Der beste eBook-Reader

eBook-Reader im Test: Alle getesteten Reader im Überblick
  • eBook-Reader im Test: Alle getesteten Reader im Überblick
  • eBook-Reader im Test - Testsieger: Tolino Vision 4 HD
  • eBook-Reader im Test - Testsieger: Tolino Vision 4 HD

Der beste eBook-Reader für die meisten Menschen ist der Tolino Vision 4 HD. Er verbindet durchdachte Bedienung mit ausgereifter Hardware und einem großen Angebot an Büchern. Am besten ist aber das neue Smart Light: eine sinnvolle Neuerung, die es bei Amazons Kindle-Readern noch nicht gibt.

Mehrere Tausend Bücher in der Tasche haben und bei Bedarf jederzeit neuen Lesestoff anfordern – eBook-Reader machen es möglich. Trotz Smartphones und Tablets lesen sich digitale Bücher auf einem eBook-Reader immer noch am schönsten.

Das hat mehrere Gründe: Zum einen sind eReader wesentlich leichter als Tablets und bieten einen größeren Bildschirm als Smartphones. Ihre hochauflösenden E-Ink-Displays liefern ein Schriftbild, das sich vor einem echten Buch nicht verstecken muss. Eine eingebaute Beleuchtung ist bei fast allen Modellen mittlerweile Standard so dass man auch bei wenig Licht bequem lesen kann. Und nicht zuletzt halten die Akkus moderner eBook-Reader mehrere Wochen, wohingegen ein Smartphone oder Tablet schon nach ein paar Stunden wieder ans Ladegerät muss.

Amazon führte das Feld der eBook-Reader lange Zeit mit seinen Kindle-Readern an. Doch in Deutschland hat eine Allianz der Buchhandelsketten Hugendubel, Thalia und Weltbild zusammen mit der Telekom mit dem Tolino einen Konkurrenten auf den Markt gebracht, der über die Jahre immer besser wurde. Mit der neuesten Version des Tolino, dem Tolino Vision 4 HD, überholt Tolino die Kindle Reader technisch zum ersten Mal. Deshalb ist er für uns zur Zeit der beste eBook-Reader.

Das heißt aber nicht, dass der Tolino Vision 4 HD automatisch für jeden der beste eReader ist. Denn bei der Wahl eines eBook-Readers entscheidet man sich wohl oder übel immer auch für einen Händler, bei dem man seine Bücher kauft. Das gilt auch für den dritten Anbieter von eBook-Readern: Der kanadische Buchhändler und eBook-Hersteller Kobo hat mit dem Kobo Aura One jüngst einen eBook-Reader im Maxi-Format herausgebracht, der für manche durchaus interessant sein könnte.

Welcher eBook-Shop ist der beste?

Für welche eBook-Händler man sich entscheidet, ist inzwischen vor allem Geschmacksache. Wer ohnehin gern bei Amazon kauft, für den ist der Kindle nach wie vor die beste Wahl. Das gilt vor allem auch für alle, die gerne neuen Lesestoff von (noch) unbekannten Autoren entdecken, denn im Rahmen von Amazons Direct-Publishing-Programm können Autoren auch ohne großen Verlag Bücher veröffentlichen. So finden sich unzählige Bücher im Kindle-Store, die es teilweise woanders nicht gibt.

Wer sich dagegen bei Thalia und Hugendubel besser aufgehoben fühlt, der sollte zum Tolino greifen. Denn das Angebot in den eBook-Shops unterscheidet sich nur noch geringfügig.

Genaue Zahlen, wie viele eBooks in welchem Shop angeboten werden, gibt es leider nicht, deshalb haben wir stichprobenartig je zehn Einträge der deutschen Bestsellerliste des Spiegels und der US-Bestsellerliste der New York Times in den Shops von Amazon, Tolino und Rakuten (Kobo) gesucht. Das erfreuliche Ergebnis: Sowohl die deutschen als auch die englischen eBooks waren auf allen Plattformen erhältlich.

Auch die Preise sind für deutsche eBooks bei allen Shops identisch, denn auch für eBooks gilt inzwischen die Buchpreisbindung. Bei internationalen Büchern sieht das anders aus, hier unterscheiden sich die Preise zum Teil erheblich. Bei unserer Stichprobe kostete beispielsweise der aktuelle John-Grisham-Roman »The Whistler« bei Hugendubel 18,49 Euro, während es das Buch bei Amazon und Thalia bereits für 11 Euro gab – hier lohnt sich also der Vergleich zwischen verschiedenen Shops.

Doch das ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick klingt, denn jeder eBook-Reader bevorzugt seinen eigenen Shop. Tolino und Kobo geben sich gegenüber Büchern aus anderen Shops noch relativ aufgeschlossen, beim Kindle muss man dagegen einige Verrenkungen vollführen, um Bücher, die nicht von Amazon stammen, auf dem Kindle lesen zu können. Aber immerhin: es geht.

