Das beste Smartphone

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Smartphone Test: Smartphone Titel
Thomas Johannsen

Thomas Johannsen

hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 15 Jahren ist er Test­redakteur. Er ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone und schreibt unter anderem für Heimkino, Digital Home, InfoDigital und d-pixx.

Das beste Smartphone für alle, die ein iPhone wollen, ist für uns das Apple iPhone XR. Es ist für Apple-Verhältnisse recht günstig, der Preisaufschlag zum iPhone Xs oder sogar zum iPhone Xs Max ist enorm und für uns nicht gerechtfertigt. Das beste Android-Smartphone ist das Galaxy S10 von Samsung – mit dem kleineren Galaxy S10e stellt Samsung sogar den Preis-Leistungssieger unter den Androiden, dabei muss man gegenüber dem Galaxy S10 kaum Abstriche machen. Generell gilt: Wer nicht unbedingt das neueste und beste braucht, fährt mit älteren Modellen nicht viel schlechter – und spart eine Menge Geld.

Update 28. März 2019

Mit dem Samsung Galaxy S10 und dem günstigeren S10e haben wir zwei der aktuellen Flaggschiffe von Samsung in den Test aufgenommen. Beide konnten mit innovativer Technik überzeugen und jeweils eine Empfehlung kassieren.

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7. März 2019

Endlich konnten wir das neue LG V40 ThinQ ausführlich testen, es löst das G7 in unseren Empfehlungen ab.

21. Februar 2019

Nachdem darüber schon einige Informationen kursierten, hat Samsung nun offiziell das Galaxy S10 vorgestellt. Das neue Flaggschiff-Smartphone wird in drei Varianten erhältlich sein: Als Galaxy S10, größeres Galaxy S10+ und kleineres Galaxy S10e. Alle setzen auf auf ein sAMOLED-Display im 19:9-Seitenverhältnis und Infinity-o-Design, sind staub- und wasserdicht nach IP68-Standard und werden zunächst mit Android 9.0 Pie ausgeliefert. Außerdem nutzen alle Geräte den Samsung Exynos 9820 Octa-Core-Prozessor und können als kabellose Powerbanks genutzt werden.

 

Unterschiede zwischen den drei Modellen finden sich unter anderem bei Preis, Speicher, Akkukapazität, Bildschirmauflösung und vor allem der Größe, die bei 5,8 Zoll (S10e), 6,1 Zoll (S10) und 6,4 Zoll (S10+) liegt. Darüber hinaus unterscheidet sich die Kamerabestückung und der Fingerabdruckscanner, der nur bei den beiden größeren Modellen ins Display integriert ist.

 

Wir werden die neuen Smartphones so schnell wie möglich testen und ausführliche Informationen darüber geben.

8. November 2018

Wir haben das Pixel 3 von Google, das OnePlus 6T und das iPhone XR mit aufgenommen. Letzteres wurde unsere neue iPhone-Empfehlung.

8. Oktober 2018

Gleichzeitig mit dem neuen iPhone Xs Max haben wir das Samsung Galaxy Note 9 sowie das kompakte Galaxy S9 mit in den Test aufgenommen.

13. September 2018

Apple hat neue iPhones vorgestellt. Neben dem neuen iPhone Xs und der größeren Variante Xs Max gibt es eine neue etwas günstigere Linie namens Xr. Wir werden die neuen Geräte so schnell wie möglich testen.

16. Juli 2018

Wir haben das Sony Xperia XZ2 getestet, das in manchen Punkten eigene Wege geht.

6. Juli 2018

Neben dem Samsung Galaxy S9+ haben wir nun auch die Flaggschiffe der anderen Hersteller getestet; das LG G7, das Huawei P20 Pro, das HTC U12+ sowie das Nokia 8 Sirocco. Auch das Oneplus 6 und das Blackberry KEY2 sind frisch eingetroffen.

12. Juni 2018

Die neuen Flaggschiffe bekommen wir nach und nach herein, den Anfang machten das Samsung Galaxy S9+ und das Huawei P20, weitere werden in Kürze folgen.

15. Dezember 2017

Wir haben vier neue Smartphones getestet. Das LG V30 ist unser neuer Android-Testsieger und auch das Huawei Mate 10 Pro ist eine neue Empfehlungen.

Ein eindeutig »bestes Smartphone« zu küren ist aus unserer Sicht immer weniger sinnvoll, denn sowohl hinsichtlich der Verarbeitungsqualität als auch der technischen Leistung rücken die Flaggschiffe der verschiedenen Hersteller immer näher zusammen.

Das zeigt sich auch bei den Kameras: Alle Top-Smartphones schießen sehr gute Fotos. Unterschiede offenbaren sich nur in Details, der mehr oder weniger komfortablen Einbindung in das jeweilige Ökosystem – aber vor allem beim Preis.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Das beste iPhone

Apple iPhone XR

Das beste iPhone für die meisten ist das iPhone XR. Klar: Das iPhone XS und das XS Max legen technisch nochmal eins drauf, aus unserer Sicht ist das wenige, was die beiden aktuellen Apple-Flaggschiffe auszeichnet, aber nicht ihren happigen Aufpreis wert. Das einzige, was ihm fehlt, ist die zweite Rückkamera – und es hat einen LCD- anstatt eines OLED-Bildschirms. Auf beides kann man gut verzichten. Und weil unserer vormaliger Favorit iPhone X sang- und klanglos aus dem Apple Store verschwunden ist, tritt jetzt das XR in dessen Fußstapfen.

Mit dem Samsung Galaxy S10 haben die Koreaner wieder einen deutlichen Vorsprung herausgeholt, und zwar zur Konkurrenz von Apple und der aus der Android-Welt gleichermaßen. Allein das Display verfügt über einen extrem schmalen Rand, die Front-Kamera hat man kurzerhand aus der Mitte herausgenommen, sodass das aktive Display jetzt wirklich effektiv genutzt werden kann – die kleine Insel mit der Kameralinse fällt kaum noch auf. Dasselbe gilt übrigens für den Fingerprint-Sensor, der komplett unsichtbar ins Display integriert wurde, wo er sehr präzise und superschnell reagiert.

Ein neuer Chipsatz aus eigener Entwicklung sorgt für einen ordentlichen Leistungsschub, der allerdings kaum zulasten der Akku-Leistung geht. Zu guter letzt wurden auf der Rückseite drei Kameras eingebaut, von denen jede ein Spezialgebiet abdeckt. Samsung hat die Konkurrenz auf ganzer Linie geschlagen – nur nicht im Preis, denn der ist vergleichsweise moderat im dreistelligen Bereich geblieben.

Wenn Geld egal ist

Apple iPhone Xs Max

Pünktlich zum Herbst hat Apple mit dem iPhone Xs Max die neue Saison eingeläutet. Das Xs Max ist allerdings nur eines, wenn auch das größte, der neuen Apple-Smartphones. Ganz im Sinne des iPhone X setzt man auf die neuen Design-Akzente: das jetzt noch größere, fast randlose Display mit Face-ID und ohne Home-Button. Im Xs Max und seinen Geschwistern hat mit dem A12 Bionic zudem eine völlig neue Prozessorgeneration Einzug gehalten. Das Xs Max ist nun intelligenter, lernt vom Nutzer und soll sich seinen Gewohnheiten noch besser anpassen können, sei es beim Fotografieren, bei Face-ID, Siri oder anderen Anwendungen. Für uns sind diese kleinen Verbesserungen den satten Aufpreis nicht wert. Wer nicht aufs Geld schauen muss und auf jeden Fall technisch das Nonplusultra haben will, kriegt mit dem iPhone Xs Max aber zweifellos das beste Smartphone der Apple-Welt.

Android mit XL-Display

LG V40 ThinQ

Test Smartphone: LG V40 ThinQ
Das V40 ThinQ verfügt wieder über ein hervorragendes, großes Display und arbeitet mit drei Hauptkameras.

Das LG V40 ThinQ ist zwar der Nachfolger des V30, hat jedoch vieles vom jüngeren G7 übernommen, wie den Prozessor und das hochauflösende Display, sodass LG hier wieder ein weiterer Sprung nach vorn gelungen ist. Das Display hat zwar die gleiche hohe Auflösung wie das des G7, durch die größere Fläche sind die Pixel aber nicht ganz so dicht gepackt, dennoch ist es gelungen, die direkte Konkurrenz diesbezüglich auf Distanz zu halten.

Neu ist der Hybrid-Schacht, der jetzt alternativ zur Speichererweiterung eine zweite SIM-Karte aufnehmen kann. Leistungsmäßig liegt es auf Klassenniveau und dank IP68 Zertifizierung darf das V40 ThinQ auch mal unbeschadet untertauchen. Insgesamt fünf Kameras – zwei vorn und drei hinten – sorgen, dank unterschiedlicher Brennweiten, in den meisten Situationen für den perfekten Bildausschnitt.

