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Das beste USB-Mikrofon

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USB-Mikrofon Test: Blue Yeti Nano
Michael Beck

Michael Beck

ist leidenschaftlicher Gamer und Musiker. Schon als kleiner Knirps hat er den Arbeitscomputer seines Vaters zur Spielemaschine umfunktioniert. Er schreibt unter anderem für Mobygames und GameStar. Als langjähriger Pop-Kultur- und Videospiel-Experte bei Fandom hat er zudem viel Erfahrung mit Audio- und Videoproduktion gesammelt.

Wir haben 17 Mikrofone für den USB-Anschluss getestet. Das beste für die meisten ist das Blue Yeti Nano, weil es eine sehr gute Aufnahmequalität liefert, top verarbeitet ist und nicht allzu viel kostet. Aber es gibt auch noch weitere empfehlenswerte Kandidaten.

USB-Mikrofone sind gefragter denn je. Nicht nur Online-Gamer und Streamer wollen bei ihren Mitspielenden oder ihrem Publikum klar und deutlich verstanden werden. Auch der Trend zum Home Office führt zu einer steigenden Zahl an Videokonferenzen via Zoom, Skype oder Microsoft Teams. Hier ist, neben einer guten Webcam, ebenfalls ein gutes Mikrofon wichtig.

Einfach nur »aufnehmen« können viele Mikrofone. Doch nicht jedes nimmt einen guten Ton auf und kann diesen für eine deutliche Kommunikation in ein klares, digitales Signal übertragen. Erst recht nicht die in Laptops, Tablets und Smartphones verbauten Aufnahmegeräte.

Zudem ist nicht jedes Mikrofon automatisch für jeden Einsatzzweck geeignet. Die Unterschiede bei der Aufnahmequalität, Mikrofonempfindlichkeit, funktionaler Ausstattung sowie Richtcharakteristik – also die Richtung(en), in die das Mikrofon »hört« – sind vielfältig.

Wir haben 17 USB-Mikrofone mit Preisen zwischen 30 und 170 Euro für Sie getestet. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Das Blue Yeti Nano ist das beste USB-Mikrofon für alle, die ihre Stimmen mit einem tollen, warmen und satten Klang aufnehmen möchten. Es eignet sich mit seiner Nierencharakteristik hervorragend für Sprachaufnahmen aller Art, egal ob Podcast, Stream oder Home Office. Selbst in einem kleinen Büro kann es dank umschaltbarer Kugelcharakteristik gut als Gruppenmikrofon für Videokonferenzen verwendet werden. Es beschränkt sich auf die wichtigsten Funktionen wie Stummschaltung, Live-Monitoring und Kopfhörerlautstärke, ist aber trotzdem flexibel einsetzbar. Das hochwertig verarbeitete Gerät steht stabil in seinem massiven Stativ auf dem Tisch, das eine gute Neigung und Positionierung des Mikrofons erlaubt.

Auch das Razer Seiren X bietet einen guten Klang, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau unseres Favoriten. Bei den Punkten hochwertige Verarbeitung und Funktionalität gibt es ebenfalls ein paar kleine Abstriche, dadurch sinkt jedoch auch der Preis ein wenig. Durch die leichte Bauweise, bei der hauptsächlich Plastik verwendet wird, steigt allerdings die Mobilität. Das Mikrofon ist für den Einsatz unterwegs schnell verstaut. Zwar bietet das Seiren X keine Kugelcharakteristik, dafür aber eine Supernierencharakteristik. Stummschaltung, Live-Monitoring und Kopfhörerlautstärke gehören auch hier zur Ausstattung. Das Mikrofon steht stabil auf seinem Stativ und überträgt dank integriertem Schockdämpfer kaum Tastaturgeräusche oder Stöße gegen den Tisch als dumpfe Störlaute auf die Aufnahme.

Das Blue Yeti X ist ein regelrechtes Alleskönner-Mikrofon. Es nimmt einen hervorragenden, klaren und detaillierten Ton in den vier wichtigsten Richtcharakteristiken Niere, Kugel, Acht und Stereo auf. Sämtliche Funktionen, die man sich für ein Mikrofon dieser Art wünschen kann, werden abgedeckt. Neben Stummschaltung, Live-Monitoring und Kopfhörerlautstärke bekommt man hier auch noch Aufnahmelautstärke inklusive Pegelanzeige und einen Balance-Regler für die Monitorabmischung. Alles verpackt in nur einen einzigen Regler. Mithilfe der »G Hub«-Software lassen sich eine ganze Reihe an Klangeinstellungen für die Aufnahme individualisieren, sogar die Farb-LEDs des Mikrofons können über den RGB-Farbraum hinweg komplett angepasst werden. Die hochwertige, edle Verarbeitung des Mikrofons sorgen für einen Hingucker beim nächsten Stream oder Online-Meeting. Einzig die Höhe und das schwere Gewicht könnte man als Nachteile hervorheben.

Gut & günstig

Maono AU-PM421

Mit dem Maono AU-PM421 ist man gut beraten, wenn man das erste Mal mit Streams oder YouTube-Videos experimentieren möchte, aber nicht zu viel Geld ausgeben will. Das Komplettset enthält nicht nur ein durchaus solides Mikrofon, sondern auch eine ganze Menge zusätzlicher Ausrüstung. Dank Mikrofonarm wird ein Tischstativ überflüssig. Man spart Platz auf dem Schreibtisch, kann das Mikrofon einfacher in Mundnähe positionieren und hat es auch schneller wieder »aufgeräumt«. Mikrofonspinne, Popschutz und Windschutz runden das Set ab. Zwar bietet das AU-PM421 keinen Kopfhörerausgang für Monitoring, das ist aufgrund der geringeren Empfindlichkeit aber verkraftbar. Die Bedienelemente beschränken sich auf einen Regler für Mikrofonlautstärke und Stummschaltung über eine Touch-Schaltfläche, wodurch Störgeräusche durch Drücken minimiert werden.

