SUP-Board Test: Sup Copyright: homydesign / Adobe Stock
test
Aktuell veröffentlicht: 6.8.2021

Das beste SUP-Board

Wir haben 9 aufblasbare Stand-Up-Paddling-Boards getestet – von sehr preiswerten Boards in der 300-Euro-Klasse bis hin zum 1.400 Euro teuren Luxus-Tourenbrett. Wer ein qualitativ hochwertiges SUP-Board zu einem annehmbaren Preis sucht, findet im Testsieger Fanatic Ray Air Touring ein komplett ausgestattetes Set, mit dem man sofort loslegen kann. Aber auch für Pfennigfuchser und Fans exklusiver Bretter können wir Boards empfehlen.

Arnold Zimprich
ist seit Kindesbeinen sportlich sehr vielseitig unterwegs. Seinen ersten Pokal stellte er sich mit 6 Jahren in den Schrank, seitdem macht er das bayerische Voralpenland und die Gebirge Europas mit Laufschuh, Rennrad, Tourenski oder Eispickel unsicher. Er schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Alpin, das Bergzeit Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.
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Wir testen ständig neue Produkte und aktualisieren unsere Empfehlungen regelmäßig. Gerne informieren wir Sie, sobald dieser Artikel aktualisiert wird.

SUP-Board ist nicht gleich SUP-Board – das wurde bei unserem Test deutlich. Eine Erkenntnis ist besonders frappierend: Auf Amazon tummelt sich viel, was zwar zum Planschen und Spaß haben reicht – wer aber ernsthaft an das Thema SUP herangehen will, sollte etwas mehr Geld in die Hand nehmen.

Wir hatten 9 SUP-Boards mit Preisen zwischen knapp 300 und rund 1.400 Euro im Test. Bei den günstigen SUPs für weniger als 300 Euro ist das Paddel meist schwer, die Verarbeitung billig und die Stabilität im Wasser mitunter schlecht. Trotzdem gibt es auch im Einsteiger-Bereich SUP-Boards, die im Test überzeugen konnten. Für richtig gute Boards muss man aber zum Teil deutlich tiefer in die Tasche greifen, erhält dann aber auch langlebigere, schöner verarbeitete und langfristig sicherere Bretter.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Fanatic Ray Air Touring

Test SUP-Board: Fanatic Ray Air Touring
Schön verarbeitetes SUP-Board mit schönen Paddeleigenschaften und umfassender Ausstattung für Anfänger und Fortgeschrittene.

Das Fanatic Ray Air Touring überzeugt durch eine schöne Verarbeitung, gutmütige Fahreigenschaften und eine umfassende, ansprechende Ausstattung. Zwar hat das SUP-Board nur eine Finne – trotzdem konnte es im Test überzeugen, was auch an seiner großen Länge von 3,50 Meter liegt. Die solide Transporttasche hat uns ebenfalls gefallen – das SUP-Board kann man auch mal eine längere Strecke zum Wasser tragen, ohne dass die Schultergurte unbequem werden und der Reißverschluss den Geist aufgibt.

Wenn Geld egal ist

JP AdventurAir

Test SUP-Board: JP AdventurAir
Ein Leckerbissen für die Augen – und zum Paddeln. Mit einer Länge von 3,66 m das laufruhigste Board im Test – mit rund 15 Kilogramm aber auch das schwerste. Ein exklusives Fahrvergnügen für alle möglichen SUP-Einsatzbereiche.

Exklusivität hat ihren Preis – das toll verarbeitete JP AdventurAir schlägt mit einem stolzen Preis von 1399 Euro zu Buche. Dafür ist die Verarbeitung dieses SUP-Boards über jeden Zweifel erhaben – an die Qualität der verschweißten Nähte kommt kein anderes Board im Test heran. Dazu ist der Geradeauslauf ausgezeichnet und die Ausstattung lässt (fast) nichts zu wünschen übrig. Wie bei vielen Markenherstellern üblich, legt JP kein Paddel bei, dafür kann man das Board als einziges zum Surfboard umbauen (Fixierpunkt für Mast ist vorhanden), es sind zwei Gepäckspanner an Bord und das Bord verfügt über 5 (!) Finnen. Ein tolles Touring-Board für alle, die bereit sind, für eine ausgezeichnete Verarbeitung auch etwas Geld in die Hand zu nehmen.

Für Sparfüchse

Miweba Bluemarina Ariki

Test SUP-Board: Miweba Bluemarina Ariki
Günstiges, aber umfangreich ausgestattetes Board für den Funsporteinsatz. Schöne Details wie die Action-Cam-Halterung.

Im Set des Bluemarina Ariki ist alles dabei, was man als Einsteiger braucht, um mit dem SUP-Sport anzufangen. Es ist damit das perfekte Allround-Familien-SUP-Board. Wer möchte, kann Action-Cam und Kajaksitz (nicht im Lieferumfang) montieren, der Geradeauslauf ist, zumindest bei der längeren 325 cm-Variante, in Ordnung. Die Langlebigkeit konnten wir nur bedingt unter die Lupe nehmen – wer das SUP-Board jedoch nur ab und zu verwendet, dürfte mit dem Bluemarina einige Jahre zufrieden sein.

Design-Tipp

FB Sport SUP

Test SUP-Board: FB Sport SUP
Schön ausgestattetes Board mit witzigem Design und gutmütigen Fahreigenschaften.