Beim Tolino hat man von Haus aus Zugriff auf die Portale von Thalia, Hugendubel oder eBook.de. Die Umsetzung ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig: Während der Reader selbst nur den direkten Kauf bei einem digitalen Buchladen erlaubt, können Tolino-Nutzer über die so genannte Tolino Cloud auch andere Inhalte auf den Tolino übertragen. Dazu müssen zunächst die Partnershops an die Cloud angebunden werden. Das ist zwar in wenigen Klicks erledigt, aber umständlicher als es sein müsste.

Bei Amazon und Kobo ist es aber noch um einiges umständlicher, Bücher von anderen Shops zu lesen. Beim Kindle hat man nur Zugang zum Amazon eBook-Shop. Will man Bücher aus anderen Shops laden, muss man sie in Amazons eBook-Format konvertieren – was aber oft nicht so einfach ist, denn viele eBooks sind darüber hinaus mit einem Kopierschutz ausgestattet.

eBook-Formate und Kopierschutz

Wenn Sie ohnehin nur Bücher aus dem eBook-Shop lesen wollen, der auf Ihrem Reader vorinstalliert ist, können Sie diesen Abschnitt getrost überspringen. Alle anderen aufgepasst, denn jetzt wird’s technisch.

Die eBook-Reader von Kobo und Tolino unterstützen das eBook-Dateiformat ePub. Das sorgt für Komfort bei der Übertragung von Büchern auf die Geräte: Nicht nur verkaufen viele Shops eBooks im ePub-Format, auch viele Anbieter von kostenlosen eBooks bieten sie meist als ePub zum Download an. Bücher im ePub-Format lassen sich ganz einfach per USB-Kabel auf den Reader kopieren und ohne weiteres Kopfzerbrechen lesen.

Bei den Kindle-Modellen sieht das anders aus: Amazon unterstützt ePub nicht, sondern setzt auf ein eigenes Dateiformat. Bücher aus anderen Shops können daher nicht einfach so auf den Kindle übertragen werden. Sie müssen erst in das Amazon-Format umgewandelt werden.

Das geht relativ unproblematisch mit wenigen Klicks mit der kostenlosen Software Calibre – zumindest solange die Bücher keinen Kopierschutz (DRM) haben. Die meisten haben aber einen, auch wenn inzwischen immer mehr Anbieter auf eBooks ohne Kopierschutz umschwenken.

eBook Reader Test: Calilbre
Mit der kostenlosen Software Calibre kann man eBooks in andere Dateiformate umwandeln.

Doch auch für Bücher mit Kopierschutz gibt es eine Lösung: Für Calibre gibt es ein Plugin mit dem treffenden Namen DeDRM, das den Kopierschutz praktisch aller Anbieter entfernt. So kann man schließlich doch noch Kindle eBooks auf dem Tolino lesen und umgekehrt.

Der Haken an der Sache ist: eigentlich ist es verboten, einen Kopierschutz zu knacken und zu deaktivieren. Einerseits. Denn andererseits gibt es in Deutschland auch das Recht, eine Privatkopie von erworbenen Medien anzufertigen. Damit befindet man sich rechtlich in einer Grauzone.

In der Praxis dürfte man wohl nicht dafür belangt werden, wenn man bei eBooks, die man legal erworben hat, den Kopierschutz entfernt, um sie auf einem eBook-Reader lesen zu können. Aber nageln Sie uns nicht darauf fest. Wenn Sie es tun, tun Sie es auf eigenes Risiko. Mehr zu der Thematik erfahren Sie bei AlleseBook und Lesen.net.

Der langen Rede kurzer Schluss: Grundsätzlich ist es möglich, eBooks von einem Format in ein anderes umzuwandeln. Die kostenlose Software Calibre ist hierzu das Tool der Wahl.

Meistens wird man seine eBooks jedoch bei dem Shop kaufen, den man über seinen Reader am einfachsten erreicht. Genau aus diesem Grund machen die Händler es ja mit Absicht so kompliziert.

Sinnvoll ist das Konvertieren von eBooks, wenn man ein bestimmtes Buch nicht bei seinem Stamm-Händler bekommt. Oder wenn man sich eines Tages entscheidet, von einem Anbieter zum anderen zu wechseln. Dann ist es beruhigend zu wissen, dass man seine gesammelte eBook-Bibliothek zur Not konvertieren und auf den anderen Reader umziehen kann. Man muss sich also nicht zwangsläufig lebenslang an einen Anbieter ketten.

eBooks ausleihen

Alle eBook-Reader bieten die Möglichkeit, elektronische Bücher nicht nur zu kaufen, sondern auch auszuleihen.

Die Modelle von Tolino und Kobo unterstützen die so genannte Onleihe. Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Plattform von Stadtbibliotheken, an der derzeit rund 3.000 Bibliotheken teilnehmen. Wer Mitglied in einer teilnehmenden Stadtbücherei ist, kann über die Onleihe eBooks ausleihen und herunterladen. Dazu muss der jeweilige eBook-Reader einmalig registriert werden, zudem ist die Installation von Adobe Digital Editions notwendig, da die geliehenen eBooks mit einem Kopierschutz ausgestattet sind.

Amazon geht auch hier einen eigenen Weg: Zwar ist es nicht möglich, mit dem Kindle die Onleihe zu nutzen, dafür stehen mit Kindle Unlimited und der Kindle Leihbücherei gleich zwei Leihsysteme zur Auswahl.