Android-Preistipp

Samsung Galaxy S10e

Mit dem Galaxy S10e vervollständigt Samsung das Spitzen-Trio um ein Economy-Modell. Einerseits gibt es auch hier das neuste Infinity-Display, wenn auch etwas kleiner, andererseits ist der Fingerprint-Sensor an die Seite zum Ein-/Aus-Schalter gewandert, was nicht weniger innovativ ist, und schließlich wurde eine Rückkamera eingespart. Darüber hinaus kann das Galaxy S10e aber mit sehr guter Akku-Leistung, toller Fotofunktion und dem neuen, schnellen Chipsatz überzeugen. Ausstattung und Lieferumfang sind zu dem aufgerufenen Preis schlicht phänomenal.

Vergleichstabelle

Das beste iPhoneDas beste AndroidWenn Geld egal istAndroid mit XL-DisplayAndroid-Preistipp
Modell Apple iPhone XR Samsung Galaxy S10 Apple iPhone Xs Max LG V40 ThinQ Samsung Galaxy S10e OnePlus 6T Samsung Galaxy S9+ Apple iPhone X Apple iPhone 8 Plus Samsung Galaxy Note 9 LG G7 Samsung Galaxy S9 OnePlus 6 HTC U12+ Sony Xperia XZ2 Huawei P20 Pro Google Pixel 3 Nokia 8 Sirocco Blackberry KEY2 LG V30 Google Pixel 2 XL Huawei Mate 10 Pro Huawei P20 Google Pixel 2 Samsung Galaxy S8
Test Smartphone: Apple iPhone XRTest Smartphone: Samsung Galaxy S10Test Smartphone: Apple iPhone Xs MaxTest Smartphone: LG V40 ThinQTest Smartphone: Samsung Galaxy S10eTest Smartphone: OnePlus 6TTest Smartphone: Samsung Galaxy S9+Test Smartphone: Apple iPhone XTest Smartphone: Apple iPhone 8 PlusTest Smartphone: Samsung Galaxy Note 9Test Smartphone: LG G7Test Smartphone: Samsung Galaxy S9Test Smartphone: OnePlus 6Test Smartphone: HTC U12+Test Smartphone: Sony Xperia XZ2Test Smartphone: Huawei P20 ProTest Smartphone: Google Pixel 3Test Mittelklasse-Smartphone: Nokia 8Test Smartphone: Blackberry KEY2Test Smartphone: LG V30Test Smartphone: Google Pixel 2 XLTest Smartphone: Huawei P20Test Smartphone: Google Pixel 2Test Smartphone: Samsung Galaxy S8
Pro
  • Sehr gutes Display
  • Sehr gute Lowlight-Kamerafunktion
  • Enorme Akkulaufzeit
  • In diversen Farben verfügbar
  • Hervorragendes Display
  • Zwei Kameras mit OIS
  • Speichererweiterung möglich
  • Großer Lieferumfang
  • Hardware nochmal beschleunigt
  • Größtes Display eines iPhones
  • DualSIM (Nano‑SIM und eSIM)
  • Hervorragendes Display
  • Drei Hauptkameras mit unterschiedlichen Brennweiten
  • Speicher aufrüstbar und Dual-SIM dank Hybrid-Slot
  • Kabelloses Laden möglich
  • Hervorragendes Display
  • Speichererweiterung möglich
  • Großer Lieferumfang
  • Innovativer Fingerprint-Sensor im Display
  • Sehr lange Akkulaufzeit
  • Innovatives Betriebssystem
  • Hervorragendes Display
  • Sehr gute Lowlight-Kamerafunktion
  • Optischer Bildstabilisator
  • Design komplett überarbeitet
  • Mehr RAM als iPhone 8
  • Kamera nochmals verbessert
  • Großes Display bei kleinen Abmessungen
  • Face ID statt Fingerprint
  • Hervorragende Abstimmung von Hard- und Software
  • Sehr gute Kamera mit optischem Bildstabilisator
  • Hervorragendes Display
  • Erweiterte Bedienung mit dem S-Pen
  • Hervorragende Kamera
  • Diverse USB-C-Adapter im Lieferumfang
  • Hervorragendes Display
  • Speicher erweiterbar
  • Erlaubt induktives Laden
  • Gute Lowlight-Aufnahmen
  • Schön kompakt
  • Großes Display
  • Sehr gute Kamera
  • Gutes Headset im Lieferumfang
  • Hard- und Software optimal ausgereizt
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Kürzeste Ladezeit
  • Zwei Frontkameras für künstlerische Selfies
  • Aktuelle, leistungsfähige Hardware
  • Sehr gutes Display
  • Induktives Laden möglich
  • Enorme Akkulaufzeit
  • Künstlerisch ambitionierte Fotoausrüstung
  • Sehr gute Foto-Performance
  • Headset und USB-Adapter
  • Speicher knapp bemessen und nicht erweiterbar
  • Eigenständiges Design
  • Lange Akkulaufzeit
  • Sehr gutes Display
  • Einzigartige Hardkey-Tastatur
  • Sicheres Android
  • Solides und leichtes Aluminiumgehäuse
  • Kopfhöreranschluss
  • Fingerprint-Sensor mit Home-Taste auf der Rückseite
  • Hervorragender Audio-DAC integriert
  • Speichererweiterung
  • Sehr gute Kamerafunktion mit optischem Bildstabilisator
  • Mit Google Lens und Google Assistent perfekte Einbindung ins Google-Ökosystem
  • Edles Design
  • Enorme Akkulaufzeit
  • Großer Lieferumfang
  • Innovatives Display
  • Hohe Akkulaufzeit
  • Headset mit USB Typ-C-Anschluss
  • Diverse Adapter im Lieferumfang
  • Nahezu gleiche Hardware und Kamera wie das größere XL
  • Mit Google Lens und Google Assistent perfekte Einbindung ins Google-Ökosystem
  • Hervorragendes Display
  • Speichererweiterung möglich
  • Großer Lieferumfang
Contra
  • Kamera steht weit vor
  • Schlappes Ladegerät im Lieferumfang
  • Keine Benachrichtigungs-LED
  • Face-ID statt Fingerprint
  • Kamera trägt auf
  • Sehr hoher Preis
  • Schwächen bei komplexen Lowlight-Aufnahmen
  • Keine Benachrichtigungs-LED
  • Speicher nicht erweiterbar
  • Wird ohne Headset ausgeliefert
  • Proprietäre Bixby-Sprachsteuerung
  • Face-ID statt Fingerprint
  • Kamera trägt auf
  • Geringe Akkulaufzeit
  • Sehr hoher Preis
  • Kamera trägt auf
  • Geringe Akkulaufzeit
  • Lange Ladezeit
  • Kein Kopfhöreranschluss
  • Hoher Preis
  • Recht groß und schwer
  • Akkulaufzeit nur mittelmäßig
  • Nur eine Hauptkamera
  • Headset nur optional
  • Keine Speichererweiterung möglich
  • Schwache Akkulaufzeit
  • Keine induktive Lademöglichkeit
  • Relativ dick und schwer
  • Geringe Akkulaufzeit
  • Lange Ladezeit
  • Nicht die aktuellste Prozessor-Hardware
  • Schwache Akkulaufzeit
  • Altbackenes Design
  • Nicht die aktuellste Hardware
  • Schlecht definierter Druckpunkt der Bedientasten
  • Veraltete Hardware
  • Schwache Fotoleistung bei Lowlight
  • Kein Dual-SIM
  • (Noch) kein Android 8
  • Kein Portraitmodus
  • Google sammelt sehr viele persönliche Daten
  • Kein Kopfhöreranschluss
  • Hoher Preis
  • Kein Kopfhöreranschluss
  • Keine induktive Ladung möglich
  • Kein Kopfhöreranschluss
  • Google sammelt sehr viele persönliche Daten
  • Kein Kopfhöreranschluss
  • Hoher Preis
  • Proprietäre Sprachsteuerung
  • Reichlich Bloatware
Bester Preis
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Immer mehr Gemeinsamkeiten

Die Zeit der großen qualitativen Unterschiede bei Smartphones ist weitgehend vorbei, auch und gerade bei den Top-Modellen der Hersteller, den sogenannten Flaggschiffen. Ausreichend Rechenleistung für sämtliche alltäglichen Aufgaben bieten sie alle. Neben 3D-Games können lediglich Virtual- oder Augmented-Reality-Anwendungen die geballte Rechenpower der Top-Smartphones voll ausschöpfen, aber ob die tatsächlich the next big things werden, wie die Hersteller orakeln, ist längst noch nicht ausgemacht.