Knallige Beleuchtung, wie sie für Gaming-Hardware sonst typisch ist, findet man bei Mikrofonen noch eher selten. Deswegen sticht das Trust GXT 258 Fyru mit einer fünffarbigen Beleuchtung aus der Masse hervor, die sich auf Wunsch auch abschalten lässt. Das massive Mikrofon vereint gute Aufnahmequalität mit einer Vielzahl an Funktionen. Zwar kommt es durch diesen Kompromiss vor allem in Sachen Tonqualität nicht ganz an die Königsklasse heran, kann in seinem Preissegment aber dennoch überzeugen. Die vier wichtigen Richtcharakteristiken Niere, Kugel, Acht und Stereo werden solide unterstützt, ein Mikrofonlautstärkeregler hilft aus, falls die Aufnahme mal zu leise werden sollte, und über Live-Monitoring freut sich jeder Gamer, der gerne mit Kopfhörern spielt – alles in allem ein ausgewogenes Angebot.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Unser FavoritAuch gutWenn Geld egal istFür GamerGut & günstig
ModellBlue Yeti NanoRazer Seiren XBlue Yeti XTrust GXT 258 FyruMaono AU-PM421Elgato Wave:3Blue YetiRode NT-USBSamson SatelliteAudio-Technica AT2020USB+Shure MV5Elgato Wave:1Razer Seiren MiniMackie EM-CarbonMackie EM-91CUBlue SnowballTrust GXT 232 Mantis
Test USB-Mikrofon: Blue NanoTest USB-Mikrofon: Razer Seiren XTest USB-Mikrofon: Blue Yeti XTest USB-Mikrofon: Trust GXT 258 FyruTest USB-Mikrofon: Maono AU-PM421Test USB-Mikrofon: Elgato Wave:3Test USB-Mikrofon: Blue YetiTest USB-Mikrofon: Rode NT-USBTest USB-Mikrofon: Samson SatelliteTest USB-Mikrofon: Audio-Technica AT2020USB+Test USB-Mikrofon: Shure MV5Test USB-Mikrofon: Elgato Wave:1Test USB-Mikrofon: Razer Seiren MiniUSB-Mikrofon Test: Mackie Em CarbonUSB-Mikrofon Test: Mackie Em91cuTest USB-Mikrofon: Blue SnowballTest USB-Mikrofon: Trust GXT 232 Mantis
Pro
  • Sehr gute Aufnahmequalität
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Kompakt
  • Hohe Verarbeitungsqualität
  • Gute Aufnahmequalität
  • Leicht & kompakt
  • Einfach zu bedienen
  • Tischstativ ca. 20 Grad in alle Richtungen neigbar
  • Sehr gute Aufnahmequalität
  • Sehr hohe Verarbeitungsqualität
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Mix-Balance-Regler
  • Vier Aufnahmemodi
  • Gute Aufnahmequalität
  • 4 Richtcharakteristiken
  • Integrierter Popschutz
  • Tischstativ leicht neigbar
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Als Set günstig
  • Gute Aufnahmequalität
  • Integrierter Popschutz
  • Flexibles Gestell
  • Stummschaltung via Touch
  • Sehr gute Aufnahmequalität
  • Sehr hohe Verarbeitungsqualität
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Leise Stummschaltung
  • Vier Aufnahmemodi
  • Sehr gute Aufnahmequalität
  • Mix-Balance-Regler
  • Popschutz enthalten
  • Gute Aufnahmequalität
  • Integriertes, neigbares Stativ
  • Für unterwegs geeignet
  • Stummschaltung via Touch
  • Gute Aufnahmequalität
  • Mix-Balance-Regler
  • Robust
  • Gute Aufnahmequalität
  • Sehr leicht und kompakt
  • 3 Aufnahmemodi
  • Für mobilen Einsatz geeignet (iOS-optimiert)
  • Gute Aufnahmequalität
  • Integrierter Popschutz
  • Flexibles Gestell
  • Leicht und kompakt
  • Tischstativ ca. 20 Grad in alle Richtungen neigbar
  • Sehr gute Aufnahmequalität
  • 5 Aufnahmemodi
  • Stabiles Tischstativ
  • Gute Aufnahmequalität
  • Gute Aufnahmequalität im Nahbereich
  • Blickfang
  • Mitgelieferter Popschutz
  • Günstig
Contra
  • Mikrofonlautstärke nur über Software einstellbar
  • Sehr viel Plastik
  • Auf Tischstativ wenig Platz für Kopfhörerkabel unter Mikrofon
  • Schwer & hoch
  • Eingestellter Aufnahmemodus von vorn nicht sichtbar
  • Sehr hoch & schwer
  • Auf Tischstativ wenig Platz für Kabel unter Mikrofon
  • Leise Aufnahme trotz Gain-Regler
  • Kein Monitoring
  • Low-Cut-Filter nicht abschaltbar
  • Tiefen gehen bei der Aufnahme etwas verloren
  • Schwer & hoch
  • Eingestellter Aufnahmemodus von vorn nicht sichtbar
  • Wackeliges Tischstativ aus Plastik
  • Keine Stummschaltung
  • Sehr empfindlich
  • Popschutz fast notwendig
  • Tischstativ sehr wackelig
  • Drehradregler etwas altmodisch und umständlich
  • Keine Stummschaltung
  • Wackeliges Tischstativ
  • Bedienung deutlich hörbar in der Aufnahme
  • Low-Cut-Filter nicht abschaltbar
  • Tiefen gehen bei der Aufnahme etwas verloren
  • Geringer Funktionsumfang für diesen Preis
  • Recht leise Aufnahme
  • Keine Bedienelemente
  • Keine Zusatzfunktionen
  • Teuer
  • Kein Live-Monitoring
  • Umständliches Herausnehmen aus Tischstativ
  • Keine Bedienelemente
  • Extra Stativ wird benötigt
  • Kein Gewindeadapter
  • Empfindliches Tischstativ
  • Niedrige Aufnahmelautstärke
  • Flacher Ton
  • Umständlicher Auf- und Abbau
  • Nimmt viel Platz weg
  • Keine Bedienelemente
  • Kabel nicht abnehmbar
Bester Preis
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Worauf es bei USB-Mikrofonen ankommt

Mikrofone sind heutzutage in einer Vielzahl von Geräten wie Laptops, Smartphones, Tablets oder Kopfhörer integriert. Für Sprachbefehle, die spontane Kommunikation unterwegs oder eine Sprachnotiz reichen diese vollkommen aus. Wer jedoch bei der nächsten Video-Konferenz klar und deutlich verstanden werden will, seine Team-Mitglieder beim Online-Gaming mit kratzigen Mikrofonaufnahmen verschonen möchte oder sogar Streams, Podcasts oder andere Inhalte produziert, sollte in ein hochwertiges, extra USB-Mikrofon investieren.

Mit steigenden Preisen werden die Qualitäts­unter­schiede kleiner

Preislich bewegen sich haushaltsübliche USB-Mikrofone zwischen 20 und 200 Euro. Im Preissegment unter 60 Euro muss man jedoch einige Abstriche bei der Aufnahmequalität machen oder sich sehr nah am Mikrofon befinden, da die Aufnahmelautstärke oft sehr gering ist. Bedienelemente sucht man hier meist vergeblich. Bis 100 Euro wird der Klang schon deutlich besser, je nach Einsatzgebiet und Geschmack muss man sich jedoch genau festlegen. Ab etwa 100 Euro steigt der Funktionsumfang deutlich, die Aufnahmequalität wird noch besser und die Unterschiede fallen kleiner aus.

