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Der beste Fleischwolf

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Fleischwolf Test: Fleischwolf Update092020 Caso
Sebastian Jentsch

Sebastian Jentsch

ist Technik-Journalist und lebt im Umland von Berlin. Als ehemaliger Redaktionsleiter von Notebookjournal und derzeitiger Bereichsleiter Consumer bei Notebookcheck schreibt er seit zehn Jahren über mobile Technik, vor allem Notebooks, Smartphones und Tablets. Seinen Ausgleich holt er sich in Küche und Garten, weshalb Haushaltsprodukte ebenfalls in seinem Fokus stehen.

Wir haben 8 Fleischwölfe getestet. Der beste für die meisten ist der Caso FW2000. Er fokussiert sich auf die Kernkompetenzen: Solider, schwerer Stand, einfache Bedienung und leichte Reinigung. Dazu kommen ein kräftiger Zweigang-Motor und eine clevere Befestigung der Anbauteile, die ihresgleichen sucht.

Wir kennen ihn aus Omas Zeiten, vom Metzger – und so mancher hat vielleicht noch ein Handgerät in der Küche: Ein Fleischwolf gehörte einst zum Standard-Equipment jeden Haushalts. Dann kamen Convenience Food, aussterbende Tierhaltung im privaten Bereich und ein überbordendes Fleischangebot in den Supermärkten – der Fleischwolf schien obsolet. Doch jetzt erlebt er wieder eine kleine Renaissance.

Denn auch wenn kaum jemand mehr sein eigenes Schwein schlachtet, als Food-Individualisten, Gourmets und Fleischfans wollen wir Alternativen zum standardisierten Supermarkt-Food. Wir wollen die Zutaten unserer Bratwurst und unseres Fleischbräts selbst auswählen und die Konsistenz für das Hackfleisch unserer weltbesten Bolognese ganz genau selbst bestimmen.

So mühsam wie bei unseren Großeltern muss es aber auch nicht sein. Wer will sich schon für 2 Kilo Hack an der Kurbel abmühen? Daher sind heute elektrische Fleischwölfe angesagt.

Zudem können die modernen Wölfe – je nach Zubehör – auch zum Schnetzeln, Schneiden und für Teig, etwa Spritzgebäck, genutzt werden. So wird der Fleischwolf zum universalen Küchenhelfer, der viel öfter genutzt werden kann.

Wir haben 8 Fleischwölfe auf Herz und Nieren getestet. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Caso FW2000

Test Fleischwolf: Caso FW2000
Kraftvoll, solider, schwerer Metallkorpus, standsicher, langsam & schnell – ein Fleischwolf mit Fokus aufs Wesentliche.

Der Caso FW2000 ist mit 5,7 Kilogramm das Schwergewicht unter den Fleischwölfen für den Heimeinsatz. Sein Metallkorpus ist einfach zu reinigen, sein Drehschalter mit den zwei Gängen ist ergonomisch und die Fixierung des Wendelgehäuses perfekt: ein solides Gerät für alle, die einen Fleischwolf ohne Schnickschnack und mit möglichst wenig Kunststoff suchen.

Kraftvoll & schnell

Bosch MFW67440 ProPower

Der Bosch MFW67440 ProPower hat zwar einen Kunststoffkorpus, ist mit seinen 4,66 Kilogramm aber dennoch standsicher auf der Arbeitsfläche. Er verarbeitet Fleisch schneller und kann dank Zubehör auch schreddern und schneiden. Nachteile sind die höhere Lautstärke und der nicht optimalen Druckschalter für Vorwärts- und Rückwärtsgang. Wenn Zusatzfunktionen und Schnelligkeit wichtig sind, ist der Bosch trotzdem unsere Empfehlung.

Multi-Talent

Aicok MG2950R

Test Fleischwolf: Aicok MG2950R 5-IN-1
Dank des vielen Zubehörs bietet der Aicok noch mehr Möglichkeiten in der Küche.

