Badmintonschläger Test: Badminton Aufmacher Copyright: Vladislav Vasnets / Pexels
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Letztes Update: 23.9.2021

Der beste Badmintonschläger

Wir haben 16 Badmintonschläger getestet. Der beste für die meisten ist der FZ Forza Airflow 74 Lite. Mit nur 78 Gramm ist er ein echtes Leichtgewicht und überzeugt daher im Handling auf ganzer Linie. So spielt er sich in jeder Situation angenehm und ist dabei zu mehr Power in der Lage, als man ihm vielleicht zutrauen würde. Aber wir haben auch noch andere Empfehlungen, etwa für Spieler, die sich maximale Geschwindigkeit wünschen.

Matthias Becker
hat Politikwissenschaft und Soziologie studiert und testet als passionierter Sportler alles, was mit Sport, Fitness und Ernährung zu tun hat.
Letztes Update: 23. September 2021

Wir haben den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind weiterhin aktuell.

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Wir testen ständig neue Produkte und aktualisieren unsere Empfehlungen regelmäßig. Gerne informieren wir Sie, sobald dieser Artikel aktualisiert wird.

Badminton – oder das lockere Federball – hat sich als beliebter Freizeitsport etabliert. Zum schlichten Hin und Her, was allgemein als Federball bezeichnet wird, braucht es nicht mehr als zwei Schläger, einen Ball und etwas Platz, typischerweise draußen. Der Wettkampfsport Badminton wird dagegen in der Halle ausgetragen, denn schon der kleinste Windstoß beeinflusst die Flugbahn der leichten Bälle und würde das Spiel zu sehr zur Glückssache machen.

Häufig machen Kinder und Jugendliche ihre ersten Badminton-Erfahrungen im Schulsport. Hier wird oft Badminton gespielt, da es Koordination, Reaktionsvermögen und Ausdauer schult. Dabei ist die Technik trotzdem fix gelernt und auch die Regeln sind nicht kompliziert. Wer mit der Zeit über das Anfängerniveau hinauskommt – und das geht relativ schnell –, wird bald bemerken, wie wichtig die passende Ausrüstung für optimales Spiel ist.

Wir haben 16 Badmintonschläger getestet, vom schweren Stahlschläger bis zum superleichten Carbon-Modell für über 100 Euro. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

FZ Forza Airflow 74 Lite

Test Badmintonschläger: FZ Forza Airflow Lite
Superleichter Schläger mit erstklassigem Handling und dennoch nicht zu wenig Power.

Die große Stärke des FZ Forza Airflow 74 Lite ist zweifelsohne sein super Handling. Mit nur 78 Gramm Gesamtgewicht spielt er sich stets angenehm und bringt trotz der eigentlich geringen Schwungmasse noch ausreichend Power mit – zumindest für die meisten Spieler. Zwei Griffbänder werden gleich mitgeliefert, damit ist guter Halt und viel Gefühl garantiert.

Auch gut

Yonex Nanoflare 170LT

Test Badmintonschläger: Yonex Nanoflare 170LT
Leichter Allrounder, der in jeder Situation angenehm spielbar ist und keine Schwächen zeigt.

Als leichter Allrounder hat uns der Yonex Nanoflare 170LT überzeugt. Seine Kernkompetenz ist immer noch das Handling, aber mit seiner leichten Kopflastigkeit und dem flexiblen Schaft lässt es sich mit ihm auch überraschend hart schlagen. So sollten nicht nur Einsteiger Spaß am Nanoflare haben, sondern auch Fortgeschrittene.

Für Angriffsspieler

Babolat X-ACT 85XF

Test Badmintonschläger: Babolat X-ACT 85XF
Der schlagkräftigste Kandidat im Test, perfekt für offensive Spieler.

Wem es Spaß macht, dem Gegner schnelle und harte Smashes um die Ohren zu hauen, der wird am Babolat X-ACT 85XF seine Freude haben. 92 Gramm sind stattlich, dafür liefert das Racket aber auch die härtesten Schläge im Test. Dank des angenehmen Griffs hat man stets gute Kontrolle, so gelingen auch präzise Bälle.

Solide und schlagkräftig

Talbot Torro Isoforce 1011.8

Test Badmintonschläger: Talbot Torro Isoforce 1011.8
Recht günstige Alternative für Spieler, die nicht auf satte Power verzichten möchten.

Einigermaßen günstig, aber dennoch sehr schlagkräftig ist der Talbot Torro Isoforce 1011.8. Das heißt aber nicht, dass der Schläger nur fürs Grobe gemacht ist. Dank gutem Handling, nur 85 Gramm Gesamtgewicht und einem haptisch ansprechenden Griff qualifiziert er sich auch für die Kategorie der Allroundschläger.

Gut und günstig

Victor Ultramate 6

Test Badmintonschläger: Victor Ultramate 6
Ein solider und günstiger Schläger für Einsteiger, der auch als ganzes Set erhältlich ist.

Der Victor Ultramate 6 ist sowohl als einzelner Schläger als auch im Set erhältlich und in beiden Varianten empfehlenswert für Einsteiger. Als sehr günstiger Vertreter steht er vielen teureren Modellen in kaum etwas nach und ist daher perfekt als erstes Racket. Auch die im Set enthaltenen drei Nylonbälle erweisen sich für ihr Material als erstaunlich robust, was sich positiv auf die Flugeigenschaften auswirkt.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Unser FavoritAuch gutFür AngriffsspielerSolide und schlagkräftigGut und günstig
FZ Forza Airflow 74 Lite Yonex Nanoflare 170LT Babolat X-ACT 85XF Talbot Torro Isoforce 1011.8 Victor Ultramate 6 Victor V-4400 Yonex Astrox 22F Oliver Power P-950 Li Ning Turbo Force 1000 Talbot Torro Isoforce 951.8 Talbot Torro Arrowspeed 399 Carlton Powerblade Superlite Senston Badminton-Set Zhi Bo Badmintonschläger-Set Schildkröt Badminton-Set 2-Player Redfield Badminton-Set
Test Badmintonschläger: FZ Forza Airflow LiteTest Badmintonschläger: Yonex Nanoflare 170LTTest Badmintonschläger: Babolat X-ACT 85XFTest Badmintonschläger: Talbot Torro Isoforce 1011.8Test Badmintonschläger: Victor Ultramate 6Test Badmintonschläger: Victor V-4400Test Badmintonschläger: Yonex Astrox 22FTest Badmintonschläger: Oliver Power P-950Test Badmintonschläger: Li Ning Turbo Force 1000Test Badmintonschläger: Talbot Torro Isoforce 951.8Test Badmintonschläger: Talbot Torro Arrowspeed 399Test Badmintonschläger: Carlton Powerblade SuperliteTest Badmintonschläger: Senston Badminton-SetTest Badmintonschläger: Zhi Bo Badmintonschläger-SetTest Badmintonschläger: Schildkröt Badminton-Set 2-PlayerTest Badmintonschläger: Redfield Badminton-Set
Pro
  • Sehr leicht
  • Gutes Handling
  • Angenehmes, kraftsparendes Spielgefühl
  • Griffbänder dabei
  • Leicht
  • Guter Allrounder
  • Keine wirklichen Schwächen im Spiel
  • Tolle Power
  • Angenehmer Griff
  • Fühlt sich nicht so schwer an, wie er ist
  • Gute Power
  • Lässt sich trotzdem noch gut manövrieren
  • Angenehmer Griff
  • Solider, wertiger Anfängerschläger
  • Super Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Vergleichsweise robuste Bälle im Set
  • Guter Allrounder
  • Erlaubt sich keine echten Schwächen
  • Extrem leicht
  • Gut in Handling und Präzision
  • Hat dank kopflastiger Balance auch Power
  • Sehr mobil
  • Fühlt sich nicht schwer an
  • Gute Ballkontrolle
  • Solider Allrounder
  • Recht günstig
  • Ausreichend Power
  • Guter Griff
  • Guter Allrounder für Einsteiger
  • Günstig
  • Power ist in Ordnung
  • Günstig
  • Schläger mit solidem Handling für ihr Gewicht
  • Ordentliche Schläger aus Carbon
  • Zusätzliche Overgrips
  • Sehr günstig
Contra
  • Power nur mittelmäßig
  • Ggf. zusätzliches Griffband erforderlich
  • Nicht der beste im Handling
  • Teuer
  • Das ganz große Highlight fehlt
  • Für weiter Fortgeschrittene nicht mehr ausreichend
  • Fühlt sich schwerer an als er ist
  • Power könnte dafür noch besser sein
  • Für manche vielleicht zu leicht
  • Dünner Griff
  • Teuer
  • Power könnte noch besser sein
  • Wirkt nicht ganz so wertig wie andere Schläger
  • Spielt sich gefühlt nicht so dynamisch
  • Keine Highlights
  • Dünner Griff
  • Insgesamt recht schwer
  • Kein so gutes Handling
  • Griff ist etwas rutschig
  • Leicht unruhiges Spielgefühl
  • Gewöhnungsbedürftiger Griff
  • Etwas klobig
  • Wenig handlich
  • Recht schwere Schläger
  • Bälle flattern schnell
  • Markenschläger sind immer noch besser
  • Bälle quasi nicht brauchbar
  • Sehr schwere Schläger
  • Etwas zu leichte Bälle
  • Schläger sehr gewöhnungs­bedürftig
  • Schlechter Grip
  • Bälle nicht robust
  • Optik und Verarbeitung wirken billig
Bester Preis
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Gewicht (inkl. Besaitung)78g82g92g85g92g/90g80g68g88g89g92g85g92g106g/103g96g/91g115g/118g101g/105g
Länge67,6cm67,3cm67,8cm66,8cm66,5cm67,6cm67,3cm66,7cm67,4cm66,5cm66,5cm66,5cm66,9cm66,1cm65,7cm66,9cm
Balanceausgewogenleicht kopflastigleicht kopflastigleicht kopflastigleicht kopflastigleicht kopflastigkopflastigleicht grifflastigausgewogenausgewogenausgewogenausgewogenleicht grifflastigausgewogenausgewogenstark kopflastig
MaterialGraphit, Carbon NanotubeGraphit, Nanocell neo, HM GraphitHM Graphit30t Graphit + KevlarCarbon, AluminiumUltra HM GraphitHM Graphit, Tungsten, Nanomesh neoMicrocarbonCarbon30t Graphit24t GraphitHM GraphitCarbonCarbongehärteter Stahlleicht gehärteter Stahl
Kopfformisometrischisometrischisometrischisometrischovalovalisometrischisometrischisometrischovalovalisometrischisometrischisometrischovaloval
Griffumfang8,3cm8,7cm9,1cm8,7cm8,7cm8,6cm8,3cm8,7cm8,3cm8,7cm8,8cm9,1cm8cm, 9cm mit Overgrip8,3cm, 8,9 mit Overgrip8,3cm7,9cm
Besaitungshärteca. 8,5kg, max. 12,5kg8,5-max. 11,5kgca. 10kgmax. 10kgk.A.max. 11kg8,5-max. 11,5kgk.A.max. 12,5kgmax. 10kgmax. 9kgk.A.9-10kgk.A.k.A.8kg
Flexibilitätmidflexflexmidmidmidstiffmid-stiffmid-flexmidmidmidk.A.k.A.k.A.k.A.

