Der beste Fahrradanhänger

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Fahrradanhänger Test: Alle Fahrradanhänger im Test

Der beste Fahrradanhänger für Kinder ist für uns der Croozer Kid Plus 1. Er überzeugte im Test auf ganzer Linie und kann fix sowohl zum Buggy als auch zum Jogger umgebaut werden. Der Croozer gehört zwar zu den teureren Modellen, aber das ist er wert. Unser Preis-Tipp ist der Qeridoo Kidgoo 1, der schon für 459 Euro UVP zu haben ist. Von noch günstigeren Anhängern sollten Sie lieber die Finger lassen.

Ein Fahrradanhänger ist die alltagstauglichste Möglichkeit, ein oder zwei Kinder sicher zu transportieren. Für nur ein Kind ist auch ein Kindersitz eine gute Möglichkeit, bei zwei Kindern kommt als Alternative aber sonst nur ein Lastenrad in Betracht. Die sind zwar angesagt und stylisch, aber längst nicht so flexibel nutzbar wie ein Fahrradanhänger – und deutlich teurer.

Wir haben neun Fahrradanhänger getestet und uns dabei die gesamte Preisspanne angesehen, vom China-Billigimport bis zum Luxus-Trailer. Die günstigsten Fahrradanhänger gibt es schon für rund 100 Euro, die teuersten kosten über 1.000 Euro.

Uns hat natürlich die Frage interessiert, ob man wirklich so viel Geld ausgeben muss. Die Antwort ist: eher ja. Von den ganz günstigen Modellen können wir nur abraten. Aber es gibt auch gute Anhänger im Bereich um 500 Euro. Unser Testsieger liegt mit rund 750 Euro im oberen Mittelfeld.

Unsere Empfehlungen

Testsieger

Croozer Kid Plus for 1

Fahrradanhänger Test: Croozer Kid Plus 1 Produktbild
Der Croozer Kid Plus 1 bietet das beste Gesamtpaket: Verarbeitung, Bremsen, Kupplung und Ausstattung suchen ihresgleichen.

Der Croozer Kid Plus 1 ist super gefedert und überzeugt mit hochwertiger Verarbeitung, stabilen Bremsen, einer außergewöhnlichen Lampe und der mit Abstand besten Kupplung im Test. Außerdem kommt er mit Buggy- und Jogger-Rad. Der Umbau vom Anhänger zum Buggy oder zum Jogger geht kinderleicht von der Hand und der Anhänger lässt sich innerhalb einer Minute platzsparend zusammenlegen. Als Croozer Kid Plus 2 gibt es ihn auch als Zweisitzer.

Auch gut

Thule Chariot Cross 1

Test Fahrradanhänger: Thule Chariot Cross 1
Der Chariot Cross 1 ist ein echter Hingucker und macht in Sachen Fahrtkomfort keine Abstriche. Auch die Ausstattung ist vorbildlich.

Der Thule Chariot Cross 1 ist ein richtiges Schmuckstück, so schick sah kein anderes Modell im Test aus. Qualitativ gehört er ebenfalls zu den Top-Modellen und überzeugt darüber hinaus durch seine Flexibilität. Der Wechsel zwischen Buggy- und Anhängermodus funktioniert schnell und unkompliziert, für die Buggy-Räder hat der Chariot Cross eine clevere Aufbewahrungsmöglichkeit an Bord. Auch das Zusammenklappen geht schnell und problemlos. Auch den Chariot Cross gibt es als Zweisitzer. Und wer gerne durch Winterlandschaften fährt, kann sogar ein passendes Ski-Set dazu kaufen. Weniger praktisch ist das nicht fest installierte Regenverdeck, wodurch der Chariot leider nicht so alltagstauglich ist wie der Croozer.

Preis-Leistungssieger

Burley D'Lite

Test Fahrradanhänger: Burley D'Lite
Der Burley D'Light spielt bei Verarbeitung und Bremsen ganz vorne mit und ist mit seinen zwei Sitzen ein absoluter Preissschlager.

Der Burley D’Lite hat so ziemlich alles, was man sich von einem guten Fahrradanhänger wünscht. Er ist gut gefedert, die Bremsen sind knackig, die Verarbeitung tadellos, er sieht gut aus – und er bietet sogar Platz für zwei Kinder gleichzeitig. Zusammenlegen lässt sich der Burley auch und der Preis ist mehr als fair. Die Kupplung kann man allerdings nicht abschließen und Buggy- oder Jogger-Rad muss man bei Bedarf extra kaufen. Aber dafür ist er auch deutlich günstiger.

Gut & günstig

Qeridoo Kidgoo 1

Test Fahrradanhänger: Queridoo Kidgoo 1
Der Kidgoo ist etwas mühsam im Aufbau, dafür aber sehr gut gefedert, erstaunlich gut verarbeitet und hat Buggy-Rad.

Noch günstiger geht es mit dem Qeridoo Kidgoo 1. Er ist für uns der beste Fahrradanhänger für wenig Geld. Was ihm an mancher Stelle fehlt, holt er an anderer wieder raus. Dabei erfüllt der Kidgoo 1 gerade diejenigen Bereiche mit Bravur, die billige Modelle sonst gerne vernachlässigen. Vor allem die gute Federung hat uns überrascht, hier zeigte er im Test sogar das beste Ergebnis von allen Testteilnehmern. Auch die Anleitung war hervorragend und auch an der Verarbeitung kann man für das Geld nichts aussetzen.

Für Sportler

Tout Terrain Singletrailer

Test Fahrradanhänger: Tout Terrain Singlertrailer
Der sündhaft teure Singletrailer ist dank seiner tollen Federung die erste Wahl für sportliche Eltern.

Der Tout Terrain Singletrailer steht außer Konkurrenz, denn er ist der einzige Fahrradanhänger auf dem Markt, der nicht mit zwei, sondern nur mit einem Rad ausgestattet ist. Was waghalsig klingt, hat durchaus Vorteile. So kann mit ihm noch so enge Kurven fahren – der Anhänger neigt sich einfach mit dem Fahrrad. Für die Kleinen ist das nicht nur sicherer, sondern auch bequemer, weil sie im Sitz weniger Fliehkräften ausgesetzt sind. Den Rest erledigt die Gasdruck-Federung, die in diesem Bereich ihresgleichen sucht. So kann man den Nachwuchs problemlos beim Mountainbiken mit ins Gelände nehmen. Das lässt sich der Hersteller aber auch entsprechend vergüten – der Preis ist angesichts der ansonsten spartanischen Ausstattung mehr als happig.

