Das beste Smartphone

Die Testteilnehmer im Überblick: Google Pixel, Huawei P10, LG G6, OnePlus 5, Samsung Galaxy S8.

Das beste Smartphone für die meisten Menschen ist für uns das OnePlus 5. Verarbeitung, Display, Rechenpower und Kamera sind auf Premium-Niveau  – aber es kostet deutlich weniger als die Flaggschiffe der etablierten Hersteller und bietet damit zur Zeit das beste Preis-Leistungsverhältnis. Außerdem hat OnePlus für die Nutzer der Vorgängermodelle ein offenes Ohr gehabt und einen Großteil ihrer Anregungen umgesetzt. So würde man sich das auch von den Platzhirschen wünschen.

Wir haben die sechs interessantesten Smartphones, die zur Zeit auf dem Markt sind, ausgiebig getestet. Sowohl von der Verarbeitungsqualität her als auch hinsichtlich der technischen Leistung rücken die Flaggschiffe der etablierten Hersteller immer näher zusammen. Das zeigt sich insbesondere auch bei der Kamera: Alle Top-Smartphones schießen sehr gute Fotos. Unterschiede offenbaren sich vor allem in Details – und im Preis. Und weil wir bei annähernd gleicher Leistung immer das günstigere Produkt bevorzugen, landet diesmal nicht das favorisierte Gerät auf dem ersten Platz.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit: OnePlus 5

Test: Smartphone – Testsieger OnePlus 5
Das OnePlus avanciert in der 5. Generation zum veritablen Flaggship-Killer.

Erst Anfang 2014 großspurig als »Flaggschiff-Killer« angetreten ist OnePlus mit der fünften Generation seines Smartphones tatsächlich in der Premium-Klasse angekommen. Doch das OnePlus 5 beschränkt sich nicht nur darauf, mit Prozessorleistung und anderer Hardware zu klotzen, wenngleich es aktuell zu den leistungsfähigsten Smartphones am Markt zählt.

Auch Design und User-Experience wurden weiter verbessert, denn OnePlus hält engen Kontakt zu seinen Kunden und hat beim OnePlus 5 tatsächlich einige Verbesserungsvorschläge umgesetzt. Das hat sich außer auf die Hardware auch auf das Betriebssystem niedergeschlagen: Dieses nennt sich OxygenOS und basiert im Kern auf Android, beim 5-er Modell auf der Version 7.1.1. Es ist allerdings weitaus mehr als die sonst übliche Anpassung der Oberfläche: Im Auslieferungszustand ist das Betriebssystem ausgesprochen schlank und reagiert sehr schnell, ohne dass man das Gefühl hätte, dass irgendetwas fehlt.

Da das OnePlus 5 mit seiner satinierten Alu-Rückseite und der hervorragenden Verarbeitung auch haptisch und optisch einiges zu bieten hat, avancierte es beinah vom Start weg zu unserem favorisierten Premium-Smartphone.

Besser aber teurer: Samsung Galaxy S8

Test Smartphone: Samsung S8
Das aktuelle Galaxy S8 bringt einige Innovationen mit, hat aber auch seinen Preis.

Das Samsung Galaxy S8 liegt in der Leistungsbilanz knapp gleichauf, durch sein innovatives Designs ist es sogar top: Front und Rückseite sind beide aus Glas, das an den langen Kanten fein abgerundet und perfekt in den Metallrahmen eingepasst wurde. Das Galaxy S8 ist damit das veritable Pendant des iPhones auf Android-Seite. Beinah rahmenlos schmiegt sich das Display um die abgerundeten Kanten, aus denen bei Bedarf die App-Anzeige mit den wichtigsten Shortcuts geschoben werden kann. Das scheint angesichts der immer noch reichlich vorhandenen Bloatware auch notwendig, sorgt dieses Feature doch für ein aufgeräumtes Display bei gleichzeitig schneller Erreichbarkeit der wichtigsten Apps.

Auf jeden Fall liegt das Galaxy S8 mit seinen Rundungen extrem gut in der Hand und lässt sich trotz des großen Displays beinah komplett einhändig bedienen – und es ist ein Hingucker, was ja mittlerweile fürs Ego des Besitzers mindestens ebenso wichtig ist, wie ein schneller Prozessor oder eine gute Kamera.

Allerdings kostet es auch deutlich mehr als unser Favorit, weshalb der OnePlus 5 aus unserer Sicht unterm Strich der bessere Deal ist.

Preistipp: LG G6

Test Smartphone: LG G6
Das LG G6 kann vor allem mit großem, hochauflösendem Display überzeugen.

Noch etwas günstiger als unser Favorit ist das LG G6. Das liegt vor allem daran, das LG seit einiger Zeit jedes seiner Premium-Smartphones azyklisch auf den Markt bringt: bei Markteintritt eilt es der bereits bestehenden Konkurrenz voraus, nur um sie einige Monate später wieder an sich vorbeiziehen zu sehen.

Dabei kann das LG G6 wieder mit interessanten Details punkten, die zumeist über einen Produktzyklus hinausreichen. So hat das Display fast die elbe Auflösung wie das Galaxy S8. Allerdings hat es keine Krümmung und ist nicht ganz so blickwinkelstabil.

LG hält auch beim G6 an der eigenwilligen Positionierung der Bedienelemente fest, der Ein/Aus-Taster ist mit integriertem Fingerprint-Sensor mitten auf der Rückseite untergebracht, direkt unterhalb der beiden Kamera-Objektive. Das ist ergonomisch günstig und stellt nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal mit Wiedererkennungseffekt dar, führt aber auch zu Fingerabdrücken auf den Objektiven.

Für Apple-Fans: Apple iPhone 7

Test Smartphone: Apple iPhone 7 Plus
Das iPhone 7 ist zwar schon etwas älter, für alle, die auch sonst Geräte von Apple verwenden aber nach wie vor eine gute Wahl.

Das immer noch aktuelle iPhone 7 ist nach wie vor das Nonplusultra für alle, die mit iPad, MacBook, Apple TV oder iCloud tief in die Apple-Welt investiert sind. Getoppt wird das »kleine« iPhone 7 nur noch durch das größere iPhone 7 Plus.

Beide gibt es mit Speicherkapazitäten von 32, 128 oder 256 Gigabyte, ebenso wie beim OnePlus und Pixel entscheidet man sich also vor dem Kauf zum verfügbaren Speicher, wobei die 32-Gigabyte-Variante kaum zu empfehlen ist, es sei denn, man lagert regelmäßig größere Dateien wie Fotos, Videos oder Musik aus.

