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Der beste AV-Receiver

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AV-Receiver Test: Sechs Av Receiver
Thomas Johannsen

Thomas Johannsen

hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 15 Jahren ist er Test­redakteur. Er ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone und schreibt unter anderem für Heimkino, Digital Home, InfoDigital und d-pixx.

Der beste AV-Receiver ist der Denon AVR-X4500H. Er verfügt über eine enorm üppige Ausstattung und das leichte Handling sowie eine Einmessfunktion erleichtern auch dem Heimkinoneuling die Einrichtung und sorgen schnell und unkompliziert für ein fulminantes Heimkinoerlebnis – dank Dolby Atmos Unterstützung sogar in beeindruckendem 3D-Sound.

Update 5. Februar 2019

Wir haben sechs neue AV-Receiver getestet. Unser neuer Favorit ist der Denon AVR-X4500H. Der Yamaha RX-A1080 ist dem Testsieger allerdings dicht auf den Fersen. Auch den Marantz NR1609 und Onkyo TX-NR 686 können wir empfehlen.

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6. September 2017

Zur IFA wurden neue Versionen unserer Empfehlungen vorgestellt. Wir werden sie uns so schnell wie möglich ansehen und den Test dann aktualisieren.

23. März 2017

Der Denon AVR-X2300W ist weiterhin unsere aktuelle Empfehlung.

Ein Surround-System ist für viele das einzige, was wirklich guten Sound bringt – vor allem bei actiongeladenen Filmen. Damit das Surround-Erlebnis beginnen kann, braucht man einen AV-Receiver, also das wichtigste Teil des Systems. Natürlich gibt es einige Unterschiede zwischen den Receivern auf dem Markt und auch wenn sich einige Hersteller komplett aus diesem Segment zurückgezogen haben, bieten die verbliebenen Marken noch reichlich Auswahl, sodass für jeden Einsatzzweck und Geldbeutel etwas zu finden sein dürfte.

Wir haben uns einige AV-Receiver genauer angesehen. Für richtig guten Sound kann man ordentlich Geld in die Hand nehmen – muss man aber nicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Denon AVR-X4500H

Test AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
Der Denon AVR-X4500H bietet vielen digitalen Quellen Zugang, ist einfach einzurichten und sehr solide verarbeitet.

Der Denon AVR-X4500H koordiniert alle möglichen analogen und digitalen Quellen, ob verkabelt oder wireless. Trotz des breiten Aufgabenspektrums ist er einfach zu bedienen und bleibt jederzeit Herr über Ton- und Bildqualität. Er ist durchdacht und solide aufgebaut und wirkt trotz seiner Größe keineswegs grobschlächtig.

Auch gut

Yamaha RX-A1080

Test AV-Receiver: Yamaha RX-A1080
Der große Yamaha RX-A1080 bietet vielen digitalen und noch mehr analogen Quellen Zugang, die DSP-Presets sind einzigartig.

Der große Yamaha RX-A1080 ist nahezu jeder Situation ob im Wohnzimmer- oder Heimkino gewappnet. Ganz besonderes Augenmerk liegt auf der möglichst authentischen Wiedergabe von Konzerten, daher sind viele Säle, Hallen und Clubs quasi als akustischer Fingerabdruck hinterlegt.

Schlanker Bolide

Marantz NR1609

AV-Receiver Test: Marantznr1609
Der Marantz NR1609 ist schlanker als die Konkurrenz, liefert aber mehr als genug Leistung fürs kleinere Kino und spart Platz.

Dezent statt protzig – der Marantz NR1609 ist mit seinen zehn Zentimetern Höhe nur halb so hoch wie die meisten Konkurrenten. Dazu ist die Front fein abgerundet, was ihn noch eleganter erscheinen lässt. Dennoch hat er es faustdick hinter der soliden Frontplatte und die Leistung reicht für die meisten Heimkinos aus. Abstriche muss man lediglich bei der Anzahl der Lautsprecherkanäle und Eingänge machen.

Preistipp

Onkyo TX-NR 686

Test AV-Receiver: Onkyo TX-NR 686
Der Onkyo TX-NR 686 ist mit Anschlüssen, Internetradio und FM-Tuner sehr gut ausgestattet und dabei ausgesprochen preiswert.

Riesige Säle kann der Onkyo TX-NR 686 nicht beschallen, fürs Heimkino reicht es aber vollkommen. Neben einem gepflegten 7.1- oder 5.2.1-Setup reicht es sogar, einen zusätzlichen Raum zweikanalig zu unterhalten. Außer über digitale Eingänge zeigt er sich auch gegenüber analogen Quellen zugänglich. Selbst einen Plattenspieler kann man anschließen – und das alles zum moderaten Preis.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerAuch gutSchlanker BolidePreistipp
Modell Denon AVR-X4500H Yamaha RX-A1080 Marantz NR1609 Onkyo TX-NR 686 Yamaha RX-V685 Pioneer VSX-933 Denon AVRX2300WBKE2 Yamaha RX-V681 Onkyo TX-RZ1100
Test AV-Receiver: Denon AVR-X4500HTest AV-Receiver: Yamaha RX-A1080AV-Receiver Test: Marantznr1609Test AV-Receiver: Onkyo TX-NR 686Test AV-Receiver: Yamaha RX-V685Test AV-Receiver: Pioneer VSX-933Test AV-Receiver: Denon AVRX2300WBKE2Test Heimkino-Receiver: Yamaha RX-V681Test Heimkino-Receiver: Onkyo TX-RZ1100
Pro
  • Sehr guter Klang
  • Reichlich HDMI-Eingänge
  • Internet-Radio integriert
  • Solide Verarbeitung
  • Multi-Zone- und Multi-Room-Betrieb möglich
  • Sehr guter Klang
  • Reichlich digitale und analoge Schnittstellen
  • DAB+ integriert
  • Viele DSP-Programme
  • Multi-Zone- und Multi-Room-Betrieb möglich
  • Hervorragender Klang
  • Einfache, zielsichere Einmessung
  • Solide Verarbeitung
  • Sehr guter Sound
  • Viele analoge und digitale Schnittstellen verfügbar
  • Multi-Zone-Betrieb möglich
  • Sehr guter Klang
  • Viele DSP-Programme
  • Multi-Zone-Betrieb
  • Viele digitale Schnittstellen verfügbar
  • Sehr günstig
  • Multi-Zone-Betrieb
  • Tolle Klangeigenschaften
  • Gute Ausstattung
  • Eingängige Bedienung
  • Mit Phono-Eingang
  • Guter Klang
  • Satte Leistung
  • Sehr viele Anschlüsse
  • Kinosound-Erlebnis garantiert
Contra
  • Kein DAB+
  • Verfügt nur über 7 Endstufen, kann entweder Dolby Rear oder Atmos
  • Kein Multi-Zone-Betrieb
  • Knappe Ausgangsleistung
  • Wenige Eingänge
  • Nur ein HDMI-Ausgang
  • Kein Phono-Eingang
  • Veraltet und zu teuer
  • Keine HLG-Unterstützung
  • Kein 4K-Upscaling
Bester Preis
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Warum ein AV-Receiver?