Vergleichstabelle

TestsiegerAuch gutPreis-LeistungssiegerGut & günstigFür Sportler
Modell Croozer Kid Plus for 1 Thule Chariot Cross 1 Burley D'Lite Qeridoo Kidgoo 1 Tout Terrain Singletrailer Winther Dolphin New Edition Homcom 5664-0101 Froggy BTC07 Infantastic FAH17-3
Fahrradanhänger Test: Croozer Kid Plus 1 ProduktbildTest Fahrradanhänger: Thule Chariot Cross 1Test Fahrradanhänger: Burley D'LiteTest Fahrradanhänger: Queridoo Kidgoo 1Test Fahrradanhänger: Tout Terrain SinglertrailerTest Fahrradanhänger: Winther Dolphin New EditionTest Fahrradanhänger: Homcom 360° Drehbar Kinderanhänger 2 in 1Test Fahrradanhänger: Froggy BTC07Test Fahrradanhänger: Infantastic FAH17-3
Pro
  • Super verarbeitet & gut gefedert
  • Zusammenklappbar
  • Jogger- und Buggy-Rad
  • USB-Lampe mit Sensoren
  • Sehr gute Kupplung & Bremsen
  • Super verarbeitet
  • Zusammenklappbar
  • 2 Buggyräder und Staufächer
  • Sonnenschutz
  • Schickes Design
  • Tadellos verarbeitet
  • Zusammenklappbar
  • Verstellbarer Sonnenschutz
  • Sinnvolles Verdeck & gute Bremse
  • Super Aufbau & Anleitung
  • Gut verarbeitet
  • Sehr gut gefedert
  • Magnetverschluss am Stauraum
  • Solide Ausstattung
  • Sehr gute Anleitung
  • Ideal für Sport
  • Leicht & schmal
  • Überragend gefedert
  • Geräumig
  • Kunststoffboden
  • Günstig
  • Günstig
  • Günstig
Contra
  • Kein Sonnenschutz beiliegend
  • Mäßige Anleitung
  • Wimpel unpraktisch befestigt
  • Wimpel beim Klappen im Weg
  • Regenverdeck nicht fest montiert
  • Gurtschloss etwas leichtgängig
  • Jogger- und Buggy-Aufsätze kosten extra
  • Nerviger Aufbau
  • Teils unverständliches Design
  • Teuer
  • Unpraktischer Einstieg
  • Kein Licht
  • Durchwachsene Verarbeitung
  • Kaum Stauraum
  • Anfällig für Kratzer
  • Schlechte Anleitung & Aufbau
  • Klappert beim Fahren
  • Schlecht verarbeitet
  • Schlechtes Verdeck
  • Schlechte Bremse
  • Miserable Anleitung & Aufbau
  • Schlechtes Verdeck
  • Kein Jogger oder Buggy
  • Kein Schiebebügel
  • Keine Federung
  • Schlechter Gurt
  • Schlecht verarbeitet
  • Nicht gefedert, nicht gepolstert
  • Kein Jogger oder Buggy
  • Kein Schiebebügel
  • Miserable Anleitung & Aufbau
Bester Preis
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Was ist sicherer: Kindersitz oder Anhänger?

Viele Eltern treibt natürlich die Frage um: Was ist die sicherste Art, mein Kind mit dem Fahrrad zu transportieren?

Bei Fahrradanhänger wird oft befürchtet, dass sie vor allem im Stadtverkehr leicht zu übersehen sind, weil sie zum einen sehr niedrig sind und Autofahrer zum anderen nicht unbedingt damit rechnen, dass hinter einem Fahrrad noch etwas dranhängt. Der obligatorische Warnwimpel ist da nur ein schwacher Trost.

Fahrradanhänger sind am sichersten

Andererseits sitzen Kinder in einem Anhänger fest angeschnallt in einem sicheren Käfig mit Überrollbügel und sind damit bei einem Unfall wesentlich besser geschützt als in einem Lastenrad oder in einem Kindersitz. Experten sind sich daher einig, dass Fahrradanhänger für den Transport von Kindern am sichersten sind. Stürzt bei einem Unfall das Fahrrad, bleibt der Anhänger meist stehen. Selbst im Fall einer direkten Kollision wird der Anhänger meist nur zur Seite geschoben und fällt nicht um, wie ein Crashtest von Stiftung Warentest zeigt.

In einem Kindersitz sitzen Kinder dagegen sehr hoch. Stürzt das Fahrrad, fallen sie tief, was das Verletzungsrisiko deutlich erhöht.

Im Anhänger sollte das Kind immer fest angeschnallt sein und einen Fahrradhelm tragen!

Auch gegenüber Lastenrädern sind Fahrradanhänger sicherer, denn auch Lastenräder können umkippen – ganz egal, ob es ein vermeintlich »sicheres« Dreirad ist oder eine einspurige zweirädrige Variante. Zudem fehlt Lastenrädern in der Regel ein Überrollbügel.

Egal, wie Sie Ihr Kind transportieren: sowohl im Anhänger als auch im Lastenrad und im Kindersitz sollte es immer einen Helm tragen.

Für die Sicherheit des Kindes muss ein Anhänger aber natürlich Sicherheitsstandards erfüllen – ohne darf er gemäß der Straßenverkehrsordnung (StVO) gar nicht auf die Straße.

Alle Kandidaten im Test kamen deshalb mit einem Wimpel, um die Sichtbarkeit zu verbessern, und mindestens zwei Reflektoren an der Vorder- und der Rückseite. An den Seiten müssen Anhänger laut Gesetz nicht unbedingt Reflektoren haben und prompt hatte nur etwa die Hälfte der getesteten Anhänger welche. Solche Reflektoren für die Radspeichen lassen sich aber günstig und einfach nachrüsten.

Für Fahrradanhänger ist eine eigene Beleuchtung vorgeschrieben

Für das Fahren im Dämmerlicht oder bei Nacht empfiehlt sich außerdem eine Lampe. Weil der Anhänger das Rücklicht des Fahrrads verdeckt, ist laut StVO eine eigene Beleuchtung sogar vorgeschrieben. Leider kamen bei weitem nicht alle Anhänger mit einem Licht im Lieferumfang.

Ganz wichtig für einen sicheren Transport ist auch ein Gurt. Hier unterscheidet man zwischen Drei-Punkte-Gurten, auch Y-Gurte genannt, bei denen jeweils ein Strang von den oberen Seiten über die Schulter läuft und einer von unten aus der Mitte nach oben. Die drei Gurtstränge treffen sich dann mittig vor dem Bauch.

Fünf-Punkte-Gurte haben zusätzlich zwei weitere Stränge, die von den unteren Seiten die Hüfte umschließen und sich ebenfalls mit den anderen drei Teilen vor dem Bauch treffen. Fünf-Punkte-Gurte gelten als deutlich sicherer als Y-Gurte und sind daher immer vorzuziehen.