USB-Mikrofon Test: Blue Yeti Nano

Bei allen getesteten Mikrofonen handelt es sich um Kondensatormikrofone. Diese werden in der Regel für Stimmaufnahmen bevorzugt. Aufgrund ihrer höheren Empfindlichkeit haben sie meist eine höhere Aufnahmequalität, im Gegensatz zu dynamischen Mikrofonen, bei denen die Robustheit, etwa bei Live-Auftritten, im Fokus ist. Kondensatormikrofone müssen daher nicht so nah am Mund sein und können (und sollten sogar) um die 20 Zentimeter oder mehr von der Quelle entfernt stehen. Je nach Mikrofon muss man hier allerdings auch ein bisschen experimentieren, um das beste Ergebnis zu erhalten.

Bei den rein technischen Werten von USB-Mikrofonen scheiden sich die Geister. Hersteller werben mit hohen Werten bei Bittiefe und Abtastrate des Audiosignals, also wie viel Information das Signal am Ende enthält. Schließlich sollten möglichst viele Details enthalten sein, sonst klingt die Aufnahme nicht gut. Doch »mehr« bedeutet hier nicht automatisch »besser« und das Ergebnis ist von Mikrofon zu Mikrofon sehr unterschiedlich, je nach Bauweise und verwendeten Materialien. Für die meisten Menschen ist ein Unterschied zwischen einer Aufnahme mit 44,1 kHz/16 bit und 192 kHz/24 bit nicht hörbar, sondern zeichnet sich lediglich in Messwerten ab. Und der Klang ist letzten Endes oft Geschmackssache, auch bei Mikrofonaufnahmen.

Richtcharakteristik & Einsatzzweck

Alle Mikrofone haben eine sogenannte »Richtcharakteristik«. Einige können sogar zwischen verschiedenen umschalten. Die Richtcharakteristik gibt an, wie das Mikrofon in einen Raum »hineinhört« und aus welchen Richtungen Ton aufgenommen wird. Diesen Charakteristiken sind Namen zugeordnet, die sich aus dem Winkel ableiten, von denen aus der Schall absorbiert wird, wenn man von oben auf das Mikrofon blickt.

Die wohl bekannteste Charakteristik ist die »Niere«. Sie heißt so, weil die von oben betrachtete Fläche, die vom Mikrofon berücksichtigt wird, in etwa die Form einer Niere hat. Mikrofone mit einer Nierencharakteristik (unidirektional/cardioid) sind für Aufnahmen von einer Person ausgelegt, da der Schallwinkel relativ eng ist. Einsatzgebiete sind vor allem das Home Office, Streams, Podcasts oder allgemein Aufnahmen aus einer Quelle.

Eine spezielle Form der Nierencharakteristik ist die Superniere (unidirektional/supercardioid), die nach vorne einen engeren Winkel hat. Technischer Nebeneffekt ist jedoch die empfindlichere Aufnahme von Geräuschen, die hinter dem Mikrofon passieren.

Die Kugelcharakteristik (omnidirektional) nimmt Ton aus allen Richtungen gleichermaßen wahr. Also zusätzlich zu vorne auch von den Seiten, von hinten und von oben. Diese Eigenschaft eignet sich wunderbar um die Soundkulisse eines Raumes abzudecken. Einsatzgebiete sind z. B. Gruppen-Podcasts oder Konferenzräume, in denen mehrere Personen um ein Mikrofon herum sitzen.

Die Charakteristik Acht (bidirektional) zeichnet sich dadurch aus, dass sie Geräusche von vorne und hinten aufnimmt, nicht aber von den Seiten. Ideal für Aufnahmen, bei denen sich zwei Menschen gegenüber sitzen um gemeinsam einen Podcast aufzunehmen oder ein Interview mit nur einem Mikrofon zu führen.

Die Stereocharakteristik ist hauptsächlich für den kreativen Bereich interessant und hebt hervor, welche Geräusche von links und welche von rechts auf das Mikrofon treffen. Für den herkömmlichen Einsatz zuhause eher wenig hilfreich, dafür aber gut geeignet für Instrumentaufnahmen oder Chöre. Auch Geräuschkulissen können stimmungsvoll eingefangen werden.

Echtzeit-Monitoring

Die Hörreichweite von Kondensator-Mikrofonen ist in der Regel recht hoch. Das bedeutet, dass bspw. über Lautsprecher ausgegebener Ton aufgenommen wird. Dies kann trotz Nierencharakteristik zu einem Echo beim Gesprächspartner führen, oder zu unerwünschten Nebengeräuschen bei der Aufnahme.

Live-Monitoring schont die Nerven

Um dem entgegenzuwirken, kann man auf Kopfhörer zurückgreifen. Je nach Kopfhörer hört man sich selbst jedoch nur noch gedämpft reden, was ein unangenehmer Effekt ist. Gute Mikrofone bieten hier Abhilfe durch Echtzeit- oder Live-Monitoring. Das bedeutet, man schließt einen kabelgebundenen Kopfhörer direkt an den Kopfhörerausgang am Mikrofon an. Somit kann ohne Verzögerung (latenzfrei) das Mikrofonsignal an die Kopfhörer weitergeleitet werden und man hört sich selbst deutlich sprechen.

Auch das Tonsignal des Computers kann über das Mikrofon an die dort angeschlossenen Kopfhörer weitergegeben werden. Einige Mikrofone verfügen sogar über einen Mix-Regler, mit dem sich das Lautstärkeverhältnis zwischen Computerlautstärke und Mikrofonlautstärke einstellen lässt.

Zwar ist Monitoring auch grundsätzlich möglich, wenn das Mikrofon selbst nicht über einen entsprechenden Ausgang verfügt. Allerdings muss das Signal dann erst an den Computer übertragen, dort verarbeitet und wieder ausgegeben werden. Das geschieht mit passender Hard- und Software zwar in Sekundenbruchteilen, kann aber sogar noch im besten Fall zu einer minimalen Verzögerung führen. Dadurch hört man sich selbst biespielsweise während des Sprechens als Echo, was auf Dauer unangenehm sein kann.

Mikrofon-Position

Grundsätzlich lassen sich alle getesteten Mikrofone, entweder über ein integriertes Gewinde oder eine entsprechende Halterung, an einem Mikrofonarm anbringen. Dieser muss in fast allen Fällen jedoch gesondert erworben werden. Der Großteil der getesteten Mikrofone wird mit einem Tischstativ geliefert. Hier stellt sich natürlich die Frage, wo und wie man das Mikrofon idealerweise positioniert.

Für eine optimale Aufnahmequalität sollte bei Mikrofonen mit Nierencharakteristik immer direkt in die Richtung des Mikrofons gesprochen werden. Geht man von einem Standard-Arbeitsplatz aus, empfiehlt es sich, das Tischstativ zwischen die sprechende Person bzw. die Tastatur und dem Monitor zu stellen. Man sollte nicht außer Acht lassen, dass einige Mikrofone sehr hoch sind, und somit die Sicht auf den Bildschirm versperren können.

