Unsere Tests sind unabhängig. Wir finanzieren uns über Affiliate-Links. Kaufen Sie ein Produkt über Links, die mit markiert sind, erhalten wir ggf. eine kleine Provision. Mehr dazu.

Das beste WLAN-Mesh-System

last updateZuletzt aktualisiert:
WLAN-Mesh-System Test: Mesh System
Michael Seemann

Michael Seemann

interessiert sich für alle Geräte, die man in seinem Heimnetz sinnvoll einsetzen kann. Geweckt wurde sein spezielles Interesse für die Heimvernetzung schon 2004, als er die erste Fritzbox mit integrierter Internettelefonie zu Gesicht bekam. Michael schreibt und testet unter anderem für PC Magazin, PC Welt, PCgo und Connect.

Wir haben 11 Mesh-Systeme für besseren WLAN-Empfang getestet. Das beste ist das Orbi RBK20, das mit einer guten Übertragungsleistung, tollem Webfilter, einem Access-Point-Modus und Fernzugriff über die Orbi-App überzeugen konnte. Auch dass die Steuerung ohne Cloud-Zwang möglich ist, hat uns gefallen. Aber es gibt auch interessante Alternativen.

Update 13. März 2020

Wir haben zwei neue Mesh-Systeme getestet. Beide bekommen eine Empfehlung: das Google Nest Wifi und das Mesh-3er-Pack eero.

Created with Sketch. Weitere Updates anzeigen
Created with Sketch. Einklappen
20. Februar 2019

Die WLAN-Mesh-Systeme wurden um die Geräte von Netgear Orbi RBK20 und Linksys/Belkin Velop Dualband erweitert. Hier gibt es einen neuen Testsieger.

Wer bei sich zu Hause überall guten WLAN-Empfang hat, darf sich glücklich schätzen. Denn in vielen Haushalten reicht das WLAN des Routers meist nicht in alle Räume oder Bereiche, in denen man die drahtlose Online-Anbindung gerne nutzen möchte. Ein (zu) schwaches Funksignal wird dann zum Problem, wenn das Webradio in der Küche immer wieder aussetzt oder der Online-Live-Stream ständig in die schlechtere Auflösung wechselt. Nervig!

Während WLAN-Repeater oder WLAN-Powerline-Sets das Funknetz eines bereits vorhandenen WLAN-Routers erweitern, bauen Mesh-Systeme ihr eigenes WLAN-Netz auf und besitzen in der Regel eine eigene Router-Komponente, die dann per LAN-Kabel mit dem Modem (oder Modem-Router) des Netzbetreibers verbunden wird. Mit einem Mesh-System lässt sich das WLAN im Haus ohne zusätzliche Kabelverbindung verteilen und komfortabel per Smartphone-App verwalten – auch wenn Sie gerade nicht zu Hause sind.

Mesh-Systeme setzen sich aus zwei oder mehr Mesh-Stationen zusammen, die per WLAN miteinander verbunden sind. Alle Mesh-Stationen dienen gleichzeitig als Zugangspunkte für alle WLAN-fähigen Geräte im Haushalt – und besitzen in der Regel auch LAN-Ports für den Anschluss von Clients per Ethernetkabel. Die Mesh-Stationen lassen sich relativ frei im Haushalt verteilen, man muss nur darauf achten, dass die WLAN-Verbindung der Mesh-Geräte untereinander nicht abreißt, beziehungsweise ausreichend stark ist.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

Netgear Orbi RBK20

Unser Testsieger, das Orbi RBK20 von Netgear, kommt bereits ab Werk mit dem sehr guten Circle-Webfilter und ist mit einem Triband-WLAN (867/867/400 Mbit/s) ausgestattet, wobei eines der beiden 5-GHz-Bänder ausschließlich für die Verbindung zwischen den Mesh-Stationen reserviert ist. Und so leistet sich das kleine Mesh-System selbst bei unseren Messungen vom entfernten WLAN-Client keine spürbaren Übertragungsschwächen. Gut: Im Gegensatz zum Orbi RBK30 hat das RBK20 auch am Satellit zwei LAN-Ports zur Einbindung von Kabel-Clients und ist auch beim Stromverbrauch noch etwas sparsamer.

Mesh für Einsteiger

Amazon eero

Test WLAN-Mesh-System: eero (Amazon) eero
Für ein 2x2-Dualband-Mesh bietet das kleine eero annehmbare Transferraten. Setup und Bedienung sind komfortabel und einsteigerfreundlich.

So flott hatten wir bisher noch kein Mesh-System zum Laufen gebracht: Der von Amazon übernommene Hersteller eero bietet mit seinem kleinen Mesh-3er-Pack eero einen einfach einzurichtenden und durch seine übersichtliche Smartphone-App (Cloud-gesteuert) auch erfreulich einfach zu bedienenden WLAN-Verteiler. Seine Übertragungsraten sind zwar nicht sensationell, gehen für ein 2×2-Dualband-Mesh, das zudem sparsam im Stromverbrauch ist, absolut in Ordnung. Ab sofort kann eero sogar SmartHome-Geräte von Apples HomeKit vom restlichen Netzwerk trennen.

Clever & Smart

Google Nest Wifi

Test WLAN-Mesh-System: Google Nest Wifi (Router und Zugangspunkt)
Google Nest Wifi ist kein überragender Funker, dafür extrem innovativ und unser aktuell smartestes Mesh - sofern man Google beim Datenschutz über den Weg trauen mag.

Google Nest Wifi (Router und Zugangspunkt) setzt die Innovationen seines Vorgängers Google Wifi konsequent fort und hat zudem die Funkleistung etwas verbessert. Das Nest-Wifi-System besteht aus zwei unterschiedlichen Mesh-Komponenten, dem Wifi-Router und dem Wifi-Zugangspunkt, wobei letzterer mit smartem Lautsprecher und Mikrofonen ausgestattet ist. Das Nutzungserlebnis dieses smarten Mesh-Systems in Verbindung mit dem Google Assistant ist ziemlich beeindruckend – und zugleich auch ein wenig beängstigend: Ebenso wie bei Amazons eero läuft die Steuerung bei Google Next Wifi nur via Smartphone-App und ausschließlich über die Cloud.

High-Speed Mesh

Netgear Orbi RBK50

Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: Netgear Orbi RBK50
Mit seiner 4x4-MIMO-Brücke verlegt das große Orbi-System ein "drahtloses Kabel" zwischen seinen Mesh-Stationen.

Netgears Orbi RBK50 besteht aus zwei Mesh-Stationen (Router und Satellite) und eignet sich für großflächige Haushalte oder Power User, die eine größere Anzahl von WLAN- und LAN-Clients ohne Kabel und mit möglichst hohen Übertragungsraten ins Heimnetz einbinden möchten. Für die schnelle drahtlose Verbindung zwischen den Mesh-Stationen wird hier ein separates 4×4-MIMO-Funkmodul mit Linkraten bis zu 1.733 Mbit/s eingesetzt. Damit ist das Orbi RBK50 unser bis dato leistungsstärkstes WLAN-Mesh-System. Auch hier mussten wir das Firmware-Update auf den Disney-Kinderschutz einmal manuell durchführen.

Integriertes Mesh

AVM FritzWLAN Repeater 1750e

Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: AVM Fritz WLAN Repeater 1750E
Wer eine Fritzbox mit AC-WLAN besitzt, baut sich sein Mesh-System günstig mit dem FritzWLAN Repeater 1750E und zwei Firmware-Updates.

von 562 Lesern gekauft

AVM bietet in seinen aktuellen Fritzbox-Modellen, FritzWLAN-Repeatern und den FritzPowerline-WLAN-Adaptern eine neue Mesh-Funktionalität, die per Firmware-Update aktiviert wird. Fritzbox-Besitzer, die sich unseren Testsieger bei den WLAN-Repeatern zulegen, können sich damit auch gleich ein besonders kostengünstiges WLAN-Mesh-System einrichten. Auf das zusätzliche Modem oder den zweiten (Modem-) Router kann hier verzichtet werden. Nun fehlt AVMs Mesh-System nur noch ein vernünftiger Fernzugriff und ein etwas besserer Webfilter (in der ansonsten sehr guten Kindersicherung).