Für die Sicherheit nicht unbedingt notwendig, aber für den Einsatz im Alltag wünschenswert ist außerdem eine Polsterung für den Gurt, damit die Riemen den Kleinen nicht in die Schultern drücken. Außerdem sollte das Gurtschloss gut zu öffnen sein, aber auch nicht zu leichtgängig, damit das Kind es nicht ohne weiteres aufmachen kann.

So haben wir getestet

Nach dem Kauf möchte man am liebsten gleich loslegen, aber bevor das passieren kann, will der Anhänger erst einmal aus seiner Pappverpackung befreit und fahrtüchtig gemacht werden. Aber niemand möchte erst einmal einen halben Nachmittag mit dem Werkzeugkoffer in der Garage verbringen.

Daher haben wir bereits den Aufbau beachtet: Ist die Anleitung aufschlussreich? Wieviel Montagearbeit ist nötig? Wird das nötige Werkzeug mitgeliefert oder muss man sich das erst noch anderweitig besorgen?

Zugegeben: In der Regel macht man das Ganze nur einmal und zerlegt so einen Anhänger danach nur in Ausnahmefällen wieder. Trotzdem sollte der Aufbau leicht von der Hand gehen und kein technisches Geschick voraussetzen. Das war nicht bei allen Anhängern im Test der Fall.

Einige Anhänger lassen sich zum Buggy oder Jogger umbauen

Große Unterschiede gibt es auch bei der Ausstattung: Viele Anhänger verfügen über Zusatzfunktionen und Sonderausstattung. Die häufigste ist dabei ein Schiebebügel, um den Anhänger bequem im Stehen führen zu können. Passend dazu, aber nicht immer im Lieferumfang enthalten, ist ein Vorderrad, mit dem man schnell aus einem gezogenen Anhänger ein geschobenes Gefährt macht. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Formen: Dem Buggy und dem Jogger.

Für den Einsatz als Buggy nutzen die Anhänger vorne ein oder zwei kleinere Räder. Sie sind für das Schieben in gemächlichem Schritttempo vorgesehen. Praktisch ist es, wenn man das Buggy-Rad im Anhänger verstauen kann, damit man den Anhänger auch unterwegs zum Buggy umbauen kann.

Jogger hingegen sind, wie der Name schon vermuten lässt, für den Einsatz beim Sport gedacht. Die entsprechenden Räder sind deshalb größer und luftgepolstert, um Stöße beim Überfahren von unebenem Boden zu dämpfen. Das Jogger-Rad ist außerdem im Gegensatz zum Buggyrad nicht lenkbar. Jogger-Räder können meist nicht im Anhänger verstaut werden.

Ein weiteres Testkriterium war für uns natürlich die Qualität der Verarbeitung. Fahrradanhänger müssen Wind und Wetter trotzen und mit Erschütterungen zurechtkommen. Da ist klar, dass sie sich nicht einfach so in ihre Bestandteile auflösen dürfen. Schon der Aufbau lieferte uns einen ersten Eindruck, was einen da erwarten kann. Es sollten keine Schrauben herausstehen, das Verdeck muss stabil befestigt sein und es dürfen keine Teile ausgerissen sein oder verkratzen. Das ist leider längst nicht selbstverständlich.

Als die Anhänger aufgebaut waren, ging es zur Probefahrt. Dazu haben wir eine Teststrecke abgesteckt, die alle im normalen Gebrauch üblichen Kriterien erfüllt: Es ging geradeaus, um weite und um enge Kurven, über gepflasterte Wege, Wiesen und eine simulierte Bordsteinkante. Die Strecke sind wir mit jedem Anhänger mehrfach abgefahren, sowohl leer als auch mit einem Gewicht von 20 Kilogramm belastet.

Wir haben darauf geachtet, ob der Wagen ruhig läuft und ob er an Hindernissen hängen bleibt oder springt. Gleichzeitig haben wir die Erschütterungen in der Fahrgastzelle gemessen, um die Federungen zu überprüfen.

Im letzten Schritt haben wir ein Kind zur Testfahrt eingeladen. Der Junge durfte die Anhänger probefahren und hat uns anschließend von seinen Eindrücken berichtet. Besonders in Bezug auf Sitzstabilität und Polsterung hatte er uns einige wertvolle Informationen für uns.

Fahrradanhänger im Test: Croozer Kid Plus For 1
Der Croozer Kid Plus for 1 mit montierter Deichsel

Testsieger: Croozer Kid Plus 1

Der Croozer Kid Plus 1 macht von allen neun getesteten Fahrradanhängern die beste Figur.

Der Croozer ist toll verarbeitet, hat eine umfangreiche, durchdachte und sehr alltagstaugliche Ausstattung samt Buggy- und Joggerrad und automatischen Akku-Licht. Er ist komfortabel gefedert, hat einen großen »Kofferraum« und seine Anhängerkupplung funktionierte im Test von allen Modellen mit Abstand am besten. Die ist zudem absperrbar, so muss man den Hänger nicht extra mit einem Fahrradschloss sichern, wenn man unterwegs eine Pause macht.

Testsieger

Croozer Kid Plus for 1

Fahrradanhänger Test: Croozer Kid Plus 1 Produktbild
Der Croozer Kid Plus 1 bietet das beste Gesamtpaket: Verarbeitung, Bremsen, Kupplung und Ausstattung suchen ihresgleichen.

In der Variante Croozer Kid Plus 2 gibt es das Modell auch als Zweisitzer, dann ist er mit knapp 90 Zentimeter rund 14 Zentimeter breiter als der Einsitzer.

Etwas günstiger geht es mit der Modellvariante ohne »Plus« im Namen: Croozer Kid for 1 und Kid for 2 haben im Gegensatz zum Plus-Modell keine Federung und das Akku-Licht kommt ohne Automatik-Sensoren. Dafür sind die beiden Modelle jeweils 200 Euro günstiger.

Aufbau

Der Aufbau des Croozer ist zwar ist keine Raketenwissenschaft, braucht aber einiges an Muskelschmalz, weil das störrische Verdeck zunächst einmal gespannt werden muss. Das geht laut Anleitung vor allem beim ersten Aufbau recht streng, weil der Stoff sich erst mit der Zeit weitet. Mit vereinten Kräften haben wir es aber geschafft.

Die Anleitung ist in Schwarzweiß gehalten und glänzt weder mit ihren ungriffigen Erklärungen, noch mit den schlecht erkennbaren Bildern. Alles in allem verwirrt sie mehr, als dass sie hilft. Das ist bei so einem sonst so hochwertigen Produkt schade, geschafft haben wir den Aufbau aber auch so.

