yale und Burg-Wächter schickten uns Sets mit zahlreich enthaltenem Zubehör.

Der Umfang des Zubehörs war uns aber nicht wichtig, uns interessierte bei allen Geräten hauptsächlich, ob man sich wirklich Zeit mit einem Smart Lock spart, wie zuverlässig das Auf- und Absperren funktioniert und wie komfortabel die jeweiligen Apps sind.

Smart Lock Test: Nuki Press 2

Testsieger: Nuki Smart Lock 2.0

Das Nuki Smart Lock 2.0 ist für uns das beste Smart Lock für die meisten. Es macht nicht nur bestehende Schlösser auf einem sehr einfachen Weg smart, es bietet auch unserer Meinung nach die beste Gesamtlösung an.

Als einziger Smart-Lock-Hersteller bietet Nuki mit dem Opener eine praktikable Lösung für Mehrfamilienhäusern mit Gegensprechanlagen an. Doch nicht nur mit seinem Zubehör kann Nuki punkten, auch die Montage und Software hat uns im Vergleich zu anderen Herstellern überzeugt.

Testsieger

Nuki Smart Lock 2.0

Test Smart-Lock: Nuki Smart Lock 2.0
Ein Smart Lock mit einer komfortablen Bedienung, das mit bestehenden Zylindern funktioniert. Das Zubehör lässt keine Wünsche offen.

Der vorhandene Schließzylinder kann auf Wunsch weiterhin verwendet werden, man steckt einfach nur den Schlüssel ein, montiert das smarte Schloss darüber und innerhalb von Minuten ist das Gerät einsatzbereit. Dafür sollte aber ein Zylinder zu verwendet werden, der von außen auch aufsperrt, wenn innen ein Schlüssel steckt. Das ist nicht bei allen Schließzylindern der Fall. Die Zylinder erkennen Sie an der sogenannten Not- und Gefahrenfunktion und sind nicht teuer. Eine Investition, die sich aus unserer Sicht klar lohnt.

Smart Lock Test: Smart Lock Nuki
Nicht zu klobig und mit bestehenden Schlössern kompatibel: Das Nuki Smart Lock 2.0.

Die Nuki-App leitet vorbildlich durch die Montage und bietet umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten an. Bis zu 200 Benutzer können mit der Smartphone-App verwaltet werden und mit dem Keypad sind sogar 100 weitere möglich. Auf ein Abo-Modell oder künstliche Begrenzungen hat man verzichtet – sehr schön.

Ein Fernzugriff mit der Smartphone-App und wahlweise mit der Web-App ist ebenfalls möglich, die dafür benötigte Nuki Bridge ist separat erhältlich. Eine kostenlose Alternative existiert ebenfalls zu der Bridge: Falls Sie ein altes Android-Smartphone (ab Android 4.3 und Bluetooth-4-Ausstattung) besitzen, können Sie es mit der Bridge-App in eine vollwertige Bridge verwandeln. Aber aufgepasst: Dann muss das Smartphone ständig in der Nähe des Locks bleiben.

Das Nuki-Schloss ist mit den verbreitetsten Smart-Home-Systemen kompatibel und lässt sich mit Siri, Alexa und dem Google Assistant steuern. Der österreichische Hersteller bietet sogar eine eigene Programmierschnittstelle an.

Mit der Fob-Fernbedienung und dem Keypad werden alternative Aufsperrmöglichkeiten angeboten. Einen weiteren Punkt, den wir loben müssen: Alle Ersatzteile, die Sie gegebenenfalls benötigen, können beim Hersteller einzeln bestellt werden. Wenn Ihnen mal eine Schraube abhandenkommt, ein Kabel bricht oder das Batteriefach beschädigt ist, müssen Sie nicht ewig nach Ersatz suchen oder gar das ganze Schloss ersetzen.

Gerät und Zubehör sind vom Design her schlicht und modern gehalten, manche finden den Stil sogar recht schick. Das ist Geschmackssache, wir würden den Nuki aber keinesfalls als unschön bezeichnen. Die Verarbeitung können wir auch nicht bemängeln, trotz Plastikgehäuse wirkt es nicht billig. Einzig die Verarbeitung des Fobs ließ zu Wünschen übrig und passte nicht zu den anderen Produkten des Herstellers.

Installation

Die Installation des Smart Locks ist selbst für Laien problemlos zu bewältigen und alles was, benötigt wird, ist im Lieferumfang enthalten. Ihren vorhandenen Zylinder können Sie weiterverwenden, das Gerät wird einfach auf den Zylinder montiert. Wie bereits erwähnt, empfehlen dennoch den Zylinder auszutauschen, wenn Sie über kein beidseitig aufsperrbares Modell verfügen.

Wenn alles zur Installation bereit ist, wird die passende Montageplatte am Zylinder angebracht: Steht der verwendete Zylinder mindestens 3mm vom Türblatt ab, wird die Montageplatte A verwendet, ansonsten wird die Platte B gewählt und aufgeklebt. Der Kleber hält ziemlich fest, lässt sich aber wieder entfernen und ausrichten, falls es auf Anhieb nicht ganz klappt. Zu oft geht das aber natürlich nicht, denn irgendwann hält einfach nicht mehr der Kleber. Anschließend wird mit drei Schrauben und mithilfe eines Inbusschlüssels die Montageplatte am Schloss befestigt.

Smart Lock Test: Smart Lock Nuki Montage
Mit einer Montageplatte und drei Schrauben bringen Sie den Nuki an Ihrem Schloss an.