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Unser FavoritHigh-Speed MeshMesh für EinsteigerClever & SmartIntegriertes Mesh
ModellNetgear Orbi RBK20Netgear Orbi RBK50Amazon eeroGoogle Nest WifiAVM FritzWLAN Repeater 1750eAmazon eero ProNetgear Orbi RBK30Ubiquiti AmpliFi Home WiFi System AFi-HDLinksys Velop WHW01Zyxel Multy X + Multy MiniGoogle WiFi
Test besten WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme: Netgear Orbi RBK20Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: Netgear Orbi RBK50Test WLAN-Mesh-System: eero (Amazon) eeroTest WLAN-Mesh-System: Google Nest Wifi (Router und Zugangspunkt)Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: AVM Fritz WLAN Repeater 1750ETest WLAN-Mesh-System: eero (Amazon) eero ProTest WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: Netgear Orbi RBK30Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: Ubiquiti AmpliFi Home WiFi System AFi-HDTest besten WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme: Linksys (Belkin) Velop Dual-Band (WHW01)WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme Test: Zyxel Multy X+miniTest WLAN-Router: Google Wifi
Pro
  • Gute Übertragungsleistung zwischen den Mesh-Stationen
  • Guter Webfilter
  • Access-Point-Modus
  • Fernzugriff (Orbi-App)
  • Steuerung ohne Cloud-Zwang
  • Maximale Datenraten zwischen den Mesh-Stationen
  • Fernzugriff (Orbi-App)
  • 4 Gigabit-Ports am Satellite
  • Guter Webfilter
  • Steuerung ohne Cloud-Zwang
  • Drei Meshstationen
  • Einfaches Setup
  • Komfortable, übersichtliche Steuerung/Konfiguration
  • HomeKit-Firewall
  • Energieeffizient
  • Zugangspunkt mit Sprachsteuerung und Soundausgabe
  • Ausgefeilte Funktionalität (intelligentes Gastnetz)
  • Safe-Search-Webfilter
  • Priorisierung
  • WLAN mit Thread-Unterstützung
  • Günstige Mesh-Lösung per Firmware-Update für Fritzbox-Besitzer
  • Kein zusätzliches/r Modem/Modemrouter erforderlich
  • Drei Meshstationen
  • Einfaches Setup
  • Komfortable, übersichtliche Steuerung/Konfiguration
  • WLAN mit Thread-Unterstützung
  • HomeKit-Firewall
  • Gute Übertragungsleistung zwischen den Mesh-Stationen
  • Guter Webfilter
  • Access-Point-Modus
  • Funktionierender Fernzugriff (Orbi-App)
  • Ausgewogene Übertragungsleistung
  • Drei Mesh-Stationen (1 Router, 2 MeshPoints)
  • Informativer Touchscreen am Mesh-Router
  • Access Point Modus
  • Funktionierender Fernzugriff (Google-Konto)
  • Sehr gute, übersichtliche App
  • Priorisierung von Clients möglich
  • Funktionierender Fernzugriff
  • Bridge-Modus
  • 3 Jahre Garantie
  • Sehr flotte Übertragungsraten bei LAN-WLAN-Verbindung (LAN-Brücke)
  • Bridge-Modus
  • Multy Mini mit USB-Quickcharge-Port
  • Ausgezeichnete, sehr übersichtliche App (Google WiFi)
  • Tolle Bedienung mit ausgefeilten Funktionen
  • Günstig
  • 2 LAN-Ports je Mesh-Station
  • Funktionierender Fernzugriff (Google-Konto)
Contra
  • Handbuch englischsprachig
  • Handbuch englischsprachig
  • Aktuelles Firmware-Update umständlich
  • Teuer
  • Nur 1 Jahr Herstellergarantie
  • Webfilter und zusätzliche Schutzfunktionen nur mit SafeSearch-Abo (aktuell nur in USA/Kanada)
  • Steuerung ausschließlich über Cloud
  • Kein LAN-Port am Wifi Zugangspunkt
  • Steuerung ausschließlich über Cloud
  • Volle Funktionalität erfordert zwei Google Apps (Wifi und Home)
  • Nicht unerheblicher Eingriff in die Privatspähre
  • Eingeschränkter Webfilter
  • Eingeschränkter Fernzugriff (klappt aktuell nur bei Anschlüssen mit öffentlicher IPv4-Adresse)
  • Nur 1 Jahr Herstellergarantie
  • Webfilter und zusätzl. Schutzfunktionen nur mit SafeSearch-Abo (aktuell nur in USA/Kanada)
  • Steuerung ausschließlich über Cloud
  • Triband-Transfer nicht überzeugend
  • Ziemlich teuer
  • Handbuch englischsprachig
  • Kein LAN-Port an der zweiten Mesh-Station
  • Aktuelles Firmware-Update umständlich
  • Kein Webfilter (nur Zeitbeschränkung)
  • Handbuch englischsprachig
  • Keine LAN-Ports an 2 Mesh-Stationen
  • Kein Webfilter (nur Zeitbeschränkung)
  • Deutlich schwächere Datenrate bei WLAN-Clients am entfernten Node
  • Hakeliges Setup (Mesh-Setup funktioniert erst nach Multy-X-Update)
  • Zu wenig Infos und Einstellungmögl. in App
  • Ungünstige Kombination von Triband- und Dualband-Station (mit und ohne MU-MIMO)
  • Sicherheitsfunktion und Kindersicherung nur über Zusatzabo
  • Dokumentation komplett in Englisch
  • Mäßige Verbindungsleistung zwischen den Mesh-Stationen
  • Kein Access-Point-Modus
Bester Preis
  Technische Daten anzeigen

Was Sie über Mesh-Systeme wissen sollten

Alle Mesh-Stationen senden denselben WLAN-Namen mit derselben Zugangskennung aus, sodass alle Heimnetz-Clients immer mit denselben Zugangsdaten im Mesh eingebunden sind. Mit welcher Station man gerade verbunden ist oder wann ein (mobiler) Client auf eine andere, nähere Mesh-Station geschaltet wird, bekommt man als Nutzer in der Regel gar nicht mit.

Mehr Reichweite und verbesserte Übertragungsraten

Diese intelligente WLAN-Erweiterung mit mehreren Zugangspunkten unter einem WLAN-Konto ist nicht nur komfortabel und jederzeit erweiterbar, sondern erleichtert in der Regel auch die Einrichtung eines solchen Mesh-Systems. Man muss nur darauf achten, dass die Stationen nicht zu weit voneinander entfernt sind.

Bei einem WLAN-Mesh-System übernimmt eine der installierten Mesh-Station die Funktion eines Routers und stellt die Verbindung ins Internet her. Dieses Gerät wird deshalb auch als Mesh-Router oder Mesh-Gateway bezeichnet.

Man benötigt also entweder ein externes Modem (DSL, Kabel, Glasfaser-ONT) oder den Modem-Router seines Netzbetreibers, um das Mesh-System zu Hause anschließen zu können. Verbindet man allerdings das Mesh-System per LAN-Kabel mit seinem vorhandenen Router, sollte man auch alle seine Clients mit dem neuen Mesh-System verbinden und das WLAN im Modem-Router abschalten.

WLAN-Mesh-System Test: Mesh System
Zum Zugangspunkt gehört auch immer ein Router. Bei Mesh-Systemen können alle Geräte untereinander kommunizieren.

Alternativ lassen sich einige Mesh-Systeme auch im Bridge- oder Access-Point-Modus betreiben und nutzen dann den bereits vorhandenen Modem-Router als Netzwerkzentrale und Internet-Gateway. Allerdings sind dann einige nützliche Funktionen des Mesh-Systems nicht mehr verwendbar. Das gilt beispielsweise für Webfilter (Kindersicherung), Zeitkontingentierungen, spezielle Zugriffsregelungen, Informationen zur Bandbreitennutzung oder zur Priorisierung einzelner Clients mittels Bandbreitensteuerungen. Letzteres wird im Fachjargon auch als »Quality-of-Service« (QoS) oder »Priorisierung« bezeichnet.

Doch inzwischen gibt es auch Hersteller wie zum Beispiel AVM, die ihre Fritzbox-Modem-Router bereits mit Mesh-Funktionen erweitert haben, so dass sich eine Fritzbox als »Mesh-Master« (-Gateway, -Router) für andere Mesh-Stationen von AVM, wie zum Beispiel aktuelle FritzWLAN-Repeater, einsetzen lässt. Die Grenzen verschwimmen also zusehends und irgendwann wird Mesh wohl auch standardmäßig in den meisten Heimnetz-Routern enthalten sein.