Hat man als letzten Aufbauschritt den Wimpel in die schlecht zugängliche Öffnung der zugehörigen Halterung gefriemelt, muss man zugeben: Der Kid Plus sieht gut aus. Wirklich gut. Das Verdeck sitzt straff und und die Stoffverkleidung fühlt sich vor allem an den hinteren Seiten sehr angenehm an. Man könnte sich vielleicht noch über die offen sichtbaren Schrauben an der Seite des Fußraums beschweren, aber wirklich gestört haben sie uns nicht.

Die Anleitung könnte besser sein

Auch der Rest des Verdecks ist macht einen hochwertigen Eindruck. Das gilt selbst für die Gummibänder, die separat den hochgerollten Regenschutz und das Fliegengitter fixieren. So ist alles schön aufgeräumt und bei Bedarf schnell einsatzbereit. Das Fliegennetz wird einfach unten eingehakt und mit einem stabilen Reisverschluss geschlossen, das Regenverdeck schließt ebenfalls per Reißverschluss.

Sitzkomfort

»Darin fühlt man sich ja wie in einem Raumschiff« sagte unser Testkind über den Croozer Kid Plus 1. Zugegeben: Besonders viel Erfahrung in der bemannten Raumfahrt hatte der Junge nicht. Die haben wir zwar auch nicht, aber wir nehmen stark an, dass echte Astronauten auf ihren Reisen weniger Sitzkomfort und Platz haben als im Croozer.

Denn der von zwei Stoffbahnen umschlossene Sitz ist flexibel aufgehängt und schwingt bei Stößen seitlich leicht mit. Mit 62 Zentimeter Fußraum (gemessen von der Lehne) haben auch wirklich lange Lulatsche darin Platz, so viel Beinfreiheit bietet sonst nur der wesentlich größere und deutlich schwerere Dolphin von Winther.

Durch den schalenartigen Sitz ist der Nachwuchs besser gesichert als in allen anderen getesteten Anhängern. Dabei hilft auch der gepolsterte 5-Punkte-Gurt, der das Ein- und Aussteigen dank vier separater Schnallen, die ins Gurtschloss gesteckt werden, angenehm unfummelig macht. Alle anderen hatten nur zwei Stecker, sodass man die Arme des Kinds immer durch Schlaufen stecken muss, was meist nicht ohne maulige Gegenwehr stattfindet. Geöffnet wird das Gurtschloss des Croozer über den großen Knopf in der Mitte, der genau die richtige Balance zwischen Widerstand und Leichtgängigkeit aufweist.

Gute Federung, sicherer Sitz

Unsere Messdaten zeigen, dass die Federung des Croozer ausgesprochen gut funktioniert, was uns auch unser Testkind bestätigte. Messtechnisch schnitten der Qeridoo und der Tout Terrain zwar noch einen Hauch besser ab, unser Testkind merkte subjektiv aber keinen großen Unterschied.

Als Zubehör gibt es für rund 60 Euro einen Babyeinsatz zu kaufen, der laut Hersteller für Babys zwischen 1 und 10 Monaten geeignet ist. Wir raten aber davon ab, ein Baby schon so früh mit dem Anhänger zu transportieren, denn beim Fahren treten trotz Federung Stöße mit bis zu 3 g auf. Wir würden zumindest so lange abwarten, bis das Baby seinen Kopf sicher halten kann, besser noch, wenn es selbständig sitzen kann. Und dann brauchen Sie den Babyeinsatz eigentlich nicht mehr.

Ausstattung

Eine der größten Stärken des Kid Plus for 1 ist seine umfangreiche Ausstattung. Schon beim Auspacken fällt einem ein USB-Kabel in die Hände, was bei einem Fahrradanhänger erstmal verblüfft. Die Elektrostrippe dient zum Aufladen der fest installierten Front/Rückleuchte.

Akku-Lampe mit Sensor-Automatik

Croozer hat sich hier nämlich alles andere als lumpen lassen und seinem Anhänger eine Lampe spendiert, die ihren Namen verdient. Sie gibt sich nicht einfach damit ab, nach vorne weiß und nach hinten rot zu leuchten, sondern besitzt auch noch Sensoren für Dunkelheit und Bewegung. Sie geht also automatisch an, wenn es dunkel wird und man fährt, bei Tageslicht oder längerem Stillstand geht sie einfach von selbst aus. Ein Batteriewechsel ist dank des eingebauten Akkus nicht erforderlich.

Blöd ist nur, dass man den gesamten Bügel abnehmen muss, um den Akku in der Wohnung an einer Steckdose mit einem USB-Ladegerät zu laden. Die einfachere Variante ist es da für uns, die Lampe samt Bügel am Anhänger zu lassen und den Akku einfach mithilfe einer Powerbank aufzuladen.

Im Lieferumfang findet sich nicht nur ein Buggy-Rad, sondern zusätzlich auch noch ein größeres Jogger-Rad. Das ist tatsächlich praktisch, wenn Sie mit dem Anhänger auch Joggen gehen wollen, denn mit einem lenkbaren Buggy-Rad macht das keinen Spaß.

Der Umbau geht sehr einfach und schnell vonstatten. In weniger als einer Minute weicht die Deichsel dem Jogger- oder alternativ auch dem normalen Buggy-Rad. Spätestens hier spielt die hohe Verarbeitungsqualität des Croozer ihre Karten aus: Da klemmt nichts, da knarzt nichts und da braucht man auch nicht mit sanfter Gewalt nachzuhelfen. Alles passt, wie es soll.

Das gilt übrigens auch für das Zusammenlegen des Anhängers: In 30 Sekunden ist der Anhänger flach zusammengelegt. So passt der Croozer problemlos in den Kofferraum.

Gut gefallen hat uns auch der große »Kofferraum« des Croozer, in dem man alles verstauen kann, was man für den Ausflug mit Kindern so braucht – und das ist oft eine ganze Menge. Im Staufach findet sich auch eine Aufbewahrungstasche für das Buggy-Rad.

Praxistest

Beim Fahrtest erfüllte der Croozer alle Erwartungen. Er nahm alle Kurven meisterhaft und machte auch in engen Kurven oder beim Fahren über die Bordsteinkante keine Anzeichen umzukippen oder auch nur zu springen. Selbst bei Leerfahrten mit hohem Tempo machte der Anhänger tadellos mit. Die Federung verrichtete ihre Aufgabe dabei durchgehend super, wie auch das Diagramm unserer Testmessung zeigt (siehe »So haben wir getestet«).