Weiterer Unterschied zwischen dem 7-er und dem Plus-Modell ist die Kamera. Das iPhone 7, das wir im Test hatten, verfügt über eine einzelne Rückkamera mit lediglich digitalem Zoom. Das Plus war eines der ersten mit Doppelkamera, die wie beim OnePlus und LG den Weitwinkel und den Telebereich unter sich aufteilen. Allerdings ist die Bildqualität, die selbst das iPhone 7 mit der Rückkamera erreicht nach wie vor wegweisend und gilt völlig zu Recht als Referenz.

Der Kauf eines iPhone 7 ist zur Zeit trotzdem nur eingeschränkt zu empfehlen – denn im September wird Apple nicht nur das neue iPhone 8 vorstellen, sondern Gerüchten zufolge auch noch zwei weitere Modelle. Wer nicht sofort ein neues iPhone braucht, sollte daher lieber abwarten.

Vergleichstabelle

Unser FavoritBesser aber teurerPreistippFür Apple-Fans
Modell OnePlus 5 Samsung Galaxy S8 LG G6 Apple iPhone 7 Huawei P10 Google Pixel
Test: Smartphone – Testsieger OnePlus 5Test Smartphone: Samsung S8Test Smartphone: LG G6Test Smartphone: Apple iPhone 7 PlusTest Smartphone: Huawei P10Test: Smartphone – Testsieger Google Pixel
Pro
  • Enorm leistungsstark
  • Toll angepasstes Betriebssystem
  • Sehr gute Dual-Kamera-Lösung
  • Dual-SIM
  • Hervorragendes Display
  • Speichererweiterung möglich
  • Großer Lieferumfang
  • Sehr hoch auflösendes Display
  • Ergonomisch günstige Anordung des Fingerprint-Sensors
  • Flüssiges User-Interface
  • Gutes Zusammenspiel von Hard- und Software
  • Gegen kurzes Eintauchen in Wasser geschützt
  • Gute Speicherausstattung inklusive Nachrüstmöglichkeit
  • Sehr schlankes Gehäuse
  • Üppige Speicherausstattung
  • Eigenwilliges Design
  • Garantiert immer das aktuellste Android
Contra
  • Keine Speichererweiterung möglich und kein Headset im Lieferumfang
  • Proprietäre Sprachsteuerung Reichlich Bloatware
  • Prozessorausstattung nicht mehr zeitgemäß
  • Akkulauf- und Ladezeit könnte besser sein
  • Keine Schnellladefunktion
  • Kein Kopfhörer-Anschluss
  • Kein NFC
  • Prozessorleistung nur mittelmäßig Geringe Akkulaufzeit
  • Prozessorleistung nicht mehr ganz zeitgemäß
  • Keine Speichererweiterung möglich
  • Geringe Akkulaufzeit
Bester Preis
Technische Daten  

So haben wir getestet

Neben dem lange erwarteten Galaxy S8 konnten wir das OnePlus 5 direkt nach der Markteinführung für diesen Test gewinnen. Hinzu kamen das G6 von LG und das P10 von Huawei, die beide schon seit Anfang des Jahres auf dem Markt sind. Zu guter letzt haben wir das iPhone 7 und das  Pixel von Google mit in den Test genommen – auch wenn beide bereits seit dem letzten Jahr auf dem Markt sind, spielen sie immer noch eine besondere Rolle – und die Nachfolger sind erst gegen Jahresende geplant.

Wir haben alle Geräte mehrere Tage im Alltag benutzt. Wir haben die Akkulaufzeit beim Abspielen eines Videos in Dauerschleife gemessen, die Ladezeit bestimmt und alle wichtigen Benchmarks ermittelt. Um die Kameras beurteilen zu können, haben wir Vergleichsfotos desselben Motivs im Tageslicht, bei guter Innenbeleuchtung und bei wenig Licht gemacht, außerdem haben wir Videos und Tonaufzeichnung der sechs Top-Smartphones miteinander verglichen.

Viele Gemeinsamkeiten

Allen Android-Smartphones gemeinsam ist die USB Typ-C Schnittstelle, die keine Einsteckrichtung mehr vorgibt, ähnlich der Lightning-Schnittstelle von Apple. Außerdem lässt die neue Schnittstelle höhere Ladeströme zu und erlaubt damit eine schnellere Aufladung des Smartphones.

Alle Premium-Smartphones ohne Wechsel-Akku

Eine weitere Gemeinsamkeit der Android-Handys ist die durchgängig vorhandene Buchse für das Headset, respektive den Kopfhörer, ganz anders als die vermeintliche Vorreiterrolle des iPhones dies vorgibt. Allerdings liefern nur Samsung, LG und Huawei ein passendes Headset mit, Beim Pixel und dem OnePlus 5 gibt’s das optional.

Angelehnt wiederum ans iPhone: Keines der Premium-Smartphones erlaubt das einfache Auswechseln des Akkus. Im Falle eines Akku-Defekts muss das gute Stück in den Service, oder komplett ausgetauscht werden.

Bei Samsung, LG und Huawei gibt es immerhin die Möglichkeit einer Speicher-Erweiterung per microSD-Karte. Bei OnePlus und Google Pixel gibt es keine Erweiterung, man entscheidet sich beim Kauf für die gewünschte Speicherausstattung.

Der Preisunterschied beim Pixel von 32 auf 128 Gigabyte beträgt 110 Euro, beim OnePlus 5 von 64 auf 128 Gigabyte 60 Euro, gleichzeitig verfügt das 5-er mit 128 Gigabyte Speicher über acht statt sechs Gigabyte RAM.

Die Display-Unterschiede sind gerade in dieser Klasse ziemlich gering, sieht man einmal von der exorbitanten Auflösung des Galaxy S8 und des LG G6 ab – beide stellen ja bekanntlich die meisten Displays her. Allerdings ist auch hier Auflösung nicht alles, neben einem breiten Blickwinkel spielt auch der maximal mögliche Kontrast zum Beispiel bei direkter Sonneneinstrahlung eine erhebliche Rolle.

Problemfall Akku

Einer der wichtigsten Aspekte ist nach wie vor die Akkulaufzeit, weil die Reichweite und Verfügbarkeit des Smartphones bei den steigenden Einsatzmöglichkeiten eher zu- als abnimmt. Hierzu gehört neben einem Akku mit reichlicher Kapazität idealerweise eine intelligente Energieverwaltung, die die verfügbare Energie so geschickt einsetzt, dass es nach Möglichkeit zu keinem Komfortverlust kommt.

Eine möglichst kurze Ladezeit sorgt für eine ebenso kurze Ausfallzeit des Smartphones, hier stehen verschiedenen Schnelllade-Technologien in Konkurrenz, weswegen wir neben der normalen Laufzeit auch die Ladezeit gemessen haben. Samsung setzt zudem als einziger Hersteller auf induktive, also kabellose Lademöglichkeit, liefert allerdings kein passendes Ladegerät mit, das kann optional angeschafft werden und schlägt zusätzlich mit ca. 30 Euro zu Buche.