Anschließend führt man den Schlüssel in den Zylinder ein und setzt den Nuki auf die Montageplatte, und schon ist das Gerät einsatzbereit – oder auch nicht. In unserem Fall passte unser etwas längerer Schlüssel zunächst nicht in den Nuki. Sie sollten also vor der Montage überprüfen, ob Ihr Schlüssel auch wirklich mit dem Smart Lock kompatibel ist. Nuki bietet auf seiner Webseite einen Kompatibilitätscheck an, dort erfahren wir auch den Grund wieso unser Schlüssel nicht passt: Unser Schlüssel ragt mehr als 40 mm vom Zylinder ab. Wir mussten also erst einmal den Schließzylinder wechseln.

Ist das Gerät angebracht, bringt man das Batteriefach von unten an. Der Nuki bezieht seine Energie aus vier AA-Batterien. Man kann natürlich auch Akkus verwenden und das sollte man auch, denn Batterien müssen regelmäßig gewechselt werden. Hat man die Batterien eingelegt, ist das Gerät fast betriebsbereit, es muss nur noch kalibriert werden. Dazu verwenden wir ebenfalls die Nuki-App.

Nuki-App

Die Nuki-App gibt es für Android und iOS und kann in den jeweiligen Stores runtergeladen werden. Startet man die App zum ersten Mal, wählt man »Smart Lock einrichten« aus und bestätigt, dass das smarte Schloss bereits montiert wurde. Anschließend wählt man einen Benutzernamen aus und beginnt mit der Kopplung.

Ähnlich der WPS-Funktion bei Routern oder der Koppel-Funktion an Bluetooth-Kopfhörern, drückt man den Knopf auf dem Gerät für 5 Sekunden. Das Smart Lock leuchtet daraufhin durchgehend und sucht das Schloss nach dem Smartphone. Ist die Kopplung erfolgreich verlaufen, muss man lediglich dem Nuki noch einen Namen vergeben, denn Sie können mehrere Locks verwalten, und den Standort auswählen. Dann beginnt auch schon die Kalibrierung. Der Prozess ist recht einfach: Man öffnet die Tür im aufgeschlossenen Zustand und wartet darauf, dass der Nuki herausfindet, wie weit sich das Schloss auf- bzw. zusperren lässt. Das ist schon alles.

Falls man die Kalibrierung wiederholen möchten oder manuell Einstellungen vornehmen möchten, kann man das unter »Meine Geräte verwalten > Smart Lock > Administration« erledigen. Dort finden Sie alle Einstellungsmöglichkeiten – eine wirklich lange Liste. Die vielen Einstellungsmöglichkeiten sind eine gute Sache, vielleicht hätte man die Darstellung aber etwas übersichtlicher gestalten können.

Interessant ist die »Sperrweg optimieren«-Funktion. Falls sich das Lock unnötig lange dreht, können Sie den Leerweg reduzieren und dadurch Zeit und Energie sparen. Außerdem sollten Sie regelmäßig unter »Softwareaktualisierung« prüfen, ob Ihre Firmware aktuell ist und gegebenenfalls updaten.

Unter »Meine Geräte verwalten« können Sie auch Zubehör hinzufügen und verwalten. Als Zubehör gibt es die Bridge und den Opener, die als »Verlängerung« für das Smart Lock dienen. Keypad und Fob hingegen sind alternative Schlüssel. Die bequemste Art den Nuki zu öffnen, ist aber mit einer Smartwatch: Die Nuki-App gibt es nämlich auch für Android Wear OS bzw. watchOS.

Das Hinzufügen des Zubehörs klappte bei uns im Test schnell und auf Anhieb. Für fast alle Schritte gibt es eine kleine Anleitung und klare Anweisungen in der App. In das Handbuch mussten wir zu keiner Zeit schauen. Da können sich andere Hersteller ruhig eine Scheibe abschneiden.

Auch im Alltag ist die App einfach zu bedienen. Wischt man im Hauptbildschirm nach rechts oder links, wird die Tür standardmäßig manuell auf- oder zugesperrt. Diese Aktionen sind frei belegbar, Sie können sie also ändern. Ansonsten kann man noch nach oben wischen (zwei Mal falls Sie auf alle Sperrfunktionen zugreifen möchten) oder einmal auf den Bildschirm tippen, um auf einem Dropdown-Menü die Tür zu öffnen, zu sperren oder um zu den Einstellungen zu gelangen.

Nützlich finden wir das sogenannte »Lock ’n‘ Go«. Aktivieren kann man das Lock ’n’ Go im Dropout-Menü, wenn man es komplett ausklappt. Einfacher geht es, in dem man zwei Mal auf den Knopf am Smart Lock drückt. Hat man Lock ’n’ Go aktiviert, sperrt sich die Tür automatisch ab, sobald die Tür geschlossen wird und man muss nicht manuell abschließen. Das funktioniert übrigens auch, wenn die Tür bereits abgesperrt ist. Dann sperrt der Nuki die Tür erst auf und wenn man aus der Tür rausgeht wieder zu.

Auto Unlock

Smartphone rauskramen und wischen, das ist nicht gerade zeitsparend, weshalb wohl die interessanteste Funktion für die meisten die »Auto Unlock«-Funktion sein dürfte: Hinterlegt man den GPS-Standort des Nukis und erlaubt der Nuki-App den Standort Ihres Smartphones zu tracken, kann das smarte Türschloss die Tür automatisch aufsperren oder öffnen.