Das Mikrofon seitlich versetzt aufzustellen ist grundsätzlich möglich, kann dann aber zu Einbußen bei der Aufnahmequalität führen. Mehr Flexibilität bietet ein Mikrofonarm, der am Schreibtisch montiert wird. Dieser kann in Kombination mit einer Mikrofonspinne Stoßgeräusche wie das Tippen auf der Tastatur oder Ruckeln am Schreibtisch abdämpfen. Befindet sich das Mikrofon zu Aufnahmezwecken sehr nah am Mund, oder um der Stimme einen volleren Klang zu verleihen, empfiehlt sich fast immer ein zusätzlicher »Popschutz«, der hart ausgesprochene »P«s (sogenannte Plosive) oder Zischlaute abschwächt.

So haben wir getestet

Alle Mikrofone wurden unter denselben Bedingungen und ohne Zusatzsoftware des Herstellers getestet, um eine faire Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Angeschlossen wurden diese an einen Computer, der mit dem sehr weit verbreiteten »High Definition Audio«-Codec eines Onboard-Soundchips von Realtek arbeitet.

USB-Mikrofon Test: Usb Mikrofone Gruppenbild November 2020
Alle 17 getesteten Mikrofone der ersten Testrunde im November 2020.

Die Tischstative wurden zwischen Tastatur und Monitor aufgebaut und zusätzlich an einem Mikrofonarm montiert. Wir haben verschiedene Texte von unterschiedlichen Positionen aus eingesprochen, Nahaufnahmen durchgeführt und unter üblicher Geräuschkulisse getestet (Tastatur- und Mausgeräusche, Hintergrundgespräche). Hierbei kam die freie Audio-Software Audacity zum Einsatz.

USB-Mikrofon Test: Blue Yeti Nano Komplett Klein

Testsieger: Blue Yeti Nano

Das beste USB-Mikrofon für die meisten ist das Blue Yeti Nano. Es bietet die wichtigsten Funktionen in toller Qualität, ist unkompliziert zu bedienen und befindet sich preislich im Mittelfeld der getesteten Mikrofone. Dadurch sticht es mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis aus der Masse hervor. Egal ob auf dem im Lieferumfang enthaltenen Tischstativ oder dank mitgeliefertem Gewinde-Adapter an einem extra Mikrofon-Arm montiert: Das Blue Yeti Nano macht immer eine gute Figur und wertet Online-Meetings, Voice-Chats und Audio-Aufnahmen enorm auf.

Das Yeti Nano macht einen stabilen Eindruck, ohne dabei so massiv wie die größeren Geschwister Yeti und Yeti X zu sein. Zudem ist es wesentlich kompakter und auch leichter. Das Metallstativ steht fest und droht nicht, wie bei einigen anderen Geräten, umzukippen. Das Mikrofon lässt sich ganz leicht in die gewünschte Position kippen und mit zwei seitlichen Schrauben feststellen. Schön ist die Aussparung hinten am Standfuß. Dank ihr lassen sich USB-Kabel und ggf. das Kopfhörerkabel sauber und aufgeräumt nach hinten wegführen.

Erschütterungen, die durch das Tippen auf der Tastatur oder Stöße gegen den Tisch entstehen und vom Stativ übertragen werden, werden nicht so leicht von der Mikrofonkapsel erfasst, wie es bei vielen anderen der Fall ist. Das überrascht positiv und erspart dumpfe, wummernde Geräusche in der Aufnahme.

Insgesamt muss man beim Yeti Nano keine Sorge haben, dass irgendwelche Flächen zerkratzt werden. Auch gibt es kaum delikate Bauteile, die abbrechen oder herausgerissen werden könnten. Einzig der Lautstärkeregler auf der Vorderseite fühlt sich beim Drehen leicht wackelig an.

Das dezent glänzende Mikrofongitter und der leicht spiegelnde Ring darunter verleihen dem Nano eine edle Optik. Das Logo-Relief von Blue auf der Rückseite des Stativs sowie vorn über dem Lautstärkeregler für Kopfhörer steigern dies noch weiter. Je nach Verfügbarkeit gibt es unseren Favoriten in den Farben Grau, Blau, Dunkelrot und Gold.

Einfach zu bedienen, nicht überladen mit Funktionen

Die meisten USB-Mikrofone lassen sich heutzutage ganz unkompliziert an einen Computer anschließen, werden automatisch erkannt und können direkt im bevorzugten Programm ohne Zusatzsoftware verwendet werden. So auch das Blue Yeti Nano mit seinem Micro-USB-Anschluss. Ein grüner Leuchtring auf dem Lautstärkeregler für den angeschlossenen Kopfhörer auf der Vorderseite signalisiert die Einsatzbereitschaft des Mikrofons. Drückt man darauf, wird es stummgeschaltet, angezeigt durch den Leuchtring, der dann von Grün auf Rot wechselt.

Auf der Rückseite lassen sich die beiden Richtcharakteristiken, die das Nano unterstützt, auswählen: Niere (unidirektional) und Kugel (omnidirektional). Einerseits scheint dies wie eine Einschränkung, da andere Modelle vier Charakteristiken nutzen können. Für den normalen Gebraucht reicht dies jedoch vollkommen aus und als Anwender wird man nicht mit Funktionen überschüttet, die man eventuell einmal und nie wieder nutzt.

Besonders praktisch der 3,5-mm-Kopfhörerausgang unten am Mikrofon. Dieser erlaubt nicht nur das Abhören des Computertons, sondern auch die latenzfreie Wiedergabe des Mikrofonsignals. Dadurch entsteht keine Verzögerung beim Monitoring, dass sonst selbst nur im Millisekundenbereich irritierend sein kann.

Somit werden die häufigsten Anwendungsgebiete abgedeckt. Das Yeti Nano eignet sich bestens für Einsteiger in die Welt des Streams, YouTube-Videos und Podcasts. Aber auch Online-Meetings profitieren vom professionellen Klang des Geräts.

Toller Klang – typisch Blue

Man merkt dem Yeti Nano von Blue an, dass hier eine Profi-Audio-Firma am Werk ist, die vor über 15 Jahren mit unter den ersten war, die den Markt der eher mau klingenden USB-Mikrofone mit Produkten aufmischten, die sehr nah an »Studio-Qualität« heranreichen. Abgesehen vom abgespeckten Funktionsumfang oder minimalen klanglichen Details, muss sich das kleine Nano in Sachen Aufnahmequalität nicht vor seinen größeren Geschwistern wie dem Yeti und dem Yeti X verstecken. Stimmaufnahmen sind sogar zum Verwechseln ähnlich.