Ob sich eine bestimmte Verbindungstrecken bei Ihnen zu Hause dann auch tatsächlich per WLAN-Mesh überbrücken lässt, können wir vorab leider nicht beantworten, da jedes Haus und jede Wohnung unterschiedliche Anforderungen an die Geräte stellen. Sie müssen es, ebenso wie bei Repeatern oder Powerline-Geräten grundsätzlich selbst ausprobieren und die Geräte notfalls wieder zurückschicken. Glücklicherweise ist die Installation von Mesh-Systemen keine große Sache mehr und per Smarphone-App recht flott und komfortabel zu bewerkstelligen. Unsere Messergebnisse in der Technischen bezüglich der Mesh-Transferraten als Anhaltpunkt für die geben Ihnen einen Anhaltspunkt zur .

Und bedenken Sie außerdem, dass es bei Mesh-Systemen in erster Linie darum geht, eine vorhandene Internetanbindung zu verteilen – mit Downstream-Bandbreiten von etwa 50 bis 200 Mbit/s. Wer einen ultraschnellen FTTH-Anschluss mit 600 Mbit/s oder gar 1 Gbit/s in jedem Zimmer verfügbar haben möchte, kommt mit muss Netzwerkkabel verlegen.

Dämpfer für die WLAN-Verbindung

Was ist der Grund für die eingeschränkte Reichweite beim WLAN – und warum ist das in jedem Haushalt anders? Die Hauptursache liegt in der Dämpfung des WLAN-Signals. Befinden sich keine Hindernisse zwischen WLAN-Router und Client, sprich Notebook, Smartphone, Tablet oder Webradio, lassen sich damit Strecken über 100 Meter und mehr überbrücken. Denn das WLAN-Signal wird durch Luftmoleküle nur relativ schwach gedämpft. Aber wer hat schon von überall im Haus eine freie Sichtverbindung zum Router?

Das WLAN-Signal wird durch Wände und Möbel gedämpft

Im häuslichen Bereich wird die Reichweite des WLANs vor allem durch bauliche Hindernisse in der Übertragungsstrecke beeinträchtigt. Das sind in erster Linie Mauern und Wände, Böden und Decken, aber auch Schränke, Regale, Heizkörper und andere (meist massive) Einrichtungsgegenstände.

All diese Hindernisse führen in der Summe dazu, dass das Signal des Routers an bestimmten Standorten in der Wohnung einfach zu schwach ist. Eine stabile Verbindung zum WLAN-Router ist dort nicht mehr möglich – oder die Übertragungsrate ist für bestimmte Anwendungen, wie etwa die Videoübertragungen, zu gering. Denn mit zunehmender Dämpfung des WLAN-Signals nimmt auch die physikalisch mögliche Übertragungsrate – die Übertragungsgeschwindigkeit – zwischen Router und Empfangsgerät ab.

Möglichkeiten zur WLAN-Verbesserung

Für einen guten WLAN-Empfang kommt es nicht nur auf die baulichen Gegebenheiten an, sondern auch ganz entscheidend auf den Standort des Routers. Ist er irgendwo am Boden in einem Schrank zwischen vielen Kabeln versteckt, wird das Signal nicht so weit reichen, wie wenn er frei auf einem Schrank steht. Daher sollten Sie als allererstes mit Ihrem bisherigen Router experimentieren, ob Sie ihn nicht an einer besseren Stelle installieren können.

Denn die beste Lösung, WLAN-Empfangsprobleme zu beheben, ist es, den Router so aufzustellen, dass sein Funknetz die ganze Wohnung oder das ganze Haus abdeckt. Wenn das bei Ihnen irgendwie möglich ist, tun Sie das! Selbst wenn Sie dazu ein wenig umbauen oder ein Netzwerkkabel verlegen müssen: Am Ende werden Sie mit dieser Lösung die wenigsten Probleme haben. Denn mehr Geräte bedeuten auch immer mehr Fehlerquellen.

Die zweitbeste, wenn auch meist wenig praktikable Lösung ist es, Netzwerkkabel durchs Haus zu ziehen und schlecht versorgte Bereiche des Haushalts mit einer direkten Kabelverbindung zum Router zu verbinden. Hier kann man dann entweder Clients direkt per Kabel anschließen (etwa Fernseher oder PC) oder eine WLAN-Basisstation (Access Point) anschließen, die ein eigenes WLAN-Netz aufspannt.

Doch eine nachträgliche Installation von Netzwerkkabeln und -anschlüssen erfordert ein gewisses handwerkliches Geschick und ist auch nicht immer möglich – zumal in Mietverhältnissen der Haus- oder Wohnungseigentümer zustimmen muss, wenn größere Eingriffe in die Bausubstanz erforderlich sind.

Eine einfachere Lösung für WLAN-Schwäche versprechen Geräte, mit denen man den WLAN-Empfang im Haushalt auch ohne Bohren, Schlitzen und Kabelziehen verbessern kann. Es gibt dafür drei unterschiedliche Techniken, entsprechend unterscheidet man folgende Geräteklassen:

  • WLAN-Repeater
  • WLAN-Powerline-Sets
  • WLAN-Mesh-Systeme

Ein WLAN-Repeater wird etwa auf halber Strecke zwischen Heimnetz-Router und entfernten WLAN-Clients angebracht – dort wo noch guter Empfang herrscht – und verstärkt das WLAN-Signal des Routers.

Ein WLAN-Powerline-Set besteht aus zwei Powerline-Adaptern, die eine Datenverbindung zwischen Router und entferntem Client über die im Haushalt verlegten Stromkabel herstellen (daher der Name Powerline). Der entfernte Powerline-Adapter hat eine WLAN-Basisstation (Access Point) integriert, der ein WLAN-Netz aussendet.

Ein WLAN-Mesh-System besteht aus mindestens zwei, bei Bedarf aber auch mehreren Mesh-Stationen, die über WLAN-Funk miteinander verbunden sind. Jede Mesh-Station dient gleichzeitig als Zugangspunkt (Access Point) für alle WLAN-fähigen Geräte in dessen Funkreichweite. Eine der Mesh-Stationen wird als Router eingerichtet und stellt die Verbindung ins Internet her. Er besitzt somit auch spezielle Zusatzfunktionen eines Routers, die WLAN-Repeater oder WLAN-Powerline-Sets nicht bieten. Dazu zählen beispielsweise Webseitenfilter (Kindersicherung), Firewall, Bandbreitenmanagement (Quality of Service oder QoS), Smart-Home-Funktionen oder ein komfortabler Fernzugriff.

Eine Pauschallösung gibt es nicht

Welche Lösung sich am besten für Ihren Haushalt eignet, hängt immer von den individuellen, baulichen Gegebenheiten vor Ort ab und von den eigenen Anforderungen, die man an die Geräte stellt. Wir können daher keine pauschale Empfehlung abgeben, welche von den drei Geräteklassen die beste Lösung für Sie zu Hause ist.

Alle drei Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Grundsätzlich gilt: Wenn es in einer Wohnung nur darum geht, den WLAN-Empfang in ein oder zwei weiteren Räumen zu verbessern, ist oft ein einfacher WLAN-Repeater die einfachste Lösung. Es kann aber durchaus sein, dass eine unserer Empfehlungen in der Kategorie WLAN-Repeater in Ihrem Haushalt nicht zum gewünschten Erfolg führt. Dann müssen Sie auf eine unserer Empfehlungen aus den etwas teureren Geräteklassen der WLAN-Powerline-Sets oder WLAN-Mesh-Systeme ausweichen.

So haben wir getestet

Die wichtigste Eigenschaft eines WLAN-Verteilers besteht darin, bisher gar nicht oder nur schlecht versorgte Wohnräume möglichst unkompliziert mit einem stabilen und leistungsfähigen Funknetz auszustatten. Deshalb haben wir alle WLAN-Verteiler über verschiedene Verbindungsstrecken innerhalb eines Haushalts getestet. Die Mesh-WLAN-Sets überbrücken die Distanz zum entfernten WLAN-Client über die Funkverbindung.

