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Der beste Fahrradanhänger

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Fahrradanhänger Test: Fahrradanhänger
Sebastian Schulke

Sebastian Schulke

lebt mit seiner Familie in München und hat zwei Kinder. Er ist seit über 20 Jahren als rasender Reporter unterwegs - für Magazine und Zeitungen wie NZZ, Zeit, Abendzeitung, Süddeutsche Zeitung, Eltern Family, Himbeer oder BISS. In der "Wolkenkratzer Werkstatt" macht er zudem "Kinderbücher für Erwachsene".

Wir haben 12 Fahrradanhänger für Kinder getestet. Der beste ist für uns der Croozer Kid Plus 1. Er überzeugte im Test auf ganzer Linie und kann fix sowohl zum Buggy als auch zum Jogger umgebaut werden. Der Croozer gehört zwar zu den teureren Modellen, aber das ist er wert.

Update 20. März 2020

Wir haben drei neue Fahrradanhänger getestet. Zwei neue Empfehlungen sind der Burley D’Lite X und der Qeridoo Speedkid 2020.

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26. Juni 2019

Wir haben den Test mit den jüngsten Testergebnissen der Stiftung Warentest aktualisiert.

Ein Fahrradanhänger ist die alltagstauglichste Möglichkeit, ein oder zwei Kinder sicher zu transportieren. Für nur ein Kind ist auch ein Kindersitz eine gute Möglichkeit, bei zwei Kindern kommt als Alternative aber sonst nur ein Lastenrad in Betracht. Die sind zwar angesagt und stylisch, aber längst nicht so flexibel nutzbar wie ein Fahrradanhänger – und deutlich teurer.

Wir haben neun Fahrradanhänger getestet und uns dabei die gesamte Preisspanne angesehen, vom China-Billigimport bis zum Luxus-Trailer. Die günstigsten Fahrradanhänger gibt es schon für rund 100 Euro, die teuersten kosten über 1.000 Euro.

Uns hat natürlich die Frage interessiert, ob man wirklich so viel Geld ausgeben muss. Die Antwort ist: eher ja. Von den ganz günstigen Modellen können wir nur abraten. Aber es gibt auch gute Anhänger im Bereich um 500 Euro. Unser Testsieger liegt mit rund 750 Euro im oberen Mittelfeld.

Unsere Empfehlungen

Testsieger

Croozer Kid Plus for 1

Fahrradanhänger Test: Croozer Kid Plus 1 Produktbild
Der Croozer Kid Plus 1 bietet das beste Gesamtpaket: Verarbeitung, Bremsen, Kupplung und Ausstattung suchen ihresgleichen.

Der Croozer Kid Plus 1 ist super gefedert und überzeugt mit hochwertiger Verarbeitung, stabilen Bremsen, einer außergewöhnlichen Lampe und der mit Abstand besten Kupplung im Test. Außerdem kommt er mit Buggy- und Jogger-Rad. Der Umbau vom Anhänger zum Buggy oder zum Jogger geht kinderleicht von der Hand und der Anhänger lässt sich innerhalb einer Minute platzsparend zusammenlegen. Als Croozer Kid Plus 2 gibt es ihn auch als Zweisitzer.

Auch gut

Thule Chariot Cross 1

Test Fahrradanhänger: Thule Chariot Cross 1
Der Chariot Cross 1 ist ein echter Hingucker und macht in Sachen Fahrtkomfort keine Abstriche. Auch die Ausstattung ist vorbildlich.

Der Thule Chariot Cross 1 ist ein richtiges Schmuckstück, so schick sah kein anderes Modell im Test aus. Qualitativ gehört er ebenfalls zu den Top-Modellen und überzeugt darüber hinaus durch seine Flexibilität. Der Wechsel zwischen Buggy- und Anhängermodus funktioniert schnell und unkompliziert, für die Buggy-Räder hat der Chariot Cross eine clevere Aufbewahrungsmöglichkeit an Bord. Auch das Zusammenklappen geht schnell und problemlos. Auch den Chariot Cross gibt es als Zweisitzer. Und wer gerne durch Winterlandschaften fährt, kann sogar ein passendes Ski-Set dazu kaufen. Weniger praktisch ist das nicht fest installierte Regenverdeck, wodurch der Chariot leider nicht so alltagstauglich ist wie der Croozer.

Zweisitzer

Burley D'Lite X

Test Fahrradanhänger: Burley D'Lite X
Der Burley D'Light X spielt bei Verarbeitung und Bremsen ganz vorne mit und ist mit seinen zwei Sitzen ein absoluter Preissschlager.

Der Burley D’Lite X hat so ziemlich alles, was man sich von einem guten Fahrradanhänger wünscht. Er ist gut gefedert, die Bremsen sind knackig, die Verarbeitung tadellos, er sieht gut aus – und er bietet sogar Platz für zwei Kinder gleichzeitig. Zusammenlegen lässt sich der Burley auch und der Preis ist mehr als fair. Die Kupplung kann man allerdings nicht abschließen und Buggy- oder Jogger-Rad muss man bei Bedarf extra kaufen.

Gut & günstig

Qeridoo Speedkid 2020

Test Fahrradanhänger: Queridoo Speedkid 2020
Der Speedkid ist etwas mühsam im Aufbau, dafür aber sehr gut gefedert, erstaunlich gut verarbeitet und hat ein Buggy-Rad.

Noch günstiger geht es mit dem Qeridoo Speedkid 2020. Er ist für uns der beste Fahrradanhänger für wenig Geld. Was ihm an mancher Stelle fehlt, holt er an anderer wieder raus. Dabei erfüllt er gerade diejenigen Bereiche mit Bravur, die billige Modelle sonst gerne vernachlässigen. Vor allem die gute Federung hat uns überrascht. Auch die Anleitung war hervorragend und auch an der Verarbeitung kann man für das Geld nichts aussetzen.

Für Sportler

Tout Terrain Singletrailer

Test Fahrradanhänger: Tout Terrain Singlertrailer
Der sündhaft teure Singletrailer ist dank seiner tollen Federung die erste Wahl für sportliche Eltern.