Das Nuki-Schloss erkennt mithilfe der GPS-Daten, wann man die eigenen vier Wände verlässt. Sobald man wieder in der Nähe ist, wird Auto-Unlock aktiviert und per Bluetooth nach dem Schloss gesucht. Wenn Smartphone und Nuki-Lock miteinander kommunizieren können, entsperrt Nuki die Tür und öffnet auch die Falle, sodass man die Tür aufdrücken kann.

Wie bereits erwähnt funktioniert die Auto-Unlock-Funktion nur, wenn man sich weit genug vom Schloss entfernt und den festgelegten Geofence-Radius verlässt und wieder betritt. Der niedrigste festlegbare Radius beträgt 50 Meter.

Smart Lock Test: Smartlocks Screenshots Nuki00021
Mit der Geofence legen Sie den Radius fest, in dem der Auto Unlock funktioniert.

So richtig komfortabel ist das nicht. Wenn Sie mal kurz vor die Tür gehen und zurückkommen, sind Sie auf einen Schlüssel angewiesen. Und selbst wenn wir den Geofence verlassen haben, funktionierte in unserem Test die Auto-Unlock-Funktion je nach Smartphone nicht immer zuverlässig. Entweder wurde nicht erkannt, dass wir den Geofence verlassen haben, oder aber der Auto-Unlock funktionierte einfach zu langsam. Bis dahin hatten wir schon längst das Smartphone oder einen Fob in der Hand.

Falls Sie sich trotzdem für den Einsatz der Auto-Unlock-Funktion entscheiden, würden wir zum Kauf der Bridge raten. So kann man per Fernzugriff überwachen, ob die Tür nicht aus Versehen geöffnet wurde. Zudem hat man dann Einsicht auf die Protokoll-Funktion und kann beobachten, wer wann die Wohnung betritt.

Datenschutz und Sicherheit

Bei Nuki müssen wir ganz klar positiv unterstreichen: Über die Nutzungsbedingungen werden Nuki keine Aufzeichnung und Verwertung von Standort-Daten eingeräumt. Wenn der österreichische Hersteller trotzdem Daten sammeln sollte, würde er sich damit strafbar machen.

Auf Nachfrage unsererseits versicherte uns Nuki, dass GPS-Daten des Smartphones weder an Nuki noch an andere übertragen werden. Allgemein wird unterstrichen, dass Nutzerdaten nur dann mit Dritten geteilt werden, wenn dies für die Bereitstellung der Funktionalität notwendig ist. So wird zum Beispiel für die Auto-Unlock-Funktion der Standort des Smart Locks gespeichert.

Das unabhängige Forschungsinstitut für IT-Sicherheit AV-TEST hat mehrere Smart Locks unter die Lupe genommen und Nuki Smart Lock 2.0 als sicher zertifiziert. Die Sicherheitsspezialisten haben die Versprechen des Herstellers überprüft und konnten bestätigen, dass sowohl die lokale und externe Kommunikation verschlüsselt stattfindet und keine Angriffsfläche in der App gefunden wurde. Zudem loben das Institut den Datenschutz des Nukis mit »sehr gut«.

Dass jegliche Kommunikation mit dem Smart Lock verschlüsselt stattfindet, ist essenziell. Bluetooth Low Energy hat nämlich keine ausreichende Sicherung – das war etwa der Grund, weshalb das Smart Lock »KeyWe« so einfach gehackt werden konnte.

Den Nuki Combo 2.0 haben sich die Sicherheitsexperten von AV-Test bereits zwei Mal angesehen, zuletzt zur Zertifizierung des Openers (11/2019), mit dem man Gegensprechanlagen ausrüsten kann und so vollständig auf einen Schlüssel verzichten kann, konnten auch im zweiten Test ihre Einschätzung bestätigen. Sicherheitsbedenken haben wir daher beim Nuki nicht.

Nachteile?

Viel zu kritisieren gibt es beim Nuki nicht. Die Verarbeitung und das Gesamtkonzept stimmen. Das Zubehör ist sinnvoll und bietet eine gute Ergänzung zum Smart Lock. Die genannten Kritikpunkte ergeben sich eher aus der Funktionsweise von Smart Locks an sich und gelten auch für andere smarte Schlösser.

Die Auto-Unlock-Funktion hat uns nicht völlig überzeugt. Zwar klappte Smart-Unlock bei Nuki von allen getesteten Smart Locks am besten, aber auch hier funktionierte das automatische Aufschließen nicht immer zuverlässig. Das mag an den jeweiligen Smartphones und ihren Energiesparmodi liegen, bleibt aber ein Manko.

Der Energieverbrauch war ebenfalls etwas ernüchternd. Nach nur vier Wochen Betriebszeit bekamen wir eine E-Mail mit einer Batteriewarnung. Laut Hersteller sollten die Batterien 10 bis 12 Wochen halten. Die Laufzeit hängt maßgeblich von der Anzahl der Schließvorgänge und der Leichtgängigkeit des Schlosses ab und kann daher variieren. Wir werden das Nuki-Schloss als Testsieger einem Langzeit-Test unterziehen und unsere Erfahrungen hier nachtragen.

