3D-Drucker Test: 3d Drucker Aufmacher
test
Letztes Update: 3.8.2021

Der beste 3D-Drucker

Wir haben 9 3D-Drucker getestet. Der beste für die meisten ist der Prusa I3 MK3S+. Er ist für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen gut geeignet. Wer nicht viel Platz braucht, aber bei der Präzision keine Kompromisse eingeht, für den haben wir eine interessante Alternative, die obendrein noch günstig ist.

Stefan Schmid
hat eine Vorliebe für smarte Technik, die den Alltag erleichtert. Er testet überwiegend Produkte aus den Bereichen IT-Technik, Computerzubehör und Smart Home.
Letztes Update: 3. August 2021

Wir haben den Anycubic Mega X getestet. Zur Empfehlung hat es leider nicht gereicht.

Update Info-Service

Wir testen ständig neue Produkte und aktualisieren unsere Empfehlungen regelmäßig. Gerne informieren wir Sie, sobald dieser Artikel aktualisiert wird.

Das Potential von 3D-Druckern ist riesig. Vom Zahnimplantat bis zum Oldtimer-Ersatzteil kommt bereits heute vieles aus dem 3D-Drucker. Weil die Präzisionsgeräte immer günstiger werden, sieht man sie auch zunehmend in Privathaushalten. Haben wir bald alle einen 3D-Drucker zuhause? Und funktioniert der dann auch, wenn man etwas drucken will?

Wir sind der Sache nachgegangen und haben 9 3D-Drucker auf ihre Praxistauglichkeit untersucht. Alles, was Sie über 3D-Drucker wissen müssen, lesen Sie unter der Vergleichstabelle. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

Prusa i3 MK3S+

3D-Drucker Test: Bildschirmfoto 2021 04 28 Um 14.25.54
Der i3 MK3S ist für Anfänger ebenso geeignet wie für Fortgeschrittene. Seine Druckergebnisse sind ebenso hervorragend wie seine Handhabung.

Mit dem i3 MK3S+ beweist Prusa einmal mehr, warum in Sachen 3D-Druck kein Weg an den Tschechen vorbeiführt. Zwar gehört der quelloffene FDM-Drucker nicht zu den günstigsten Modellen am Markt, dafür ist er für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen gut geeignet. Neben seiner hohen Benutzerfreundlichkeit sind es vor allem das durchdachte System und die hochwertigen Druck­ergebnisse, die dem Prusa den Testsieg bescheren. Lediglich in puncto Schnittstellen und Display zeigt er kleine Schwächen.

Gut & günstig

Voxelab Proxima 6.0

Test 3D-Drucker: Voxelab Proxima
Der Voxelab liefert extrem präzise Druckergebnisse und das für wenig Geld.

Der Voxelab Proxima 6.0 ist einer der wenigen SLA-Drucker in unserem Testfeld. Wenn es um die Genauigkeit des Drucks geht, kann es kein FDM-Drucker mit ihm aufnehmen. Unebenheiten und fehlerhafte Drucke lassen sich – wenn überhaupt – nur mit der Lupe erkennen. Wer kein allzu großes Druckbett braucht, bekommt mit dem Voxelab für schmales Geld einen 3D-Drucker, der nicht nur extrem genau arbeitet, sondern mit seiner gelungenen Touchscreen-Bedienung auch kinderleicht zu bedienen ist.

Solide

Anycubic Mega Pro

Test 3D-Drucker: Anycubic Mega X
Er ist zwar nicht der Leiseste, dafür bekommt man mit dem Mega X ein gelungenes Gesamtpaket, das mit guten Druckergebnissen überzeugt.

Der Mega Pro von Anycubic liefert erstaunlich gute Druckergebnisse, die wir dem dem Einsteiger-3D-Drucker mit einem vergleichsweise moderaten Preis gar nicht zugetraut hätten. Zwar muss man beim Design und der Handhabung ein paar Abstriche machen, wem es aber vor allem auf ein solides Druckergebnis ankommt, der erhält mit dem Mega Pro ein echtes Arbeitstier. Dank LAN-Schnittstelle kann man ihn zudem ins Netzwerk einbinden und ihn so bequem vom Schreibtisch aus mit Druckaufträgen versorgen.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Unser FavoritGut & günstigSolide
Prusa i3 MK3S+ Voxelab Proxima 6.0 Anycubic Mega Pro Artillery Hornet Elegoo Mars 2 Pro Mono Anycubic Mega X Bresser Rex Flashforge Adventurer 3 Pro Dremel Digilab 3D45
3D-Drucker Test: Bildschirmfoto 2021 04 28 Um 14.25.54Test 3D-Drucker: Voxelab ProximaTest 3D-Drucker: Anycubic Mega XTest 3D-Drucker: Artillery HornetTest 3D-Drucker: Elegoo Mars 2 Pro MonoTest  3D-Drucker: Anycubic Mega X3D-Drucker Test: Bildschirmfoto 2021 04 28 Um 14.22.18Test 3D-Drucker: Flahsforge Adventurer 3Test 3D-Drucker: Dremel Digilab 3D45
Pro
  • Einfache Hand­habung
  • Hervorragende Druck­platte
  • Sehr gutes Druck­ergebnis
  • Präzise
  • Gelungenes Bedienkonzept
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Gute Druck­ergebnisse
  • Einfache Bedienung
  • LAN-Port
  • Sehr leise
  • Gute Druck­ergebnisse
  • Präzise
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Gigantisches Druckbett
  • Stabiler Rahmen
  • Benutzerfreundlich
  • Mit Webcam
  • Viele Schnitt­stellen
  • Einfache Bedienung
  • Mit Webcam
  • Viele Schnittstellen
  • Einfache Bedienung
  • Extrem präzise
  • Mit Webcam
Contra
  • Veraltetes Bedien­konzept
  • Kleines Druckbett
  • Nur USB-Anschluss
  • Laut
  • SD-Karten-Steckplatz ungünstig positioniert
  • Druckbett nicht gleichmäßig warm
  • Hakeliger Filament-Vorschub
  • Kleines Druckbett
  • USB-Anschluss als einzige Schnitt­stelle
  • Druckbett heizt langsam auf
  • Laut
  • Kleines Druckbett
  • Werkstück löst sich schlecht von der Druck­platte
  • Kleines Druckbett
  • Software noch nicht ausgereift
  • Hatte im Test Probleme mit Prusa-Filament
  • Teuer
Bester Preis
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DrucktechnologieFDMLCDFDMFDMLCDFDMFDMFDMFDM
Bauraum250 x 210 x 200 mm130 x 82 x 155 mm210 × 210 × 205 mm220 x 220 x 250 mm130 x 82 x 160 mm300 x 300 x 305 mm150 x 150 x 150 mm150 x 150 x 150 mm254 x 152 x 170 mm
Kleinste Schichthöhe0,05 mm0,025 mm0,3 mm0,01 mm0,01 mm0,05 mm0,05 mm0,05 mm0,01 mm
Größte Schichthöhe0,4 mm-0,05 mm0,03 mm-0,3 mm0,4 mm0,4 mm0,05 mm
Maximale Druckgeschw.>200 mm/s22 mm/h100 mm/s100 mm/s50 mm/h100 mm/s100 mm/s100 mm/s100 mm/s
Unterstützte Dateiformate3MF, STL, OBJ, AMFSTLSTL, OBJ, DAE, AMF, G-CODAMF, OBJ, STLSTL, SLC, OBJSTL, OBJ, DAE, AMF, G-COD3MF, STL, OBJ, FPP, BMP, PNG, JPG3MF, STL, OBJ, FPP, BMP, PNG, JPGSTL, OBJ
SchnittstellenSD, USB-AUSBSD, USB-ASD-Karte, USBUSBSD, USB-AUSB, WLAN, LAN, CloudUSB, WLAN, LAN, CloudWLAN, USB, LAN
Maße500 × 550 × 400 mm230 x 200 x 410 mm405 x 410 x 453470 x 410 x 450 mm200 x 200 x 400 mm500 x 500 x 553 mm400 x 380 x 405 mm400 x 380 x 405 mm515 x 406 x 394
Gewicht7 Kg6,8 Kg14 Kg8 Kg6,2 Kg14 Kg15 Kg15 Kg19,4 Kg
Integrierte KameraNeinNeinNeinNeinNeinNeinJa (2MP)Ja (2MP)Ja
Positionsgenauigkeit X-/Y-Achse0,1 mm0,05 mm (2560 x 1620 Pixel)0,0125 mm0,010 mm0,05 mm (2560 x 1620 Pixel)0,0125 mm0.011 mm0.011 mm-
Positionsgenauigkeit Z-Achse0,3 mm-0,002 mm0,10 mm0,00125 mm0,002 mm0.0025 mm0.0025 mm-
Düsendurchmesser0,4 mm-0,4 mm0,4mm-0,4 mm0,4 mm0,4 mm0,4mm
Maximale Extrudertemp.300 Grad-250 Grad240 Grad-250 Grad230 Grad230 Grad280 Grad
Maximale Druckbetttemp.120 Grad-90 Grad80 Grad-90 Grad--100 Grad
Nutzbare FiliamentePLA, PETG, ABS, HIPS, ASA-ABS PLA, TPU, Wood, HIPS etc.PLA, PETG, TPU-ABS PLA, TPU, Wood, HIPS etc.PLA, ABSPLA, ABSPLA, Eco-ABS, Nylon, PETG
Filiamentdicke1,75 mm405-nm-UV-Resin1,75 mm1,75 mm405-nm-UV-Resin1,75 mm1,75 mm1,75 mm1,75 mm