Der Tout Terrain Singletrailer steht außer Konkurrenz, denn er ist der einzige Fahrradanhänger auf dem Markt, der nicht mit zwei, sondern nur mit einem Rad ausgestattet ist. Was waghalsig klingt, hat durchaus Vorteile. So kann mit ihm noch so enge Kurven fahren – der Anhänger neigt sich einfach mit dem Fahrrad. Für die Kleinen ist das nicht nur sicherer, sondern auch bequemer, weil sie im Sitz weniger Fliehkräften ausgesetzt sind. Den Rest erledigt die Gasdruck-Federung, die in diesem Bereich ihresgleichen sucht. So kann man den Nachwuchs problemlos beim Mountainbiken mit ins Gelände nehmen. Das lässt sich der Hersteller aber auch entsprechend vergüten – der Preis ist angesichts der ansonsten spartanischen Ausstattung mehr als happig.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerAuch gutZweisitzerGut & günstigFür Sportler
ModellCroozer Kid Plus for 1Thule Chariot Cross 1Burley D'Lite XQeridoo Speedkid 2020Tout Terrain SingletrailerCroozer Kid Vaaya 2Winther Dolphin New EditionFroggy BTC07
Fahrradanhänger Test: Croozer Kid Plus 1 ProduktbildTest Fahrradanhänger: Thule Chariot Cross 1Test Fahrradanhänger: Burley D'Lite XTest Fahrradanhänger: Queridoo Speedkid 2020Test Fahrradanhänger: Tout Terrain SinglertrailerTest Fahrradanhänger: Croozer Kid Vaaya 2Test Fahrradanhänger: Winther Dolphin New EditionTest Fahrradanhänger: Froggy BTC07
Pro
  • Super verarbeitet & gut gefedert
  • Zusammenklappbar
  • Jogger- und Buggy-Rad
  • USB-Lampe mit Sensoren
  • Sehr gute Kupplung & Bremsen
  • Super verarbeitet
  • Zusammenklappbar
  • 2 Buggyräder und Staufächer
  • Sonnenschutz
  • Schickes Design
  • Montage schnell und leicht
  • Robust und sicher
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Super Fahrverhalten
  • Heck-Aufprallschutz
  • Guter Fahrkomfort
  • Gute Federung
  • Panorama-Dach
  • Kopf-Protektoren
  • Ideal für Sport
  • Leicht & schmal
  • Überragend gefedert
  • Viel Komfort
  • Tolle Extras
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Geräumig
  • Kunststoffboden
  • Günstig
Contra
  • Kein Sonnenschutz beiliegend
  • Mäßige Anleitung
  • Wimpel unpraktisch befestigt
  • Wimpel beim Klappen im Weg
  • Regenverdeck nicht fest montiert
  • Gurtschloss etwas leichtgängig
  • Verstellbarer Schiebebügel rastet nicht richtig ein
  • Kofferraum sehr klein
  • Kofferraum recht klein
  • Design wirkt klotzig
  • Montage umständlich
  • Teuer
  • Unpraktischer Einstieg
  • Kein Licht
  • Durchwachsene Verarbeitung
  • Kaum Stauraum
  • Beim Aufbau viel Kraft nötig
  • Buggy-Rad für den Umbau zum Kinderwagen sehr klein, verliert an Fahrkomfort
  • Teuer
  • Anfällig für Kratzer
  • Schlechte Anleitung & Aufbau
  • Klappert beim Fahren
  • Teuer
  • Schlechtes Verdeck
  • Kein Jogger oder Buggy
  • Kein Schiebebügel
  • Keine Federung
  • Schlechter Gurt
Bester Preis
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Was ist sicherer: Kindersitz oder Anhänger?

Viele Eltern treibt natürlich die Frage um: Was ist die sicherste Art, mein Kind mit dem Fahrrad zu transportieren?

Bei Fahrradanhänger wird oft befürchtet, dass sie vor allem im Stadtverkehr leicht zu übersehen sind, weil sie zum einen sehr niedrig sind und Autofahrer zum anderen nicht unbedingt damit rechnen, dass hinter einem Fahrrad noch etwas dranhängt. Der obligatorische Warnwimpel ist da nur ein schwacher Trost.

Fahrradanhänger sind am sichersten

Andererseits sitzen Kinder in einem Anhänger fest angeschnallt in einem sicheren Käfig mit Überrollbügel und sind damit bei einem Unfall wesentlich besser geschützt als in einem Lastenrad oder in einem Kindersitz. Experten sind sich daher einig, dass Fahrradanhänger für den Transport von Kindern am sichersten sind. Stürzt bei einem Unfall das Fahrrad, bleibt der Anhänger meist stehen. Selbst im Fall einer direkten Kollision wird der Anhänger meist nur zur Seite geschoben und fällt nicht um, wie ein Crashtest von Stiftung Warentest zeigt.

In einem Kindersitz sitzen Kinder dagegen sehr hoch. Stürzt das Fahrrad, fallen sie tief, was das Verletzungsrisiko deutlich erhöht.

Im Anhänger sollte das Kind immer fest angeschnallt sein und einen Fahrradhelm tragen!

Auch gegenüber Lastenrädern sind Fahrradanhänger sicherer, denn auch Lastenräder können umkippen – ganz egal, ob es ein vermeintlich »sicheres« Dreirad ist oder eine einspurige zweirädrige Variante. Zudem fehlt Lastenrädern in der Regel ein Überrollbügel.

Egal, wie Sie Ihr Kind transportieren: sowohl im Anhänger als auch im Lastenrad und im Kindersitz sollte es immer einen Helm tragen.

Für die Sicherheit des Kindes muss ein Anhänger aber natürlich Sicherheitsstandards erfüllen – ohne darf er gemäß der Straßenverkehrsordnung (StVO) gar nicht auf die Straße.

Alle Kandidaten im Test kamen deshalb mit einem Wimpel, um die Sichtbarkeit zu verbessern, und mindestens zwei Reflektoren an der Vorder- und der Rückseite. An den Seiten müssen Anhänger laut Gesetz nicht unbedingt Reflektoren haben und prompt hatte nur etwa die Hälfte der getesteten Anhänger welche. Solche Reflektoren für die Radspeichen lassen sich aber günstig und einfach nachrüsten.

Für Fahrradanhänger ist eine eigene Beleuchtung vorgeschrieben

Für das Fahren im Dämmerlicht oder bei Nacht empfiehlt sich außerdem eine Lampe. Weil der Anhänger das Rücklicht des Fahrrads verdeckt, ist laut StVO eine eigene Beleuchtung sogar vorgeschrieben. Leider kamen bei weitem nicht alle Anhänger mit einem Licht im Lieferumfang.

Ganz wichtig für einen sicheren Transport ist auch ein Gurt. Hier unterscheidet man zwischen Drei-Punkte-Gurten, auch Y-Gurte genannt, bei denen jeweils ein Strang von den oberen Seiten über die Schulter läuft und einer von unten aus der Mitte nach oben. Die drei Gurtstränge treffen sich dann mittig vor dem Bauch.

Fahrradanhänger Test: Fahrradanhänger Burley

Fünf-Punkte-Gurte haben zusätzlich zwei weitere Stränge, die von den unteren Seiten die Hüfte umschließen und sich ebenfalls mit den anderen drei Teilen vor dem Bauch treffen. Fünf-Punkte-Gurte gelten als deutlich sicherer als Y-Gurte und sind daher immer vorzuziehen.

