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Der beste AV-Receiver

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AV-Receiver Test: Aufmacher
Thomas Johannsen

Thomas Johannsen

hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 15 Jahren ist er Test­redakteur. Er schreibt unter anderem für hifitest.de, Heimkino, HIFI.DE, Digital Home und d-pixx.

Wir haben 21 AV-Receiver getestet. Der beste ist der Denon AVR-X4500H. Er verfügt über eine enorm üppige Ausstattung und das leichte Handling sowie eine Einmessfunktion erleichtern auch dem Heimkinoneuling die Einrichtung und sorgen schnell und unkompliziert für ein fulminantes Heimkinoerlebnis – dank Dolby-Atmos-Unterstützung sogar in beeindruckendem 3D-Sound.

Update 30. Oktober 2020

Ein halbes Dutzend neuer AV-Receiver hatten wir im Test: Der Denon AVC-X4700H markiert aktuell zusammen mit dem Marantz SR6015 das obere Ende der Preisskala, während der Marantz SR5015  und der Denon AVR-S960H preislich eher im Mittelfeld liegen. Mit dem Marantz NR1711 haben wir wieder ein Gerät im Slimline-Design und der Yamaha RX-V4A ist was für Sparfüchse. Insgesamt haben wir vier neue Empfehlungen.

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10. Januar 2020

Mit dem  Onkyo TX-NR696 und dem Pioneer VSX 934 werden zwei Vorgänger aus dem letzten Test abgelöst, allerdings hat es nicht zur Empfehlung gereicht. Der Denon AVR X2600H DAB konnte dafür eine Empfehlung einfahren. Außerdem haben wir den brandneuen Pioneer VSX-LX504 getestet, der die zweite neue Empfehlung ist. Der SR5014 und SR6014 von Marantz sind erst seit Kurzem auf dem Markt.

5. Februar 2019

Wir haben sechs neue AV-Receiver getestet. Unser neuer Favorit ist der Denon AVR-X4500H. Der Yamaha RX-A1080 ist dem Testsieger allerdings dicht auf den Fersen. Auch den Marantz NR1609 und  Onkyo TX-NR 686 können wir empfehlen.

Ein Surround-System ist für viele das einzige, was wirklich guten Sound bringt – vor allem bei actiongeladenen Filmen. Damit das Surround-Erlebnis beginnen kann, braucht man einen AV-Receiver, also das wichtigste Teil des Systems. Natürlich gibt es einige Unterschiede zwischen den Receivern auf dem Markt und auch wenn sich einige Hersteller komplett aus diesem Segment zurückgezogen haben, bieten die verbliebenen Marken noch reichlich Auswahl, sodass für jeden Einsatzzweck und Geldbeutel etwas zu finden sein dürfte.

Wir haben 21 AV-Receiver für Sie getestet. Für richtig guten Sound kann man ordentlich Geld in die Hand nehmen – muss man aber nicht. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Marantz SR6015

Test AV-Receiver: Marantz SR6015
Der SR6015 unterstützt die meisten aktuellen Formate, stellt satte Leistung zur Verfügung und ist unverkennbar von Marantz.

Mit dem Marantz SR6015 schickt der Hersteller nicht nur einen üppig ausgestatteten AV-Receiver ins Rennen, das Design mit dem markanten Bullaugen-Display ein echter Hingucker. Keine Frage, dass der Marantz auch sehr gut verarbeitet und mit genug Leistung auch fürs größere Heimkino ausgestattet ist. Streaming von diversen Portalen und Multiroom sind schon integriert. Die Bildverarbeitung ist brandaktuell und damit kompatibel mit den wichtigsten Video-Formaten.

Auch gut

Pioneer VSX-LX504

Test AV-Receiver: Pioneer VSX-LX504
Mit insgesamt neun Endstufen und genug Leistungsreserven sorgt der VSX-LX504 für perfekten Heimkinogenuss.

Der Pioneer VSX-LX504 ist zwar schon ein knappes Jahr länger auf dem Markt als die beiden anderen Favoriten, dennoch deckt auch er die wichtigsten aktuellen Video- und Audio-Formate ab. Er liefert auch für anspruchsvolle Lautsprecher genug Leistung und auch die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Außerdem kann er als einziger der drei teureren Geräte neben Internetradio auch das klassische UKW empfangen.

Wenn Geld egal ist

Denon AVC-X4700H

Test AV-Receiver: Denon AVC-X4700H
Der AVC-X4700H liefert souveräne Leistungsreserven und unterstützt neben Dolby Atmos auch das weniger verbreitete Auro-3D-Format.

Der Denon AVC-X4700H ist der Nachfolger unseres ehemaligen Favoriten und hat seitens der meisten Eckdaten vieles mit dem Marantz SR6015 gemeinsam. Die Ausgangsleistung bietet allerdings mehr Reserven, außerdem unterstützt der AVC-X4700H neben Dolby Atmos mit Auro-3D ein weiteres, nicht ganz so weit verbreitetes Format für dreidimensionalen Sound. Das hat allerdings auch seinen Preis, lohnt sich aber insbesondere für leistungshungrige Boxen.

Schlanker Bolide

Marantz NR1711

Test AV-Receiver: Marantz NR1711
Marantz stellt mit dem NR1711 wieder einen schönen, schlanken AV-Receiver ins Wohnzimmer, der alles kann, was wichtig ist.

Der Marantz NR1711 baut mit seinen zehn Zentimetern Höhe deutlich flacher als meisten Konkurrenten und kommt überall dort zum Einsatz, wo wenig Platz ist – oder sich die Akzeptanz eines massiveren Gerätes in Grenzen hält. Seitens der Anschlüsse übt er aus Platzgründen mehr Zurückhaltung als die »Großen«, trotzdem reichen diese und auch die Leistung für die meisten Heimkinos aus.

Preistipp

Yamaha RX-V4A

Test AV-Receiver: Yamaha RX-V4A
Der günstige Yamaha kann zwar weder Dolby Atmos noch Auro 3D, dafür ist aber DAB+-Empfang integriert.

Der Yamaha RX-V4A ist der günstigste AV-Receiver aus Yamahas 2020er Edition. Für einen fairen Preis von unter 500 Euro bietet er solide Leistung bis hin zum 5.1-Setup. Auf Dolby Atmos und andere 3D-Sounds muss man allerdings verzichten. Dafür lässt sich auch der günstigste Yamaha in ein MusicCast-System einbinden und ist damit voll multiroom-fähig. Die Raumeinmessung ist zwar ebenfalls abgespeckt, dafür aber schnell und sehr effektiv.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerAuch gutWenn Geld egal istSchlanker BolidePreistipp
ModellMarantz SR6015Pioneer VSX-LX504Denon AVC-X4700HMarantz NR1711Yamaha RX-V4ADenon AVR-S960HMarantz SR5015Denon AVR-X4500HYamaha RX-A1080Pioneer VSX-934Denon AVR-X2600H DABMarantz NR1609Marantz SR6014Marantz SR5014Yamaha RX-V685Pioneer VSX-933
Test AV-Receiver: Marantz SR6015Test AV-Receiver: Pioneer VSX-LX504Test AV-Receiver: Denon AVC-X4700HTest AV-Receiver: Marantz NR1711Test AV-Receiver: Yamaha RX-V4ATest AV-Receiver: Denon AVR-S960HTest AV-Receiver: Marantz SR5015Test AV-Receiver: Denon AVR-X4500HTest AV-Receiver: Yamaha RX-A1080Test AV-Receiver: Pioneer VSX-934Test AV-Receiver: Denon AVR-X2600H DABAV-Receiver Test: Marantznr1609Test AV-Receiver: Marantz SR6014Test AV-Receiver: Marantz SR5014Test AV-Receiver: Yamaha RX-V685Test AV-Receiver: Pioneer VSX-933
Pro
  • Hervorragender Klang
  • Präzise Einmessung
  • Upskaling bis bis 8K/60Hz
  • Sehr guter Klang
  • Stabile Leistung
  • Einfache Einmessung
  • Hervorragender Klang
  • Auro-3D wird unterstützt
  • Leistungsfähige Endstufen
  • Sehr guter Klang
  • Praxisgerechte Ausstattung
  • Geringe Bauhöhe
  • Sehr guter Klang
  • Streaming fähig
  • Einmessung auf die Raumakustik
  • Günstiger Preis
  • Sehr guter Klang
  • Multiroom- und Streaming fähig
  • Dolby Atmos und DTS:X kompatibel
  • Sehr guter Klang
  • Unterstützung von Dolby Atmos und DTS:X
  • Kompatibel mit 8K Video
  • Hervorragender Klang
  • Viele HDMI-Eingänge
  • Solide Verarbeitung
  • Multi-Zone- und Multi-Room-Betrieb möglich
  • Hervorragneder
  • Reichlich digitale und analoge Schnittstellen
  • DAB+ integriert
  • Viele DSP-Programme
  • Ausreichend digitale Schnittstellen
  • Sehr günstig
  • Multi-Zone-Betrieb
  • Hervorragender Klang
  • DAB+ integriert
  • Einfache Einrichtung
  • Zielsichere Einmessung
  • Hervorragender Klang
  • Einfache, zielsichere Einmessung
  • Solide Verarbeitung
  • Viele HDMI-Eingänge
  • Solide Verarbeitung
  • Multi-Zone- und Multi-Room-Betrieb möglich
  • Sehr guter Klang
  • Viele HDMI-Eingänge
  • Solide Verarbeitung
  • Multi-Zone- und Multi-Room-Betrieb möglich
  • Sehr guter Klang
  • Viele DSP-Programme
  • Multi-Zone-Betrieb
  • Viele digitale Schnittstellen verfügbar
  • Sehr günstig
  • Multi-Zone-Betrieb
Contra
  • Kein Radiotuner eingebaut
  • Kein Radiotuner eingebaut
  • Kein Radiotuner eingebaut
  • Weniger Leistung
  • Kein 3D-Sound
  • Leistung für große Räume zu niedrig
  • Leistung für große Räume eher niedrig
  • Kein DAB+
  • Aktuell zu teuer
  • Technisch nicht mehr aktuell
  • Zu teuer
  • Leistung für große Räume zu knapp
  • Kein DAB+
  • Kein DAB+
  • Wenige Eingänge
  • Nur ein HDMI-Ausgang
Bester Preis

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Warum ein AV-Receiver?