Der Klang unserer aufgenommenen Stimme ist warm, voll und klar. Befindet sich das Mikrofon etwas weiter weg (mehr als 40 Zentimeter), sinkt der Lautstärkepegel etwas ab, bleibt aber weiterhin deutlich. Leider fehlt ein Verstärkerregler am Mikrofon selbst, weshalb der Mikrofonpegel unter Umständen per Software nachjustiert werden muss. In den meisten Fällen reicht die Voreinstellung aber vollkommen aus. Wird beim Sprechen nebenbei am Computer gearbeitet, sind Tippgeräusche der Tastatur und Klickgeräusche der Maus zwar zu hören – was bei Kondensatormikrofonen wie dem Nano fast immer der Fall ist –, stören jedoch nicht.

Nachteile?

Die wenigen Nachteile, die man beim Blue Yeti Nano nennen könnte, beziehen sich hauptsächlich auf den leicht eingeschränkten Funktionsumfang, durch den das Gerät jedoch auch günstiger ist. Und selbst wenn man die Beschränkung auf nur zwei Richtcharakteristiken als Nachteil sieht, so wird für die meisten die fehlende bidirektionale und nicht vorhandene Stereo-Aufnahme nicht ins Gewicht fallen. Unvorteilhaft ist die Anbringung der Charakteristikumschaltung auf der Rückseite des Mikrofons, sodass man von vorn nicht erkennen kann, welche davon ausgewählt ist. Gerade beim Ändern der Mikrofonposition kommt man ganz leicht auf den Knopf schaltet aus Versehen um.

Leider fehlt ein Gain-Regler

Leider fehlt ein Gain-Regler, also die geräteseitige Anhebung des Aufnahmepegels. Dies fällt etwas stärker ins Gewicht, wird jedoch einigermaßen ausgeglichen durch eine akzeptable Grundverstärkung. Möchte man doch etwas lauteren Ton erzeugen, muss man entweder die Einstellungen im entsprechenden Programm finden, oder die Zusatzsoftware »Sherpa« von Blue installieren. Hierüber lassen sich weitere Einstellungen vornehmen wie das Umschalten der Richtcharakteristik oder Kopfhörerlautstärke.

Letztere kann man ebenfalls am Mikrofon selbst steuern. Jedoch ist der Drehregler ein bisschen wackelig ausgefallen, was die Wertigkeit der Verarbeitung leicht drückt.

Blue Yeti Nano im Testspiegel

Das Blue Yeti Nano überzeugt nicht nur uns mit seiner Einsteigerfreundlichkeit, tollem Klang und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Kolleginnen und Kollegen bei Chip (09/2018) urteilen ebenfalls positiv, stellen aber auch einige fehlende Funktionen fest:

»Der Ton des Blue Yeti Nano kommt sowohl bei Sprach- als auch bei Instrumentalaufnahmen klar am Endgerät an. Dank des moderaten Preises bekommen Sie also vernünftige Qualität fürs Geld. Es besitzt neben dem latenzfreien Anschluss und dem Lautstärkeregler zwar keine nennenswerten Features – aber gerade für Einsteiger oder Vielreisende ist es ein kompaktes und nutzerfreundliches Plug-and-Play-System mit praktischem USB-Anschluss.«

Bei Tom‘s Hardware (08/2020) wird hervorgehoben, dass der Klang nahezu identisch mit den teureren Yeti-Mikrofonen ist. Kritisiert wird auch hier hauptsächlich der eingeschränkte Funktionsumfang, der für die meisten aber kaum ins Gewicht fallen wird:

»Das Blue Yeti Nano sticht insbesondere im Vergleich zu seinen teureren Geschwistern dadurch hervor, dass es einen nahezu identischen Klang zu geringeren Kosten bietet. Wenn Sie ohne ein paar Richtcharakteristiken leben können, die die meisten Menschen nicht verwenden, ist das Yeti Nano ein leichtes, transportables Mikrofon für Sprachaufnahmen, das dem Industriestandard entspricht.«

Der Autor Mark Anthony Ramirez vom Laptop Mag (04/2020) hat in dem Yeti Nano sogar sein neues Lieblingsmikrofon gefunden, lobt Klang, Technik, Design und Preis:

»Das Blue Yeti Nano ist zweifellos mein Lieblings-USB-Mikrofon. Das (…) Mikrofon zeichnet in hoher Qualität mit 24 Bit/48 kHz auf und produziert einen wunderbar klaren, knackigen und warmen Ton. Mit der fantastischen Verarbeitungsqualität, der sexy Technik und dem visuellen Reiz hat Blue einen Gewinner in petto.

Wenn Sie jemand sind, der seinen Podcast, sein Streaming oder seine persönliche Aufzeichnung auf die nächste Stufe heben möchte, empfehle ich Ihnen den Blue Yet Nano sehr, vor allem wenn Sie auf der Suche nach hoher Qualität zu einem vernünftigen Preis sind. Seine Kombination aus Designqualität, Aufnahmequalität, Tragbarkeit und Preis ist unübertroffen, und deshalb ist es das erste USB-Mikrofon, das ich getestet habe und das mit 5 Sternen bewertet wurde.«

Alternativen

Je nachdem, wozu das Mikrofon verwendet wird und auf welche Funktionen man verzichten kann, lassen sich noch ein paar Euro einsparen, ohne dabei groß an Aufnahmequalität einzubüßen zu müssen. Wie bereits erwähnt, sollte man sich vorher überlegt haben, wozu man das Mikrofon braucht. Ist man bereit, ans obere Maximum zu gehen, erhält man auch ein »Rundum sorglos«-Paket.

Wer gegenüber unserem Favoriten einige weitere, wenige Abstriche in Sachen Funktionalität und verarbeitetes Material machen möchte, bekommt für etwas weniger Geld das Razer Seiren X, das trotzdem noch mit einer guten Aufnahmequalität und anderen Stärken punkten kann.

Razer setzt vor allem auf Gamer und Streamer als Zielgruppe. Aus diesem Grund wird ausschließlich die Supernierencharakteristik verwendet, die aber für die meisten Zwecke vollkommen ausreicht und das Seiren X daher auch für Podcaster oder das Home Office interessant macht. Besonders toll ist die integrierte Mikrofonspinne, die dafür sorgt, dass Stöße oder Tastatureingaben sehr gut abgefedert und nicht als dumpfe Störgeräusche aufgezeichnet werden.

Ohne Popschutz etwas empfindlich

Der Aufnahmeklang erreicht nicht ganz die Qualität unseres Favoriten. Auch die Lautstärke liegt ein bisschen darunter. Trotzdem ist er noch als durchaus gut und verständlich zu bewerten. Lediglich bei Nahaufnahmen sollte für ein besseres Ergebnis ein Popschutz angeschafft werden, da es ein bisschen empfindlich auf Plosive und Zischlaute reagiert.