Etwas ärgerlich ist, dass es in der App bislang keine Batterieanzeige gibt. Wir müssen uns also darauf verlassen, dass uns die Nuki-App rechtzeitig warnt, bevor ihm der Saft ausgeht. Angeblich ist eine solche Batterieanzeige in Arbeit. Sind die Batterien leer, kann die Tür von innen mit dem Knauf am Nuki geöffnet oder geschlossen werden und von außen mit einem normalen Schlüssel.

In puncto Zubehör hat uns der Preis und die Verarbeitung des Fobs gestört. Für eine einfache Bluetooth-Einheit finden wir den Preis überzogen. Zudem arbeitet die Fernbedienung mit Knopfbatterien und macht einen ziemlich billigen Eindruck. Die einzige Taste auf der Mini-Fernbedienung hat keinen guten Druckpunkt und fühlt sich schwammig an. Für fast 40 Euro darf man mehr erwarten.

Nuki Smart Lock 2.0 im Testspiegel

Die Meinungen unterschiedlicher Testmedien und Experten sind durchgehend positiv und sehen das Nuki Smart Lock 2.0 als einer der empfehlenswertesten Smart Locks auf dem Markt an.

Die Kollegen von Golem (07/2019) loben den Nuki für ihre Verbesserungen gegenüber der ersten Version, sehen aber noch Verbesserungspotenzial.

»Insgesamt gefällt uns die neue Version von Nukis Smart Lock besser als die erste Generation. Das hat aber vor allem mit Software-Verbesserungen zu tun. Bei dem logischen Aufbau und der Struktur der App wünschen wir uns noch Optimierungen, damit das Schloss besser administriert werden kann – vor allem beim Einsatz von Zubehör wie Fob und Keypad. Wer seine Tür unkompliziert mit einem smarten Schloss nachrüsten will, bekommt mit dem Nuki Smart Lock 2.0 eine gut funktionierende Lösung.«

Das bereits erwähnte IT-Sicherheitsinstitut AV-TEST (11/2019) betrachtete die Datenschutz- und Sicherheitsaspekte des Nukis. Das Smart Lock hinterlässt bei ihnen auch nach einem zweiten Test einen guten Eindruck.

»Insgesamt bestätigt sich auch wie in den vorhergegangen Tests in der Nuki-Produktpalette der durchgängig positive Eindruck: Alle sicherheitsrelevanten Bereiche sind absolut adäquat umgesetzt und abgesichert und auch im Bereich Datenschutz können wir hier weiterhin eine vorbildliche Praxis attestieren. Einige wenige kleinere Kritikpunkte gibt es zwar, diese trüben den Gesamteindruck aber nicht signifikant und ließen sich vom Hersteller auch leicht beseitigen.«

AndroidPIT (05/2019) hat das Nuki Smart Lock in einem ähnlichen Szenario getestet. Die Redakteure hatten das smarte Türschloss im Büroalltag im Einsatz und waren begeistert. Sie empfehlen aber aufgrund des Preises, über eine Anschaffung gut nachzudenken.

»Nuki ist zu Recht eines der erfolgreichsten Smart-Home-Start-ups im DACH-Raum. Das Produkt hat unsere Kollegen aus dem Chefbüro vollends überzeugt; besonders dank der neuen Kombinationsmöglichkeit mit dem Keypad. Der Preis von zusammen über 229 Euro; mit Bridge sogar 299 Euro sorgt jedoch dafür, dass man sich die Anschaffung zweimal überlegt. Das Smart Lock rechnet sich für all jene, die nicht freigiebig mit ihren Schlüsseln hantieren können oder wollen und Zugriffskontrolle brauchen.«

Alternativen

Auch wenn für uns das Gesamtpaket vom Nuki Smart Lock 2.0 am meisten überzeugt hat, gibt es nennenswerte Alternativen. Hinsichtlich Konzept, Bedienung und Komfort gibt es aber Unterschiede zwischen unseren Empfehlungen, die es zu beachten gilt.

Auch gut

Danalock V3

Test Smart-Lock: Danalock V3
Danalock bietet ein gutes Smart Lock für Einsteiger an auf Wunsch gleich mit passendem Zylinder.

Ebenfalls einen guten Eindruck machte im Test das Danalock V3 vom gleichnamigen dänischen Hersteller, das es inzwischen in der dritten Generation gibt. Das smarte Türschloss wirkt dank des verwendeten Aluminiumgehäuses nicht nur schick, sondern auch extrem robust und wertig.

Auf den ersten Blick setzt der Hersteller auf ein ähnliches Prinzip wie Nuki. Das smarte Türschloss funktioniert von Innen, von Außen ist nichts sichtbar, das Schloss lässt sich auch hier wie gewohnt mit einem Schlüssel öffnen.

Ein großer Unterschied ist, dass das Danalock kein Nachrüstgerät ist und mit bestehenden Zylindern nicht funktioniert. Das bedeutet, dass man sich ein speziell für das Danalock angepassten Zylinder anschaffen muss. Der ist nämlich nicht im Lieferumfang enthalten.

Smart Lock Test: Smart Lock Danalock
Das Danalock ist keine Nachrüstlösung, funktioniert aber auf dieselbe Weise.

Es gibt noch etwas, worauf man achten sollte: Das Danalock V3 gibt es in verschiedenen Ausführungen. Als reines Bluetooth-Gerät und als Smart-Home-Varianten. Unterstützt werden HomeKit, Zigbee und Z-Wave. Je nachdem, was für eine Smart-Home-Lösung Sie verwenden, benötigen Sie das passende Modell.

