Der beste Fahrradhelm

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Fahrradhelm Test: 20181001

Der beste Fahrradhelm für die meisten Biker ist der Cratoni Pacer. Er ist leicht, bietet einen hohen Tragekomfort, eine gute Durchlüftung und verfügt über praktische Extras wie ein abnehmbares Visier, ein Kinnpolster und ein integriertes Insektennetz. Die Konkurrenz für den Cratoni ist allerdings groß, die Unterschiede zu den Helmen von Mitbewerbern sind zum Teil nur marginaler Natur.

Die Fahrradbranche boomt und speziell E-Bikes tragen zur enormen Popularität der Zweiräder bei. Durch das höhere Tempo der elektrifizierten Räder steigt allerdings auch die Unfallgefahr. Im vergangenen Jahr war jeder achte Verkehrstote und jeder fünfte Verletzte im Straßenverkehr ein Radfahrer. Rund 70 Prozent aller Biker sind noch immer ohne Helm unterwegs.

Dabei sind schwere Kopfverletzungen bei Stürzen die häufigste Unfallfolge. Laut Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen mit Kopfschutz vermieden werden. Eine Helmpflicht gibt es in Deutschland allerdings nicht.

Wir haben sieben Modelle näher unter die Lupe genommen und erklären Ihnen, worauf Sie beim Helmkauf unbedingt achten sollten.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Der Beste

Cratoni Pacer+

Fahrradhelm Test: 81szdc+98ml. Sl1500
Leicht, angenehm zu tragen und stylisch: Der Cratoni Pacer+ ist der optimale Allrounder-Helm für Biker und Inliner.

Den 260 Gramm leichten Cratoni Pacer+ spürt man auch nach längeren Touren so gut wie gar nicht auf dem Kopf. Er passt sich perfekt an, drückt nicht und lässt sich einfach verschließen. Das Kinn ist durch ein Polster gut geschützt, der Trageriemen macht sich hier nicht unangenehm bemerkbar. Durch den hinteren Drehregler kann der Helm an unterschiedliche Kopfgrößen unproblematisch angepasst werden.

Angenehm zu tragen

Alpina Mythos 3.0 LE

Test Fahrradhelm: Alpina Mythos 3.0 LE
Durch sein geringes Gewicht und die tolle Passform ist der Alpina Mythos 3.0 LE der ideale Begleiter auf kurzen und langen Radtouren.

Wer Wert auf hohen Tragekomfort legt, macht mit dem Alpina Mythos 3.0 LE alles richtig. Der leichte Helm umschließt den Kopf sehr angenehm und bietet genügend Spielraum zum Anpassen an unterschiedliche Kopfgrößen und -formen. Für ausreichend Frischluft ist gesorgt. Ein abnehmbares Visier schützt vor intensiver Sonneneinstrahlung und macht sich auch bei Regenschauern positiv bemerkbar.

Perfekt zu sehen

Casco Activ 2

Test Fahrradhelm: Casco Activ 2
Individuell einsetzbare Leuchtstreifen sorgen dafür, dass man den perfekt sitzenden Casco Activ 2 im Dunkeln gut sieht.

Leicht, sicher und gut zu tragen sind die drei wichtigsten Attribute des Casco Activ 2. Seine Besonderheit sind farbige Leuchtstreifen, die sich auf der Oberseite des Helms einsetzen lassen und so die Sichtbarkeit im Dunkeln deutlich verbessern. 26 Lüftungsschlitze sorgen für ein gutes Klima unter dem Helm. Lediglich das Verschlusssystem mit einem Metallring und einem Plastikhaken hat uns nicht so gut gefallen.