Auch wenn Soundbars, Sounddecks und Multiroom-Systeme zur Zeit in aller Munde sind – wer Filme mit echtem Surround-Sound genießen will, fährt nach wie mit einem vollwertigen Surround-Sound-System am besten. Das Herzstück davon ist ein AV-Receiver, der den Mehrkanalton an die Lautsprecher verteilt.

Ein 5.1-System besteht insgesamt aus sechs Lautsprechern: Einem Center, der unter dem Fernseher oder der Leinwand platziert wird und vor allem für die Sprachausgabe gedacht ist, und außerdem zwei seitlichen Lautsprechern vorne und zwei Surround-Lautsprechern neben oder leicht hinter der Abhörposition. Damit sind die fünf Lautsprecher der ersten Ziffer definiert. Die Eins in »5.1« bezeichnet den Subwoofer, der relativ frei im Raum positioniert werden kann, da die tiefen Frequenzen den ganzen Raum füllen und sich nicht gut orten lassen.

Bei 7.1-Systemen gibt es zwei weitere Lautsprecher, die noch hinter den beiden Rücklautsprechern des 5.1-Systems positioniert werden und für einen noch runderen Surround-Sound sorgen.

7.1 Lautsprecher Setup - Bild: MTX.com
Aufbau eines 7.1-Surround-Sound-Systems.

Aber damit ist noch längst nicht Schluss: 9.1 und 11.1 Systeme fügen noch sogenannte Matrix-Kanäle hinzu. Interessanter wird es aber, wenn der Sound nicht nur von vorne, den Seiten und hinten kommt, sondern auch von oben, denn damit erschließt sich auch die dritte Raumdimension.

Um diese 3D-Sound-Systeme zu kennzeichnen, wird eine dritte Ziffer angehängt: Ein 5.1.2-System besteht also aus fünf Surround-Lautsprechern, einem Subwoofer und zwei Deckenlautsprechern, bei einem 7.1.2-System kommen noch die beiden rückwärtigen Surround-Lautsprecher dazu. Beide Systeme entsprechen der Dolby Atmos-Konfiguration.

Um den Ton von der Decke kommen zu lassen gibt es wiederum zwei Methoden: Die eine besteht darin, tatsächlich Lautsprecher an die Decke zu hängen. Bei der weniger aufwändigen Variante werden auf die vorderen beiden Surround-Lautsprecher noch zwei Lautsprecher aufgesetzt, die an die Decke strahlen. Von dort wird der Schall an die Abhörposition reflektiert und vermittelt so den Eindruck, als ob der Klang von der Decke kommt. Dasselbe geht natürlich auch bei den Rück-Lautsprechern

3D-Sound funktioniert durch Reflektion des Schalls zurück zur Abhörposition

Je mehr Lautsprecher für die Klangausgabe zur Verfügung stehen, desto besser kann prinzipiell das Surround-Sound-Erlebnis gestaltet werden – entsprechend steigt aber auch der Installationsaufwand.

Um den zu begrenzen, können vor allem die Rücklautsprecher oft per Funk angesprochen werden, ebenso der Subwoofer. So können diese Lautsprecher schon mal ohne lästiges Kabelverlegen frei im Raum aufgestellt werden. Front- und Center-Lautsprecher befinden sich ohnehin neben Fernseher oder Leinwand und sind daher in der Regel unproblematisch zu verkabeln.

Audiovisuelle Schaltzentrale

Der AV-Receiver ist die zentrale Schaltstelle im Wohnzimmer oder Heimkino: Sie nimmt Signale unterschiedlichster Bild- und Tonquellen auf und gibt sie an verschiedene Wiedergabegeräte weiter.

Für Audio-Signale sind das die verschiedenen Lautsprecher-Sets, von der herkömmlichen Stereowiedergabe über aktuellen 3D-Surroundsound bis hin zur Multiroom-Beschallung mit zahlreichen Boxen. Aber auch Bildsignale von den unterschiedlichsten Quellgeräten können an ein oder mehrere Bildschirme weitergegeben werden, zum Beispiel Fernseher oder Beamer. Als Quellen fungieren für gewöhnlich Blu-ray-Player, TV-Receiver für Sat-, Kabel-, oder terrestrischen Empfang und sogar Spielekonsolen. Durch die zunehmende Vernetzung kommen noch vielfältige Online-Angebote hinzu.

Auch analoge Anschlüsse sind noch gängig

Außerdem gibt es für die meisten Receiver neben der herkömmlichen Fernbedienung inzwischen auch Apps zur Bedienung übers Smartphone. Trotz aller moderner Quellen verzichten viele AV-Receiver auch heute noch nicht auf analoge Eingänge etwa für einen Plattenspieler. Schließlich soll alles, was Ton und Video ausgibt an einen AV-Receiver angeschlossen werden können.