Auch wenn Soundbars, Sounddecks und Multiroom-Systeme zur Zeit in aller Munde sind – wer Filme mit echtem Surround-Sound genießen will, fährt nach wie vor mit einem vollwertigen Surround-Sound-System am besten. Das Herzstück davon ist ein AV-Receiver, der den Mehrkanalton an die Lautsprecher verteilt.

Ein 5.1-System besteht insgesamt aus sechs Lautsprechern: Einem Center, der unter dem Fernseher oder der Leinwand platziert wird und vor allem für die Sprachausgabe gedacht ist, und außerdem zwei seitlichen Lautsprechern vorne und zwei Surround-Lautsprechern neben oder leicht hinter der Abhörposition. Damit sind die fünf Lautsprecher der ersten Ziffer definiert. Die Eins in »5.1« bezeichnet den Subwoofer, der relativ frei im Raum positioniert werden kann, da die tiefen Frequenzen den ganzen Raum füllen und sich nicht gut orten lassen.

Bei 7.1-Systemen gibt es zwei weitere Lautsprecher, die noch hinter den beiden Rücklautsprechern des 5.1-Systems positioniert werden und für einen noch runderen Surround-Sound sorgen.

7.1 Lautsprecher Setup - Bild: MTX.com
Aufbau eines 7.1-Surround-Sound-Systems.

Aber damit ist noch längst nicht Schluss: 9.1 und 11.1 Systeme fügen noch sogenannte Matrix-Kanäle hinzu. Interessanter wird es aber, wenn der Sound nicht nur von vorne, den Seiten und hinten kommt, sondern auch von oben, denn damit erschließt sich auch die dritte Raumdimension.

Um diese 3D-Sound-Systeme zu kennzeichnen, wird eine dritte Ziffer angehängt: Ein 5.1.2-System besteht also aus fünf Surround-Lautsprechern, einem Subwoofer und zwei Deckenlautsprechern, bei einem 7.1.2-System kommen noch die beiden rückwärtigen Surround-Lautsprecher dazu. Beide Systeme entsprechen der Dolby Atmos-Konfiguration. Im Heimkino sind bis zu 4 Deckenlautsprecher möglich, das wäre dann folgerichtig entweder ein 5.1.4- bzw. ein 7.1.4-Setup.

Um den Ton von der Decke kommen zu lassen gibt es wiederum mehrere Methoden: Die eine besteht darin, tatsächlich Lautsprecher an die Decke zu hängen, die zwei oder vier Kanäle von oben direkt in Richtung Sitzgruppe abzustrahlen. Bei der weniger aufwändigen Variante werden auf die vorderen beiden Surround-Lautsprecher noch zwei Lautsprecher aufgesetzt, die an die Decke strahlen. Von dort wird der Schall an die Abhörposition reflektiert und vermittelt so den Eindruck, als ob der Klang von der Decke kommt. Bei entsprechender Raumhöhe besteht eine dritte Variante: Die Atmos-Lautsprecher werden an die vordere Wand montiert, und zwar möglichst hoch und schräg nach unten in Richtung Hörposition abstrahlend. Dasselbe geht natürlich auch bei den Rück-Lautsprechern.

3D-Sound funktioniert durch Reflektion des Schalls zurück zur Abhörposition

Je mehr Lautsprecher für die Klangausgabe zur Verfügung stehen, desto besser kann prinzipiell das Surround-Sound-Erlebnis gestaltet werden – entsprechend steigt aber auch der Installationsaufwand.

Um den zu begrenzen, können vor allem die Rücklautsprecher oft per Funk angesprochen werden, ebenso der Subwoofer. So können diese Lautsprecher schon mal ohne lästiges Kabelverlegen frei im Raum aufgestellt werden. Front- und Center-Lautsprecher befinden sich ohnehin neben Fernseher oder Leinwand und sind daher in der Regel unproblematisch zu verkabeln.

Audiovisuelle Schaltzentrale

Der AV-Receiver ist die zentrale Schaltstelle im Wohnzimmer oder Heimkino: Sie nimmt Signale unterschiedlichster Bild- und Tonquellen auf und gibt sie an verschiedene Wiedergabegeräte weiter.

Für Audio-Signale sind das die verschiedenen Lautsprecher-Sets, von der herkömmlichen Stereowiedergabe über aktuellen 3D-Surroundsound bis hin zur Multiroom-Beschallung mit zahlreichen Boxen. Aber auch Bildsignale von den unterschiedlichsten Quellgeräten können an ein oder mehrere Bildschirme weitergegeben werden, zum Beispiel Fernseher oder Beamer. Als Quellen fungieren für gewöhnlich Blu-ray-Player, TV-Receiver für Sat-, Kabel-, oder terrestrischen Empfang und sogar Spielekonsolen. Durch die zunehmende Vernetzung kommen noch vielfältige Online-Angebote hinzu.

 AV-Receiver Test: Av Receiver Streaming
Streaming-Dienste für Bild und Ton werden immer wichtiger.

Außerdem gibt es für die meisten Receiver neben der herkömmlichen Fernbedienung inzwischen auch Apps zur Bedienung übers Smartphone. Trotz aller moderner Quellen verzichten viele AV-Receiver auch heute noch nicht auf analoge Eingänge etwa für einen Plattenspieler. Schließlich soll alles, was Ton und Video ausgibt an einen AV-Receiver angeschlossen werden können.

Analoge Quellen werden ebenfalls berücksichtigt

AV-Receiver sind damit in der Lage verschiedenste Surround-Sound-Tonformate zu dekodieren und in Raumklang umzusetzen. Die verschiedenen Videoformate werden dabei entweder nur an den Bildschirm oder Beamer weitergereicht, teilweise aber sogar ihrerseits aufbereitet. Wegen ihrer Vielseitigkeit und der Fähigkeit, Raumklang umzusetzen, sind sie der zentrale Baustein eines jeden Heimkinos.

Upscaling, Multiroom etc.

Die meisten AV-Receiver sind derart großzügig mit Audio-Endstufen ausgestattet, dass sie neben dem Haupt-Raum, der mit Sourround-Sound befeuert wird, einen zusätzlichen Raum zumindest mit Stereo-Signal versorgen können, es müssen nur entsprechende Lautsprecher-Kabel liegen.

Darüberhinaus besteht zumeist auch eine Möglichkeit, in den Räumen verteilte, drahtlose Lautsprecher zu versorgen, hierzu wird dann oft zumeist ein hauseigenes Funkprotokoll (Yamaha MusicCast, Denon HEOS, FlareConnect) verwendet, parallel zumeist zu Airplay und/oder Sonos. Die Einrichtung wird dann idealerweise komfortabel über die Benutzeroberfläche auf dem angeschlossenen Bildschirm vorgenommen.

Damit nicht genug, auch das Bild soll zu seinem Recht kommen; Neue Formate und Standards, wie die 4K- oder sogar 8K-Auflösung sowie die Kontrasterweiterung HDR sollen nach Möglichkeit den Receiver unbeschadet passieren können, um dann an Beamer oder Display weitergereicht zu werden. Unsere aktuellen AV-Receiver schaffen das problemlos, mehr noch; sie erlauben auch das hochskalieren von Bildsignalen mit Standard-Auflösung auf FullHD und sogar auf 4K, die neusten sogar 8K. Ähnlich sieht das mit der Bewältigung der aktuellen HDR-Standards aus; HDR10, HDR10+, DolbyVision und HDR HLG (der geplante HDR-Sendestandard) wollen unterstützt werden. Bei den Vorgängern sah es da noch anders aus, wir haben sie dennoch in der Auflistung belassen, da sie für den einen oder anderen Bedarf schon ein Schnäppchen darstellen, die unterstützten HDR-Formate und die weitergeleitete Video-Formate (Pass-Through) haben wir in der Tabelle aufgelistet.