Vergleichstabelle

Der BesteAngenehm zu tragenPerfekt zu sehen
Modell Cratoni Pacer+ Alpina Mythos 3.0 LE Casco Activ 2 Abus Hyban Abus Aduro 2.0 Nutcase Twendeni Gen 3 Nutcase Metroride
Fahrradhelm Test: 81szdc+98ml. Sl1500Test Fahrradhelm: Alpina Mythos 3.0 LETest Fahrradhelm: Casco Activ 2Fahrradhelm Test: 71dimqa8qnl. Sl1500Test Fahrradhelm: Abus Aduro 2.0Fahrradhelm Test: NutcaseTest Fahrradhelm: Nutcase Metroride
Pro
  • Hoher Tragekomfort
  • Leicht
  • Sonnenschutz
  • Praktischer Verschluss
  • Hoher Tragekomfort
  • Leicht
  • Sonnenschutz
  • Hoher Tragekomfort
  • Leicht
  • Sonnenschutz
  • Leuchtstreifen
  • Beleuchtung
  • Insektenschutz
  • Kleiner Sonnenschutz
  • Beleuchtung
  • Leicht
  • Insektengitter
  • Sonnenschutz
  • Frische Optik
  • Sonnenschutz
  • Ansprechende Optik
  • Sonnenschutz
Contra
  • Kein integriertes Licht
  • Kein integriertes Licht
  • Kein integriertes Licht
  • Verschluss gewöhnungsbedürftig
  • Relativ schwer
  • Kein perfekter Tragekomfort
  • Einstellrad kann im Kragen hängen bleiben
  • Kein perfekter Tragekomfort
  • Klettverschlüsse lösen sich beim Herausnehmen der Polster
  • Schwer
  • Mittelmäßiger Tragekomfort
  • Verstellrad drückt im Nacken
  • Keine Beleuchtung
  • Mittelmäßiger Tragekomfort
  • Verstellrad drück im Nacken
  • Keine Beleuchtung
Bester Preis
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Warum macht ein Fahrradhelm Sinn

Fahrradhelme können schwere Kopfverletzungen verhindern und Leben retten. Das haben bereits verschiedene Studien und Untersuchungen belegt. Laut Bundesverkehrsministerium ist ein guter Helm dazu in der Lage, bis zu zwei Drittel der Energie zu absorbieren, die bei einem Sturz ohne Helm auf den Kopf einwirken würde. Dazu nimmt der Helm die Energie auf und verteilt sie.

Ein Helm kann ebenfalls dazu beitragen, dass ein Radler im Straßenverkehr besser gesehen wird. Einerseits durch eine leuchtende, kräftige Farbe, andererseits durch zusätzliche Reflektoren oder sogar ein Licht, das hinten am Helm integriert ist.

Zudem bieten viele Fahrradhelme zusätzlichen Komfort. Mit einem Sonnenschutz versehen reduzieren sie einfallendes Licht. Ein wasserdichter Überzug bietet Schutz bei Regen. Da Helme optisch immer ansprechender und individueller ausfallen, gibt es für jeden die passende Lösung.

Darauf sollten Sie beim Helmkauf achten

Idealerweise sollten Sie einen Helm vor dem Kauf immer anprobieren. Nur so können Sie feststellen, ob er optimal zu Ihrer Kopfform passt. Er sollte stramm sitzen, aber nicht drücken. Als Faustformel gilt: Wenn Sie den Helm vor- und zurückbewegen, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. Dann sitzt der Helm fest genug. Ist der Kinnriemen geschlossen, darf sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lassen. Im Idealfall sollte die Vorderkante des Helms mit den Augenbrauen abschließen.

Für den Helm­kauf muss man seinen Kopf­umfang kennen

Grundsätzlich ermöglicht es so gut wie jeder Helm, die Größe über ein Drehrädchen anzupassen. Dennoch ist es wichtig, einen Helm zu kaufen, der von seiner Dimension her zu Ihrem Kopf passt. Dazu sollten Sie den Umfang Ihres Kopfes mit einem Maßband oberhalb der Ohren und über die Stirnmitte ermitteln.