Durchdacht und alltagstauglich

Stellt man den Kid Plus ab, halten ihn die exzellenten Bremsen sicher an Ort und Stelle. So gute Bremsen hatte von den Wagen im Test sonst nur noch der Burley D’Lite.

Als eines der wenigen Modelle im Test kann man das Fliegennetz und den Regenschutz sowohl separat als auch zusammen aufgerollt befestigen. Zwar empfehlen die meisten Hersteller, nur mit geschlossenem Fliegennetz zu fahren, um das Kind vor Insekten und Steinchen zu schützen, in der Praxis fahren die meisten Kinder aber lieber offen.

In unseren Breiten spielt für den alltäglichen Einsatz vor allem die Handhabung des Regenverdecks eine große Rolle. Das lässt sich beim Croozer dank stabiler Reißverschlüsse so schnell und sicher schließen wie bei fast keinem anderen Modell außer dem Burley, der hier ebenfalls überzeugt.

Eine wahre Freude ist auch die Benutzung der Anhängerkupplung: So einfach und geschmeidig aber trotzdem sicher hätten wir uns das auch bei den anderen Hängern gewünscht. Bei den meisten muss man schieben und nackeln und drücken und fluchen, bis die Kupplung endlich sitzt, beim Croozer geht es mit Einstecken, klick und fertig. Noch dazu kann man die Kupplung einfach abschließen. Damit spart man sich ein eigenes Schloss für den Anhänger, wenn man unterwegs ist.

Auch schön: Im Lieferumfang sind gleich zwei Kupplungsstücke fürs Fahrrad enthalten. So können beide Elternteile je eine an ihren Fahrrädern montieren und sind jederzeit bereit, den Kid Plus schnell und stressfrei anzukoppeln. Auch das bietet kaum ein anderes Modell.

Fahrradanhänger im Test: Croozer Kid Plus For 1

Nachteile?

Es gibt nicht viel, was wir am Croozer auszusetzen haben. Die Aufbauanleitung könnte hilfreicher sein und beim ersten Aufbau ist Kraft gefordert.

Ein kleiner Wermutstropfen ist außerdem die fehlende Sonnenblende. Doch das Kind sitzt so weit hinten im Anhänger, dass es nur bei tief stehender Sonne geblendet wird. Auch Speichenreflektoren für die Räder sucht man vergeblich. Das ist angesichts der ansonsten üppigen Ausstattung aber zu verschmerzen. Ganz billig ist der Kid Plus for 1 auch nicht, vor allem für einen Einsitzer.

Unterm Strich ist der Croozer aber ein superber, durchdacht konzipierter, äußerst alltagstauglicher Anhänger mit toller Ausstattung und nur kleineren Kritikpunkten zum zugegeben nicht gerade günstigen Preis.

Alternativen

Der Croozer Kid Plus 1 ist für uns der beste Anhänger für die meisten, vor allem, wenn es um den alltäglichen Einsatz geht. Aber es gibt auch interessante Alternativen, wenn Sie andere Schwerpunkte setzen.

Auch gut

Thule Chariot Cross 1

Test Fahrradanhänger: Thule Chariot Cross 1
Der Chariot Cross 1 ist ein echter Hingucker und macht in Sachen Fahrtkomfort keine Abstriche. Auch die Ausstattung ist vorbildlich.

Das erste, was am Thule Chariot Cross 1 auffällt, ist das schnittige Design. Wie der Croozer ist auch der Cross 1 hervorragend verarbeitet und wirkt mit seiner glänzenden Außenhaut und den glatten Formen richtig edel. In Sachen Auftreten und Ausstattung ist der Wagen dem Croozer in vielen Bereichen ähnlich und somit seine schärfste Konkurrenz.

Im Aufbau war der Chariot Cross eines der angenehmsten Modelle im Test und dem Croozer klar überlegen. Was die hochwertig gedruckte Anleitung angeht, hat sich Thule offenbar von den schwedischen Kollegen bei Ikea inspirieren lassen, denn die Ähnlichkeiten sind frappierend: Der gesamte Aufbau wird anhand von minimalistisch gezeichneten Bildern erklärt, auf Sprache wird fast vollständig verzichtet. Das Prinzip bewährt sich auch hier und wir wurden nicht von einer unnötig umständlichen Anleitung aufgehalten. Außerdem war vieles bereits vormontiert. Super!

Den Thule-Anhänger zeichnet eine Vorliebe für Gummi und dicken, soliden Kunstoff aus, aus dem neben den Seitenfenstern auch das fast knitterfreie Regenverdeck besteht. Das lässt sich leider nur komplett abnehmen und nicht hochgerollt an der Oberseite befestigen. Das sieht zwar besser aus, ist aber nicht praktisch. Im Fall eines plötzlichen Regenschauers muss es erst aus der Tasche geholt und montiert werden, wobei die Befestigung mithilfe einhakbarer Gummibänder auch nicht gerade der Hit ist. Damit ist der Chariot Cross 1 eher ein Schönwetterfahrzeug für gelegentliche Ausflüge als ein Alltagsgefährt für den täglichen Einsatz in regnerischen Breiten.

Das ist schade, da der Anhänger ansonsten sehr flexibel und anpassbar ist: Er kommt bereits mit zwei Buggy-Rädern, die man unvergleichlich gut unterbringen kann, da man sie herausklicken, umdrehen und von oben wieder in die Halterung stecken kann. Separat erhältlich sind außerdem ein Jogger-Rad und sogar ein Ski-Kit – da merkt man, dass der Hersteller aus Skandinavien ist.

Der Wechsel zwischen den Betriebsarten geht schnell und unkompliziert, einen groben Schnitzer stellt nur leider der Schiebebügel dar. Der soll im Anhängerbetrieb nämlich komplett nach vorne geklappt werden, das steht sogar explizit in der Anleitung. Blöd ist nur, dass da die Stange des Wimpels im Weg ist. Somit hat man die Wahl, ob man jedesmal zum Verstellen des Bügels den Wimpel ab- und wieder anbaut oder einfach die Anweisungen ignoriert und ihn dauerhaft hinten lässt, wofür sich vermutlich die meisten entscheiden werden. Warum der Bügel beim Fahrradfahren nicht hinten bleiben soll, war uns ohnehin nicht klar.

Wie den Croozer kann man auch den Chariot Cross 1 zusammenklappen, wenn man ihn mal im Kofferraum transportieren will. Auch das geht einfach und schnell, da schenken sich beide Anhänger nichts.