Mit »Quick Charge« und »Dash Charge« finden zwei unterschiedliche Schnellade-Systeme Verwendung. Allerdings sind Netzteile und Smartphones durchweg kompatibel miteinander, zumindest konnten wir keine Verweigerung markenfremder Netzteile oder gar Kabel verzeichnen, wie es beim iPhone allzu häufig vorkommt und teilweise zu teuren Defekten führt. Lediglich die Ladedauer profitiert naturgemäß vom perfekten Zusammenspiel zwischen Netzteil und Smartphone.

Zum Langzeitverhalten der verwendeten Akkus können wir leider nicht viel sagen – ob der Akku unseres Favoriten auch nach mehreren Ladezyklen und einer Alterung von ein bis zwei Jahren zumindest annähernd über die gleiche Laufzeit verfügt und ob er ebenso schnell wieder voll aufgeladen ist, muss die Zeit zeigen.

Beim iPhone wurde bislang auf eine Schnellladefunktion verzichtet, es muss also deutlich über zwei Stunden am Netzteil nuckeln, bis der vergleichsweise kleine Akku wieder aufgeladen ist. Die Akkulaufzeit ist für die installierte Kapazität von knapp unter 2.000 mAh zwar in Ordnung, im Vergleich mit den anderen aber nicht mehr Stand der Technik.

Der Prestige-Faktor

Ein Smartphone der Premiumklasse muss erstmal natürlich über die aktuellste Hard- wie Software verfügen, dabei schaden Innovationen in dem einen oder anderen Bereich keinesfalls, schließlich sind die Spitzenmodelle immer auch Technologieträger und damit Aushängeschild der jeweiligen Marke.

Eine hervorragende und damit vorzeigbare Verarbeitung ist Pflicht, dabei scheint aktuell der Alu-Unibody eher wieder auf dem Rückzug zu sein, zu Gunsten der beidseitigen Verglasung. Der Vorteil einer Glasrückseite: Sie bleibt länger unverkratzt und damit ansehnlicher als eine aus Alu, sieht ebenso edel aus, und macht eine besondere Konstruktion der vielen internen Antennen unnötig, da diese ja nicht durch Metall abgeschirmt werden.

Auf der Soll-Seite steht allerdings die gefürchtete »Spider-App«, also das Zersplittern des Glases nach einem Sturz. Denn auch in der vierten Generation ist das Gorilla-Glas, das zumeist Verwendung findet, nicht absolut bruchsicher. Allerdings folgt man hier wohl dem Zeitgeist, der ja nach wie vor dem schönen Glasrücken des iPhone 4 nachtrauert. Es bleibt also letztlich eine Geschmacksfrage.

Das OnePlus 5 ist in solidem Unibody aus fein satiniertem Aluminium gekleidet, während das Galaxy S8 auch rückwärtig über eine elegant geschwungene Glasscheibe verfügt. Das noch aktuelle Pixel von Google verwendet auf der Rückseite gleich beide Materialien und animiert damit zum Anfassen und Hingucken gleichermaßen.

Die Testteilnehmer (ohne iPhone 7) im Überblick: Google Pixel, Huawei P10, LG G6, OnePlus 5, Samsung Galaxy S8.

Klare Gegner

Die Fronten sind klar, kein Hersteller der Android-basierten Premium-Smartphones orientiert sich noch an Apples iPhone. Schließlich haben sich die meisten Kunden längst grundsätzlich entschieden, entweder für iOS oder für Android – Windows spielt längst keine Rolle mehr. Zwar ist der Wechsel von Android zu Apple und umgekehrt nicht mehr kompliziert, aber die meisten haben es sich in einer der beiden Welten eingerichtet und Geld in Apps investiert, das macht den Wechsel unattraktiv.

Starke Konkurrenz im Android-Lager

Wer sich für Apple entschieden hat, wird selten einen Gedanken an Alternativen aus dem Android-Lager verschwenden. Hier wählt man eben je nach Geldbeutel aus den fünf Varianten iPhone 6s, 6s Plus, 7s 7sPlus und SE und weiß, was man bekommt.

Bei den Androiden gibt es dagegen noch echte Konkurrenz, und zwar sowohl bezüglich der Features, als auch der Benutzeroberfläche und des Designs. Letzteres trägt überwiegend zum Wiedererkennungswert und damit zur längerfristigen Kundenbindung bei.

Während selbst der designierte Apple-Gegner Samsung stets bereits wenige Wochen nach Erscheinen des neuen Flaggschiffes mit sinkenden Preisen zu kämpfen hat, bleibt Apple iPhone bei seinen hohen Preisen und macht das Smartphone damit zum Prestige-Objekt.

Mit dem Google Pixel ist allerdings seit dem letzten Jahr auch im Android-Lager ein Player am Start, der die Klaviatur des Marketing voll beherrscht und mit mutmaßlich künstlich erzeugtem Mangel den recht hohen Preis stabil hält.

Unser Favorit setzt dagegen weitestgehend auf Direktvertrieb und eine solide Community, die, wie es heißt, maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklungsabteilung hat. Bei OnePlus sorgt das dezente, aber markante Logo sowie das installierte UserInterface für den individuellen Touch. Außerdem hat man sich das Credo einer englischen Auto-Nobelmarke zugelegt: Man spricht nicht viel über die technische Leistung des Smartphones – das OnePlus 5 hat schlicht genug Leistung. Und genau das konnten wir beim Test eindrucksvoll nachweisen.

Test: Smartphone – Testsieger OnePlus 5

 

Für uns das Beste: OnePlus 5

Das OnePlus 5 hat die Flaggschiff-Smartphones von Samsung, Apple und den anderen etablierten Herstellern zwar technisch nicht überholt, kommt aber in allen wichtigen Punkten so nah an sie heran, dass der Preisvorteil am Ende den Ausschlag gibt: Mehr Smartphone für weniger Geld gibt es zur Zeit nicht.

Unser Favorit: OnePlus 5

Test: Smartphone – Testsieger OnePlus 5
Das OnePlus avanciert in der 5. Generation zum veritablen Flaggship-Killer.

Die Kapazität des Akkus sowie das verbesserte Energiemanagement reichen für einen Dauerbetrieb von satten 20 Stunden und auch Design und Fertigungsqualität sind hervorragend, so dass das OnePlus 5 gut als Prestige-Objekt herhalten kann.

Auch wenn das OnePlus 5 nicht mehr ganz so günstig ist wie die Vorgänger-Modelle, ist der Preis immer noch vergleichsweise moderat – vor allem im Hinblick auf die Konkurrenz.