Nach Angaben des Online-Portals Fahrradhelm.de lässt sich der Kopf in folgende vier Altersgruppen unterteilen. Kleinkinder bis zu drei Jahren haben meist einen Kopfumfang von 44-52 Zentimetern, Zwei- bis Siebenjährige einen von 46 bis 57 Zentimetern und Fünf- bis Zwölfjährige messen für gewöhnlich 52 bis 60 Zentimeter. Allen Radfahrern über zwölf Jahren wird ein Helm für einen Kopfumfang von 52 bis 65 Zentimetern empfohlen. Die Angaben dienen jedoch nur der groben Orientierung. Eine individuelle Anprobe ist ratsam.

Einige Helme lassen sich zusätzlich durch versetzbare Kletteinsätze an die Kopfform anpassen. Achten Sie beim Kauf auf zusätzliche Reflektoren oder eine für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbare Farbe. Dunkle Helme erwärmen sich bei Sonne stärker als helle. Auf der Verpackung und dem Helm sollte das Produktionsdatum abgedruckt sein. Der ADAC warnt davor, sich einen alten Ladenhüter andrehen zu lassen.

Nach einem Sturz sollten Sie den Helm ersetzen

Nach einem Sturz sollten Sie Ihren Helm durch ein neues Modell ersetzen. Auch wenn äußerlich kein Riss oder Bruch zu erkennen ist: Innere strukturelle Schäden, die man mit bloßem Auge oft nicht sehen kann, beeinträchtigen die Schutzwirkung erheblich.

Fahrradhelm Test: 20181001
Unsere getesteten Helme (von unten nach oben, jeweils von links): Cratoni Pacer+, Abus Hyban, Alpina Mythos 3.0 LE, Cratoni Pacer, Casco Activ 2, Nutcase Twendeni Gen 3, Abus Aduro 2.0, Cratoni Pacer, Nutcase Metroride und Cratoni Pacer. Vom Pacer hatten wir verschiedene Ausführungen zur Verfügung.

So haben wir getestet

In unserem Test haben wir auf Handhabung und Tragekomfort, Verarbeitung, Gewicht, Belüftung, Erkennbarkeit und zusätzliche Ausstattungsmerkmale wie etwa eine Beleuchtung geachtet. Wie angenehm sitzt ein Helm auf dem Kopf, wie unproblematisch macht er Bewegungen mit, wie einfach lassen sich die Kinnriemen verschließen, erreicht man problemlos das Rädchen zum Verstellen der Größe und gelangt während der Fahrt ausreichend Frischluft an den Kopf? Das waren einige der zentralen Fragen. Natürlich ist speziell der Aspekt des Tragekomforts sehr subjektiv. Ein Helm, der sich perfekt an die Kopfform von Person A anpasst, drückt möglicherweise bei Person B, weil hier der Schädel anders geformt ist. Deshalb ist das Probetragen vor dem Kauf unbedingt zu empfehlen.

Probe­tragen ist empfehlens­wert

Keine eigenen Erfahrungen konnten wir bezüglich des Aspekts sammeln, wie viel Schutz ein Helm im Falle eines Unfalls bietet. Hierfür sind aufwändige Tests und Messungen in speziellen Prüflaboren erforderlich. Bei unserer Bewertung haben wir aber Crash-Ergebnisse des ADAC einfließen lassen.

Fahrradhelm Test: 20180930
Speziell in Lime Matt ein Hingucker: Der Pacer+ von Cratoni sieht sportlich aus und wiegt nicht viel.

Testsieger: Cratoni Pacer+

Der Cratoni Pacer+ ist der optimale Allround-Helm für Mountainbiker, Rennradfahrer, E-Biker und Ausflügler, aber auch beim Inlineskaten macht der Kopfschutz eine gute Figur.