Die Installation klappte nicht so flott wie beim Nuki. Wir benötigten zwar nicht wirklich lange für die Installation, aber so richtig schnell ging es auch nicht, denn da das Danalock nicht mit bestehenden Zylindern funktioniert, sind weitere Installationsschritte nötig: Der alte Zylinder muss erst einmal entfernt werden. Das erledigt man mit dem zum Schloss dazugehörigen Schlüssel und einem Schraubenzieher. Anschließend muss der separat erworbene Zylinder angebracht werden. Das ist aber kein gewöhnlicher Zylinder, er ist längenverstellbar und muss erst angepasst werden.

Die gewünschte Länge erhält man, indem man die Adapterstücke zusammensetzt und verschraubt. Im letzten Schritt muss noch der Mitnehmer gekürzt werden, worauf das Danalock schließlich aufgesetzt wird. Eine insgesamt etwas fummelige Angelegenheit. Ist das erledigt, setzt man Zylinder und Montageplatte ein, verschraubt alles und zu guter Letzt wird noch das Danalock mit dem Zylinder verbunden. Selbst handwerklich unbegabte Menschen sollten das hinbekommen. Einfach geht trotzdem anders, wie etwa Nuki demonstriert.

Ist die Montage erledigt, ist der Rest dann deutlich schneller und unkomplizierter gelöst: Smartphone mit dem Danalock koppeln, sich als Administrator anmelden und das Schloss justieren. Dazu bringt man dem smarten Schloss lediglich bei, wie weit es sich drehen soll, um auf- bzw. zuzusperren. Nun ist das Danalock betriebsbereit.

Optional kann man Benutzer anlegen und sie zur Benutzung einladen. Die Zeitprofil-Einstellungen finden wir hervorragend. So kann man Benutzer mit dauerhaftem oder zeitlich beschränktem Zugang anlegen. Außerdem ist es möglich »wiederkehrend« Berechtigungen zu erteilen. Der Benutzer kann dann etwa an einem Wochentag zu einer bestimmten Uhrzeit das Schloss öffnen und ansonsten nicht.

Ebenfalls vorhanden, ist ein Fernzugriff, falls Sie sich die Danabridge zulegen. Auch hier gibt es eine Auto-Lock-Funktion, die sehr ähnlich zum Nuki ist und ebenfalls auf eine Kombination mit GPS, Geofence und Bluetooth setzt. Leider hatten wir beim Auto-Unlock ebenso Probleme, bei unserem Testhandys mit iOS war das Auto-Unlock nicht so zuverlässig, während es mit unseren Android-Smartphones recht gut und zuverlässig funktionierte.

Negativ hervorheben müssen wir hier den Radius des Geofence. Der niedrigste Radius, den wir einstellen konnten, waren ganze 400 Meter. Standardmäßig sind sogar 800 Meter eingestellt. Beim iPhone war ein deutlich kleinerer Radius möglich. Woran das liegt, können wir uns nicht erklären.

Smart Lock Test: Smartlocks Screenshots Danalock00006
Unter Android ist der Radius des Geofence riesig.

Die Danalock Deutschland App ist ordentlich, besonders die Oberfläche finden wir gelungen. Aufsperren und Abschließen funktioniert schnell und einfach. Ansonsten ist die App etwas rudimentär, so viele Einstellungsmöglichkeiten wie beim Nuki gibt es hier nicht. Zudem hat sich die App ein paar Mal aufgehängt. Dann half nur, die App zu beenden und neu zu starten. Reproduzieren konnten wir den Fehler nicht.

Smart Lock Test: Smartlocks Screenshots Danalock00013
In der Android-Version hat sich die App ein zwei Mal aufgehängt.

Die App gibt es auch für watchOS und Wear OS, ein Entsperren mit der Smartwatch ist also ebenfalls möglich. Die dritte Schlüsselalternative ist das Danapad, ein Keypad mit dem man per Zahlencode die Tür öffnen kann. Eine Fernbedienung gibt es für das Danalock leider nicht.

Hinsichtlich Datenschutz und App-Sicherheit bleibt der Danalock hinter dem Nuki zurück, denn etwa bei Angaben zu gespeicherten Daten und deren Nutzung durch Dritte sind nicht genau und ausführlich geklärt. Danalock gibt aber an, dass ausschließlich Informationen abgerufen werden, die zum Betrieb der Smart Locks erforderlich sind. Etwas bedenklich ist aber, dass es einen Debug-Modus gibt, der umfangreiche Logs erstellt und auf dem Smartphone abspeichert. Das könnte unter Umständen Angriffsfläche bieten. Ansonsten ist beim Danalock die Kommunikation ebenfalls verschlüsselt und zwar mit AES256-Verschlüsselung, also auf dem selben hohen Niveau wie bei Nuki.

Das Danalock V3 ist aktuell für rund 130 Euro zu haben, dazu kommen noch ca. 50 Euro für den speziellen Zylinder. Mit unter 200 Euro ist das Danalock damit eine etwas günstigere Alternative zu Nuki, aber nur wenn Sie auf die vielen Features von Nuki verzichten können. Außerdem gibt es keine Lösung für eine Gegensprechanlage, somit ist es für Mehrfamilienhäuser und Apartments nicht geeignet.

Business-Lösung

Evva AirKey

Test Smart-Lock: Evva Airkey
Gutes Smart Lock für Business-Anwender: Die Cloud-Administration ist ein großer Pluspunkt, wenn viele Nutzer an verschiedenen Orten verwaltet werden sollen.