Das gilt auch für die Federeigenschaften: Die Blattfederung des Chariot Cross 1 ist anpassbar und lieferte während der Testfahrt gute Ergebnisse. Aufgrund des geringeren Gewichts kippte der Thule in einer scharfen Kurve bei gleichzeitigem Überfahren einer Wurzel einmal um – das war allerdings ein einmaliges Ereignis während einer Leerfahrt und ließ sich kein zweites Mal reproduzieren. Mit Gewicht rollte der Chariot durchgehend stabil, weich und angenehm.

Der 5-Punkt ist gepolstert und macht einen stabilen Eindruck. Auch das Gurtschloss ist gut, für unseren Geschmack aber ein bißchen zu leichtgängig. Sollte ihr Kind ein kleiner Houdini sein, ist es durchaus vorstellbar, dass es das Schloss öffnet und sich der ansonsten tadellosen Sicherheitsriemen entledigt.

Fahrradanhänger Test: Thule Chariot Cross

Auch der Thule-Anhänger bringt keine Speichenreflektoren mit, aber immerhin ein Rücklicht samt Halterung. Das ist zwar längst nicht so extravagant wie beim Croozer, erfüllt aber allemal seinen Zweck und ist einfach zu montieren.

Alles in allem ist der Thule Chariot Cross 1 ein sehr schön designter, hochwertig verarbeiteter Fahrradanhänger mit tollen Fahreigenschaften, der nur aufgrund weniger Schnitzer knapp den Testsieg verpasst.

Auch den Thule gibt es als Chariot Cross 2 für rund 100 Euro mehr als Zweisitzer.

Preis-Leistungssieger

Burley D'Lite

Test Fahrradanhänger: Burley D'Lite
Der Burley D'Light spielt bei Verarbeitung und Bremsen ganz vorne mit und ist mit seinen zwei Sitzen ein absoluter Preissschlager.

Schon das Aufbauen des Burley D’Lite ist eine wahre Freude: Wenn man den Anhänger aus dem Karton nimmt, ist der Großteil schon vormontiert. Wenn einem dann noch die Anleitung in die Hände fällt, fragt man sich, warum die Konkurrenz das nicht genauso gut hinbekommt – anhand von leicht verständlichen Zeichnungen wird alles super erklärt.

Die Verarbeitung ist ebenfalls hervorragend und spielt in der selben Liga wie die Konkurrenz von Croozer und Thule.

Der Stauraum im Heck ist üppig bemessen und zu allen Seiten hin gut abgeschlossen. Wenn man also mal etwas zu trinken oder ein bißchen Kleidung für die Kleinen mitnehmen möchte, hat man dazu genug Platz und muss sich keine Sorgen machen, dass man unterwegs etwas verliert.

Hat man den Burley D’Lite dann nach wenigen Minuten aufgestellt, kann der Spaß losgehen. Schon bei der ersten Testfahrt fiel uns der hervorragende Schwerpunkt des D’Lite auf: Da schwankt nichts, da wippt nichts nach und der Wagen läuft ruhig und gleichmäßig. Selbst mit Bordsteinkanten und Fahrten über die Wiese hatte der Burley keinerlei Probleme. Dafür zeichnet neben der hohen Spurbreite mit Sicherheit auch die sehr gute Spiralfederung verantwortlich, die in drei Stufen einstellbar ist.

Auch bei der Sicherheit leistet sich der Burley-Anhänger keine Schnitzer: Die beiden 5-Punkt-Gurte sind gepolstert und machen einen stabilen Eindruck, die Feststellbremse erfüllt ihre Aufgabe hervorragend und neben den zwei Reflektoren, die jeden Anhänger an Vorder- und Rückseite zieren, hat der Burley auch noch zwei an an jedem Rad.

Nur eine Lampe haben wir bei unserem Testmodell vermisst – während eine Halterung dafür beilag, fehlte bei uns das Licht selbst. Laut Hersteller werden aber seit Sommer 2017 alle Burley-Anhänger mit einer Lampe geliefert. Offenbar gab es da bei unserer Lieferung einen Fehler.

Das Verdeck des D’Lite ist sinnvoll aufgebaut. Bei trockenem Wetter wird der Regenschutz hochgerollt und mit Gummibändern befestigt. So ist er schnell einsatzbereit, wenn das Wetter mal plötzlich schlechter werden sollte. Bei sommerlicher Hitze steht einem außerdem ein Sonnenschutz zur Verfügung, der in der Höhe verstellt werden kann. Das kann aber nur ein Erwachsener tun: Weil der Sonnenschutz über dem Fliegengitter angebracht ist, kommt ein Kind im Inneren des Anhängers nicht heran.

Der Anhänger verfügt über einen Bügel zum Schieben, der hochgeklappt werden kann, kommt in der Standardausführung aber ohne Buggy- oder Jogger-Rad – wer Wert darauf legt, kann aber beides separat kaufen. Dabei ist der Burley-Anhänger ein echtes Multitalent und kann optional mit einem oder zwei Buggy-Rädern, einem Jogger-Rad, einem Ski-Set oder sogar einem Set zum Wandern ergänzt werden.

Besonders gut gefällt uns dabei die Buggy-Variante mit einem Rad, weil die Deichsel dazu nicht abgebaut werden muss – klappt man das Rad zur Seite, kann man den Anhänger wie gewohnt an das Fahrrad koppeln und das Rad ist gleich gut verstaut. Burley gab außerdem gerade frisch bekannt, dass der D’Lite ab Frühjahr 2019 generell mit dem Buggy-Rad ausgeliefert wird.

Für den Transport zusammenfalten lässt er sich auch. Dazu werden die Räder per Knopfdruck abgenommen und die beiden roten Hebel am oberen Gestänge gelöst. Die Kupplung ist solide und erfüllt alle Erwartungen, hält aber auch keine Überraschungen bereit. Abschließbar ist sie nicht.

Der Burley D’Lite bietet somit fast alles, was man von einem guten Fahrradanhänger erwartet. Wer einen reinen Anhänger ohne Buggy- und Jogger-Funktion sucht, bekommt mit dem D’Lite einen Premium-Anhänger zu einem sehr guten Preis. Und selbst, wenn Sie die entsprechenden Funktionen nachrüsten, bleibt der Burley immer noch absolut konkurrenzfähig.

Gut & günstig

Qeridoo Kidgoo 1

Test Fahrradanhänger: Queridoo Kidgoo 1
Der Kidgoo ist etwas mühsam im Aufbau, dafür aber sehr gut gefedert, erstaunlich gut verarbeitet und hat Buggy-Rad.

Der Qeridoo Kidgoo 1 richtet sich vor allem an preisbewusste Käufer. Im Vergleich zu unseren drei deutlich teureren Favoriten ist die Verarbeitung nicht ganz so hochwertig, aber alles andere als schlecht.