Der Beste

Cratoni Pacer+

Fahrradhelm Test: 81szdc+98ml. Sl1500
Leicht, angenehm zu tragen und stylisch: Der Cratoni Pacer+ ist der optimale Allrounder-Helm für Biker und Inliner.

Beim Cratoni Pacer+ ist es wie mit einem perfekten Schuh: Er sitzt beim ersten Anziehen optimal, drückt nicht und man vergisst sofort, dass man ihn trägt. Der Pacer ist in elf Farbvarianten erhältlich. Das Spektrum reicht von Anthrazit, Weiß, Blau und Schwarz bis hin zu zweifarbigen Versionen in Schwarz-Rot, Schwarz-Grün und Rot-Grün. Uns gefällt der Helm in Lime-Matt besonders gut. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Grün und Gelb, die im Straßenverkehr auffällt und somit zur passiven Sicherheit beiträgt.

Größen und Tragekomfort

Angeboten wird der Cratoni Pacer+ in den Größen XS-S (49-55 Zentimeter), S-M (54-58 Zentimeter) und L-XL (58-62 Zentimeter). Zu haben ist der Helm sowohl als »Pacer« als auch als »Pacer+«. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Pacer+ in größeren Ausführungen und einfarbig erhältlich ist, während der kleinere Pacer in mehrfarbigen Varianten hergestellt wird.

Fahrradhelm Test: 20180930
Über die rückseitige Justierschraube lässt sich der Pacer präzise in der Größe verstellen.

Optimal an den Kopf lässt sich der Pacer+ über eine rückseitige Stellschraube anpassen. Sie ist auch dann gut zu erreichen, wenn der Helm aufgesetzt ist. Der Mechanismus lässt sich präzise bedienen, im gesamten Kopfbereich sitzt der Helm entweder fester oder hat mehr Spiel. Die Anpassung an den Kopf kann in kleinen Schritten sehr fein dosiert werden, ein unangenehmes Druckgefühl wird so garantiert vermieden.

Dazu tragen diverse Polster im Helminneren bei. Sie sitzen vorne, seitlich und oben auf der Platte des Kopfes. Über Klettverschlüsse kann man das Innenleben des Helms schnell herausnehmen. Das ist praktisch, wenn sich nach einer langen Radtour der Schweiß in den Stoff gesetzt hat – entweder zum Entlüften oder für eine kleine Handwäsche. Ein Insektenschutzgitter verhindert das Eindringen der ungebetenen Gäste zumindest im oberen Bereich des Helms.

Fahrradhelm Test: 20180930
Die Polsterung ist weich, für ein gutes Klima gibt es zahlreiche Öffnungen.

Verschluss und Luftzirkulation

Mit nur 260 Gramm ist der Pacer+ ein Fliegengewicht. Der Kinnriemen lässt sich flexibel in der Länge anpassen. Erleichtert wird das durch eine Art Schnalle mit Klappmechanismus. So benötigt man keine Kraft, um den Riemen zu verlängern oder zu kürzen. Das Kinn wird durch eine weiche Polsterung geschützt, die sich per Klettverschluss um den Riemen legt. Geschlossen wird der Kinnriemen durch einen stabilen Mechanismus. Die beiden Enden werden ineinander gesteckt, was auch mit Fahrradhandschuhen problemlos funktioniert. Der Hersteller nennt die Konstruktion Steplock-Schloss. Zum Lösen muss man an einer roten Lasche ziehen, um die Arretierung zu entriegeln. Das gelingt spielend einfach ohne Kraft. Eine Rasterfunktion ermöglicht es, den Kinnriemen auch während der Fahrt etwas lockerer oder fester zu justieren.

Fahrradhelm Test: 20180930
Ein kurzes Ziehen am roten Band genügt, um den Verschluss zu öffnen.

Sorgen um einen heißen Kopf muss man sich beim Cratoni Pacer+ nicht machen. 20 Ventilationsöffnungen ermöglichen eine gute Luftzirkulation und verhindern, dass sich die Hitze unter dem Helm staut. Der vordere Sonnenschutz kann an bedeckten Tagen abgenommen werden.