Für die Sicherheit nicht unbedingt notwendig, aber für den Einsatz im Alltag wünschenswert ist außerdem eine Polsterung für den Gurt, damit die Riemen den Kleinen nicht in die Schultern drücken. Außerdem sollte das Gurtschloss gut zu öffnen sein, aber auch nicht zu leichtgängig, damit das Kind es nicht ohne weiteres aufmachen kann.

So haben wir getestet

Nach dem Kauf möchte man am liebsten gleich loslegen, aber bevor das passieren kann, will der Anhänger erst einmal aus seiner Pappverpackung befreit und fahrtüchtig gemacht werden. Aber niemand möchte erst einmal einen halben Nachmittag mit dem Werkzeugkoffer in der Garage verbringen.

Daher haben wir bereits den Aufbau beachtet: Ist die Anleitung aufschlussreich? Wieviel Montagearbeit ist nötig? Wird das nötige Werkzeug mitgeliefert oder muss man sich das erst noch anderweitig besorgen?

Zugegeben: In der Regel macht man das Ganze nur einmal und zerlegt so einen Anhänger danach nur in Ausnahmefällen wieder. Trotzdem sollte der Aufbau leicht von der Hand gehen und kein technisches Geschick voraussetzen. Das war nicht bei allen Anhängern im Test der Fall.

Einige Anhänger lassen sich zum Buggy oder Jogger umbauen

Große Unterschiede gibt es auch bei der Ausstattung: Viele Anhänger verfügen über Zusatzfunktionen und Sonderausstattung. Die häufigste ist dabei ein Schiebebügel, um den Anhänger bequem im Stehen führen zu können. Passend dazu, aber nicht immer im Lieferumfang enthalten, ist ein Vorderrad, mit dem man schnell aus einem gezogenen Anhänger ein geschobenes Gefährt macht. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Formen: Dem Buggy und dem Jogger.

Für den Einsatz als Buggy nutzen die Anhänger vorne ein oder zwei kleinere Räder. Sie sind für das Schieben in gemächlichem Schritttempo vorgesehen. Praktisch ist es, wenn man das Buggy-Rad im Anhänger verstauen kann, damit man den Anhänger auch unterwegs zum Buggy umbauen kann.

Jogger hingegen sind, wie der Name schon vermuten lässt, für den Einsatz beim Sport gedacht. Die entsprechenden Räder sind deshalb größer und luftgepolstert, um Stöße beim Überfahren von unebenem Boden zu dämpfen. Das Jogger-Rad ist außerdem im Gegensatz zum Buggyrad nicht lenkbar. Jogger-Räder können meist nicht im Anhänger verstaut werden.

Ein weiteres Testkriterium war für uns natürlich die Qualität der Verarbeitung. Fahrradanhänger müssen Wind und Wetter trotzen und mit Erschütterungen zurechtkommen. Da ist klar, dass sie sich nicht einfach so in ihre Bestandteile auflösen dürfen. Schon der Aufbau lieferte uns einen ersten Eindruck, was einen da erwarten kann. Es sollten keine Schrauben herausstehen, das Verdeck muss stabil befestigt sein und es dürfen keine Teile ausgerissen sein oder verkratzen. Das ist leider längst nicht selbstverständlich.

Als die Anhänger aufgebaut waren, ging es zur Probefahrt. Dazu haben wir eine Teststrecke abgesteckt, die alle im normalen Gebrauch üblichen Kriterien erfüllt: Es ging geradeaus, um weite und um enge Kurven, über gepflasterte Wege, Wiesen und eine simulierte Bordsteinkante. Die Strecke sind wir mit jedem Anhänger mehrfach abgefahren, sowohl leer als auch mit einem Gewicht von 20 Kilogramm belastet.

Wir haben darauf geachtet, ob der Wagen ruhig läuft und ob er an Hindernissen hängen bleibt oder springt. Gleichzeitig haben wir die Erschütterungen in der Fahrgastzelle gemessen, um die Federungen zu überprüfen.

Im letzten Schritt haben wir ein Kind zur Testfahrt eingeladen. Der Junge durfte die Anhänger probefahren und hat uns anschließend von seinen Eindrücken berichtet. Besonders in Bezug auf Sitzstabilität und Polsterung hatte er uns einige wertvolle Informationen für uns.

Fahrradanhänger im Test: Croozer Kid Plus For 1
Der Croozer Kid Plus for 1 mit montierter Deichsel

Testsieger: Croozer Kid Plus 1

Der Croozer Kid Plus 1 macht von allen neun getesteten Fahrradanhängern die beste Figur.

Der Croozer ist toll verarbeitet, hat eine umfangreiche, durchdachte und sehr alltagstaugliche Ausstattung samt Buggy- und Joggerrad und automatischen Akku-Licht. Er ist komfortabel gefedert, hat einen großen »Kofferraum« und seine Anhängerkupplung funktionierte im Test von allen Modellen mit Abstand am besten. Die ist zudem absperrbar, so muss man den Hänger nicht extra mit einem Fahrradschloss sichern, wenn man unterwegs eine Pause macht.

Testsieger

Croozer Kid Plus for 1

Fahrradanhänger Test: Croozer Kid Plus 1 Produktbild
Der Croozer Kid Plus 1 bietet das beste Gesamtpaket: Verarbeitung, Bremsen, Kupplung und Ausstattung suchen ihresgleichen.

In der Variante Croozer Kid Plus 2 gibt es das Modell auch als Zweisitzer, dann ist er mit knapp 90 Zentimeter rund 14 Zentimeter breiter als der Einsitzer.

Etwas günstiger geht es mit der Modellvariante ohne »Plus« im Namen: Croozer Kid for 1 und Kid for 2 haben im Gegensatz zum Plus-Modell keine Federung und das Akku-Licht kommt ohne Automatik-Sensoren. Dafür sind die beiden Modelle jeweils 200 Euro günstiger.

Aufbau

Der Aufbau des Croozer ist zwar ist keine Raketenwissenschaft, braucht aber einiges an Muskelschmalz, weil das störrische Verdeck zunächst einmal gespannt werden muss. Das geht laut Anleitung vor allem beim ersten Aufbau recht streng, weil der Stoff sich erst mit der Zeit weitet. Mit vereinten Kräften haben wir es aber geschafft.

Die Anleitung ist in Schwarzweiß gehalten und glänzt weder mit ihren ungriffigen Erklärungen, noch mit den schlecht erkennbaren Bildern. Alles in allem verwirrt sie mehr, als dass sie hilft. Das ist bei so einem sonst so hochwertigen Produkt schade, geschafft haben wir den Aufbau aber auch so.

Hat man als letzten Aufbauschritt den Wimpel in die schlecht zugängliche Öffnung der zugehörigen Halterung gefriemelt, muss man zugeben: Der Kid Plus sieht gut aus. Wirklich gut. Das Verdeck sitzt straff und und die Stoffverkleidung fühlt sich vor allem an den hinteren Seiten sehr angenehm an. Man könnte sich vielleicht noch über die offen sichtbaren Schrauben an der Seite des Fußraums beschweren, aber wirklich gestört haben sie uns nicht.