Das FB Sport hat uns vom Design her gut gefallen – es macht schon beim Anschauen Spaß. Dass es je nach Länge nur 300 Euro kostet, ist ein schöner Nebeneffekt. Die Tragetasche des Allround-Boards gehört zur Mittelklasse im Test, auch eine Leash und eine Doppelhubpumpe sind mit im Lieferumfang. Vorteil: Das mit drei Finnen ausgestattete FB Sport ist angenehm leicht. Trotzdem: Das SUP-Brett gehört zur Kategorie der Funboards, zum gelegentlichen Planschen im Urlaub reicht es aus, wer Stand-Up-Paddling ernsthafter betreiben will, greift lieber zu einem Markenhersteller.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerWenn Geld egal istFür SparfüchseDesign-Tipp
Fanatic Ray Air Touring JP AdventurAir Miweba Bluemarina Ariki FB Sport SUP Brast Glider 320 Aqua Marina Vapor 10'4" Spinera Supventure 10'6" Kesser Aufblasbares SUP Board Set ECD Germany Aufblasbares SUP
Test SUP-Board: Fanatic Ray Air TouringTest SUP-Board: JP AdventurAirTest SUP-Board: Miweba Bluemarina ArikiTest SUP-Board: FB Sport SUPTest SUP-Board: Brast Glider 320Test SUP-Board: Aqua Marina Vapor 10'4"Test SUP-Board: Spinera Supventure 10'6"Test SUP-Board: Kesser Aufblasbare SUP Board SetTest SUP-Board: ECD Germany Aufblasbares SUP
Pro
  • Schöne Verarbeitung
  • Tolle Gleiteigenschaften
  • Umfassende Ausstattung
  • Sehr schöne Tragetasche mit Hüftgurt
  • Große Standfläche
  • Für ein Board dieser Größe recht leicht
  • Schöne, aufwendige Verarbeitung
  • Hohe Laufruhe
  • Viele Arretierungspunkte, Mastfuß
  • Sehr griffige Standfläche
  • Transport-Spannleinen vorne und hinten
  • Sehr aufwändige Transporttasche mit Rollen (!)
  • Umfassende Ausstattung
  • Action-Cam-Halterung
  • Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis im Test
  • Kajaksitz optional fixierbar
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Flippiges Design
  • Drei Finnen
  • Leash im Lieferumfang
  • Abgeschrägte, griffige Stehfläche
  • Sehr günstig
  • Sehr leicht (ca. 7 kg)
  • Leash im Lieferumfang
  • Vergleichsweise schöne Tragetasche
  • Schöne Tragetasche
  • Doppelhubpumpe
  • Vergleichsweise schöne Tragetasche
  • Große Trittfläche
  • Lieferumfang in Ordnung
  • Action-Cam-Halterung
  • Sehr günstig
  • Lieferumfang in Ordnung
Contra
  • Nur eine Finne
  • Teuer
  • Kein Paddel im Lieferumfang
  • Relativ schwer
  • Langlebigkeit schwer einschätzbar
  • Für große Menschen (ab 185cm) zu kurz
  • Relativ schwer
  • Billige Tragetasche
  • Billige Verarbeitung
  • Langlebigkeit schwer einschätzbar
  • Schlechter Geradeauslauf
  • Langlebigkeit schwer einschätzbar
  • Mangelhaft verarbeitete Tragetasche
  • Nur eine Finne
  • Sehr schlechter Geradeauslauf
  • Nur eine Finne
  • Sehr schlechter Geradeauslauf
  • Sehr schlecht verarbeitete Tragetasche
  • Sehr schlechter Geradeauslauf
  • Sehr schlecht verarbeitete Tragetasche
  • Sehr schlechter Geradeauslauf
  • Sehr kurz
  • Für schwere Personen ungeeignet
Bester Preis
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Abmessungen (L x B)350 x 79 cm366 x 91 (12")325 x 86 cm (10'8")320 x 75 cm320 x 76 cm315 x 79 cm320 x 80 cm320 x 76 cm308 x 76 cm
Gewicht8,5 kg13,512 kgk.A.7 kg8,5 kg9,5 kgk.A.10 kg
PaddelLeichtes Kunststoff-Alu-PaddelNicht im LieferumfangSimples Alu-Paddel mit KunststoffblattSimples Alu-PaddelSimples Alu-PaddelSimples Alu-PaddelSimples Alu-PaddelSimples Alu-PaddelSimples Alu-Paddel
Ösen Heck&BugJaJaNeinnur Hecknur Hecknur Hecknur Hecknur Hecknur Heck
Ösen für Kajak-SitzNeinNeinJaNeinJaJaJaJaNein
Anzahl Finnen1 x5 x (+1)3 x3 x3 x1 x1 x1 x1 x
FlicksetJaJaJa?Ja?Ja?Ja
Spanngurt zur Komprimierungn.a.JaJaJak.A.Jak.A.Ja?
Doppelhubpumpe/EinfachhubpumpeDoppelhubDoppelhubDoppelhubDoppelhubDoppelhubEinfachhubpumpeDoppelhubpumpeEinfachhubpumpeEinfachhubpumpe
LeashJaJaJaJaNeinJaNeinNein ???Ja
GepäcknetzJaJaJaJaJaJaJaJaJa
SonstigesKomfortabler Tragegriff am Board, langgezogene TrittflächeKann u.a. zum Surfbrett umgebaut werden; AngelrutenhalterungHalterung für Action-CamRecht bequeme Tragetasche "Mittelklasse"Wulstartig nach oben gezogene StandflächeSchöne TragetascheSchöne TragetascheAction Cam-Aufnahme am Bug

SUP-Boards: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Einfach vor sich hin gleiten, hin und wieder paddeln, den Blick über Wasseroberfläche und Ufer schweifen lassen, auch mal ein bisschen Geschwindigkeit aufbauen und den Körper spüren – das macht die Faszination Stand-Up-Paddling , kurz SUP, aus. Denn den Alltagsstress lässt man beim SUPen ganz schnell am Ufer zurück. Nicht ohne Grund hält der SUP -Trend bereits seit Jahren an – seit Beginn der Corona-Pandemie hat der Sport weiteren Zulauf bekommen, schließlich ist er »abstandsregelfreundlich«

SUP-Board Test: Gesamt (1)
Alle neun getesteten SUP-Boards am Chiemseeufer – das dritte von vorne ist der Testsieger von Fanatic.