Auf der Vorderseite des Seiren X befindet sich ein Knopf für die Stummschaltung. Das für Razer typische Grün zeigt an, dass das Mikrofon bereit zur Aufnahme ist, bei Stummschaltung wechselt es auf Rot. Auch ein Regler für die Kopfhörerlautstärke befindet sich dort. Auf der Unterseite des Mikrofons ist der 3,5-mm-Kopfhörereingang für das latenzfreie Monitoring. Problematisch ist hier der geringe Abstand zum Tisch. Ist der Anschluss des Kopfhörers nicht flexibel genug, muss dieser etwas geknickt werden. Ähnlich sieht es mit dem Micro-USB-Anschluss aus. Glücklicherweise liegt jedoch ein abgewinkeltes USB-Kabel bei.

Das Stativ steht stabil auf dem Tisch und erlaubt eine Neigung um etwa 20 Grad in jede Richtung. Das Mikrofon selbst ist größtenteils aus Plastik gefertigt, was das Wertigkeitsgefühl etwas mindert. Auf der anderen Seite wird dadurch sehr viel Gewicht eingespart und es ist schnell auf- und abgebaut, wodurch die Mobilität stärker im Fokus steht.

Das Razer Seiren X kann zwar nicht so viel, aber macht das, was es tut, gut. Anschließen und loslegen funktioniert ganz unproblematisch.

Das Blue Yeti X ist die Profi- oder fast schon Luxusversion unseres Favoriten, dem Blue Yeti Nano. Es eignet sich für nahezu jeden Einsatzzweck und bietet alles, was man sich von einem ausgezeichneten USB-Mikrofon wünscht: Tollen Klang, vier Richtcharakteristiken (Niere, Kugel, Acht, Stereo), Live-Monitoring, Mix-Balance-Einstellung und vieles mehr. Das merkt man allerdings auch beim Preis von 175 Euro, der jedoch gerechtfertigt ist und für ein absolut hochwertiges Produkt steht.

Groß und schwer

Hoch ragt das Yeti X auch in seinem massiven Tischstativ auf, nämlich fast 30 Zentimeter. Zudem bringt es satte 1.250 Gramm auf die Waage und ist damit, neben dem Blue Yeti (ohne X) das schwerste, von uns getestete Mikrofon.

Der warme und volle Klang, der keine Details missen lässt, findet sich in allen Blue-Mikrofonen wieder. Leider ist es bei ihnen üblich, die Umschaltung der Richtcharakteristik auf die Rückseite zu verfrachten, sodass man schnell vergessen kann, welche davon ausgewählt ist. Durch einen versehentlichen Druck auf die leicht zu bedienende Taste ist die Auswahl schnell umgestellt. Alle anderen Einstellungsmöglichkeiten befinden sich allerdings auf der Vorderseite und können mit nur einem einzigen Multifunktionsregler bedient werden, der bei längerem Drücken zwischen den Features durchschaltet.

Der Regler vereint alle Einstellungen, die für Tonaufnahmen wichtig sind. Zur Auswahl stehen Kopfhörerlautstärke für das latenzfreie Monitoring und den Computerton, das Einstellen der Mix-Balance, also die Abmischung der beiden Tonquellen, die Gain-Regelung für die Aufnahmelautstärke sowie die Anzeige dafür und schließlich auch die Stummschaltung des Mikrofons.

Da die Firma Blue mittlerweile Teil des Computerzubehör-Herstellers Logitech ist, integriert sich das Yeti X als zusätzliches Schmankerl mühelos in Logitechs Gaming-Software »G Hub«. Hierüber lassen sich nicht nur Voreinstellungen und Feineinstellungen für die Tonaufnahme selbst durchführen, um das absolute Maximum herauszuholen. Auch die komplette Beleuchtung der Anzeigen-LEDs des Mikrofons können über das RGB-Farbspektrum hinweg individualisiert werden.

Sonderedition bringt zusätzliche Effekte

Vor allem für Gamer und Streamer ist neben der farblichen Anpassung außerdem die Word-of-Warcraft-Edition des Yeti X interessant. Bei dieser Version bekommt man für etwa 30 Euro Aufpreis ein Mikrofon im Warcraft-Design. Zusätzliche Audio-Effekte und die Möglichkeit, die eigene Stimme wie eine Figur aus dem Spiel klingen zu lassen, sollen das Online-Publikum unterhalten. Abseits dieser Spielereien unterscheidet es sich sonst nicht vom normalen Yeti X.

Wer bereit ist, etwas mehr Geld in das Blue Yeti X zu investieren, bekommt hier das absolute Komplettprogramm, bei dem man nichts vermissen wird.

Gut & günstig

Maono AU-PM421

Die Empfehlung »Gut & günstig« erhält das Komplettset AU-PM421 von Maono. Dieses enthält nicht nur ein äußerst brauchbares Mikrofon, das sich für Stimmaufnahmen von Einzelpersonen eignet, sondern auch eine ganze Menge Zusatzausrüstung für nur 80 Euro.

Das Mikrofon ist weniger empfindlich als unsere anderen Empfehlungen, wodurch die Aufnahmelautstärke geringer ist. Es sollte sich daher grundsätzlich näher am Sprecher befinden. Der nicht vorhandene Kopfhöreranschluss für Live-Monitoring fällt dadurch weniger ins Gewicht, da auch weniger Nebengeräusche mit aufgenommen werden.

Immerhin verfügt das Mikrofon über einen Gain-Regler, den man auch dringend benötigt, damit die Aufnahme nicht zu leise wird. Die Stummschaltung erfolgt über eine Touch-Schaltfläche ohne physischen Knopf. Das verhindert Klick-Geräusche in der Aufnahme.

Das eigentliche Highlight ist die Ausstattung. Zwar fehlt hier ein Tischstativ, dafür ist ein Mikrofonarm enthalten, der am Tisch angeschraubt wird. An dessen 3/8-Zoll-Gewinde (ein Adapter auf 5/8 Zoll liegt bei) lassen sich auch andere Mikrofone oder Halterungen befestigen. Mittels einer beiliegenden Mikrofonspinne, die Stöße gegen den Tisch oder ähnliche Störgeräusche abfängt, wird das Mikrofon am Stativ montiert. Dadurch wird kein wertvoller Platz auf dem Schreibtisch weggenommen und das Mikrofon kann flexibel herumgeschwenkt werden.

Der ebenfalls enthaltene Popschutz filtert bei Aufnahmen eventuell störende Plosiv- und Zischlaute heraus. Ein zusätzlicher Windschutz ist für den Heimgebrauch nicht unbedingt notwendig, ermöglicht aber Aufnahmen im Freien. Man denke an Home Office vom Balkon oder Garten aus.