Fahrradhelm Test: 20180930
Bei Sonne und Regen schützt eine kleine Blende, ein Insektenschutz hält störende Eindringlinge ab.

Insgesamt bietet der Cratoni Pacer+ zum fairen Preis eine umfangreiche Ausstattung und einen hohen Tragekomfort. Lediglich eine integrierte Beleuchtung fehlt, um noch besser gesehen zu werden. Dank der großen Farbauswahl ist für jeden Geschmack und jedes Geschlecht das passende Modell dabei.

Cratoni Pacer+ im Testspiegel

Im ADAC Test Fahrradhelm Erwachsene 2017 hat der Pacer mit »gut« (1,8) abgeschnitten. Als Stärken attestierten die Tester dem Helm sehr guten Schutz vor Verletzungen, die beste Note in Handhabung und Komfort, sehr gute Belüftungseigenschaften und ein sehr geringes Gewicht. Bemängelt wurde die mäßige Erkennbarkeit im Dunkeln.

Alternativen

Der Markt für Fahrradhelme ist groß. Nicht nur Fachgeschäfte, auch Baumärkte und Discounter haben Modelle für den Kopfschutz im Angebot. Dass gute Helme nicht immer Unsummen kosten müssen, zeigen unsere Alternativen.

Angenehm zu tragen

Alpina Mythos 3.0 LE

Test Fahrradhelm: Alpina Mythos 3.0 LE
Durch sein geringes Gewicht und die tolle Passform ist der Alpina Mythos 3.0 LE der ideale Begleiter auf kurzen und langen Radtouren.

Der Alpina 3.0 LE steht dem Cratoni Pacer+ in fast nichts nach. Auch er wiegt mit 290 Gramm wenig und ist dadurch auf jeder Radtour ein dezenter Begleiter. 24 Lüftungsschlitze sorgen für ein angenehmes Klima, der Schutzschirm hilft gegen störende Sonne und ist auch bei Regen praktisch. Ein Dutzend unterschiedliche Farbvarianten machen es einfach, den Alpina in der Wunschoptik zu erwerben. Zumindest im Frontbereich verhindert ein gelbes Netz das Eindringen von Fliegen und größeren Insekten.

Fahrradhelm Test: 20181003
Sieht gut aus und sitzt perfekt: der Alpina Mythos 3.0 LE.

Mit 52-57, 57-52 und 59-64 Zentimetern ist der 3.0 LE in drei Größen erhältlich. Die Anpassung an die eigene Kopfform gelingt problemlos über ein rückseitiges Rädchen, das sich nicht ganz so sauber drehen lässt wie das des Pacer. Ob bombenfest oder angenehm stramm, der perfekte individuelle Tragekomfort ist dennoch sichergestellt.

Der Kinnriemen des Alpina verhindert durch eine weiche Ummantelung das Scheuern an der Haut. Die beiden Enden lassen sich problemlos ineinanderstecken. Um die Länge des Kinnriemens während der Fahrt zu verändern ist eine Arretiereinrichtung verbaut. Der Druck auf den roten »Press«-Knopf macht eine dosierte Verstellung jedoch nicht ganz einfach, da er etwas zu viel Luft hat. Eine etwas schwergängigere Lösung wäre hier wünschenswert.

Fahrradhelm Test: 20181003
Jammern auf hohem Niveau: Der »Press«-Taster könnte etwas mehr Rückmeldung geben.

Der ADAC hat dem Mythos 3.0 bei Handhabung und Komfort eine 1,9 gegeben. Beim Unfallschutz erhält der Helm jedoch nur eine 2,7. Als Gesamtnote heimst der Kopfschutz eine 2,4 ein.