Die Wahl des richtigen SUP-Boards ist allerdings nicht ganz einfach. Zu viele Modelle in zu vielen Preisklassen tummeln sich auf dem Markt, dazu gibt es aufblasbare Boards ebenso wie Hardboards, also harte Boards, die Surfbrettern ähneln. Wie die Wahl des richtigen Paddels ist die Wahl des richtigen Boards eine Wissenschaft für sich. Wir sagen Ihnen, worauf es beim Kauf ankommt.

Tipps vom SUP-Profi

Andrea Kämmerer ist versierte Stand-Up-Paddlerin – und das seit vielen Jahren. Nach unzähligen Teilnahmen an internationalen Wettbewerben und viel Praxis-Erfahrung auf den unterschiedlichsten Boards kennt sich Andrea im SUP-Metier bestens aus. Hier sind Ihre Tipps für den SUP-Kauf:

  • Paddel: Ein leichtes Paddel ist beim SUP das A und O. Man sollte bedenken, wie oft man das Paddel auf- und ab bewegt – da kommt mit der Zeit ganz schön was zusammen. Im Test rangieren alle Paddel mehr oder weniger auf dem selben Gewichtsniveau, JP liefert wie viele Markenhersteller gar keines mit. Wer auf die Gewichtsbremse drücken will, muss unter Umständen ein separates Leicht-Paddel erwerben.

Man sollte die bei den meisten SUP-Boards mitgelieferten Alu-Paddel nicht im tiefen Wasser verlieren – man wird sie, wenn man nicht schnell reagiert, womöglich nicht wiedersehen.

  • Schwimmweste: Vor allem auf größeren Gewässern sollte eine Schwimmweste immer mit an Bord sein, auf einigen Gewässern ist eine Schwimmweste sogar Pflicht.
  • Luftpumpe: Ohne ordentliche Mehrkolben- oder Doppelhub-Luftpumpe macht das SUP-Aufblasen keinen Spaß. Deshalb beim Kauf darauf achten, dass der Hersteller nicht nur eine Billig-Pumpe beilegt. Zur Not, lieber separat eine »richtige« erwerben.

Für den Test legten wir uns schließlich eine elektrische, 70 Euro teure 12V-Pumpe mit Anschluß für den Auto-Zigarettenanzünder zu, für »Vielpumper« eine ernstzunehmende Alternative.

  • Leash: Ein Leash (Fußband/Leine) ist Pflicht beim SUP – sonst kann das SUP auf offenem Wasser vom starken Wind weggeblasen werden.
  • Anfänger sollten am besten einen Kurs belegen. In einem SUP-Kurs, der bereits ab etwa 30-50 Euro zu haben ist, lässt sich die SUP-Technik unter professioneller Anleitung schnell erlernen.

SUP-Lexikon

Fun-SUP: Die meisten Hersteller würden es nie zugeben – doch im Grunde sind alle SUP-Boards im Test, die weniger als 400 Euro kosten, nur für lockere Planscheinheiten geeignet. Für ernsthaftere Ausfahrten sind sie von der Form her zu breit und zu kurz. Zudem sind sie zum Teil auch schlichtweg zu leicht – wodurch sie sich zwar super tragen lassen, aber eben auch sehr wackelig im Wasser liegen. Bei SUP-Boards kommt es nun mal vor allem auf Stabilität und Steifigkeit an.

Touringboard: Wie der Name schon sagt, ist ein Touringboard dafür konzipiert, auf Gewässer-Entdeckungstour zu gehen. Egal, ob See oder Fluß – ein Tourenboard bietet Platz für Gepäck und lässt sich gut steuern. Vertreter in unserem Test: JP, Fanatic.

Hardboard: SUP-Boards aus hartem Material (Kunststoff, Composite, Carbon …) gleiten deutlich besser als aufblasbare Boards, der Transport ist allerdings umständlicher. In der Regel sind Hardboards teurer als aufblasbare. Zudem braucht man Zuhause mehr Platz zur Lagerung. Hat man jedoch Gefallen am SUPen gefunden, ist ein Hardboard der logische nächste Schritt. Im Test hatten wir allerdings ausschließlich aufblasbare SUP-Boards.

SUP-Board Test: Gesamt (2)

Finnen sind starre »Plastikflossen« an der Unterseite der Boards, die zur Einhaltung des Geradeauslaufs und zur Stabilität des SUP-Boards beitragen. Unser Tipp: Auch bei günstigen Boards auf jeden Fall ein SUP-Board mit drei Finnen kaufen – diese SUP-Boards lassen sich besser steuern!

Inflatable werden aufblasbare und damit mehr oder weniger klein verstaubare SUP-Boards genannt. Sie sind praktisch, wenn man Zuhause wenig Platz hat und das SUP-Board im Auto verstauen will. Aufblasbare Boards fahren sich allerdings in der Regel nicht so stabil wie ein Hardboard.

Doppelhub: Pumpt eine Luftpumpe auch beim Herausziehen des Kolbens Luft ins SUP-Board, spricht man von einer Doppelhubpumpe. Bis auf wenige Billigheimer verfügten alle SUP-Boards im Test über Doppelhubpumpen, denn mit ihnen spart man sich Zeit beim Aufpumpen.

Tragetasche: Jedes SUP-Board wird in einer mehr oder weniger langlebigen Transporttasche ausgeliefert. Markenhersteller wie JP und Fanatic setzen auf Qualität und Langlebigkeit – breite, gepolsterte Schulterträger, robuste Materialen und Reißverschlüsse, die nicht schon beim Anschauen den Geist aufgeben, sind hier an der Tagesordnung. Am anderen Ende der Qualitätskette landen Hersteller wie ECD Germany und Kesser. Windiger geht’s nicht mehr – die Taschen dieser SUP-Boards sollten, wenn man länger an ihnen Freude haben will, wirklich nur zur Aufbewahrung zu Hause verwendet werden. Wer damit längere Tragestrecken zurücklegt, läuft Gefahr, dass sich die Billigtaschen auflösen. Immerhin geben sich andere Hersteller von Einsteiger-Boards wie Aqua Marina bei den Taschen etwas mehr Mühe.