Ideal zum Ausprobieren

Wer ein paar Abstriche bei der Aufnahmequalität machen kann, bekommt mit dem Maono AU-PM421 ein praktisches Komplettset zum kleinen Preis. Egal ob um in die Welt des Streamings und der YouTube-Videos hineinzuschnuppern, oder eine erste, kleine Verbesserung zum Laptop-Mikrofon zu wagen.

Das Trust GXT 258 Fyru ist unser Tipp für Gamer, der im preislichen Mittelfeld liegt. Trust schafft hier den Spagat zwischen Qualität, Funktionalität, Spielerei und Preisgestaltung.

Die Tonqualität ist eher im oberen Mittelfeld anzusiedeln. Die Stimme ist verständlich und deutlich, wirkt jedoch ein bisschen matt und kraftlos. Und trotzdem ist auch dieses Mikrofon für die meisten Stimmaufnahmen geeignet, wenn auch nicht unbedingt im Profi-Bereich.

Auf der Vorderseite des Mikrofons befindet sich sowohl ein Regler für die Mikrofonlautstärke (der durch Drücken das Mikrofon auf stumm schaltet) als auch die Kopfhörerlautstärke. Der Kopfhörerausgang befindet sich direkt darunter und unterstützt Echtzeit-Monitoring. Oben auf dem Mikrofon ist ein mit »Mode« beschrifteter Gummiknopf, der die vier möglichen Richtcharakteristiken Niere, Kugel, Acht und Stereo durchschaltet.

Unter dem Mikrofon ist der USB-C-Anschluss sowie ein weiterer Knopf, mit dem sich eine der fünf Beleuchtungsfarben auswählen lässt (Gelb, Grün, Blau, Weiß, Magenta). Das Licht sorgt für eine Art Ambiente-Beleuchtung hinter dem Mikrofon und zeigt gleichermaßen über vier um den »Mode«-Knopf platzierte, beleuchtete Punkte die eingestellte Richtcharakteristik an. Bei Stummschaltung erstrahlt des Mikrofon komplett in Rot. Für manche mag die Beleuchtung einen Tick zu hell sein. Glücklicherweise lässt sie sich abschalten.

Kratzspuren vorprogrammiert

Auf seinem metallenen Dreibein steht das Mikrofon stabil und macht einen soliden Eindruck, verbraucht aber auch mehr Fläche als andere Modelle. Die Höhe des hinteren Standbeins kann mittels einer Schraube verstellt werden, wodurch sich das Mikrofon um knapp 15 Grad neigen lässt, damit der Schall optimal auftrifft. Leider hinterlässt dieser Vorgang nach einigen Malen zwangsläufig Kratzspuren.

Wer nicht ganz so viel Geld für die großen Flaggschiff-Mikrofone ausgeben will, aber trotzdem möglichst viele Funktionen möchte, trifft mit dem Trust GXT 258 Fyru die richtige Wahl.

Außerdem getestet

Dem Rode NT-USB merkt man an, dass es aus dem Hause eines langjährigen Mikrofonexperten stammt. Das solide und gut verarbeitete Metallgehäuse macht einiges her und die Aufnahmequalität ist hervorragend. Mit etwas Abstand auf dem Tischstativ fängt es die Stimme mit Nierencharakteristik sehr gut ein. Im Nahbereich verleiht es dieser ein tolles Volumen.

Über den Kopfhörerausgang kann das Aufgenommene latenzfrei abgehört werden. Zwei Regler erlauben die Einstellung von Kopfhörerlautstärke und Mischverhältnis von Computersound und Stimme. Der beiliegende Popschutz aus Metall macht seine Arbeit gut. Negativ fällt das wackelige Tischstativ aus Plastik auf, das seine Schwierigkeiten mit dem Gewicht des Mikrofons hat und schnell ins Kippen gerät oder verrutscht. Auch Tippen auf der Tastatur und leichte Stöße gegen den Tisch erzeugen ein Dröhnen in der Aufnahme.

Hohe Qualität erhält man mit dem Elgato Wave:3. Zwar bietet das Mikrofon lediglich eine Nierencharakteristik, was in der Preisklasse hervorsticht, aber dafür eine sehr gute Aufnahme. Einzig der integrierte, nicht abschaltbare Low-Cut-Filter. Dieser soll störende, tiefe Frequenzen herausfiltern, sorgt aber auch ein bisschen dafür, dass es der Stimme an Volumen fehlt. Andererseits ist auch ein Popschutz integriert und Elgatos Clipguard-Funktion schützt vor plötzlichen, sehr lauten Geräuschen. Ein U-Mount hält das Mikrofon stabil auf dem Tischstativ und lässt sich wunderbar flexibel einsetzen.

An Bedienelementen erhält man alles, was man braucht: Lautstärkeregler, Kopfhörerlautstärke (unterstützt latenzfreies Monitoring) und sogar einen Mix-Balance-Regler zum Abmischen. Die Touch-Stummschaltetaste auf dem Mikrofon muss idealerweise nur berührt und nicht gedrückt werden, was die Gefahr von Störgeräuschen mindert.

Das abgespeckte Wave:1 von Elgato unterscheidet sich in Sachen Aufnahmequalität und Stativ nicht von teureren Wave:3. Auch sind ist ein Low-Cut-Filter fest verbaut sowie ein Popschutz genauso wie die Clipguard-Technik integriert. Lediglich bei den Bedienelementen wurde gespart. Die Stummschaltung ist ein regulärer Knopf, Regler für Mix-Balance und Mikrofonlautstärke fehlen. Echtzeit-Monitoring soll zwar möglich sein, funktionierte bei unserem getesteten Gerät jedoch nicht.

Ein gefühlter Alleskönner ist das Carbon von Mackie und deckt mit fünf Richtcharakteristiken (Niere, Superniere, Kugel, Acht, Stereo) eine große Bandbreite an Einsatzgebieten ab. Der aufgenommene Ton ist klar und deutlich. Ein schweres Tischstativ sorgt für einen guten Halt, trägt allerdings auch dazu bei, dass das Mikrofon recht hoch aufragt und Tastaturgeräusche oder Bewegungen am Tisch überträgt.

Beim Herausnehmen des Mikros aus dem Stativ, um es zum Beispiel an einem Mikrofonarm zu befestigen, fallen leicht die Unterlegscheiben der beiden Schrauben und zwei Gummiringe ab. Die erneute Montage mit insgesamt acht kleinen Einzelteilen gestaltet sich dann etwas umständlich. Leider enttäuscht auch der Kopfhörerausgang, der kein Live-Monitoring unterstützt. Das könnte man bei dem Preis durchaus erwarten.