Perfekt zu sehen

Casco Activ 2

Test Fahrradhelm: Casco Activ 2
Individuell einsetzbare Leuchtstreifen sorgen dafür, dass man den perfekt sitzenden Casco Activ 2 im Dunkeln gut sieht.

Der Casco Activ 2 hat beim ADAC den Testsieg errungen. Für Unfallschutz gibt es eine 1,9, für Handhabung und Komfort eine 1,7. In der Tat sitzt der Helm perfekt, das Verstellen der Größe gelingt präzise durch ein Verstellrädchen. Der Innenbereich schmiegt sich weich an die Kopfoberfläche, hier gibt es keine störenden Druckstellen.

Fahrradhelm Test: 4
Testsieger beim ADAC und für uns auf jeden Fall eine Empfehlung: der Casco Activ 2.

Bevor wir weitere lobende Worte für den Activ 2 finden, gehen wir auf den Kritikpunkt ein, warum er bei uns nicht als Bester hervorgeht: Der Verschlussmechanismus des Kinnriemens ist leider etwas fummelig. Hier wird nicht wie bei fast allen Mitbewerbern eine Plastikschnalle in eine Buchse gesteckt. Vielmehr setzt Casco auf einen Metallring und auf einen Kunststoffhaken, der hier eingeclipst werden muss. Weder das Verschließen noch das Öffnen der Konstruktion gelingt sonderlich intuitiv. Ein Amazon-Kunde bemängelt folgerichtig: »Den Verschluß im Ring einzuhacken ist nur mit 2 Händen zu bewerkstelligen und fummelig! Zum Öffnen den kleinen Faden zu finden auch!«

Fahrradhelm Test: 20181003
Einziger Kritikpunkt: Das Verschlusssystem des Casco mit einem Metallring ist etwas fummelig.

Das war es aber auch schon an negativen Aspekten. Der Activ 2 bringt nur 290 Gramm auf die Waage, ist in Weiß-Schwarz, Schwarz-Anthrazit, Marine-Weiß sowie Schwarz-Blau und in drei Größen (52-56 Zentimeter, 56-58 Zentimeter und 58-62 Zentimeter) erhältlich. Ein besonderer Clou sind spezielle Leuchtstreifen, die separat erworben und in individuellen Farben in der Oberseite des Helms eingesetzt werden können, damit der Radler im Dunkeln besser gesehen wird.

26 Luftschlitze verhindern, dass man am Kopf ins Schwitzen kommt. Vor Regen und Sonne schützt ein kleiner abnehmbarer Frontspoiler am Helm. Alle Stoffpolsterungen sind mit Klettverschluss befestigt und lassen sich zum Entlüften und Reinigen leicht herausnehmen. Der frontseitige Insektenschutz besteht aus recht engmaschigem Draht.

Außerdem getestet

Abus und Nutcase haben Helmmodelle im Programm, die sich optisch und vom Gewicht her vom klassischen Mountainbike-Design unterscheiden. Zusätzliche Extras wie eine Beleuchtung sind zwar ein tolles Feature, allerdings kommt der Tragekomfort teilweise etwas zu kurz.

Der Abus Hyban erinnert rein optisch an einen Reiterhelm. Seine Besonderheit sitzt auf der Rückseite: Eine Beleuchtung, die sich durch einen Druck auf die Lampe einschalten lässt. Ein Super-Sicherheitsmerkmal für den Alltag. Die rote Lampe kann entweder auf Dauer- oder auf Blinkbetrieb eingestellt werden. Wünschenswert wäre eine Aufladung per USB-Verbindung. So muss man regelmäßig eine Knopfzelle ersetzen.

Mit 400 Gramm ist der ABS-Hartschalenhelm kein Leichtgewicht. Für lange Touren eignet er sich deshalb weniger. Auch wenn man die Stellschraube fest dreht, sitzt der Abus nicht so sicher auf dem Kopf wie unsere drei Empfehlungen von Cratoni, Casco oder Alpina. Im Test passierte es uns mehrfach, dass sich die hintere verstellbare Justierschraube durch ihre ungünstige Position im Kragen einer Jacke verhedderte.