Evva AirKey ist unsere dritte Empfehlung und das zweite Smart Lock aus Österreich. Es unterscheidet sich stark von unseren anderen zwei Empfehlungen, es ist nämlich nicht motorisiert. Aus diesem Grund empfehlen wir Evva AirKey nur für den Einsatz im Inneren von Gebäuden oder Wohnungen. Das smarte Türschloss ist ohnehin klar für den Business-Einsatz ausgelegt, also für alle, die eine große Anzahl von Personen Zutrittsberechtigungen erteilen und verwalten wollen.

 Test: Smartlocks Evva
Keine Nachrüstlösung: Der Airkey von Evva ersetzt den Zylinder.

Evva setzt auf eine Administration per Browser und Cloud. Das ist wahrscheinlich ein K.o.-Kriterium für alle, die sehr auf ihre Datensicherheit achten. Zwei weitere wichtige Bemerkungen: Sie sollten ein NFC-fähiges Smartphone besitzen, wenn Sie vorhaben NFC-Tags zu verwenden. Ansonsten ist eine Kodierstation nötig, die Ihren Geldbeutel nochmal mit ca. 100 Euro belastet.

Und wenn Sie vorhaben, wirklich viele Personen und Geräte zu verwalten, sollten Sie sich auf weitere Kosten gefasst machen. Sogenannte KeyCredits werden benötigt, um Zugangsberechtigungen vergeben zu können. Pro Buchung wird 1 Credit fällig, dabei spielt es keine Rolle, ob eine oder mehrere Berechtigungen geändert werden. Das bedeutet im Klartext: Sie sollten Ihre Buchungen gut planen.

Beim Auspacken des Smart Locks merkt man gleich, dass das Schloss von einem klassischen Sicherheitstechnik-Unternehmen stammt, denn alles ist sehr gut verarbeitet und wirkt hochwertig. Die Design-Entscheidungen haben jedoch ihren Preis und damit meinen wir nicht nur den Kaufpreis – die Installation ist nämlich nicht gerade intuitiv. Ohne die Anleitung zu lesen, klappt hier nichts.

Wichtig ist, dass als Erstes der Außenknauf vorbereitet wird, der auch den Großteil der Elektronik beherbergt. Dazu wird der Knauf aufgeschraubt, die Batterien eingesetzt und wieder zugeschraubt. Während der Montage ist es äußerst wichtig, die Pins an der Platine beim Verschließen und Zusammenschrauben richtig einzusetzen. Der AirKey ist ausgesprochen empfindlich.

Nun können wir den Zylinder des AirKeys und den Außenknauf verbinden. Hier kommt das mitgelieferte Montagewerkzeug zum Einsatz. Wie eine Zange umschließt das Werkzeug den Außenknauf und drückt die Pins des AirKey-Knaufs ein. Das erlaubt uns, den Knauf mit dem Zylinder zu verschrauben. Hier kann man erfahrungsgemäß mehrere Anläufe benötigen, der Anleitung muss sehr genau gefolgt werden.

Während man zum Verschrauben ansetzt, sollte das Logo am Knauf bei ca. 4 Uhr stehen. Genau fünf Mal wird dann im Uhrzeigersinn geschraubt. Nach der fünften Umdrehung sollte das Logo auf ca. 8 Uhr stehen. Drehen wir es dann wieder gegen den Uhrzeigersinn, macht es auf 6 Uhr einen deutlichen Klick. Damit ist die Installation abgeschlossen – zumindest hardwareseitig. Die Software muss natürlich ebenfalls eingerichtet werden.

Die Softwarekonfiguration geschieht auf der Evva-Website airkey.evva.com, hier findet man die Steuerzentrale des Smart Locks. Zutrittsberechtigungen für Smartphones oder NFC-Tags können von dort aus, und nur von dort aus, vergeben werden. Außerdem können Sie von dort aus das Protokoll einsehen, auf Wunsch geht das auch vom Smartphone.

Auf der Webseite erstellen wir erstmal einen Account und loggen uns ein. Um unser Smartphone zu registrieren, senden wir dem Gerät unter »Medien & Personen > Send a Key > Neu anlegen« einen Aktivierungslink per SMS zu. Weiter geht es dann mit den Anweisungen in der AirKey-App. Ist das erledigt, koppeln wir noch das Smartphone mit dem Türschloss. Dazu rufen wir in der Evva-Webseite die Einstellungen unter »Home > Smartphone > Details« auf und setzen das smarte Türschloss mit einem Häkchen in den Wartungsmodus. Nun kann das Smartphone in der Evva-App per NFC oder Bluetooth gekoppelt werden.

Um die kompakten Batterien zu schonen, ist eine Standby-Funktion verbaut. Bei Bluetooth-LE-Verbindungen, die auch bei Evva mit dem AES-Standard verschlüsselt sind, muss der AirKey durch ein Tippen erst aufgeweckt werden, ansonsten werden Ihnen keine Schließkomponenten in der App angezeigt. Ist der Hands-free-Modus aktiviert, muss das Smartphone nicht aus der Hosentasche gezückt werden – das Tippen allein genügt.

Die NFC-Verbindung finden wir da etwas komfortabler, denn die Kommunikation weckt das Gerät von alleine auf. Ob Bluetooth oder NFC, das Entsperren funktioniert zuverlässig und schnell. Im Prinzip ist das Smart Lock jetzt einsatzbereit. Wenn Sie weitere Geräte koppeln und Begrenzungen festlegen möchten, erledigen Sie das wieder im Browser oder mit dem Smartphone. NFC-Tags und Karten können, wie am Anfang bemerkt, nur mit einer Codierstation oder einem NFC-fähigen Smartphone hinzugefügt werden.