Akku: Extrem ausdauernd und schnell aufgeladen

Mit Dash Charge weicht das OnePlus 5 vom weiter verbreiteten QuickCharge ab. Dash Charge ist aber mindestens ebenso effizient. Die Ladeelektronik soll sich dabei nicht im Smartphone sondern im Netzteil befinden, was dafür sorgt, dass wenn überhaupt, allenfalls das Netzteil warm wird und nicht das Smartphone. Dieses Phänomen haben wir allerdings auch bei den anderen Testteilnehmern festgestellt, einzig das LG G6 wird beim Ladevorgang mäßig warm.

Der Akku des OnePlus 5 gehört mit 3.300 mAh zu den größten im Testfeld, gleichauf mit LG und Huawei. Allerdings hat man offenbar Hard- und Software so gut optimiert, dass am Ende locker 20 Stunden Laufzeit herauskommen, in denen unser Testvideo Nonstop abgespielt wird. Außerdem waren währenddessen Bluetooth- und WLAN-Empfang aktiviert.

Der Ladevorgang per Dash Charge geht ebenfalls rekordverdächtig schnell vonstatten: Innerhalb von gut 75 Minuten ist das Smartphone wieder voll aufgeladen und einsatzbereit.

Kamera: Doppelt fotografiert besser

Die Kameras der sechs Top-Smartphones sind allesamt auf sehr hohem Niveau, wie unser Kameravergleich zeigt. Das iPhone 7 überzeugt nach wie vor mit den besten Ergebnissen, aber Galaxy S8, OnePlus 5 und Google Pixel stehen ihm kaum nach. Das LG G6 und das Huawei P10 lassen bei schwierigen Lichtverhältnissen hingegen Federn.

Alle Kameras schießen Fotos auf sehr hohem Niveau

Das OnePlus 5 ist nicht das einzige Smartphone, das mit drei Kameras versorgt ist, eine Doppelkamera als Hauptkamera und eine konventionelle Einzelkamera für Selfies. Bei der Doppelkamera ist eine für den Weitwinkel und eine für den Tele-Bereich zuständig – die Art Zoom zum Umschalten hat Apple mit dem iPhone 7 Plus eingeführt, von unseren Testkandidaten war sonst nur das LG G6 mit einer Doppelkamera ausgerüstet.

Das Huawei P10 arbeitet zwar ebenfalls mit einer doppelten Rück-Kamera, eine der beiden mit Leica-Optiken bestückten Kameras kann aber nur monochrom, also Schwarzweiß, aufzeichnen und bringt keinen Gewinn seitens der Brennweite oder der Lowlight-Qualität. Beim Huawei kann allenfalls der optische Bildstabilisator punkten, da werden die Bilder wenigstens nicht verwackelt und es kostet keine Pixel, wie bei den elektronischen Bildstabilisatoren.

Bei den Outdoor-Aufnahmen konnten wir das optimale Wetter nutzen, der strahlende Sonnenschein sorgte für helle und kontrastreiche Motive. Alle Testgeräte mussten im Automatik-Modus ihre Sichtweise der Welt unter Beweis stellen. Sie können alle Testfotos in voller Auflösung betrachten, indem Sie auf ein Bild klicken und es anschließend in der Lightbox per Rechtsklick in einem neuen Tab öffnen.

Wie erwartet schlugen sich alle Smartphones beachtlich, kleine Ausreißer gab es lediglich bei der sichtbaren Nachschärfung beim Huawei, die besonders an geraden Kanten für leichte Überschwinger sorgt. Weitere Auffälligkeiten betreffen die Brennweite, so kann das LG G6 mit einem enormen Weitwinkel punkten, der dann allerdings auch einen leichten Fisheye-Effekt mit sich bringt.

Das OnePlus 5 verhält sich da trotz Doppelkamera etwas moderater, bietet aber mehr Weitwinkel als beispielsweise das iPhone. Der Mittagshimmel wird nicht überstrahlt und die Farben – insbesondere die unterschiedlichen Rot- und Grün-Töne sind natürlich reproduziert.

Im gut ausgeleuchteten Test-Setting sind dann schon deutlichere Unterschiede auszumachen. Erstaunlich ist, dass hier das vergleichsweise alte iPhone noch eine ausgesprochen gute Figur macht, wenn auch der Weißabgleich einen Hauch ins wärmere tendiert, was aber durchaus Geschmacksache ist.

Vor allem lässt sich bei diesem Test feststellen, wie weit die Bildnachbearbeitung dem Schärfeeindruck auf die Sprünge hilft. Das kann man zum Beispiel beim S8 zumindest an einigen Kanten erkennen. Ansonsten fallen hier die leicht überbelichteten Aufnahmen beim LG, Huawei und Pixel auf, die besonders bei letzterem zu Lasten des Kontrastes gehen.

Bei Lowlight-Aufnahmen trennt sich für gewöhnlich die Spreu vom Weizen: Bei einer Ausleuchtung von 30 Lux geraten Objektiv, Bildsensor und Bildverarbeitung gleichermaßen an ihre Grenzen. Das schlägt sich zumeist im Kompromiss nieder, wie weit die Detailauflösung bei der Verminderung des Bildrauschens auf der Strecke bleibt.

Auch hier zeigt das iPhone wie das geht, das unvermeidliche Rauschen hält sich in Grenzen, gleichzeitig werden viele Details abgebildet, nur die Farbe fällt teilweise der geringeren Bildsättigung zum Opfer. Das OnePlus 5 geht einen etwas anderen Weg, man nimmt hier etwas mehr Rauschen in Kauf und erhält auch in Details eine gute Farbsättigung.

Dem iPhone auffällig ähnlich agiert das Galaxy S8, hier ist das Rauschen weiter dezimiert, die Farbdetails sind ähnlich zurückhaltend wie dort.

Beim LG und noch mehr beim Huawei wird das Bildrauschen gnadenlos glattgerechnet, mit dem zweifelhaften Erfolg, dass auch einige der Details ausgebügelt werden.

Video und Ton

Videos mit dem Smartphone zu drehen ist zwar wegen des schnellen Sharings in, um jedoch minutenlange Drehs ansehnlich und mit hörenswertem Ton zu gestalten, sollte man über einen richtigen Camcorder nachdenken.

Für den kurzen Clip als erweitertes Foto oder zur Dokumentation mehr oder weniger wichtiger Ereignisse kann das Smartphone allerdings gute Dienste leisten, da es ja ohnehin immer dabei ist. Vermeiden sollte man schnelle Schwenks, weil sich Motive währenddessen bedenklich zur Seite zu neigen scheinen. Dieses Phänomen nennt man Rolling Shutter, und tritt prinzipbedingt bei sämtlichen Smartphones auf, und zwar deutlich stärker als bei den meisten Camcordern.

Bei der Qualität der aufgezeichneten Videos nehmen sich alle sechs Testkandidaten nicht viel. Bei Tageslicht produzieren sie alle sehr gute Videos, schwindet das Licht, schwindet bei allen ebenso die Videoqualität.