Der Aicok MG2950R hat sogar noch mehr Zubehör im Karton, neben dem Gemüseschneider, wie bei Bosch, gibt es hier eine Tomatenpresse dazu. Der Aicok ist durch sein dumpfes Betriebsgeräusch leise und angenehmer zu ertragen. Der Langsam-Gang reduziert die Lautstärke weiterhin und erleichtert das Befüllen von Wurst. Wir empfehlen den Aicok allen, die ein möglichst leises Gerät suchen, das auch viel Zubehör bietet.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerKraftvoll & schnellMulti-Talent
ModellCaso FW2000Bosch MFW67440 ProPowerAicok MG2950RMoulinex ME6868Bomann FW 447 CBAobosi Fleischwolf 3-IN-1Nestling MGB120Adler AD4808
Test Fleischwolf: Caso FW2000Test Fleischwolf: Bosch MFW67440 ProPowerTest Fleischwolf: Aicok MG2950R 5-IN-1Test Fleischwolf: Moulinex ME6868 Meat MincerFleischwolf Test: Boman Fw 447 CbFleischwolf Test: Aobosi FleischwolfFleischwolf Test: Nestling FleischwolfTest Fleischwolf: Adler AD4808
Pro
  • Schwerer Metallkorpus aus einem Guss
  • Kraftvoller Zweigang-Motor
  • Sehr gut selbsteinziehend
  • Große Trichterplatte
  • Ergonomischer, großer Drehschalter
  • Kraftvoller, schneller Motor
  • Sehr gut selbsteinziehend
  • Griffiger Verschluss
  • Gute Motorleistung
  • Zubehörfach
  • Langsam-Gang (leise)
  • Viel Zubehör
  • Solide Trichterplatte
  • Ideale Wursttülle
  • Gute Motorleistung
  • Griffiger Verschluss
  • Schweres Edelstahl-Wendelgehäuse
  • Standsicher
  • Zubehörfach
  • Zieht schlecht selbst ein
  • Verschluss mit Öffnungshilfe
  • Solide Trichterplatte
  • Ideale Wursttülle
  • Zubehörfach
  • Lautstärke akzeptabel
  • Gute Anleitung mit Rezepten
  • Verschluss mit Öffnungshilfe
  • Moderate Lautstärke
Contra
  • Laut, aber dumpf
  • Kein Sicherheitsschalter
  • Spritzgebäck wird in Schnecke zu warm (Messer muss mitlaufen)
  • Wackelige Plastik-Trichterplatte
  • Betriebsgeräusch
  • Kein Sicherheitsschalter
  • Vor- und Rückwärtsgang mechanisch nicht getrennt
  • Wurst nur fein, Messer muss eingebaut bleiben
  • Laut, aber dumpf
  • Verarbeitung Taster, Schalter
  • Rutscht auf Arbeitsplatte
  • Trichterplatte wackelt
  • Kein Sicherheitsschalter
  • Verarbeitung Taster, Schalter
  • Wendelgehäuse wackelt
  • Suboptimale Wursttülle
  • Kein Sicherheitsschalter
  • Lautstärke kreischend & ungleichmäßig
  • Verarbeitung Taster, Schalter
  • Kein Sicherheitsschalter
  • Lautstärke
  • Wurst nur fein, Messer muss eingebaut bleiben
  • Wendelgehäuse wackelt
  • Verarbeitung Taster, Schalter, Gehäuse
  • Nicht standsicher, zu leicht
  • Gehäuse schlecht zu reinigen
  • Kein Sicherheitsschalter
  • Thermo-Schalter mehrere Male ausgelöst (Kaltstart)
  • Wendelgehäuse wackelt
  • Verarbeitung Taster, Schalter, Gehäuse
  • Wenig standsicher, zu leicht
  • Kreischende Lautstärke
  • Gehäuse schlecht zu reinigen
  • Kein Sicherheitsschalter
  • Wursttülle suboptimal
  • Anleitung nur Englisch
  • Wendelgehäuse wackelt
  • Verarbeitung Taster, Schalter, Gehäuse
  • Nicht standsicher, zu leicht
  • Kein Sicherheitsschalter
  • Wursttülle suboptimal
  • Schlechte Anleitung
Bester Preis
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Fleischwolf Test: Fleischwolf Update092020 Praxis

Das sollten Sie über Fleischwölfe wissen

Ein Fleischwolf zieht mittels einer langsam drehenden Schnecke, die in einem Wendelgehäuse sitzt, Lebensmittel zu einem Messerkreuz. Dieses Messer dreht sich mit seiner scharfen Seite an einer Lochscheibe und schneidet alles, was ihm zugeführt wird, klein.