So haben wir getestet

Seine Position als Schaltzentrale macht eine Vielzahl von Schnittstellen erforderlich. Diese Ein- und Ausgänge müssen nicht nur sicher verkabelt oder drahtlos eingebunden werden, zumeist muss der Receiver selbst an die Rahmenbedingungen der jeweiligen Installation angepasst werden.

Unsere erste Aufgabe, nach der korrekten Verkabelung, ist dann auch die eigentliche Installation, sprich, das Setup der vorhandenen Lautsprecher. Die Receiver bieten hierzu verschiedne Hilfestellungen an. Alle unserer Testmodelle verfügen beispielsweise über ein Messmikrofon, welches zusammen mit der intelligenten Elektronik, jeden angeschlossenen Lautsprecher ortet, um ihn anschließend für die ihm zugeteilte Position mit dem korrekten Signal zu versorgen.

Nachdem diese mehr oder weniger große Hürde genommen ist, geht es an die Klangbeurteilung; also wie gut gelingt es dem Receiver, die Lautsprecher stimmig anzusprechen? Wie gut passt der Rundum-Klang zum Film-Geschehen? Dabei haben wir sowohl Filme als auch Konzertmitschnitte gehört, bei hohen Pegeln, aber auch bei nachbarfreundlicher moderater Lautstärke, schließlich soll auch jetzt der Sound noch (eindrucks-)voll rüberkommen.

Als Spielpartner dient ein nuBox 513 Set 5.1.2 von Nubert, die Lautsprecher lassen sich sehr variabel aufstellen, klingen sehr ausgewogen (perfekt für einen Vergleich der Verstärkerelektronik) und kosten nicht die Welt. Wer mit den Bassqualitäten der beiden vorderen Standboxen auskommt, kann sich beispielsweise den zusätzlichen Subwoofer sparen. Außerdem bieten sowohl die rückwärtigen Boxen als auch die für Atmos zuständigen Effektlautsprecher jeweils zwei Betriebsarten an; die Rears sind als Dipol-Strahler ausgeführt, die bei Bedarf die Rückwände zur Reflexion nutzen können, die Atmos-Lautsprecher können dagegen wahlweise auf den vorderen Standboxen platziert werden, um die Decke zur Reflexion zu nutzen, oder direkt unter die Decke montiert werden.

Auch auf eine möglichst einfachen Einbindung ins Netzwerk und, wo möglich, der Multi-Room-Installationen, haben wir unser Augenmerk gerichtet. Last but not least gab es noch eine Fleißarbeit, nämlich die Dokumentation der vorhandenen Schnittstellen, denn schließlich bestimmen diese zum nicht geringen Teil das Einsatzgebiet des AV-Receivers.

Als Software für die Soundproben standen wie schon bei den Soundbars Die Tribute von Panem Mockingjay Teil 1 und Mockingjay Teil 2 zur Auswahl, außerdem Phantastische Tierwesen, und wo sie zu finden sind. All diese Scheiben liefern neben den anderen Dolby-Formaten auch Dolby Atmos. Dasselbe gilt für Bohemian Rapsodie und die UHD-Discs der Serie Game Of Thrones. Hierbei konnten wir zudem ausgiebig ausprobieren, ob die Receiver tatsächlich in der Lage sind, die aktuellen Video-Formate (4K und HDR) problemlos an Beamer oder Fernseher weiterzureichen.

 AV-Receiver Test: Marantz Sr6015

Testsieger: Marantz SR6015

Der Marantz SR6015 folgt auf den SR6014 – als Grundausstattung hat er dessen neun Leistungsendstufen übernommen, die mit insgesamt elf Lautsprecherterminals nach außen gehen. Damit sind Konstellationen von 5.1.4 bis 7.1.2 möglich. Über das zusätzliche Terminal kann beispielsweise auf Wunsch eine zweite Stereozone betrieben werden.

Allerdings geht das nicht gleichzeitig, weil für die zweite Zone zwei der neun vorhandenen Endstufen benötigt werden, die dann in der Heimkinozone nicht mehr zur Verfügung stehen. Normalerweise stellt das aber kein Problem dar, denn man kann die Musik trotzdem in beiden Räumen gleichzeitig genießen, sofern man im Heimkino einige Abstriche in Kauf nimmt, indem man zum Beispiel auf zwei Atmoskanäle verzichtet.

Testsieger

Marantz SR6015

Test AV-Receiver: Marantz SR6015
Der SR6015 unterstützt die meisten aktuellen Formate, stellt satte Leistung zur Verfügung und ist unverkennbar von Marantz.

Neben Dolby Atmos wird auch die DTS Variante DTS:X als dreidimensionales Soundformat unterstützt – und außerdem IMAX Enhanced. IMAX kommt ebenfalls von DTS und beinhaltet besondere Vorgaben für die Wiedergabe von Bild und Ton, die ein noch besseres Heimkino-Erlebnis vermitteln sollen.

Die Frontplatte gibt sich aufgeräumt, lediglich zwei große Knöpfe rahmen links und rechts das markante Bullaugen-Display ein. Darunter, hinter einer massiven Klappe verborgen, befindet sich das Bedienfeld sowie einige Buchsen.

Außen übersichtlich, innen Leistung satt

Ein Blick auf die Rückseite des Marantz vermittelt allerdings einen ersten Eindruck davon, was in dem Receiver steckt: Sieben HDMI-Eingänge warten auf Anschluss, einer davon reicht sogar Videos in 8K-Auflösung an die drei HDMI-Ausgänge weiter. Unter besagter Frontklappe ist noch ein einfacher Composite-Video-Eingang, eine USB-Schnittsteller und eine Kopfhörerbuchse. Eine unscheinbare kleine Buchse unter der selben Klappe kommt meistens nur bei der ersten Installation zum Einsatz: Sie ist für das Messmikrofon vorgesehen.

Bis zu zwei aktive Subwoofer können angeschlossen werden. Eine ganze Reihe Cinch-Buchsen kann insgesamt 11.2 Lautsprecher ansteuern, sofern diese aktiv sind – also über eingebaute Verstärker verfügen. Die Koordination, welcher Lautsprecher mit welchem Signal und in welcher Stärke gefüttert wird, übernimmt ebenfalls der eingebaute Sound-Prozessor.

Vernetzt wird der Marantz SR6015 via Netzwerkkabel oder drahtlos per WLAN. Letzteres unterstützt sowohl das 2,4-GHz- als auch das 5-GHz-Netz. Die beiden Antennen, die aus dem Rücken ragen, sorgen für gute Empfangsverhältnisse – übrigens für WLAN und Bluetooth gemeinsam. Damit sind Multiroom-Szenarien und dem Streaming von Audio und Video kaum Grenzen gesetzt.

Die HEOS App fungiert dabei als Steuerzentrale auf dem Smartphone und der Receiver dient dann als mögliche Signalquelle für angeschlossene WLAN-Lautsprecher in anderen Räumen. Allerdings müssen alle Komponenten mit HEOS kompatibel sein. Eine Ausnahme bildet dabei Airplay 2, was der Marantz ebenfalls beherrscht. Allerdings ist man dann an die Aiplay-Oberfläche und deren Beschränkungen gebunden, während HEOS fast alle aktuellen Streaming-Dienste zur Verfügung stellt.

Trotz der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, die der Marantz bietet, ist die Installation und Einrichtung dank der sehr guten Nutzerführung kein Hexenwerk.

Installation und Einmessen

Beim Marantz SR6015 sind die Lautsprecher-Terminals, anders als mitunter üblich, komplett in einer Reihe angeordnet und nicht als Doppelreihe paarweise übereinander. Neben den Beschriftungen sind die einzelnen Lautsprecherpaare farblich gekennzeichnet und auch das Menü steht Schritt für Schritt mit aufwändiger Grafik und Volltexthilfe während der Erstinstallation zur Seite.

Die Fernbedienung hat ein übersichtliches Layout – einzig die Eingabe von Passwörtern für die WLAN-Verbindung ist etwas mühselig, in der Regel aber nur einmal fällig. Darüber hinaus lässt sich der Denon auch mit der kostenlosen Remote App per Smartphone bedienen, das funktioniert aber nur, wenn der Receiver während der Erstinstallation für eine Netzwerk-Bedienung freigegeben wird. Leider ist die App schon etwas betagt und tut sich etwas schwer, Verbindung zum Receiver aufzunehmen. Das kann allerdings auch mit dem verwendeten Smartphone zusammenhängen. Jedenfalls gibt es hier noch Potential für Verbesserungen.

Prinzipiell wird man schon beim korrekten Anschließen von Ein- und Ausgängen Schritt für Schritt an die Hand genommen. Die entsprechende grafische Oberfläche mit den Volltext-Erläuterungen macht die Installation des Boliden beinahe zum Kinderspiel. Das sieht übrigens bei allen Receivern ähnlich aus. Es wird sogar ein verpolter Lautsprecher eindeutig erkannt – das ist besonders hilfreich, weil man sich bei den vielen Anschlussterminals schnell mal vertun kann.