Welcher Schläger passt zu mir?

Auf den ersten Blick sehen sich die meisten Badmintonschläger ziemlich ähnlich. Schaut man aber genauer hin, so erkennt man kleine, aber feine Unterschiede, die letztendlich jeden Schläger einzigartig machen.

Anfänger müssen sich mit solchen Details eher weniger beschäftigen. Da kommt es mehr darauf an, die Technik zu lernen, den Ball konstant sauber zu treffen und einfach Spaß zu haben. Und dafür muss es nicht gleich ein über 100 Euro teurer Schläger aus Graphit mit Feinabstimmung für Angriffsspieler sein.

Badmintonschläger Test: Badminton Gruppenbild
Bunte Vielfalt – nicht nur optisch: unsere 16 Testschläger.

Für die meisten Anfänger wird ein ganz günstiger Stahlschläger in den ersten Wochen zwar völlig in Ordnung sein, unsere Erfahrung hat aber gezeigt: Schon im niedrigen Preissegment um die 30 Euro findet man solide, leichte Markenschläger aus Carbon, die doch deutlich mehr Spaß machen. Oft sind diese Modelle als Allrounder ausgelegt und damit eine sichere Wahl für die ersten Monate.

Für jeden Spieler ist ein anderer Schläger ideal

Hat man mehr Erfahrung gesammelt und den ein oder anderen Schläger probegespielt, bekommt man schnell ein Gefühl dafür, welche Schlägereigenschaften am besten zum eigenen Spielstil passen. Dann kann man sich gezielt weiter umschauen. Wirklich wichtig wird die Abstimmung der Rackets aber erst bei Fortgeschrittenen oder Profis. Hier kann der ideale Schläger letztendlich den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage bedeuten.

Material

Das Material ist ein erster guter Indikator dafür, ob man es mit einem hochwertigen Badmintonschläger zu tun hat. Gerade die sehr günstigen Modelle bestehen oft aus Stahl und sind dementsprechend schwer und unhandlich. Einziger Pluspunkt von Stahl ist die hohe Robustheit, die sich auszahlen kann, wenn man mit Kindern spielt. Jeder, der auch nur ein wenig regelmäßiger oder ernsthafter spielen möchte, sollte aber lieber auf einen Carbonschläger zurückgreifen.

Badmintonschläger Test: Badminton Material
Die Unterschiede in der Verarbeitung sind gut sichtbar: Oben der Yonex Nanoflare 170LT aus Carbon, unten der Stahlschläger aus dem Set von Redfield.

Unter den Rackets aus Carbon trifft man auf die verschiedensten Materialmischungen. Da wir an dieser Stelle keine Chemiestunde abhalten möchten, sei nur so viel gesagt: Häufig wird etwa High Modulus Graphit verwendet, ein leichtes und zugleich ziemlich steifes Carbon. Damit ist es möglich, robuste Schläger herzustellen, die trotzdem schön leicht und handlich und ohne großen Kraftaufwand spielbar sind.

Gewicht

Einhergehend mit dem Material ist fast immer auch das Gewicht. Schläger aus Stahl bewegen sich meist im Bereich von 100 bis 120 Gramm, während Carbonschläger ungefähr zwischen 70 und 95 Gramm angesiedelt sind. Leichter muss zwar nicht unbedingt für jeden besser sein, aber die Tendenz zeigt: Mit Schlägern zwischen rund 75 und 90 Gramm kommen die meisten Spieler am besten klar. Bei schwereren Rackets zeigen sich zunehmend Schwächen im Handling, leichteren hingegen fehlt irgendwann ausreichend Schwungmasse für wirklich harte Schläge.

Leichte Schläger bieten gutes Handling

Im Test hat sich gezeigt, dass selbst Anfänger oder weniger geübte Spieler schon relativ sensitiv sind, was das Schlägergewicht angeht. 4 bis 5 Gramm mehr oder weniger sorgen direkt für ein anderes Spielgefühl. Daher ist das Gewicht eines der wenigen Merkmale, das wirklich für alle Spielstärken relevant ist. Gerade für den Freizeitsport oder lockeres Federballspielen fühlen sich leichte Schläger besonders angenehm an, da man nicht so viel Kraft aufwenden muss, um den Schläger zu manövrieren und zu beschleunigen.

Balance

Unterschiede gibt es auch darin, wie sich das Schlägergewicht verteilt. Die Balance eines Schlägers lässt sich ganz einfach herausfinden, indem man ihn auf eine dünne Kante legt und den Balancepunkt findet, an dem das Racket ruhig liegen bleibt und zu keiner Seite mehr herunterfällt. Dann misst man den Abstand vom Balancepunkt zum Griffende. Je höher der Wert, desto kopflastiger ist ein Racket. Mehr Gewicht am Kopf bedeutet logischerweise mehr Schwungmasse und dementsprechend kraftvollere Schläge. Im Gegenzug steht ein niedrigerer Wert für Grifflastigkeit. Solche Schläger haben ihre Stärken eher im Handling.

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Badmintonschläger Test: Badminton Balance
Der Balancetest: Je größer die Distanz zwischen Griffende und Balancepunkt, desto kopflastiger und folglich schlagkräftiger ist ein Racket.
Badmintonschläger Test: Badminton Balance
Gut 6 Zentimeter beträgt der Unterschied beim Balancepunkt zwischen dem grifflastigsten Schläger im Test von Senston (hinten) und dem kopflastigsten Racket von Redfield (vorne).

Schläger mit Balancepunkten von rund 29 Zentimeter und darunter gelten als grifflastig, von 29 bis 30 Zentimeter ist die Balance ausgewogen. Alles darüber bedeutet immer größer werdende Kopflastigkeit. Diese Werte resultieren allerdings aus den Messungen der Hersteller ohne Besaitung, weshalb wir bei unserem Balancetest stets etwas größere Werte ermittelt haben, da wir nur bereits besaitete Schläger im Test hatten.

Griff

Als Verbindungspunkt von Spieler und Schläger ist der Griff natürlich eine wichtige Komponente. Dabei kommt es im Wesentlichen auf zwei Aspekte an: Die Griffigkeit an sich und die Dicke. Geliefert werden Badmintonschläger in der Regel erst einmal nur mit einem Basisgriffband. Für gelegentliches und lockeres Spiel bietet das normalerweise genug Grip, allerdings lohnt es sich schon bei etwas regelmäßigeren Einsätzen, einen zusätzlichen Overgrip darüber zu wickeln. Der bietet mehr Halt, dämpft Vibrationen und schafft generell ein besseres Gefühl für den Schläger. Manchmal ist im Lieferumfang einer dabei, es gibt sie aber auch online an allen Ecken und Enden für wenig Geld zu kaufen.