Die Anleitung könnte besser sein

Auch der Rest des Verdecks ist macht einen hochwertigen Eindruck. Das gilt selbst für die Gummibänder, die separat den hochgerollten Regenschutz und das Fliegengitter fixieren. So ist alles schön aufgeräumt und bei Bedarf schnell einsatzbereit. Das Fliegennetz wird einfach unten eingehakt und mit einem stabilen Reisverschluss geschlossen, das Regenverdeck schließt ebenfalls per Reißverschluss.

Sitzkomfort

»Darin fühlt man sich ja wie in einem Raumschiff« sagte unser Testkind über den Croozer Kid Plus 1. Zugegeben: Besonders viel Erfahrung in der bemannten Raumfahrt hatte der Junge nicht. Die haben wir zwar auch nicht, aber wir nehmen stark an, dass echte Astronauten auf ihren Reisen weniger Sitzkomfort und Platz haben als im Croozer.

Denn der von zwei Stoffbahnen umschlossene Sitz ist flexibel aufgehängt und schwingt bei Stößen seitlich leicht mit. Mit 62 Zentimeter Fußraum (gemessen von der Lehne) haben auch wirklich lange Lulatsche darin Platz, so viel Beinfreiheit bietet sonst nur der wesentlich größere und deutlich schwerere Dolphin von Winther.

Durch den schalenartigen Sitz ist der Nachwuchs besser gesichert als in allen anderen getesteten Anhängern. Dabei hilft auch der gepolsterte 5-Punkte-Gurt, der das Ein- und Aussteigen dank vier separater Schnallen, die ins Gurtschloss gesteckt werden, angenehm unfummelig macht. Alle anderen hatten nur zwei Stecker, sodass man die Arme des Kinds immer durch Schlaufen stecken muss, was meist nicht ohne maulige Gegenwehr stattfindet. Geöffnet wird das Gurtschloss des Croozer über den großen Knopf in der Mitte, der genau die richtige Balance zwischen Widerstand und Leichtgängigkeit aufweist.

Gute Federung, sicherer Sitz

Unsere Messdaten zeigen, dass die Federung des Croozer ausgesprochen gut funktioniert, was uns auch unser Testkind bestätigte. Messtechnisch schnitten der Qeridoo und der Tout Terrain zwar noch einen Hauch besser ab, unser Testkind merkte subjektiv aber keinen großen Unterschied.

Als Zubehör gibt es für rund 60 Euro einen Babyeinsatz zu kaufen, der laut Hersteller für Babys zwischen 1 und 10 Monaten geeignet ist. Wir raten aber davon ab, ein Baby schon so früh mit dem Anhänger zu transportieren, denn beim Fahren treten trotz Federung Stöße mit bis zu 3 g auf. Wir würden zumindest so lange abwarten, bis das Baby seinen Kopf sicher halten kann, besser noch, wenn es selbständig sitzen kann. Und dann brauchen Sie den Babyeinsatz eigentlich nicht mehr.

Ausstattung

Eine der größten Stärken des Kid Plus for 1 ist seine umfangreiche Ausstattung. Schon beim Auspacken fällt einem ein USB-Kabel in die Hände, was bei einem Fahrradanhänger erstmal verblüfft. Die Elektrostrippe dient zum Aufladen der fest installierten Front/Rückleuchte.

Akku-Lampe mit Sensor-Automatik

Croozer hat sich hier nämlich alles andere als lumpen lassen und seinem Anhänger eine Lampe spendiert, die ihren Namen verdient. Sie gibt sich nicht einfach damit ab, nach vorne weiß und nach hinten rot zu leuchten, sondern besitzt auch noch Sensoren für Dunkelheit und Bewegung. Sie geht also automatisch an, wenn es dunkel wird und man fährt, bei Tageslicht oder längerem Stillstand geht sie einfach von selbst aus. Ein Batteriewechsel ist dank des eingebauten Akkus nicht erforderlich.

Blöd ist nur, dass man den gesamten Bügel abnehmen muss, um den Akku in der Wohnung an einer Steckdose mit einem USB-Ladegerät zu laden. Die einfachere Variante ist es da für uns, die Lampe samt Bügel am Anhänger zu lassen und den Akku einfach mithilfe einer Powerbank aufzuladen.

Im Lieferumfang findet sich nicht nur ein Buggy-Rad, sondern zusätzlich auch noch ein größeres Jogger-Rad. Das ist tatsächlich praktisch, wenn Sie mit dem Anhänger auch Joggen gehen wollen, denn mit einem lenkbaren Buggy-Rad macht das keinen Spaß.

Der Umbau geht sehr einfach und schnell vonstatten. In weniger als einer Minute weicht die Deichsel dem Jogger- oder alternativ auch dem normalen Buggy-Rad. Spätestens hier spielt die hohe Verarbeitungsqualität des Croozer ihre Karten aus: Da klemmt nichts, da knarzt nichts und da braucht man auch nicht mit sanfter Gewalt nachzuhelfen. Alles passt, wie es soll.

Das gilt übrigens auch für das Zusammenlegen des Anhängers: In 30 Sekunden ist der Anhänger flach zusammengelegt. So passt der Croozer problemlos in den Kofferraum.

Gut gefallen hat uns auch der große »Kofferraum« des Croozer, in dem man alles verstauen kann, was man für den Ausflug mit Kindern so braucht – und das ist oft eine ganze Menge. Im Staufach findet sich auch eine Aufbewahrungstasche für das Buggy-Rad.

Praxistest

Beim Fahrtest erfüllte der Croozer alle Erwartungen. Er nahm alle Kurven meisterhaft und machte auch in engen Kurven oder beim Fahren über die Bordsteinkante keine Anzeichen umzukippen oder auch nur zu springen. Selbst bei Leerfahrten mit hohem Tempo machte der Anhänger tadellos mit. Die Federung verrichtete ihre Aufgabe dabei durchgehend super, wie auch das Diagramm unserer Testmessung zeigt (siehe »So haben wir getestet»).

Durchdacht und alltagstauglich

Stellt man den Kid Plus ab, halten ihn die exzellenten Bremsen sicher an Ort und Stelle. So gute Bremsen hatte von den Wagen im Test sonst nur noch der Burley D’Lite.

Als eines der wenigen Modelle im Test kann man das Fliegennetz und den Regenschutz sowohl separat als auch zusammen aufgerollt befestigen. Zwar empfehlen die meisten Hersteller, nur mit geschlossenem Fliegennetz zu fahren, um das Kind vor Insekten und Steinchen zu schützen, in der Praxis fahren die meisten Kinder aber lieber offen.