3D-Druck – eine Zukunftstechnologie?

Das Herstellungsverfahren, durch das 3D-Drucker dreidimensionale Objekte herbeizaubern, nennt sich additive Fertigung. Das hört sich kompliziert an, heißt aber nichts anderes, als dass die Bauteile nach und nach durch das Auftragen von Schichten entstehen.

3D-Drucker Test: Yoda Alle
Um die 3D-Drucker miteinander vergleichen zu können, musste jeder Drucker dieselbe STL-Datei drucken.

So wie steter Tropfen den Stein höhlt, entsteht durch stetes Auftragen von dünnen Schichten schließlich ein dreidimensionales Bauteil. Der Vorteil des Herstellungsverfahrens: Hinterschnitte und andere Konstruktionshindernisse gibt es nicht und sie müssen bei der Konstruktion der Bauteile auch nicht mitgedacht werden.

So einfach zu bedienen wie ein Tintenstrahldrucker, der sich heutzutage in fast jedem Haushalt findet, sind 3D-Drucker allerdings bei weitem nicht. Das fängt schon beim Erstellen und Anpassen der 3D-Druck-Dateien an und hört beim Einstellen und Justieren des Druckers noch lange nicht auf. Da ist nach wie vor eine gehörige Portion Tüftelei gefragt. So kommt es regelmäßig vor, dass die Druckdüsen verstopfen, dann muss man zum Schraubenzieher greifen und im schlimmsten Fall viele Bauteile auseinander- und anschließend wieder zusammenbauen.

Und selbst wenn alles klappt, ein Bauteil ist nicht mal eben schnell gedruckt. Je nach Größe dauert ein Druckvorgang mindestens ein paar Stunden – oder auch die ganze Nacht.

3D-Drucker sind daher nichts für Unbedarfte, die mit Technik wenig am Hut haben, sondern vor allem was für Tüftler, denen es Spaß macht, sich in komplexe Themen einzuarbeiten. Wenn Sie sich da nicht dazuzählen, sollten Sie von 3D-Druckern die Finger lassen.

SLA oder FDM?

Im Einsteigersegment der 3D-Drucker haben sich vor allem zwei Druckverfahren durchgesetzt, SLA (Stereolithografie) und FDM (Fused Deposition Modeling).

Beim FDM-Druckverfahren kommen vor allem PLA- und ABS-Kunststoffe zum Einsatz. Die werden auf ca. 215 Grad (190-260 Grad) erhitzt, damit sie sich formen lassen, und Schicht für Schicht auf die Arbeitsplatte des 3D-Druckers aufgetragen. Das Prinzip ist vergleichbar mit einer Heißklebepistole, nur eben kleiner, genauer – und deutlich heißer.

3D-Drucker arbeiten nach dem Schicht­prinzip

Wichtig ist, dass die nächste Schicht erst dann aufgetragen wird, wenn die darunter liegende hart geworden ist. In der Regel geschieht das so schnell, dass der 3D-Drucker keine Pause machen muss. Die Schichtdicke bewegt sich dabei meist in einem Bereich zwischen 0,5 und 0,1 Millimeter. Wie fein die Auflösung ist, hängt bei FDM-Druckern von der Arbeitsgenauigkeit der X-, Y- und Z-Achsen ab.

FDM-Drucker arbeiten mit sogenanntem Filament, einem Plastikdraht, der meist einen Durchmesser von 1,75 Millimeter hat. Die dünnen Plastikschnüre gibt es nicht nur in den unterschiedlichsten Farben, es wird auch zunehmend mit neuen Materialmischungen experimentiert, die den Werkstücken eine Holz-, oder Metalloptik verleihen. Voraussetzung dafür, um mit unkonventionellen PLA-Gemischen zu arbeiten, ist eine gute Portion Pioniergeist, denn welche Einstellungen bei welchem Druckermodell ideal sind, muss man oft selbst herausfinden. Es gibt inzwischen aber auch eine breite Community, die gerne weiterhilft.