Ein zusätzliches Griffband lohnt sich fast immer

Bleibt noch das Problem mit der Dicke: Oft sind Schläger nur mit Basisband zu dünn. Als Faustregel für die richtige Griffdicke gilt, dass die Finger im Standardgriff nicht an den Handballen anstoßen sollten. Auch da hilft ein Overgrip: Je nachdem, wie eng man ihn wickelt, lässt sich der Griff unterschiedlich dicker machen.

Flexibilität

Eine Komponente, die sich auf den ersten Blick kaum unterscheiden lässt, ist die Flexibilität des Schafts. Moderne Materialen wie Graphit ermöglichen unterschiedlich steife Schäfte, die einen Einfluss auf das Spiel nehmen – obwohl sie äußerlich genau gleich aussehen. Insbesondere Anfängern fällt es in der Regel mit einem flexiblen Schaft leichter, mehr Geschwindigkeit zu generieren. Der Grund dafür ist der sogenannte »Peitscheneffekt«: Der Schläger schwingt beim Schlag besser mit und verleiht dem Ball so mehr Momentum.

Je steifer der Schaft, desto weniger Peitscheneffekt wird erzielt und desto mehr Kraft benötigt der Spieler, um den Ball auf die gleiche Geschwindigkeit zu beschleunigen. »Stiffe« Schläger haben aber auch ihren Vorteil: Weniger Bewegung im Schläger erlaubt bessere Ballkontrolle und höhere Präzision. Einsteiger und schwächere Spieler profitieren also mehr von hoher Flexibilität im Schaft, während für Profis oder kräftige Spieler eher ein steifer Schaft geeignet ist.

Schlägerkopf und Besaitung

Für den Schlägerkopf gibt es im Wesentlichen zwei unterschiedliche Formen: Klassisch oval und isometrisch. Isometrische Schläger sind insbesondere für Anfänger oder weniger Fortgeschrittene eine gute Wahl, da der Sweetspot – also der perfekte Treffpunkt – beträchtlich vergrößert wird. So hat man im Vergleich zu ovalen Schlägern deutlich weniger unsaubere Treffer. Freunde ovaler Schlägerköpfe versprechen sich hingegen ein wenig mehr Power – sofern man den Ball denn sauber trifft.

Badmintonschläger Test: Oval Isometrisch
Isometrischer vs. ovaler Schlägerkopf: Links der Oliver Power P-950, rechts der Victor Ultramate 6.

Zum Kopf gehört natürlich auch die Besaitung. Profis lassen sich ihre Schläger extra mit gewünschten Saiten bespannen, für Hobbyspieler ist das aber nicht nötig. Deshalb haben wir alle Schläger nur mit der Werksbesaitung getestet. Hersteller geben oft eine maximale Bespannungshärte an, die meist im Bereich von 10-13 Kilogramm liegt. Eine genaue Angabe über die Härte der Werksbesaitung bekommt man hingegen nicht immer, die meisten Schläger sollten aber mit etwa 9-10 Kilogramm bespannt sein. Für Einsteiger und Fortgeschrittene passt das gut, Profis bevorzugen oft eine noch härtere Besaitung.

Mit einem Marken­schläger macht man kaum etwas falsch

Insgesamt waren sieben Personen mit ganz unterschiedlicher Spielstärke am Test beteiligt, vom Anfänger über den Hobbyspieler bis zum Vereinsspieler. So bekamen wir so aussagekräftige Hinweise darüber, welcher Schläger für welchen Spielertyp gut geeignet ist. Letztendlich ergaben sich einheitliche Tendenzen – manche Schläger begeisterten durchwegs, während andere eher die »graue Maus« blieben.

Trotzdem muss man sagen, dass uns zumindest unter den Markenschlägern kein Racket im Test wirklich enttäuscht hat. Oft sind die Unterschiede – besonders für unerfahrenere Spieler – marginal, daher macht man gerade als Anfänger oder Gelegenheitsspieler bei keinem Markenmodell wirklich etwas falsch. Es lohnt sich also definitiv, auch die Rackets unter »Außerdem getestet« anzuschauen, denn man darf nicht vergessen: Der passende Schläger kann für jeden ein anderer sein, je nach Spielstil, Eigenschaften oder Budget.

Badmintonschläger Test: Fz Forza Airflow 74 Lite

Unser Favorit: FZ Forza Airflow 74 Lite

Nach unzähligen Teststunden hat sich unter allen Testern doch recht deutlich ein Favorit herauskristallisiert: Der FZ Forza Airflow 74 Lite. Als zweitleichtester Schläger im Test liegen seine Stärken – wenig überraschend – vor allem im Handling, aber auch die Power kommt nicht zu kurz. Er lässt sich ohne großen Kraftaufwand gut durchschwingen, was ihn insbesondere für Gelegenheits- und Hobbyspieler sehr angenehm macht. Trotzdem ist der Airflow 74 Lite auch für viele Spieler auf höherem Niveau eine gute Wahl.

Unser Favorit

FZ Forza Airflow 74 Lite

Test Badmintonschläger: FZ Forza Airflow Lite
Superleichter Schläger mit erstklassigem Handling und dennoch nicht zu wenig Power.

Geliefert wird der Airflow in einer schwarzen Transporttasche, in der sich erfreulicherweise außerdem zwei weiße Griffbänder befinden. Im Test war das eher die Ausnahme – schade eigentlich, denn für viele Spieler sind die beigelegten Overgrips eine sehr bequeme Lösung. Ansonsten steht man immer vor der Wahl: Bestelle ich mir extra Griffbänder – und wenn ja, welche – oder beiße ich erstmal in den sauren Apfel und spiele ohne?

Im Falle des Airflow 74 Lite lohnen sich die Overgrips übrigens besonders, da der Griff sonst recht dünn ist und erst mit zusätzlichem Band auf eine angemessene Dicke kommt. Der Umfang lässt sich so, je nachdem wie eng man wickelt, fast millimetergenau anpassen. Darüber hinaus bietet der Overgrip natürlich mehr Halt und vermittelt besseres Spielgefühl.

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Badmintonschläger Test: Fz Forza Airflow 74 Lite
Unser Favorit: Der FZ Forza Airflow 74 Lite.
Badmintonschläger Test: Fz Forza Airflow 74 Lite
Nur 78 Gramm bringt das Racket auf die Waage.
Badmintonschläger Test: Fz Forza Airflow 74 Lite
Der sehr dünne Schaft trägt zum fantastischen Handling bei.
Badmintonschläger Test: Fz Forza Airflow 74 Lite
Auch mit seinem Design kann der FZ Forza überzeugen.
Badmintonschläger Test: Fz Forza Airflow 74 Lite
Im Lieferumfang befinden sich zwei zusätzliche Griffbänder, die guten Grip garantieren.
Badmintonschläger Test: Fz Forza Airflow 74 Lite
Geliefert wird der Schläger in einer schwarzen Tasche.

Mit seinen 78 Gramm Gesamtgewicht ist der FZ Forza extrem leicht, das erahnt man schon, wenn man ihn anschaut: Rahmen, Schaft und Griff fallen allesamt sehr dünn aus. Er besteht aus Graphit und Carbon Nanotube und ist auch sonst was für’s Auge. Das Design in Schwarz, Blau und Grau finden wir ziemlich schick.

Keine Experimente hat der Hersteller bei den anderen Eigenschaften gemacht. Ausgewogene Balance und mittlere Flexibilität im Schaft sorgen dafür, dass der Schläger sich genauso spielt, wie man es bei seinem Gewicht vermutet – nämlich mit erstklassigem Handling! Den ersten Aha-Moment diesbezüglich hatten wir im Praxistest gleich nach wenigen Ballwechseln. Ein Ball kommt aus kurzer Distanz hart auf den Körper – mit vielen anderen Schlägern wäre der Punkt verloren. Doch eine reflexartige Bewegung genügt und bevor man es selbst wirklich mitbekommt, ist der Airflow schon in Position und retourniert den Smash. Wow!

Der Airflow 74 Lite ist superleicht und sehr handlich

Den Preis für Top-Handling bezahlt man naturgemäß mit mangelnder Power. Das lässt sich auch beim FZ Forza nicht ganz wegdiskutieren, in der Schlaghärte liegt er nur im Mittelfeld des Testfelds. Wirklich relevant wird das aber auch erst für fortgeschrittene Spieler, die die extra Schwungmasse eines schwereren oder kopflastigeren Schlägers richtig ausnutzen können. Gerade Anfängern oder nicht so kräftigen Menschen kann das niedrige Gewicht sogar zugutekommen, da sich das Racket leichter beziehungsweise ohne größeren Kraftaufwand beschleunigen lässt. So ermüdet der Arm bei längeren Sessions tendenziell weniger.