Schön und für Business-Anwender interessant: Man kann Schlüssel nicht nur für Schlösser, sondern für Bereiche festlegen. So können etwa Unternehmer, die mehrere Standorte besitzen, genau festlegen, welche Mitarbeiter welche Schlösser an welchem Standort öffnen können. Mit der Zeitbegrenzung kann auch sichergestellt werden, dass die Türen während der Betriebszeit geöffnet werden können.

Insgesamt also eine etwas komplexere, aber auch detailliertere Verwaltung als bei den anderen Testgeräten. Die Verschlüsselung und die dauerhafte Zwei-Faktor-Authentifizierung bietet ein hohes Maß an Sicherheit. Auch die erhobenen Daten werden stets verschlüsselt. Das alles bringt jedoch den Nachteil, dass wir uns ständig mit der Cloud Daten austauschen müssen. Die Datenschutzerklärung können wir nicht bemängeln. Das Gerät empfehlen wir aus diesen Gründen nur für einen Business-Einsatz und nicht für den Heimgebrauch. Ein solches Business-Szenario könnte sein, wenn Sie etwa Büroräume oder Zimmer in einer Wohnanlage vermieten oder verwalten.

Außerdem getestet

Keine klare Empfehlung können wir für die folgenden Smart Locks geben. Sie konnten im Vergleich mit unseren Empfehlungen nicht ganz überzeugen oder waren uns nicht smart genug.

Yale gehört zur großen Assa-Abloy-­Gruppe, eine auf Schließtechnik spezialisierte Firma mit Sitz in Schweden. Wir hatten also große Erwartungen an den Yale ENTR und waren am Ende etwas enttäuscht, denn so wirklich smart ist das ganze leider nicht.

Das Entr wirkt wie ein motorisiertes Nachrüstgerät für bestehende Zylinder, ist aber wie das Danalock eine Zwischenlösung und benötigt einen speziellen Zylinder. Kein allzu großes Manko, da die meisten Käufer keinen Doppelzylinder besitzen. Den Zylinder kann man gleich im Paket oder separat erwerben. Die Installation ist auch mit wenig handwerkliches Geschick schnell erledigt.

Die Bedienung des smarten Türschlosses erfolgt durch das Smartphone und einer Fernbedienung. Die fühlt sich übrigens deutlich besser an, als das von Nuki und kostet auch ein paar Euro weniger. Zubehör gibt es mit einer kabellosen Powerbank, dessen Sinn uns nicht ganz erschließt, ein Fingerprint-Scanner und ein Keypad, die wiederum nicht so toll verarbeitet sind. Die Geräte werden mit einer Touch-Tastatur bedient, ohne Druckpunkt und wirkliches haptisches Feedback. Zudem ist der Scan vom Fingerabdruck-Scanner unzuverlässig. Auch das Koppeln an dem ENTR geschieht über die Touch-Tastatur und macht bei dieser Art der Bedienung keinen Spaß.

Das ENTR funkt ebenfalls über Bluetooth Low Energy. Laut Hersteller ist die Kommunikation verschlüsselt, welche Verschlüsselung genau zum Einsatz kommen, können wir Ihnen nicht genau sagen. Gut gefällt uns der integrierte und austauschbare Akku, dem zudem ein Ladegerät beigelegt wurde. Was uns ganz und gar nicht gefällt, ist der überholte Micro-USB-Stecker und dass das Ladegerät 12 Volt Spannung benötigt. Das ist also kein gewöhnliches Micro-USB-Netzteil, und sollte keines Falls mit anderen Geräten verwendet werden.

Die App bietet keine besonderen Funktionen und kann im Prinzip nur die Tür öffnen bzw. verschließen und neue Nutzer mit verschiedenen Berechtigungsstufen hinzufügen. Eine Auto-Unlock-Funktion gibt es nicht, lediglich eine Auto-Lock-Funktion. In der Android-App konnten wir teilweise die Texte nicht vollständig lesen und die Oberfläche ist in sowohl in iOS als auch in Android nicht gerade ansehnlich. Hinsichtlich der Software hat Yale klar Nachholbedarf.

Burg Wächter secuEntry Easy Plus 5652 Fingerprint

Das Smart Lock von Burg-Wächter mit dem langen Namen secuEntry Easy Plus 5652 Fingerprint konnte uns aufgrund der Software nicht überzeugen. Außerdem ist es nicht motorisiert und hat den Nachteil, dass es Außen an die Tür angebracht wird. Der Hersteller hat aber mitgedacht und es gibt einen Schlüssel für den Notfall, dass das smarte Schloss außer betrieb ist.

Smart Lock Test: Smartlocks Screenshots Burgwächter00001
Modern sieht anders aus: Die Smartphone-App von Burg-Wächter.

Der Zylinder lässt sich anpassen und ist für den Einsatz in den meisten Türen geeignet. Die Installation ist ziemlich fummelig. Benutzer lassen sich am Keypad, per App oder per PC-Programm hinzufügen. Die PC-Software kostet extra und ist mit mindestens 80 Euro auch nicht günstig. Alle Varianten der Benutzerverwaltung sind für unseren Geschmack zu kompliziert gelöst. Das Entsperren hingegen hat uns sehr gut gefallen. Egal ob Smartphone, Transponder oder Fingerabdruck; das Entriegeln klappt sehr zuverlässig. Wie genau die Verschlüsselung bei der Funk-Kommunikation stattfindet, wissen wir nicht. Der Hersteller gibt lediglich an, für die Bluetooth-Verbindung auf eine AES-Verschlüsselung zu setzen.