Für die Messung der Übertragungsraten verwendeten wir das Tool »Jperf 2.0.2«. Damit lässt sich die effektive Datenrate (Nettodatenrate) ermitteln, die unsere Testgeräte über eine bestimmte Verbindungsstrecke erzielen können.

Von Linkraten und Datenraten

Wer wissen möchte, wieviel (Nutz-) Daten pro Sekunde von einem Testgerät übertragen werden, muss die (Netto-) Datenrate ermitteln. Nutzdaten sind all die Daten eines Datenpakets, die keine Steuer- oder Protokollinformationen der Netzwerkübertragung selbst enthalten, also beispielsweise Ton, Schrift, Text und Bilder.

Die beeindruckenden Übertragungsgeschwindigkeiten, die auf der Packung von WLAN-Geräten abgedruckt sind, geben dagegen die Brutto-Geschwindigkeit des Geräts an, die auch als Linkrate bezeichnet wird. In die Linkrate fließen auch sämtliche Protokollinformationen ein, die erforderlich sind, um Nutzdaten (z. B. ein Worddokument) überhaupt von A nach B übertragen zu können. Und dieser Anteil ist bei WLAN-Verbindungen extrem hoch.

Neben den Messungen der Datenraten haben wir außerdem praxisnah geprüft, ob die Geräte über eine bestimmte Teststrecke hinweg hochauflösende Videostreams ohne Ruckler übertragen können.

Wichtig war uns zudem, dass sich alle Geräte möglichst unkompliziert einrichten und bedienen lassen. Auch ein Firmware-Update sollte problemlos ablaufen und die Einstellungen in Weboberfläche oder der Smartphone-App sollten verständlich und in deutscher Sprache dokumentiert sein.

Testsieger: Netgear Orbi RBK20

Netgears neues Mesh-Einstiegsset, das Orbi RBK20, ist ein kleines und dennoch leistungsfähiges WLAN-Mesh-System, bei dem jede Mesh-Station mit insgesamt drei 2×2-MIMO-Funkmodulen (Triband-WLAN) ausgestattet ist. Die drahtlose Verbindung zwischen den Mesh-Stationen wird dabei über eine separate 5-GHz-Verbindung bei einer Linkrate von bis zu 867 Mbit/s hergestellt.

Unser Favorit

Netgear Orbi RBK20

Orbi-Router und -Satellite des zweiteiligen Sets sind Standgeräte und sind mit jeweils zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüssen ausgestattet. Beim Satellit lassen sich beide Anschlüsse für LAN-Clients nutzen, beim Router dient einer der beiden Ports für den Internetzugang (WAN-Anschluss). Am Orbi-RBK20-Router kann also zunächst einmal nur ein Kabel-Client (PC, NAS etc.) angeschlossen werden.

Übertragungsleistung

Für die Einbindung der WLAN-Clients sorgt an jeder Orbi-Station ein separates Dualband-WLAN. Durch diese strikte Trennung der Funkfrequenzen für Client-zu-Orbi und Orbi-zu-Orbi-Verbindung verschafft sich das Orbi-System einen übertragungstechnischen Vorteil gegenüber anderen Mesh-Systemen, die ihre Funkmodule immer auf beide Verbindungen aufteilen müssen.

Dies hat sich auch in unseren Übertragungstests bestätigt. Über verschiedene Übertragungsstrecken haben wir zunächst die Datenrate zwischen einem am LAN-Port des Satellits angeschlossenen Clients und dem Orbi-Router gemessen. Dabei kommen wir auf Übertragungsraten zwischen 330 und 360 Mbit/s.

Danach haben wir auf denselben Messstrecken von einem am Satellite angeschlossenen WLAN-Client gemessen. Hier erreichen wir mit dem Orbi trotzdem noch sehr gute Datenraten von rund 260 Mbit/s, obwohl die Verbindung hier zunächst per WLAN vom Client zum Satellit und dann per WLAN vom Satellit zum Router läuft.

Getrennte Funkfrequenzen sorgen für schnelle Übertragungsraten

Zum Vergleich: Über dieselben Strecken erreichen wir mit dem Dualband-Mesh von Linksys Velop (ebenfalls 2×2-MIMO) bei einem LAN-Client an der entfernten Velop-Mesh-Station zwar auch bis zu 330 Mbit/s, doch bei der Messung von einem WLAN-Client am entfernten Velop bricht die Datenrate auf 100 Mbit/s ein. Das Problem: Velop verwendet sein Dualband-WLAN für die Anbindung der WLAN-Clients und gleichzeitig für die Verbindung der Velop-Mesh-Stationen untereinander. Hier ist das Orbi-System mit seinem dritten Funkband zur separaten Verbindung der Orbi-Stationen klar im Vorteil.

Setup und Einrichtung

Das Setup des Orbi RBK20 lässt sich über die Netgear Orbi-App am Smartphone vornehmen. Doch wir empfehlen für die Ersteinrichtung ein per Kabel am Orbi-Router angeschlossenes Notebook. Das ist vor allem dann die bessere Wahl, wenn man die voreingestellten WLAN-Zugangsdaten von Orbi ändern möchte. Öffnet man im Browser mit http://orbilogin.net das Webmenü des Orbi-Routers, startet der Setup-Assistent automatisch.

Beim Setup wird der Orbi-Router mit dem bereits vorhandenen Heimnetz-Router oder Modem verbunden. Außerdem wird die Verbindung zwischen Orbi-Router und -Satellit hergestellt. Da man hierbei auf die oberseitig angebrachten LED-Ringe der beiden Orbi-Stationen achten muss (Farbe, Blinken), empfiehlt es sich beide Geräte in der näheren Umgebung aufzustellen – wenigstens für die Dauer des Setups.

Sind Router und Satellit miteinander synchronisiert und fertig eingerichtet, lassen sich über die Orbi-App die wichtigsten Einstellungen im Orbi-Mesh tätigen. Dort kann man beispielsweise in der Geräte-Liste jedes mit Orbi verbundene WLAN- oder LAN-Gerät bei Bedarf blockieren.

Apps und Funktionalität

Um den Zugriff auf Orbi auch von unterwegs am Smartphone nutzen zu können, sollte man sich auf jeden Fall ein kostenloses Netgear-Benutzerkonto anlegen. Die Steuerung der Orbi-Mesh-Systeme läuft inzwischen nur noch über die »Orbi«-App und nicht mehr über die ältere Netgear-App »Genie«. Gut: Der Fernzugriff funktioniert auch bei Kabel- oder DSL-Anschlüssen, die von außen nur noch über das IPv6-Protokoll erreichbar sind (sogenannte »DS-Lite«-Anschlüsse).

Tolle App-Anweisungen nach etwas langwieriger Anmeldung

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal von Netgears Orbi-Mesh ist die Kindersicherung »Circle with Disney«, die selbst in der kostenlosen Variante mit einem ausgezeichneten Inhaltsfilter für Webseiten überzeugen kann. Doch um »Circle with Disney« auf dem Orbi-System zu aktivieren, muss man sich noch eine weitere App auf das Smartphone laden und sich bei Circle registrieren. Danach allerdings wird Circle in der Orbi-App integriert und lässt sich dann auch darüber aufrufen. Die Anweisungen der Circle-App sind klar verständlich und helfen bei der schnellen Einrichtung einer äußerst effektiven Filterlösung.

Im erweiterten Webmenü von Orbi stehen dem versierteren Anwender dann zahlreiche weitere Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Hier lassen sich beispielsweise Portweiterleitungen anlegen, port- und zeitbasierte Zugriffsregeln erstellen oder beispielsweise auch der Access-Point-Modus des Orbi-Systems aktivieren. In den erweiterten WLAN-Einstellungen lässt sich zudem auch die Qualität des Orbi-WLANs verbessern, indem man die MU-MIMO und Beamforming aktiviert. Diese Funktionen hat Netgear in den Werkseinstellungen von Orbi deaktiviert.

Nachteile?

Was man eventuell als Nachteil sehen könnte, ist die Tatsache, dass man wenigstens zwei Apps benötigt, um Orbi samt Kindersicherung vom Smartphone aus steuern zu können. Manche Feineinstellungen lassen sich nur über die Browser-Oberfläche im Webmenü des Orbi-Routers vornehmen.