Auch bei der Akkulaufzeit gibt es keine großen Unterschiede. Ironischerweise halten Mittelklasse-Smartphones meist länger durch als die Flaggschiffe, bei denen es offenbar wichtiger ist, sie möglichst dünn zu bauen, als sie mit einem starken Akku auszustatten. Wechselbare Akkus findet man im oberen Segment schon lange nicht mehr und aus demselben Grund stirbt hier auch langsam, aber sicher der klassische Kopfhörerstecker aus.

Die Kamera wird immer wichtiger

Die größten Unterschiede zwischen teuren Modellen und günstigeren Mittelklassemodellen gibt es nach wie vor bei der Qualität der Kameras. Die neueste Errungenschaft ist der sogenannte Bokeh-Effekt, der beim Fotografieren mit einer große Blendenöffnung den Hintergrund unscharf werden lässt und so das Motiv im Vordergrund betont. Das klappt bislang mal mehr, mal weniger gut, aber es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis man kaum mehr einen Unterschied zwischen einem Smartphone-Portrait und einem mit einer Spiegelreflexkamera aufgenommenen Foto erkennt.

Umgekehrt bedeutet das: Wenn Fotos für Sie nicht wichtig sind, gibt es eigentlich keinen Grund, viel Geld für ein teures Flaggschiff-Smartphone auszugeben. Eigentlich. Denn natürlich geht es bei den Top-Modellen der Hersteller auch um Prestige. Deshalb muss nicht nur die Verarbeitung erstklassig sein, sondern auch das Design einen gewissen Wow-Faktor haben. Und für den marktwirtschaftlichen Erfolg hilft selbst der nicht, wenn nicht auch die Marke eine gewisse Strahlkraft hat, wie viele Hersteller schicker Android-Smartphones mit neidischem Blick aufs iPhone immer wieder erleben müssen.

So haben wir getestet

Samsung hat insgesamt drei Smartphones im Premium-Segment gelauncht, das Galaxy S10 und das günstigere Galaxy S10e hatten wir im Test, das Galaxy S10+ ist nochmal größer als das Galaxy S10, verfügt ansonsten jedoch über ähnliche Spezifikationen, und das faltbare Galaxy Fold kommt erst im Mai.

Endlich konnten wir das neue LG V40 ThinQ ausführlich testen, es löst das LG G7 in unseren Empfehlungen ab.

Apple hat gleich mit drei neuen iPhones nachgelegt, wir hatten das iPhone Xs Max als größten Vertreter der neuen Familie im Test. Außerdem konnten wir die Samsung Smartphone-Familie mit dem Galaxy S9 und dem Galaxy Note 9 komplettieren.

Kurz darauf konnten wir das iPhone XR, das Pixel 3 von Google sowie das OnePlus 6T ergänzen. Das iPhone XR wurde unsere neue iPhone Empfehlung.

Mit dem Samsung Galaxy S9+ wurde die letzte Generation der Android-Flaggschiffe offiziell eröffnet. Außer den Platzhirschen von Samsung hatten wir das LG G7, sowie mit dem Huawei P20 Pro den großen Bruder des P20 und das HTC U12+ sowie das Nokia 8 Sirocco und schließlich das Oneplus 6 im Test. Das Blackberry KEY2 verfügt über das Alleinstellungsmerkmal der Blackberry-Tastatur unter dem Display. Das ist dadurch natürlich kleiner, es lässt sich damit aber ergonomischer tippen. Die Technik im Gehäuse ist eher bewährt, um es vorsichtig auszudrücken.

Das LG V30, das Huawei Mate 10 Pro, das OnePlus 5T und das erste KEYone aus der Alcatel-Schmiede mit Blackberry-Branding sind entweder nicht mehr erhältlich, oder aber zu deutlich günstigeren Preisen, weil mittlerweile ziemlich veraltet. Das iPhone 8 PlusiPhone X sowie das Pixel 2 und das Pixel 2 XL von Google sind ebenfalls hier und da noch verfügbar, aber deutlich preisstabiler.

Wir haben alle Geräte mehrere Tage im Alltag benutzt, die Akkulaufzeit beim Abspielen eines Videos in Dauerschleife mit einer Displayhelligkeit von 50 Prozent gemessen, die Ladezeit bestimmt und alle wichtigen Benchmarks ermittelt.

Um die Kameras beurteilen zu können, haben wir Vergleichsfotos desselben Motivs im Tageslicht, bei guter Innenbeleuchtung und bei wenig Licht gemacht, außerdem haben wir Videos und Tonaufzeichnungen der Smartphones miteinander verglichen.

Testsieger: Apple iPhone XR

Die besten Smartphones sind für uns zur Zeit das iPhone XR und das Galaxy S10. Die Frage, welches von beiden besser ist, ist ein wenig müßig, denn einerseits liegen beide auf sehr hohem technischen Niveau mit nur geringen qualitativen Unterschieden in verschiedenen Details. Andererseits haben sich die meisten ohnehin längst entweder für Android oder iOS entschieden. Einen Grund, das Betriebssystemlager zu wechseln, bieten beide Telefone nicht.

Bevor wir auf Samsungs aktuelles Vorzeigegerät eingehen, widmen wir uns zunächst dem edlen Telefon mit dem charakteristischen Apfel im Logo.

Das beste iPhone

Apple iPhone XR

Im Apple-Universum gilt das iPhone XR mit einem Preis ab 849 Euro quasi als Einsteigermodell. Dafür bekommt man dann ein iPhone mit 64 Gigabyte internem Speicher und darf aus insgesamt sechs Farbvarianten wählen: Weiß, Schwarz, Blau, Gelb, Koralle sowie dem Sondermodell in Red. Die Varianten mit 128 GB und 256 GB Speicher liegen dann bei 909 Euro bzw. 1019 Euro, womit das iPhone also immer noch einen Batzen Geld kostet.

Mit dem A12 Bionic ist der aktuellste Chipsatz eingebaut – derselbe wie beim iPhone Xs und dem Xs Max. Am Arbeitsspeicher hat man hingegen gespart und das XR muss mit 3 statt mit 4 Gigabyte RAM auskommen, was sich aber nicht auf die Performance auswirkt. Die hat gegenüber dem knapp ein Jahr alten A11 Chipsatz zumindest messtechnisch einen Sprung gemacht. Damit liegt Apple im direkten Benchmark-Vergleich gegenüber der Android-Konkurrenz wieder deutlich vorn.

Es sind bereits erste Apple-User gesichtet worden, die schmerzlich den gewohnten Home-Button vermissen. Dafür gibt es jetzt eine Schiebejalousie: Oben mittig aus dem Rahmen heruntergewischt schaltet das Display ab, von unten nach oben gewischt wird es wieder aktiv. Das erinnert erstmal ein wenig an Android, aber noch viel mehr an die von Windows gewohnten Gesten für Touchscreens. Außerdem muss man tatsächlich von der Mitte nach unten wischen, sonst werden nur die wichtigsten Einstellungen eingeblendet – diesmal wirklich wie bei Android. Wischt man übrigens von der unteren rechten Rahmenecke aus, zeigt das iPhone alle kürzlich geöffneten Fenster als Cover-Flow.

Face-ID funktioniert – aber nicht in allen Situationen

Mit dem Home-Button ist auch der integrierte Fingerprint-Sensor weggefallen. Schadet nicht, könnte man meinen, dafür gibt es jetzt Face-ID, was gut funktioniert – erstaunlicherweise auch im Dunkeln. Aber Sie sollten es unterlassen, eines der neuen X-Modelle beispielsweise im Auto per Face-ID zu entsperren. Das kann teuer und obendrein gefährlich werden, schließlich dürfen Sie das Handy beim Fahren nicht in die Hand nehmen. Anders lässt es sich aber nur schwer entsperren.

Mit dem Fingerabdrucksensor kann man die bisherigen iPhones dagegen auch ohne Sichtkontakt entsperren. Viele Szenarien sind denkbar, in denen man sein Smartphone zum Entsperren nicht erst anschauen möchte oder kann. Wie sehr das im Alltag tatsächlich ein Problem ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Gut möglich, dass man sich an das neue Handling erst gewöhnen muss. Es ist dagegen eher unwahrscheinlich, dass sich Face-ID als Flop erweist und im nächsten iPhone wieder ein Fingerabdrucksensor verbaut wird. Zumindest unser neuer Favorit setzt voll auf die Face-ID und bislang hat sich der Konzern aus Cupertino immer noch durchgesetzt, zur Not auch gegen die eigenen Kunden.

Display: Die Sache mit der »Notch«

Mittlerweile hat das Display mit der hereinragenden Ecke sich auch bei der Konkurrenz aus der Android-Welt durchgesetzt. Sogar bis in die Mittelklasse hinein ist das also kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Im Gegenteil: Bei OnePlus hat man mit dem neuen 6T möglicherweise einen neuen Wettbewerb losgetreten, indem die Notch nochmal deutlich verkleinert wurde.