In unseren Breiten spielt für den alltäglichen Einsatz vor allem die Handhabung des Regenverdecks eine große Rolle. Das lässt sich beim Croozer dank stabiler Reißverschlüsse so schnell und sicher schließen wie bei fast keinem anderen Modell außer dem Burley, der hier ebenfalls überzeugt.

Eine wahre Freude ist auch die Benutzung der Anhängerkupplung: So einfach und geschmeidig aber trotzdem sicher hätten wir uns das auch bei den anderen Hängern gewünscht. Bei den meisten muss man schieben und nackeln und drücken und fluchen, bis die Kupplung endlich sitzt, beim Croozer geht es mit Einstecken, klick und fertig. Noch dazu kann man die Kupplung einfach abschließen. Damit spart man sich ein eigenes Schloss für den Anhänger, wenn man unterwegs ist.

Auch schön: Im Lieferumfang sind gleich zwei Kupplungsstücke fürs Fahrrad enthalten. So können beide Elternteile je eine an ihren Fahrrädern montieren und sind jederzeit bereit, den Kid Plus schnell und stressfrei anzukoppeln. Auch das bietet kaum ein anderes Modell.

Fahrradanhänger im Test: Croozer Kid Plus For 1

Nachteile?

Es gibt nicht viel, was wir am Croozer auszusetzen haben. Die Aufbauanleitung könnte hilfreicher sein und beim ersten Aufbau ist Kraft gefordert.

Ein kleiner Wermutstropfen ist außerdem die fehlende Sonnenblende. Doch das Kind sitzt so weit hinten im Anhänger, dass es nur bei tief stehender Sonne geblendet wird. Auch Speichenreflektoren für die Räder sucht man vergeblich. Das ist angesichts der ansonsten üppigen Ausstattung aber zu verschmerzen. Ganz billig ist der Kid Plus for 1 auch nicht, vor allem für einen Einsitzer.

Unterm Strich ist der Croozer aber ein superber, durchdacht konzipierter, äußerst alltagstauglicher Anhänger mit toller Ausstattung und nur kleineren Kritikpunkten zum zugegeben nicht gerade günstigen Preis.

Croozer Kid Plus for 1 im Testspiegel

Im Test von FahrradNews wurde der Croozer Kid Plus for 1 ohne Endnote getestet. Im Fazit heißt es (Ausgabe 3/2015)

»In der Fahrgastzelle geht es geräumig zu, der Sitz ist bequem und die Beinfreiheit groß. […] Sicherheit wird bei Croozer groß geschrieben, und so verfügt der Kid Plus nicht nur über ein gutes Gurtsystem, sondern auch über die breiteste Spur im Test.«

Im Test der Stiftung Warentest bekommt unser Testsieger mit der Gesamtwertung 3,6 nur ein »ausreichend« (Test 7/2019). Testsieger sind hier der Thule Cross 1 und als Zweisitzer der Thule Cross 2, den wir nicht separat getestet haben.

Zwar loben die Tester das gute Fahrverhalten und die einfache Handhabung, die die beste im Testfeld war. Kritisiert wird aber, dass der Croozer angeblich schon für manche Dreijährige zu klein sei. Das können wir nicht nachvollziehen, wir haben den Croozer sogar mit einem – zugegeben schmächtigen – Achtjährigen getestet, und der fand den Croozer sehr bequem.

Im Bereich Sicherheit bekommt der Croozer Kid Plus for 1 eine Abwertung beim Gurtsystem. Was die Tester daran auszusetzen haben, wird leider nicht erläutert. Wir fanden das Gurtsystem ausgesprochen praktisch.

Insofern können wir die relativ schlechte Bewertung des Croozer von der Stiftung Warentest nicht nachvollziehen.

Alternativen

Der Croozer Kid Plus 1 ist für uns der beste Anhänger für die meisten, vor allem, wenn es um den alltäglichen Einsatz geht. Aber es gibt auch interessante Alternativen, wenn Sie andere Schwerpunkte setzen.

Auch gut

Thule Chariot Cross 1

Test Fahrradanhänger: Thule Chariot Cross 1
Der Chariot Cross 1 ist ein echter Hingucker und macht in Sachen Fahrtkomfort keine Abstriche. Auch die Ausstattung ist vorbildlich.

Das erste, was am Thule Chariot Cross 1 auffällt, ist das schnittige Design. Wie der Croozer ist auch der Cross 1 hervorragend verarbeitet und wirkt mit seiner glänzenden Außenhaut und den glatten Formen richtig edel. In Sachen Auftreten und Ausstattung ist der Wagen dem Croozer in vielen Bereichen ähnlich und somit seine schärfste Konkurrenz.

Im Aufbau war der Chariot Cross eines der angenehmsten Modelle im Test und dem Croozer klar überlegen. Was die hochwertig gedruckte Anleitung angeht, hat sich Thule offenbar von den schwedischen Kollegen bei Ikea inspirieren lassen, denn die Ähnlichkeiten sind frappierend: Der gesamte Aufbau wird anhand von minimalistisch gezeichneten Bildern erklärt, auf Sprache wird fast vollständig verzichtet. Das Prinzip bewährt sich auch hier und wir wurden nicht von einer unnötig umständlichen Anleitung aufgehalten. Außerdem war vieles bereits vormontiert. Super!

Den Thule-Anhänger zeichnet eine Vorliebe für Gummi und dicken, soliden Kunstoff aus, aus dem neben den Seitenfenstern auch das fast knitterfreie Regenverdeck besteht. Das lässt sich leider nur komplett abnehmen und nicht hochgerollt an der Oberseite befestigen. Das sieht zwar besser aus, ist aber nicht praktisch. Im Fall eines plötzlichen Regenschauers muss es erst aus der Tasche geholt und montiert werden, wobei die Befestigung mithilfe einhakbarer Gummibänder auch nicht gerade der Hit ist. Damit ist der Chariot Cross 1 eher ein Schönwetterfahrzeug für gelegentliche Ausflüge als ein Alltagsgefährt für den täglichen Einsatz in regnerischen Breiten.

Das ist schade, da der Anhänger ansonsten sehr flexibel und anpassbar ist: Er kommt bereits mit zwei Buggy-Rädern, die man unvergleichlich gut unterbringen kann, da man sie herausklicken, umdrehen und von oben wieder in die Halterung stecken kann. Separat erhältlich sind außerdem ein Jogger-Rad und sogar ein Ski-Kit – da merkt man, dass der Hersteller aus Skandinavien ist.

Der Wechsel zwischen den Betriebsarten geht schnell und unkompliziert, einen groben Schnitzer stellt nur leider der Schiebebügel dar. Der soll im Anhängerbetrieb nämlich komplett nach vorne geklappt werden, das steht sogar explizit in der Anleitung. Blöd ist nur, dass da die Stange des Wimpels im Weg ist. Somit hat man die Wahl, ob man jedesmal zum Verstellen des Bügels den Wimpel ab- und wieder anbaut oder einfach die Anweisungen ignoriert und ihn dauerhaft hinten lässt, wofür sich vermutlich die meisten entscheiden werden. Warum der Bügel beim Fahrradfahren nicht hinten bleiben soll, war uns ohnehin nicht klar.