Schade ist allerdings, dass Orbi inzwischen keine besondere Priorisierung einzelner Clients mehr anbietet. Mit dieser – auch als QoS für »Quality of Service« bezeichneten – Funktion kann man beispielsweise ein Gerät im Heimnetz benennen, dessen Datenverbindung mit dem Internet bevorzugt behandelt werden soll. Aktuell gibt es zwar im Webmenü von Orbi die Einstellung »QoS«, doch hier lässt sich nur die aktuelle Up- und Downstream-Geschwindigkeit zwischen Orbi-Router und dem Internet ermitteln.

Netgear Orbi RBK20 im Testspiegel

Auch andere Testmagazine und -Blogs bewerten das Orbi RBK20 überwiegend positiv. In einem Testbericht von SATVISION (07/2018) erhält das Orbi RBK20 mit einem Testresultat von 92,6 Prozent die Note »sehr gut«. Im Fazit heißt es:

»Das dezent-elegante Tri-Band-WLAN-System für ac-WLAN bis 2,2 GBit/s bringt breitbandiges Internet in beinahe jeden Winkel des Hauses oder der Wohnung und sorgt mit hohen Geschwindigkeiten für stabiles Surfen, (U)HD-Streaming oder Gaming. Damit ist es flexibel einsetzbar und hebt sich dank Tri-Band-Funktionalität von herkömmlichen WLAN-Repeatern ab.«

Die Kollegen von HardwareLuxx loben das Orbi RBK20 in ihrem Test vom Juli 2018 als kompaktes Mesh-System, das »überall platziert werden kann, ohne besonders augenfällig zu sein«. Als weitere positive Aspekte gelten beispielsweise die einfache Installation und Inbetriebnahme, die gute Software, die gute Reichweite, die einfache Erweiterbarkeit und die beiden Ethernetschnittstellen am Orbi-Satelliten. Als einzigen negativen Aspekt nennen die Tester den »nicht ganz günstigen« Preis des kleinen Orbi-Systems.

Alternativen

Ein direkter Vergleich von Mesh-Systemen fällt nicht immer leicht, zumal die Hersteller oft unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die folgenden Mesh-Systeme stellen interessante Alternativen zu unserem Testsieger dar, wenn man beispielsweise besonderen Wert auf eine komfortable Bedienung, smarte Sprachsteuerung oder eine möglichst hohe Übertragungsrate im Mesh legt. Und wer bereits einen aktuellen Fritzbox-Router besitzt, muss für ein Mesh-System deutlich weniger investieren.

Mesh für Einsteiger

Amazon eero

Test WLAN-Mesh-System: eero (Amazon) eero
Für ein 2x2-Dualband-Mesh bietet das kleine eero annehmbare Transferraten. Setup und Bedienung sind komfortabel und einsteigerfreundlich.

Amazons Mesh-System eero besteht aus drei identischen Mesh-Stationen mit je zwei Gigabit-LAN-Ports. Setup und Steuerung von eero laufen komplett über eine komfortable Smartphone-App und über die Cloud, einen webbasierten Zugang über den PC-Browser gibt es nicht. Die Registrierung in der eero-Cloud erfolgt per Aktivierungscode, dabei müssen sowohl die Mobiltelefonnummer und E-Mail angegeben werden. Beim Setup des ersten eero-Geräts, das die Gateway-Funktion im Mesh übernimmt, vergibt man dann noch die gewünschten WLAN-Zugangsdaten. Die Anbindung der beiden anderen eeros läuft dann noch etwas schneller.

Sind alle Eeros im Mesh verbunden, bietet uns die App noch ein automatisiertes Update auf die aktuelle Firmware-Version der Geräte an. Die erfreulich übersichtlich gehaltene App liefert uns alle wichtigen Statusinformationen des Mesh, darunter auch welcher Client mit welcher Verbindung (2,4Ghz-/5GHz-WLAN, Kabel) an welcher eero-Mesh-Station hängt. Allerdings sind auch die erweiterten Einstellungen nur auf das Allernötigste beschränkt. Die Priorisierung eines bestimmten Geräts ist beispielsweise nicht möglich. Dafür kann man sich von der App benachrichtigen lassen, falls sich ein neues Gerät mit dem eero-Mesh verbindet und dieses bei Bedarf direkt sperren.

Über die Option »Familienprofile« können für einzelne Geräte im eero-Netzwerk je ein Profil mit einem oder mehreren Zeitfenstern (»Pläne«) erstellt werden, innerhalb der diese Geräte dann keinen Zugang ins Internet erhalten. Das funktioniert gut, doch die in der App verwendeten Bezeichnungen sind etwas missverständlich gewählt. So lassen sich innerhalb eines Profils einzelne Zeitfenster mit Internetpausen »aktivieren« (Pause aktiv, Internet gesperrt). Eine aktuell aktive Zeitsperre, die den Internetzugang eines bestimmten Gerätes blockiert, wird dann allerdings als »deaktiviert« bezeichnet. Eine Bezeichnung wie »Internet gesperrt« wäre hier weniger missverständlich.

Alternativ lässt sich das eero-System über die erweiterten Netzwerkeinstellungen auch im so genannten Brückenmodus betreiben. Dabei werden alle Routing-Funktionen inklusive der IP-Adressvergabe per DHCP von einem bereits vorhandenen Router (zum Beispiel Fritzbox etc.) übernommen. Dann allerdings funktionieren auch die Gateway-Funktionen wie Familienprofile oder die direkte Sperrung einzelner Geräte für den Internetzugang nicht mehr.

Der zusätzliche Online-Schutzdienst »eero Secure« samt Content-Filter (Kinderfilter) stand zum Testzeitpunkt Februar/März 2020 nur für Kunden in den USA und Kanada zur Verfügung und ist zudem nur im Rahmen eines kostenpflichtigen Zusatz-Abos ab 2,99 USD/Monat erhältlich.

Jede Eero-Mesh-Station ist mit zwei Gigabit-LAN-Ports ausgestattet und bietet mit ihrem 2×2-Dualband-Funk (je ein 2,4- und 5-GHz-Modul mit WiFi 5/802.11ac mit MU-MIMO) die technische Mindestausstattung für ein aktuelles Mesh-WLAN-System. Im 5-GHz-Band nutzt eero ausschließlich das UNII-1-Band (Kanäle 36 bis 48). Das kann ein Vorteil sein, wenn sich im Heimnetz WLAN-Clients befinden, die ebenfalls nur eingeschränkte 5-GHz-Unterstützung bieten, wie zum Beispiel Amazons Fire-TV-Clients. Funken in der näheren Umgebung bereits andere Access Points auf UNII-1, ist die eingeschränkte Nutzung des 5-GHz-Bandes jedoch ein Nachteil.

Die WLAN-Übertragungsraten des eero-Systems sind nicht überragend, doch konnten wir über unsere Teststrecken ruckelfrei zwei hochauflösende Videostreams vom Gateway zu einem entfernten eero streamen. Der Stromverbrauch einer eero-Station ist mit rund 3,5 Watt erfreulich gering. Die Online verfügbaren FAQs sind ausführlich, aber liegen manchmal nur in der englischen Version vor. Schade auch, dass Amazon nur eine 1-jährige Herstellergarantie bietet.

Clever & Smart

Google Nest Wifi

Test WLAN-Mesh-System: Google Nest Wifi (Router und Zugangspunkt)
Google Nest Wifi ist kein überragender Funker, dafür extrem innovativ und unser aktuell smartestes Mesh - sofern man Google beim Datenschutz über den Weg trauen mag.

Google Nest Wifi besteht aus zwei unterschiedlichen Mesh-Komponenten: dem Nest Wifi-Router, der auch eigenständig genutzt werden kann, und dem Nest Wifi-Zugangspunkt, der nur in Verbindung mit einem Google-Router funktioniert.

Die Einrichtung des Google-Meshs läuft dabei ähnlich komfortabel wie beim eero-System über das Smartphone ab, wofür man die App »Google Home« und (natürlich) ein Google-Konto benötigt. Der Zugriff auf das Mesh funktioniert ebenfalls ausschließlich über die Cloud. Eine Direktverbindung zum Mesh-Router bei unterbrochener Online-Verbindung funktioniert nicht, selbst wenn das Smartphone über WLAN mit dem Google-Wifi-Mesh verbunden ist. Das Gleiche gilt übrigens auch bei eero und eero Pro.