Sind Lautsprecher und Subwoofer korrekt angeschlossen, folgt die penible Einstellung der Pegel auf die Raumakustik und Lautsprechergröße. Dazu liegt dem Marantz SR6015 eine Papp-Pyramide mit aufgesetztem Messmikrofon bei. Das wird in eine Buchse an der Frontseite eingesteckt, anschließend wird der interne Mess-Computer aktiviert.

Mit Audyssey MultEQ XT32 ist beim SR6015 die vollautomatische Einmessung in der umfangreichsten Version installiert. Hierzu wird das mitgelieferte Messmikrofon standardmäßig nacheinander an acht unterschiedliche Positionen im Bereich des Hörplatzes aufgestellt, um dann die Messroutine für jeden Lautsprecher zu durchlaufen. Das funktioniert in der Praxis tadellos und führt zu einem beeindruckenden Klangerlebnis.

In gut 15 Minuten ist die Surround-Anlage automatisch perfekt auf die Raumakustik abgestimmt, wenngleich experimentierfreudige Zeitgenossen die Abstimmung anschließend noch nach ihren Präferenzen beeinflussen können. Die Lautsprecher können aber auch anschließend umgestellt werden, ohne dass man das komplette Prozedere abermals durchlaufen muss, einfach das gewünschte Lautsprecherpaar auswählen und auf die neue Position einmessen.

Klangtest

Der Marantz SR6015 spielt so gut wie alle aktuellen Audio- und Videoformate ab, darunter auch unkomprimierte FLAC- oder DSD-Dateien, diese sogar mit bis zu 5,6 MHz. Damit wird er den Ansprüchen der meisten Streamingdienste gerecht, die zunehmend Musik in HiRes anbieten. Aber das ist nicht alles – denn wie bei den meisten anderen Testkandidaten verfügt auch der Marantz über einen Phono-Eingang, schließlich hat Marantz sogar eine Plattenspieler im Programm.

Dynamisch beim Film, ausgewogen bei Musik

Alles was der an die Lautsprecher ausgibt, ob nun zwei- oder mehrkanalig, folgt exakt den Vorgaben der Quelle. Trotz der Ansteuerung von nur einem Paar Atmos-Lautsprechern, schafft er eine hervorragende Räumlichkeit. Die Lautsprecher sind dabei nicht etwa unter der Decke montiert, sondern auf den beiden Frontlausprechern liegend zur Decke abstrahlend, um dann per Reflexionen die entsprechende Räumlichkeit herzustellen. Regen plätschert oder prasselt direkt von der Decke, auch das niedrige Überfliegen des Heimkinos durch einen Hubschrauber lässt uns zusammenzucken. Der Sub wird präzise und mit Nachdruck angesteuert und verleiht jeder Explosion den nötigen Nachdruck.

Bei einem 5.1.4-Setup kann der Marantz sogar vier Deckenlautsprecher ansprechen bzw. solche, die auf die Front- und Rear-Speaker positioniert werden, um per Deckenreflexion den Atmos-Effekt zu erreichen. Obwohl Dolby das eigentlich nicht vorsieht, lässt sich mit dem Sound Processing des Marantz auch mit sogenannten Höhen-Lautsprechern, die vorn oben an der Wand angebracht werden, ein beeindruckender 3D-Effekt erreichen. Bei Auro-3D ist das sogar ausdrücklich vorgesehen, das beherrscht der Marantz allerdings nicht, sondern in unserem Testfeld nur der teurere AVC-X4700H von Denon.

Über die Effekte hinaus bleibt der Klang dennoch immer ausgewogen: Es werden keine Frequenzen bevorzugt oder benachteiligt, sondern es wird so gespielt, wie sich der Toningenieur das gedacht hat. Dialoge bleiben trotz des kontrollierten Getöses immer klar verständlich und lassen sich perfekt verorten, der Ton passt perfekt zum Bild, so groß es auch sein mag.

Bei Musikwiedergabe, ob nun Stereo-Aufnahmen von der Schallplatte oder mehrkanalige Konzertmitschnitte von Blu-ray oder DVD, zeigt sich der Marantz SR6015 bei Bedarf als hochsensibler Feinzeichner. Er gibt Stimmen das ihnen eigene Timbre und schafft es bei den Konzertmitschnitten von Leonard Cohen bei jedem Zuhörer eine Gänsehaut zu erzeugen. Bei den Atmos-kompatiblen Mitschnitten des Roger-Waters-Konzerts bewältigt er jeden dynamischen Wechsel, von feinen Zwischentönen und Dialogen bis hin zu aufschwellendem Getöse.

Nachteile?

Der Marantz SR6015 ist derart ausgereift, dass es eigentlich keine Nachteile gibt. Das Video-Upscaling von FullHD-Videos zur vollen 4K- oder sogar 8K-Auflösung meistert er sehr gut, wenngleich ein aktueller Fernseher oder Beamer hier unter Umständen gleichziehen kann. Wermutströpfchen ist sicher die Remote App zumindest in der Android-Version. Der Verzicht auf einen Tuner, ob nun DAB oder UKW, ist verschmerzbar – zumal der Marantz quasi über einen direkten Draht zum TuneIn Internetradio verfügt.

Marantz SR6015 im Testspiegel

Wegen der kurzen Marktpräsenz gibt es zum Marantz SR6015 noch keine Testergebnisse. Wir werden sie aber sobald wie möglich nachreichen.

Alternativen

Der Marantz hat für uns die Nase vorne, aber nur knapp, vor allem, weil er Surround-Sound-Einsteigern die Installation so einfach macht und eine komplette 7.1.4 Installation erlaubt. Der Denon hat teilweise sogar mehr Ausstattung zu bieten, das hat natürlich seinen Preis, trotzdem können wir auch diesen AV-Receiver wärmstens empfehlen.

Auch gut

Pioneer VSX-LX504

Test AV-Receiver: Pioneer VSX-LX504
Mit insgesamt neun Endstufen und genug Leistungsreserven sorgt der VSX-LX504 für perfekten Heimkinogenuss.

Beim Pioneer VSX-LX504 muss man seitens der Ausstattung, Verarbeitung und Leistung gegenüber den beiden Favoriten von Denon und Yamaha nur wenige Abstriche machen. Insbesondere die neun zur Verfügung stehenden Endstufen lassen Installationen von 5.1.4 bis hin zu 7.1.2 alle Varianten zu. Bis zu zwei zusätzliche (Stereo-) Hörzonen lassen sich außerdem befeuern, wenn man auf die Höhen-Lautsprecher verzichtet. Alternativ lassen sie sich über entsprechende Vorverstärker-Ausgänge mit Hilfe separater Endstufen oder aktiver Lautsprecher realisieren.

Eine zweite Video-Zone ist nur eingeschränkt möglich, da an die entsprechende HDMI-Buchse nur die Signale der Buchsen eins bis drei weitergereicht werden. Verzichten muss man zudem auf DAB+, den Digital-Radio Standard: Der Pioneer beschränkt sich auf analoges Radio, bietet dank seiner Netzwerktauglichkeit allerdings Zugang zu den meisten Streaming-Diensten und zum Internetradio-Dienst TuneIn. Mit FlareConnect unterstützt er zudem das hauseigene Multiroom-Streaming, ist aber auch kompatibel mit Sonos und Apples AirPlay.

Wer nun eine Fülle von Bedienelementen erwartet, um diese vielfältigen Funktionen kontrollieren zu können, täuscht sich. Ebenso wie der Favorit von Denon stecken auch hier die meisten Bedienelemente unter einer Klappe, die bei Bedarf satt aufklappt und die Knöpfe, Tasten und einige Buchsen freigibt. Denn hinter der Klappe befindet sich nicht nur die Buchse für das Messmikrofon, das dem Receiver zur Einmessung auf die Raumakustik beiliegt, sondern auch eine Kopfhörerbuchse, eine HDMI- sowie eine USB-Schnittstelle.

Die Bedientasten unter der Klappe wird man wohl eher selten benötigen, denn die Erstinstallation kann komplett über die Fernbedienung und das Bildschirmmenü vorgenommen werden. Zwar unterscheidet sich das Layout des Menüs deutlich von dem der Denon oder Marantz-Geräte, es ist aber nicht weniger eingängig und führt den Besitzer Schritt für Schritt durch die Verkabelung und anschließende Anpassung an die Raumakustik.

Inklusive Einmessung ist der VSX-LX504 auch vom Laien innerhalb einer halben Stunde spielfertig. Dann heißt es nur noch Film einlegen oder streamen, anschnallen und los geht’s!

Klanglich gehört der VSX-LX504 keinesfalls zu den Schönfärbern. Wenn es richtig kracht, lässt er es krachen. Geflüsterte Dialoge sind trotzdem klar und deutlich zu verstehen, und selbst im schlimmsten Schlachtengetümmel hat er in unserer Testumgebung mit dem nuBox 513 Set 5.1.2 von Nubert niemals auch nur ansatzweise die Kontrolle verloren oder gar zu Verzerrungen geneigt.

Die Leistung, die der Pioneer VSX-LX504 an bis zu neun Boxen abgibt, reicht vollkommen aus, um auch ein größeres Heimkino souverän zu beschallen.