3D-Druck ist immer auch Tüftelei

FDM-Drucker teilen sich mit den SLA-Druckern den schichtweisen Aufbau des Werkstücks. Doch während es beim FDM-Drucker Schicht für Schicht in die Höhe geht, wird das Werkstück beim SLA-Drucker quasi aus dem Harz gezogen. Das sieht recht futuristisch aus, die Technik dahinter ist so einfach wie genial: Die Wanne, in der sich das flüssige Kunstharz befindet, hat einen durchsichtigen Boden. Darunter befindet sich ein LCD-Panel, das als UV-Quelle für das Photopolymer dient. Die winzigen Pixel des Panels können individuell angesteuert werden. Trifft nun einer der UV-Lichtstrahlen auf das Harz, härtet der Bereich aus. Die Genauigkeit ist von der Lichtquelle abhängig, bis zu 0,01 Millimeter sind damit möglich.

3D-Drucker Test: Voxelab Anycubic
Links steht der Voxelab Proxima. Die rote Kuppel schützt das mit Kunstharz gefüllte Becken vor UV-Strahlung. Rechts ist mit dem Anycubic Mega Pro ein Vertreter der FDM-Drucker zu sehen.

Auch bei diesem Verfahren entsteht das Bauteil Schritt für Schritt im Schichtprinzip. Mit jeder neuen Schicht fährt die Z-Achse des SLA-Druckers wieder um den Bruchteil eines Millimeters nach oben und eine neuen Schicht wird ausgehärtet. Am Ende muss man nur noch das fertige Bauteil von der Platte des Druckers lösen.

Im Vergleich zum FDM-Druck ist der SLA-Druck zwar deutlich genauer, allerdings haben die Kunstharz-Drucker auch den Nachteil, dass sich damit keine mehrfarbigen Drucke realisieren lassen. Zudem altert das ausgehärtete Harz und kann sich mit der Zeit verfärben. Ein weiterer Nachteil: Das Kunstharz ist gesundheitsschädlich und darf weder eingeatmet werden, noch in Kontakt mit der Haut kommen. Um das Gesundheitsrisiko zu minimieren, sollte man deshalb mit Handschuhen und Maske arbeiten. Sobald das Harz ausgehärtet ist, kann man es aber ohne Bedenken anfassen.

Das Harz von SLA-Druckern ist reizend. Beim Arbeiten damit sollte man Handschuhe und Mundschutz tragen.

Wirtschaftlicher und deshalb weiter verbreitet sind FDM-Drucker. Filigrane Details bekommt man damit aber nur schwer hin. Wem es also vor allem auf ein sehr genaues Druckergebnis ankommt, für den ist ein SLA-Drucker die bessere Wahl.

Welches Dateiformat braucht ein 3D-Drucker?

Für 3D-Drucker gibt es mittlerweile ein breites Sammelsurium an Dateiformaten. Eines der bekanntesten ist das .stl-Format. Ganz zufrieden ist man in der 3D-Druck-Community mit dem aktuellen »Goldstandard« aber nicht, der 3D-Druck-Pionier Josef Prusa beispielsweise spricht sich ganz klar für andere Dateiformate als das inzwischen über 30 Jahre alte STL-Format aus. Der Grund: Die in diesem Dateiformat hinterlegten Baupläne, die man sich auf vielen Seiten im Internet kostenlos herunterladen kann (z. B. Thingiverse), sind manchmal fehlerbehaftet oder unvollständig. Besser wäre ein Format, das die Farbe und das verwendete Material direkt berücksichtigt.

Vorbereiten eines 3D-Drucks

Die Druckdatei ist das eine, damit der 3D-Drucker aber weiß, was er zu tun hat, gibt es den Slicer. Dabei handelt es sich um eine Software, die das Objekt der Druck-Begierde in seine druckbaren Einzelteile, sprich die aufzutragenden Schichten, gliedert. Je nach Lage beziehungsweise Position auf der Z-Achse, unterscheiden sich die Formen.

Das Unterteilen eines Objekts in seine Schichten ist aber längst noch nicht alles, was ein Slicer macht. Mit der Slicer-Software kann man beispielsweise auch Stützkonstruktionen in den Druck einbauen und die Druckgeschwindigkeit sowie die Schichtdicke einstellen, das Bauteil auf der Druckplattform anordnen und vieles mehr. Manche Slicer berechnen darüber hinaus auch völlig selbstständig, wo es beim Druck des Bauteils Stützen braucht. Eine gute Zusammenfassung über die bekanntesten Slicer finden Sie hier.

Die Druck-Parameter werden im Slicer definiert

Als Anfänger ist man von den vielen Einstellmöglichkeiten – und damit auch den potentiellen Fehlerquellen – schnell überfordert. Manche Druckerhersteller bieten deshalb verschiedene Modi, so dass sich Anfänger langsam an das Thema herantasten und Profis dennoch voll austoben können.

Nachbearbeitung

Um das bestmögliche Ergebnis zu erhalten, müssen die gedruckten Objekte nachbearbeitet werden. Bei Filament-Druckern heißt das: Die Teile müssen entgratet und von Fäden befreit werden, die sich beim Druck bilden können.

3D-Drucker Test: Prusa
Fäden wie hier auf dem Bild zu sehen lassen sich bei FDM-Druckern kaum vermeiden. Sie sind allerdings auch recht schnell entfernt.

Auch bei SLA-Druckern hat man nicht direkt ein fertiges Ergebnis in der Hand, sondern muss den Umweg über eine Intensivbehandlung mit IsopropylAlkohol (IPA) nehmen. Damit kann man die Oberfläche des 3D-Drucks behandeln und Harzablagerungen auf der Oberfläche entfernen.

Manche Harze sollte man zudem nachhärten. Dafür gibt es spezielle Maschinen, die ähnlich wie die SLA-Drucker selbst aussehen und mit denen sich die Festigkeit der gedruckten Objekte noch einmal deutlich erhöhen lässt.

3D-Drucker Test: Prusa I3 Mk3s

Unser Favorit: Prusa i3 MK3S+

Der beste 3D-Drucker im Test war der I3 MK3S+. Seine Ausdrucke sind qualitativ sehr hochwertig und er ist kinderleicht zu bedienen. Bei der neuesten Version ihres Druckers haben sich die tschechischen Druckspezialisten der Firma Prusa vor allem darauf konzentriert, kleinere Fehler auszubügeln, wie sie beispielsweise beim Raster-Tastsensor in der Vergangenheit immer mal wieder aufgetreten sind. Das Ergebnis dieser Taktik der vielen kleinen Verbesserungen kann sich sehen lassen.

Was man bei Prusa auch wissen sollte: Hinter dem Druckspezialisten steht eine der größten Communities in der 3D-Druck-Welt. Bei Problemen kann man also jederzeit auf die Unterstützung der Community zählen.