Weil sich Fleisch oder Fasern vor der Lochscheibe anstauen, schneidet das Messer verdichtetes Material. So können auch sehnige, faserige oder knorpelige Lebensmittel mühelos zerkleinert werden. Aus der Lochscheibe fallen kleine Würstchen des verarbeiteten Lebensmittels.

Lochscheiben gibt es in verschiedenen Scheibendurchmessern, bei den Testgeräten waren Durchmesser von 54, 62 und 66 Millimeter vorhanden. Je größer der Durchmesser, um so mehr Lebensmittel kann die Maschine verarbeiten.

Die zweite Kennzahl ist der Loch-Durchmesser für fein (zirka 3 mm), mittel (4 mm) und grob (5 mm). Bei einem Nachkauf sollten Sie genau nachmessen, auch die Scheibendicke.

Schreddern, Entsaften und Spritzen

Das Spezialgebiet des Fleischwolfs ist die zügige Zerkleinerung von Fleisch. Über diverse Aufsätze kann jedoch auch Gemüse zerkleinert werden (schneiden, schnetzeln, reiben) oder es können Früchte entsaftet werden (Tomatenentsafter). Es sind alle Aufsätze denkbar, für die eine langsame Geschwindigkeit ausreicht, denn Fleischwölfe arbeiten mit niedrigen Drehzahlen.

Fleischwolf Test: Fleischwolf Update092020 Praxis

Für die Herstellung von Bratwurst benötigt man einen Wurstaufsatz, der unter den Verschluss geklemmt wird. Die Art der Lochscheibe (fein, mittel, grob) bestimmt im ersten Arbeitsgang die Konsistenz der Wurst. Im zweiten Arbeitsgang wird die Wurst befüllt, in der Regel wird hierfür das Messer entnommen. Bei einigen Modellen muss das Messer konstruktionsbedingt für den zweiten Arbeitsgang im Gerät bleiben, dann entsteht unweigerlich eine feine oder mittelgrobe Bratwurst.

Luftrinnen in der Tülle verhindern das Platzen der Wurst

Die Wursttülle ist ideal beschaffen, wenn sie kleine Rinnen bzw. Längsstege zum Entweichen der Luft besitzt. Manche Hersteller legen glatte Wursttüllen bei, bei ihnen muss man beim Befüllen sehr vorsichtig vorgehen, damit der Darm nicht platzt. Es kann immer sowohl Kunst- oder Naturdarm verwendet werden.

Elektrisch oder manuell?

Der manuelle Fleischwolf hat ausgedient, denn in Sachen Mengendurchsatz ist er dem elektrischen klar unterlegen. Zudem haben Sie beim elektrischen eine Hand frei, die sonst mit Kurbeln beschäftigt ist.

Fleischwolf Test: Fleischwolf Manuell
Ausgemustert: Der Fleischwolf aus Grauguss hat seine besten Zeiten erlebt, heute wird elektrisch gewolft.

Alte Fleischwölfe mussten zudem an einer stabilen Tischplatte befestigt werden, was in modernen Küchen oftmals gar nicht möglich ist.

Reinigung

Die Aluminiumguss oder Edelstahl-Anbauteile eines Fleischwolfes dürfen nicht in die Spülmaschine, denn sie können verfärben und stumpf werden. Sie sollten in warmer Seifenlauge gespült werden, wobei Flaschenbürsten mit großem Durchmesser sehr hilfreich sind.

Fleischwolf Test: Fleischwolf Update092020 Praxis
Reinigung: warmes Wasser und etwas Seife, nur die Kunststoff- und Edelstahlteile dürfen in die Spülmaschine.