AV-Receiver sind damit in der Lage verschiedenste Surround-Sound-Tonformate zu dekodieren und in Raumklang umzusetzen. Die verschiedenen Videoformate werden dabei entweder nur an den Bildschirm oder Beamer weitergereicht, teilweise aber sogar ihrerseits aufbereitet. Wegen ihrer Vielseitigkeit und der Fähigkeit, Raumklang umzusetzen, sind sie der zentrale Baustein eines jeden Heimkinos.

Upscaling, Multiroom etc.

Die meisten AV-Receiver sind derart großzügig mit Audio-Endstufen ausgestattet, dass sie neben dem Haupt-Raum, der mit Sourround-Sound befeuert wird, einen zusätzlichen Raum zumindest mit Stereo-Signal versorgen können, es müssen nur entsprechende Lautsprecher-Kabel liegen.

Darüberhinaus besteht zumeist auch eine Möglichkeit, in den Räumen verteilte, drahtlose Lautsprecher zu versorgen, hierzu wird dann oft zumeist ein hauseigenes Funkprotokoll (Yamaha MusicCast, Denon HEOS, FlareConnect) verwendet, parallel zumeist zu Airplay und/oder Sonos. Die Einrichtung wird dann idealerweise komfortabel über die Benutzeroberfläche auf dem angeschlossenen Bildschirm vorgenommen.

Damit nicht genug, auch das Bild soll zu seinem Recht kommen; Neue Formate und Standards, wie die 4K-Auflösung oder die Kontrasterweiterung HDR sollen nach Möglichkeit den Receiver unbeschadet passieren können, um dann an Beamer oder Display weitergereicht zu werden. Unsere aktuellen AV-Receiver schaffen das problemlos, mehr noch; sie erlauben auch das hochskalieren von Bildsignalen mit Standard-Auflösung auf FullHD und sogar auf 4K. Viel anders sieht das mit der Bewältigung der aktuellen HDR-Standards aus; HDR10, DolbyVision und HDR HLG (der geplante HDR-Sendestandard) werden sämtlich unterstützt. Bei den Vorgängern sah es da noch anders aus, wir haben sie dennoch in der Auflistung belassen, da sie für den einen oder anderen Bedarf schon ein Schnäppchen darstellen.

So haben wir getestet

Seine Position als Schaltzentrale macht eine Vielzahl von Schnittstellen erforderlich. Diese Ein- und Ausgänge müssen nicht nur sicher verkabelt oder drahtlos eingebunden werden, zumeist muss der Receiver selbst an die Rahmenbedingungen der jeweiligen Installation angepasst werden.

Unsere erste Aufgabe, nach der korrekten Verkabelung, ist dann auch die eigentliche Installation, sprich, das Setup der vorhandenen Lautsprecher. Die Receiver bieten hierzu verschiedne Hilfestellungen an. Alle unserer Testmodelle verfügen beispielsweise über ein Messmikrofon, welches zusammen mit der intelligenten Elektronik, jeden angeschlossenen Lautsprecher ortet, um ihn anschließend für die ihm zugeteilte Position mit dem korrekten Signal zu versorgen.

Nachdem diese mehr oder weniger große Hürde genommen ist, geht es an die Klangbeurteilung; also wie gut gelingt es dem Receiver, die Lautsprecher stimmig anzusprechen? Wie gut passt der Rundum-Klang zum Film-Geschehen? Dabei haben wir sowohl Filme als auch Konzertmitschnitte gehört, bei hohen Pegeln, aber auch bei nachbarfreundlicher moderater Lautstärke, schließlich soll auch jetzt der Sound noch (eindrucks-)voll rüberkommen.

Als Spielpartner dient ein nuBox 513 Set 5.1.2 von Nubert, die Lautsprecher lassen sich sehr variabel aufstellen, klingen sehr ausgewogen (perfekt für einen Vergleich der Verstärkerelektronik) und kosten nicht die Welt. Wer mit den Bassqualitäten der beiden vorderen Standboxen auskommt, kann sich beispielsweise den zusätzlichen Subwoofer sparen. Außerdem bieten sowohl die rückwärtigen Boxen als auch die für Atmos zuständigen Effektlautsprecher jeweils zwei Betriebsarten an; die Rears sind als Dipol-Strahler ausgeführt, die bei Bedarf die Rückwände zur Reflexion nutzen können, die Atmos-Lautsprecher können dagegen wahlweise auf den vorderen Standboxen platziert werden, um die Decke zur Reflexion zu nutzen, oder direkt unter die Decke montiert werden.

Auch auf eine möglichst einfachen Einbindung ins Netzwerk und, wo möglich, der Multi-Room-Installationen, haben wir unser Augenmerk gerichtet. Last but not least gab es noch eine Fleißarbeit, nämlich die Dokumentation der vorhandenen Schnittstellen, denn schließlich bestimmen diese zum nicht geringen Teil das Einsatzgebiet des AV-Receivers.

Als Software für die Soundproben standen wie schon bei den Soundbars Die Tribute von Panem Mockingjay Teil 1 und Mockingjay Teil 2 zur Auswahl, außerdem Phantastische Tierwesen, und wo sie zu finden sind. All diese Scheiben liefern neben den anderen Dolby-Formaten auch Dolby Atmos. Dasselbe gilt für Roger Waters The Wall mit seinen herrlichen Live-Konzert-Aufnahmen, und natürlich diverse andere Filme. Hierbei konnten wir auch ausgiebig ausprobieren, ob die Receiver tatsächlich in der Lage sind, die aktuellen Video-Formate (4K und HDR) problemlos an Beamer oder Fernseher weiterzureichen.

 AV-Receiver Test: Sechs Av Receiver
Oben von links: Onkyo TX-NR 686, Marantz NR1609, Yamaha RX-V685.
Unten von links: Denon AVR-X4500H, Pioneer VSX-933, Yamaha RX-A1080.