Dennoch ist der Airflow 74 Lite beileibe nicht nur für Einsteiger und Gelegenheitsspieler geeignet. Auch für höheres Niveau ist er interessant, dann aber eben mit der kleinen Einschränkung, dass er für aggressive Angriffsspieler eher nicht die beste Wahl ist. Defensivkünstler oder Doppelspieler werden am Airflow aber ihre Freude haben.

Wissenswert für weiter Fortgeschrittene oder Vielspieler ist übrigens noch: Der Schläger kann mit maximal 12,7 Kilogramm bespannt werden, damit haben auch Freunde härterer Bespannung noch genügend Spielraum.

Der FZ Forza Airflow 74 Lite ist also ein rundum angenehm zu spielender Schläger mit tollem Handling. Für viele Spieler sollte er eine gute Wahl für einen fairen Preis sein, vor allem wenn man bedenkt, dass hier gleich noch zwei Griffbänder dabei sind. Wer aber auf der Suche nach mehr Power ist, findet im Folgenden noch spannende Alternativen.

FZ Forza Airflow 74 Lite im Testspiegel

Bisher gibt es noch keine anderen Testberichte über den FZ Forza Airflow 74 Lite. Sollte sich das ändern, tragen wir sie hier schnellstmöglich nach.

Alternativen

Unser Favorit ist eine gute Wahl für die meisten – aber eben nicht für jeden. Daher haben wir hier noch einige Alternativen, nicht nur für Allrounder, sondern auch für Angriffsspieler und Sparfüchse. Und auch unter »Außerdem getestet« finden sich noch spannende Modelle, die für den eigenen Stil oder das momentane Niveau vielleicht genau das Richtige sind.

Auch gut: Yonex Nanoflare 170LT

Eine gute Mischung aus Handling und Härte bietet der Yonex Nanoflare 170LT. Zwar ist er immer noch ziemlich leicht, dank seiner gewissen Kopflastigkeit und dem flexiblen Schaft überträgt er aber auch ordentlich Power in den Ball. Damit ist er prädestiniert für Allrounder oder Einsteiger, die noch dabei sind herauszufinden, welcher Schläger letztendlich der ideale sein könnte.

Auch gut

Yonex Nanoflare 170LT

Test Badmintonschläger: Yonex Nanoflare 170LT
Leichter Allrounder, der in jeder Situation angenehm spielbar ist und keine Schwächen zeigt.

Vom Schläger der vermutlich bekanntesten Badminton-Marke überhaupt haben wir uns einiges erwartet – und wurden nicht enttäuscht. Beim Auspacken gibt es gleich die erste positive Überraschung: Der Schläger befindet sich in einer schicken, schwarzen Transporttasche. Griffbänder sind keine dabei, dafür ist der Griff wenigstens dick genug, um notfalls auch ohne Overgrip zu spielen. Da der Grip selbst zwar okay, aber nicht perfekt ist, lohnt es sich dennoch, über ein zusätzliches Griffband nachzudenken.

Der besaitete Schläger wiegt 82 Gramm und zählt damit klar zu den leichteren Kandidaten im Test. Als Materialien verwendet Yonex am Schaft Graphit, der restliche Rahmen besteht aus einer Mischung aus Graphit, Nanocell NEO und High Modulus Graphit. Gute Voraussetzungen also für ein langes Leben, sofern man das Racket pfleglich behandelt.

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Badmintonschläger Test: Yonex Nanoflare 170lt
Ebenfalls eine gute Wahl: Der Yonex Nanoflare 170LT.
Badmintonschläger Test: Yonex Nanoflare 170lt
Er ist nur marginal schwerer als der Airflow 74 Lite.
Badmintonschläger Test: Yonex Nanoflare 170lt
Der Nanoflare bietet eine gute Mischung aus Handling und Power.
Badmintonschläger Test: Yonex Nanoflare 170lt
Ein wenig Nachholbedarf ist am Griff, hier lohnt sich ein zusätzlicher Overgrip.
Badmintonschläger Test: Yonex Nanoflare 170lt
Dank flexiblem Schaft und leichter Kopflastigkeit bekommt man trotz des geringen Gesamtgewichts genügend Power in die Schläge.
Badmintonschläger Test: Yonex Nanoflare 170lt
Auch Yonex lässt sich nicht lumpen und hat eine schöne Schlägertasche designt.

Dann ging es auch schon in den Praxistest. Um es vorweg zu nehmen: Der Nanoflare 170LT kam bei allen Spielern gut an und das überraschte uns nicht. Als recht leichter Schläger schwingt er sich natürlich angenehm, was besonders den unerfahrenen Testpersonen auffiel. Dementsprechend begeistert der Yonex auch im Handling, allerdings hat uns in diesen beiden Punkten der FZ Forza Airflow 74 Lite noch einen Tick mehr überzeugt. Der wiederum hatte jedoch kleine Defizite bei der Power, die man auch beim Nanoflare nicht ganz wegdiskutieren kann.

Allerdings tut Yonex etwas dafür, dass diese kleine Schwäche so gut wie möglich ausgemerzt wird. Unserer Messung zufolge ist der Schläger leicht kopflastig, was die Schwungmasse am Kopf ein wenig erhöht. Außerdem hat man den Schaft sehr flexibel konstruiert, denn hohe Flexibilität unterstützt die Schlaggeschwindigkeit gerade bei Anfängern. Dafür muss der Spieler allerdings auf das letzte bisschen Präzision verzichten, die man nur mit einem steiferen Schaft bekommt.

Dank dieser Abstimmung fühlt sich die Schlaghärte in den allermeisten Situationen absolut ausreichend an – zumindest, solange man kein Profi ist. Einsteigern kommt hier übrigens auch der isometrische Schlägerkopf zugute, der aufgrund des größeren Sweetspots insgesamt mehr Fehler verzeiht. Besaitet werden kann das Racket mit maximal 11,5 Kilogramm Spannung, auch das ist gut.

Für Einsteiger, Gelegenheitsspieler oder etwas fortgeschrittene Allrounder ist der Yonex Nanoflare 170LT eine ausgezeichnete Wahl. Er macht sich in allen Spielsituationen gut und hat keine wirklichen Schwächen. Nur kompromisslose Angriffsspieler werden sich vielleicht noch mehr Power beim Drive oder Smash wünschen.

Für Angriffsspieler: Babolat X-ACT 85XF

Wer Wert auf absolute Härte in den Schlägen legt, ist beim Babolat X-ACT 85XF richtig. Der ist quasi das Gegenstück zu den Empfehlungen von FZ Forza und Yonex: Er bringt etwas mehr Gewicht auf die Waage, liefert dafür aber ordentlich Power. Trotzdem liegt der Schläger sehr angenehm in der Hand und lässt sich noch solide bewegen.

Für Angriffsspieler

Babolat X-ACT 85XF

Test Badmintonschläger: Babolat X-ACT 85XF
Der schlagkräftigste Kandidat im Test, perfekt für offensive Spieler.

Bekanntheit erlangte der französische Schlägerhersteller Babolat vor allem durch seine Partnerschaft mit einem der erfolgreichsten Tennis-Profis unserer Zeit, Rafael Nadal, der seit Beginn seiner Karriere auf Babolat-Rackets schwört. Dass Babolat aber auch im Bereich Badminton eine gute Figur macht, beweist der X-ACT 85XF.

Mit stolzen 92 Gramm hat der Babolat bei uns eingewogen, damit zählt er in unserem Test zu den schwersten Schlägern, die aus High Modulus Graphit oder einer anderen Carbonvariante bestehen. Schwungmasse für harte Schläge ist also definitiv vorhanden, dazu kommt seine leicht kopflastige Balance, die diesen Effekt noch verstärkt.

Wir haben im Test zwar keine Geschwindigkeitsmessung gemacht, sind uns aber sicher: Der X-ACT 85XF hätte hier mindestens das Treppchen belegt und sehr wahrscheinlich sogar gewonnen, denn Smashes schlagen geradezu im gegnerischen Feld ein. Zur hohen Geschwindigkeit trägt im Übrigen auch der flexible Schaft bei. So wird der Peitscheneffekt noch vergrößert und maximaler Speed erzeugt.

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Badmintonschläger Test: Babolat X Act 85xf
Maximale Power: Der Babolat X-ACT 85XF.
Badmintonschläger Test: Babolat X Act 85xf
Mit 92 Gramm gehört er eher zu den schwereren Kandidaten und bringt so viel Schwungmasse mit.
Badmintonschläger Test: Babolat X Act 85xf
In Sachen Mobilität ist er daher nicht der beste.
Badmintonschläger Test: Babolat X Act 85xf
Das Griffband gibt tollen Halt und verleiht gutes Spielgefühl.
Badmintonschläger Test: Babolat X Act 85xf
Der flexible Schaft soll das letzte bisschen Geschwindigkeit herauskitzeln.