Wie den Croozer kann man auch den Chariot Cross 1 zusammenklappen, wenn man ihn mal im Kofferraum transportieren will. Auch das geht einfach und schnell, da schenken sich beide Anhänger nichts.

Das gilt auch für die Federeigenschaften: Die Blattfederung des Chariot Cross 1 ist anpassbar und lieferte während der Testfahrt gute Ergebnisse. Aufgrund des geringeren Gewichts kippte der Thule in einer scharfen Kurve bei gleichzeitigem Überfahren einer Wurzel einmal um – das war allerdings ein einmaliges Ereignis während einer Leerfahrt und ließ sich kein zweites Mal reproduzieren. Mit Gewicht rollte der Chariot durchgehend stabil, weich und angenehm.

Der 5-Punkt ist gepolstert und macht einen stabilen Eindruck. Auch das Gurtschloss ist gut, für unseren Geschmack aber ein bißchen zu leichtgängig. Sollte ihr Kind ein kleiner Houdini sein, ist es durchaus vorstellbar, dass es das Schloss öffnet und sich der ansonsten tadellosen Sicherheitsriemen entledigt.

Fahrradanhänger Test: Thule Chariot Cross

Auch der Thule-Anhänger bringt keine Speichenreflektoren mit, aber immerhin ein Rücklicht samt Halterung. Das ist zwar längst nicht so extravagant wie beim Croozer, erfüllt aber allemal seinen Zweck und ist einfach zu montieren.

Alles in allem ist der Thule Chariot Cross 1 ein sehr schön designter, hochwertig verarbeiteter Fahrradanhänger mit tollen Fahreigenschaften, der nur aufgrund weniger Schnitzer knapp den Testsieg verpasst.

Auch den Thule gibt es als Chariot Cross 2 für rund 100 Euro mehr als Zweisitzer.

Zweisitzer

Burley D'Lite X

Test Fahrradanhänger: Burley D'Lite X
Der Burley D'Light X spielt bei Verarbeitung und Bremsen ganz vorne mit und ist mit seinen zwei Sitzen ein absoluter Preissschlager.

Der Burley D’Lite X ist eine echte Sportskanone. Das verspricht schon das sehr dynamische, schwungvolle sowie windschnittige Design dieses Anhängers. 13,3 Kilo bringt er auf die Waage, damit bewegt sich der Burley bei unserem Test im Mittelfeld – und das ist auch gut so. Schließlich will man ja nicht nur Gas geben, sondern seine Kinder auch sicher transportieren. Durch sein solides Gewicht hält er zuverlässig Bodenkontakt und die Spur – sein recht tiefer Schwerpunkt bringt ein sehr stabiles Fahrverhalten mit sich. Auf der Straße und im Gelände, in engen Gassen und Kurven lässt er sich bestens fahren und manövrieren. Locker und leicht nimmt er jede Kante und jeden Huckel – bringt seine kleinen Fahrgäste sicher ans Ziel.

Das Vergnügen beginnt beim Burley bereits mit dem Aufbau. Einige Teile sind bereits vormontiert. So sind nur noch wenige Handgriffe nötig, um das Gefährt fahrbereit zu machen. Dabei trumpft er von der Oberkante des Anhängers bis zur Unterkante der Reifen mit einer sehr guten und hochwertigen Verarbeitung auf. Gespart wurde hier nicht. Ein großes Plus ist dabei der integrierte Reifen an der Deichsel. So kann man mit einem Handgriff den Anhänger zum Kinderwagen umfunktionieren, ohne extra einen Reifen oder Werkzeug mitnehmen zu müssen. Das macht den Familienausflug sehr mobil und flexibel.

Sogenannte »Schnellaufnahmen«, die sich rechts und links beim Einstieg befinden, ermöglichen einen einfachen An- oder Abbau der Zugstange und der Umbau-Sets. Wenn man den Anhänger zum Jogger, Buggy (mit zwei Rädern vorne) oder zum Skimobil umgestalten will. 16+-Reifen lassen sich ebenfalls montieren und sorgen für ungebremste Abenteuer mit Anhänger im schweren Gelände.

Auch der Innenraum kann mit seinen gepolsterten Sitzen und dem 5-Punkt-Gurtsystem überzeugen – optisch erinnert das an sportliche Schalensitze wie in einem Rennwagen. Die gute Federung an der Achse sowie die komfortable Aufhängung der Sitzkonstruktion im Innenraum lassen keine Wünsche offen. So werden die kleinen Beifahrer nicht durchgeschüttelt, sondern können den Ausflug im Fahrradanhänger genießen.

Nur der Kofferraum lässt wenig Stauraum zu, ist sehr eng und knapp bemessen. Direkt hinter den Sportsitzen für die Kinder findet man nur wenig Platz für diverse Utensilien wie Ersatzkleidung, Getränke, Essen oder Spielsachen. Fragezeichen wirft auch der Schiebebügel auf, der auch als Überrollbügel dienen soll. Dieser rastet nicht richtig ein und löst sich, sobald man den Anhänger anhebt und beispielsweise über Treppenstufen tragen muss. Außerdem fehlte, wie auch schon beim anderen Burley-Modell hier in unserem Test, die Beleuchtung, die laut Hersteller eigentlich zum Lieferumfang zählt.

So oder so – der Burley ist eine sehr rasante und elegante Variante für einen Kinderanhänger. Mit viel Komfort, Sicherheit, Qualität und Fahrvergnügen.

Gut & günstig

Qeridoo Speedkid 2020

Test Fahrradanhänger: Queridoo Speedkid 2020
Der Speedkid ist etwas mühsam im Aufbau, dafür aber sehr gut gefedert, erstaunlich gut verarbeitet und hat ein Buggy-Rad.

Kommen wir zum dritten Modell unseres Updates in 2020: Der Speedkid 1 von Qeridoo trumpft genau wie sein naher Verwandter, der Kidgoo 1, mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis auf. Man bekommt sehr viel für einen recht komfortablen, soliden und hochwertigen Anhänger. Um bei unserem Vergleich zu bleiben: Nach dem wir nun schon eine Limousine und einen Sportwagen hatten, ist der Speedkid ein Volkswagen. Er ist optisch nicht gerade ein Hingucker, fällt einem durch sein Design nicht unbedingt auf. Aber das braucht er auch gar nicht: Seine Pluspunkte holt er sich auch so.