Wie die anderen Flaggschiff-Smartphones mit Ausnahme des LG G6 kann auch das OnePlus 5 Videos in 4K aufzeichnen, aber das wird man nur in Ausnahmefällen machen, denn es frisst enorm viel Speicher. Zeitlupen sind bei 720p mit 120 Bildern pro Sekunde möglich, da können Galaxy S8, Googles Pixel und das iPhone 7 mit 240 Bildern pro Sekunde allerdings mehr.

Man beobachtet zusehends, dass selbst beim Filmen das Smartphone hochkant gehalten wird. Das ist zwar ergonomischer, füllt aber beim Betrachten am normalen Bildschirm gerade mal einen schmalen Streifen in der Mitte. Rechts und links davon wird dann zumeist derselbe Bildinhalt komplett in Unschärfe gesetzt dargestellt, um unansehnliche schwarze Ränder zu vermeiden.

Hinzu kommt, dass es dem dann aufgezeichnete Ton zumeist an Ortungsschärfe mangelt. Klar, sofern ein Stereomikrofon eingebaut ist, kann dieses nur in einer Seiten-Ausrichtung auch wirklich Stereo aufzeichnen.

Bei den meisten Smartphones muss es dazu quer gehalten werden, mit den Bedientasten auf der rechten Seite. Das OnePlus 5 hält sich nicht an diese Quasi-Konvention und macht’s genau andersherum; sind die Bedientasten links, stimmt die Stereo-Abbildung, sind sie rechts, sind die Kanäle vertauscht. Bei senkrechter Aufnahme hört man auf beiden Kanälen nahezu das gleiche.

Bei diesem Test stellte sich heraus, dass das Pixel hier einen besonders schlechten Job macht, die Tonaufzeichnungen sind recht dumpf und verfügen über keinerlei Räumlichkeit – wahrscheinlich kommt nur ein Mono-Mikrofon zum Einsatz.

Alle anderen machen eine mehr oder weniger gute Figur, das Samsung liefert den klarsten Ton, das OnePlus liegt knapp dahinter, mit besagtem Vorteil für Linkshänder. LG und Huawei haben einen hörbaren Abstand und das noch aktuelle Pixel liegt abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Der gute Ton

Wer das Smartphone als hochwertige Audioquelle nutzen möchte, ist mit dem OnePlus 5 gut bedient, es funkt via Bluetooth sogar mit aptX HD Codec Audiosignale in bester Qualität ans Headset oder sogar an die HiFi-Anlage. Allerdings ist auch der im SoC des verwendeten Prozessors implementierte Audio-DAC nicht von schlechten Eltern.

So kann man gut und vor allem gerne hochauflösende Kost von Tidal, Quobuz und anderen Streaming-Diensten mit entsprechendem Headset oder Kopfhörern vom Smartphone direkt ans Ohr bringen.

Ob es da vom Hersteller Sinn macht, dem Kunden von vornherein die freie Wahl des Headsets zu lassen, mag dahingestellt sein. Ein einfaches Headset  im Lieferumfang hätte sicher eine gute Figur gemacht, so muss man es entweder direkt mitbestellen, oder gleich was Besseres, dafür können Sie gern auch einen Blick in unseren ausführlichen In-Ear-Kopfhörer-Test werfen.

Dual-SIM Multi-LTE

Das OnePlus 5 lässt zwar keine Speichererweiterung zu, bietet jedoch Platz für eine zweite SIM-Karte im Nano-Format. Inzwischen erscheint das bei den aktuell gekippten Roaming-Gebühren ein wenig deplatziert, OnePlus wendet sich mit diesem Feature aber ausdrücklich an Leute, die ihr Smartphone sowohl geschäftlich als auch privat nutzen möchten, und das mit zwei unabhängigen SIM-Karten.

Viel reisende Geschäftsleute dürften sich darüber freuen, dass OnePlus ist unseres Wissens nach der erste Hersteller, der sämtliche LTE-Standards in einem einzigen Smartphone unterstützt, es gibt also keine ausschließlich europäische, US-amerikanische oder asiatische Variante. Das ist nicht nur ein Komfortgewinn für den Nutzer, sondern wirkt sich sicherlich auch positiv auf die Fertigungskosten und Vertriebswege des Herstellers aus.

Dennoch wäre ein Kombi-Slot schön gewesen, mit dem wahlweise eine zweite SIM-Karte zum Einsatz kommen kann oder eine Speichererweiterung per microSD-Karte. Diese Lösung setzt sich gerade bei den Mittelklasse-Smartphones durch, schade, dass man für mehr Geld bei den Top-Smartphones weniger kriegt.

Oxygen: Ein ganz besonderes Android

Nach Meinungsverschiedenheiten mit den Verantwortlichen für die Cyanogen-Benutzeroberfläche, die bei den Vorgängern des OnePlus 5 zum Einsatz kam, hat OnePlus kurzerhand eine eigene programmiert: OxygenOS basiert zwar wie die meisten anderen Oberflächen im Grunde auf Android, die Eigenarten von Oxygen sind allerdings tiefgreifenderer Natur als bei den meisten anderen Android-Varianten.

OnePlus nimmt erfreulicherweise deutlich Abstand von der weit verbreiteten sogenannten Bloatware. Zumeist versuchen Hersteller mit meist unnützen und nicht löschbaren Apps den Nutzer an eigene Dienste oder Dienste von Partnern zu binden. Beim OnePlus 5 bleibt der Shortcut zur OnePlus-Community die einzige, langfristige Kundenbindung, und auch dafür muss man sich explizit anmelden.

Aufgeräumtes Android ohne Bloatware

Einen Ordner mit den gesammelten Google-Anwendungen gibt es ebenfalls, ansonsten zeigt sich die Oberfläche sehr aufgeräumt und damit übersichtlich. Sicher trägt dieses schlanke Interface auch zur flüssigen Performance des gesamten Smartphones bei.

Dennoch hat OnePlus in der frischen Version einige Neuerungen eingeführt: Aktiviert man den Lesemodus, wechselt die gesamte Oberfläche in einen augenschonenden Graustufenmodus und passt Helligkeit und Schärfe an die Umgebung an.

Screenshots zeichnen jetzt auf Wunsch auch den gesamten Scrollbereich auf – etwa den einer langen Internetseite. Ein automatischer Nachtmodus ändert die Farbtemperatur nach Sonnenuntergang. Und mit der Secure Box steht ein passwortgesicherter und verschlüsselter Speicherbereich für private Dokumente, Fotos und Videos zur Verfügung.

»Never Settle«, also »sich niemals zufrieden geben«, ist Slogan und Credo von OnePlus. Dass das sowohl für die Entwicklung der Hardware als auch für die der Software gelten soll, zeigt, dass allein während unseres Tests dem OnePlus gleich mehrere Updates aufgespielt wurden. Das betraf zum einen natürlich die Oxygen-Oberfläche, zum anderen aber auch mindestens ein Update des Android-Betriebssystems.