Wenn Geld egal ist

Denon AVC-X4700H

Test AV-Receiver: Denon AVC-X4700H
Der AVC-X4700H liefert souveräne Leistungsreserven und unterstützt neben Dolby Atmos auch das weniger verbreitete Auro-3D-Format.

Der Denon AVC-X4700H hat zwar in einigen Teilen große Ähnlichkeit mit dem SR6015, was daran liegt, dass Marantz und Denon nicht nur die gleichen Vertriebskanäle nutzen, sondern auch die gleiche Entwicklungsabteilung. Dennoch legt jede der beiden Marken Wert auf Eigenständigkeit. Neben dem Design und der klanglichen Feinabstimmung sind es zusätzliche Features, die den Unterschied machen.

So unterstützt der AVC-X4700H neben Dolby Atmos mit Auro-3D ein weiteres Format zur Realisierung eines dreidimensionalen Kino-Sounds. Zwar ist Auro-3D der am wenigsten auf Disks verbreitete Standard, er erfreut sich aber besonders bei Konzertaufnahmen großer Beliebtheit. Außerdem lassen sich die meisten 5.1 oder 7.1 Tonspuren gerade mit dem Auro-Matic Upmixer in eindrucksvolle 3D-Klangwelten erweitern.

Davon abgesehen verfügt der AVC-X4700H über eine höhere Ausgangsleistung als der Marantz, womit er gerade in großen Räumen nochmal souveräner aufspielen kann. Um auch mit einem einfachen 5.1- oder 7.1-Setup zumindest einen annähernd akzeptablen 3D-Sound zu erzeugen, beherrscht der Denon zudem die Dolby Height Virtualization oder DTS Virtual:X. Das ist gut, wenn man aus Platz- oder Budget-Gründen vorerst noch auf Höhen-Lautsprecher verzichten muss.

Die 11.2-Vorverstärker-Ausgänge erlauben auch dem Denon das Jonglieren mit insgesamt elf Lautsprechern plus zwei Subwoofern. Damit lässt sich ein komplettes 7.1.4-Setup realisieren – vorausgesetzt, man verfügt über aktive Lautsprecher, also mit eingebauter Leistungsstufe. So oder so erfolgt die Koordination und Einmessung der Lautsprecher auf die Raumakustik mit der integrierten Software Audyssey MultEQ XT32 zusammen mit dem Audessey-Messmikrofon.

Der AVC-X4700H hat sogar noch einen HDMI-Eingang mehr als der SR6015, hier wie dort schleift einer der Eingänge auch 8K-Signale zum Display oder Beamer durch. Die Integration von HEOS erlaubt das Streaming der meisten Dienste in ein HEOS-Multiroom-System.

Klanglich ist der AVC-X4700H etwas anders abgestimmt als unser Favorit von Marantz. Diese Unterschiede sind aber so marginal, dass man es nur im A-B Vergleich hören könnte, wäre man beim Umstöpseln der Gerätschaften nur schnell genug. So muss man die Klangunterschiede objektiv ins Land der Psycho-Akustik verweisen.

Als Mehrwert für den etwas höheren Preis bleibt dann hauptsächlich die höhere Leistung des AVC-X4700H, die Unterstützung von Auro-3D und natürlich das jeweils prägnante Design der beiden Hersteller.

Schlanker Bolide

Marantz NR1711

Test AV-Receiver: Marantz NR1711
Marantz stellt mit dem NR1711 wieder einen schönen, schlanken AV-Receiver ins Wohnzimmer, der alles kann, was wichtig ist.

Schlank, dezent und dennoch leistungsfähig füllt Marantz mit dem NR1711 eine nicht zu unterschätzende Lücke. Nicht jeder kann, will oder darf sich einen der fetten Boliden ins Wohnzimmer stellen, da kommt der Marantz im Slimline-Gehäuse zum Einsatz.

Dafür ist der Marantz NR1711 auch nicht ganz so üppig ausgestattet wie seine größeren Geschwister. So gibt es im flachen Marantz nur sieben statt neun Endstufen. Es wird weniger Leistung abgerufen, wodurch auch der Trafo für die Stromversorgung etwas kleiner dimensioniert sein darf.

Trotz der schlanken Bauweise ist der NR1711 auch mit sieben Endstufen in der Lage, ein 5.1.2-Atmos-Setup zu befeuern. Dann bleibt zwar nichts mehr für eine zweite Zone, die lässt sich jedoch über die beiden Vorverstärker mit zwei aktiven Lautsprechern realisieren. Weil der NR1711 auf Rückseite nur wenig Platz hat, hat man die Lautsprecherterminals ausnahmsweise in Zweierreihe angeordnet. Trotzdem hat er nur Platz für sechs HDMI-Eingänge und nur einen Ausgang. Dafür nimmt es auch hier einer der Eingänge mit 8K-Auflösung auf. Von den vier analogen Audio-Eingängen ist einer für Phono zuständig, auch das sollte in den meisten Wohnzimmern reichen.

Eingemessen wird wie immer bei Marantz mit Audyssey, hier kommt die einfachere MultEQ Variante zum Einsatz. Das Messmikrofon wird auf sechs statt auf acht Positionen eingemessen, das geht dann etwas schneller als bei den anderen.

Der Klang des schlanken NR1711 ist allerdings alles andere als schlank. Wenn das Wohnzimmer oder Heimkino nicht allzu groß ist (bis etwa 25 Quadratmeter), sorgt der Marantz schon für reichlich Alarm – wenn es sein muss, bis der Nachbar schellt. Er kann aber auch anders: Der eingebaute Phono-Eingang wird so manchen das schwarze Gold in Form von Vinyl-Schallplatten wieder nahebringen.

Preistipp

Yamaha RX-V4A

Test AV-Receiver: Yamaha RX-V4A
Der günstige Yamaha kann zwar weder Dolby Atmos noch Auro 3D, dafür ist aber DAB+-Empfang integriert.

Im Jahr 2020 ist alles etwas anders – nicht nur bei Yamaha kommt es zu Verzögerungen bei der Einführung neuer Produkte. Die renommierte Aventage-Reihe des japanischen Unternehmens lässt noch auf sich warten, dafür gibt man am unteren Ende der Preisskala schon mal einen kleinen Blick frei, wie die nächsten Boliden wohl aussehen könnten. Mit dem RX-V4A hat man nicht nur die bekannten Modellbezeichnungen aufgegeben. Der Receiver hat ein komplett neues Gesicht bekommen – mit Hochglanzfront und darin integriertem Display. Der UVP liegt schon deutlich günstig unter 500 Euro, trotzdem muss man dank MusicCast nicht auf die beliebten Streaming-Dienste verzichten.

Der Yamaha RX-V4A hat die komplette Bauhöhe von 17 Zentimetern. Was auf der glänzenden Frontpartie mit dem großen Lautstärke-Knopf noch als aufgeräumt durchgeht, sieht auf der Rückseite fast schon nach gähnender Leere aus. Ganze fünf Lautsprecher können angeschlossen werden, was zusammen mit einem Subwoofer maximal ein 5.1-Setup möglich macht.

Richtig, Dolby Atmos oder DTS:X sind damit unmöglich geworden. Also ist der RX-V4A ein echter Sparmeister oder eben was für Einsteiger, die sich sicher sind, dass ihnen 5.1 Surround für die nächsten Jahre reicht.

Auch an Eingängen wurde nach Möglichkeit gespart: Nur vier HDMI-Eingänge müssen reichen. Dafür wird aktuell auch 8k/60 an den einen Ausgang weitergereicht. Bei den analogen Audio-Eingängen sieht es ähnlich aus – drei Geräte können per Cinch-Buchsen angeschlossen werden, einen Phono-Eingang gibt es hier nicht.

Punkten kann der Yamaha RX-V4A dagegen mit seinem DAB-Tuner. Außerdem ist selbst in dem günstigsten Receiver von Yamaha mit YPAO ein Einmess-System auf die Raumakustik installiert. Zusammen mit dem Mikrofon aus dem Lieferumfang ist der Yamaha in Windeseile eingemessen. Das ist kaum verwunderlich, benötigt er doch maximal zwei Messdurchgänge, wobei das Mikrofon lediglich an einem einzigen Standort positioniert werden muss.

Umso erstaunlicher ist das klangliche Endergebnis dieser kurzen Prozedur. Nach guter Tradition gibt es beim Yamaha natürlich auch Sound Presets, also Voreinstellungen des Sounds für verschiedene Anwendungen und Genres. Es sind insgesamt 17 solcher Sound Presets abrufbar – und zwar einfach mit zwei Tasten auf der Fernbedienung.

Der RX-V4A kann sowohl seitens der Bedienung als auch seiner Eckdaten voll überzeugen und ist unsere Empfehlung für alle, die auf 3D-Sound verzichten können, nicht aber auf ein tolles Klangerlebnis im Heimkino. Außerdem macht er neugierig auf die nächste Avantage-Generation.