Wie gut sind günstige Einsteiger-SUP-Boards?

Eines fiel im Test auf: Wir sind auf vier SUP-Boards gestoßen, die bis auf wenige Details beinahe identisch sind: die Modelle von Aqua Marina, Spinera, Kesser und ECD. Befasst man sich nicht eingehender mit den SUP-Boards, könnte man fast meinen, sie stammen aus einer einzigen Fabrik in China, so sehr ähneln sie sich von der Form her und vom Aufbau.

SUP-Board Test: Die Vier Billigen (2)
Aqua Marina, Spinera, Kesser und ECD: Speziell die ersten beiden gleichen sich fast wie ein Ei dem anderen.

Im Test hatten diese vier im Vergleich zu den ähnlich teuren SUP-Boards von FB Sport, Brast und Bluemarina das Nachsehen. Das liegt primär daran, dass das Quartett über nur eine Finne verfügt. Aufgrund ihres Verhältnisses von Breite zu Länge sind diese SUP-Boards zudem besonders schlecht manövrierbar. SUP-Expertin Andrea Kämmerer meint dazu: »Boards wie das Aqua Marina sieht man häufig. Sie sind jedoch nur bedingt für sportlichere SUP-Ausflüge geeignet – es sind eher »Spielgeräte«. Im Test machte sich das schnell bemerkbar – vergleicht man die Gleiteigenschaften von SUP-Boards wie dem JP AdventurAir mit dem des Kesser oder ECD, fällt beim JP sofort der deutlich ruhigere Geradeauslauf auf.

Immerhin – Aqua Marina und Spinera spendieren ihren SUP-Boards recht anständige Transporttaschen. Bei ECD und Kesser sind auch die unter aller Kanone.

SUP-Board Test: Fanatic (2)

Testsieger: Fanatic Ray Air Touring SUP Set

Das Fanatic Ray Air Touring SUP Set hat uns von allen getesteten Boards am meisten überzeugt, denn es bietet das beste Verhältnis von Lieferumfang und Qualität zum Preis. Mit dem Fanatic Ray Air erhält man ein SUP-Board, das sich qualitativ von den günstigeren Fun-Boards deutlich abhebt und trotzdem noch erschwinglich ist.

Testsieger

Fanatic Ray Air Touring

Test SUP-Board: Fanatic Ray Air Touring
Schön verarbeitetes SUP-Board mit schönen Paddeleigenschaften und umfassender Ausstattung für Anfänger und Fortgeschrittene.

Überzeugt haben uns vor allem die ausgezeichneten Gleiteigenschaften des SUP-Boards. Zwar hat das Fanatic nur eine Finne, es ist aber aufgrund seiner Länge sehr »spurtreu«. Im Gegensatz zu vielen Billigheimern verzichtet Fanatic auf allzu viel Schnickschnack. Ösen für einen Kajaksitz, Action-Cam-Halterung oder gar ein zweites Gepäcknetz sucht man bei diesem SUP-Board vergeblich, dafür ist das Board mit nur achteinhalb Kilogramm für ein 350 cm-Board (11’6″) erstaunlich leicht.

1 von 5
SUP-Board Test: Fanatic (2)
Aufgrund seiner Länge von 350 cm hat das Fanatic sehr gute Gleiteigenschaften.
SUP-Board Test: Fanatic (4)
Allerdings muss das SUP-Board mit nur einer Finne auskommen, was jedoch, wie sich im Test zeigt, nicht von Nachteil ist.
SUP-Board Test: Fanatic (5)
Eine Doppelhubpumpe ist ebenso im Lieferumfang ...
SUP-Board Test: Fanatic
... wie ein schönes Paddel, das sich vom Billig-Einheitsbrei abhebt.
SUP-Board Test: Fanatic (1)
Die Transporttasche des Fanatic gehört zu den besten im Test.

Im Test kreuzten wir mit dem Fanatic unter anderem am Südende des Starnberger Sees. Wird der Wellengang nicht zu hoch, schlägt sich das SUP-Board ausgezeichnet. Bei beherztem Paddeleinsatz kommt man zügig vorwärts. Nachdem wir gerade erst das Spinera getestet haben, reiben wir uns die Augen, wie schnell wir den Uferbereich hinter uns gelassen haben, legen uns entspannt auf dem Board in die Abendsonne und lassen auf der langgezogenen Trittfläche die Seele baumeln …

Für den Preis von rund 600 Euro hat uns das SUP-Board voll überzeugt. Das schön gearbeitete Paddle, die komfortable und hochwertig verarbeitete Transporttasche und das leichte Gewicht ergeben ein Gesamtpaket, das sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene zufriedenstellen wird. Auch an der Verarbeitung merkt man, dass Fanatic zu den Routiniers im Wassersportbusiness gehört – am Ray Air Touring wird man länger seine Freude haben als an zum Teil schlecht verarbeiteten Billigheimern.

Fanatic Ray Air Touring im Testspiegel

Bisher gibt es noch keine anderen seriösen Testberichte zum Fanatic Ray Air Touring. Sobald sich das ändert, tragen wir sie hier nach.

Alternativen

Zwar hat uns das Fanatic Ray Air Touring am besten gefallen – es gibt jedoch auch SUP-Boards, die sich an andere Zielgruppen richten – von günstigen Komplettsets bis hin zum exklusiven Touringboard.

Wenn Geld egal ist: JP AdventurAir

Die australische Firma JP spielt wie das Fanatic in einer gänzlich anderen Liga als die getesteten Billig-Boards und setzt beim JP AdventurAir in Sachen Ausstattung im Vergleich zu Fanatic noch einen drauf, was schon ein Blick auf die Transporttasche (und auf das Preisschild) deutlich macht. Die Tasche ist deutlich robuster gearbeitet, bietet viel Platz, hat ein etwas bequemeres Tragesystem und sogar Rollen, was den Transport ungemein vereinfacht.