Das mag gerade bei neuen Smartphones zum Standard gehören, bis dann nach wenigen Jahren der Support eingestellt wird, dennoch spricht gerade die recht anspruchsvolle wie kommunikative Community beim OnePlus dafür, dass das nicht so schnell der Fall sein wird. Außerdem ist die Oxygen Oberfläche noch vergleichsweise jung, und bei weitem noch nicht ausgereizt.

Gibt es Nachteile?

Auch beim OnePlus 5 ist nicht alles perfekt. Ein Nachteil ist die zwar große, aber dennoch begrenzte Speicherkapazität. Die Wahl zwischen der 64-Gigabyte- und der 128-Gigabyte-Variante bestimmt zudem die Größe des Arbeitsspeichers. Auch die Farben variieren bei den Modellen, selbst wenn es zugegebenermaßen kaum sichtbare Unterschiede zwischen dem grauen und dem schwarzen Gehäuse gibt.

Dass das Headset hinzugekauft werden muss, ist gerade noch so zu verschmerzen, doch da das Headset aus dem Original-Zubehör nicht zu den teuersten gehört, hätte man es auch getrost beilegen können. Positiv könnte man interpretieren, dass die meisten ohnehin ein meist höherwertiges Headset nutzen, und somit Ressourcen gespart werden.

Der vermeintliche Fauxpas mit dem Videoton, den manche Kollegen bereits kurz nach Erscheinen monieren, fällt meines Erachtens kaum ins Gewicht, weil ohnehin die meisten Videos mit dem Smartphone senkrecht gedreht werden, und es den Filmern kaum auf den perfekten Ton ankommt – wer halbwegs ernsthaft filmen will, schafft entweder ein externes Mikro an oder greift gleich zu DSLR oder Camcorder.

Das OnePlus 5 im Testspiegel

Kaum im Umlauf, tauchen die ersten Testberichte zum OnePlus 5 auf. Wir haben hier einen ersten Überblick zusammengestellt, der nach der üblichen Zeitspanne durch Tests in den Printmedien ergänzt werden wird.

Bei CHIP Online erreichte das OnePlus 5 93,6 von möglichen 100 Punkten und belegte damit Rang 4 der Bestenliste. Darüber liegen nur noch die beiden Galaxy S8 sowie das HTC U11, allesamt deutlich teurer, daher punktet das 5-er bei CHIP außerdem bei Preis/Leistung:

»Das OnePlus 5 bietet im Test Spitzen-Hardware und unterbietet ähnlich ausgestattete Konkurrenten wie das HTC U11 und das Galaxy S8 zum Marktstart preislich um rund 150 bis 200 Euro. Das Design des Smartphones kann sich sehen lassen, die Verarbeitung ist aber nicht ganz makellos. Die Fotos der Dual-Kamera sehen gut aus, die Konkurrenten bieten aber noch mehr. Unterm Strich ist das OnePlus 5 eine gelungene Alternative zu den Größen der Branche.«

Auch die Kollegen von MobileGeeks haben das OnePlus bereits getestet, und vergaben 7,8 von 10 möglichen Punkten. Besonders positiv fiel die Performance auf, außerdem konnte auch das Display mit hervorragender Farbtreue und individuellen Einstellungen überzeugen, allenfalls die FullHD-Auflösung erschien den Kollegen nicht mehr zeitgemäß. Trotzdem ist das Fazit überaus positiv:

»Wenn man bedenkt, dass das Gerät mit Highend-Speicher, -Prozessor und -RAM ausgestattet ist, besitzt das OnePlus 5 einen äußerst konkurrenzfähigen Preis. Für alle, die nach kompromissloser Performance und einem extrem zukunftssicheren Gerät suchen, ist dieses Smartphone eine sehr gute Wahl.«

Computer Bild gab dem OnePlus 5 mit 2,34 eine ebenfalls gute Note und urteilt:

»Das OnePlus 5 ist einer der schnellsten und stilvollsten Androiden, was auch an der optischen Nähe zu Apples iPhone 7 Plus liegt. Doch so überzeugend das Gesamtpaket und der Preis auch sind, vor allem aufgrund der mittelmäßigen Kamera kann es mit Apples- und Samsungs-Speerspitze nicht mithalten.«

Wobei unsere Vergleichsfotos sowohl im Test-Setup als auch unter Realbedingungen letzte Aussage durchaus in Frage stellen. Leider haben die Kollegen nirgendwo dokumentiert, unter welcher Firmware ihr Test erfolgte.

Die Alternativen

In der prestigeträchtigen Premium-Klasse gibt es noch mehr zu entdecken als den Aufsteiger von OnePlus: Samsung und Google satteln technisch noch eines drauf, LG und Huawei versuchen sich mit scharf kalkulierten Preisen und das iPhone 7 spielt in seiner eigenen Liga.

Besser aber teurer: Samsung Galaxy S8

Test Smartphone: Samsung S8
Das aktuelle Galaxy S8 bringt einige Innovationen mit, hat aber auch seinen Preis.

Das Galaxy S8 baut auf ein perfekt abgestimmtes Zusammenspiel zwischen dem eingesetzten Exynos 8895 Prozessor und dem Betriebssystem Android 7 mit aufgesetztem UI Samsung Experience 8.1, das neuerdings das TouchWiz Interface ersetzt.

Das funktioniert so gut, dass man sich auf 4 Gigabyte RAM beschränken konnte – das OnePlus 5 bietet 6 Gigabyte bzw. 8 Gigabyte in der größeren Variante – ohne dass die Leistung bei irgendwelchen Anwendungen einbricht. Problematisch wird es tatsächlich erst, wenn mehrere leistungsintensive Anwendungen gleichzeitig am Prozessor zerren.

Die Benchmarks von Antutu und CF Bench liegen leicht unterhalb derer des OnePlus, was sich aber nicht spürbar in der Performance niederschlägt. Bestechend ist da schon eher, wie gut das Energiemanagement beider Geräte funktioniert: Das S8 reicht für satte 18 Stunden NonStop-Testvideo, das OnePlus sogar für 20, was in etwa der Differenz der Akkukapazität von 10 Prozent entspricht.

Bei der Ladedauer hat das Dash-Charge-System des OnePlus deutlich die Nase vorn, wobei Samsung hier mit der komfortableren, weil kabellosen induktiven Ladefähigkeit (Qi) punkten kann. Die passende Ladestation gehört allerdings nicht zu Lieferumfang sondern muss für rund 30 Euro zusätzlich angeschafft werden.

Glücklicherweise hat Samsung davon Abstand genommen, außer dem größeren S8+ keine weiteren Varianten, beispielsweise mit unterschiedlicher Speicherausstattung, zu vermarkten. Der interne Speicher von 64 Gigabyte kann kurzerhand per microSD-Karte aufgestockt werden.