Unser Favorit

Prusa i3 MK3S+

3D-Drucker Test: Bildschirmfoto 2021 04 28 Um 14.25.54
Der i3 MK3S ist für Anfänger ebenso geeignet wie für Fortgeschrittene. Seine Druckergebnisse sind ebenso hervorragend wie seine Handhabung.

Nach wie vor gibt es beim Prusa einen großen Bauraum (250 x 210 x 210 mm), eine magnetische Druckplatte aus Federstahl und ein idealistisches Konzept: Der Drucker basiert nämlich auf dem kollaborativen Projekt RepRap (Replicating Rapid-Prototyper), dessen Ziel es ist, mit einem 3D-Drucker weitere 3D-Drucker herzustellen. Weil das Unternehmen seit seiner Gründung dem Open-Source-Ansatz treu geblieben ist, hat man vollen Zugriff auf Teilelisten, Mainboard-Programme und Codes.

Installation und Inbetriebnahme

Die Installation des Prusa ist denkbar einfach. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, wird sich über die sehr ausführliche Anleitung in deutscher Sprache freuen, die ebenso im Lieferumfang enthalten ist wie ein Spachtel, Ersatzschrauben, Werkzeug für die Wartung – und Gummibärchen.

Die Navigation durchs Menü erfolgt mithilfe eines Drehrads, das man natürlich auch selbst ausdrucken kann. Die Menüführung und auch das Bedienkonzept sind zwar stimmig und lassen keine Fragen offen, vergleicht man das einfarbige Display mit den Bildschirmen der farbigen und berührungsempfindlichen Konkurrenz, wirkt das des Prusa aber recht anachronistisch.

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Hardware

Beim Extruder, dem Herzstück eines 3D-Druckers, hat sich Prusa bei der Crème de la Crème der Bauteile-Hersteller für 3D-Drucker bedient. Der zweistufige Filamentvorschub stammt von Bondtech und fürs Schmelzen des Filaments kommt ein E3D V6-Hotend zum Einsatz, mit dem sich Temperaturen von bis zu 300 Grad realisieren lassen. Damit kann man selbst schwierige Kunststoffe wie Nylon oder Polycarbonat verarbeiten, im Test haben wir uns aber aus Gründen der Vergleichbarkeit auf den PLA-Druck beschränkt.

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3D-Drucker Test: Prusa I3 Mk3s
Der Prusa i3 MK3S+.
3D-Drucker Test: Prusa I3 Mk3s
Der Prusa ist aus Wesentliche reduziert.
3D-Drucker Test: Prusa I3 Mk3s
Die Rückseite des Prusa i3 MK3S+.
3D-Drucker Test: Prusa I3 Mk3s
Beim Extruder hat der Hersteller keine Kosten gescheut.
3D-Drucker Test: Prusa I3 Mk3s
Das Druckbett ist genau so, wie ein Druckbett für FDM-Drucker sein sollte.
3D-Drucker Test: Prusa I3 Mk3s
Dank der magnetischen Halterung kann man es einfach anheben und biegen.
3D-Drucker Test: Prusa I3 Mk3s
Das Display und der Drehknopf wirken etwas altbacken, hier gibt es mittlerweile deutlich modernere Bedienkonzepte.

Das MK52-Druckbett des Prusa wird von Neodym-Magneten an Ort und Stelle gehalten. Die sind so kräftig, dass man beim Einsetzen fast ein wenig Angst um seine Finger bekommt, hat man aber erstmal den Dreh raus, möchte man keine andere Druckplatte mehr verwenden, denn durch die starken Magnete verrutscht die Platte während des Druckvorgangs nicht den Bruchteil eines Millimeters.

Um das fertige Werkstück von der Platte zu bekommen, ist ein Spachtel im Lieferumfang des Druckers enthalten, gebraucht haben wir den aber nie, denn die Werkstücke ließen sich immer sehr gut lösen. Grund hierfür ist die PEI-Beschichtung des Druckbetts. Besonders erfreulich: Es bleibt keinerlei Verschmutzung zurück, so hat man immer eine saubere Arbeitsfläche.

Slicer

Auch wenn die Oberfläche der Software beinahe schon etwas zu einfach und schlicht rüberkommt, täuschen lassen darf man sich davon nicht, denn in Sachen Leistungsstärke macht dem Prusa-Slicer so schnell niemand etwas vor. Es handelt es sich dabei um eine aufgebohrte Version von Slic3r, wobei die frei zugängliche Software an vielen Stellen von den Tschechen verbessert wurde.

Wer im Bereich 3D-Druck noch wenig Erfahrung hat, kann den Slicer auf »Simple« stellen, dann erledigt die Software einen Großteil der Einstellungen selbst. Man selbst muss sich dann lediglich noch zwischen verschiedenen Druckprofilen entscheiden.

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3D-Drucker Test: Bildschirmfoto 2021 06 02 Um 17.20.40
Der Prusa-Slicer ist optisch ansprechend gestaltet und sehr übersichtlich.
3D-Drucker Test: Bildschirmfoto 2021 06 02 Um 17.22.46
Links befindet sich eine Leiste mit den wichtigsten Funktionen. Ein Klick genügt, um das Werkstück zu drehen oder auf dem Druckbett einen anderen Platz zuzuweisen.
3D-Drucker Test: Bildschirmfoto 2021 06 02 Um 17.23.14
Bei den Druckeinstellungen gibt es eine Reihe von Auswahlmöglichkeiten.
3D-Drucker Test: Bildschirmfoto 2021 06 02 Um 17.23.40
Als Anfänger sollte man vom Menü "Druckereinstellungen" besser die Finger lassen.
3D-Drucker Test: Bildschirmfoto 2021 06 08 Um 14.20.11
Für anspruchsvolle Objekte kann man beim Prusa-Slicer automatisch eine Stützkonstruktion (hier grün) erstellen.

Prusa ist dafür bekannt, mit Updates nicht zu geizen. Der Eine oder Andere ist der Update-Wut so mancher Softwareschmiede zwar vielleicht schon überdrüssig, gerade im 3D-Druck-Bereich, der nach wie vor in den Kinderschuhen steckt, ist es aber wichtig, die vielen kleinen und großen Probleme, die auftreten, zeitnah zu lösen – und da sind Updates eben unentbehrlich.

Das Druckergebnis

In Sachen Druckgenauigkeit macht dem Prusa niemand etwas vor. Ganz egal, ob es darum geht, den leicht geschwungenen Bug eines Schiffes, eine glatte Fläche oder besonders feingliedrige Strukturen zu drucken: Im Test lieferte der Prusa stets das beste Druckergebnis ab und wies die Konkurrenz regelmäßig in ihre Schranken.