Die verständliche Anleitung erklärt den Aufbau mit farbigen Bildern sehr gut. Das Zusammenbauen selbst gestaltet sich aber nicht ganz so entspannt: Um den Kidgoo fahrtüchtig zu kriegen, ist erstmal ein Haufen umständliches Herumschrauben nötig. Am besten hat man dazu das geeignete Werkzeug zur Hand, denn während der Packung ein passender Innensechskantschlüssel beiliegt, muss man den zwingend benötigten Gabelschlüssel der Größe 10 irgendwo anders herbekommen. Hat man den, stellt man fest, dass man mit dem Imbus dauernd anstößt, was den Aufbau zu einer langwierigen, mühsamen Geduldsprobe macht. Wir empfehlen deshalb dringend, einen Akkuschrauber mit Imbus-Bit zu benutzen. Das spart Zeit und Nerven.

Hat man das erstmal hinter sich gebracht, kann der Kidgoo 1 durchaus gefallen. Er läuft schön stabil und gleichmäßig und die Spiralfederung erledigt ihren Job großartig: Unsere Messung attestiert dem Kidgoo sogar eines der besten Federergebnisse von allen Anhängern im Test.

Auch wenn man es aufgrund der Beschriftungen an der seitlich angebrachten Plastikschiene vermuten können, lässt sich die Härte der Federung nicht verstellen. Dafür bekommt das Kind ein extra Kopfpolster spendiert, das zusätzliche seitliche Unterstützung bietet.

Das Verdeck wird mit Klammerverschlüssen befestigt und ist damit weniger komfortabel als das der teureren Konkurrenz, erfüllt seinen Zweck aber zufriedenstellend. Regen- und Sonnenschutz können separat hochgerollt und am Dach befestigt werden.

Außerordentlich gut hat uns die Abdeckung des Stauraums im Heck gefallen, die als einziger Anhänger im Test einen magnetischen Verschluss bietet, was das Öffnen und Schließen äußerst angenehm macht.

Leider sind einige der Design-Entscheidungen unverständlich: So bleibt beispielsweise die Frage, warum man zum Befestigen des Schiebebügels Schnellspanner braucht oder warum das Gestänge des Rahmens auf eine Art und Weise im Heck verläuft, dass man einen großen Teil des eigentlich recht großzügig bemessenen Stauraums kaum vernünftig nutzen kann.

Eine ähnliche Frage hat sich zunächst auch beim Gurt gestellt: Während der gepolsterte 5-Punkt-Gurt an sich schon alle üblichen Ansprüche erfüllt, verfügt er über einen zusätzlichen »Brustgurt«, der lediglich am Polster befestigt ist und nicht am eigentlichen Gurt. Die wiederum sind aber auch nur mit Klettverschlüssen befestigt.

Wir haben uns daher gefagt, was der Gurt denn bringen soll, zumal die winzige Plastikschnalle sowieso nichts halten würde. In Rücksprache mit dem Hersteller haben wir erfahren, dass er zur zusätzlichen Fixierung der Gurtpolster dient, damit sie bei kleinen Kindern nicht zur Seite wegrutschen können.

Eingesteckt wird der Gurt übrigens über zwei Stecker, die sich manchmal leider etwas schwerfällig geben. Das ist zwar keine Katastrophe, aber etwas nervig.

Für den Betrieb als Buggy hat der Kidgoo 1 einen klappbaren Schiebebügel. Das mitgelieferte Buggy-Rad ist luftgefüllt, was man sonst eher von Jogger-Rädern kennt und bei Buggy-Rädern eine löbliche Ausnahme darstellt. Es kann problemlos an- und abgesteckt werden.

Der Kidgoo verfügt nicht über Speichenreflektoren, dafür aber über Reflektorlinien auf den Flanken der Räder, die laut aktueller StVZO genauso geeignet sind. Außerdem hat er ein Rücklicht samt zugehöriger Halterung mit im Lieferumfang.

Insgesamt erhält man mit dem Qeridoo Kidgoo 1 einen sehr guten Fahrradanhänger, der zwar nicht ganz mit den deutlich teureren Spitzenmodellen mithalten kann, aber dafür eben auch wesentlich weniger kostet. Für alle, die für einen Fahrradanhänger nicht so viel Geld ausgeben können oder wollen, ist der Qeridoo Kidgoo 1 die beste Wahl.

Für Sportler

Tout Terrain Singletrailer

Test Fahrradanhänger: Tout Terrain Singlertrailer
Der sündhaft teure Singletrailer ist dank seiner tollen Federung die erste Wahl für sportliche Eltern.

Der Tout Terrain Singletrailer fährt in jeder Hinsicht außer Konkurrenz. Zum einen hat er im Gegensatz zu allen anderen Fahrradanhängern nur ein Rad und ist deutlich schmaler gebaut.

Zum anderen hatten wir ursprünglich gar nicht geplant, den Tout Terrain in den Test aufzunehmen. Weil wir aber dankenswerterweise spontan ein Modell ausprobieren konnten, wollen wir Ihnen unsere Erfahrungen nicht vorenthalten. Der Anhänger war aber schon länger im Einsatz und wir konnten ihn nicht aufbauen. In diesem Fall ist das hier also eher ein Überblick als ein umfassender Test.

Der Tout Terrain richtet sich vor allem an eine sportliche Klientel, insbesondere Mountainbiker, und das wird in allen Belangen mehr als deutlich: Weil er sich auf ein einzelnes Rad beschränkt, kann man mit ihm auch auf schmalen Pfaden im Gelände fahren. Außerdem kann er sich so richtig in die Kurven legen, man muss also auch bei schnelleren Kurvenfahrten keine Angst haben, dass der Anhänger umkippt. Auch für den kleinen Passagier sind Kurvenfahrten dadurch deutlich angenehmer, da er keinen seitlichen Fliehkräften ausgesetzt ist.

Der gesamte Anhänger ist weniger als einen halben Meter breit und damit nicht breiter als das Fahrrad selbst. Der Fahrgastraum ist rundum geschlossen, was den Vorteil hat, dass das Kind so gut wie unmöglich herausfallen kann. Das hat allerdings zur Folge, dass ein normaler Einstieg ebenfalls nicht möglich ist und das Kind durch einen Erwachsenen durch die Öffnung and er Oberseite in den Sitz gehoben werden muss – und die ist ziemlich hoch. Für viele dürfte allein das ein Ausschlusskriterium sein.

Gefedert wird der Anhänger durch eine Gasdruckfeder, die sich je nach Gewicht des Kindes und Beschaffenheit des Terrains einstellen lässt und einen Federweg von satten 20 Zentimetern aufweist. Unseren Federtest auf der Probestrecke meisterte der Tout Terrain wenig überraschend mit der besten Leistung.