Wir werden sehen, ob es in absehbarer Zeit gelingt, die Kamera, mithin der Grund für die Ecke, unsichtbar ins Display zu integrieren, oder aber so schmal zu machen, dass sie locker ganz an den Rand passt. Samsung hat sein Infinity-Display weiter ausgebaut und bringt mit der neuen Generation das Infinity-O-Display ins Spiel. Hier ist die Kamera oben an die Seite verlagert und fristet dort, außerhalb des Hauptblickfeldes, ein Inseldasein.

Seitens der Energieversorgung hat das iPhone XR leicht zugelegt, mit knapp unter 3.000 mAh Akkukapazität liegt es nun knapp unter dem Xs Max und hält in unserem Test beinah ebenso lange durch. Die Laufzeit in unserem Video-Dauertest beträgt fast 19 Stunden. Zum Aufladen gibt es zwar eine Schnellladefunktion, das Gerät muss aber trotzdem mehr als drei Stunden an das mitgelieferte, deutlich unterdimensionierte Netzteil. Apple verspricht aber, dass es nach 30 Minuten wieder 50 Prozent Kapazität haben soll. Das schlanke Steckernetzteil des iPhones wird übrigens während des Ladens recht warm. Von einem aufgequollenen Akku beim iPhone, wie im Netz kolportiert, war bei uns allerdings nichts zu erkennen.

Wie viele Smartphones dieser Preisklasse verfügt das iPhone XR außerdem über die Möglichkeit, den Akku kabellos mithilfe von Induktion aufzuladen. Passende Ladegeräte mit Qi-Standard gibt es bereits, auch Ikea baut Nachttische zum kabellosen Laden und selbst in manchen neuen PKWs ist die Technik schon verbaut. Die Induktionsladung war wohl der maßgebliche Grund dafür, dass Apple beim iPhone die Glasrückseite wieder eingeführt hat, denn der Alu-Unibody schirmt zu sehr ab.

An der Hardware des iPhone XR gibt es nur wenig auszusetzen. Bemängeln kann man nur die lange Ladezeit, das war es dann aber auch schon.

Bei Audio setzt Apple auf AirPlay

Wer das Smartphone als hochwertige Audioquelle nutzen möchte, funkt via Bluetooth, wobei Apple hierbei auf AirPlay setzt, mit dem das iPhone auch verlustfreie Formate übertragen kann. Die meisten HiFi-Geräte beherrschen AirPlay, auch wenn die Übertragung leicht zeitverzögert ist. Das fällt aber nur bei Videoinhalten mit Ton auf, denn der Ton wird nicht lippensynchron übertragen.

Apples Sprachassistent Siri muss bei Fragen manchmal schon etwas länger grübeln. Nichtsdestotrotz funktioniert die Steuerung des Smart Home oder das Streaming der gewünschten Playlist dank der umfangreichen Lizenzierung durch Drittanbieter reibungslos. Außerdem lernt Siri beinah stündlich hinzu, sodass beispielsweise sinnlose Fragen oder Witze schnell als solche erkannt und teilweise mit Ironie beantwortet werden. Darüber hinaus kann Siri dank der Marktmacht und der geschickten Lizenzierungspolitik viel besser mit Hardware anderer Hersteller zusammenarbeiten, was fürs Media-Streaming und die Hausautomation von Vorteil ist.

Die Unterschiede zu günstigeren Top-Smartphones sind nicht sehr groß

Der größte Nachteil des iPhones ist der hohe Preis. Denn so gut das iPhone XR auch ist, die Unterschiede zu günstigeren Top-Smartphones aus der Android-Welt sind nicht sehr groß. Erwartungsgemäß werden sowohl das S10 als auch das Huawei P20 in absehbarer Zeit im Preis nachgeben, was bei Apple sicher nicht in stattfinden wird.

Dennoch ist Apple mit dem XR wieder in halbwegs akzeptable Preisregionen gerückt – jedenfalls für iPhone-Verhältnisse – und obendrein kann man aus insgesamt sechs schönen Farben wählen. Das geht sowohl dem XS als auch dem XS Max ab.

iPhone XR im Testspiegel

Das iPhone XR ist zwar noch frisch, dennoch gibt es schon einige Tests von Kollegen:

CHIP (10/2018) hat das iPhone XR schon getestet und vergab eine Gesamtbewertung von 90,1 Prozent. Im Fazit heißt es:

»Im Test schneidet das iPhone XR exzellent ab: Aufgrund seiner super Akkulaufzeit lässt es im Gesamtranking sogar seine teureren Geschwistermodelle hinter sich. Die Performance ist klasse, auch die Fotoqualität ist sehr gut und kann trotz Single-Linse mit den iPhone-XS-Versionen mithalten.«

Computer Bild bewertet das iPhone XR mit der Note 2,1. Als Fazit ordnet Robert Berg das XR zwar als relativ preiswertes iPhone ein, betrachtet es insgesamt aber zurecht als zu teuer:

»Apple zielt mit dem iPhone XR auf alle ab, denen die XS-Modelle zu teuer sind und die sich mit leicht abgespeckter Hardware (Display nicht so scharf und nur eine Kameralinse) zufrieden geben. Problem: Das iPhone XR ist günstiger, wirklich preiswert ist es bei Preisen von bis zu 1.019 Euro aber auch nicht – gerade beim Vergleich mit der Android-Konkurrenz. Wer keinen großen Wert auf ein knackscharfes Display legt und ohne Tele-Zoom leben kann, spart mit dem XR im Vergleich zu den anderen beiden Neulingen aber einige Euro und erhält trotzdem den neuen A12-Prozessor sowie frische Kamera-Funktionen.«

MacWelt beurteilt das XR ausschließlich im iPhone Umfeld, vergibt traditionell keine Note und zieht ein eher durchwachsenes Fazit:

»Fangen wir mit dem Positiven an: Das iPhone XR bietet eine längere Akkulaufzeit als das iPhone XS Max, arbeitet mit dem gleichen, sehr starken Prozessor des Luxusmodells und die Kamera knipst sehr gute Fotos. Darüber hinaus gibt es Dual-SIM und die weitere Ausstattung ist überwiegend identisch oder ähnlich. Ach, es ist auch noch günstiger!

Nun zu den negativen Punkten: Das Display im Vergleich mit dem iPhone XS, aber auch mit der direkten Android-Konkurrenz, kann uns nicht überzeugen. Es ist vergleichsweise wenig scharf und die Farben sind eher blass. Und mit den ziemlich dicken Display-Rändern sieht das iPhone XR nicht nur wenig wertig aus, es fühlt sich gegenüber dem XS und dem älteren X auch so an – es wirkt klobig!«

Alternativen

Für alle, die es sich leisten können und wollen, ist das iPhone XR eine sehr gute Wahl. Aber nicht jeder mag sich mit Apple anfreunden. Und nicht jeder will so viel Geld ausgeben. Das muss man auch nicht, denn es gibt viele Alternativen, die mit unserem Top-Favoriten mindestens auf Augenhöhe liegen.

Wer Android gegenüber iOS bevorzugt und trotzdem ein hochwertiges Smartphone sein Eigen nennen möchte, bekommt schon ab knapp unter 900 Euro das Samsung Galaxy S10 und fährt damit deutlich günstiger als mit dem Konkurrenten von Apple. In Deutschland bekommt man zwar nur die Version mit 128 Gigabyte, man kann den Speicher aber preisgünstig mit einer microSD-Karte aufrüsten – eine Option, die gerade in den höheren Preisregionen eine echte Rarität geworden ist, zumal Samsung wieder mit dem Hybrid-Slot arbeitet, der alternativ zur zusätzlichen Speicherkarte eine zweite SIM-Karte aufnimmt.

Während in der Übersee-Ausführung mit dem Snapdragon 855 der schnellste Prozessor verbaut ist, den Qualcomm aktuell zu bieten hat, kommt in der EU-Version der Exynos 9820 aus Samsungs eigener Entwicklung zum Einsatz – und der ist schnell! Samsung selbst wirbt mit einem Geschwindigkeitszuwachs von knapp 30 Prozent gegenüber der S9-Reihe, unser Benchmark-Test mit Antutu ergab eine ähnliche Leistungssteigerung. Nun ist das alles akademisch, solange man die Performance im Alltag mit bekannten und auch neuen Anwendungen nicht wahrnimmt, denn der Unterschied zu einem S9 ist hier kaum zu spüren.