Trotz schneller und vielseitiger USB Typ-C Schnittstelle hat man bei Samsung an Besitzer älterer Peripherie gedacht, es liegen gleich zwei Adapter auf USB-B bei, einer für die herkömmliche Mikro-USB-Buchse und einer auf die Standard USB-Buchse.

Beim S8 wurde das bislang genutzte UserInterface TouchWiz vom Samsung Experience 8.1 UI ersetzt, gleichermaßen hat Samsung den Sprachassistenten mit dem Namen Bixby integriert. Der wird mit dem seitlich angebrachten Button aktiviert, bzw. beim ersten Mal die Anmeldung des erforderlichen Samsung-Accounts eingefordert.

Bixby arbeitet, wie alle Sprachdienste, mit Hilfe einer Online-Datenbank. Für den Zugriff darauf muss man einen Samsung Account anlegen, wie flexibel und ausbaufähig sich Bixby auf Dauer zeigt, werden die nächsten Monate zeigen, Fakt ist allerdings, dass Samsung, wie viele andere Hersteller, eine Einnahmequelle neben der reinen Hardware installiert. Als temporäre Alternative zu Bixby lässt sich der ebenfalls integrierte Sprachassistent Google Assistant benutzen.

Das Galaxy S8 überzeugt neben umfassender Hard- und Software-Ausstattung auch mit dem gewissen Etwas, der Kombination aus Design, Finish und dezent verpackter Leistung, so dass es nach wie vor der einzige veritable Konkurrent des iPhones ist und das aktuelle iPhone 7 sogar deutlich überflügelt.

Vor allem bei Design und Display hat das Galaxy S8 die Nase gegenüber dem OnePlus 5 vorn, auch die Kamera bringt etwas bessere Ergebnisse. Doch all das ist aus unserer Sicht nicht den Preisaufschlag wert. Das OnePlus 5 bietet also zwar nicht mehr als das Galaxy S8 – aber doch mehr fürs Geld.

Preistipp: LG G6

Test Smartphone: LG G6
Das LG G6 kann vor allem mit großem, hochauflösendem Display überzeugen.

Das G6 von LG ist, ebenso wie das Huawei P10, schon etwas länger erhältlich. Das birgt den Nachteil, dass die Konkurrenz schon einen guten Blick auf die besonderen Features werfen und eventuell bei den eigenen Produkten noch nachbessern konnte. Auf jeden Fall hat die Konkurrenz wie das OnePlus und das Galaxy Zugriff auf aktuellere Hardware und Prozessoren.

LG verfügt zwar, wie auch Samsung, über Knowhow in Entwicklung und Fertigung des Displays, muss sich aber vor allem beim Prozessor-Chip außer Haus bedienen – und bei der frühen Markteinführung hat man dann schnell das Nachsehen.

Natürlich sind die gemessenen Benchmarks von Antutu und CF-Bench, wie wir sie verwenden, nur bedingt aussagefähig, was den alltäglichen Gebrauch anbelangt. Unter extremen Beanspruchungen aber, wie zum Beispiel bei mehreren gleichzeitig aktiven Anwendungen, machen sich schon teilweise deutliche Unterschiede bemerkbar.

Beim Display hält LG den Rahmen so schmal wie möglich, verzichtet vorn aber komplett auf abgerundete Kanten. Da die Rückseite an allen Kanten abgerundet ist, wirkt es dicker als beispielsweise das Galaxy, obwohl es das messtechnisch gar nicht ist. Mit dem teilt sich das G6 übrigens auch die zertifizierte Resistenz gegen Eindringen von Staub und Wasser – es darf wie das Galaxy sogar einen Moment ganz untertauchen.

Auf der Rückseite, genau unter den mittig untergebrachten Kameraobjektiven, befindet sich der bei LG mittlerweile übliche kombinierte Fingerprintsensor/Einschalttaster, für eine sehr ergonomische Bedienung per Zeigefinger. Ganz nebenbei ist dieses Bedienelement mittlerweile zum Markenzeichen mit Wiedererkennungswert avanciert.

Wie unser Favorit nutzt das LG gleich zwei Haupt- oder Rückkameras, eine für den Weitwinkel und eine mit Telebrennweite, also ebenfalls eine Art umschaltbarer Zweistufen-Zoom, wenngleich der Umschaltvorgang etwa zögerlicher vonstatten geht als beim OnePlus. Die Bildergebnisse könnten insgesamt etwas besser sein, dafür liefert das LG den größten Weitwinkel im Test.

Zwar verfügt das LG nur über 32 Gigabyte internen Speicher, der kann jedoch mit einer microSD-Karte auf bis zu 2 Terabyte aufgestockt werden. Das klingt zwar im ersten Moment etwas übertrieben, zumal aktuell bei Karten mit 256 Gigabyte Schluss ist, aber auch das ist schon ein beruhigendes Polster.

Alles in Allem bietet das LG eine gute bis hervorragende Ausstattung angesichts des mittlerweile deutlich gesunkenen Preises. Einige Spezialitäten, wie die Zertifizierung nach Schutzklasse IP68 und die sehr guten Audio-Qualitäten sind sicher für einige Nutzer ein Grund zuzugreifen – schließlich spart man gegenüber unserem Favoriten nochmal ein bisschen Geld.

Für Apple-Fans: Apple iPhone 7

Test Smartphone: Apple iPhone 7 Plus
Das iPhone 7 ist zwar schon etwas älter, für alle, die auch sonst Geräte von Apple verwenden aber nach wie vor eine gute Wahl.

Das iPhone 7 bzw. das größere iPhone 7 Plus ist für Apple-Fans nach wie vor das perfekte Smartphone. Das kommt nicht von ungefähr, bei keinem anderen Smartphone harmonieren Hard- und Software derart perfekt miteinander und das über die Gerätegrenzen hinweg über das gesamte Produktportfolio von Apple.

Das funktioniert so gut, dass das iPhone traditionell mit vergleichsweise schlanker Prozessor- und RAM-Ausstattung der nominell besser gerüsteten Androiden zumindest ebenbürtig ist, was die Leistung anbelangt.

Obwohl Apple in vielen Smartphone-Features Vorreiter war und ist, hinterlassen einige Errungenschaften gerade des iPhone 7 mittlerweile einen eher zwiespältigen Eindruck. Wurde der Wegfall der Headset-Buchse bei Einführung noch als bahnbrechende Innovation gefeiert, gibt es doch viele, die nur ungern darauf verzichten möchten. Immerhin legt Apple einen Adapter bei, mit dem auch alte Headsets weiterhin benutzt werden können.