Das Gehäuse darf nicht ins Wasser getaucht werden, hier muss ein feuchtes Wischtuch aushelfen. Schwierig wird es bei Geräten, die viele Fugen oder tiefsitzende Schalter besitzen. Hier bleibt über die Zeit viel Schmutz hängen. Ideal sind fugenlose Gehäuse aus einem Stück.

Sicherheit

Es versteht sich von selbst: In den Trichter dürfen keine Finger oder Werkzeuge gesteckt werden! Gestopft wird nur mit dem mitgelieferten Stopfer. Die haben die passende Länge und berühren nicht die Schnecke.

Leider sind diese Stopfer immer aus Kunststoff und meistens minderwertig. Wer sich einen Ersatz aus Holz anschafft oder anfertigt, muss nur Durchmesser und Länge kopieren.

Fleischwolf Test: Fleischwolf Gruppenfoto
Alle elektrische Fleischwölfe im Test 09/2020.

So haben wir getestet

Für den Test haben wir uns 8 Fleischwölfe vom Hersteller schicken lassen. Wir wollten zunächst vor allem das Einsteigersegment für den privaten Gebrauch abdecken, deshalb haben wir Geräte mit Preisen zwischen 44 bis 170 Euro getestet.

Mit dabei sind bekannte Marken wie Moulinex oder Bosch. Caso kennen wir bereits von einigen anderen Küchengeräte-Tests. Weniger häufig treffen wir auf Bomann, Aobosi und Aicok, doch auch diese Marken haben zahlreiche Elektro-Kleingeräte im Angebot.

Wir haben die Fleischwölfe im Heimbereich getestet und dabei kiloweise Hack, Wurst und Katzenfutter hergestellt. Die Testphase ging über mehrere Wochen, alle Geräte wurden mehrfach für verschiedene Zwecke eingesetzt.

Sofern Gemüseschneider oder andere Aufsätze vorhanden waren, haben wir diese ebenfalls getestet und hier Möhren geschnitten, da Zwiebeln geraspelt und dort Weintrauben gepresst.

Jeder Fleischwolf funktioniert, doch wie zügig und wie komfortabel gelingt das? Für die Bewertung waren uns die Standsicherheit, die stabile mechanische Verbindung von Schneckengehäuse und Motor und die Ausführung der Schalter am Gerät wichtig.

Motorgeräte sollten sich nicht beim Einstecken des Netzsteckers einschalten, im schlimmsten Fall könnte man gerade mit dem Finger in der Schnecke stecken, um diese heraus zu nehmen. Leider verzichten alle Hersteller im Testfeld auf die entsprechende Elektronik, selbst unser Testsieger.

Alle Geräte haben einen thermischen Leistungsschutz, also eine Abschaltung bei Überhitzung des Motors.

Gewicht und Leistung sind Trumpf

Ein schweres Gerät steht standfester auf dem Tisch als ein leichtes. Das ist wichtig, denn beim Stopfen hält man den Fleischwolf nicht fest. Leichte Geräte rutschen dann weg oder kippen gar um. Manche Hersteller behelfen sich daher mit Saugnapf-Füßen, doch das ist keine perfekte Lösung. Alle unsere Empfehlungen sind schwerer als 3,5 Kilogramm und stehen entsprechend solide auf dem Tisch.

Messer und Lochscheibe bestehen aus Edelstahl, das Wendelgehäuse und die Schnecke meistens aus Aluminiumguss. Schwerer Grauguss, wie früher für manuelle Wölfe verwendet, wird nicht mehr verwendet. Manchmal ist aber auch das Wendelgehäuse aus Edelstahl, was man am deutlich höheren Gewicht bemerkt – beispielsweise 415 Gramm beim Moulinex ME6868 statt 250 Gramm bei Caso, Aicok und Bomann.

Beim Fleischwolf kommt es auf die nominale Leistung an und die liegt bei den Geräten im Test bei 300 bis 800 Watt. Händler geben gern die Spitzenleistung an, also die Einschalt- bzw. Blockier-Leistung, und die kann schon mal 1.200 bis 2.000 Watt betragen. Vergessen Sie den Spitzenwert, der ist nur für ihre Absicherung interessant. Für eine Einschätzung der Motorkraft ist allein die nominale Leistung relevant.