Mit dem Denon AVR-X4500H, dem schlanken Marantz NR1609 sowie dem Onkyo TX-NR 686, dem Pioneer VSX-933 und den beiden Yamaha RX-A1080 und Yamaha RX-V685 haben wir die sechs jüngsten AV-Receiver im Test gehabt und dabei fast alle renommierten Hersteller berücksichtigt. Eine Überraschung am Rande: Ohne die Möglichkeit, den Receiver auf die Lautsprecher und den Raum einzumessen, kommt keines der neuen Geräte mehr aus, ohne einen dezidierten Phono-Eingang allerdings offensichtlich auch nicht.

 Test: Denon Front
Test: Heimkino-Receiver – Testsieger Denon AVR-X4500W

Testsieger: Denon AVR-X4500H

Der Denon AVR-X4500H ist ein echter Alleskönner, der zwar nicht zu den günstigsten gehört, allerdings sind noch weit teurere AV-Receiver am Markt, auch von Denon. Trotz der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, die der Denon bietet, ist die Installation und Einrichtung dank der sehr guten Nutzerführung kein Hexenwerk. Auch die tägliche Bedienung geht recht einfach von der Hand.

Dabei sieht man dem Denon seine Allroundfähigkeiten noch nicht einmal an: Die Frontplatte gibt sich aufgeräumt und es gibvt keinen Krieg der Knöpfe und Tasten, um der Funktionsvielfalt Herr zu werden – oder an ihr zu verzweifeln. Unter dem aussagekräftigen Display reihen sich einige wenige Tasten für den Direktzugriff zu den vier wichtigsten Quellgeräten.

Testsieger

Denon AVR-X4500H

Test AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
Der Denon AVR-X4500H bietet vielen digitalen Quellen Zugang, ist einfach einzurichten und sehr solide verarbeitet.

Auch die Fernbedienung glänzt mit Übersichtlichkeit, außerdem lässt sich der Denon auch mit kostenloser App per Smartphone bedienen.

Außen übersichtlich, innen Leistung satt

Ein Blick auf die Rückseite gibt allerdings eine Ahnung dessen, was in dem Receiver steckt: Sieben HDMI-Eingänge warten auf Anschluss, der achte ist leicht zugänglich an der Front, direkt neben dem USB-Eingang, zum schnellen Anschluss externer Quellen. Die frontseitige Kopfhörerbuchse gehört nicht nur in dieser Preisklasse zur Standardausrüstung.

Außerdem fallen elf Paar massiver Lautsprecherklemmen auf, hinter denen jeweils eine kräftige Endstufe steckt. Die befeuern die Surround-Lautsprecher und die Lautsprecher für eine zweite Zone. Der Subwoofer hat einen separaten Ausgang, er übernimmt die Verstärkung des Signals nämlich selbst. Beim AVR-X4500H sind die Lautsprecher-Terminals zudem, anders als sonst üblich, komplett waagerecht angeordnet und nicht paarweise übereinander. Neben den Beschriftungen sind die einzelnen Lautsprecherpaare farblich gekennzeichnet und auch das Menü hilft Schritt für Schritt mit aufwändiger Grafik und Volltexthilfe, was die Installation erheblich erleichtert.

Vernetzt wird der AVR-X4500H via Netzwerkkabel oder drahtlos per WLAN. Letzteres unterstützt sowohl das 2,4 GHz- als auch das 5 GHz-Netz. Die beiden Antennen, die aus dem Rücken ragen, sorgen für gute Empfangsverhältnisse – übrigens für WLAN und Bluetooth gemeinsam. Als weitere drahtlose Quelle darf auch das Smartphone via Bluetooth arbeiten – keine Frage, dass der Denon hier den aptX-Codec für bessere Übertragungs- und Klangqualität beherrscht.

Einmessen und Installation

Sind Lautsprecher und Subwoofer korrekt angeschlossen, folgt die penible Einstellung der Pegel auf die Raumakustik und Lautsprechergröße. Dazu liegt dem AVR-X4500H eine Papp-Pyramide mit aufgesetztem Messmikrofon bei. Das wird in eine Buchse an der Frontseite eingesteckt, anschließend wird der interne Mess-Computer aktiviert.

Audyssey MultEQ XT heißt die vollautomatische Einmessung. Sie funktioniert in der Praxis tadellos und kann auch per App-Unterstützung bedient werden. Damit ist der Denon dann automatisch schon perfekt abgestimmt, wenngleich experimentierfreudige Zeitgenossen die Abstimmung anschließend noch nach ihren Präferenzen beeinflussen können.

Beim Marantz kommt fast die gleiche Software und die gleiche Hardware in Form des Messmikrofones im Einsatz, die Hörzone wird allerdings, statt wie beim Denon in acht, nur in sechs Messpositionen aufgeteilt. Das geht etwas schneller, ist aber nicht ganz so akkurat im Ergebnis. Insbesondere für Räume mit einer kleineren Hörzone reicht das aber vollkommen aus, wer eine große Heimkino-Installation sein Eigen nennt, mit einer großzügig angelegten Hörzone mit vielen Sitzplätzen ist mit dem Favoriten von Denon besser dran.

Überhaupt wird man schon beim korrekten Anschließen von Ein- und Ausgängen Schritt für Schritt an die Hand genommen und die entsprechende grafische Oberfläche mit den Volltext-Erläuterungen macht die Installation des Boliden beinah zum Kinderspiel. Das sieht übrigens bei allen Receivern ähnlich aus. Es wird sogar ein verpolter Lautsprecher eindeutig erkannt – das ist besonders hilfreich, weil man sich bei den vielen Anschluss-Terminals schnell mal vertun kann.

Klangtest

Der Denon-Receiver spielt so gut wie alle aktuellen Audio- und Videoformate ab, darunter auch unkomprimierte FLAC- oder DSD-Dateien, diese sogar mit bis zu 5,6 MHz. Damit wird Denon den Ansprüchen der Streamingdienste gerecht, die zunehmend Musik in HiRes anbieten – und natürlich den eigenen, denn Denon ist seit jeher dem guten Klang verpflichtet, schließlich baut man immer noch legendäre Tonabnehmersysteme für Plattenspieler. Und so ist es keineswegs anachronistisch zu nennen, dass nicht nur der Denon, sondern alle sechs neu getesteten AV-Receiver wie selbstverständlich über einen entsprechenden Anschluss für die wohl älteste aller Tonkonserven bereithalten.