Bei der Einrichtung des Wifi-Routers sollte man beim Punkt »Übermittlung von Nutzungsdaten« unbedingt die Nest-Wifi-Cloud-Dienste aktivieren, da sonst später in der Geräteansicht der Google-Home- (oder Google-Wifi-) App keine angemeldeten Client-Geräte angezeigt werden. Die Einrichtung des Wifi-Zugangspunktes ist etwas umfassender als bei anderen Mesh-Systemen, denn dieser besitzt nicht nur Mesh-Funktionalität, sondern hat auch einen (erstaunlich guten) Lautsprecher, mehrere Fernfeld-Mikrofone (abschaltbar) und die Sprachsteuerung Google Assistant integriert, so dass man dem Zugangspunkt direkt Fragen stellen oder Anweisungen geben kann, zum Beispiel dass er Musik vom zuvor verknüpften Spotify-Konto abspielen soll.

Telefonate über Googles Duo-App lassen sich damit ebenfalls führen und wer den Wifi-Zugangspunkt in der Google Home App mit Google Duo verknüpft hat, kann den smarten Lautsprecher aus der Duo-App im Smartphone von überall aus anrufen. Der Anruf kann dann direkt am klingelnden Zugangspunkt entgegengenommen werden, indem man diesen leicht an der Oberseite antippt. Dort befindet sich eine kapazitives Touch-Feld, damit lässt sich auch die Musiklautstärke des Zugangspunkts regeln – oder abgespielte Musik pausieren.

Mit seiner integrierten Sprachsteuerungs- und Lautsprecherfunktion setzt sich Google Nest Wifi funktional also deutlich von den anderen Mesh Systemen ab. Und wie schon in seinem älterem Mesh-System Google Wifi, das laut Google übrigens zum neuen Nest Wifi System kompatibel ist, bietet auch Nest Wifi die äußerst komfortable Möglichkeit, bestimmte Clients im Hauptnetz für das Gäste-WLAN freizugeben. Als Kindersicherung kann Googles durchaus effektiver Webfilter »Safe Search« für Gäste und Familiengruppen aktiviert werden.

Aktuell steht die volle Funktionalität des Google-Mesh-Systems noch nicht in der Home App zur Verfügung, weshalb man für bestimmte Einstellungen oder Status-Infos nach wie vor auch die Google Wifi App benötigt. Ähnliche Probleme gab es aber auch schon zuvor bei anderen Mesh-Systemen, wie zum Beispiel bei Netgears Orbi-Produkten.

Der WLAN-Durchsatz des Dualband-fähigen Google Nest Wifi mit einem 4×4-5Ghz-Modul im Router ist zwar etwas besser als das seines Vorgängers, reisst uns aber immer noch nicht vom Hocker. Denn im Zugangspunkt arbeitet nach wie vor nur ein 2×2-5Ghz-Modul und LAN-Ports haben im smarten Wifi-Lautsprecher auch keinen Platz gefunden. Das macht sich dann auch in den von uns ermittelten Nettotransferraten bemerkbar. Ein zweiter WLAN-Client am Zugangspunkt gerät mit einem gestreamten, hochauflösenden Videostream bereits ab und an ins Stocken.

Ebenso wie das deutlich teurere eero Pro unterstützt auch Google Nest Wifi das neue IoT-Protokoll »Thread« – doch auch hier waren zum Testzeitpunkt noch keine Smart-Home-Geräte verfügbar, die sich damit koppeln ließen. Die Thread-Unterstützung ist also vorerst eine Investition in die Zukunft.

Trotz der beeindruckenden Möglichkeiten von Google Nest Wifi sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Privatsphäre in den eigenen vier Wänden durch den Einsatz eines solchen Geräts mit seinen ständig aktiven Mikrofonen doch ganz erheblich beschnitten wird. Das Gleiche gilt natürlich auch für alle anderen smarten Mikrofon-Lautsprecher mit Onlineanbindung à la Alexa & Co. Die Sprachsteuerung ist zwar einerseits äußerst komfortabel und auch sehr unterhaltsam (im wahrsten Sinne des Wortes), doch sind die Mikrofone rein technisch bedingt eben immer auf Empfang. Sie wissen nie, wer da gerade alles live mithört, welche Inhalte ihres Rund-um-die-Uhr-Live-Streams von Zuhause da gerade aufgezeichnet werden (im Zweifelsfall wohl alles) oder wie diese Inhalte weiterverwertet werden.

Mit unserer Empfehlung für Google Nest Wifi adressieren wir also vor allem die Anwender, die bereit sind, ein gutes Stück ihrer Privatsphäre vertrauensvoll mit Google zu teilen. Wer hingegen vornehmlich an den schlauen Mesh-Router-Funktionen von Google Nest Wifi interessiert ist, kann sich anstelle des Zugangspunktes auch zwei Nest Wifi Router kaufen und diese als Mesh kombinieren.

High-Speed Mesh

Netgear Orbi RBK50

Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: Netgear Orbi RBK50
Mit seiner 4x4-MIMO-Brücke verlegt das große Orbi-System ein "drahtloses Kabel" zwischen seinen Mesh-Stationen.

Beim größeren und deutlich teureren Orbi RBK50 von Netgear steckt auch der Satellit in einem Standgehäuse, das zudem mit vier Gigabit-LAN-Ports ausgestattet ist – und das ergibt auch Sinn: Denn der wichtigste Unterschied zum Orbi RBK30 besteht in der separaten WLAN-Verbindung zwischen Router und Satellit. Beim RBK50 werkelt nämlich anstelle eines 2×2-MIMO-Moduls in jeder Mesh-Station ein erheblich leistungsfähigeres 4×4-MIMO-Modul, das Linkraten bis 1.733 Mbit/s erzeugen kann.

Damit erreichen wir zwischen Orbi-Router und einem Client am Orbi Satellite hervorragende Nettodatenraten von bis zu 400 Mbit/s (LAN-Client) beziehungsweise 320 Mbit/s (WLAN-Client).

Somit eignet sich der Orbi RBK50 vor allem für großflächige Haushalte oder anspruchsvolle Anwender, die häufig große Datenmengen in ihrem Heimnetz hin- und herschieben müssen aber keine Möglichkeit haben, das Haus oder die Wohnung entsprechend zu verkabeln. Auch die kabellose Anbindung eines Nebengebäudes wäre mit Orbi RBK50 durchaus realisierbar. Die vier LAN-Ports am Satellit ermöglichen auch die Anbindung von LAN-Clients wie NAS-Geräten mit ausreichend hohen Übertragungsraten.

Ansonsten sind der kleine und der große Orbi sehr ähnlich. Sie besitzen dasselbe Webmenü mit denselben Funktionen, lassen sich über dieselbe Orbi-App (fern-)steuern und besitzen natürlich denselben Circle-Kinderschutz.

Integriertes Mesh

AVM FritzWLAN Repeater 1750e

Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: AVM Fritz WLAN Repeater 1750E
Wer eine Fritzbox mit AC-WLAN besitzt, baut sich sein Mesh-System günstig mit dem FritzWLAN Repeater 1750E und zwei Firmware-Updates.

von 562 Lesern gekauft

Eine weitere sehr empfehlenswerte Mesh-Alternative erhalten alle Besitzer einer Fritzbox mit AC-WLAN-Access Point, wie zum Beispiel die Modelle 7490, 7590, 7580 oder entsprechende Modellvarianten mit Kabelmodem. Wer eine solche AC-WLAN-Fritzbox besitzt und diese – wie es sich gehört – auf die neueste Firmware aktualisiert hat, besitzt bereits einen Mesh-fähigen Router.

Nun muss man sich nur noch eine zweite (oder dritte) Mesh-Station besorgen, die dann mit der Fritzbox zusammen ein gemeinsames, einheitliches WLAN-Mesh bildet. Ein vorzüglicher Kandidat wäre beispielsweise unser Testsieger bei den WLAN-Repeatern. Mit aktueller Firmware ausgestattet, müssen Sie diesen nur per WPS-Knopf verbinden und schon wird die WLAN-Mesh-Funktion in beiden Geräten aktiviert. Auf diese Weise können sich Fritzbox-Nutzer zu einem unschlagbar günstigen Preis ein echtes WLAN-Mesh-System einrichten. Auf das zusätzliche Modem oder den zweiten (Modem-) Router kann hier verzichtet werden.