Bei Kindle Unlimited handelt es sich um ein Flatrate-Angebot. Zum Pauschalpreis von rund 10 Euro im Monat können die Nutzer hier bis zu zehn eBooks beliebig lange ausleihen. Das Angebot umfasst dabei rund eine Millionen Bücher, aktuelle Bestseller finden sich aber nur selten. Stattdessen bietet Kindle Unlimited beispielsweise den Zugriff auf viele eBooks, die im Self-Publishing auf der Kindle-Plattform veröffentlicht wurden. Es gibt aber auch bekannte Namen im Angebot, beispielsweise die komplette Harry-Potter-Reihe.

Mit der Kindle Leichbücherei können Abonnenten von Amazon Prime jeden Monat ein Buch kostenlos ausleihen. Eine Liste der verfügbaren Bücher gibt es hier.

eBooks auf Reisen

Wem jemals im Strandurlaub, am Flughafen oder beim Wandern der Lesestoff ausgegangen ist, wird zu schätzenwissen, dass es eBook-Reader mit weltweiter Datenflatrate gibt – allerdings bislang ausschließlich bei Amazons Kindle.

Gegen einen Aufpreis von rund 60 Euro bietet Amazon seine Reader als »3G-Variante« an. Pro Tag erlaubt Amazon unabhängig vom Aufenthaltsort Downloads von 25 Megabyte – da die meisten eBooks nur wenige Kilobytes schwer sind, lassen sich damit problemlos massenweise neue Bücher herunterladen. Zusatzkosten fallen dabei nicht an: Nach der einmaligen Zahlung des Aufpreises ist der 3G-Kindle dauerhaft online – ein echtes Alleinstellungsmerkmal von Amazons Kindle.

Doch auch die Tolino-Familie bietet die Möglichkeit, unterwegs Bücher herunterzuladen. Die eBook-Reader verbinden sich automatisch und ohne Zusatzkosten mit den WLAN-Hotspots der Deutschen Telekom. Da das Hotspot-Netz der Telekom zumindest in Deutschland gut ausgebaut ist, ist das Fehlen des 3G-Moduls bei den Tolinos zumindest in Deutschland daher kein großer Nachteil. Im Ausland dagegen schon. Und beim Kobo Aura fehlt diese Funktion leider komplett.

So haben wir getestet

Für unseren Test haben wir sechs aktuelle eBook-Reader von Amazon, der Tolino-Allianz und dem kanadischen Hersteller Kobo unter die Lupe genommen. Dabei haben wir nicht nur den Lesekomfort bewertet, sondern auch Sonderfunktionen und die verschiedenen Möglichkeiten, eBooks möglichst komfortabel auf das Gerät zu übertragen.

eBook-Reader im Test: Alle getesteten Reader im Überblick
Alle eBook-Reader im Test: Die Standard-Bildschirmgröße der meisten eBook-Reader ist nach wie vor 6 Zoll, der 7,8 Zoll große Kobo Aura One in der Mitte oben ist die Ausnahme.

Die günstigsten Geräte der Hersteller haben wir uns diesmal nicht angesehen, denn sie bieten keine Hintergrundbeleuchtung. Das schränkt den Lesekomfort stark ein. Gute Modelle mit Beleuchtung gibt es schon für rund 100 Euro, die Mehrinvestition ist es auf jeden Fall wert.

Alle eBook-Reader im Test bieten eine angenehme Leseerfahrung. Gab es vor einigen Jahren noch große Unterschiede bei der Qualität des Displays, der Beleuchtung oder der Software, liest es sich mittlerweile auf allen Readern von Amazon, Tolino und Kobo gleichermaßen komfortabel.

Alle Reader bieten inzwischen auch umfangreiche Anpassungen an die eigenen Vorlieben, zum Beispiel hinsichtlich Bedienung und Schriftbild. Zwar bietet der Kobo Aura One hierbei besonders viele Optionen, doch auch die Tolinos und Kindles zeigen sich erfreulich flexibel.

Das gilt auch für die Beleuchtung: Ob in absoluter Dunkelheit, bei spärlichem Licht oder an einem hellen Sonnentag, alle Reader ermöglichen dank Hintergrundbeleuchtung in allen Situationen gutes Lesen. Zwar strahlen vor allem die teureren Kindle-Modelle besonders hell, dafür überzeugen Tolino Vision 4 HD und Kobo Aura One mit der Möglichkeit, die Farbtemperatur anzupassen, was vor allem im Dunkeln die Augen schont.

Ebenfalls systemübergreifend möglich sind Markierungen, Notizen und Lesezeichen, die über den Touchscreen in den digitalen Büchern angelegt werden können. Auf diese Weise lassen sich Lieblingszitate oder wichtige Passagen leicht markieren und wiederfinden.

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Kommentare

5 Kommentare zu "Der beste eBook-Reader"

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Aianajaksma

Genau

Julian Biengraf

Genau

Naima Jackson so zum rein lesen

Schaut euch besser mal die Rezensionen bei Amazon an…hier wird ja einiges verschleiert!

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