Der Klang ist immer ausgewogen

Alles was der Denon AVR-X4500H an die Lautsprecher ausgibt, ob nun zwei- oder mehrkanalig, folgt exakt den Vorgaben der Quelle. Trotz der Ansteuerung von nur einem Paar Atmos-Lautsprechern, die nicht etwa unter der Decke montiert sind, sondern auf den beiden Frontlausprechern liegend zu Decke abstrahlen, um dann per Reflexionen die entsprechende Rämlichkeit herzustellen, schafft er eine hervorragende Räumlichkeit: Regen plätschert oder prasselt direkt von der Decke, auch das niedrige Überfliegen des Heimkinos durch einen Hubschrauber lässt mich zusammenzucken. Der Sub wird präzise und mit Nachdruck angesteuert, und verleiht jeder Explosion den nötigen Nachdruck.

Dank seiner insgesamt elf Endstufen kann der Denon sogar vier Deckenlautsprecher ansprechen bzw. solche, die auf die Front- und Rear-Speaker positioniert werden, um per Deckenreflexion den Atmos-Effekt zu erreichen.

Dabei bleibt der Klang immer ausgewogen: Es werden keine Frequenzen bevorzugt oder benachteiligt, sondern es wird so gespielt, wie sich der Toningenieur das gedacht hat. Dialoge bleiben trotz des kontrollierten Getöses immer klar verständlich und perfekt verortet, der Ton passt perfekt zum Bild, so groß dieses auch sein mag.

Dabei kann der AVR-X4500H auch anders: Bei Musikwiedergabe, ob nun Stereo-Aufnahmen oder mehrkanalige Konzertmitschnitte von Blu-ray oder DVD, zeigt er sich bei Bedarf als hochsensibler Feinzeichner. Der Denon gibt Stimmen das ihnen eigene Timbre und schafft es bei den Konzertmitschnitten von Leonard Cohen bei jedem Zuhörer eine Gänsehaut zu erzeugen. Bei den Atmos-kompatiblen Mitschnitten des Roger Waters-Konzerts bewältigt er jeden dynamischen Wechsel, von feinen Zwischentönen und Dialogen bis hin zu aufschwellendem Getöse.

Nachteile?

Offen gestanden ist der AVR-X4500H derart ausgereift, dass es eigentlich keine Nachteile gibt. Selbst das Video-Upscaling von den analogen Eingängen zur vollen 4K-Auflösung meistert er sehr gut. Am analogen Ende der Wiedergabekette, dem Plattenspieler, gibt er sich ebenfalls keine Blößen. Bei allen modernen Quellen haben wir allerdings DAB+ vermisst, denn der Denon versteht sich in dieser Hinsicht nur auf FM. Immerhin ist InTune als Internetradio fest integriert. Ein kleines Wermutströpfchen ist auch die aktuell verfügbare Android-App. Die ist nämlich nominell noch von 2016 und tut sich mit einer aktuellen Android 9-Installation schwer.

Selbst wenn der vergleichsweise hohe Preis so manchen Cineasten ins Schwitzen bringen könnte, ist man mit dem Denon für Jahre auf der sicheren Seite. Das betrifft sowohl die Signalkompatibilität als auch die solide Fertigungsqualität.

Denon AVR-X4500H im Testspiegel

Wegen der kurzen Marktpräsenz gibt es zum Denon bisher kaum Testergebnisse. Insgesamt haben wir nur zwei gefunden, die allerdings schon sehr aussagekräftig sind:

Bei lowbeats zeigte sich Raphael Vogt 12/2018 so angetan vom Denon, dass er ihn mit 4,5 von 5 Sternen als »überragend« einstufte:

»Er ist 100 Euro günstiger als sein Vorgänger und bietet eine wirklich gigantische Ausstattung. Wir sprechen von Surround, Streaming, Multiroom sowie neuesten Codecs und Anschlüssen von IMAX (per Update) bis eARC für Atmos & Co. vom TV. Doch das wirklich Beeindruckende: Hier ist alles durchgängig auf hohem Niveau. Von der Verarbeitung bis zur Handhabung. Sowohl Vorstufenklang als auch die neun Endstufen liefern Kraft und Auflösung wie selten in dieser Klasse. […]«

Auf Area DVD erhielt der Denon im November 2018 sogar das Prädikat »Referenz«, allerdings hier wie immer ohne Endnote:

»Der Denon AVR-X4500H brilliert über alle Maßen – er ist so gut, dass man sich fragt, ob sich Denon mit diesem Modell wirklich einen Gefallen getan hat. Warum? Wem neun Endstufen ausreichen, dem kann man kaum noch erklären, warum zu den größeren AV-Verstärker-Modellen AVC-X6500H oder AVC-X8500H gegriffen werden muss.

Klar, im Detail sind die teureren Modelle sicherlich noch eine Spur besser, so z.B. bei der 3D-Ausbreitung im Atmos- oder DTS:X-Betrieb oder vielleicht bei der Bühnenstruktur im Stereomodus. Aber es sind so kleine Nuancen, und der 4500H ist auch im 3D-Audio- und im Stereobetrieb schon eine Macht, die manchen Konkurrenten verzweifeln lassen.

[…]

Perfekt ausgestattet und einfach bedienbar ist der Denon AVR-X4500H auch. Nur einen DAB+ Tuner vermissen wir.«

Alternativen

Der Denon AVR-X4500H hat für uns die Nase vorne, aber nur um Haaresbreite, vor allem, weil er Surround-Sound-Einsteigern die Installation so einfach macht und eine komplette 7.1.4 Installation erlaubt. Der Yamaha RX-A1080 hat teilweise sogar mehr Ausstattung zu bieten, das hat natürlich seinen Preis, trotzdem können wir auch diesen AV-Receiver wärmstens empfehlen.

Auch gut

Yamaha RX-A1080

Test AV-Receiver: Yamaha RX-A1080
Der große Yamaha RX-A1080 bietet vielen digitalen und noch mehr analogen Quellen Zugang, die DSP-Presets sind einzigartig.