Die Vorteile sind also klar – aber wie macht sich ein so schwerer und noch dazu leicht kopflastiger Schläger im Handling? Die Antwort: Nicht so schlecht, wie man vielleicht denken würde. Tatsächlich fühlt sich das Racket im Spiel nicht ganz so schwer an, wie es die Waage anzeigt. Dementsprechend hat man auch eher selten das Gefühl, dass der X-ACT zu träge ist, um auf überraschende Bälle zu reagieren. Klar, an die hervorragende Mobilität eines FZ Forza Airflow 74 Lite oder Yonex Nanoflare 170LT kommt er nicht heran, aber in Anbetracht seiner Eigenschaften macht er sich wirklich ordentlich.

Woran dieses Gefühl liegt? Wir können es rational gar nicht so genau begründen. Eine Rolle wird aber sicherlich der Griff spielen, der beste Kontrolle über den Schläger gewährt. Der Overgrip bietet erstklassigen Halt, viel Gefühl für den Schläger selbst und macht obendrein den Umfang auch für Spieler mit größeren Händen dick genug.

Harte Schläge kommen natürlich nur gut an, wenn sie perfekt übertragen werden. Dafür sorgen die isometrische Kopfform mit größerem Sweetspot sowie die ca. 10 Kilogramm starke Babolat I-Feel 70 Besaitung. Als maximale Besaitungshärte sind übrigens 12 Kilogramm zugelassen.

Der Babolat X-ACT 85XF ist also gemacht für Spieler, die gut und gerne hart schlagen und angreifen. Das schließt Anfänger nicht grundsätzlich aus, aber bei dem stattlichen Preis sollten sich Einsteiger vielleicht zweimal überlegen, ob man sich gleich auf ein so teures und spezifisches Racket »festlegen« will. Spaß macht es aber auf jeden Fall!

Solide und schlagkräftig: Talbot Torro Isoforce 1011.8

Vom Spielgefühl erinnert uns der Talbot Torro Isoforce 1011.8 ein wenig an den Babolat X-ACT 85XF – nur quasi in einer Light-Version. Er ist annähernd so kräftig beim Drive und Smash und leistet sich auch im Handling keine großartige Schwäche. Im direkten Vergleich kostet er aber eine ganze Stange weniger Geld.

Solide und schlagkräftig

Talbot Torro Isoforce 1011.8

Test Badmintonschläger: Talbot Torro Isoforce 1011.8
Recht günstige Alternative für Spieler, die nicht auf satte Power verzichten möchten.

Mit dem Red Dot Design Award 2018 wirbt Talbot Torro für den Isoforce 1011.8. Und auch wir finden, dass der Schläger diesen Preis nicht zu Unrecht bekommen hat. Er ist in weiß mit schwarzen und grauen Elementen gehalten, was im Gesamtbild durchaus hübsch aussieht. Was da leider nicht ganz dazu passt, ist das unsauber verklebte Griffband: Das obere Ende steht ein kleines bisschen ab – und den Renzensionen bei Amazon zufolge ist das nicht nur bei unserem Testmuster der Fall gewesen. Beim Spielen stört das freilich nicht, aber es trübt den eigentlich guten, ersten Eindruck ein wenig.

Der Schläger selbst wiegt mit eben jenem Overgrip insgesamt 85 Gramm und besteht aus High Modulus Graphit, verstärkt durch Kevlar. Am Schaft und am Rahmen ist der Isoforce auffällig dünn gehalten, was seinen Luftwiderstand minimieren soll. Er kommt ohne Schlägertasche, nur in einer Plastiktüte.

Mit 85 Gramm könnte man erwarten, man hat es hier mit einem Allrounder zu tun. Ganz falsch ist das nicht, aber für uns hat der Isoforce 1011.8 seine Stärken eindeutig in der Power. Das liegt vor allem an seiner recht starken Kopflastigkeit, dank der man ordentlich Zug in den Ball bekommt. Hinzu kommt, dass das Racket an sich nicht superschwer ist und daneben in seiner Silhouette ziemlich dünn, sodass es sich toll beschleunigen lässt, selbst wenn man nicht so viel Kraft hat.

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Badmintonschläger Test: Talbot Torro Isoforce 1011.8
Noch ein schlagkräftiges Racket: Der Talbot Torro Isoforce 1011.8.
Badmintonschläger Test: Talbot Torro Isoforce 1011.8
Hübsch: Der Isoforce 1011.8 bekam den Red Dot Design Award 2018.
Badmintonschläger Test: Talbot Torro Isoforce 1011.8
Leider ist das eigentlich sehr gute Griffband bei unserem Testmuster oben etwas unsauber verklebt worden.
Badmintonschläger Test: Talbot Torro Isoforce 1011.8
Die Mega Power Zone: Hier sollen die Saiten dank größerer Bohrungen besser durchschwingen und so mehr Geschwindigkeit erzeugen.
Badmintonschläger Test: Talbot Torro Isoforce 1011.8
Erwarten darf man aber nicht nur viel Power, sondern auch solides Handling.
Badmintonschläger Test: Talbot Torro Isoforce 1011.8
Der Schaft ist mittelsteif, die Balance leicht kopflastig.

Der dünne Frame wirkt sich natürlich auch generell beim Handling positiv aus. Hier performen zwar die leichteren Schläger noch ein Tick besser, aber für einen so schlagkräftigen Schläger darf man sich wirklich nicht beschweren. Dank des mittelsteifen Schafts spürt man außerdem ein gutes Gleichgewicht zwischen Härte und Präzision.

Gut gefallen hat uns darüber hinaus der Griff. Das weiße Griffband tut sehr gut, was es soll und wertet das Spielgefühl insgesamt noch einmal auf. Ein bisschen schade ist hier lediglich, dass es schon nach wenigen Teststunden dunkle Flecken von den Händen davontrug.

Eine kleine Besonderheit findet man schließlich noch am Schlägerkopf: die sogenannte »Mega Power Zone« (MPZ). Links und rechts an den Innenseiten des Rahmens fallen die Bohrungen für die Bespannung etwas größer aus, was die Saiten wiederum besser durchschwingen lassen soll. Auch dieser Effekt trägt letztendlich zu mehr Power bei – solange man den Ball mit dem Sweetspot trifft. Bespannt ist der Isoforce übrigens mit der Galaxy Black-Besaitung, maximal sind 10 Kilogramm Härte möglich.

Somit ist der Talbot Torro Isoforce 1011.8 interessant für eine breite Masse an Spielern. Anfänger machen ebenso wenig etwas falsch wie Fortgeschrittene, die auf der Suche nach einem Allroundracket mit gewissem Hang zur Schlaghärte sind. So ist der Isoforce auch eine preiswerte Alternative zum Babolat X-ACT 85XF.

Gut und günstig: Victor Ultramate 6

Vor allem für Anfänger muss es nicht gleich ein teures Racket sein, denn es gibt auch sehr ordentliche, günstige Markenschläger. Einer davon ist der Victor Ultramate 6. Er ist robust, aber trotzdem nicht zu schwer und eignet sich so perfekt zum Hereinschnuppern. Auch interessant: Es gibt ihn auch im Set. Dann bekommt man gleich zwei Schläger sowie drei Bälle zu einem immer noch sehr fairen Preis. Ideal also, um Kinder im heimischen Garten ans Badminton oder Federball heranzuführen.

Gut und günstig

Victor Ultramate 6

Test Badmintonschläger: Victor Ultramate 6
Ein solider und günstiger Schläger für Einsteiger, der auch als ganzes Set erhältlich ist.

Daher haben wir uns den Ultramate 6 gleich als ganzes Set geholt. Unsere Erwartungen an das Marken-Set waren also durchaus höher als bei ähnlicher Konkurrenz aus Fernost – und wir wurden nicht enttäuscht. In der blauen Tasche mit durchsichtiger Oberseite befinden sich zwei Schläger und eine Dose mit drei Bällen. Das fast schon wichtigste Feature dabei: Die Dose! So lassen sich die Bälle gut und sicher transportieren, ohne dass sie von der Tasche eingedrückt werden, was leider bei so manchem, günstigeren Set der Fall war.

Schläger wie Bälle sind gut verarbeitet – klar, Profiniveau darf man von einem solchen Set nicht erwarten, aber für den aufgerufenen Preis kann man sich nicht beschweren. Ein wenig störend ist nur der recht starke Chemiegeruch, der vom Griff der Schläger ausgeht und selbst am Ende des Testzeitraums zwar schwächer, aber noch nicht komplett verflogen war.