Schade nur, dass AVM in seinen Fritzboxen auch weiterhin keinen zufriedenstellenden Fernzugriff integriert hat. Auch der Webfilter, der auf dem Modul der Bundesprüfstelle für Jugendschutz basiert, ist nur bedingt tauglich. Doch wer den AVM-Router sowieso schon einsetzt, wird über diese Nachteile mit großer Wahrscheinlichkeit hinwegsehen.

Interessant: Auch das FritzPowerline-1260E-WLAN-Set lässt sich in Verbindung mit einer AC-WLAN-Fritzbox als Mesh-Station nutzen. Allerdings erfolgt in diesem Fall die Verbindung zwischen Fritzbox und FritzPowerline-Adapter nicht über WLAN sondern über das Stromnetz. Damit das Powerline-WLAN-Mesh funktioniert, muss die Fritzbox mit einem FritzPowerline-Adapter ans Stromnetz angebunden sein.

Außerdem getestet

eero Pro ist der größere Bruder des Mesh-Systems eero und besitzt ein etwas flacheres Gehäuse mit einer etwas größeren Standfläche. Das Setup, die Konfiguration und die komfortable Steuerung über die eero App (inklusive HomeKit-Unterstützung) laufen bei eero Pro genauso ab wie beim kleineren Bruder. Wo also liegt der Unterschied, der den deutlich höheren Preis für ein eero-Pro-3er-Pack rechtfertigt?

Die Mesh-Stationen von eero Pro sind mit Triband-WLAN ausgestattet und besitzen damit ein zusätzliches, zweites 5-GHz-WLAN-Modul, das auch im oberen 5-GHz-Band (UNII-2 extended, ab Kanal 100) überträgt, was für mehr Bandbreite im Mesh sorgen soll. Anders als bei Netgears Orbi wird allerdings keines der beiden 5-GHz-Module als fester Backbone (oder »Backhaul«) für die Verbindungen zwischen den Mesh-Stationen eingesetzt, sondern der eero Pro setzt seine Funkmodule dynamisch ein, um eine bessere Übertragung zu erzielen.

Das zeigte sich zum Teil auch in unserem Test, bei dem ein entfernter Client einmal per UNII-1, ein anderes Mal über UNII-2 mit der nächsten eero-Pro-Station verbunden war. Trotzdem konnte uns die Übertragungsleistung des deutlich teureren eero-Pro-Meshs nicht so richtig überzeugen. Zwar lagen die Transferraten eines entfernten WLAN-Clients erwartungsgemäß etwas höher als bei dem günstigeren (Dualband-) eero, doch im Vergleich zu beispielsweise einem Orbi-System schneidet das eero Pro in unserem Test schlechter ab. Ganz besonders deutlich wird dieser Unterschied im Vergleich mit einem Orbi RBK50, das mit einer fest zugewiesenen, starken 4×4-WLAN-Verbindung als Rückkanal zwischen den Mesh-Stationen arbeitet. Bei eero Pro übertragen hingegen alle WLAN-Module mit maximal 2×2-Streams.

Interessant: In den teilweise englischsprachigen Infos der eero-Homepage stößt man hin und wieder auf Angaben zum 5,8-GHz-WiFi des eero Pro. Der Grund: Die US-Version des eero Pro nutzt das UNII-3-Band bei 5,8 GHz (ab Kanal 149). Dieses Frequenzband ist in Europa (aktuell) nicht zur WLAN-Nutzung zugelassen, weshalb das europäische eero Pro im UNII-2-Band funkt.

Die zweite Besonderheit von eero Pro ist die derzeit noch in der Beta-Phase befindliche Unterstützung des offenen IoT-Standards Thread, der übrigens auch von Google Nest Wifi unterstützt wird, zu dem es aktuell jedoch noch keine kompatiblen IoT-Geräte gibt.

Zyxel Multy X + Multy Mini

Die Mesh-Variante Zyxel Multy x + Multy Mini ist uns in dieser Konstellation keine besondere Empfehlung wert. Bis man das Mesh-System, das aus einem Triband-fähigen Multy-X-Router und einer Dualband-fähigen WLAN-Erweiterung namens Multy Mini besteht, eingerichtet hat, waren mehrere Anläufe erforderlich. Wer sich das System kauft, sollte zunächst eine separate Einrichtung des Multy X inklusive Firmware-Update durchführen und erst anschließend das Multy Mini einbinden – und zwar in der Nähe des Multy X (und nicht wie in der App beschrieben an seinem zukünftigen Einsatzort). Hier sollte Zyxel in seiner Multy-Smartphone-App nachbessern. Schade auch, dass die App nicht anzeigt, mit welcher der beiden Mesh-Station ein WLAN-Client gerade verbunden ist. Dafür bietet die App eine recht komfortable Messung der aktuellen Übertragungsrate zwischen den Mesh-Stationen sowie einzelner Stationen und dem Inernet.

Die Übertragungsraten zwischen Multy x und Multy Mini mit am Gigabit-Port des Mini angeschlossenen Clients sind ausgezeichnet, sinken aber spürbar, wenn ein der Client über WLAN am Mini angeschlossen ist. Denn der Mini muss sein Dualband-WLAN für die WLAN-Client-Anbindung und für die Verbindung zum Multy X aufteilen, da er kein drittes separates WLAN-Modul besitzt. Obwohl beide Multy-Geräte offiziell Wifi 5 unterstützen, beherrscht nur der Multy X die MU-MIMO-Technik nach 802.11ac Wave 2 zur gleichzeitigen Versorgung mehrerer WLAN-Clients, nicht aber der Multy Mini, dessen älterer WLAN-Adapter aus der ersten 802.11ac-Generation stammt. Schade.mit

Der Fernzugriff auf das Mesh-System klappt nach kostenloser Registrierung in der Zyxel-Cloud. Mit diesen Zugangsdaten lässt sich das System dann auch von anderen Smartphones aus mit installierter Multy-App verwalten. Für umfassende Sicherheitsfunktionen im Heimnetz samt Content-basiertem Webfilter (Kindersicheung) wird ein Zusatzabo für Zyxel AiShield ab 50 USD/Jahr fällig.

Ubiquiti AmpliFi Home WiFi System AFi-HD

Ubiquiti Amplifi ist definitiv nicht so schnell wie unser Testsieger Orbi RBK20. Unsere gemessenen Übertragungsraten bewegen sich zwischen 130 Mbit/s (Weg 1) und 80 Mbit/s (Weg 2). Das ist wenig, zumal Amplifis Mesh-Stationen alle mit einem 3×3-MIMO-Dualband-WLAN ausgestattet sind und eigentlich mehr Übertragungsleistung bringen müssten. Trotzdem funktioniert unser Videostreaming-Test über Wegstrecke 2 problemlos.

Wir haben den Eindruck, dass Ubiqiti in seinem WLAN-Mesh-System andere Prioritäten setzt. Der Hersteller zielt eher darauf ab, den Internetzugang vom Amplifi-Router möglichst ausgewogen auf die MeshPoints und die daran angeschlossenen Clients im Haushalt zu verteilen – und diese Rechnung scheint aufzugehen – jedoch auf Kosten höherer Übertragungsraten zwischen den Clients im Heimnetz.

Der auf den ersten Blick recht hohe Preis für das Amplifi-Set relativiert sich wieder, denn schließlich bekommt man gleich drei statt nur zwei Mesh-Stationen – nämlich den Amplifi-Router und zwei Amplifi-MeshPoints. Interessant: Jeder dieser MeshPoints besteht aus einer Antenne und einem Steckernetzteil, die über ein raffiniertes, magnetisches Drehgelenk stabil miteinander verbunden sind. So lässt sich die Antenne eines eingesteckten MeshPoints bei Bedarf noch etwas ausrichten.

Der schicke Router in Form eines Würfels besitzt eine dimmbare LED-Bodenbeleuchtung und zeigt auf seinem Touch-Display den aktuellen Traffic im Netzwerk (Downstream/Upstream) und weitere Router- oder Netzwerkinfos an. Doch allein schon die Traffic-Anzeige macht das Display des Amplifi-Router zu einem echten Mehrwert.