Die sehr gute Federung sorgt für Komfort und Sicherheit. Auf unserem Test-Parcours machte der Speedkid eine sehr gut Figur, lieferte eine sehr gute Performance ab. Eine ganz nette Idee findet sich vorne beim Verdeck. Dieses ist mit Magneten befestigt, nicht mit den üblichen Klettverschlüssen oder irgendwelchen Ösen und Haken. So können die Kids sehr schnell und unkompliziert ein- und aussteigen. Die Sitze im Innenraum sind nicht gefedert.

Für Sicherheit sorgen die in der Lieferung enthaltenen und separaten Kopfprotektoren. Auch der Heck-Aufprallschutz überzeugt. Der Schiebebügel kann als Überrollbügel verwendet werden, in dem man ihn einfach umklappt. Die Anhängerbremse kann bequem am Schiebegriff bedient werden – nicht mehr über ein Fußpedal. Allerdings verlaufen die Kabelzüge hier sehr sperrig und ausladend.

Auch der Umbau zum Kinderwagen gestaltet sich beim neuen Qeridoo-Modell einfacher, in dem man den extra beigefügten Reifen mit einem Handgriff vorne an die Hauptkonstruktion stecken und befestigen kann. Nachteil dabei: Der Reifen ist sehr groß und schwer, nimmt sehr viel Platz im Kofferraum weg. Dabei ist der Kofferraum ohnehin schon recht klein, er wirkt eher wie eine Kinderwagen-Tasche, die sich außen am Anhänger unterhalb des Schiebebügels befindet. Etwas windig wirkt die Befestigung für den Schiebebügel, die man hinten am Anhängergestell mit Plastik-Verschraubungen fixiert – kommt nicht sehr stabil und solide rüber.

Das Gesamtbild des neuen Qeridoo-Anhängers ist jedoch gut. Der Speedkid 1 hat viele, solide Stärken, die einem bei Familienausflügen mit Anhänger zugute kommen.

Für Sportler

Tout Terrain Singletrailer

Test Fahrradanhänger: Tout Terrain Singlertrailer
Der sündhaft teure Singletrailer ist dank seiner tollen Federung die erste Wahl für sportliche Eltern.

Der Tout Terrain Singletrailer fährt in jeder Hinsicht außer Konkurrenz. Zum einen hat er im Gegensatz zu allen anderen Fahrradanhängern nur ein Rad und ist deutlich schmaler gebaut.

Zum anderen hatten wir ursprünglich gar nicht geplant, den Tout Terrain in den Test aufzunehmen. Weil wir aber dankenswerterweise spontan ein Modell ausprobieren konnten, wollen wir Ihnen unsere Erfahrungen nicht vorenthalten. Der Anhänger war aber schon länger im Einsatz und wir konnten ihn nicht aufbauen. In diesem Fall ist das hier also eher ein Überblick als ein umfassender Test.

Der Tout Terrain richtet sich vor allem an eine sportliche Klientel, insbesondere Mountainbiker, und das wird in allen Belangen mehr als deutlich: Weil er sich auf ein einzelnes Rad beschränkt, kann man mit ihm auch auf schmalen Pfaden im Gelände fahren. Außerdem kann er sich so richtig in die Kurven legen, man muss also auch bei schnelleren Kurvenfahrten keine Angst haben, dass der Anhänger umkippt. Auch für den kleinen Passagier sind Kurvenfahrten dadurch deutlich angenehmer, da er keinen seitlichen Fliehkräften ausgesetzt ist.

Der gesamte Anhänger ist weniger als einen halben Meter breit und damit nicht breiter als das Fahrrad selbst. Der Fahrgastraum ist rundum geschlossen, was den Vorteil hat, dass das Kind so gut wie unmöglich herausfallen kann. Das hat allerdings zur Folge, dass ein normaler Einstieg ebenfalls nicht möglich ist und das Kind durch einen Erwachsenen durch die Öffnung and er Oberseite in den Sitz gehoben werden muss – und die ist ziemlich hoch. Für viele dürfte allein das ein Ausschlusskriterium sein.

Gefedert wird der Anhänger durch eine Gasdruckfeder, die sich je nach Gewicht des Kindes und Beschaffenheit des Terrains einstellen lässt und einen Federweg von satten 20 Zentimetern aufweist. Unseren Federtest auf der Probestrecke meisterte der Tout Terrain wenig überraschend mit der besten Leistung.

Der Gurt folgt dem üblichen 5-Punkte-Prinzip, ist gut verarbeitet und gepolstert. Komfortabel: Die zwei Stecker schnappen magnetisch ins Gurtschloss, fummelige Fingerübungen mit mäßig verarbeiteten Plastikschnallen spart man sich hier vollständig.

Wer aufgrund des hohen Preises eine üppige Ausstattung erwartet, wird enttäuscht sein – die Standardvariante enthält im Lieferumfang nicht einmal die Tasche, die den vollständig fehlenden Stauraum im Heck ersetzt. Will man eine haben, lässt Tout Terrain sich das extra bezahlen. Will man ein Schutzblech, kostet auch das extra. Will man ein Rücklicht, hat man Pech gehabt. Immerhin liegt dem Singletrailer ein Sonnenschutz bei.

Wer sich nun denkt, dass er dafür aber wenigstens eine bombenfeste Verarbeitungsqualität erhält, irrt leider ebenfalls: Die Ösen der Druckknöpfe halten nicht besonders gut im wasserabweisenden Gewebe des Verdecks und reißen im Dauereinsatz schnell aus. Außerdem musste die Öffnung an der Kupplung nachgebohrt werden, weil der Verriegelungsbolzen nicht richtig hineinpasste.

Die besagte Kupplung wird übrigens nicht an der Radnabe des Fahrrads befestigt, wie es bei allen anderen Anhängern der Fall ist, sondern sitzt unterhalb des Sattels. Das merkt man vor allem beim Anfahren deutlich, das Fahrrad wird dadurch wesentlich wackeliger. Ein tieferer Ansatzpunkt auf Höhe der Radnabe wäre deutlich angenehmer. Beim Schieben kürzt der Anhänger bei starken Lenkeinschlägen zudem merklich ab, was das Handling erschwert.

Passend zum sportlich-mobilen Grundton des Singletrailers kann man den Anhänger im Handumdrehen kompakt zusammenfalten. Das geht sehr schnell und ist ähnlich komfortabel wie bei Croozer und Thule.

Am Ende ist der Tout Terrain Singletrailer ein teures Spielzeug für Sportenthusiasten, das aus seiner mangelnden Alltagstauglichkeit keinen Hehl macht. Für Eltern, die viel ihrer Freizeit auf dem Rad verbringen und bereit sind, vierstellige Beträge für die Standardausstattung hinzublättern, kann der Singletrailer aber trotzdem interessant sein, denn Tout Terrain ist gegenwärtig einer der wenigen Hersteller, die einen sportlichen, geländegängigen Anhänger anbieten.

