Test: Heimkino-Receiver – Testsieger Denon AVR-X2300W

Testsieger: Denon AVR-X2300W

Der Denon AVR-X2300W macht es auch unerfahrenen Nutzern sehr einfach, den umfangreich ausgestatteten AV-Receiver in Betrieb zu nehmen und auf das eigene Heimkino zu optimieren.

Dabei sieht man dem Denon seine Allroundfähigkeiten noch nicht einmal an; die Frontplatte gibt sich aufgeräumt, kein Krieg der Knöpfe und Tasten, um der Funktionsvielfalt Herr zu werden – oder an ihr zu verzweifeln. Unter dem aussagekräftigen Display reihen sich einige wenige Tasten für den Direktzugriff zu den vier wichtigsten Quellgeräten.

Auch die Fernbedienung glänzt mit Übersichtlichkeit, außerdem lässt sich der Denon auch dank kostenloser App per Smartphone bedienen.

Ein Blick auf die Rückseite gibt allerdings eine Ahnung dessen, was in dem Receiver steckt: sieben HDMI-Eingänge warten auf Anschluss, der achte ist leicht zugänglich an der Front, direkt neben dem USB-Eingang, zum schnellen Anschluss flexibler externer Quellen. Die frontseitige Kopfhörerbuchse ist ebenfalls eine komfortable Dreingabe.

Rückseitig fallen sieben Paar massiver Lautsprecherklemmen auf, hinter denen jeweils eine kräftige Endstufe steckt. Die befeuern die Surround-Lautsprecher, der Subwoofer hat einen separaten Ausgang, er übernimmt die Verstärkung des Signals nämlich selbst. Neben den Beschriftungen sind die einzelnen Lautsprecherpaare farblich gekennzeichnet, passend hierzu liegen dem AVR-X2300W farblich passende Aufkleber für die Kabel bei, was die Installation erheblich erleichtert.

Vernetzt wird der AVR-X2300W via Netzwerkkabel oder drahtlos per WLAN. Letzteres unterstützt sowohl das 2,4 GHz- als auch das 5 GHz-Netz. Die beiden Antennen, die aus dem Rücken ragen sorgen für gute Empfangsverhältnisse. Als weitere drahtlose Quelle darf auch das Smartphone via Bluetooth arbeiten, keine Frage, dass der Denon hier den aptX-Codec für bessere Übertragungs- und Klangqualität beherrscht.

Einmessen und Installation

Sind Lautsprecher und Subwoofer korrekt angeschlossen, folgt die penible Einstellung der Pegel auf die Raumakustik und Lautsprechergröße. Dazu liegt dem AVR-X2300W eine Papp-Pyramide mit aufgesetztem Messmikrofon bei. Das wird in eine Buchse an der Frontseite eingesteckt, anschließend wird der interne Mess-Computer aktiviert.

Audyssey MultEQ XT heißt die vollautomatische Einmessung, die funktioniert in der Praxis tadellos und kann auch per App-Unterstützung bedient werden. Damit ist der Denon dann automatisch schon perfekt abgestimmt, wenngleich experimentierfreudige Zeitgenossen die Abstimmung auch nach ihren Präferenzen beeinflussen können.

Sogar der Aufbau eines Dolby-Atmos-Systems gelingt dank der Schnellstartanleitung und des übersichtlichen Setup-Assistenten spielend einfach.

Klangtest

Der Denon-Receiver spielt so gut wie alle Audio- und Videoformate ab, darunter auch unkomprimierte FLAC- oder DSD-Dateien, neuerdings mit bis zu 5,6 MHz. Damit wird Denon den Ansprüchen der Streamingdienste gerecht, die zunehmend Musik in HiRes anbieten – und natürlich den eigenen, denn Denon ist seit jeher dem guten Klang verpflichtet, schließlich baut man immer noch legendäre Tonabnehmer-Systeme für Plattenspieler. Umso erstaunlicher ist, dass hier das erste Manko des Receivers auffällt: er hat nämlich keinen Phono-Eingang. Wer den benötigt muss zu unserer Alternative, dem Yamaha RX-V681, greifen.