Außerdem getestet

Nicht jeder möchte so viel Geld ausgeben wie für die Favoriten, trotzdem aber nicht auf das eine oder andere Feature verzichten. So finden Sie zum Beispiel mit dem Marantz SR6014 noch den Vorgänger unseres Favoriten sowie dessen kleineren Bruder, aber auch die noch lieferbaren Geräte aus vorangegangenen Tests sind hier aufgelistet. Allerdings sollten Sie unbedingt einen Blick in die Tabelle werfen, nicht jedes Gerät unterstützt alle aktuellen Video- oder Tonformate!

Der Auftritt des Denon AVR-S960H ist erstmal ebenso massiv wie der des teureren Bruders AVC-X4700H, nur die Bedientasten an der Vorderseite sind frei zugänglich und nicht hinter einer dicken Frontklappe verborgen. Dreht man den AVR-S960H dann um, wird sofort klar, dass die Anzahl der Schnittstellen deutlich geringer ausgefallen ist. Der Denon AVR-S960H kommt mit insgesamt sieben Endstufen aus, damit lässt sich aber immerhin ein 5.1.2-Setup für ein ordentliches Dolby-Atmos-Erlebnis befeuern. Die Zahl der Schnittstellen ist im Vergleich zu den teureren Brüdern ebenfalls stark reduziert – analog wie digital. Dennoch reichen sie für ein durchschnittliches Heimkino vollkommen aus, zumal einer der sechs HDMI-Eingänge sich auch für 8K Quellen eignet und selbst auf einen Phono-Eingang muss man nicht verzichten.

Die Fernbedienung hat ein ähnlich übersichtliches Layout wie die der Kollegen von Marantz. Bei der Ersteinrichtung wird man auch hier per Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand genommen, bis hin zur Einmessung auf die Raumakkustik per Audessey Software mit dem zugehörigen Mikrofon. Audyssey MultEQ benötigt nur sechs Positionen des Mikrofons zur Einmessung, damit ist die Messung nicht ganz so akkurat wie bei den Kollegen, dafür ist das Prozedere aber schneller erledigt.

Im Gegensatz zum AVC-X4700H verfügt der Denon AVR-S960H sogar über einen eingebauten FM-Tuner. HEOS ist ohnehin integriert und damit steht neben den üblichen Streaming-Diensten auch TuneIn als Internetradio zur Verfügung.

Fürs Heimkino im kleinen Wohnzimmer ist der AVR-S960H also der perfekte Spielpartner, das eingesparte Geld kann man dann in Blu-rays oder Streaming-Abos investieren.

Das markante runde Display prangt auch auf der Front des Marantz SR5015. Die leicht gebogenen Seitenwangen sorgen ebenfalls für einen markanten Auftritt. Eine solide Klappe gibt es dagegen nicht, die Bedientasten sind alle frei zugänglich, lediglich ein kleines Kläppchen verdeckt ein paar Anschlussbuchsen und schützt sie so vor Staub. Auch der Marantz SR5015 gehört zu den günstigeren seiner Zunft, der mit nur sieben Endstufen immerhin ein kleines 5.1.2-Atmos-Setup beschicken kann.

Die Rückseite sieht entsprechend übersichtlich aus. So sind nur sechs HDMI-Eingänge vorhanden, von denen einer sogar 8K-Material annimmt und ungehindert an den Ausgang weiterleitet. Besonders auffällig ist die dritte Antennen-Buchse, zwei sind wie üblich für die beiden Bluetooth/WLAN-Stummel reserviert, eine zusätzliche steht für eine FM-Antenne bereit. Der SR5015 hat nämlich einen FM-Tuner integriert, dem Dank HEOS TuneIn als Digitalradio zur Seite steht.

Die Ersteinrichtung und Einmessung unterscheidet sich beim SR5015 nicht von den großen Brüdern, die Software Audyssey MultEQ XT benötigt ebenfalls bis zu acht Mikrofon-Positionen zur akkuraten Anpassung.

Entsprechend gut ist das Ergebnis, denn der SR5015 kann klanglich voll überzeugen, ob nun beim 5.1-Filmton, in einem 5.1.2-Atmos-Setting oder in einfacher Stereo-Manier, wie es der Phono-Eingang erfordert. Erst wenn es sehr laut werden muss, weil der Raum unter Umständen etwas größer ist, stößt der Marantz an seine Leistungsgrenzen.

Der Denon AVR-X4500H ist ein echter Alleskönner, dank seines zukunftsweisenden Konzeptes ist er auch nach Erscheinen des Nachfolgers technisch immer noch auf der Höhe der Zeit. Erst kürzlich wurde er per Update zur Unterstützung von IMAX Enhanced fit gemacht. IMAX beinhaltet besondere Vorgaben für die Wiedergabe von Bild und Ton, die ein noch besseres Heimkino-Erlebnis vermitteln sollen.

Dabei sieht man dem Denon seine Allroundfähigkeiten noch nicht einmal an: Die Frontplatte gibt sich aufgeräumt und es gibt keinen Krieg der Knöpfe und Tasten, um der Funktionsvielfalt Herr zu werden – oder an ihr zu verzweifeln. Unter dem aussagekräftigen Display reihen sich einige wenige Tasten für den Direktzugriff zu den vier wichtigsten Quellgeräten.

Auch die Fernbedienung glänzt mit Übersichtlichkeit, außerdem lässt sich der Denon auch mit kostenloser App per Smartphone bedienen.

Sieben HDMI-Eingänge warten auf Anschluss, der achte ist leicht zugänglich an der Front, direkt neben dem USB-Eingang, zum schnellen Anschluss externer Quellen.

Die neun Leistungsendstufen befeuern die Surround-Lautsprecher bis hin zum 5.1.4 beziehungsweise 7.1.2 plus alternativ die Lautsprecher für eine zweite Zone. Bis zu zwei aktive Subwoofer können außerdem angeschlossen werden, die übernehmen die Verstärkung des Signals nämlich selbst.

Beim AVR-X4500H sind die Lautsprecher-Terminals zudem, anders als sonst üblich, komplett in einer Reihe angeordnet und nicht als Doppelreihe, paarweise übereinander.

Vernetzt wird der AVR-X4500H via Netzwerkkabel oder drahtlos per WLAN. Letzteres unterstützt sowohl das 2,4 GHz- als auch das 5 GHz-Netz. Die beiden Antennen, die aus dem Rücken ragen, sorgen für gute Empfangsverhältnisse – übrigens für WLAN und Bluetooth gemeinsam. Als weitere drahtlose Quelle darf auch das Smartphone via Bluetooth arbeiten – keine Frage, dass der Denon hier den aptX-Codec für bessere Übertragungs- und Klangqualität beherrscht.

Seit erscheinen des Nachfolgers AVC-X4700H wurde der AVR-X4500H vom Siegertreppchen verdrängt, nicht zuletzt deshalb, weil er kaum noch verfügbar ist, und wenn dann zu unrealistisch hohen Preisen.

Unter den wenigen noch verbliebenen Herstellern von AV-Receivern hat Yamaha sicher eine besondere Position inne. Der Yamaha RX-A1080 füllt manche kleine Lücke, welche die anderen Hersteller lassen. So empfängt er standardmäßig DAB+, beim Internetradio verlässt man sich auf den Anbieter Net Radio, während die Konkurrenz auf TuneIn setzt. Sowohl bei der Einmessung auf die Raumakkustik als auch beim Multiroom-System setzt man ebenfalls auf eigene Lösungen.

Besonderes Merkmal fast aller Receiver von Yamaha ist das umfangreiche DSP-Programm. Damit können Sie quasi die ganz eigene Klangcharakteristik verschiedner Konzertsäle, Hallen oder Clubs in Ihr Wohnzimmer holen.

Auch für die unterschiedlichen Filmgenres gibt es eine ganze Reihe solcher Voreinstellungen, sodass es beim Action-Film nochmal ein gutes Stück konkreter zur Sache geht als bei einer Romanze, die eher die leisen, intensiveren Töne liebt. So gibt es auch diverse Presets für Musik-Videos, Science-Fiction und sogar Gaming – der RX-A1080 verfügt insgesamt über 24 solcher DSP-Programme, die direkt über die Fernbedienung abgerufen werden können.

Mit insgesamt sieben Endstufen und einem entsprechend potenten Netzteil ist der Yamaha gut für ein 5.1.2-Setup, also mit nur zwei Atmos-Speakern. Wird die zweite (Stereo-)Zone gleichzeitig genutzt, schaltet der Yamaha die Deckenlautsprecher im Heimkino ab. Getrennt lassen sich dagegen beide Setups ohne Einschränkung nutzen.

Zur Einmessung der Tonanlage nutz der Yamaha das hauseigene YPAO-Programm. Ein Messmikrofon liegt bei, ein Stativ, wie bei Denon und Marantz, gibt es nicht – auch nicht aus Pappe. Die Einmessung selbst ist zügig erledigt. In der ersten Stufe werden sogar verpolt angeschlossene Lautsprecher eindeutig identifiziert.

Auch die intelligente Sound-Anpassung, die per AI-Taste aktiviert wird, reagiert während des Filmes auf die tonale Situation und passt die Ansteuerung der Lautsprecher blitzschnell an. So wummert das Wohnzimmer im ersten Moment noch im dicksten Schlachtengetümmel, um im nächsten den Fokus auf einen Dialog zu richten. Der Clou ist: Die Automatik ist tatsächlich intelligent und lernt bei jedem Update dazu.