Den größten Kritikpunkt haben wir bei der App. Die Oberfläche sieht nämlich so aus, als würde es aus der Ära der ersten Smartphone-Apps stammen und würde optisch zu einem iPhone der ersten Generation oder dem HTC Dream passen. Außerdem haben wir ein Auto-Unlock-Feature vermisst. Ins Smart-Home-System kann man es auch nicht integrieren. Insgesamt zu wenig smart für uns. Nur wenn Sie sich gar keine Smart-Features wünschen und einfach die Tür mit einem Transponder oder per Fingerabdruck entsperren wollen, könnte der secuEntry eine interessante Option sein.

Dom Tapkey Pro V2 ist ein weiteres Smart Lock, das nicht motorisiert ist und auf Bluetooth (AES-128-Bit-Verschlüsselung) und NFC setzt. Manuell öffnen ist also angesagt. Das Smart Lock gibt es in verschiedenen Versionen, die sich mit der Software unterscheiden. In unserer Version ist Tapkey der Lieferant für die Software. Das smarte Türschloss kann ohne Aufpreis gerade mal fünf Benutzer registrieren.

Der Installationsablauf ist recht einfach: Zylinder in die Tür einbauen, Tapkey-App runterladen, Account aktivieren und Smartphone mit dem Zylinder koppeln. Accounts können mit einem Google-Konto oder einer regulären E-Mail-Adresse angelegt werden. Die Smartphone-App an sich reagiert schnell und die Oberfläche ist modern gestaltet. Neue Benutzer kann man schnell per App hinzufügen und Zutrittsberechtigungen können individuell festgelegt werden.

Die Qualität und die Verarbeitung kann man ebenfalls nicht beanstanden. Die Montage klappt schnell, macht auf uns aber beim Außenknauf keinen allzu sicheren Eindruck. Keine gute Design-Entscheidung, Wind und Wetter sollte man den Knauf wohl nicht zumuten. Auch gefällt uns nicht, dass wir während der Installation mit der Elektronik in Berührung kommen können. Eine Gefahr für den Anwender besteht nicht, jedoch für die Elektronik. Eine kleine elektrische Entladungen vom Finger und die Elektronikeinheit könnte sich vom Dienst verabschieden.

 Test: Smart Lock Tapkey
Während der Installation kommt man mit der Elektronik in Berührung. Keine gute Design-Entscheidung.

Die verwendeten Batterien besitzen ein etwas ungewöhnliches Format: Zwei Lithium-Batterien (CR2, 3V), die mit einem Kabel verbunden sind und die es wahrscheinlich nicht überall zu kaufen gibt. Bei Amazon wird man manchmal fündig, direkt vom Hersteller kosten die Doppelbatterien 15,00 Euro.

Mit der Grundfunktionalität selber hatten wir auch Probleme: Das Entsperren lief bei uns nicht immer problemlos, gerade die App-Entsperrung war uns zu unzuverlässig. Per NFC-Tag klappte es besser. Manchmal ließ sich das Smart Lock gar nicht mehr erreichen. Wir vermuteten eine leere Batterie, doch auch mit getauschter Batterie kam das vor. Da half nur noch das Neustarten des Schlosses. Da es keine Notfall-Mechanismen existieren, wie etwa einem Entsperren mit einem normalen Schlüssel oder einer externen Stromzufuhr, stehen wir dann vor einer verschlossenen Tür.

An dem We.Lock L6PB ist eigentlich nicht viel smart, auch wenn es als solches beworben wird. Die Verarbeitung wirkt billig, die Montage klappt einigermaßen. Die Software ist grauenhaft: Die Oberfläche ist schlecht gestaltet und vieles ist nur teilweise oder gar nicht übersetzt. Die Aktivierung der App ist mit Angabe von E-Mail und Telefonnummer umständlich. Entsperren per RFID-Tag und Pin funktioniert recht zuverlässig, das muss man dem chinesischen Schloss lassen.

Nervig ist die Pin-Eingabe, denn ist man nicht schnell genug, schaltet es sich wieder in den Standby-Modus und man darf von vorne beginnen. Wie sicher das Schloss wirklich ist, können wir nicht sagen, da wir keine Informationen über die Verschlüsselung gefunden haben. Was für ein Sicherheitskonzept das We.Lock hat, kann man wohl daran erkennen, dass ein Super-Passwort zum Zurücksetzen des Geräts auf den Zylinder aufgedruckt ist.

Vom Eindruck her zu urteilen, würden wir damit nicht irgendetwas wertvolles schützen wollen und unsere Wohnungstür dem We.Lock anvertrauen erst recht nicht. Vielleicht ist das Gerät nützlich, wenn Sie es für einen Bruchteil des verlangten Preises erwerben können und die Tür einer Abstellkammer mit dem We.Lock ausstatten.

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Kommentare

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Sander Koehorst
Sander Koehorst

Statt den Kodierstation, kann man für iPhone einen Zylinder als Kodierstation benutzen um den NFC tags und Karten zu Programmieren. Das macht es auch so vielseitig.