Die Schläger bestehen aus Carbon und Aluminium und machen einen robusten Eindruck, was in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist. Mit 92 bzw. 90 Gramm Gesamtgewicht gehören sie im kompletten Testfeld zwar eher zu den schwereren Kandidaten, aber unter den günstigen Sets brachte kein anderes Modell weniger auf die Waage. Die zwei Gramm Abweichung bei den beiden Schlägern sind übrigens durchaus normal.

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Badmintonschläger Test: Victor Ultramate 6 Set
Ein Schnäppchen für Einsteiger: Der Victor Ultramate 6.
Badmintonschläger Test: Victor Ultramate 6 Set
Gut 90 Gramm zeigte die Waage, das ist weniger als bei den meisten anderen Schlägern dieser Preisklasse.
Badmintonschläger Test: Victor Ultramate 6 Set
Am Griff gibt es wenig auszusetzen, Anfänger müssen sich nicht unbedingt um ein zusätzlichen Band kümmern.
Badmintonschläger Test: Victor Ultramate 6 Set
Der Schlägerkopf ist oval – hier hätte uns die isometrische Form etwas besser gefallen.
Badmintonschläger Test: Victor Ultramate 6 Set
Leichte Kopflastigkeit und mittlere Flexibilität sind ein guter Ausgangspunkt für Einsteiger.
Badmintonschläger Test: Victor Ultramate 6 Set
Den Ultramate 6 gibt es sowohl einzeln, als auch im Set mit zwei Schlägern und drei Bällen
Badmintonschläger Test: Victor Ultramate 6 Set
Die Bälle behalten ihre Form, trotzdem gab es nach einigen Teststunden draußen die ersten Auflösungserscheinungen.
Badmintonschläger Test: Victor Ultramate 6 Set
Geliefert wird das Set in einer blauen Tasche, die Bälle sind in der Dose gut geschützt.

Im Praxistest machte sich das gegenüber den anderen Sets geringe Gewicht sofort positiv bemerkbar. Fühlen sich andere Schläger jenseits der 100 Gramm oft etwas schwerfällig an, erfreut man sich beim Ultramate 6 an deutlich besserem Handling. Dabei spielt auch der sehr ordentliche Grip eine Rolle. Obwohl kein zusätzlicher Overgrip dabei ist, hat man nie das Gefühl, dass der Schläger in der Hand verrutschen könnte.

Schnelle Drives und harte Smashes sind nicht zuletzt wegen der leicht kopflastigen Balance ebenfalls kein Problem. Möchte man auf hohem Niveau jammern, so könnte man sich statt der ovalen Schlägerkopfform eine isometrische wünschen, die den Sweetspot größer macht und so gerade Anfängern entgegenkommen würde. Insgesamt erlauben sich die Schläger aber in keiner Disziplin wirkliche Schwächen, wobei man fairerweise sagen muss, dass teurere Einzelschläger gerade in den Details noch etwas besser performen.

Gute Bälle sind mindestens genauso wichtig

Fehlt nur noch das Statement zu den drei Nylonbällen. Kurzum: Es sind von allen Sets mit Abstand die besten Bälle – auch wenn sie nicht perfekt sind. Durch die bereits angesprochene Dose kamen sie in makelloser Form bei uns an und änderten diesen auch nach einigen Teststunden nicht. Wo fast alle anderen Bälle Dellen davontrugen, blieb hier alles in Form. Das Resultat sind beständige und leicht berechenbare Flugeigenschaften. Dank der soliden Korkbasis haben kraftvolle Schläge eine gute Länge – viele andere Bälle waren dafür schlicht zu leicht.

Erst nach einigen Teststunden sowie gelegentlichen Mishits erkannten wir leichte Risse im Nylon. Solche Gebrauchsspuren lassen sich aber gerade beim Outdoor-Spiel mittelfristig kaum vermeiden.

Damit ist der Victor Ultramate 6 nicht nur als günstiger Einzelschläger, sondern auch im Set empfehlenswert. Okay, wir hatten einige Schläger im Test, die dem Ultramate in Sachen Power oder Handling überlegen sind, aber die kosten eben auch das Dreifache. Gerade Einsteiger oder Familien mit Kindern bekommen hier deshalb ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis und ein solides Fundament, auf dem sich die spätere Badminton-Karriere aufbauen lässt.

Außerdem getestet

Victor V-4400

Sehr knapp an den Empfehlungen vorbeigeschrammt ist der Victor V-4400 Magan, der in seinen Eigenschaften und dem Spielverhalten ein bisschen dem Yonex Nanoflare 170LT ähnelt. Geliefert wird der V-4400 in einer schwarzen Tasche, der Schläger selbst ist ebenfalls überwiegend in mattschwarz mit roten und weißen Elementen gehalten. Dank des einwandfreien Grips kann hier auch gut ohne zusätzliches Griffband gespielt werden.

Victor gibt für das Racket 85 Gramm Gewicht an, unsere Waage zeigte aber lediglich 80 Gramm an. Überraschung! Interessanterweise fühlte er sich dennoch für mehrere Personen unabhängig voneinander schwerer an als die Waage sagt – und ja, wir haben ihn mehrfach gewogen. Ein Grund dafür mag die leichte, etwas kopflastige Balance in Verbindung mit der Wave-Magan-Struktur sein, die mehr Stabilität im Rahmen und folglich mehr Kontrolle und bessere Präzision bieten soll.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Markenschlägern im Test ist der Kopf des V-4400 nicht isometrisch, sondern klassisch oval. Das hat einen etwas kleineren Sweetspot zur Folge, dafür soll aber ein wenig mehr Power entstehen. Besaitet ist das Racket mit der Ashaway ZyMax 66 Fire Power, maximal 11 Kilogramm Härte sind hier möglich.

Im Praxistest haben wir eine Weile gebracht, um den V-4400 richtig einzuordnen. Letztendlich erinnert er uns ein wenig an den Yonex Nanoflare 170LT: In den Bereichen Handling und Ballkontrolle macht er eine sehr gute Figur, dabei kommt aber auch die Power nicht zu kurz. So ist der Victor für uns ein eher leichter Allrounder, mit dem viele Spieler gut klarkommen werden. Im Gesamten hat uns der direkte Konkurrent aus dem Hause Yonex einen Tick besser gefallen, aber das ist letztendlich auch Geschmacksache.

Yonex Astrox 22F

Ein durchaus einzigartiger Schläger ist der Yonex Astrox 22F. Charakteristisch sind vor allem das federleichte Gewicht und die deutliche Kopflastigkeit. Nur 68 Gramm Gesamtgewicht machen den Astrox zum klar leichtesten Schläger im Test, der zweitleichteste brachte schon zehn Gramm mehr auf die Waage. Um den Schläger soweit abzuspecken, hat Yonex den gesamten Rahmen inklusive Griff sehr dünn gehalten. Das sorgt logischerweise für erstklassiges Handling und ein stets angenehmes Spielgefühl, da man – zumindest zum hobbymäßigen Spielen – nie viel Kraft aufwenden muss. Der steife Schaft erleichtert zudem die Ballkontrolle und gibt direktes Feedback.

Damit aber auch harte Schläge gelingen, wird die insgesamt geringe Schwungmasse nun durch eine sehr kopflastige Balance »behoben«. Und das Konzept funktioniert gut! Gerade Spieler, die schwerere Schläger nicht genügend beschleunigen können, bekommen so mehr Power in ihre Schläge. In der Schlaghärte steht der Astrox also auch schwereren Modellen in kaum etwas nach und kann für gewisse Spielertypen sogar die bessere Wahl für mehr Power sein.

Warum es trotzdem nicht zur Empfehlung gereicht hat? Das hat drei kleine Gründe: Erstens hört sich das geringe Gewicht zwar in der Theorie super an, in der Praxis ist es aber durchaus gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn man vorher mit Schlägern zwischen 80 und 90 Gramm gespielt hat. Zweitens ist der Griff zu dünn für die meisten Hände und bietet nicht immer ausreichend Halt. Ein zusätzlicher Overgrip ist daher auch für Hobbyspieler eigentlich Pflicht. Dabei ist leider keiner, weshalb man noch einmal obendrauf zahlen muss – wo wir schon beim dritten Grund wären: dem Preis.

Als Schläger für Einsteiger ist der Astrox 22F daher eher nicht zu empfehlen. Dafür ist er umso interessanter für Spieler, die schon mehr über ihren Spielstil herausgefunden haben und etwa viel Wert auf gutes und leichtes Handling legen.

Oliver Power P-950

Von Oliver haben wir den Power P-950 getestet. Auch dieses Racket hatte bei der anfänglichen Vermessung eine Überraschung parat, nämlich in der Balance. Der Hersteller beschreibt den Power-P950 als leicht kopflastig, unserer Messung zufolge ist er aber eher ausgewogen bis sogar etwas grifflastig! Mit 87 Gramm bewegt sich der Schläger aus Microcarbon gewichtsmäßig im Mittelfeld. Verarbeitung und Design finden wir okay, allerdings hatten wir auch einige Konkurrenten im Test, die etwas robuster und trotzdem eleganter wirken.