Der Yamaha RX-A1080 füllt manche kleine Lücke, die der Denon lässt. So empfängt er standardmäßig DAB+, beim Internetradio verlässt man sich auf den Anbieter Net Radio, während die Konkurrenz auf TuneIn setzt. Allerdings gab es Anfang 2019 Probleme mit dem Zugriff auf Net Radio, Stand Februar sind diese aber behoben.

Besonderes Merkmal fast aller Receiver von Yamaha ist das umfangreiche DSP-Programm. Damit können Sie quasi die ganz eigene Klangcharakteristik verschiedner Konzertsäle, Hallen oder Clubs in Ihr Wohnzimmer holen. Auch für die unterschiedlichen Filmgenres gibt es eine ganze Reihe solcher Voreinstellungen, sodass es beim Action-Film nochmal ein gutes Stück konkreter zur Sache geht als bei einer Romanze, die eher die leisen, intensiveren Töne liebt. So gibt es auch diverse Presets für Musik-Videos, Science-Fiction und sogar Gaming – der RX-A1080 verfügt insgesamt über 24 solcher DSP-Programme, die direkt über die Fernbedienung abgerufen werden können.

Er gehört zwar auch zu den schwereren Kalibern und kann mit insgesamt neun Endstufen und einem entsprechend potenten Netzteil ein 7.1.2 Setup realisieren, aber eben nur mit zwei Atmos-Speakern. Auch seitens der Eingänge lässt Yamaha sich nicht lumpen: Insbesondere analoge Video-Eingänge sind in ausreichender Zahl vorhanden, was gut ist, wenn man noch viel älteres Equipment hat. Die Anschlüsse sind gut gekennzeichnet und die Lautsprecher-Terminals von solider Qualität. Unter den ebenfalls zahlreich vorhandenen analogen Audio-Eingängen findet sich natürlich auch ein Anschluss für einen Plattenspieler.

Zur Einmessung der Tonanlage nutz Yamaha das hauseigene YPAO-Programm. Ein Messmikrofon liegt bei, ein Stativ, wie bei Denon und Marantz, gibt es nicht – auch nicht aus Pappe. Die Einmessung selbst ist zügig erledigt. In der ersten Stufe werden sogar verpolt angeschlossene Lautsprecher eindeutig identifiziert.

Fürs Heimkino mit dem einzelnen Sessel oder der kleineren Sitzgruppe reicht die einfache Standardmessung aus. Das Mikrofon wird in der Mitte der Sitzgruppe positioniert und die Lautsprecher automatisch im Pegel und Laufzeit darauf abgestimmt. Ist die Hörzone großzügiger ausgelegt, kann man die Mehrfachmessung aktivieren. Nun werden acht Messungen durchgeführt, bei denen das Mikrofon jeweils an einer anderen Position platziert wird. Anschließend hat man von jedem Sessel und jeder Position auf der Couch das optimale Kinoerlebnis.

Die Fernbedienung ist zwar üppig belegt, das dreidimensionale Layout hilft aber ganz gut, auch im Dunkeln die wichtigsten Tasten schnell zu treffen. Wichtige Tasten wie DSP-Programme und andere den Sound beeinflussende Parameter hat man schnell im Blick, sodass man den Sound individuell anpassen kann. Auch die intelligente Sound-Anpassung, die per AI-Taste aktiviert wird, reagiert während des Filmes auf die tonale Situation und passt die Ansteuerung der Lautsprecher blitzschnell an. So wummert das Wohnzimmer im ersten Moment noch im dicksten Schlachtengetümmel, um im nächsten den Fokus auf einen Dialog zu richten. Der Clou ist: Die Automatik ist tatsächlich intelligent und lernt bei jedem Update dazu.

Schlanker Bolide

Marantz NR1609

AV-Receiver Test: Marantznr1609
Der Marantz NR1609 ist schlanker als die Konkurrenz, liefert aber mehr als genug Leistung fürs kleinere Kino und spart Platz.

Der Marantz NR1609 spricht all jene an, die es nicht so mit auffälligen Boliden haben. Er baut mit knapp über 10 Zentimetern etwas mehr als halb so hoch wie die Konkurrenz, verfügt zudem über sanft abgerundete Seiten, was ihm ein äußerst elegantes Äußeres verleiht.

Nominell und auch messtechnisch hat er weniger Leistung, spart sich zudem einige Endstufen und ist auch nicht so großzügig mit Anschlussbuchsen ausgestattet.

Verzichten muss man mangels Endstufen auf die Versorgung einer zweiten Zone. Will man ein Dolby Atmos-Setup einrichten, geht das nur als 5.1.2-Aufstellung mit maximal zwei Atmos-Speakern, die an die Surround Back-Terminals angeschlossen werden. Alternativ lässt sich nur noch ein 7.1 Setup ohne Dolby Atmos einrichten. Der Marantz hinterlässt trotz seiner schlanken Abmessungen einen soliden Eindruck, was nicht nur für die Lautsprecherklemmen gilt.

Zur Einmessung kommt einmal mehr Audyssey zum Einsatz, als Multiroom-Variante neben AirPlay noch Heos. Damit ist klar, dass Denon und Marantz aus einem Hause stammen. Auch bei der Software zur Einmessung der Lautsprecher hat man im Vergleich zum fetten Denon ein wenig gespart: Während der Denon noch nach insgesamt acht Mikrofonpositionen verlangt, gibt sich der Marantz mit sechs zufrieden, was normalerweise allerdings auch ausreicht. Statt nach einer halben Stunde, wie beim Denon, ist die Einmessung hier aber auch nach gut 20 Minuten erledigt.

Anschließend fährt der Marantz NR1609 zur Höchstform auf und schmettert mit einer Dynamik ins Wohnzimmer oder Heimkino, die man dem schmalen Gerät kaum zutraut. Selbst in meinem Testraum mit seinen 25 Quadratmetern Fläche kam der NR1609 nicht an seine Leistungsgrenze.