Ein Schuh wird allerdings daraus, wenn man die neuen Herausforderungen betrachtet, denen das Galaxy S10 mittlerweile ausgesetzt ist. Da wäre einmal das Entsperren per Fingerprint-Sensor zu nennen: Dieser liegt nun quasi unsichtbar unter dem Display und macht sich erst bei Bedarf mit einer kleinen Grafik bemerkbar. Er ist etwa an der gleichen Stelle am unteren Display-Rand, wo auch schon sein Kollege im Vorgängermodell untergebracht war. Anders als beispielsweise beim OnePlus 6T, arbeitet der Sensor hier nicht optisch, sondern per Ultraschalltechnik. Das funktioniert tatsächlich schneller und im Dunkeln deutlich zuverlässiger, wie ich beim Fototest im abgedunkelten Raum eindrucksvoll herausfinden konnte – hier hat das 6T keine Chance.

Fingerprint-Sensor jetzt unsichtbar im Display

Nicht nur der unsichtbar im Display integrierte Fingerprint-Sensor spricht für die konsequente Weiterentwicklung des Display-zu-Rand-Verhältnisses bei Galaxy-Smartphones: Auf die »notch« verzichtet Samsung nach wie vor, das Infinity-Display geht dafür immer noch um die seitlichen Kanten herum und unten ist der Rand ohnehin schon sehr schmal. Beim Galaxy S10 hat man sich nun auf den oberen Rand konzentriert. Der hat nun eine Art Insel bekommen, in der die Kamera untergebracht ist. Der Clou ist, dass die Entwickler bei Samsung die Kamera raus aus der Mitte hin zur Seite verlagert haben.Das schafft an prominenter Stelle Platz für aktive Displayfläche und schadet der Ergonomie der Kamera rein gar nicht.

Die drei Android-Buttons werden bei Bedarf eingeblendet, das aktive Seiten-Display zum Einschieben häufig benötigter Apps hat man beibehalten. Die sind nach wie vor gewöhnungsbedürftig, weil das Smartphone fast keinen Halt mehr bietet, ohne dass sich etwas tut. Das Einschub-Display ist übrigens immer noch frei konfigurierbar, was äußerst simpel funktioniert.

Zumindest Samsung hat nun auch das Software-Problem – manch ärgerliche Inkompatibilität mit der »Notch«– für sich gelöst und die neue, OneUI 1.1 genannte Oberfläche kommt nun voll zum Zuge. Einen kleinen Nachteil, wenn es denn einer ist, bringt die kleine Kamerainsel schon mit sich: Es gibt keinen Platz mehr für die Benachrichtigungs-LED. Hier kommt dann das Allways-On-Display zum Zuge, welches bei Bedarf neben Datum, Uhrzeit und Akku-Stand auch über eingehende Nachrichten etc. informiert. Das kostet allerdings etwas Energie, doch davon hat das Galaxy S10 reichlich: Zumindest nach unserer Messmethode (Testvideo Nonstop, bei 50% Display-Helligkeit) läuft das Smartphone gut 18 Stunden.

In weniger als zwei Stunden ist der Akku voll

Anschießend ist der Akku wieder binnen eineinhalb Stunden voll aufgeladen, und zwar mit dem mitgelieferten Netzteil – also anders als bei der Apfel-Konkurrenz. Die Entwickler bei Samsung sind hier sogar noch einen Schritt weiter gegangen, denn der Akku des Galaxy S10 kann als Powerbank herhalten, um beispielsweise für eine kompatible Smart-Watch mit Energie zu versorgen. Auch das klappt natürlich vorzugsweise induktiv, also kabellos, allerdings sollte man dabei bedenken, dass selbst die Potenz eines 3.400 mAh starken Akkus dann früher zur Neige geht.

Im Online-Dauertest von CHIP etwa lief das Galaxy S10 nur knapp unter 10 Stunden – immerhin etwas länger als der Vorgänger S9. Damit liegt es zwar immer noch über den neuneinhalb Stunden des Konkurrenten mit dem großen X, zeigt aber auch die Grenzen derartiger Testszenarios: In der Praxis kommt man mit allen getesteten Smartphones bei normalem Gebrauch gut über den Tag – mehr aber auch nicht.

An einem weiteren Feature hält man bei Samsung eisern fest: Wie schon die Vorgänger ist auch das Galaxy S10 mit dem ANT+-Protokoll kompatibel und lässt sich daher von Gesundheitsbewussten mit einer ganzen Reihe Wellness- und Health-Produkte verbinden. So gibt es neben einfachen Pulsmessern auch Waagen, die außer dem reinen Körpergewicht den BMI anzeigen. Klinisch genaue Blutdruckmessgeräte verstehen sich zumeist ebenfalls auf das spezielle Bluetooth-Protokoll. Wer also auf eine solche Infrastruktur angewiesen ist, ist mit dem Galaxy auf jeden fall gut bedient.

Bei Audio hat das Galaxy S10 die Nase vorn

Seitens der hochkarätigen Bluetooth-Übertragung von Audiodaten hat das Galaxy S10 eindeutig die Nase vorn: Es unterstützt neben dem aptX- auch den aptX HD-Codec zur Übertragung in mindestens CD-Qualität. Auch im installierten Android 9 Pie ist zudem der hochwertige LDAC-Codec implementiert. Ursprünglich eine Entwicklung von Sony, haben die ihr Versprechen wahr gemacht und den Codec ab Android 8 zur Verfügung gestellt.

Damit wäre das Galaxy S10 und mit ihm jedes andere Smartphone ab Android Oreo oder 8 in der Lage, HiRes-Audio auch via Bluetooth zu übertragen. Voraussetzung ist, dass auch die Gegenseite den Codec versteht und übersetzen kann, was bislang fast nur bei Sony-Geräten der Fall ist. Ansonsten bleibt immer noch der aptX-Codec, der immerhin CD-Qualität liefert und sehr weit verbreitet ist.

Für alle anderen Fälle bleibt nur noch WiFi, um gut und vor allem komfortabel hochauflösende Kost von Tidal, Quobuz und anderen Streaming-Diensten auf der hochwertigen HiFi-Anlage zu Gehör zu bringen. Außerdem liegt auch dem Galaxy S10 wieder ein sehr gutes Headset von AKG bei – zwar klassisch mit Kabel, allerdings hat auch Samsung die Tendenz zum hochwertigen, mobilen Audio-Streaming erkannt und einen Audio-DAC integriert, der auch HiRes-Audio decodieren kann und es ganz ohne Funkumwege direkt per Kabel auf die Kopfhörer bringt.

Mit der neuen Pixel-Generation hat Google gleichzeitig eine verbesserte Sprachsteuerung für Android-Smartphones eingeführt, nämlich den Google Assistant. Der arbeitet nun so ausgefeilt, dass er sogar die Stimme seines »Meisters« erlernen kann und auf seinen Kalender zugreift. Die neue Anwendung Google Lens bleibt aber vorerst den Pixel-Smartphones vorbehalten und obwohl Samsung auch beim Galaxy S10 auf den hauseigenen Assistenten Bixby setzt, so lässt sich die entsprechende Taste mit nur wenigen Klicks auf den Google Assistant umbelegen und aus einem eher dezent operierenden Sekretär wird ein renitenter Begleiter.

Wenn Geld egal ist

Apple iPhone Xs Max

Mit dem iPhone Xs Max hat Apple den Preis nochmal ein ganzes Stück nach oben getrieben, für die kleinste Speicherausstattung mit 64 Gigabyte muss man bereits saftige 1.250 Euro berappen. Unser Test-Modell mit 256 Gigabyte greift mit 1.400 Euro und das 512-er Modell schließlich gar mit 1.650 Euro noch tiefer in den Geldbeutel. Mit dem kleineren Formfaktor des letztjährigen iPhone X liegt das neue iPhone Xs nur jeweils 100 Euro darunter. Bei diesen Preisen bleibt einem in der Tat die Spucke weg. Besonders ärgerlich: Apple hat die 128-Gigabyte-Größe gestrichen, die für die meisten wohl die interessanteste wäre.

Das Xs Max hat eine Display-Diagonale von 6,5 Zoll. Die Notch ist jetzt fester Bestandteil der neuen iPhones, ausgenommen die beiden 8er, die weiterhin verfügbar bleiben.

Beim Xs Max und dem etwas kleineren Xs bricht Apple mit einigen Traditionen, andere hingegen werden festgeklopft: Einerseits gibt es jetzt eine Art Dual-SIM-Fähigkeit, allerdings mit der Einschränkung, dass es sich bei der zweiten SIM-Karte um eine eSIM handelt, die fest verbaut und hierzulande auch vorerst noch nicht nutzbar ist. Auf der anderen Seite gibt es keine Rückkehr zur Headset-Buchse, immerhin aber ein beigepacktes Headset mit Lightning-Anschluss.