Fleischwolf Test: Fleischwolf Update092020 Caso

Testsieger: Caso FW2000

Der Caso FW2000 ist äußerst robust konstruiert und konzentriert sich auf die Kernfunktionen eines Fleischwolfes: Kraftvoller Antrieb, solide Anbauteile, ergonomische Bedieneinheit – und ein leicht zu reinigendes Gehäuse.

Testsieger

Caso FW2000

Test Fleischwolf: Caso FW2000
Kraftvoll, solider, schwerer Metallkorpus, standsicher, langsam & schnell – ein Fleischwolf mit Fokus aufs Wesentliche.

Mit seinen 5,7 Kilogramm inklusive Fleischwolf-Aufsatz war der Caso FW2000 das mit Abstand schwerste Modell im Testfeld. Mit diesem Gewicht, den zwei Saugfüßen und zwei Gummifüßen hat der Caso keine Probleme mit sicherem Stand, zumal auch der Fußabdruck des Gerätes sehr breit ist.

Das Wendelgehäuse besteht wie üblich aus poliertem Aluminiumguss und ist mit 245 Gramm ziemlich leicht. Die Lochscheiben sind aus Edelstahl gefertigt. Die große Trichterwanne besteht aus Aluminiumblech.

Massive Fixierung aus Metall

Das alles macht einen durchdachten und langlebigen Eindruck. Noch viel besser kommt es aber bei der Fixierung des Wendelgehäuses auf der Achse: Während die Konkurrenz am Motor Kunststoffzahnungen verwendet und das Wendelgehäuse von innen her fixiert, setzt Caso auf eine massive äußere Fixierung aus Metall. Die Wendel wird mit einem Quetschhebel fixiert und sitzt bombenfest am Alu-Korpus des Gerätes. Solch eine stabile Fixierung hat kein Konkurrent in petto.

Bedienung

Als einziges Modell im Testfeld setzt Caso auf einen Drehschalter mit Rückwärtsgang und zwei Geschwindigkeiten vorwärts. Dieser lässt sich mit fettigen Fingern viel besser bedienen und reinigen als die Schaltwippen und Druckschalter bei der Konkurrenz. So können wir beim Wursten sehr zügig den Motor abschalten oder in die langsamere Geschwindigkeit wechseln.

Für den Rückwärtsgang muss der Schalter erst über »Aus« gedreht werden, was sehr sinnvoll ist, um den Antrieb nicht so stark zu belasten.

Die große Trichterplatte ist sehr praktisch für die Bevorratung oder das Mischen von Zutaten direkt im Trichter. Leider wackelt die Platte etwas.

Reinigung

Der Caso wird von Hand gereinigt, und das gelingt beim Gehäuse sehr einfach. Weil der Korpus aus einem Stück besteht, gibt es keine Fugen oder Spalten – einfach mit dem warmen Lappen drüber und fertig. Ins Wasser darf das Gerät nicht getaucht werden, denn nach unten hin gibt es einige Kühlöffnungen für den Motor. In die Spülmaschine dürfen allenfalls die wenigen Kunststoff-Anbauteile.

Der Verschluss hat eine griffige Verzahnung für die Hand, jedoch keine Öffnungshilfe, an der wir einen Kochlöffelstiel ansetzen könnten.

Praktischer Test in der Küche

Ob Wurst oder Hack oder Teigmasse, mit dem Caso gelingt es. Die Wursttülle aus Kunststoff hat Luftrillen, ein Platzen des Darms dürfte damit vermieden werden.

Der Caso FW2000 zieht Fleisch sehr gut ein

Die 800 Watt sind deutlich spürbar. Der Caso zieht auch sehniges, knorpeliges Fleisch durch, das wir zu Katzenfutter verarbeitet haben. Die Schnecke zieht Fleisch sehr gut selbst sein. Da muss kein Stopfer ran. Beim Wursten ist das anders: Eine bereits gewolfte Fleischmasse drücken wir mit dem Stopfer in den Trichter. Damit bestimmen wir wie schnell das Fleischbrät den Wurstdarm befüllt. Es kann Kunst oder Naturdarm verwendet werden.