Wenn Geld egal ist

JP AdventurAir

Test SUP-Board: JP AdventurAir
Ein Leckerbissen für die Augen – und zum Paddeln. Mit einer Länge von 3,66 m das laufruhigste Board im Test – mit rund 15 Kilogramm aber auch das schwerste. Ein exklusives Fahrvergnügen für alle möglichen SUP-Einsatzbereiche.

Zudem hat das JP AdventurAir eine deutlich umfangreichere Ausstattung – neben einer qualitativ zwar nicht vollends überzeugenden, aber immerhin mit Doppelhub-Funktion ausgestatteten Luftpumpe ist ein Finnen-Set im Lieferumfang enthalten, das die Konkurrenz alt aussehen lässt. Vier fest installierte Kurzfinnen sollen für gutes Handling im Wildwasser sorgen, die Mittelfinne bietet tollen Geradeauslauf beim Stand-Up-Paddling und die Centerfinne deutet wie der integrierte Mastfuß darauf hin, dass man das JP auch zum Surfen verwenden kann. Ein Multifunktionstool eben.

Und dann die Verarbeitung – die verschweißten Nähte und die dreilagige Verarbeitung des Boards ist über jeden Zweifel erhaben und das Alleinstellungsmerkmal schlechthin. Die Haltbarkeit und damit auch die Sicherheit des JP dürfte weit über der der anderen Bretter liegen – erst recht über der der »unter 500 Euro-Fraktion«. Auch wenn wir das aufgrund der Kürze des Tests nicht überprüfen konnten.

1 von 8
SUP-Board Test: Jp (2)
Das JP ist das am umfangreichsten ausgestattete Board im Test, die dreilagige Konstruktion mit verschweißten Nähten über jeden Zweifel erhaben.
SUP-Board Test: Jp (3)
Halterungen für Angelruten sind ebenso an Bord ...
SUP-Board Test: Jp (5)
... wie zwei Spanngurte für Gepäck.
SUP-Board Test: Jp (4)
Das JP teilt sich die Krone für die griffigste Standfläche mit dem Fanatic.
SUP-Board Test: Jp (7)
Sogar ein Surfsegel lässt sich auf dem JP befestigen.
SUP-Board Test: Jp (8)
Fünf Finnen sorgen in Kombination mit der Länge für einen ausgezeichneten Geradeauslauf.
SUP-Board Test: Jp (10)
Das JP findet bequem und ohne Stopfen in der großen Transporttasche Platz.
SUP-Board Test: Jp (1)
Mit ihren Rollen und dem bequemen Tragesystem gehört sie zu den besten im Test.

Trotzdem gibt es beim Auspacken eine Enttäuschung: JP legt dem AdventurAir kein Paddle bei, was wir bei einem Preis von 1399 Euro dann doch erwartet hätten. Aber SUP-Expertin Andrea Kämmerer weiß, warum dem so ist: »Qualitätshersteller lassen dass Paddle manchmal weg, da Käufer teurer SUP-Boards oft spezielle Ansprüche in Sachen Paddel haben und sich lieber ein spezielles, für sich passendes Paddle aussuchen«.

Wir testeten das JP unmittelbar nach dem Aqua Marina – ein Unterschied (fast) wie Tag und Nacht. Das JP ist durch seine Länge (beeindruckende 366 cm) und die stromlinienförmigere Bauform deutlich zielstrebiger unterwegs, wozu die Finnen das ihre beitragen. Gäbe es die Möglichkeit, beim JP wie bei einem Segelflieger die Gleitzahl zu ermitteln – das JP würde das gesamte Testfeld locker in die Tasche stecken. Die Fortbewegung gestaltet sich fast mühelos, es braucht längst nicht so viele Paddelschläge, um Geschwindigkeit aufzubauen, wie alle anderen SUP-Boards im Test.

Andrea Kämmerer: »JP ist ein bekannter Markenhersteller – das merkt man auch an der Verarbeitung. Die Schweißnähte machen einen langlebigeren Eindruck, Applikationen und Verklebungen sind sorgfältiger ausgeführt«.

Im Nu haben wir unseren kleinen Test-See, der uns mit dem JP vorkommt wie ein Tümpel , das erste Mal durchkreuzt. Es verlangt uns nach mehr! Also nichts wie an den Starnberger See. Beim Losrudern macht uns der Wellengang etwas mehr zu schaffen, mit einem eifrigen »Pflop, pflop, pflop« schlagen die Wellen an den prall aufgepumpten Rumpf. Wir wagen uns weit hinaus, eine Ostströmung erfasst das SUP-Board und wir nutzen die Bewegung des Wassers, um eine schöne Runde zu paddeln.

Besonders auffällig ist – neben der Laufruhe – die besonders griffige Beschichtung. Die Füße finden besseren Halt als auf den günstigen SUP-Boards, zudem gibt es mehr Befestigungsmöglichkeiten für Ausrüstung, ein echtes Touringboard eben. Am liebsten würde man gleich Zelt und Schlafsack packen und damit die kroatische Küste entlangpaddeln.

Wird das Wasser bewegter – sei es durch Wellen, sei es durch Strömung – hat man das Board besser unter Kontrolle als die kürzeren, günstigen SUP-Kollegen. Was von diesem Board bleibt, ist ein top Eindruck. Zwar wechseln vierzehn Hunderter den Besitzer, dafür erwirbt man aber auch ein echtes Allround-Vehikel.

Für Sparfüchse: Miweba Bluemarina Ariki

Das Bluemarina Ariki bietet für seinen Preis erstaunlich viel. Schon die Tragetasche des SUP-Boards gefällt uns gut – sie gehört im Test zur »gehobenen Mittelklasse«. Zwar hat auch sie einen eher windigen Reißverschluss, dafür aber breite, komfortable Träger.

Für Sparfüchse

Miweba Bluemarina Ariki

Test SUP-Board: Miweba Bluemarina Ariki
Günstiges, aber umfangreich ausgestattetes Board für den Funsporteinsatz. Schöne Details wie die Action-Cam-Halterung.