Schnell fiel uns auch beim Praxistest auf, dass der Oliver seine Stärken eher bei Ballkontrolle und Handling als in der Schlaghärte hat. Mit dem isometrischen Kopf und der angesprochenen Balance hatten auch Anfänger viele Treffer am Sweetspot, darüber hinaus lassen sich die Balle gut platzieren, was auch am etwas steiferen Schaft liegt.

Ebenso sollte weniger erfahrenen Spielern zugutekommen, dass sich der Power P-950 aufgrund seiner Abstimmung insgesamt etwas leichter anfühlt als er ist und sich dementsprechend angenehm beschleunigen lässt. Von daher können wir den P-950 Spielern auf Anfänger- und Hobbyniveau durchaus ans Herz legen.

Li Ning Turbo Force 1000

Einen soliden Allrounder bekommt man mit dem Li Ning Turbo Force 1000. Er kommt in einer hübschen, roten Tasche und fällt mit seinem dunkelblau-hellgrünen Design optisch direkt auf. Beim Spielen hinterließ das Racket allerdings eher einen blassen Eindruck. Das heißt keinesfalls, dass man es hier mit einem schlechten Schläger zu tun hat – im Gegenteil: Er macht sich eigentlich in allen Bereichen ganz gut, aber die großen Highlights haben uns einfach gefehlt.

89 Gramm Gewicht und eine laut Hersteller kopflastige Balance sollten eigentlich ein schlagkräftiges Exemplar bedeuten. In der Praxis war davon leider nicht ganz so viel zu sehen. Die Balance ist eher ausgewogen und beim Schlag fühlt sich das Racket ein wenig schwerfällig an. Dabei hat man auch nicht das Gefühl, dass die aufgewendete Kraft perfekt auf den Ball übertragen wird. Mehr als durchschnittliche Geschwindigkeit bringt man so nicht zustande – schade, wir hatten da ein wenig mehr erhofft.

Durchschnittlich ist überhaupt eine gute Beschreibung für den Turbo Force 1000. Ausgewogene Balance, mittlere Flexibilität im Schaft und ein ordentlicher, aber etwas dünner Griff runden das Bild ab. Ein zusätzlicher Overgrip lohnt sich hier also sicherlich.

So eignet sich der Schläger gut für ambitionierte Einsteiger in den ersten Monaten oder preisbewusste Gelegenheitsspieler. Auf höherem Niveau sollte es dann wohl eher ein Racket sein, das spezifischer auf den eigenen Spielstil abgestimmt ist.

Talbot Torro Isoforce 951.8

Neben dem empfehlenswerten Isoforce 1011.8 hatten wir noch ein anderes Racket aus der Isoforce-Reihe von Talbot Torro im Test, nämlich den Isoforce 951.8. Im Vergleich zu seinem großen Bruder ist der 951.8 etwas günstiger, mit 92 Gramm aber auch schwerer und dementsprechend unhandlicher und träger, ohne dass dadurch andere Benefits spürbar sind.

Weitere Unterschiede zwischen den beiden Isoforces finden sich am Rahmen und am Kopf. Der 951.8 kommt mit ausgewogener Balance und einem dickerem Schlägerkopf mit ovaler statt isometrischer Form. Praktisch merkt man diese Unterschiede kaum, allerdings ist der 951.8 wie bereits angesprochen schwerfälliger und kostet in längeren Sessions mehr Kraft.

Gleich zum 1011.8 sind das tolle Griffband, das Schläge gut dämpft und schönes Spielgefühl vermittelt, sowie die mittlere Flexibilität im Schaft. Auch bei der Besaitung (Galaxy Black, maximal 10 Kilogramm) gibt es keinen Unterschied. Wir finden insgesamt, dass sich die Einsparungen, die man mit dem Isoforce 951.8 gegenüber dem 1011.8 macht, letztendlich nicht lohnen. In vielen Bereichen ist der 1011.8 einfach eine Klasse besser.

Talbot Torro Arrowspeed 399

Mit dem Arrowspeed 399 haben wir schließlich noch einen sehr günstigen Vertreter aus dem Hause Talbot Torro getestet. Es handelt sich hier um einen klassischen Allrounder, der sich gut für Einsteiger oder Gelegenheitsspieler eignet. Oft sind solche »Anfängerschläger« etwas schwerer, das ist beim Arrowspeed aber nicht der Fall. Mit 85 Gramm zählt er tendenziell sogar zu den leichteren Modellen in unserem Test.

Bei Balance und Flexibilität des Schafts hat man hier keine Experimente gemacht, was aber auch gar nicht nötig ist. So spielt sich das Racket stets intuitiv und hat in keiner Spielsituation bedeutende Schwächen. Einsparungen machen sich erst am Griff bemerkbar: Bei den anderen Talbot Torro-Rackets war der schön griffig, hier wird es dann doch etwas rutschig. Auch die Dämpfung ist nicht mehr ideal, man spürt die Vibrationen der eigenen Schläge deutlicher in der Hand. Übrigens kommt beim Arrowspeed 399 im Gegensatz zu den Isoforce-Modellen auch eine etwas weniger robuste Graphitmischung zum Einsatz.

Was die absolute Power angeht, so sind die meisten anderen Schläger etwas im Vorteil. Aber für seinen Preis performt der Arrowspeed sehr respektabel und ist damit eine gute Alternative zum Victor Ultramate 6.

Carlton Powerblade Superlite

Streng genommen hat der Carlton Powerblade Superlite seinen Namen gar nicht verdient, denn so »superlite« ist er nicht – ganz im Gegenteil: Unter den Schlägern aus Graphit ist er mit seinen 92 Gramm einer der schwersten Vertreter. Schon eher würde »lite« zutreffen, wenn man es auf den Schläger als Ganzes mit seinen Eigenschaften bezieht. Die sind nämlich eher einfach und durchschnittlich. Zur Balance haben wir unterschiedliche Angaben gefunden, im Spiel fühlt er sich aber eher ausgewogen an, was auch unsere Messung des Balancepunkts bestätigte.

Im Handling muss der Powerblade leichteren Schlägern naturgemäß den Vortritt lassen. Würde er dafür mit seiner Power überzeugen, wäre das gar nicht schlimm. Leider tut er das aber nicht, denn auch hier kommt er nicht über den Durchschnitt hinaus. Mit seinem dicken Schaft und Rahmen schwingt sich der Carlton so, wie er aussieht: ein wenig klobig und schwerfällig. Harte Schläge erfordern also durchaus Kraft in Arm und gute Technik. Eine Besonderheit gibt es aber doch noch, nämlich am Griffband: Der »Contourgrip« verhindert Abrutschen zuverlässig, allerdings muss man sich erst an die Wellen am Griff gewöhnen. Wir bevorzugen eher glatte Overgrips, aber letztendlich ist das natürlich Geschmacksache.

Hier und da merkt man dem Powerblade Superlite also an, dass es sich um einen ziemlich günstigen Schläger handelt – von der Optik bis hin zum Spielgefühl ohne große Highlights. Natürlich darf man für den Preis auch nicht zu viel erwarten und enttäuschend spielt er sich keineswegs, aber für ein wenig mehr Geld bekommt man doch schon deutlich interessantere Schläger.

Senston Badminton-Set

Ein solides, recht günstiges Anfänger-Set bekommt man mit dem Senston Badminton-Set. Mit 106 bzw. 103 Gramm sind die Schläger etwas schwerer als vom Hersteller angegeben und bestehen – laut Hersteller – aus Carbon. Das vergleichsweise hohe Gewicht macht sich im Spiel durchaus bemerkbar, vor allem beim Handling ist noch Luft nach oben. Smashes oder Drives kommen nicht besonders schnell, dafür liegen die Stärken der Schläger aber in der Ballkontrolle. Das liegt nicht zuletzt an der eher grifflastigen Balance und der isometrischen Kopfform.

Ein weiterer Pluspunkt sind die beiden Overgrips, die dem Set beiliegen. Damit verbessert sich der Grip doch deutlich und auch Vibrationen werden merklich gedämpft. Neben den Griffbändern findet man in der Tasche noch zwei lose Nylonbälle, die den Transport immerhin halbwegs unbeschadet überstanden haben. Beim Spielen kamen schnell weitere Dellen hinzu, sodass man immer öfter von der Flugbahn überrascht wird. Für kurze Distanzen im Garten reicht es, aber wer regelmäßiger Badminton spielt, sollte sich nicht nur um robustere Bälle, sondern auch gleich um einen besseren Schläger kümmern.