Ein Blick auf das Videohandling zeigt allerdings, dass der RX-A1080 nicht mehr ganz aktuell ist; maximal 4K Auflösung wird von der Quelle an den Bildschirm durchgereicht. Andererseits stehen 8K-Inhalte aktuell kaum zur Verfügung, selbst 4K Filme breiten suích nur langsam aus. Dennoch ist der Yamaha etwas in die Jahre gekommen, und es wird zet für einen Nachfolger.

Pioneer VSX-934

Test AV-Receiver: Pioneer VSX-934

Keine Preise gefunden.

Auch der Pioneer VSX-934 hat seinen Vorgänger, den VSX-933, auf die hinteren Plätze verwiesen. Er hat wieder so viel Ähnlichkeit mit dem Bruder von Onkyo, dass selbst die Fernbedienungen sich nur aufgrund des aufgedruckten Logos unterscheiden. Die Einrichtung inklusive Einmessung des Pioneer VSX-934 funktioniert folgerichtig wie beim einfachen Onkyo. Das ist kein Wunder, schließlich kommt weitgehend die gleiche Software und zumindest ähnliche Hardware zu Einsatz.

Auch klanglich gibt es erstmal nichts zu bemängeln, solange der VSX-934 mit moderaten Lautstärken betrieben wird. Nun kann unser Hörraum mit gut 30 Quadratmetern und vielen Durchgängen nach fast allen Seiten schon auch höhere Pegel vertragen ohne dass es anstrengend wird. Das gilt indes nicht für den Pioneer, der nun hörbar an seine Grenzen stößt. Der Sound wird harsch, die Kontrolle über die tiefen Töne, die über die Standboxen vorne links und rechts vermittelt werden, geraten leicht außer Kontrolle.

Die Aussage ist klar, die Leistungsreserven des Pioneer eignen sich eher für kleinere Räume und auch er verzichtet auf analoge Videoeingänge.

Den Denon Denon AVR-X2600H DAB gibt es auch ohne Digitalradio, dann heißt er schlicht AVR-X2600H. Ansonsten sind sie baugleich. Wer auf DAB+ verzichtet, kann aktuell zwar etwa 20 Euro sparen, das ist allerdings nicht ratsam, denn mittlerweile ist das DAB-Netz sehr gut ausgebaut und Sie bekommen diverse Radiosender in bester Qualität und nahezu störungsfrei geliefert. Anders als der AVR-X4500H verfügt der Denon AVR-X2600H DAB nur über sieben Endstufen, ist daher auf Umgebungen mit 7.1 und 5.1.2 begrenzt, wobei trotzdem die Möglichkeit besteht, zwei Subwoofer anzuschließen. Eingangsseitig gibt es im Vergleich zu den Favoriten ebenfalls einige Einschränkungen. Zwar sind auch hier acht HDMI-Eingänge vorhanden, einer davon sogar leicht zugänglich an der Vorderseite, das Bild kann allerdings nur an einen einzigen Fernseher oder Beamer weitergegeben werden. Ein Zwei-Zonen-Betrieb ist also weder fürs Bild noch für den Ton möglich.

Da der Denon AVR-X2600H DAB über die gleiche Netzwerk-Anbindung verfügt wie sein großer Bruder, nämlich per LAN oder WLAN und sich sogar auf Bluetooth-Streaming versteht, muss man von dieser Seite keinerlei Einschränkungen hinnehmen. Neben dem normalen analogen UKW-Radio verfügt der Denon AVR-X2600H DAB zudem über einen DAB-Tuner, mit dem mittlerweile reichlich regionale und überregionale digitale Radiosender empfangen werden können – und das komplett ohne Rauschen oder andere Störungen.

Klanglich liegt der Denon AVR-X2600H DAB ganz auf dem Niveau des Favoriten. Das Gleiche gilt für die Installation, Einmessung und schließlich die Bedienung im Alltag. Zur Einmessung auf die Raumakustik steht mit Audyssey MultEQ XT eine leicht abgespeckte Version der Messsoftware des Favoriten von Denon zur Verfügung. Allerdings wird die Hörzone auch hier in acht Segmente unterteilt, die separat eingemessen werden.

Ein besonderes Feature ist der Dolby Atmos Heigh Virtualizer: Damit benötigen Sie keine extra Lautsprecher für den Sound von oben, der wird virtuell vom Receiver über die vorhandenen Boxen realisiert. Das ist zwar nicht ganz so beeindruckend wie echte oder reflektierte Beschallung von oben, spart aber Platz und schont unter Umständen die Beziehung zum Nachbarn.

Der AVR-X2600H DAB von Denon ist die ideale Schaltzentrale für das Wohnzimmer, die Ausgangsleistung reicht selbst für einige Heimkino-Installationen aus. Dank seiner Streamingfähigkeiten, seiner Rundfunkqualitäten und der einfachen Bedienung im alltäglichen Gebrauch, macht er sich hervorragend im kleineren Heimkino oder im Wohnzimmer. Dabei kann er problemlos die herkömmliche Stereo-Anlage in Rente schicken, denn es lässt sich sogar ein Plattenspieler anschließen.

Dezent statt protzig – der Marantz NR1609 ist mit seinen zehn Zentimetern Höhe nur halb so hoch wie die meisten Konkurrenten. Dazu ist die Front fein abgerundet, was ihn noch eleganter erscheinen lässt. Dennoch hat er es faustdick hinter der soliden Frontplatte und die Leistung reicht für die meisten Heimkinos aus. Abstriche muss man lediglich bei der Anzahl der Lautsprecherkanäle und Eingänge machen.

Der Marantz NR1609 spricht all jene an, die es nicht so mit auffälligen Boliden haben. Er baut mit knapp über 10 Zentimetern etwas mehr als halb so hoch wie die Konkurrenz, verfügt zudem über sanft abgerundete Seiten, was ihm ein äußerst elegantes Äußeres verleiht.

Nominell und auch messtechnisch hat er weniger Leistung, spart sich zudem einige Endstufen und ist auch nicht so großzügig mit Anschlussbuchsen ausgestattet.

Verzichten muss man mangels Endstufen auf die Versorgung einer zweiten Zone. Will man ein Dolby-Atmos-Setup einrichten, geht das nur als 5.1.2-Aufstellung mit maximal zwei Atmos-Speakern, die an die Surround Back-Terminals angeschlossen werden. Alternativ lässt sich nur noch ein 7.1-Setup ohne Dolby Atmos einrichten. Der Marantz hinterlässt trotz seiner schlanken Abmessungen einen soliden Eindruck, was nicht nur für die Lautsprecherklemmen gilt.

Zur Einmessung kommt einmal mehr Audyssey zum Einsatz, als Multiroom-Variante neben AirPlay noch Heos. Damit ist klar, dass Denon und Marantz aus einem Hause stammen. Auch bei der Software zur Einmessung der Lautsprecher hat man im Vergleich zum fetten Denon ein wenig gespart: Während der Denon noch nach insgesamt acht Mikrofonpositionen verlangt, gibt sich der Marantz mit sechs zufrieden, was normalerweise allerdings auch ausreicht. Statt nach einer halben Stunde, wie beim Denon, ist die Einmessung hier aber auch nach gut 20 Minuten erledigt.

Anschließend fährt der Marantz NR1609 zur Höchstform auf und schmettert mit einer Dynamik ins Wohnzimmer oder Heimkino, die man dem schmalen Gerät kaum zutraut. Selbst in meinem Testraum mit seinen 25 Quadratmetern Fläche kam der NR1609 nicht an seine Leistungsgrenze.

Der Marantz NR1609 ist damit der ideale Spielpartner, wenn es im Wohnzimmer oder Heimkino trotz Dolby Atmos optisch etwas dezenter zugehen soll. Dank integriertem Internetradio, der Multiroom-Fähigkeit und der drahtlosen Übertragung via WLAN und Bluetooth ist er trotz seines dezenten Auftrittes sehr gut ausgestattet.

Der Marantz SR6014 ist eng mit dem AVR-X4500H verwandt und das ist kaum verwunderlich, schließlich werden die Geräte von Denon und Marantz unter einem Dach entwickelt. Sie unterscheiden sich hauptsächlich beim Design und in den Feinheiten der klanglichen Abstimmung. Sie sollen daher unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Grundlegende Merkmale, wie die Inline-Anordnung der Lautsprecher-Terminals sowie die Hard- und Software zum Einmessen auf die Raumakustik sind bei beiden gleich.

Auch der SR6014 lässt seitens der Ein- und Ausgänge keine Wünsche offen, die praktische Anordnung der Lautsprecher-Klemmen in einer Reihe ist hier ebenfalls umgesetzt.Auch bei der Erstinstallation mit Einmessung der Receiver-Lautsprecher-Kombination auf die Raumakustik erinnert vom Prozedere und vor allem der Menü-Oberfläche stark an den Bruder von Denon.