Bei der Akkulaufzeit hat das Xs Max nachgelegt, schließlich ließ sich jetzt problemlos ein größerer Akku mit über 3.000 mAh Kapazität einsetzen. Dennoch muss auch das teuerste iPhone mit dem winzigen Netzteil auskommen, das bislang jedem iPhone beigelegt war. Die Ladezeit beträgt damit über drei Stunden, was in so einer Preisregion eigentlich inakzeptabel ist, zumal Apple die vor einem Jahr angekündigte induktive Ladestation immer noch nicht auf den Markt gebracht hat.

Pünktlich nach dem Marktstart der neuen iPhones kommt Apple mit dem brandneuen iOS 12 um die Ecke und bietet das Update bis hinunter zum iPhone 5s an. Die meisten Apps und Bedienschritte laufen nun flüssiger ab, es können feste Bildschirmzeiten für den Nachwuchs programmiert werden, Augmented Reality wurde weiter ausgebaut und auch die Suchfunktion per Siri funktioniert zuverlässiger. Auch die Algorithmen der Fotosoftware wurden überarbeitet. So liefern die Hauptkameras bei Lowlight-Aufnahmen jetzt noch bessere Ergebnisse, die sogar dem iPhone X und dem iPhone 8 Plus zugute kommen, da sie die gleichen Kameras haben.

Insgesamt stellt sich also tatsächlich die Frage, ob man wirklich für das Xs Max soviel Geld ausgeben muss, wenn das günstigere iPhone X durch ein einfaches Software-Update fast die gleichen Ergebnisse liefert – zumindest solange man es noch kaufen kann.

Android mit XL-Display

LG V40 ThinQ

Test Smartphone: LG V40 ThinQ
Das V40 ThinQ verfügt wieder über ein hervorragendes, großes Display und arbeitet mit drei Hauptkameras.

Mit dem LG V40 ThinQ setzt LG den Zickzack-Kurs in der Produktfolge fort; da die neuen Modellen der G- und der V-Reihe quasi abwechselnd in den Markt gebracht werden, profitiert das aktuellste G-Modell am meisten vom vorangegangenen V-Modell und umgekehrt. So auch beim V40: Einen Großteil der Hardware kennt man schon vom G7 – andere, wie die Kameras, bauen darauf auf und werden konsequent weitergeführt.

Das LG V40 können Sie jetzt auch per Gesichtserkennung entsperren, allerdings scheint selbst LG nicht besonders von dessen Zuverlässigkeit überzeugt zu sein, sodass man vor der Aktivierung auf deren Mängel hingewiesen wird. Außerdem kann man die Gesichtserkennung erst aktivieren, wenn man eine zweite, sicherere Methode ebenfalls aktiviert hat, wie PIN, Muster, Passwort oder Knock-Code. Besonders in dunkler Umgebung hat die Gesichtserkennung so ihre Probleme, unterschreitet die Akkuladung 5%, funktioniert die Gesichtserkennung gar nicht mehr.

 Smartphone Test: Lg V40 Screen
Die Gesichtserkennung zum Entsperren des LG hinkt hinter der Konkurrenz von Apple hinterher. Bei LG ist man sich dessen durchaus bewusst.

Dann wäre der Hybrid-Schacht zu nennen, der jetzt alternativ zur Speichererweiterung eine zweite SIM-Karte aufnehmen kann. In der Schaltleiste gibt es nun neben dem Android-Standard eine vierte Schaltfläche zur schnellen Auswahl der SIM-Karte – sehr praktisch. Außerdem versteht sich jetzt auch das V40 auf kabelloses Laden, das Display deckt fast die gesamte Frontseite ab, bis auf die Notch, die jetzt neben dem Lautsprecher gleich zwei Kameras beherbergt. Damit wären wir bei insgesamt fünf Kameras, die im V40 verbaut wurden. LG arbeitet konsequent mit verschiedenen Brennweiten, um hier einen möglichst breiten Bereich abzudecken.

So kommt es, dass die drei Hauptkameras auf der Rückseite sich die Bereiche »Normal«, »Tele« und »Weitwinkel« teilen, beim Fotografieren erscheinen auf dem Display entsprechend drei Schaltflächen zur Auswahl. Das gleiche gilt für die Front-Kameras, hier stehen einem Normal-Brennweite sowie eine für Weitwinkel zur Verfügung, die ebenfalls per Schaltfläche auswählbar sind. Zur Auslösung beim Fotografieren reicht nach entsprechender Einstellung nun sogar ein kurzes Wort, Google Lens ist mittlerweile als App integriert und hilft beim Scannen von Texten, bei der Erkennung von Sehenswürdigkeiten und natürlich beim Einkaufen.

Leistungsmäßig liegt das V40 ThinQ in etwa auf dem Niveau des G7, das allerdings auch schon einige Tage länger auf dem Markt ist, es ist allerdings besonders schnell betriebsbereit, nämlich innerhalb von 17 Sekunden nach dem Einschalten, das ist bislang das erste Smartphone bei uns, was die Marke von 20 Sekunden deutlich geknackt hat. Der Akku hat eine Kapazität von 3.300 mAh, die reichte in unserem Test für gut 17 Stunden Nonstop-Video, was noch im oberen Drittel liegt. Auch die Ladezeit gibt keinen Anlass zur Besorgnis; schließlich ist das LG binnen eineinhalb Stunden wieder komplett aufgeladen, per Kabel.

Der Vorteil bei LG ist, dass die Schlagzahl der Neuerscheinungen von Premium-Smartphones recht hoch ist. Der Nachteil, speziell der V-Reihe: Immer wenn ein neuer Chipsatz fertig ist, wie aktuell der Snapdragon 855, ist das neue V-Modell, wie jetzt das V40, schon auf dem Markt. Nun relativiert sich das Ganze, wenn dann das G8 wieder auf dem aktuellsten Stand der Prozessortechnik steht, unterdessen lässt sich der avisierte Preis des V40 nicht lange halten. Aber so geht es ja den meisten Android-Smartphones.

Das V40 ThinQ gehört weniger zur Avantgarde, sondern gibt bewährter Technik den Vorzug, wodurch es sich als ziemlich zuverlässig erweist. Auch der Preis wird zuverlässig schnell sinken, sodass das V40 geschwind an Attraktivität gewinnen wird.

Android-Preistipp

Samsung Galaxy S10e

Das Galaxy S10e ist preislich und seitens der Display-Größe etwas unterhalb des Galaxy S10 angesiedelt. Auf dem ersten Blick fehlt es ihm jedoch an nichts, außer dass es eben kompakter ist, was sicherlich kein Nachteil ist.

Darüber hinaus hat Samsung beim Economy-Modell an einigen signifikanten Stellen den Rotstift angesetzt. So gibt es »nur« zwei statt drei Hauptkameras – die mit der Tele-Brennweite und dem optischen Bildstabilisator fehlt. Die Kamera mit der Normalbrennweite und OIS ist die gleiche wie im Galaxy S10, ebenso wie die Weitwinkel-Kamera.

Vorne sieht es dank des neuen Infinity-O-Displays, welches hier ebenfalls zum Einsatz kommt, und der einzigen Kamera auf den ersten Blick genauso aus wie das Galaxy S10. Was man nicht sieht, ist der Fingerprint-Sensor. Der ist auch nicht unter dem Display versteckt, sondern ist an die Seite zum Ein-/Aus-Schalter gewandert, was nicht weniger innovativ ist, weil er ausgesprochen schmal geraten ist und das Smartphone dennoch zuverlässig entsperrt.

Darüber hinaus kann das Galaxy S10e aber mit ähnlich guter Verarbeitung glänzen wie die beiden teureren Kollegen. Auch hier sieht die Rückseite wie Perlmutt aus, obwohl sie nicht, wie beim Galaxy S10+, aus einem Keramik-Werkstoff besteht.

Auch der Akku ist natürlich als Resultat des kleineren Displays und Gehäuses mit etwas weniger Kapazität ausgestattet, reicht aber ebenso lange wie der des Galaxy S10, nämlich gute 18 Stunden. Klar, das kleinere Display benötigt entsprechend weniger Energie. Beim Aufladen gibt es dann ebenfalls nur Unterschiede von wenigen Minuten. Insgesamt sind beide Smartphones binnen eineinhalb Stunden wieder zu 100 Prozent aufgeladen.

Die übrige Hardware ist die gleiche wie beim großen Bruder, was außer für die Akkulaufzeit auch für die übrigen Leistungsdaten gilt: Das Galaxy S10e geht ebenso forsch zur Sache und erreicht ähnliche Benchmarks wie das Galaxy S10. Der Lieferumfang ist ebenfalls der gleiche: Auch dem Galaxy S10e liegt ein sehr gutes Headset von AKG bei, zwei USB-Adapter, die das mitgelieferte Daten- bzw. Ladekabel quasi universell nutzbar machen, und ein Netzteil zum schnellen Aufladen.