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3D-Drucker Test: Prusa I3 Mk3s Yoda
Unser Testobjekt wurde nahezu fehlerfrei gedruckt. Nur die Ohren sind ein wenig ausgefranst.
3D-Drucker Test: Prusa I3 Mk3s Yoda
Auch die Struktur des Kopfes hat der Prusa gut hinbekommen.
3D-Drucker Test: Prusa I3 Mk3s Schiff
Das Testschiff ist ihm fehlerlos gelungen.
3D-Drucker Test: Prusa I3 Mk3s Turm
In der Helix-Struktur des Turmes kann man deutlich Fäden erkennen, die aber leicht entfernt werden können. Ansonsten ist aber auch dieser anspruchsvolle Druck sehr sauber gelungen.

Wenn man als Anfänger mit dem I3 MK3S+ arbeitet, hat man von Anfang an das Gefühl von Sicherheit. Es gibt kaum einen Fehler, den die Ingenieure rund um Josef Prusa nicht schon gemacht und eine Lösung dafür gefunden haben.

Nachteile

Ganz ohne Kritik geht es leider auch beim Prusa nicht. Anlass dazu geben vor allem das etwas antiquierte LCD-Panel und der SD-Karten-Steckplatz als alleinige Schnittstelle, um dem Gerät Druckaufträge zukommen zu lassen. Hier ist die Konkurrenz schon einen Schritt weiter und rüstet ihre Modelle mit einer praktischen WLAN-Schnittstelle aus. Das Bedienkonzept per Steuerrad funktioniert zwar recht gut, ein Touchscreen könnte aber den Bedienkomfort noch deutlich steigern.

Der Prusa i3 MK3S im Testspiegel

Die Stiftung Warentest ist von den Leistungen des Prusa ebenso angetan wie wir. In ihrem Testbericht (11/2020) heißt es:

»Klarer Testsieger ist der Prusa i3 MK3S für rund 1.000 Euro. Er überzeugt mit guten Druckergebnissen und bester Handhabung.«

Auch die Kollegen von All3DP sind vom Prusa i3 MK3S überzeugt:

»Wenn du auf der Suche nach einem verlässlichen, gut gebauten 3D-Drucker bist, der schöne Drucke erstellt und leicht zu bedienen ist, hast du ihn schon gefunden. Mit 1000 € ist er nicht der günstigste, aber er bietet durchweg gute Qualität. Prusa hat auch einen technischen Support und es gibt eine Community begeisterter Fans, die dir gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.«

Alternativen

Wem die Genauigkeit eines FDM-Druckers nicht reicht oder wer erst einmal in das neue Hobby hineinschnuppern und deswegen nicht ganz so tief in die Tasche greifen will, für den haben wir einige Alternativen gekürt.

SLA-Drucker: Voxelab Proxima 6.0

Der Voxelab Proxima ist einer der wenigen Epoxidharz-Drucker in unserem Testfeld. Den Exotenstatus hat er aber nicht nur wegen seiner Drucktechnik, sondern auch wegen seines geringen Preises inne: Knapp 200 Euro kostet der Winzling, der damit das untere Ende der Preis-Fahnenstange markiert. Bei der Leistung rangiert er dennoch erfreulich weit oben.

Gut & günstig

Voxelab Proxima 6.0

Test 3D-Drucker: Voxelab Proxima
Der Voxelab liefert extrem präzise Druckergebnisse und das für wenig Geld.

Als SLA-Drucker ist er konstruktionsbedingt den klassischen FDM-Druckern in Sachen Genauigkeit haushoch überlegen. Unser Test-Boot hat der Proxima selbst auf Fingerkuppengröße verkleinert noch fehlerlos gedruckt. Das Panel des Geräts löst mit 2560 x 1620 Pixeln auf. Beim Slicer haben wir die Open-Source-Software Chitubox verwendet, allerdings ist hier Vorsicht geboten: Dort gibt es zwar ein Profil für den Proxima, die Auflösung ist aber mit 2560 x 1440 Pixeln hinterlegt, was zu Beginn des Tests für den einen oder anderen Fehldruck sorgte. Um das zu vermeiden, sollte man die Auflösung auf 1620 ändern – falls das zwischenzeitlich nicht schon durch ein Software-Update behoben wurde.

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3D-Drucker Test: Voxelab Proxima 6.0
Der Voxelab Proxima ist einer der wenigen SLA-Drucker im Test.
3D-Drucker Test: Voxelab Proxima 6.0
Die rote Abdeckung schützt das empfindliche Kunstharz vor UV-Strahlen.
3D-Drucker Test: Voxelab Proxima 6.0
Bei SLA-Druckern wird das Werkstück gewissermaßen aus dem Kunstharz gezogen.
3D-Drucker Test: Voxelab Proxima 6.0
Das Kunstharz-Becken des Voxelab.

Die Druckqualität des günstigsten Druckers imTest ist hervorragend. Egal, ob Boot, Spielfigur oder Turm: Der Proxima machte sein Sache überall sehr gut. Weil der Drucker auf 50 Mikrometer genau arbeitet, ist es für das menschliche Auge nahezu unmöglich, Unebenheiten auf dem Werkstück zu erkennen.

Der Proxima hat es aber nicht nur aufgrund seiner guten Druckeigenschaften zur Empfehlung gebracht, sondern auch der Rest stimmt: Die Basis des Druckers ist aus Metall gefertigt und macht einen hochwertigen, beinahe schon massiven Eindruck. Das hätten wir von einem so günstigen Modell bei Weitem nicht zugetraut.

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3D-Drucker Test: Voxelab Proxima 6.0 Yoda
Die Ergebnisse des Voxelab sind über alle Zweifel erhaben, die Figur wurde fehlerfrei gedruckt.
3D-Drucker Test: Voxelab Proxima 6.0 Yoda
Auch schwierige Oberflächen gelingen mit dem Voxelab perfekt.
3D-Drucker Test: Voxelab Proxima 6.0 Schiff
Unser Test-Boot wirkt wie aus einem Guss.
3D-Drucker Test: Voxelab Proxima 6.0 Turm
Selbst der Turm mit der schwer zu druckenden Helix-Struktur in seinem Inneren weist keinerlei Druckfehler auf.

Beim Bedienkonzept hat sich der Voxelab an die Spitze des Testfeldes gesetzt: Das Menü ist klar gegliedert und gefällt mit seiner übersichtlichen Farbgebung und Struktur. Erfreulicherweise hat der Hersteller auch beim Touchscreen nicht gespart. Der reagiert präzise und schnell auf die Eingabe per Fingertipp.

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Gut gefallen hat uns auch die eine oder andere Kleinigkeit, wie beispielsweise die Wanne, in die das Epoxidharz gefüllt wird. Die wird nämlich einfach nur durch zwei Schrauben festgeklemmt und kann dementsprechend einfach hinein- und herausgezogen werden. Beim Modell von Elegoo ist das deutlich umständlicher gelöst. Das sind zwar Kleinigkeiten, die zeigen allerdings, dass sich der Hersteller mit den vielen kleinen und großen Problemen des 3D-Drucks intensiv beschäftigt hat.