Die gute Anleitung hält für den Fleischwolf-Einsteiger wertvolle Tipps bereit, ist gut bebildert und mehrsprachig. Experten können direkt loslegen, denn die Handhabung der Anbauteile ist simpel und selbsterklärend.

Das Zubehör kann direkt auf der Trichterplatte aufbewahrt werden, eine Kunststoffaussparung sortiert die wenigen Teile sogar. Als Staubschutz legt der Hersteller einen Deckel bei.

Nachteile?

Der kraftvolle Motor macht ordentlich Lärm, besonders im zweiten Gang. Allerdings ist das Geräusch eher tief und dumpf, weshalb es ganz gut zu ertragen ist. Der fehlende Sicherheitsschalter ist leider ein Problem aller von uns getesteten Fleischwölfe.

Die Schnecke erwärmt sich

Das Gerät kann Teig gut verarbeiten. Allerdings erwärmt sich die Schnecke, weshalb der Caso für Spritzgebäck (Plätzchenteig), der aufgrund des hohen Buttergehaltes gekühlt verarbeitet wird, nicht geeignet ist. Warme Teigstränge reißen an der Schablone sofort ab. Das Messer muss hinter der Spritzgussschablone konstruktionsbedingt mitlaufen, das könnte die Ursache für die schnelle Erwärmung sein. In einem Fleischwolf ohne mitlaufendes Messer ließ sich der Plätzchenteig besser verarbeiten, denn er erwärmte sich kaum.

Leider taugt der Kunststoffstopfer nicht viel. Er ist zu schmal, weshalb vor allem Teig immer wieder nach oben gedrückt wird. Bei der Fleischverarbeitung ist das kein Problem, wohl aber bei Teig, der nur durch Stopfen in die Schnecke geschoben wird.

Caso FW2000 im Testspiegel

Das ETM Testmagazin (11/2015) hat den Caso FW2000 bereits 2015 unter die Lupe genommen. Die Redakteure lobten den Wolf für seine Verarbeitung von Teig, für den guten Durchsatz sowie für die Sicherheit:

»Der Caso FW 2000 zeichnet sich in erster Linie durch seine sehr gute Verarbeitung von Teig und Paste aus. […] Der FW 2000 von Caso hebt sich durch besonders gute Ergebnisse bei der Sicherheit hervor. Doch auch im Bereich Arbeitsleistung kann das Gerät sich sehen lassen. Erwähnenswert ist außerdem, dass im Gerät wenig Reste zurückbleiben.«

Die Kollegen von Haus & Garten Test kürten den Caso FW2000 im Jahr 2020 zum Sieger, allerdings nur aus einer kleinen Runde mit zwei Konkurrenten, die wesentlich günstiger sind. Hier hatte es der Caso viel einfacher aufs Siegertreppchen zu steigen:

»Wirklich fix arbeitet der Fleischwolf von Caso. Man kommt gar nicht so schnell hinterher Produkt nachzuschieben, wie es die Drehschnecke verarbeitet.«

Sollten wir weitere Tests des Caso FW2000 finden, so tragen wir diese hier nach.

Alternativen

Der Caso FW2000 hat uns am unterm Strich am besten gefallen. Aber es gab auch zwei weitere Geräte, die wir ebenfalls empfehlen können.

Kraftvoll & schnell

Bosch MFW67440 ProPower

Der Bosch MFW67440 ProPower zeichnet sich durch seinen kraftvollen, schnellen Motor aus. Wir standen nicht mit der Stoppuhr neben dem Wolf, um die Herstellerangabe von 3,5 Kilogramm pro Minute zu prüfen. Dennoch war augenscheinlich, dass dieser Wolf schneller die Schüssel füllt als seine Kollegen in diesem Test. Bosch legt hier 700 Watt nominal vor.