Dem allgemeinen Trend zu immer größeren Displays wollte man bei Apple bislang ebenfalls nicht nachgeben, selbst das Plus-Modell kommt mit vergleichsweise kleiner 5,5-Zoll Display-Diagonale – das entspricht der des OnePlus, Samsung und LG sind noch deutlich größer.

Die größte Konkurrenz macht sich Apple wie immer selbst: Das iPhone 8 steht in den Startlöchern und die Erwartungen an das zehnte iPhone sind riesig. Neben dem Über-iPhone soll Apple noch zwei weitere iPhone-Modelle planen, die voraussichtlich im September vorgestellt werden. Wer nicht im Sommerurlaub buchstäblich mit seinem iPhone baden gegangen ist und umgehend ein neues benötigt, wird also besser bis zum Herbst mit einer Kaufentscheidung warten.

Außerdem getestet

Huawei P10

Auch Huawei schickt mit dem P10 ein Smartphone ins Rennen, das sich nicht nur aufgrund des aufgerufenen Preises im Premium-Segment platziert. Hier prangen ebenfalls zwei Objektive auf der Rückseite, noch dazu vom Objektiv-Spezialisten Leica. Allerdings gibt es keine zwei Brennweiten, wie beim OnePlus und LG G6. Eine der Kameras ist für normale Farbfotos, die andere für Schwarzweißfotos zuständig. Das P10 steckt im schlanken Unibody-Gehäuse, das es in den Ausführungen Graphite Black, Mystic Silver, Dazzling Blue und Prestige Gold gibt. In dem schlanken Gehäuse stehen  satte 64 Gigabyte Speicher zur Verfügung, die per microSD-Karte zusätzlich um weitere 256 Gigabyte aufgestockt werden können. Der Akku verfügt zwar über eine hohe Kapazität, reicht aber nur für knapp 13 Stunden, andere halten deutlich länger durch. Das Huawei P10 kann allerdings Punkten wenn der Preis nochmal spürbar sinkt.

Google Pixel

Das Google Pixel und sein größerer Bruder, das Pixel XL, sind seit Oktober letzten Jahres verfügbar. Der verwendete Snapdragon-821-Prozessor war im letzten Jahr tatsächlich noch State of the Art, wirkt nun allerdings etwas altbacken. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich diese Leistungsunterschiede im täglichen Gebrauch kaum bemerkbar machen. Anstelle eines komplett puren Androids läuft auf dem Pixel eine leicht angepasste Version. Als Herzstück fungiert dabei der Pixel-exklusive Google Assistant, einer verbesserten Version von Google Now. Das Pixel gehörte noch vor einem halben Jahr zum Besten, was das Android-Lager zu bieten hat. Doch den aufgerufenen Preis von über 700 Euro empfinden wir immer noch als zu hoch – zumal vor Jahresende der Nachfolger vorgestellt werden wird, auf den wir natürlich schon reichlich gespannt sind.

Kommentare

46 Kommentare zu "Das beste Smartphone"

avatar
Sortiert nach:   neueste | älteste | beste

Und Xiaomi ist noch gar nicht dabei 🙂

Bei Xiaomi fehlt ja auch meistens das lte Band 20
Was man sich mal angucken kann ist das Zuk z2 pro.

Dachte ich mir auch. Das neue Mi6 spielt ganz oben mit dabei.^^

Band20 ist weniger wichtig.
Ich lebe selber ländlich und habe mit Vodafone auch einen anbieter, der primär Band 20 nutzt.

Mit meinem Mi5 hab ich aber zu keiner Zeit ein Problem mit dem Internet. Rund 50% der Zeit hab ich kein LTE, aber diese Lücke füllt ein ebenso schnelles 3G Netz aus.

Statt 50 mb/s hab ich dann nur noch 21 mb/s.
Das ist immer noch weit schneller als dir meisten DSL Anschlüsse deutschlandweit 😀

Lieber das HTC U11 holen 😉

Was ist mit dem Honor 9?!

Andi
Andi

Wenn die Rede von Flagschiffen ist, wo ist denn das HTC U11 im Test?

Wer soll dat bezahlen,… Wer gibt so viel Geld für so ein relativ unbekanntes Handy aus?

Sehr viele die sich auskennen.

In welchem Universum ist den oneplus unbekannt xD

Dann kennt sich keiner aus meiner Meinung nach XD

son Typ
son Typ

willste nur kein geld ausgeben, weils kein mainstream ist? Da kennt sich aber jemand wirklich aus xDDDDD

Viel zu teuer !!!

Ist der Support noch immer so Scheisse ?

Und 60€ Unterschied zum s8 zum Bsp. nur bei Amazon….hä ? wo ist da der große Preisvorteil…

Das LG G6, ist sogar derzeit für 449€ im Angebot.
Das OnePlus, ist in dieser Preisregion, leider weit davon entfernt, ein Flagschiffkiller zu sein.

Bei Amazon ist das OnePlus teurer, beim Hersteller wird es für 499 Euro verkauft.

Habt ihr euch auch die Genauigkeit vom GPS wirklich ordentlich angeschaut? Denn das GPS vom OP3t ist derartig bescheiden, dass man ortsbasierte Spiele damit nur mehr schlecht spielen kann.

Leagoo M8 Plus. Ist ein sehr gutes Handy für einen super Preis von 95 Euro.. Verarbeitung usw. Einfach Klasse…

Bei dem Preis kann man sicherlich nicht meckern. Sollte ich mal ein Smartphone zum Überbrücken benötigen, wäre das sicherlich eine Option.

Kein Support und keine Ersatzteile. Sprich ein wegwerfartikel da relativiert sich der Preis ganz schnell bei einem gebrochenen Display oder defekten USB Buchse….

Und darüber hinaus kann man den Zusagen von Oneplus in Sachen update nicht (mehr) trauen.

Joa gut bei der Konkurrenz Kost halt der Display Wechsel dann soviel wie ein neuen oneplus xD

vernünftige updates erhalten immer nur die neuesten Modelle. Mein OP2 bekommt nur noch Securityupdates. Android 7 wirds nimmer geben. So is das halt in einer Bastelbude. Der Preis vom 5er ist meiner Meinung einfach zu teuer. 350-400 mehr darf ein solches Phone nicht kosten. Das is meine Meinung dazu.

Xiaomi klingt für mich auch sehr interessant und das werde ich auf alle Fälle im Auge behalten.

Hab schon eins bestellt! 😁

Habe das Xaomi mi Mix läuft schon seit dem 6.12.16 sehr sehr gut

Für den Preis lieber das S8

Sry…dann sind es 85€….macht das Kraut auch nicht fett, wenn ich mir die Mühe mache, bekomme ich das S8 sicher auch noch um ein paar Euro weniger…..

Wenn der Preis so wichtig ist, was ich gut finde, dann sollten noch einige China-Smartphones einbezogen werden, die bieten echt Spitzenleistungen.

wpDiscuz