Kurzum: Wer für besonders feine 3D-Druckarbeiten einen günstigen SLA-Drucker sucht, ist mit dem Voxelab Proxima 6.0 bestens bedient.

Grundsolide: Anycubic Mega Pro

Wenn der Anycubic Mega Pro seine Z-Achse in Bewegung versetzt, hat man das Gefühl, dass es sich um einen Hybriden handelt – halb 3D-Drucker, halb Panzer. So klingt er jedenfalls. Abseits der hohen Lautstärke überzeugt der spartanisch ausgestattete 3D-Drucker aber mit einem sehr soliden Druckergebnis.

Solide

Anycubic Mega Pro

Test 3D-Drucker: Anycubic Mega X
Er ist zwar nicht der Leiseste, dafür bekommt man mit dem Mega X ein gelungenes Gesamtpaket, das mit guten Druckergebnissen überzeugt.

Der Drucker wird teil-vormontiert geliefert, die restlichen Schrauben und Anschlüsse zu montieren bekommt man aber selbst mit zwei linken Händen leicht hin. Schon nach kurzer Zeit steht dem ersten Druckauftrag nichts mehr im Weg. Ein wenig unpraktisch ist nur, dass man das Druckbett manuell nivellieren muss – das ist in dieser Preisklasse allerdings üblich.

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3D-Drucker Test: Anycubic Mega X
Der Anycubic Mega Pro macht einen äußerst robusten Eindruck.
3D-Drucker Test: Anycubic Mega X
Der Anycubic Mega Pro in der Seitenansicht.
3D-Drucker Test: Anycubic Mega X
Drucke haften auf dem Druckbett gut – manchmal zu gut.
3D-Drucker Test: Anycubic Mega X
Bedient wird der Anycubic Mega Pro über ein Touch-Display.

Beim Design des Mega Pro ist Anycubic seiner Mega-Produktreihe treu geblieben: kein Schnickschnack, dafür solide Materialien, wie der Metallrahmen beweist. Dass hier der Fokus auf das Druckergebnis gelegt wurde, erkennt man auch an doppelten Z-Achsen-Endanschlägen. Der Vorteil einer solchen Konstruktion: Beim Zurückfahren wird die X-Achse neu ausgerichtet.

Das Menü des Anycubic erinnert ein wenig an Konsolenspiele der 90er Jahre – und das trotz Touchscreen-Bedienung. Hat man sich erst einmal an das etwas eigenwillige Menü-Design gewöhnt, findet man sich aber schnell zurecht. Kritik gibt es für den SD-Kartenslot. Der ist nämlich äußerst unpraktisch an der rechten Gehäuseseite untergebracht. Wer zur SD-Karte gelangen will, muss seine Hand erst am Filament vorbeischlängeln.

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3D-Drucker Test: Anycubic Mega X Yoda
Der Figurendruck ist gut gelungen. Die Ausreißer an den Händen sind auf eine fehlende Stützkonstruktion zurückzuführen.
3D-Drucker Test: Anycubic Mega X Yoda
Im Vergleich zum Prusa erkennt man beim Anycubic die einzelnen Schichten, aus denen die Struktur des Kopfes besteht.
3D-Drucker Test: Anycubic Mega X Schiff
Auch beim gedruckten Boot überzeugt das Ergebni. Nur am Bug ist der Druck nicht ganz gelungen.
3D-Drucker Test: Anycubic Mega X Turm
Überraschend stark war der Mega Pro bei der filigranen Helix-Struktur im Turminneren.

Warum beim Starten des Druckauftrags Düse und Druckbett nacheinander erwärmt werden, bleibt wohl das Geheimnis von Anycubic. Es macht bei einem Druckauftrag, der mehrere Stunden dauert, zwar keinen großen Unterschied, ist aber trotzdem unpraktisch und nervig.

Um die Druckdatei für den Mega Pro vorzubereiten, haben wir den Slicer von Cura verwendet. Dort kann man sich das passende Profil für den Drucker herunterladen und direkt loslegen. Das gläserne Druckbett verfügt dank der porösen Oberflächenstruktur über eine hervorragende Haftung. Dabei ist das Druckbett in der Lage, eine Temperatur von 90 Grad zu erreichen – über das gesamte Druckbett hinweg.

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Die guten Haftungseigenschaften gehen leider Hand in Hand mit Schwierigkeiten beim Entfernen der fertigen Werkstücke. Hat man sich mit Spachtel und Fingerspitzengefühl einen Weg unter das Werkstück gekämpft, kann man es leicht vom Ultrabase-Druckbett lösen.

Das Ergebnis dieser Querelen ist dann aber ein ordentlich gefertigtes Werkstück. Hier und da kann man noch Fehler erkennen, und im Vergleich zum Prusa kann man auch deutlich Unterschiede am Bug unseres Test-Schiffchens sehen. Bei komplexeren Formen spielt der Mega Pro aber seine Stärken aus, hier sind die Druckergebnisse sehr gut.

Wer sich für 3D-Druck interessiert, aber nicht gleich so viel ausgeben will wie für unseren Testsieger, für den ist der Anycubic Mega Pro eine sehr gute Alternative.

Außerdem getestet

Artillery Hornet

Läuft der schon? Der Artillery Hornet ist unvergleichlich leise, man hört den Drucker beim Arbeiten praktisch nicht. Der Grund für seine Stealth-Eigenschaften: Die Bewegung auf den Achsen erfolgt nicht, wie bei der Konkurrenz, mithilfe von Zahnrädern, sondern durch eine Rollenkonstruktion. Das sorgt für eine angenehm leise Arbeitsatmosphäre.

Beim Bedienkonzept scheint sich Artillery beim Platzhirschen Prusa umgesehen zu haben. Hier ist die Drehrad-Steuerung aber nicht besonders gelungen umgesetzt, sie wirkt umständlich und nicht immer ganz durchdacht. Startet man beispielsweise einen Druckauftrag, erscheint ein Fenster, um den Auftrag noch einmal zu bestätigen. Standardmäßig ist das Bedienfeld hier aber auf »cancel« gestellt. Warum, das bleibt wohl das Geheimnis des Herstellers.

Auch die Haftungseigenschaften des Druckbetts haben uns nicht gänzlich überzeugt, hier hätten wir uns stellenweise etwas mehr Haftung gewünscht. Das Problem der nicht haftenden Werkstücke kennt man in der 3D-Druck-Community aber und so gibt es hierfür ein breites Arsenal an Möglichkeiten, um sich der Sache anzunehmen. Beim Druckergebnis kann Artillerys Hornet jedoch gut mit der Konkurrenz mithalten, hier gibt es keinen Grund zu meckern.