Alles was der Denon AVR-X2300W an die Lautsprecher rausgibt, ob nun zwei- oder mehrkanalig, folgt exakt den Vorgaben der Quelle. Trotz der Ansteuerung von nur einem Paar Deckenlautsprecher schafft er eine hervorragende Räumlichkeit: Regen plätschert oder prasselt direkt von der Decke, auch das niedrige Überfliegen des Heimkinos durch einen Hubschrauber lässt mich zusammenzucken. Der Sub wird präzise und mit Nachdruck angesteuert, und verleiht jeder Explosion den nötigen Nachdruck.

Dabei bleibt der Klang immer ausgewogen, es werden keine Frequenzen bevorzugt oder benachteiligt, sondern es wird so gespielt, wie sich der Toningenieur das gedacht hat. Dialoge bleiben trotz des kontrollierten Getöses immer klar verständlich und perfekt verortet.

Dabei kann der Denon auch anders: Bei Musikwiedergabe, ob nun Stereo-Aufnahmen oder mehrkanalige Konzertmitschnitte von Blu-ray oder DVD, zeigt er sich bei Bedarf als hochsensibler Feinzeichner. Der Denon gibt Stimmen das ihnen eigene Timbre und schafft es bei den Konzertmitschnitten von Leonard Cohen bei jedem Zuhörer eine Gänsehaut zu erzeugen.

Nachteile?

Offengestanden ist der AVR-X2300W derart ausgereift, dass es eigentlich keine Nachteile gibt. Lediglich analoges Signal auf HDMI Upsampling ist im Gegensatz zum Vorgänger nicht mehr möglich – und es fehlt wie gesagt ein Phono-Eingang. Für alle, die ihren Plattenspieler schon vor Jahren ausrangiert haben, ist das aber keine Einschränkung.

Denon AVR-X2300W Testspiegel

Trotz seiner recht kurzen Marktpräsenz konnte der Denon schon reichlich Lob von den einschlägigen Fach-Magazinen einheimsen. Er ist ein Paradebeispiel dafür, wie man ein gutes Gerät noch verbessern kann, und das ohne Aufpreis:

Die AudioVision hat fünf AV-Receiver in der 700-Euro-Klasse getestet, und erklärte den Denon AVR-X2300W mit 78 von 100 Punkten zum Testsieger – der Yamaha RX-V681 erreicht mit derselben Punktzahl aber ebenfalls den Testsieg (Ausgabe 8/2016):

„Mit umfangreicher Ausstattung, viel Leistung und gutem Klang entpuppt sich Denons AVR-X2300W als echter Allrounder – und sichert sich, zusammen mit dem Yamaha RX-V681, den Testsieg.“

Zum Klang schreibt Tester Andreas Oswald:

„Im Stereo-Betrieb musizierte der Denon gleichfalls schön transparent und doch mit körperhaften Instrumenten, dabei druckvoll und schlackenfrei im Bass. Das ist viel Klang zum kleinen Preis.“

In der Video  gefiel neben der Vielseitigkeit auch die hervorragende Klangqualität des Denon, er ging hier eindeutig als Testsieger von insgesamt drei Testgeräten hervor (Ausgabe 7/2016):

„Der Denon AVR-X2300W macht das Heimkino nicht nur fit für Ultra HD und 3D-Audio. Für diesen Preis gibt es derzeit wohl kaum einen besser klingenden AV-Receiver.“

Auch mein Kollege Jochen Schmidt attestierte dem Denon AVR-X2300W in der Heimkino ein „überragendes“ Testergebnis in der Oberklasse, neben der Note 1,0 gab es noch eine Auszeichnung als „Highlight“ (Ausgabe 7-8/2016):

„Der neue AVR-X2300W von Denon begeistert Musik- und Filmfans gleichermaßen. Er ist hervorragend ausgestattet, lässt sich leicht bedienen und sieht gut aus. Wer in höhere Klangsphären aufsteigen möchte, sollte den 2300er in die engere Auswahl nehmen.“

Auch im Test von AreaDVD konnte der Denon mit seiner üppigen Ausstattung und dem hervorragenden Klang ein „überragendes“ Ergebnis ernten. Im Fazit heißt es:

„Wie schon der AVR-X2200W ist auch der AVR-X2300W eine ‚runde Sache‘. Viel hat Denon am reichhaltigen Ausstattungsumfang nicht geändert, nur im Detail wurde angepasst und optimiert. Nach wie vor punktet der Denon mit reichhaltiger Audio- und Videoausstattung. […] Die Endstufen sind nicht die schnellsten, überzeugen dafür mit fundiertem Nachdruck und einem vielschichtigen Abbildungsvermögen bei komplexen Effektgefügen. Die eingebaute Videosektion liefert überdies ein gelungenes Upscaling von Full-HD-Inhalten auf 4K.“

Raphael Vogt zeigt sich auf Lowbeats ebenfalls sehr angetan vom Denon. Zum Klang schreibt er:

„Was da an Spielfreude aus den Boxen tanzte, war schlicht sensationell. Das hatte Kraft, zeigte selbst feine Texturen, eine wunderschöne Balance aus Grob- und Feindynamik. […] Selbst das Thema Mehrkanal meisterte der Kandidat sehr gut. Das Bassmanagement kostete keinerlei spürbare Auflösung oder Dynamik. […] Erst bei einer Belastung mit 5.1 und 7.1 Lautsprechern am Ausgang merkte man bei Pegeln jenseits der Zimmerlautstärke, dass die räumliche Darstellung und Feindynamik immer mehr litten. An Kraft mangelte es aber nie. Top.“

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Kommentare

38 Kommentare zu "Der beste AV-Receiver"

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Meiner…

Schade, können nur max. 2.1 nutzen……….

Robin Fühli Schiller

Was will ich denn mit so ner alten kiste wie dem x2300w? 😛

Weil du alt bist :p

Mein AVC-A1SE ist alt 😉

aber gut !!!

Bin ich mit zufrieden …auch wenn der Yamaha RX-V481 keine schlechtere Wahl gewesen.., wäre der x1300 nicht so sehr im Preis gesunken hätte ich auch wieder zum Yamaha gegriffen. Die Fb des Denon x1300 ist nen echter Scherz, wirkt, und fühlt sich auch billig verarbeitet an, mein voriger Yamaha rx 371 wirkte nicht nur von der Fb sondern auch von der Gehäusefront hochwertiger obwohl Einsteigerklasse. Schade dass es inzwischen selbst in der 1000€ Reihe kein vernünftiges Drehrad mehr gibt…“nur Plastik“. Mein nächster wird aber wohl doch wieder ein Yamaha.

Benjamin Otto

Florian Resch

Hop den ah. Display 2 Mal kaputt gewesen

Hop den ah Display 2 Mall kaputt gewesen

Früher immer Denon bis ich dann zum ersten Mal den Yamaha gekauft habe. Identische Leistung zum günstigeren Preis. Wären sie Preisgericht würde ich mittlerweile trotzdem bei Yamaha bleiben

Also ich hab den onkyo TX SR 605 bin damit vollstens zufrieden mit 7.1 aber nächstes jahr hol ich mir auch das Upgrade von Dolly Atmos und dtsx ein muss fürs Heimkino delüxe

Tobias Beurer was sagst zu sowas?

Geht nicht nur um Designs sonder um die Technik . Sound .
Das ist bei denon um einiges besser .
Jeder hat andere Meinung . Jedes Gerät hat an sich eigenen Klang charakteristik.
Für verschiedene Geschmäcke . Aber es geht um die Technik . Da ist denon klar vorne . :)schönen Fest euch allen jetzt

Schon einmal über den Tellerrand geguckt und die Mainstream Huren mal außen vor gelassen… Fallen mir spontan Rotel, McIntosh, Arcam, Classe ein, die in einer ganz anderen Liga spielen.

Naja. Eigentlich ist die Anthem Serie das beste aufm Markt…

Soooooviele Anschlüsse und trotzdem wurde der Bass und Höhenregler wegrationlisiert…

wenn du hochwertige Lautsprecher hast brauchst du keine Klangkorrektur

Die sind meistens noch im Menü versteckt, aber ansonsten sind die auch völlig überflüssig wenn man ordentliche Lautsprecher hat! 🤔

Wieso aus der Mode gekommen?

Jones Delgado

Die Masse neigt zur Soundbar.

Du Masse neigt zur Soundbar

Und die Leute mit Soundbars meinen dann es wäre der beste Sound 😄

Sebastian Klenner

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