Eines der bei den billigen SUP-Boards im Test allgegenwärtigen Alupaddel mit Kunststoffblatt und -griff ist ebenso im Lieferumfang wie ein leidlich bequemes Leash, das an einer der zahlreichen Ösen fixiert werden kann, die übrigens auch zum Befestigen eines Kajaksitzes taugen. Dazu kommt die Option, am Bug des SUP-Boards eine Action-Cam anzubringen – für Videofans eine tolle Sache. Mit dem Bluemarina paddelt es sich recht anständig, das Paddel sollte jedoch nicht ins tiefe Wasser plumpsen – die Schwimmfähigkeit kann nicht garantiert werden.

1 von 7
SUP-Board Test: Bluemarina (1)
Das Bluemarina testeten wir auf Stehgewässern und auf einem Fluss.
SUP-Board Test: Bluemarina (2)
Es gehört zu den Boards mit drei Heckfinnen, die mittlere lässt sich abbauen.
SUP-Board Test: Bluemarina (3)
Die Verarbeitung ist okay, kann jedoch laut Expertenaussage nicht mit einem Markenbrett mithalten.
SUP-Board Test: Bluemarina (4)
Eine Halterung für eine Action-Cam ist ebenso an Bord ...
SUP-Board Test: Bluemarina (5)
... wie Spanngurte für Ausrüstung ...
SUP-Board Test: Bluemarina (6)
... und Ösen zur Befestigung eines Kajaksitzes.
SUP-Board Test: Bluemarina
Die Tasche gehört zu den etwas besseren, der Reißverschluss der Fronttasche war jedoch schon beim Auspacken defekt.

Im Test fühlten wir dem SUP recht brutal auf den Zahn – oder besser gesagt auf die Finnen. Es geht rund 11 Kilometer einen Voralpenfluss hinunter – nicht unbedingt das Metier, in dem sich ein Funboard wohl fühlt. Der Fluss führt viel Wasser, strömt träge dahin, allerdings gibt es auch Hindernisse wie ins Wasser hängende Bäume, eine Staustufe, die wir umgehen müssen und kurze Abschnitte, an denen Untiefen umsteuert werden müssen.

Kurzum: Wir sind verblüfft, wie gut sich die anspruchsvolle Teststrecke mit dem SUP-Board von Bluemarina bewältigen lässt. Okay, die Strömung trägt dazu bei, dass das Bord einen gewissen Vorwärtsdrang und bei entsprechendem Rudereinsatz eine gewisse »Spurtreue« entwickelt – doch auch auf strömungsarmen Abschnitten lässt sich das SUP-Board recht gut steuern, auch das Anlanden vor der Staustufe geht gut vonstatten.

Im Vergleich mit den anderen SUP-Boards der 300-400 Euro-Preisklasse schneidet das Bluemarina Arika deutlich am besten ab. Für Sparfüchse ist es eine gute Wahl – auch wenn man nicht genau weiß, wie lange das Board hält. Für Einsteiger ist es aber auf jeden Fall eine gute Wahl.

Design-Tipp: FB Sport SUP-Board

Das SUP-Board von FB Sport stellte schon beim Auspacken eine kleine Überraschung dar: Milka-Lila in Kombination mit einer 80er Jahre-Schrift, einem silbernen Paddel und einer für dieses Preisniveau umfangreichen Ausstattung – das FB Sport sorgt schon vor der Jungfernfahrt für gute Laune.

Design-Tipp

FB Sport SUP

Test SUP-Board: FB Sport SUP
Schön ausgestattetes Board mit witzigem Design und gutmütigen Fahreigenschaften.

Ohne große Vorüberlegungen nehmen wir das FB Sport mit an den Chiemsee. Aufpumpen und gleich loslegen lautet die Devise! Schnell fällt auf: Die Unterschiede zum ebenfalls gut performenden Bluemarina sind eher optischer Natur. Als wir den See im Südwest-Eck entlangpaddeln, fühlt sich das lila SUP-Board nur so lange wohl, bis man die schützenden Ufergewässer verlässt und der Wellengang etwas stärker wird. Motorboote brummen vorbei – nun würde man das Board gerne etwas präziser steuern können.

1 von 6
SUP-Board Test: Fb (1)
Optisch hebt sich das FB Sport von der Masse ab.
SUP-Board Test: Fb (2)
Dieser Paddeltyp ist bei den günstigen Boards weit verbreitet.
SUP-Board Test: Fb (3)
SUP Ahoi am Chiemsee!
SUP-Board Test: Fb (4)
Das FB Sport gehört zu den günstigen Dreifinnen-Boards.
SUP-Board Test: Fb (6)
Board und Zubehör passen gut in die mitgelieferte Mittelklassen-Transporttasche.
SUP-Board Test: Fb (7)
Mit dem FB Sport macht SUP – zumindest in Ufernähe – Spaß!

Sobald wir den offenen See erreichen, ist es Zeit umzudrehen, denn auf dem relativ kurzen, leichten SUP-Board wird es schnell wackelig. Zwar liegt es aufgrund seiner Dreifinnen-Konstruktion satter im Wasser als Einfinnen-Boards, dafür sorgt aber die vergleichsweise kurze Länge für ein »dümpelndes« Fahrverhalten, bei dem wir uns größere Stabilität wünschen. Sobald wir wieder ruhiges Wasser erreichen, ist alles in Butter. Das FB Sport ist eben ein »Fun-Board« und eher für Planschereien in Strandnähe gut als für die ganz großen SUP-Abenteuer.

Das FB Sport empfehlen wir als Wohlfühl-Board für Sparfüchse oder Familien, deren Budget klein ist aber auch was fürs Auge haben möchten. Wer nicht auf diese spezielle Farbkombination steht, kriegt das Board auch in anderen Farben. Was die Qualität von Rucksack, Paddle, Leash und Board angeht, gibt es sicher besseres – aber nicht für den Preis.