Elegoo Mars 2 Pro Mono

Der Hersteller Elegoo kennt sich aus mit SLA-Druckern. Schließlich war er es, der 2019 mit dem Mars einen der ersten erschwinglichen Drucker auf den Markt brachte, der auf dieses Fertigungsverfahren setzt. An diese Tradition knüpfen die Chinesen mit dem Mars 2 Pro an. Im Vergleich zum Vorgänger (Mars Pro) hat der Drucker nun kein RGB-LCD-Panel mehr verbaut, sondern ein Mono-Panel. Damit sind deutlich kürzere Aushärte- und Druckzeiten zu realisieren.

Wie das funktioniert? Indem durch das neuartige Display die Intensität des UV-Lichts deutlich erhöht wird. Intensiveres Licht heißt, dass das Harz schneller hart wird – und zwar deutlich schneller, denn während mit der alten Technologie eine Aushärtezeit von sechs Sekunden normal war (also ohne Mono-LCD-Paneel), sind es nun ein bis zwei Sekunden.

Ein weiterer Vorteil: Die Lebensdauer der neuen Panels steigt um das Zehnfache an, Nutzer können mit einigen tausend Betriebsstunden rechnen. Zudem ist die Druckplatte im Zuge des Modellwechsels ein wenig gewachsen und misst nun 130 x 82 Millimeter, was nach Pythagoras einer Diagonale von sechs Zoll entspricht. Wo wir gerade bei LCD und Zoll sind: Auch bei 3D-SLA-Druckern kommt es auf die Auflösung an. Der Mars 2 Pro macht hier mit 2560 x 1620 Bildpunkten eine gute Figur.

Im Internet findet man viele Besitzer des Mars 2 Pro Mono, die sich darüber beschweren, dass das Panel recht schnell zerkratze. In unserem mehrwöchigen Test haben wir davon nichts gemerkt, können aber auch kein abschließendes Fazit geben, weil wir nicht wissen, wie es hier nach mehreren Monaten intensiver Benutzung aussieht.

Anycubic Mega X

Der Anycubic Mega X ist der Drucker fürs Grobe – das legt zumindest ein Blick auf seine Abmessungen nahe. Mit 500 x 500 x 553 mm ist der Mega X einer der größten 3D-Drucker im gesamten Testfeld. Dementsprechend groß ist auch sein Bauvolumen. Objekte mit 300 x 300 mm Grundfläche kann er ohne Probleme drucken. Wie schon der Mega Pro ist auch der Mega X alles andere als leise.

Seine Größe ist aber zugleich einer seiner größten Nachteile. Schon das Druckbett des kleinen Bruders, des Anycubic Mega Pro, braucht recht lange, um sich zu erwärmen. Mit dem X potentiert sich diese Zeit nochmals, sodass man eine gefühlte Ewigkeit darauf wartet, bis der Drucker endlich einsatzbereit ist. Im Test ist uns außerdem eine ca. 5 x 5 Zentimeter große Stelle aufgefallen, die deutlich heißer als das übrige Druckbett geworden ist. In der Praxis kann das zu verzerrten Druckergebnissen führen, bei uns ist das allerdings nicht der Fall gewesen.

Pluspunkte konnte der Mega X hingegen für seine Filamentrollen-Aufhängung einheimsen. Bei Anycubic hat man sich anscheinend ein Herz gefasst und den Mega X mit einer verbesserten Variante ausgestattet. Die ist ein Stück weit nach außen gebogen und sorgt so dafür, dass man das seitlich angebrachte SD-Kartenfach gut erreichen kann.

Das Aufstellen und Installieren des Druckers hält keine großen Überraschungen bereit. Der Rahmen ist schnell montiert, Angst, die falschen Stromleitungen miteinander zu verbinden braucht man wegen der Farbgebung und unterschiedlichen Stecker-Größen auch nicht haben und so hat man sich ziemlich schnell zur Druckbett-Nivellierung vorgekämpft. Die funktioniert, wie bei den meisten günstigen Einsteiger-3D-Druckern, manuell, indem man zwischen Druckplatte und Düse ein Blatt Papier schiebt und das Druckbett mithilfe eines Rändelrädchens solange »feintunt«, bis man das Blatt Papier mit ein wenig Widerstand noch herausziehen kann.

So sollte man jede Ecke des Druckbetts mindestens zweimal abgrasen, bevor man sich dem Kerngeschäft des 3D-Druckers widmet: dem 3D-Druck. Dort rangiert der Mega X auf einem ähnlichen Niveau wie sein kleiner Bruder, zeigt beim Druck unseres Test-Bootes aber ungeahnte Schwächen. Den Bug bekam er nicht ganz so sauber gedruckt, wie der Mega Pro und auch bei glatten Flächen haben uns die Ergebnisse des Mega Pro besser gefallen. Wer den großen Bauraum unbedingt braucht, der kann in Anbetracht des günstigen Preises zum Mega X greifen, wer aber sowieso keine Goliaths drucken will, der ist unserer Meinung nach mit einem kleineren 3D-Drucker besser bedient.

Dremel Digilab 3D45

Der Druckkopf des Dremel Digilab 3D45 kann nur an der X- und Y-Achse gesteuert werden. Damit das Werkstück auch in die Höhe wächst, fungiert die Bodenplatte als Z-Achse. Abseits dieser kleinen Besonderheit ist der Dremel mit allen Schikanen der 3D-Druck-Technik ausgestattet. Er verfügt über WLAN, hat eine Webcam an Bord, mit der sich aus der Ferne beobachten lässt, was sich im Inneren des großzügig dimensionierten Plastik-Korpus abspielt, und kommt mit seinem ganz persönlich Slicer daher. Zugegeben, bei Letzterem handelt es sich lediglich um eine etwas aufgebohrte Version des Cura-Slicers, gut arbeiten lässt sich damit aber trotzdem.

Ein gute Idee ist die automatische Filament-Erkennung. Original Dremel-Filament ist mit einem Sensor ausgestattet, auf dem hinterlegt ist, was hier aufgewickelt wird. Der Drucker erkennt das Filament und passt die Druckeinstellungen entsprechend an. Das ist praktisch, aber für unseren Test nur eine Randnotiz wert, schließlich wollten wir mit dem Prusa-Filament drucken.

Der Drucker war hier aber anderer Meinung, und so stockte der Druckvorgang immer wieder. Auch das Variieren der Düsentemperatur half nicht weiter. Anhand der halbfertigen Werkstücke lässt sich zwar erahnen, wozu der Dremel qualitativ in der Lage wäre, unterm Strich müssen wir aber das Ergebnis bewerten, das vorliegt – und das reicht nicht für eine Empfehlung.