Die kraftvolle Schnecke zieht Fleisch sehr gut selbst ein, da muss man kaum den Stopfer benutzen. Der griffige Verschluss mit den großen Zähnen eignet sich gut zum Öffnen, wenn es mal hängt. Das Aluminium-Wendelgehäuse sitzt in einer Bajonettfixierung aus Kunststoff. Diese besteht, wie bei den meisten Modellen, aus Hartplastik und hält den Wolf stramm fest.

Im Gehäuse verbirgt sich ein Zubehörfach, das entweder mit den drei Lochscheiben oder mit anderen Kleinteilen des Zubehörs belegt werden kann.

Das Wursten bereitet Freude, denn die Tülle ist mit Luftrinnen bestückt. Die Anleitung ist gut gemacht und enthält Rezepte.

Der Bosch steht solide auf der Arbeitsplatte

Mit seinem Gewicht von 4,66 Kilogramm steht der Bosch solide auf der Arbeitsplatte. Leider gilt das nicht für seine eigene Kunststoff-Trichterplatte: Die wackelt nicht nur oben im Hals des Wolfes, sondern schiebt sich auch mal nach oben raus, wenn beim Stopfen Material nach oben drückt. Die Platte passt deshalb so gar nichts ins Bild eines ansonsten guten Fleischwolfes – schade.

Ein weiterer Nachteil ist die Lautstärke mit ihrer hellen Charakteristik, die mangels Langsam-Gang auch nicht reduziert werden kann. Wursten ist trotz der hohen Geschwindigkeit möglich, denn hier wird die Geschwindigkeit des austretendes Fleischbräts durch Druck auf den Stopfer reguliert. Zum Stoppen muss aber ausgeschalten werden.

Die Taster sind für schnelles Schalten passabel geeignet, leider sind sie aber schlecht zu reinigen. Es handelt sich auch hier nicht um einen Sicherheitsschalter.

Der Rückwärtsgang hat dann noch ein ganz anderes Problem: Er ist mechanisch nicht vom Einschalter (Vorwärtsgang) getrennt und liegt direkt daneben. Wenn der Motor also nach links läuft, wird direkt die Verpolung auf Rechtslauf geändert, und dann fliegen auf der Unterseite die Funken. Gut kann das nicht für die Lebensdauer des Motors sein. Der Bediener muss also tunlichst darauf achten: erst Ausschalten, dann Rückwärtsgang. Andere Hersteller lösen das durch einen Kippschalter mit Mittelposition Off. Die lassen sich allerdings mit fettigen Fingern schwer bedienen.

Trotz einiger Negativ-Punkte ist der Bosch MFW67440 ProPower eine gute Wahl für alle, denen es auf Geschwindigkeit und hohen Durchsatz ankommt.

Multi-Talent

Aicok MG2950R

Test Fleischwolf: Aicok MG2950R 5-IN-1
Dank des vielen Zubehörs bietet der Aicok noch mehr Möglichkeiten in der Küche.

Der Aicok MG2950R kommt ins Spiel, wenn Sie neben dem Wolfen von Fleisch auch Schreddern und Entsaften möchten. Die Leistung ist mit 500 Watt moderat, dafür ist das Gerät aber auch nicht so laut. Das eher dumpfe Betriebsgeräusch kann durch den »Slow«-Gang noch weiter gemindert werden. Damit wurde der Aicok zum leisesten Fleischwolf im Test.

Seine Kraft reicht zum Wolfen und Wursten aus, bei letzterem macht sich der Langsam-Gang bezahlt. Leider gibt es nur feine Wurst, denn konstruktionsbedingt muss das Messer auch beim Befüllen der Därme aufsitzen. Das gelingt dank der Tülle mit Luftfugen ohne Aufplatzen des Darms.

Die solide Trichterplatte wackelt leider in ihrer Fassung. Immerhin verzichtet der Hersteller auf ergonomisch ungünstige Kippschalter und setzt auf qualitativ minderwertige Taster. Ergonomisch sind die besser, wenn auch nicht perfekt. Um Sicherheitsschalter handelt es sich auch hier leider nicht.

Der Aicok MG2950R ist mit seinen 3,65 Kilogramm eigentlich schwer genug, dennoch rutscht er mangels Saugnapf-Füßen etwas auf der Arbeitsfläche. Wackelig ist der Stand aber nicht. Leider wackelt dagegen die Trichterplatte mehr als nötig.