Außerdem getestet

Brast Glider 320

Okay, über Namen lässt sich wie immer streiten – der Name »Brast« erinnert uns jedenfalls mehr an Charlie Chaplins Film »Der große Diktator« und dessen »Schtonk«-Sprache als an Funsport und SUP-Boards – Sprachästheten schreckt das SUP-Board schon mal ein wenig ab. Das ebenfalls zur 300-400 Euro-Klasse gehörende, auffällig leichte Test-Board wird gleich an den schönen Starnberger See entführt. Schnell zeigt sich – unser Test-Board ist für den 1,88 m großen und 85 Kilogramm schweren Tester deutlich zu leicht und in Kombination mit seinen kleinen Abmessungen auch zu nervös im Handling. Zwar sorgt die 3-Finnen-Konstruktion (zwei seitliche kurze und eine zentrale lange, die abnehmbar ist, wie bei den anderen günstigen »Dreifinnen-SUPs«) für einen anständigen Geradeauslauf, als größerer Mensch steht man jedoch sehr wackelig auf dem Board, wir vermissen Stabilität und Steifigkeit. Für einen kleinen Weiher vielleicht kein Problem, auf einem größeren Gewässer wie dem Starnberger See mit leichter Dünung fühlt man sich aber sehr schnell unwohl und kniet sich lieber hin, um mehr Fahrstabilität zu erreichen.

Wieder einmal zeigt sich: Wasserspaß und Planschen ja, ernsthaftes Stand-Up-Paddling ist mit Fun-SUP-Boards wie dem Brast aber fast unmöglich. Im Vergleich zum »Dreifinnen-Sieger« Bluemarina zieht das Brast jedenfalls den Kürzeren. Zwar hat das Allround-Board auch Zurr-Ösen zur Befestigung eines Kajaksitzes an Bord, dafür fehlt die Halterung für eine Action-Cam. Brast brüstet sich damit, das SUP-Board sehr leicht gemacht zu haben – im Test ist das jedoch ein klarer Nachteil. Immerhin hat die Standfläche nach hinten hin einen Wulst, wodurch das Board optisch ein wenig aus der Reihe fällt – dieses »Kickpad« soll für schnellere Wendemanöver gut sein. Diese »schnellen Wendemanöver« werden mit diesem wackeligen Einsteiger-Board aber nur SUP-Vollprofis hinbekommen, das Kickpad ist eher Marketinggag als ernst gemeintes Feature.

Pumpe, Paddel und abnehmbare Zentralfinne des Brast sind 08/15-Material. Bei sämtlichen günstigeren SUPs bekommt man schnell den Eindruck, dass viele Teile aus ein und derselben chinesischen Fabrik stammen. Im Test landet das optisch ansonsten recht ansprechende Brast-Board auf den Plätzen, hat aber durch seine drei Finnen noch einen kleinen Vorteil gegenüber dem Rest des Testfelds, der größtenteils aus »einfinnigen« Boards besteht.

Aqua Marina Vapor 10'4"

Das Aqua Marina Vapor 10’4” ist ein aufwändig verpacktes Einsteiger-SUP mit sehr einfachem Handling. Im Lieferumfang enthalten ist eine vergleichsweise komfortable Transporttasche mit Zurr- und Tragesystem, in dem das SUP-Board gut Platz findet, ohne dass man es dafür zu sehr quetschen müsste (selbstverständlich unter der Voraussetzung, dann man die Luft komplett entweichen lässt). Die einzelne Finne ist schnell und unkompliziert eingesetzt, das günstige Plastik-Paddle mit Aluschaft schnell zusammengebaut.

Hat man das SUP-Board erfolgreich (und ohne die Finne zu sehr über Ufer und Grund zu schleifen) zu Wasser gelassen, verblüfft dasBoard zunächst durch einfaches Handling. Mit seiner großzügigen Breite von 79 Zentimetern liegt es satt im Wasser und lässt sich problemlos »entern«, springt man vom Board mitten im See ins Wasser, kommt man recht leicht wieder an Bord – ein »Spaßboard« für Familien par excellence.

Will man sportlicher unterwegs sein, offenbaren sich die Schwächen dieses SUP-Boards. Das Aqua Marina lässt sich nur ungenau steuern, die Gleiteigenschaften und die Stabilität lassen durch die Kombination aus der übersichtlichen Länge, der enormen Breite und dem Nicht-Vorhandensein zusätzlicher Finnen zu wünschen übrig. Wer mit dem Stand-Up-Paddling anfängt, wird das nicht zwangsläufig stören. Wer jedoch sportlicher unterwegs sein und größere Distanzen zurücklegen will, wird schnell fluchen, denn die mit dem Paddel in das Board gesteckte Kraft wird deutlich weniger in direkten Vortrieb umgesetzt als beim Fanatic, JP oder auch beim Bluemarina.

Andrea Kämmerer erklärt: »Die Marke Aqua Marina sieht man im Leihbereich inzwischen recht oft. Sicher nicht schlecht, aber wer nicht nur ab und zu SUP paddelt, sondern es als ernsthaftes Hobby betreiben will, sollte mindestens 500-600 Euro in die Hand nehmen und sich etwas qualitativ Besserers zulegen, das auch im Wasser eine bessere Performance hat«.

Spinera Supventure 10'6"

Das Spinera Supventure 10’6″ unterscheidet sich nur im Detail vom SUP-Board von Aqua Marina: Es ist etwas länger, minimal breiter und hat ein etwas anderes Design. Der Unterschied zum Aqua Marina ist damit marginal und die Vergleichsmöglichkeiten ebenfalls. Die Form der SUP-Boards gleicht sich wie ein Ei dem anderen. Wir vermuten stark, dass die SUP-Boards nur anders gelabelt werden und tatsächlich aus der gleichen Fabrik stammen.