Die Unterschiede finden sich offensichtlich im Design: Freunde des Marantz-Designs verzichten nur ungern auf das runde Bullaugen-Display und noch weniger auf das gold-silberne Gehäuse, das an die Champagner-Oberflächen älterer Marantz-Geräte erinnert.

Beim Sound meint es der Bolide von Marantz  ebenso ernst wie sein Kollege von Denon, hier gibt es ebenfalls neun Endstufen und ordentlich Leistung. Einzig die Kompatibilität mit Auros 3D – neben Dolby Atmos und DTS:X ein weiteres, dreidimensionales Tonformat – lässt der Marantz vermissen. Auch bei der Abstimmung des Sounds vertreten beide Marken etwas unterschiedliche Philosophien, was allerdings letztlich Geschmackssache ist.

Der Marantz SR5014 kann mit seinen sieben Endstufen lediglich ein 7.1- oder ein 5.1.2-Setup befeuern, eignet sich daher idealerweise für Heimkino-Installationen in räumlich überschaubaren Dimensionen. Ansonsten muss man aber weder auf individuelle Raumanpassungen noch auf Netzwerkfähigkeiten und andere Annehmlichkeiten verzichten.

Weil der SR5014 nicht über die große Frontklappe des SR6014 verfügt, gibt es hier natürlich diverse Bedientasten und auch Buchsen – wobei man zum Schutz die Buchsen für das Messmikrofon und einen einfachen Video-Eingang hinter einer kleinen Frontklappe findet. Die integrierte Messsoftware ist ebenso wie das Mikrofon von Audyssey kaum merklich abgespeckt und vor allem ebenso einfach zu bedienen.

Den SR5014 gibt es wahlweise in Schwarz oder Champagner, das kleine runde Display finden Sie in beiden Varianten.

Der Yamaha RX-V685 macht von vornherein klar, dass es hier etwas kostengünstiger zugeht als beim zweiten Favoriten. Allein die Lautsprecher-Terminals wirken nicht ganz so solide wie beim Bruder, auch auf eine Frontklappe wird verzichtet, die einen Großteil der Bedienelemente elegant versteckt und vor Staub schützt. Dennoch wirkt die Front mit den überschaubaren Bedienelementen ziemlich aufgeräumt, was gleichermaßen für die Rückseite mit den Anschlüssen gilt. An Lautsprecherausgängen und damit Verstärkerzügen mangelt es ihm nicht, nur für die Quellgeräte, analog und digital, sind weniger Buchsen vorhanden.

Auch das Einmessungsprogramm ist etwas abgespeckt und statt 24 sind »nur« 17 DSP-Programme abrufbar, was immer noch mehr ist als bei der Konkurrenz, denn auch beim kleinen Yamaha sind viele akustisch prägnante Konzert-Locations hinterlegt.

Der Pioneer VSX 933 ähnelt nicht nur äußerlich dem Onkyo, auch innen sind beide nahezu baugleich, was nur wenig verwunderlich ist, da beide Firmen seit einigen Jahren unter einem Dach arbeiten und beide Receiver von einem Band purzeln. Beim Pioneer wurden einige Eingänge eingespart – hauptsächlich analoge – außerdem gibt es hier nur einen HDMI-Ausgang. Er ist dadurch zwar auf der Rückseite deutlich aufgeräumter, kann aber beispielsweise nicht Beamer und Fernseher parallel mit Bild versorgen, ohne dass man umstöpseln muss. Wer auf diverse analoge Eingänge verzichten kann, weil er schlicht keine solchen Geräte mehr hat, kann hier einige Euros gegenüber dem Onkyo sparen. In Punkto Einrichtung, Bedienung und vor allem Klang gibt es keine Unterschiede: Auch der Pioneer spielt zupackend auf und wird damit jedem Blockbuster akustisch gerecht.

45
Kommentare

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Remo
Remo

Herzlichen Dank für den super Bereicht.
Eine Frage stellt sich mir aber noch. Multiroom wurde ja behandelt. Nun möchte ich aber auch zwei verschiedene Videosignale in die verteilen können, also Mulitscreen. Welche der Receiver unterstützt dies?

Redaktion
Redaktion

Hallo Remo,
es gibt unseres Wissens nach keine AV-Receiver für den Privatgebrauch, die mehrere Videosignale verteilen können. Die Firma Creston bietet eine solche Lösung an, die ist aber sehr teuer.

Eine günstigere Alternative für zuhause wäre ein Multimedia-Server, der
mehrere Räume mit verschiedenen Quellen versorgt, Bild und Ton gehen dann idealerweise direkt in den jeweiligen Raum, ohne den Umweg über den Receiver.

editor
editor

Nicht mal digital über coax wird beim AVR2300 geboten. Oder habe ich was übersehen. Wenn ja, ist das lächerlich, zu dem Preis.

Markus
Markus

Toller Bericht, mein Receiver (marantz SR 5002) macht keinen Mixer mehr. Ich weiß auch nicht woran es liegt.
Frage zum Testspiegel Denon : ich habe noch einen Plattensammlung, gibt es die Möglichkeit zum nachrüsten, damit ich ab und zu mal Platten hören kann .
Möchte mir zeitnah (2-3 Tage ) einen neuen Receiver zulegen.

Danke für eine rasche Antwort
Markus

Philipp
Philipp

Hallo Thomas Johannsen,
erstmal vielen Dank für den wirklich umfassenden Artikel. Ich finde Sie haben wirklich viele Blickwinkel beachtet und vor allem den Denon 2300 voll unter die Lupe genommen. Allerdings fehlt hier in meinen Augen der Vergleich zum Onkyo Gegenstück TX-NR656, der bei fast identischem Umfang ein deutlich besseres Preis- Leistungsverhältnis aufruft (siehe http://www.heimkino-atmos.de). Den Denon mit dem Onkyo 1100 allerdings auf Augenhöhe zu stellen ist in meinen Augen allerdings sehr ambitioniert, da kann er wirklich nicht gewinnen 🙂
Trotzdem sehr sehr guter Artikel der mir Spaß gemacht hat.
Viele Grüße

Andreas Suck
Andreas Suck

Guten Tag! Wo würden Sie den ARCAM AVR850 einordnen und wie sehen Sie die Klangunterschiede zwischen HDMI und Digital-Koaxial?

Jury
Jury

Hat kein aptX!

Thomas Heimbrodt
Thomas Heimbrodt

Dann doch lieber Einstein

Mathias Bach
Mathias Bach

Denon sind ja bekannt für Ihre Vollverstärker, in den unteren Preisregionen sind Pioneer und Onkyo deutlich besser!

MB Manni
MB Manni

Habe Onkyo mit Canton Boxen was soll ich mit Denon

Rasool Atallah Abdelilah
Rasool Atallah Abdelilah

Schleift der 4k durch ?

Christoph Ewering
Christoph Ewering

Ja macht er. 4k/60p und 3D. HDR meine ich auch.

Lars Schreitmüller
Lars Schreitmüller

Jep, ab dem 2100 ist auch HDR mit bei.

Christoph Hummel
Christoph Hummel

Dann lieber den onkyo

Ralf Küsters
Ralf Küsters

Ich habe Onkyo THX 7.1 und bin sehr zu frieden mit meiner Anlage sei es für Filme , Musik oder für PC Spiele

Christos Mouratidis
Christos Mouratidis

Nie wieder Denon, nachdem man 1x auf die fresse gefallen ist lässt man die Finger von.

Man giebt 600+ Euro für ein Gerät aus und ne Woche später ist es defekt.

Basti Tippmann Aka-Hopp
Basti Tippmann Aka-Hopp

Das kann einem mit jedwedem Gerät in jedweder Preisklasse passieren und ist schlichtweg Pech gewesen

MaHa
MaHa

Ging mir genauso. Mit einem 6200 für über 2.000 €.
2 Reparatur Versuche scheiterten. Ich bin fertig mit Denon.

Mikey Wokmann
Mikey Wokmann

Wieso aus der Mode gekommen?

Jones Delgado
Jones Delgado

Die Masse neigt zur Soundbar.

Jones Delgado
Jones Delgado

Du Masse neigt zur Soundbar

Christoph Ewering
Christoph Ewering

Und die Leute mit Soundbars meinen dann es wäre der beste Sound ?

gnom
gnom

Soundbars sind der letzte Müll…ohne Ausnahme

Holger Klaus
Holger Klaus

Soooooviele Anschlüsse und trotzdem wurde der Bass und Höhenregler wegrationlisiert…

Heiko Scheja
Heiko Scheja

wenn du hochwertige Lautsprecher hast brauchst du keine Klangkorrektur

Jimmy
Jimmy

Habe Infinity Kappa 9.2i Boxen. Die das sind gute Boxen meiner Meinung nach. Aber wenn man schlecht abgemischte CDs hat dann sind Höhen und Bass Regler schon ganz gut.

Ingo Gans
Ingo Gans

Die sind meistens noch im Menü versteckt, aber ansonsten sind die auch völlig überflüssig wenn man ordentliche Lautsprecher hat! ?

Dirk Richter
Dirk Richter

Ist er doch gar nicht 😊

Jimmy
Jimmy

Ganz deiner Meinung.