Der Marantz NR1609 ist damit der ideale Spielpartner, wenn es im Wohnzimmer oder Heimkino trotz Dolby Atmos optisch etwas dezenter zugehen soll. Dank integriertem Internetradio, der Multiroom-Fähigkeit und der drahtlosen Übertragung via WLAN und Bluetooth ist er trotz seines dezenten Auftrittes sehr gut ausgestattet.

Preistipp

Onkyo TX-NR 686

Test AV-Receiver: Onkyo TX-NR 686
Der Onkyo TX-NR 686 ist mit Anschlüssen, Internetradio und FM-Tuner sehr gut ausgestattet und dabei ausgesprochen preiswert.

Der Onkyo TX-NR 686 verfügt, wie auch der Pioneer und der günstige Yamaha-Receiver nicht über einen Kaltgeräte-Anschluss, sondern über ein festes Netzkabel. Er ist mit seinen gut 10 Kilo zwar spürbar leichter als die beiden Favoriten, trotzdem bringt er knapp zwei Kilo mehr auf die Waage als der schlanke Marantz.

Trotz reichlich Luft unter der Haube verfügt er nämlich über insgesamt neun Endstufen und kann damit wahlweise ein 5.1.2 oder 7.1 Setup bedienen. Ein Anschlusspaar ist ausschließlich für eine zusätzliche Stereo-Zone vorgesehen.

AccuEQ heißt hier die Raumanpassung, die durchs Einstecken des Mikrofones initiiert wird. Dann bildet die Software die verschiedenen möglichen Setups zur Auswahl ab, sodass man dieses anschließend gezielt einmessen kann. Gemessen wird nur von einer Mikrofonposition in der Mitte der Hörzone. Das geht relativ schnell, man muss die Messung allerdings komplett durchlaufen lassen, eine Rücktaste aus dem Menü heraus, falls man sich mal vertan hat, ist (noch) nicht möglich.

Trotz des recht kurzen Prozedere kann sich das Ergebnis durchaus hören lassen: Der Onkyo spielt sehr dynamisch auf, hat vor allem den Subwoofer fest im Griff und lässt auch sonst keine Schwächen erkennen.

Wer mit den sechs HDMI- und den diversen analogen Schnittstellen auskommt, kein riesiges Heimkino beschallen muss und das gesparte Budget lieber in Filme oder anderes Equipment investieren möchte, ist mit dem Onkyo gut dran. Einen Phono-Eingang, Multi-Room und Zwei-Zonen-Betrieb gibt es obendrein, abgesehen von den drahtlosen Verbindungen, die er ebenfalls zur Verfügung stellt.

Außerdem getestet

Nicht jeder möchte so viel Geld ausgeben wie für die beiden Favoriten, trotzdem aber nicht auf das eine oder andere Feature verzichten, was diese als Alleinstellungsmerkmal mitbringen. So finden Sie hier einen abgespeckten Yamaha-Receiver, der trotzdem über die einzigartigen DSP-Programme verfügt, oder den Bruder des Preistipps mit etwas anderem Schwerpunkt:

Der Yamaha RX-V685 macht von vornherein klar, dass es hier etwas kostengünstiger zugeht als beim zweiten Favoriten. Allein die Lautsprecher-Terminals wirken nicht ganz so solide wie beim Bruder, auch auf eine Frontklappe wird verzichtet, die einen Großteil der Bedienelemente elegant versteckt und vor Staub schützt.

Dennoch wirkt die Front mit den überschaubaren Bedienelementen ziemlich aufgeräumt, was gleichermaßen für die Rückseite mit den Anschlüssen gilt. An Lautsprecherausgängen und damit Verstärkerzügen mangelt es ihm nicht, nur für die Quellgeräte, analog und digital, sind weniger Buchsen vorhanden.

Auch das Einmessungsprogramm ist etwas abgespeckt und statt 24 sind »nur« 17 DSP-Programme abrufbar, was immer noch mehr ist als bei der Konkurrenz, denn auch beim kleinen Yamaha sind viele akustisch prägnante Konzert-Locations hinterlegt.

Der Pioneer VSX 933 ähnelt nicht nur äußerlich dem Onkyo, auch innen sind beide nahezu baugleich, was nur wenig verwunderlich ist, da beide Firmen seit einigen Jahren unter einem Dach arbeiten und beide Receiver von einem Band purzeln. Beim Pioneer wurden einige Eingänge eingespart – hauptsächlich analoge – außerdem gibt es hier nur einen HDMI-Ausgang.

Er ist dadurch zwar auf der Rückseite deutlich aufgeräumter, kann aber beispielsweise nicht Beamer und Fernseher parallel mit Bild versorgen, ohne dass man umstöpseln muss. Wer auf diverse analoge Eingänge verzichten kann, weil er schlicht keine solchen Geräte mehr hat, kann hier einige Euros gegenüber dem Onkyo sparen. In Punkto Einrichtung, Bedienung und vor allem Klang gibt es keine Unterschiede: Auch der Pioneer spielt zupackend auf und wird damit jedem Blockbuster akustisch gerecht.

Der Denon AVR-X2300W macht es auch unerfahrenen Nutzern sehr einfach, den umfangreich ausgestatteten AV-Receiver in Betrieb zu nehmen und auf das eigene Heimkino zu optimieren. Dabei sieht man dem Denon seine Allroundfähigkeiten noch nicht einmal an: Die Frontplatte gibt sich aufgeräumt und es gibt keinen Krieg der Knöpfe und Tasten, um der Funktionsvielfalt Herr zu werden – oder an ihr zu verzweifeln. Unter dem aussagekräftigen Display reihen sich einige wenige Tasten für den Direktzugriff auf die vier wichtigsten Quellgeräte.

Der Yamaha RX-V681 setzte seinerzeit schon etwas andere Schwerpunkte bei der Ausstattung als der Denon VR-X2300W. Vor allem verfügt er schon über einen Phono-Eingang. Gespart hat man dafür an HDMI-Eingängen: »Nur« sechs stehen am Yamaha-Receiver zur Verfügung, was in den meisten Fällen jedoch locker ausreichen wird – zumal auch hier einer gut zugänglich an der Frontseite positioniert ist. Auch hier muss man bei der Erstinstallation etwas genauer auf die Beschriftung der Lautsprecher-Terminals achten.