Außerdem getestet

Der Croozer Kid Vaaya 2 kann ähnlich wie sein naher Verwandter und Testsieger, der Croozer Kid Plus 1, auf der ganzen Linie überzeugen. Als Zweisitzer sorgt er mit der Croozer AirPad Federung, die sich automatisch einstellt, für eine sanfte und sichere Fahrt. Auch die extra mitgelieferte Stoßstange, die man vorne um den Einstieg herum schnell und leicht befestigen kann ist ein Garant für einen sehr hohen Sicherheitsstandard. Hinten befindet sich eine etwas kleinere Stoßstangen-Variante. Das macht den Croozer-Anhänger sehr robust, kompakt und breit, lässt ihn wie eine Limousine erscheinen.

Somit ist dieses Modell mit 18 Kilogramm ein echtes Schwergewicht im Vergleich zu den anderen Kinderanhängern. Nur der Homcom ist schwerer, bringt satte 19 Kilogramm auf die Waage. Doch das macht den Croozer nicht träge oder schwergängig. Auf unserem Testparcours, der über Stock und Stein, Geländeuntergrund und Bordsteinkanten, enge und weite Kurven verlief, macht er eine sehr gute Figur, entpuppt sich trotz seines doch recht wuchtigen Erscheinungsbildes und hohen Gewichts als ein sehr wendiger Begleiter.

Bei der Montage braucht man viel Kraft, um die Anhängerkonstruktion aufzuklappen. Doch das wird sich mit der Zeit geben, sobald sich der Bezugsstoff etwas gedehnt hat – wie beim Testsieger. Etwas umständlich und frickelig ist das Befestigen des Sicherheitswimpels. Hier haben wir die Halterung erst gar nicht gefunden. Sie befindet sich etwas versteckt hinten im Kofferraum an einem der Rohre.

Ein tolles Extra ist die beidseitige Beleuchtung an dem Schiebegriff, die über Akkus laufen. Diese sind wiederum über ein USB-Kabel aufladbar. Bei Dämmerung und Bewegung schalten sich die Sensor-Lichter automatisch ein. Die Verarbeitung in Bezug auf die Laufräder, Rahmen, Stoffbezüge und Bremsen ist sehr hoch. Nur im Innenraum wirken die Sitzpolster etwas lieblos verarbeitet. Das gilt auch für die Sitzstange, der etwas mehr Polsterung gut tun würde. Zudem sind die Seitentaschen etwas klein geraten.

Alles in einem ist der Croozer Kid Vaaya 2 ein luxuriöses Schwergewicht, das mit viel Fahrkomfort, Sicherheit und bester Verarbeitung punktet – und dabei nicht nur dem Fahrer, sondern auch den Beifahrern viel Spaß und Vergnügen bereitet. Im Klartext: Eine Limousine für die ganze Familie.

Winther Dolphin New Edition

Der Winther Dolphin New Edition wirkt mit seiner wuchtigen Plastikschale und seinen ausladenden Maßen stabil und solide. Leider ist nicht alles, was sicher wirkt, auch wirklich verlässlich: Das Plastik ist anfällig für Kratzer und die Aufhängung des Verdecks mithilfe von Kunststoffhaken ist fummelig und hält nicht besonders gut. Ist die Deichsel gerade nicht an ein Fahrrad gekoppelt, ist der Dolphin außerdem außerdem sehr rücklastig – den Kofferraum sollte man deshalb lieber nicht zu stark belasten, sonst kippt er nach hinten. Die Reflektoren sind nur aufgeklebt und es ist abzusehen, dass sie sich ablösen, wenn der Anhänger eine Weile lang der Witterung ausgesetzt ist.

Immerhin bietet der Dolphin eine verstellbare Rückenlehne. Das geht aber auf Kosten des Stauraums im Heck und erfordert umständliches Herumschrauben – einfach klappen ist nicht. Die Kupplung ist abschließbar, aber etwas schwerfällig.

Angesichts der nicht immer überzeugenden Verarbeitung finden wir den aufgerufenen Preis viel zu hoch.

Dass es noch schlechter geht, zeigt der Froggy BTC07: Das Verdeck löste sich während unserer Testfahrten regelmäßig vom Gerüst und schleifte hinter uns her oder blieb gleich ganz auf der Wiese liegen. Es hält einfach nicht auf dem Anhänger. Schon beim ersten Aufbau fiel uns auf, dass der Sperrbalken der Kupplungssicherung fehlte. Ansonsten treffen auch fast alle Kritikpunkte des Homcom ebenso auf den Froggy zu. Immerhin hat er Reflektoren an den Rädern, das war es aber auch schon an Positiva. Unser Rat: Finger weg!

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Kommentare

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Cornelia Bär
Cornelia Bär

Wann gibts einen neuen Test? Mit Croozer Vayaa?

Redaktion
Redaktion

Testmuster der neuen Modelle von Croozer sind bereits angefragt!

Suse
Suse

Hallo, Ich habe mich durch viele Seiten und Testberichte durchgekämpft um für unsere Kids einen geeigneten Anhänger zu finden. Die Händler bieten halt doch leider meistens nur ein oder zwei Modelle an, die dann (oh wunder) natürlich die besten sind. Das vergleichen fällt da aus. Hier kann man sehen, das man wirklich auch auf die kleinen Unterschiede geguckt hat. Denn Schadstoffe und Sicherheit werden ja doch vom ADAC und TÜV etc geprüft. Letztlich haben wir uns für den Thule Cross 2 entschieden. Da kann man im Gegensatz zum Croozer die Sitze einzeln verstellen. Außerdem lässt sich dort von Burley der… Mehr... »

Martin T.
Martin T.

Hallo, noch einige kleine Hinweise für die Nutzung des Croozer (ist übrigens ein deutsches Produkt @Klaus) den Bügel mit Licht bitte andersherum anbringen, da er so besser als Überrolbügel im Falle eines Falles fungiert. Weiterhin sind die Fenster mit UV Schutz 50+ versehen und dieRollos bitte nach innen aufrollen so belieben diese besser in Form. Schadstoffe sind beim Croozer ab 2018 kein Thema mehr, da wurde ordentlich dran gearbeitet. Familienvater mit 2 Passagiere im Croozer Kid Plus und begeistert!!!

Jan
Jan

Das Thema Schadstoffe wurde wohl leider nicht thematisiert. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt!

Klaus Huber
Klaus Huber

Ich verstehe nicht, wie man einen Test durchführen kann, ohne sich mit allen Anhängern zu beschäftigen? Wo sind die XLC? wo sind die Leegero? wo sind die KidsTourer? Warum werden nur China Produkte getestet und kein einziger Deutscher??
Sehr Schade!

Martin T.
Martin T.

Hallo Klaus, die XLCs sind bestimmt preislich super aber haben bei weitem nicht den Komfort den ein Croozer, der übrigens ein Deutsches Produkt ist, bietet.