Cool: Drückt man etwas länger auf den Touchscreen, wird die WPS-Funktion des Amplifi-Routers aktiviert. Ansonsten wird Amplifi komplett über eine sehr gelungene Smartphone-App gesteuert, mit der man das Mesh-System auch komfortabel einrichtet. Auch die abrufbaren Infos zu den einzelnen Mesh-Stationen und die Infos zur Bandbreitennutzung der eingebundenen Clients gefällt. Als Kindersicherung bietet Amplifi nur eine zeitliche Clientsperre an, einen Webfilter gibt es nicht.

Wer keinen besonderen Wert auf hohe Datenraten zwischen seinen Heimnetz-Clients legt und keine oder bereits erwachsene Kinder hat, erhält mit Amplifi ein schickes, raffiniertes Mesh-System, das die Internetanbindung ausgewogen im Haushalt verteilt. Zudem darf man sich auf die ein oder andere angenehme Überraschung freuen.

Google Wifi wäre unsere Empfehlung für die beste Mesh-Smartphone-App. Denn mit der Google-Wifi-App richtet man Googles Mesh-Stationen nicht nur komfortabel ein, sondern prüft auch deren Verbindung untereinander, die Online-Verbindung am Mesh-Router oder die Verbindung des Smartphone-Clients von seinem aktuellen Standort aus. Der Online-Zugriff von Kindern lässt sich zeitlich begrenzen und über Google SafeSearch filtern. Klasse: Im Gastnetz, das grundsätzlich vom Heimnetz getrennt ist, kann man Gästen auf Wunsch den Zugriff auf bestimmte Geräte oder Clients im Heimnetz erlauben – ohne gleich den kompletten Zugriff auf das Heimnetz erteilen zu müssen.

Der große Haken an Google Wifi ist jedoch seine schwache Verbindungsleistung. Über unsere zweite Teststrecke schafft das Set mit 50 Mbit/s gerade noch einen Videostream weitgehend ruckelfrei. Alle anderen Mesh-Systeme waren hier erheblich besser oder effizienter. Da hilft einem auch der verhältnismäßig günstige Preis für das Zweier-Set nicht weiter. Oder man investiert von Haus aus in das 3er-Pack von Google Wifi und rückt die Stationen näher zusammen.

Von der WLAN-Ausstattung her ist das Orbi RBK30 nahezu identisch bestückt wie unser Testsieger. Dass die Messung der Übertragungsraten in unserer Tabelle dennoch etwas abweicht, liegt an den beiden neuen WLAN-Messstrecken, mit denen wir die Update-Tests ab jetzt durchführen und die sich von den Messstrecken unseres ursprünglichen Tests vor einem Jahr geringfügig unterscheiden.

Die wichtigsten Unterschiede liegen beim Orbi RBK30 zum einen an der Router-Mesh-Station, die neben einem WAN-Port für die Verbindung ins Internet noch drei zusätzliche Gigabit-Ethernet-Ports besitzt, um Geräte wie PC, NAS oder andere LAN-Clients direkt per Kabel an das Mesh-System anschließen zu können.

Der Satellit des Orbi RBK30 besteht aus einem großen, etwas unhandlichen Steckergehäuse ohne LAN-Ports, das man ohne zusätzliches Netzteil einfach in die gewünschte Steckdose steckt. Wer auch zusätzlich LAN-Geräte am entfernten Mesh-Punkt einbinden möchte oder sich zumindest die Option offenhalten möchte, sollte eher zum Testsieger (oder zum Orbi RBK50) greifen.

Beim Linksys Velop WHW01 nutzt jede Mesh-Station – die Linksys übrigens als »Node« bezeichnet – einen Dualband-Access-Point. Dieser wird sowohl für die Verbindung zwischen den einzelnen Nodes als auch für die Anbindung von WLAN-Clients an die Nodes verwendet. In unserem Test messen wir zunächst die Übertragungsrate von einem Client, der am entfernten Linksys-Node per LAN-Kabel angeschlossen ist. Unsere drahtlose Teststrecke bis hin zum ersten, als Router konfigurierten Node wird dabei mit guten 305 bis 330 Mbit/s überbrückt.

Wenn wir jedoch am entfernten Node keinen LAN-, sondern einen WLAN-Client anschließen, sinkt die Verbindung zwischen den beiden Nodes auf etwa 100 Mbit/s ab. Der Grund: Der WLAN-Access-Point am entfernten Node muss sowohl die Verbindung zum WLAN-Client als auch die Verbindung zum ersten Node bedienen. Trotzdem konnten wir bei unserem Praxistest gleichzeitig zwei FullHD-Videostreams über das Mesh-System streamen, ohne dass es zu Rucklern in der Übertragung kam.

Wer möchte, kann über die Linksys-App im Velop-System auch einzelne Geräte für Übertragungen im Heimnetz priorisieren. Alternativ zur App bietet Linksys nun auch wieder den Browser-Zugriff vom PC aus an. Allerdings dürfte diese Option nur im Ausnahmefall benötigt werden, da die Funktionalität der App in der Regel keine Wünsche offen lässt.

5
Kommentare

avatar
Detlef Rödiger
Detlef Rödiger

Hallo Testteam, vielen Dank für den ausführlichen Test und auch die Erklärung der Technik rund um das Thema. Leider fehlt mir in den Scenarien eines, was offensichtlich gar nicht so selten ist: die Verbindung der Mesh-Router/Satelliten per LAN-Backbone. Die ausschließliche Nutzung des WLAN´s setzt ja immer voraus, dass die Signalstärke zwischen den einzelnen Mesh-Punkten recht gut ist, um am Ende auch eine entsprechend Performanz am Clienten zu erreichen. Doch genau daran hakt es oft aus baulichen Gründen. Und hier sollte meines Erachtens eine Kombination aus einem schnellen Powerlinenetz und entsprechenden LAN-backbone-fähigen Mesh-Punkten vielleicht eine eigene (weitere) Lösungsstrategie sein? Würde mich… Mehr... »

Redaktion
Redaktion

Für solche Fälle bieten sich in der Tat Powerline-Systeme mit WLAN-Access Points an. Wir haben dazu einen eigenen Testbericht: https://www.allesbeste.de/test/das-beste-powerline-set/

Detlef Rödiger
Detlef Rödiger

Vielen Dank für die Antwort. Das ist jedoch nicht ganz dasselbe, was ich meine. Bei AVM kommt das dem noch am nächsten. Ich stelle mir jedoch ein Powerline -Netz ohne „dazugehörigen“ WLAN-Accesspoint vor und dazu so etwas wie das Asus AIMesh AC 1900 System (https://www.asus.com/de/Networking/AiMesh-AC1900-WiFi-System-RT-AC68U-2-Pack/). Hier sollten sich mehrere meshfähige Clienten LAN-basiert verbinden lassen (und vor allem auch einzelne nachkaufen und nachinstallieren lassen). Vielleicht wäre das für Tester mal eine interessante Variante?

Redaktion
Redaktion

Uns ist bis auf das von Ihnen genannte System von Asus, das wir demnächst testen werden, kein anderes bekannt, das Powerline mit WLAN-Mesh verbindet. Man kann natürlich ein Powerline-System eines Herstellers mit Mesh-Access-Points eines anderen Herstellers verwenden. Ein Test aller dieser Varianten wäre einerseits sehr aufwändig und andererseits nur begrenzt aussagekräftig, da es sowohl bei Powerline als auch bei WLAN sehr stark auf die lokalen Bedingungen ankommt.

Detlef Rödiger
Detlef Rödiger

O.K. Letzteres sehe ich auch so. Das Asus -System bezieht sich allerdings zunächst mal nur auf LAN allgemein – die Powerlineverkabelung habe ich da reingebracht. Und hier wäre eben meine Idee, ein Powerline-Netz von einem Anbieter herzunehmen (wie gesagt, keine Powerline-Kombi) und mit diesem das WLAN-Netz mit LAN-basierten Meshpunkten – durchaus von einem anderen Hersteller. Ich stelle mir vor, dass es dann eigentlich ziemlich egal sein sollte, welcher Hersteller das eine und welcher das andere liefert. Interessant wäre eben dabei, in wieweit die Powerlineverkabelung das WLAN-Netz prinzipiell gegenüber einer reinen LAN-Verkabelung ausbremst – oder auch nicht.
Viele Grüße
D.R.