Der Gurt folgt dem üblichen 5-Punkte-Prinzip, ist gut verarbeitet und gepolstert. Komfortabel: Die zwei Stecker schnappen magnetisch ins Gurtschloss, fummelige Fingerübungen mit mäßig verarbeiteten Plastikschnallen spart man sich hier vollständig.

Wer aufgrund des hohen Preises eine üppige Ausstattung erwartet, wird enttäuscht sein – die Standardvariante enthält im Lieferumfang nicht einmal die Tasche, die den vollständig fehlenden Stauraum im Heck ersetzt. Will man eine haben, lässt Tout Terrain sich das extra bezahlen. Will man ein Schutzblech, kostet auch das extra. Will man ein Rücklicht, hat man Pech gehabt. Immerhin liegt dem Singletrailer ein Sonnenschutz bei.

Wer sich nun denkt, dass er dafür aber wenigstens eine bombenfeste Verarbeitungsqualität erhält, irrt leider ebenfalls: Die Ösen der Druckknöpfe halten nicht besonders gut im wasserabweisenden Gewebe des Verdecks und reißen im Dauereinsatz schnell aus. Außerdem musste die Öffnung an der Kupplung nachgebohrt werden, weil der Verriegelungsbolzen nicht richtig hineinpasste.

Die besagte Kupplung wird übrigens nicht an der Radnabe des Fahrrads befestigt, wie es bei allen anderen Anhängern der Fall ist, sondern sitzt unterhalb des Sattels. Das merkt man vor allem beim Anfahren deutlich, das Fahrrad wird dadurch wesentlich wackeliger. Ein tieferer Ansatzpunkt auf Höhe der Radnabe wäre deutlich angenehmer. Beim Schieben kürzt der Anhänger bei starken Lenkeinschlägen zudem merklich ab, was das Handling erschwert.

Passend zum sportlich-mobilen Grundton des Singletrailers kann man den Anhänger im Handumdrehen kompakt zusammenfalten. Das geht sehr schnell und ist ähnlich komfortabel wie bei Croozer und Thule.

Am Ende ist der Tout Terrain Singletrailer ein teures Spielzeug für Sportenthusiasten, das aus seiner mangelnden Alltagstauglichkeit keinen Hehl macht. Für Eltern, die viel ihrer Freizeit auf dem Rad verbringen und bereit sind, vierstellige Beträge für die Standardausstattung hinzublättern, kann der Singletrailer aber trotzdem interessant sein, denn Tout Terrain ist gegenwärtig einer der wenigen Hersteller, der einen sportlichen, geländegängigen Anhänger anbietet.

Außerdem getestet

Winther Dolphin New Edition

Der Winther Dolphin New Edition wirkt mit seiner wuchtigen Plastikschale und seinen ausladenden Maßen stabil und solide. Leider ist nicht alles, was sicher wirkt, auch wirklich verlässlich: Das Plastik ist anfällig für Kratzer und die Aufhängung des Verdecks mithilfe von Kunststoffhaken ist fummelig und hält nicht besonders gut.

Ist die Deichsel gerade nicht an ein Fahrrad gekoppelt, ist der Dolphin außerdem außerdem sehr rücklastig – den Kofferraum sollte man deshalb lieber nicht zu stark belasten, sonst kippt er nach hinten. Die Reflektoren sind nur aufgeklebt und es ist abzusehen, dass sie sich ablösen, wenn der Anhänger eine Weile lang der Witterung ausgesetzt ist.

Immerhin bietet der Dolphin eine verstellbare Rückenlehne. Das geht aber auf Kosten des Stauraums im Heck und erfordert umständliches Herumschrauben – einfach klappen ist nicht. Die Kupplung ist abschließbar, aber etwas schwerfällig.

Angesichts der nicht immer überzeugenden Verarbeitung finden wir den aufgerufenen Preis viel zu hoch.

Der Homcom 5664-0101 ist in allen Bereichen ein absolutes Billigmodell. In der unübersichtlichen Anleitung fehlen ganze Arbeitsschritte, die neckische Handbremse bremst nicht und die Spiralfederung wippt stark nach. Den Boden des Fußraums bildet eine dünne Sperrholzplatte, die wenig Vertrauen in eine lange Haltbarkeit gibt und bereits bei der Lieferung war eine Öse ausgerissen. Das Verdeck wird ausschließlich von Klettverschlüssen gehalten.

Immerhin ist die Sitzfläche rudimentär gepolstert und es gibt neben einem Rücklicht sogar ein Vorderlicht. Von einer Empfehlung ist der Homcom-Anhänger damit aber noch immer meilenweit entfernt.

Dass es noch schlechter geht, zeigt der Froggy BTC07: Das Verdeck löste sich während unserer Testfahrten regelmäßig vom Gerüst und schleifte hinter uns her oder blieb gleich ganz auf der Wiese liegen. Es hält einfach nicht auf dem Anhänger.

Schon beim ersten Aufbau fiel uns auf, dass der Sperrbalken der Kupplungssicherung fehlte. Ansonsten treffen auch fast alle Kritikpunkte des Homcom ebenso auf den Froggy zu. Immerhin hat er Reflektoren an den Rädern, das war es aber auch schon an Positiva. Unser Rat: Finger weg!

Infantastic FAH17-3

Wer mit dem Gedanken spielt, sich den günstigen Infantastic FAH17-3 zuzulegen, der sei ebenfalls gewarnt: Der Anhänger hat keinerlei Federung und die Sitzfläche ist genauso wenig gepolstert wie die Gurte. Das sorgte bei unserem Testkind binnen Minuten für Schmerzen am Gesäß.

Der Aufbau ist umständlich, die Anleitung unzureichend und die Verarbeitung miserabel – der Reißverschluss des Verdecks löste sich buchstäblich bei der allerersten Benutzung. Es gibt keinen Schiebebügel, kein Buggy-Rad und kein Licht. Unterm Strich bleibt ein Fahrradanhänger, der selbst die günstigen 100 Euro nicht wert ist, die er kostet. Damit tut man weder sich noch seinem Kind einen Gefallen. Im besten Fall landet das Ding im Abfall, im schlimmsten Fall im Straßengraben.

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Kommentare

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Jan
Jan

Das Thema Schadstoffe wurde wohl leider nicht thematisiert. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt!

Klaus Huber
Klaus Huber

Ich verstehe nicht, wie man einen Test durchführen kann, ohne sich mit allen Anhängern zu beschäftigen? Wo sind die XLC? wo sind die Leegero? wo sind die KidsTourer? Warum werden nur China Produkte getestet und kein einziger Deutscher??
Sehr Schade!