Zhi Bo Badmintonschläger-Set

Die Schläger aus dem Set von Zhi Bo kommen noch mit am ehesten an das Spielgefühl eines teuren Markenschlägers heran. Das liegt vor allem daran, dass sie aus Carbon bestehen und dementsprechend für Schläger aus einem Set relativ leicht ausfallen: 96 bzw. 91 Gramm zeigt die Waage – wobei fünf Gramm Unterschied doch auf nicht die allerhochwertigste Produktion hindeuten. Dafür spricht auch der etwas seltsame Klang der Besaitung, wenn man den Ball nicht mit dem Sweetspot trifft.

Interessant an den Schlägern ist die merklich hohe Flexibilität des Schafts. Anfängern hilft das dabei, leichter Power zu generieren, allerdings wird dadurch auch Präzision erschwert – letztlich ist es Geschmacksache, was man bevorzugt.

Angenehm überrascht waren wir zunächst vom weiteren Lieferumfang: Zwei Overgrips und drei Bälle aus Federn, also keine Nylonbälle, wie man sie sonst von ähnlichen Sets gewohnt ist. Die Overgrips erledigen ihren Job wie erwartet und verbessern den sonst leicht rutschigen Grip doch erheblich. Einziger, kleiner Wermutstropfen dabei: Die Bänder sind rot, der Rahmen ist überwiegend orange – das beißt sich und sieht einfach nicht schick aus.

Wirklich enttäuscht wurden wir dann jedoch von den Bällen. Im Praxistest erwiesen sie sich als quasi unspielbar: Selbst bei Schlägen mit voller Kraft fliegen sie schlicht nicht weit genug, so kommt kein Spielfluss zustande. Schade, denn ansonsten spielen sich die Schläger für ein günstiges Set aus Fernost gar nicht so übel.

Schildkröt Badminton-Set 2-Player

Nur etwas mehr als einen »Zehner« für ein ganzes Badminton-Set? Das geht wirklich, nämlich beim Badminton-Set von Schildkröt. Die beiden Schläger aus gehärtetem Stahl bringen stolze 115 bzw. 118 Gramm auf die Waage und sind damit die schwersten Modelle im Test. Im Spiel fühlen sie sich dementsprechend immobil an und erfordern gerade bei längeren Sessions viel Kraft. Selbst eigentlich harte Schläge verpuffen gefühlt an der viel zu weichen Besaitung. Der Griff ist etwas rutschig und dürfte zumindest für Erwachsene gerne etwas dicker sein, Kindern hingegen sollte der geringe Umfang eher entgegenkommen.

Die beiden Nylonbälle haben erfreulicherweise ein kleines Extrafach an der Dreivierteltasche bekommen, sodass sie immerhin nicht schon durch den Transport verformt sind. Leider ändert sich das beim Spielen relativ schnell, weshalb der sowieso schon zu leichte Ball nach einiger Zeit noch mehr zum Flattern tendiert. Aufgrund seines geringen Gewichts eignet er sich ohnehin nicht für längere Distanzen.

Fortgeschrittene Spieler werden deshalb mit dem Schildkröt-Set sicher nicht glücklich. Gerade Eltern, die ihre Kinder möglichst unverbindlich ans Badminton heranführen wollen, sind hier aber richtig – darauf deutet auch das Design hin. Für erste Schritte und ein lockeres Hin und Her im Garten reicht das Set vollkommen.

Redfield Badminton-Set

Was bei den Schlägern des Redfield Badminton-Sets zuerst auffällt, ist die extreme Kopflastigkeit. Der Balancepunkt bei satten 36 Zentimetern ist weit entfernt von jeglicher Skala und macht das Spielen durchaus gewöhnungsbedürftig. Mit 101 bzw. 105 Gramm Gesamtgewicht sind die Schläger aus leicht gehärtetem Stahl ohnehin keine Leichtgewichte, durch das Gewicht am Kopf fühlen sie sich noch schwerer und entsprechend wenig handlich an. Immerhin lässt sich so einigermaßen kräftig schlagen.

Als problematisch erweist sich auch der Griff: Nicht nur ist er ziemlich rutschig, sondern vor allem sehr dünn. Ein Overgrip lohnt sich da definitiv – leider ist im Lieferumfang keiner dabei. Dort findet man nur noch die zwei Nylonbälle, die einfach lose in der Tasche liegen und dementsprechend recht zerdrückt ankamen. Kontrollierte Schläge sind so kaum möglich – und beim vorsichtigen Versuch, einen der Bälle wieder geradezubiegen, entstanden direkt leichte Risse am Kopf. Qualität geht so leider nicht, daher sollte man sich lieber nach anderen Sets umschauen.

So haben wir getestet

Nachdem die Badmintonschläger bei uns ankamen, haben wir erst einmal den Lieferumfang beurteilt. Kleine Pluspunkte gab es etwa für eine wertige Schlägertasche oder zusätzliche Griffbänder. Bei den Sets haben wir außerdem darauf geachtet, ob die Bälle in einer Dose verpackt sind. Sonst besteht nämlich die Gefahr, dass sie durch die Tasche eingedrückt werden und später beim Spielen flattern.

Danach hieß es: Ab auf die Waage! Nicht nur beim Gewicht haben wir die Herstellerangaben überprüft, sondern auch bei der Balance. Dazu haben wir die Schläger auf einer dünnen Kante balanciert und den Abstand zum Griff gemessen. Größtenteils stimmen die Werte überein, hin und wieder mussten wir aber doch kleinere Abweichungen feststellen. Schließlich haben wir noch die Dicke der Griffe gemessen, jeweils ohne und, falls vorhanden, auch mit Overgrip.

Badmintonschläger Test: Gruppenbild
Die 16 Schläger aus unserem Test im Februar 2021.

Anschließend haben wir die Verarbeitung der Schläger geprüft. Hier gab es keine bösen Überraschungen, fast alle Schläger wirken sehr hochwertig. Unsauber verklebte Griffbänder oder mikroskopische Flecken waren die absolute Ausnahme. Im Rahmen der Inspektion haben wir noch das Design begutachtet, denn das Auge spielt ja immer auch ein bisschen mit.

Dann war Ende der Theorie, und wir haben getestet, ob die Schläger in der Praxis das halten, was ihre jeweiligen Eigenschaften versprechen. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten wir den Praxistest draußen durchführen, da Sporthallen zum Testzeitpunkt geschlossen waren. Tatsächlich war das aber gar nicht so schlecht, weil die Schläger so immer wieder vor verschiedene Aufgaben gestellt wurden, vor allem durch den Wind. Plötzliche Windstöße verlangen den Rackets gutes Handling ab, während gegen eine leichte, dauerhafte Brise viel Power erforderlich ist.

Die wichtigsten Fragen

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Im Großen und Ganzen auf drei Dinge: Gewicht, Material und Preis. Es lohnt sich aus unserer Sicht auch für Einsteiger, schon in einen Carbonschläger mit 95 Gramm Gewicht oder weniger zu investieren. Die sind teilweise nicht viel teurer als Schläger aus Stahl, bieten aber ein um Längen angenehmeres Spielgefühl. Allerdings muss es auch nicht gleich ein Racket jenseits der 100 Euro sein. Denn gerade am Anfang kommt es noch viel mehr auf die eigenen Fähigkeiten als auf die Feinabstimmung des Schlägers an.

Wie finde ich den perfekten Schläger?

Badmintonschläger unterscheiden sich in vielen kleinen Komponenten, darunter Gewicht, Balance und Flexibilität. Um einen Schläger zu finden, der zum eigenen Stil passt, ist Erfahrung und Ausprobieren unerlässlich.

Wie schwer sollte ein Badmintonschläger sein?

Mit einem Schläger zwischen etwa 75 und 95 Gramm macht man für den Anfang nichts falsch. Exemplare jenseits der 100 Gramm fühlen sich zunehmend schwerfällig an, während zu leichten Rackets Schwungmasse für harte Schläge fehlt. Im Bereich zwischen 75 und 95 Gramm kommt es dann auf die eigenen Vorlieben und den Spielstil an.

Aus welchem Material besteht ein wertiger Schläger?

Gute Badmintonschläger bestehen in aller Regel aus Carbon. Häufig wird beispielsweise High Modulus Graphit verwendet, ein leichtes und zugleich steifes Material. Stahlschläger sind dagegen kaum empfehlenswert, da sie zu schwer ausfallen.

Wie viel kostet ein gutes Racket?

Die Preisspanne für Badmintonschläger beginnt bei rund 10 Euro, ein sehr hochwertiges Racket kann aber auch an die 200 Euro kosten. Unser Test hat gezeigt: Schon ab 25 Euro bekommt man solide Allroundmodelle bekannter Marken, die für Gelegenheits- oder Hobbyspieler völlig ausreichend sein können. Die Schläger, die uns im Test am meisten überzeugten, leigen preislich zwischen 60 und 110 Euro.

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