Mackie bietet mit dem EM-91CU ein Einsteigermodell an. Hierbei handelt es sich um ein einfaches Mikrofon mit Nierencharakteristik und ohne jegliche Bedienelemente oder Kopfhörerausgang. Ein Tischstativ fehlt, dafür liegt eine Mikrofonspinne bei, die Erschütterungen gut auffängt, allerdings wird ein zusätzlicher Mikrofonständer benötigt. Jedoch liegt hierfür kein entsprechender Gewindeadapter von 5/8 Zoll auf 3/8 Zoll bei. Dafür verfügt das Mikrofon selbst über ein Außengewinde, dass auch mit anderen Mikrofonspinnen und entsprechenden Stativen kompatibel ist.

Der Aufnahmepegel ist etwas niedriger, aber noch durchaus deutlich verständlich und weniger empfindlich. Allerdings klingt die Aufnahme weniger klar als bei teureren Modellen.

Das Blue Yeti ist fast schon ein Klassiker unter den USB-Mikrofonen und weit verbreitet unter Podcastern und Streamern. Im Tischstativ ist es zwar schwer und sehr groß, dafür ist es aber sehr hochwertig verarbeitet und steht stabil auf dem Tisch. Zudem sind drei 14-Millimeter-Kondensatorkapseln verbaut, die vier verschiedene Richtcharakteristiken erlauben (Niere, Kugel, Acht, Stereo). Die wird allerdings auf der Rückseite des Mikrofons eingestellt, wodurch von vorn nicht ersichtlich ist, welche Charakteristik gerade ausgewählt ist.

Ein Kopfhörerausgang erlaubt Live-Monitoring und Bedienelemente ermöglichen die Stummschaltung sowie das Einstellen von Kopfhörer- sowie Aufnahmelautstärke. Die Aufnahmequalität ist auch ohne Popschutz sehr gut.

Mit dem Snowball gelang Blue vor 15 Jahren der große Wurf, ein erschwingliches, einfach zu bedienendes USB-Mikrofon herzustellen, das einen guten Sound aufnimmt. Heutzutage ist die Aufnahmequalität noch durchaus solide, man merkt der Technik allerdings ein bisschen das Alter an.

Zielgruppe für das Mikrofon waren Musikerinnen und Musiker, die mal eben einen Demo-Song einspielen wollten, ohne ins Studio gehen zu müssen. Das erkennt man auch an einem der drei Aufnahmemodi, der die Empfindlichkeit der Nierencharakteristik um 10 Dezibel herabsenkt – für laute Instrumente oder Gesang. Die anderen beiden Modi sind die Charakteristiken normale Niere und Kugel. Der Umschalter für die Aufnahmemodi ist auch schon das einzige Bedienelement. Wie gesagt, steht bei dem Snowball Einfachheit im Vordergrund.

Audio-Technica AT2020USB+

Auch fast schon ein Veteran unter den USB-Mikrofonen ist das AT2020 USB+ von Audio-Technica. Verlässt man sich auf die rein technischen Daten, könnte man meinen, es wurde bereits abgehängt. Aber es macht auch heute noch eine gute Figur und beweist, dass Zahlen nicht alles sind. Allenfalls die Drehrädchen für die Kopfhörerlautstärke und das Mischverhältnis kommen ein bisschen altmodisch und umständlich daher. Die satte Aufnahmequalität kann sich allerdings sehen lassen.

Einziger Wermutstropfen ist das mickrige Tischstativ, welches das solide Mikrofon nur bedingt stabil halten kann und Störgeräusche, wie Tippen, sehr leicht überträgt.

Als Aufnahmemöglichkeit für unterwegs eignet sich das mobile Samson Satellite. Mit seinen 330 Gramm Gewicht bewegt es sich eher im Mittelfeld, verfügt dafür aber über ein integriertes Tischstativ. Dadurch wird zusätzliches Gewicht sowie die Montage eingespart. Drei Standbeine werden ganz einfach an der Seite des Mikrofons ausgeklappt. Die Aufnahmequalität ist sehr hoch, wenn auch etwas empfindlich. Der Einsatz in lauteren Umgebungen ist also mit Vorsicht zu genießen.

Dank drei verbauter Elektret-Kondensatoren können drei verschiedene Richtcharakteristiken eingestellt werden: Niere, Kugel und Acht. Gerade letztere eignet sich dafür, um beispielsweise ortsunabhängig Interviews führen zu können. Eine sehr leichtgängige, geräuschlose Stummschaltung, eine Anzeige von Aufnahmespitzen (rote LED) und Unterstützung von iOS-Geräten sind weitere Schmankerl.

Das Shure MV5 ist ein kleines Wunder in Sachen Größe und Gewicht. Mit nur 97 Gramm und nur 6,6 Zentimetern Höhe (mit Stativ 165 Gramm und 8,9 Zentimeter) ist es das leichteste und kleinste der hier getesteten Mikrofone. Leider kann ihm auch das zum Verhängnis werden. Denn sind USB- und Kopfhörerkabel hinten am Mikro angeschlossen, verändert sich der Schwerpunkt, und es droht sehr schnell umzukippen. Die Bedienelemente befinden sich sehr nah am Aufnahmebereich und Berührungen übertragen sich sofort auf die Aufnahme. Auch wenn es in Sachen Klang seinen Preis durchaus wert ist, so hat man Ende aufgrund anderer Faktoren leider nicht das Gefühl, ein hochwertiges Produkt in der Hand zu halten.

Mit dem Seiren Mini von Razer gibt es eine günstigere und abgespeckte Version des von uns empfohlenen Seiren X. Zwar besticht es mit seiner kompakten Einfachheit, lässt jedoch viele essentielle Funktionen missen. Wer auf der Suche nach einem simplen und mobilen Aufnahmegerät ist, könnte hier fündig werden. Allerdings gibt es keinerlei Bedienelemente oder Funktionen. Immerhin ist ein Schockdämpfer integriert. Die Aufnahme ist zwar solide, doch ein bisschen zu leise.

Das Trust GXT 232 Mantis hat uns nicht besonders gefallen. Der mitgelieferte Popschutz mag auf den ersten Blick ein tolles Feature sein, jedoch gestaltet sich die Montage recht fummelig – vor allem, wenn man das Gerät »mal eben« schnell ab- und wieder aufbauen möchte. In Kombination mit dem wackeligen Ständer und dem fest integrierten USB-Kabel macht die Anwendung keinen Spaß.

Als einziges von uns getestetes Gerät arbeitet es ausschließlich mit einer Kugelcharakteristik. Das führt leider dazu, dass es Stimmaufnahmen an Fülle mangelt. Auf dem Tischstativ befindet es sich nicht sehr nah am Mund, und der Ton klingt sehr blechern und relativ leise. Wird es an einem Mikrofonarm montiert und kann näher am Mund positioniert werden, klingt man immerhin verständlich. Hierfür ist jedoch eine zusätzliche Investition von Nöten.

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