Für das Galaxy S10e müssen Sie aktuell mehr als 200 Euro weniger hinblättern als für das Galaxy S10. Angesichts der überschaubaren Unterschiede zum größeren Bruder seitens des Bedienkomforts und der fotografischen Qualitäten, sowie der technischen Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz, ist das Galaxy S10e fast schon ein Schnäppchen und deshalb unser aktueller Preistipp.

Kameravergleich: Mit mehr Kameras fotografiert man besser?

Die Kameras der Top-Smartphones fotografieren allesamt auf sehr hohem Niveau, wie unser Kameravergleich zeigt. Das iPhone X profitiert von einer Blende mit 2.4 (Teleobjektiv) gegenüber der 2.8er-Blende im iPhone 8. Außerdem hat Apple wohl seitens der Firmware nachgebessert, sodass der Portraitmodus noch zuverlässiger funktioniert und solche misslungenen Versuche wie der meinige mit dem iPhone 8 seltener bis gar nicht mehr auftreten sollten.

Wie sehr es auf die Software ankommt, konnte ich im laufenden Test der aktuellen iPhones feststellen; nachdem die ersten Lowlight-Aufnahmen noch mit iOS 11 gemacht wurden, zeigte das Update auf iOS 12 enorme Verbesserungen; vorher deutlich sichtbare Artefakte waren bei den Aufnahmen nach dem Update gänzlich verschwunden. Das Beste ist; das Update kommt

Unser neuer Android-Favorit, das Galaxy S10, nutzt sogar drei Kameras, die sich in Brennweite, Blendenöffnung und Bildstabilisierung unterscheiden. Eine arbeitet mit quasi Normalbrennweite und einer Blende mit zwei Öffnungen, f1.5 und f2.4 sowie einem optischen Bildstabilisator. Eine weitere ist für den Weitwinkel zuständig, sie arbeitet mit einer Blende von F2.2. Die dritte im Bunde ist eher für den Tele-Bereich ausgelegt, auch hier macht der optische Bildstabilisator absolut Sinn, der kann beim Filmen und Fotografieren das gefürchtete Verwackeln verhindern helfen. Bei Lowlight-Aufnahmen kann somit sogar die Belichtungszeit verlängert werden, ohne dass die Aufnahme verwackelt ist.

Im Kamera-Menü kann man folgerichtig aus drei Symbolen den gewünschten Bildwinkel auswählen, also nah. fern oder normal. Vorn begnügt man sich mit einer einzigen Kamera mit 10 Megapixeln Auflösung und immerhin einer Blendenöffnung von F 1.9, die auch in Innenräumen passable Selfies ohne Blitz machen kann.

Das Huawei Mate 10 Pro arbeitet mit einem Schwarzweiß- und einem Farbsensor; hier gibt es dann wieder eine Art Portraitmodus. Es lässt sich eine Einstellung »große Blende« aktivieren, die dann mit einer Schärfeebene arbeitet, die sogar unabhängig vom Motiv funktioniert – und das nicht nur bei Portraitaufnahmen.

Beim OnePlus 5T arbeitet man nun mit zweimal der gleichen Brennweite. Einer der Sensoren hat besonders große Pixel, um auch hier die Lowlight-Qualität zu verbessern. Das Blackberry Key2 schließlich muss mit einer Kamera auskommen und zieht in Spezialdisziplinen wie Tiefenschärfe oder Lowlight eindeutig den Kürzeren.

Alle Kameras schießen Fotos auf sehr hohem Niveau

Das iPhone X setzt ebenfalls auf zwei Kameras, respektive zwei Objektive, eines für den Weitwinkel und eines für Tele-Aufnahmen. Beide tragen reichlich auf, teils aufgrund der aufwändigen Optik, teils aufgrund des generell sehr schlanken Bodys des iPhone. Im Gegensatz zum iPhone 8 Plus verfügt das Teleobjektiv des X-Modells nun über eine Blende von 2.4 statt 2.8 mit marginalen Auswirkungen auf entsprechende Aufnahmen bei wenig Licht.

Außerdem ist das Kamera-Array nicht mehr waagerecht wie noch beim iPhone 8 Plus, sondern senkrecht aufgebaut. Schließlich soll man auch auf der Rückseite erkennen, dass es sich um ein iPhone X handelt.

»Wir brauchen nur eine Kamera« war dagegen die lapidare Aussage von Google bei der ersten Präsentation der Pixel 2-Smartphones. Die Qualität der geschossenen Fotos gibt der Aussage Recht, wenn auch nur teilweise, denn der digitale Zoom kostet im extremen Telebereich Auflösung.

Bei den Outdoor-Aufnahmen legen wir trotz des zwischenzeitlich gewechselten Motivs besonderen Wert auf eine extreme Gegenlicht-Situation, die jede Kamera an ihre Grenzen bringt. Da nicht einmal an einem Tag genau dieselbe Lichtsituation herrscht, können diese Testfotos nur zeigen, wie die Smartphone-Kameras, bzw. deren Software generell mit solchen Extremen fertig werden.

Alle Testgeräte mussten im Automatikmodus ihre Sichtweise der Welt unter Beweis stellen. Sie können alle Testfotos in voller Auflösung betrachten, indem Sie auf ein Bild klicken und es anschließend in der Lightbox per Rechtsklick in einem neuen Tab öffnen.

Das iPhone 8 Plus und die beiden neuen Pixel-Smartphones profitieren zwar auch vom strahlenden Sonnenschein, allerdings ist das schon die Herbstsonne und von daher nicht ohne weiteres mit den anderen Aufnahmen zu vergleichen. Es fällt allerdings auf, dass das iPhone die Farbakzente etwas anders setzt als das Pixel 2 XL: Während es das Rot der Hütte sehr genau reproduziert, nimmt es das Pixel bei den Grüntönen des Rasens etwas genauer.

Das Foto mit dem iPhone X entstand nochmal später als das des iPhone 8, außerdem gab es wegen der früheren Tageszeit und den grauen Wolken reichlich Gegenlicht von der Sonne, was die Kamera gut meisterte. Die Durchzeichnung gelang auch unter diesen Bedingungen gut – es lässt sich selbst noch ein Flecken blauer Himmel ausmachen.

Im direkten Vergleich des iPhone X mit dem Galaxy S10 grenzt der Unterschied beinah schon an Pixelzählerei; die Farbabstimmung ist recht ähnlich. In punkto künstlicher Kantenschärfe konnte das Galaxy S10 nochmal eine Pixelbreite vorlegen und im Vergleich mit dem Galaxy S9 auf das iPhone leicht übertrumpfen. Dasselbe gilt für das iPhone 8 Plus, es gibt keine sichtbaren Unterschiede zum iPhone X.

Vor allem lässt sich bei dem Test jedoch feststellen, wie weit die Bildnachbearbeitung dem Schärfeeindruck auf die Sprünge hilft. Das kann man zum Beispiel beim S8 zumindest an einigen Kanten erkennen.

Bei Lowlight-Aufnahmen trennt sich für gewöhnlich die Spreu vom Weizen: Bei einer Ausleuchtung von 30 Lux geraten Objektiv, Bildsensor und Bildverarbeitung gleichermaßen an ihre Grenzen. Das schlägt sich zumeist im Kompromiss nieder, wie weit die Detailauflösung bei der Verminderung des Bildrauschens auf der Strecke bleibt.

Um die fotografischen Qualitäten der Smartphones noch weiter auszureizen, sind wir dazu übergegangen, Lowlight-Aufnahmen in natura zu machen. Der Erfolg, bzw. die teilweise frappierenden Unterschiede zwischen den Smartphones-Kameras geben uns Recht; Sie schlagen sich doch recht unterschiedlich bei Dunkelheit am Ruhrmuseum auf Zeche Zollverein. Auch hier sind es wieder Dynamik-Sprünge (zwischen tiefstem Dunkel und einigen sehr hellen Bildanteilen), welche die Kameras nebst Software bewältigen müssen.

Das Ergebnis ist frappierend; es ist schon erstaunlich, was Apple aus der einzelnen Rückkamera alles herauszuholen vermag. Mit deutlichem Abstand liefern unsere aktuellen Favoriten das beste Ergebnis, allerdings ist das Pixel nicht weit dahinter, wäre die Belichtung nicht ganz auf Helligkeit ausgelegt, könnte man sicher auch die Leuchtreklame lesen. So sind die Hellen Lichter etwas überstrahlt.

Etwas anders macht es das OnePlus 6T; auch hier sind die Lampen und die Leuchtreklame so überstrahlt, dass letztere nicht zu entziffern ist. Im zugeschalteten Nachtmodus wird der Bildausschnitt größer, weil der digitale Zoom nicht mehr funktioniert. Die Leuchtreklame kann man nun problemlos lesen, dafür ist das Bild zu den Rändern hin zusehends unscharf.