Es können auch Früchte entsaftet werden

Zum Zubehör gehört ein Tomatenentsafter, mit dem sich auch andere Früchte mit viel Flüssigkeit entsaften lassen, z. B. Weintrauben.

Zu guter Letzt gibt es auch noch einen Schredder mit vier Rolleneinsätzen, etwa zum Raspeln von Möhren oder zum Schneiden von Zwiebeln. Dieser Kunststoffaufsatz wird statt des Alu-Fleischwolfkopfes an das Gerät gesteckt. Für den täglichen Gebrauch die Kunststoffqualität nicht gemacht.

Außerdem getestet

Der Moulinex ME6868 bringt 4,15 Kilogramm auf die Waage und hat nicht nur deshalb einen stabilen Stand. Sein schweres Edelstahl-Wendelgehäuse (415 Gramm) ist wertiger als die üblichen Alu-Konstruktionen (180-250 Gramm).

Leider gibt es auf der anderen Seite minderwertige, unergonomische Tastschalter (keine Sicherheitsschalter), eine etwas wackelige Fixierung des Wendelgehäuses, eine suboptimale Wursttülle sowie zu allem Übel ein kreischendes, ungleichmäßiges Betriebsgeräusch.

Beim Bomann FW 447 CB handelt es sich nicht nur um ein sehr preisgünstiges Gerät, sondern auch um eines mit einer unglücklichen Konstruktion. Das Wendelgehäuse hat keine Keilform und die Züge im Schneckengang sind gerade. Wohl aus diesem Grund zieht das Gerät schlecht ein und wir mussten oft den Stopfer benutzen. Hinzu kommen ungünstige Kippschalter und eine hohe Lautstärke.

Schade, denn mit der Öffnungshilfe am Verschluss, der moderaten Leistung, der soliden Trichterplatte und der idealen Wursttülle hätte das Ergebnis besser ausfallen können.

Aobosi Fleischwolf 3-IN-1

Der Aobosi Fleischwolf rühmt sich als 3-in-1-Gerät, denn er kann auch Kebbe und Würstchen. Das würde mit der akzeptablen Lautstärke und der guten Anleitung auch Freude bereiten, wenn da nicht die schlechte Verarbeitung und die Festlegung auf feine Wurst wären. Zum Wursten muss nämlich das Messer eingebaut bleiben, so können Sie die grobe Bratwurst von der Liste streichen.

Die Kippschalter sind ergonomisch ungünstig, die Standsicherheit ist mit 3 Kilogramm nicht ideal und das Gehäuse mit den vielen Fugen kann nur schlecht gereinigt werden. Hinzu kommen ein wackelndes Wendelgehäuse sowie ein Thermo-Schalter, der bereits im Kaltstart mehrere Male ausgelöst hat. Mit dem Aobosi wollte in der Küche keine Freude aufkommen.

Der Nestling MGB120 ist mit seinem kreischenden Betriebsgeräusch fast schon eine Katastrophe. Dazu kommt eine schlechte Qualität der Kippschalter, zu viele verschmutzende Fugen und ein nur 2,5 Kilogramm leichtes Gehäuse, das einfach keinen festen Stand hat.

Das Wendelgehäuse hat zwar eine schöne Öffnungshilfe, jedoch wackelt es in seiner Achse. Die Wursttülle ist suboptimal und die Anleitung gibt es nur in Englisch. Die 400 Watt Leistung geben dem Ganzen dann den Rest, mit Nestling kommen Sie beim Wolfen nicht weit.

Der Adler AD4808 zeichnet sich durch eine moderate Lautstärke aus. Das war es auch schon an Vorzügen. Die Verarbeitung ist schlecht: Er ist zu leicht und deshalb nicht standsicher, hat zu viele Fugen, die man nicht reinigen kann, sowie einen fummeligen Kippschalter, eine suboptimale Wursttülle und der Sitz des Wendelgehäuses ist wacklig. Preis hin oder her – so macht Wolfen keinen Spaß.

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