Wie beim Aqua Marina sind Fixierpunkte für einen Kajaksitz an Bord, auch das Gepäcknetz ist identisch positioniert. Die Transporttasche des Spinera fällt ebenfalls recht robust aus – die Reißverschlüsse sind größer dimensioniert und langlebiger als die des Kesser und des ECD Germany, die Tasche verfügt zudem über gepolsterte, breite Schulterträger und einen Hüftgurt.

Was die Fahreigenschaften angeht, zeigen sich die gleichen Effekte wie beim Aqua Marina. Durch die etwas längere Konstruktion könnte man meinen, dass sich das Spinera sich etwas spurtreuer fährt – das kann aber auch Einbildung sein. Alles in allem bleibt der Tipp: Hände weg von kurzen, leichten Billig-Boards mit nur einer Finne. Solche SUP-Boards auf anspruchsvolleren Gewässern zu steuern, gleicht einem Eiertanz.

ECD Germany Aufblasbares SUP

Kesser tut exklusiv – und ist es nicht. Allein die Tragetasche dieses SUP-Boards ist ein echter Alptraum. Dass das lieblos zusammengenähte Teil auf Amazon als »Premium-Rucksack« bezeichnet wird, bringt uns zum Lachen. Beim Öffnen des Reißverschlusses verbiegen wir direkt die Lasche am Reißverschluss-Läufer. Auch die Nähte und das dünne Material machen einen wenig langlebigen Eindruck. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann man es hier mit einem Taschen-Totalschaden zu tun bekommt.

Das Board selbst ist mit seinem auffällig pinken Print ein Hingucker. Der zweite Blick und eine kurze Runde auf dem Chiemsee entlarven jedoch die üblichen Schwächen von kurzen, breiten und leichten Boards: Die Gleiteigenschaften sind eher mau, das »diamantgefräste Footpad« kann mit der Griffigkeit der Pads auf den teureren SUP-Boards nicht mithalten.

Immerhin: Kesser versieht das SUP-Board mit einer Action-Cam-Halterung. Die kann den gemischten Eindruck jedoch auch nicht glattbügeln. Daher unser Tipp: Für ein paar Euro mehr erhält man mit dem Bluemarina, dem FB oder zur Not auch dem Brast sinnvoller ausgestattete und besser steuerbare Boards.

Kesser Aufblasbares SUP Board Set

Das SUP-Board von ECD Germany landet auf dem letzten Platz – und das nicht ohne Grund. Das Board selbst gehört zur Kategorie der Funboards mit nur einer Finne. Wie wir bereits gelernt haben, sind solche SUP-Boards nur schwer steuerbar. Erschwerend kommt hinzu, dass das zugegenermaßene sehr günstige Board nur sehr spartanisch ausgestattet ist. Zwar ist ein Leash im Lieferumfang, der ist aber so schmal und rau, dass es nicht unbedingt angenehm ist.

Unterschiede in Sachen Steuerbarkeit, Stabilität und Steifigkeit zwischen ECD, Kesser, Aqua Marina und Brast herausarbeiten zu wollen wäre Erbsenzählerei. Durch geringe Unterschiede beim Verhältnis von Länge zu Breite ergeben sich minimale Abweichungen bei den Gleiteigenschaften. Für Anfänger fällt das jedoch nicht ins Gewicht. Preis und Ausstattung machen letzten Endes den Kaufanreiz aus, und am Ende fällt das ECD-Board mangels charakterlicher Unterschiede beim Paddeln dann eben wegen der miserablen Transporttasche durch.

Die ist nämlich ähnlich schlecht verarbeitet wie die Kesser-Tasche, Gimmicks wie die Action-Cam-Halterung, die das Verdikt noch verbessern könnten, fehlen. Auch beim ECD gilt wie beim Kesser: Mit nur wenigen Euro mehr erhält man besser ausgestattete und besser steuerbare SUP-Boards.

So haben wir getestet

Alle SUP-Boards wurden während eines viermonatigen Testzeitraums mehrmals auf unterschiedlichen Gewässern getestet. Die Bandbreite reichte vom nahegelegenen Kiesweiher über Flüsse im Voralpenland bis hin zu größeren Seen wie dem Starnberger See und Chiemsee. Die Windverhältnisse waren stets moderat, trotzdem mussten sich die SUP-Boards auch bei Wellengang beweisen.

Dabei haben wir insbesondere folgende Fragen geklärt: Was befindet sich im Lieferumfang? Welchen qualitativen Eindruck machen Board und Zubehör? Wie sieht es mit der Bedienung aus? Wie sind die ersten Erfahrungen auf dem Wasser? An wen richtet sich das SUP-Board?

Die wichtigsten Fragen

Wieviel kostet ein gutes SUP-Board?

Diese Frage ist schnell zu beantworten: Ab etwa 600 Euro aufwärts. Unter diesem Preisniveau finden sich nur selten Boards, mit denen man ernsthaften SUP-Sport betreiben kann. Boards in der Preisklasse bis 600 Euro sind eher Spielzeuge als ernstzunehmende SUP-Boards.

Welches Board bei welcher Körpergröße?

Ganz pauschal kann man das nicht sagen, es kommt auf den Einsatzbereich an. Allerdings sollten SUP-Boarder über 1,80 Körpergröße grundsätzlich ein etwas längeres Board wählen, um bessere Gleiteigenschaften und eine höhere Laufruhe zu erzielen.

Marke oder No-Name?

Unsere Expertin Andrea Kämmerer rät zur Marke. Die Verarbeitungsqualität ist besser, außerdem kann man davon ausgehen, dass auf Umweltaspekte zumindest ein wenig mehr geachtet wird. Nicht zuletzt hält ein Marken-Board in der Regel länger als ein Billigbrett.

Braucht man zum SUP-Boarding einen Kurs?

SUP-Boarden ist erstaunlich leicht zu erlernen – auf YouTube tummeln sich zahlreiche Lehrvideos, die die Basics ausreichend erklären. Wer sich jedoch vorsichtig an den Sport herantasten möchte, sollte einen Kurs in Erwägung ziehen – Einführungskurse sind schon unter 50 Euro zu haben.

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