Mit satten neun Ausgangskanälen ist der Onkyo TX-RZ1100 in der Lage, eine kinoreife Surround-Beschallung zu realisieren. Hier sind im Atmos-Setup sogar zwei Paar Deckenlautsprecher möglich bzw. neben einem Paar bleiben noch zwei Lautsprecherklemmen für die Stereo-Beschallung eines zweiten Raumes übrig. Alle neun Endstufen sind sogenannte Class-D-Endstufen, arbeiten also voll digital. Nur so erreicht man auf allen Kanälen die erforderliche Leistung, diese arbeiten effizient und benötigen weniger Kühlung und ein moderat dimensioniertes Netzteil.

Trotz seiner langen Marktpräsenz ist der TX-RZ1100 noch auf der Höhe der Zeit, lediglich die Video-Abteilung stößt mittkerweile an ihre Grenzen: Der HDR-HLG Standard wird nicht unterstützt und SD- oder HD-Signale können nicht auf 4K hochskaliert werden.

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Kommentare

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editor
editor

Nicht mal digital über coax wird beim AVR2300 geboten. Oder habe ich was übersehen. Wenn ja, ist das lächerlich, zu dem Preis.

Markus
Markus

Toller Bericht, mein Receiver (marantz SR 5002) macht keinen Mixer mehr. Ich weiß auch nicht woran es liegt.
Frage zum Testspiegel Denon : ich habe noch einen Plattensammlung, gibt es die Möglichkeit zum nachrüsten, damit ich ab und zu mal Platten hören kann .
Möchte mir zeitnah (2-3 Tage ) einen neuen Receiver zulegen.

Danke für eine rasche Antwort
Markus

Philipp
Philipp

Hallo Thomas Johannsen,
erstmal vielen Dank für den wirklich umfassenden Artikel. Ich finde Sie haben wirklich viele Blickwinkel beachtet und vor allem den Denon 2300 voll unter die Lupe genommen. Allerdings fehlt hier in meinen Augen der Vergleich zum Onkyo Gegenstück TX-NR656, der bei fast identischem Umfang ein deutlich besseres Preis- Leistungsverhältnis aufruft (siehe http://www.heimkino-atmos.de). Den Denon mit dem Onkyo 1100 allerdings auf Augenhöhe zu stellen ist in meinen Augen allerdings sehr ambitioniert, da kann er wirklich nicht gewinnen 🙂
Trotzdem sehr sehr guter Artikel der mir Spaß gemacht hat.
Viele Grüße

Andreas Suck
Andreas Suck

Guten Tag! Wo würden Sie den ARCAM AVR850 einordnen und wie sehen Sie die Klangunterschiede zwischen HDMI und Digital-Koaxial?

Jury
Jury

Hat kein aptX!

Thomas Heimbrodt
Thomas Heimbrodt

Dann doch lieber Einstein

Mathias Bach
Mathias Bach

Denon sind ja bekannt für Ihre Vollverstärker, in den unteren Preisregionen sind Pioneer und Onkyo deutlich besser!

MB Manni
MB Manni

Habe Onkyo mit Canton Boxen was soll ich mit Denon

Rasool Atallah Abdelilah
Rasool Atallah Abdelilah

Schleift der 4k durch ?

Christoph Ewering
Christoph Ewering

Ja macht er. 4k/60p und 3D. HDR meine ich auch.

Lars Schreitmüller
Lars Schreitmüller

Jep, ab dem 2100 ist auch HDR mit bei.

Christoph Hummel
Christoph Hummel

Dann lieber den onkyo

Ralf Küsters
Ralf Küsters

Ich habe Onkyo THX 7.1 und bin sehr zu frieden mit meiner Anlage sei es für Filme , Musik oder für PC Spiele

Christos Mouratidis
Christos Mouratidis

Nie wieder Denon, nachdem man 1x auf die fresse gefallen ist lässt man die Finger von.

Man giebt 600+ Euro für ein Gerät aus und ne Woche später ist es defekt.

Basti Tippmann Aka-Hopp
Basti Tippmann Aka-Hopp

Das kann einem mit jedwedem Gerät in jedweder Preisklasse passieren und ist schlichtweg Pech gewesen

MaHa
MaHa

Ging mir genauso. Mit einem 6200 für über 2.000 €.
2 Reparatur Versuche scheiterten. Ich bin fertig mit Denon.

Mikey Wokmann
Mikey Wokmann

Wieso aus der Mode gekommen?

Jones Delgado
Jones Delgado

Die Masse neigt zur Soundbar.

Jones Delgado
Jones Delgado

Du Masse neigt zur Soundbar

Christoph Ewering
Christoph Ewering

Und die Leute mit Soundbars meinen dann es wäre der beste Sound ?

gnom
gnom

Soundbars sind der letzte Müll…ohne Ausnahme

Holger Klaus
Holger Klaus

Soooooviele Anschlüsse und trotzdem wurde der Bass und Höhenregler wegrationlisiert…

Heiko Scheja
Heiko Scheja

wenn du hochwertige Lautsprecher hast brauchst du keine Klangkorrektur

Jimmy
Jimmy

Habe Infinity Kappa 9.2i Boxen. Die das sind gute Boxen meiner Meinung nach. Aber wenn man schlecht abgemischte CDs hat dann sind Höhen und Bass Regler schon ganz gut.

Ingo Gans
Ingo Gans

Die sind meistens noch im Menü versteckt, aber ansonsten sind die auch völlig überflüssig wenn man ordentliche Lautsprecher hat! ?

Dirk Richter
Dirk Richter

Ist er doch gar nicht 😊

Jimmy
Jimmy

Ganz deiner Meinung.

Marcus Arlt
Marcus Arlt

Naja. Eigentlich ist die Anthem Serie das beste aufm Markt…