Bresser Rex

In puncto Ausstattung macht dem Bresser Rex niemand etwas vor. Der 3D-Drucker ist mit einer WLAN-Schnittstelle, einem USB-Port, einer Webcam und einem – zugegeben etwas klein dimensionierten – Touchscreen bestückt. Gemeinsam mit dem Slicer handelt es sich hier um ein 3D-Druck-Konzept, das selbst absolute Laien vor keine großen Probleme stellt.

Das Gerät von Bresser richtet sich an all jene, die mit dem Thema 3D-Druck bisher nichts am Hut hatten, jetzt aber damit anfangen wollen. Wer sich hier dazuzählt, bekommt mit dem Rex einen grundsoliden 3D-Drucker, der aber, sollte man tatsächlich Freude an dem Hobby entwickeln, bald zu klein werden dürfte. Das liegt zum einen am etwas knausrig dimensionierten Druckbett mit seinen 15 x 15 Zentimetern und zum anderen an den Druckergebnissen selbst, die meist nur im Test-Mittelfeld rangierten. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Fach, in das die Filamentspule gelegt wird. Das ist nämlich derart klein geraten, dass nur die kleinen 0,3-Kilogramm-Rollen darin Platz finden.

Wer bereit ist, sich etwas tiefer in die Thematik einzuarbeiten, findet in dieser Preisklasse auch leistungsfähigere Modelle. Allerdings geht das auch zu Lasten der Benutzerfreundlichkeit und der integrierten Webcam. Weil wir in unserem Test die Druckqualität höher gewichten als die Benutzerfreundlichkeit, hat es für den komfortablen Rex nicht für eine Empfehlung gereicht.

Flashforge Adventurer 3 Pro

Optisch gleicht der Flashforge Adventurer 3 Pro dem Bresser bis aufs Haar. Genauer gesagt: bis aufs Druckbett. Im Gegensatz zur herausnehmbaren Druckplatte von Bresser, bei der man viel biegen muss, um das Werkstück zu lösen, gleitet es beim Flashforge nahezu von der Fläche herunter.

Zum Testzeitpunkt (Anfang Juni 2021) war die Bedienoberfläche allerdings noch ausbaufähig. Der Touchscreen ließ sich nicht immer zuverlässig bedienen und unser Test-Drucker hatte obendrein noch einen defekten Sensor. Bekommt Flashforge seine Software- und Sensorprobleme in den Griff, fällt uns aber kein Grund ein, warum man hier noch zum teureren Bresser greifen sollte.

Für Einsteiger ist der Flashforge eine Überlegung wert, denn für einen relativ geringen Anschaffungspreis wird man von diesem Modell ein Stück weit an die Hand genommen und in die Welt des 3D-Drucks eingeführt. Zudem kommt er mit nahezu allen erdenklichen Formaten zurecht und verfügt über eine WLAN-Schnittstelle – ein Luxus, den wir selbst bei unserem Testsieger vermisst haben und der seinem Besitzer viel Wegstrecke sparen kann.

So haben wir getestet

Für den Test haben wir drei verschiedene Formen ausgewählt, die alle 3D-Drucker möglichst präzise anfertigen sollten. Vor dem Druck haben wir den jeweiligen Druckauftrag für den Drucker individuell durch den Slicer aufbereitet. Hat der Anbieter eine eigene Software, haben wir auf diese zurückgegriffen.

Bei den FDM-Druckern kam ansonsten der Cura-Slicer zum Einsatz. Der ist in diesem Bereich eine Art Goldstandard, selbst Hersteller wie Dremel und Prusa verwenden bei ihren hauseigenen Software-Lösungen eine erweiterte und auf die Bedürfnisse des eigenen Druckers zugeschnittene Version des Cura-Slicers.

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3D-Drucker Test: 3d Drucker Gruppenfoto
Unsere Testkandidaten mussten unter gleichen Bedingungen arbeiten.
3D-Drucker Test: Schiffe Gesamt
Unsere Test-Flotte: Jeder Drucker bekam dieselbe STL-Datei. Hier war das Ziel der Übung, ein Boot zu drucken.

Für die Resin-Drucker haben wir Chitubox verwendet. Hier ist es nämlich wichtig, dass der Slicer nicht nur die einzelnen Schichten berechnet, sondern dass man damit auch Stützkonstruktionen und Löcher anfertigen kann. Um ein möglichst vergleichbares Ergebnis zu erhalten, haben wir alle Testdrucke mit demselben Filament von Prusa durchgeführt.

Die SLA-Drucker wurden mit 405-nm-Epoxidharz befüllt, um auch dort ein vergleichbares Ergebnis zu erhalten. Zudem haben wir in der höchstmöglichen Auflösung gedruckt. Zwar wäre es auch möglich gewesen, für alle Drucker ein und dieselbe Auflösung zu wählen, dann hätten wir aber 3D-Druckern, die eine besonders hohe Auflösung bieten, ihres Vorteils beraubt.

Die wichtigsten Fragen

Was kostet ein 3D-Drucker?

In den letzten Jahren sind die Preise für 3D-Drucker enorm gefallen. Einsteiger-Geräte, mit denen sich solide Druckergebnisse erzielen lassen, gibt es schon für wenige hundert Euro.  Wer das Hobby 3D-Druck ambitionierter betreiben möchte, findet in der Preisklasse um 1.000 Euro bereits sehr leistungsfähige Modelle.

Was kann man mit einem 3D-Drucker drucken?

Die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt. Von der Zahnbürste über die Blumenvase bis hin zur Smartphone-Ablage kann man schon als Anfänger beeindruckende Resultate erzielen. Aktuell wird sogar an Organen und Nahrungsmitteln aus dem 3D-Drucker geforscht.

SLA oder FDM – welches Druckverfahren ist besser?

Das kommt darauf an, was man damit drucken will. Für kleine 3D-Drucke, bei denen es vor allem auf Präzision ankommt, sind SLA-Drucker die richtige Wahl. Wer hingegen Wert auf zugfeste und beständige Ergebnisse legt, fährt in der Regel mit einem FDM-Drucker besser.

Welche Materialien kann ein 3D-Drucker drucken?

FDM-Drucker kommen in der Regel mit verschiedenen Arten von Kunststoff zurecht. Die gebräuchlichsten Kunststoff-Arten, die hier zum Einsatz kommen, sind ABS und PLA. SLA-Drucker arbeiten hingegen mit Kunstharz, das mittels UV-Strahlung aushärtet. Teure Industriedrucker kommen auch mit Metall und Keramik zurecht.

Was ist ein Slicer?

Ein Slicer ist eine Software, die aus einem 3D-Modell Anweisungen für den Drucker macht. Hier lassen sich, je nach Slicer und Druckermodell, zahlreiche Einstellungen treffen. Von der Schichtdicke über die Füllung des 3D-Objekts, bis hin zu aufwändigen Stützkonstruktionen kann man im Slicer alle für den 3D-Druck wichtigen Parameter festlegen.

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