Die Polsterung kann herausgenommen werden. Hierbei muss man allerdings sehr aufpassen, dass sich die kleinen aufgeklebten Klettverschlüsse nicht von der Helminnenseite lösen. Der Kinnriemen lässt sich problemlos schließen.

Auch der Abus Aduro 2.0 ist mit einem Licht an der Helmrückseite ausgestattet. In diesem Fall dient der Drehregler der Größenanpassung die Lampe, die wahlweise dauerhaft leuchtet oder blinkt. In unserem Test bemängelten mehrere Probanden, dass der mit 297 Gramm angenehm leichte Helm recht eng geschnitten ist. Während er sich vorne und hinten gut an den Kopf anschmiegt, sitzt er links und rechts sehr fest – das Druckgefühl ist etwas unangenehm, obwohl der Abus sehr weich gepolstert ist.

Erhältlich ist der Kopfschutz in zehn verschiedenen Farbkombinationen, aber wie der Abus Hyban lediglich in zwei Größen mit 52-58 und 58-63 Zentimetern. Beim Drehen des Größenrädchens wäre es schön, wenn es direkter reagieren und eine rein haptisch exaktere Anpassung ermöglichen würde.

Der Inneneinsatz ist herausnehmbar – auch hier ist Vorsicht geboten, sonst lösen sich die Klettverschlüsse. Der Kinnriemen rastet sauber ein und verfügt im Kinnbereich über eine weiche Polsterung. Für die Frischluftzufuhr ist in ausreichendem Maße gesorgt.

Nutcase Twendeni Gen 3

Der Nutcase Twendeni Gen 3 ist ein optischer Hingucker und erinnert fast schon mehr an ein Kunstwerk als an einen Helm. Nutcase bietet zudem unzählige andere Motive an. Aufgrund seines mit 454 Gramm hohen Gewichts und des bestenfalls durchschnittlichen Tragekomforts eignet sich das bunte Teil jedoch nicht für lange Radtouren, sondern eher für einen kurzen Trip in die Stadt oder einen Ausflug auf Inlinern.

Im Gegensatz zu unseren leichten Empfehlungen merkt man beim Nutcase jederzeit, dass man einen Helm trägt. Zieht man den Twendeni Gen 3 richtig fest, spürt man das Verstellrädchen am Hinterkopf. Speziell das Öffnen des Magnetverschlusses ist fummeliger als bei einem klassischen Schließmechanismus. Der Kinnriemen und die seitlichen Bänder sitzen nicht so fest wie bei anderen Helmen.

Die Stoffpolster sind festgeklettet und können zum Reinigen entfernt werden. Die Luftzirkulation im Helminneren könnte besser sein.

Optisch originell sieht auch der Nutcase Metroride aus, der mit 310 Gramm deutlich leichter als der Nutcase Twendeni Gen 3 ist. Zudem ist hier die Lüftung besser, wenn auch nicht perfekt. Seitliche Lüftungsschlitze fehlen.

Der Tragekomfort ist angenehmer als beim bunten Twendeni Gen 3, allerdings ist er auch hier nicht optimal – entweder sitzt der Helm etwas zu locker oder er drückt leicht. Als störend am Hinterkopf erweist sich die Justierschraube. Sie rastet in den einzelnen Stufen nicht ein – ob dies nur ein Einzelfall bei unserem Modell ist oder generell so sein soll, können wir nicht beurteilen.

Der Kinnriemen des Metroride wird ebenfalls über einen Magnetverschluss geschlossen. Das ist etwas umständlicher als über einen Verschluss, der einklickt. Einen schön strammen Sitz aller Riemen konnten wir nicht realisieren. Die weichen Stoffpolster lassen sich zum Waschen problemlos entfernen.

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