LG macht es beim V40 trotz dreier Kameras nicht besser – kein Wunder, hier wurde mehr Wert auf ein breites Spektrum an Brennweiten wert gelegt. Erst im HDR-Modus wird die Leuchtschrift lesbar, die meisten anderen Details gehen fast komplett verloren, dafür wird der Himmel heller abgelichtet, als er zu dem Zeitpunkt war, sodass auch das Profil des Förderturmes gut zu sehen ist, was bei allen anderen einfach im Dunkel verschwindet.

Portraitmodus

Auf den Portraitmodus sind beide Hersteller besonders stolz, weil man so zumindest bei Portraitaufnahmen auch ohne große Spiegelreflexkamera ein schönes Bokeh erzeugen kann. Das heißt, das Gesicht ist scharf und der Hintergrund verschwimmt sanft in Unschärfe.

Da sowohl Apple als auch Google besonders viel Gehirnschmalz in die Entwicklung gesteckt haben, um den Portraitmodus zu perfektionieren, haben wir einen direkten Vergleich zwischen den beiden gemacht.

Die Smartphones verwenden hierzu unterschiedliche Techniken. Das iPhone nutzt beide Kameras, um Tiefeninformationen zu gewinnen und kann so das Motiv im Vordergrund vom Hintergrund isolieren. Negativer Nebeneffekt: Der Zoom des iPhones ist im Portraitmodus deshalb nicht aktiv. Dann muss sich der Fotograf in die gewünschte Position bewegen.

Bei den Pixel-Smartphones funktioniert der Zoom auch im Portraitmodus, was die Sache erheblich vereinfacht. Google nutzt einen Algorithmus zur Gesichtserkennung, um eine Person zu erkennen und vom Hintergrund zu isolieren. Erstaunlicherweise klappte das in unserem Test besser als beim iPhone, bei dem der Hintergrund nicht immer zuverlässig erkannt wurde, was ebenfalls seit dem letzten Update behoben ist.

Wir haben eine Reihe Testfotos im Portraitmodus mit dem iPhone X und dem Pixel 2 XL aufgenommen. Zum Vergleich haben wir das Motiv zusätzlich mit einer klassischen Spiegelreflexkamera, der Canon 70D, aufgenommen. Wenn Sie auf die Bilder klicken, können Sie die Fotos anschließend in einem neuen Fenster in Originalgröße öffnen.

Bei den Innenaufnahmen sieht erstmal alles gut aus; der Hintergrund versinkt bei allen Kameras wie gewünscht schön in der Unschärfe. Vergrößert man jedoch die Aufnahmen, werden beim iPhone unschöne Artefakte gerade auf der Haut sichtbar – das Pixel 2 XL ist da deutlich besser. Druckt man die Bilder aus, wird der Unterschied noch deutlicher. Dafür stellt das Pixel 2 XL das Gesicht nicht überall sauber frei, links neben dem linken Auge ist ein Stück des Hintergrunds noch scharf.

Bei den Outdoor-Aufnahmen waren wir diesmal darauf erpicht, keinen eindeutigen Hintergrund und schon gar nicht eine einzige Ebene zu haben. Das Ergebnis: Keines der Smartphones ist in der Lage, eine optische Schärfeebene in Höhe des Motivs zu simulieren. Die Schrift auf dem Schild ist gut zu lesen und selbst die Gebäude ganz hinten im Hintergrund sind noch recht scharf abgebildet. Lediglich die Canon schafft es ohne viel Aufhebens, das Motiv vom Hintergrund abzuheben.

Im Gegensatz zum Pixel bietet das iPhone vier Kreativmodi, mit denen auch nachträglich verschiedene Lichtstimmungen für die Portraits festgelegt werden können. Auch hierfür nutzt Apple nach eigenen Angaben die Tiefeninformationen der beiden Kameras. Tatsächlich liefern zumindest die Modi Studiolicht und Konturenlicht gute Ergebnisse.

In den Modi Bühnenlicht und Bühnenlicht mono wird der Hintergrund entfernt. Das funktioniert nicht immer gut, in unserem Beispiel verschwindet auch die rechte Schulter des Models im Schwarz. Allerdings befindet sich die Funktion auch noch im Beta-Stadium – gut möglich, dass Apple hier noch mit einem Software-Update nachbessert.

Das ist überhaupt der Vorteil bei beiden Kameras: Sämtliche Bildveränderungen finden im Nachhinein per Software statt. Sowohl Googles Pixel als auch Apples iPhone werden hier mit der Zeit sicherlich noch kräftig dazulernen und langsam aber sicher die Spiegelreflexkamera obsolet machen – zumindest für Hobbyfotografen.

Videoaufnahmen

Bei der Qualität der aufgezeichneten Videos nehmen sich alle Testkandidaten nicht viel: Bei Tageslicht produzieren sie alle sehr gute Videos, schwindet das Licht, schwindet bei allen auch die Videoqualität.

Alle Testgeräte können Videos in 4K-Auflösung aufnehmen, iPhone X und Galaxy S9+ dank optischem Bildstabilisator sogar recht ruhige. Allerdings braucht ein 4K-Video rund 400 Megabyte Speicherplatz pro Minute. Da ist der Speicher auf dem Handy schnell voll.

Immerhin kann man Fotos und Videos sowohl bei Apple als auch bei Google in der Cloud speichern und auf dem Smartphone speicheroptimierte Versionen behalten. Bei Google ist das kostenlos, bei Apple sind nur 5 Gigabyte kostenlos, 50 Gigabyte kosten einen Euro im Monat, 200 Gigabyte drei Euro und 1 Terabyte zehn Euro.

Unser neuer Favorit ist auch hier deutlich im Vorteil: Beim Galaxy S9+ lässt sich der interne Speicher mit einer microSD-Karte locker vervielfachen und zum Speichern einer großen Videodatei wird kein schneller Internetzugang benötigt, wie es bei den angesprochenen Cloud-Speichern der Fall ist.

Während das iPhone 4K mit 24, 30 oder 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnen kann, beschränkt sich das LG V30 auf 30 Bilder. Auch Zeitlupen kann das V30 nur mit 120 Bildern pro Sekunde in FullHD aufnehmen. Nach der Aufnahme lässt sich selbige variabel in einen Zeitlupen- und einen Bereich in Normaltempo aufteilen. Das iPhone bietet auch die Option von Superzeitlupen mit 240 Bildern pro Sekunde, aber auch das nur in FullHD.

Außerdem getestet

Dem OnePlus 6 folgt das OnePlus 6T, was uns nicht wirklich überrascht hat. Schließlich kennen wir das schon von den beiden 5er-Modellen. Das 6T hat ein signifikantes Facelifting erhalten und das ganz ohne Aufpreis: Die Ecke oder Notch oben am Display war bis dato die kleinste, allerdings ist das mittlerweile überholt. Das Display hat gegenüber dem einfachen 6er nochmal um wenige Millimeter in der Diagonalen zugelegt. Auf der Rückseite befindet sich nun kein Fingerprint-Sensor mehr, wie es noch beim OnePlus 6 der Fall war. Der ist jetzt quasi im Display integriert. Innen hat sich dagegen nur wenig verändert: Erwähnenswert ist hier eigentlich nur der etwas größere Akku, der prompt auch noch länger durchhält.

Der Preis des T-Modells unterscheidet sich aktuell kaum von dem des Modells ohne T. Hier hat man also im Grunde die Wahl, ob man den Fingerprint klassisch auf der Rückseite oder innovativ auf dem Display haben will, was dann mit einer etwas längeren Akkulaufzeit einhergeht, wobei sich auch das OnePlus 6 mit 16 Stunden nicht lumpen lässt.

Das Samsung Galaxy S9+ markierte nur für kurze Zeit den Spitzenplatz der Android-Smartphones, jetzt musste es der Konkurrenz aus eigenem Hause schon wieder den Platz überlassen. Es hat ein etwas größeres Display als das Galaxy S9 ohne Plus. Dennoch haben die Koreaner trotz großer Frontabdeckung auf die sogenannte »notch«, also die von oben hereinragende Ecke für Kamera und Lautsprecher, verzichtet.

Das erkennt man auch schon an der prall gefüllten Box, denn neben dem Headset, welches dem Smartphone standardmäßig beiliegt, gibt es noch diverse Adapter, welche helfen, die Kommunikation der modernen USB Typ-C-Schnittstelle mit älterer Peripherie zu erleichtern. Das Headset ist nicht nur mit einem klassischen Klinkenkabel versehen, es kommt zudem aus dem Hause AKG, einem Audiospezialisten, der zu Samsung gehört.

Das S9+ gibt es in einer Version mit 64 oder 256 Gigabyte internem Speicher. Beiden ist gemein, dass sie über einen Hybrid-Slot verfügen, also entweder eine zweite SIM-Karte fassen oder den Speicher erweitern können.

Apple iPhone X