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Der beste Herren-Laufschuh

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Herren-Laufschuh Test: Laufschuhe
Arnold Zimprich

Arnold Zimprich

ist seit Kindesbeinen sportlich sehr vielseitig unterwegs. Seinen ersten Pokal stellte er sich mit 6 Jahren in den Schrank, seitdem macht er das bayerische Voralpenland und die Gebirge Europas mit Laufschuh, Rennrad, Tourenski oder Eispickel unsicher. Er schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Alpin, das Bergzeit Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.

Wir haben 24 Herren-Laufschuhe getestet. Der beste ist für uns der Brooks Adrenaline GTS 20. Er zeichnet sich durch einen überragenden Komfort, ein gutmütiges Laufverhalten und sein tolles Abrollverhalten aus. Er ist zudem ein sehr neutraler Laufschuh und eignet sich für eine breite Zielgruppe von Anfängern bis Fortgeschrittenen. Für ambitioniertere Läufer haben wir eine weitere Empfehlung, ebenso für Trailrunner und Einsteiger.

Update 5. Juni 2020

Wir haben 10 weitere paar Laufschuhe getestet. Unser neuer Favorit ist der Brooks Adrenaline GTS 20. Mit dem Icebug Outrun RB9X und dem Nike Revolution 5 haben wir außerdem zwei neue Empfehlungen.

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8. August 2019

Wir haben die Verfügbarkeit der Produkte aktualisiert.

Laufschuhe gibt es – auch wenn man damit eine alte Floskel bemüht – wie Sand am Meer. Im Internet tummeln sich teure 200-Euro-Schuhe neben 30-Euro-Modellen aus Fernost.

Man könnte locker 20 verschiedene Schuhpaare testen, die allein für den Einsatz auf hartem Teer gedacht sind. Oder 20 Schuhpaare, die nur für gewichtsbewusste Trailrunner konstruiert wurden.

Um viele läuferische Spezialgebiete abzudecken und für jeden Lauf-Geschmack einen Testeindruck zu bekommen, haben wir 24 Herren-Laufschuhe aus den verschiedensten Sparten für Einsteiger wie Fortgeschrittene herausgesucht und gründlich getestet. Hier sind unsere Empfehlungen:

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

Brooks Adrenaline 20 GTS

Test Herren-Laufschuh: Brooks Adrenaline 20 GTS
Sehr komfortabler und vielseitiger Laufschuh mit breitem Einsatzspektrum für Anfänger und Fortgeschrittene.

Der Brooks Adrenaline GTS 20 war eine der Überraschungen im Test. Der Brooks-Klassiker ist ein echter Fußschmeichler, punktet mit einer ausgezeichneten Passform und einem hohen Laufkomfort. Egal ob kompakte Laufrunde am Feierabend, Halbmarathon oder gar Marathon – der Adrenaline GTS 20 fühlt sich auf jeder Distanz wohl und wendet sich an Laufanfänger wie Fortgeschrittene.

Fürs Training

Saucony Kinvara 10

Test besten Laufschuhe: Saucony Kinvara 10
Der Saucony überzeugt vor allem als Trainingsschuh, er verfügt über eine gute Dämpfung und sitzt fest am Fuß.

Der Saucony Kinvara 10 erwies sich als gut gedämpfter, federleicht am Fuß sitzender Allrounder, der speziell ambitionierte Läufer durch seine angenehme Passform überzeugen wird. Das Laufverhalten ist ausgewogen, das Schnürsystem leichtgängig, die Einlaufphase kurz. Er überzeugt von Beginn an als gutmütiger, fehlerverzeihender Herren-Laufschuh für härteren Untergrund und ist unsere erste Wahl für leistungsorientiertes Training und Wettkämpfe bis zum Halbmarathon.

Fürs Trailrunning

inov-8 Terraultra G260

Test besten Laufschuhe: inov-8 Terraultra G260
Unser Favorit bei den Geländelaufschuhen verfügt über eine Graphen-Sohle und bietet exzellenten Halt auf jedem Untergrund.

Der inov-8 Terraultra G 260 setzt die Messlatte für Geländelaufschuhe hoch. Der gut gedämpfte Schuh sorgt durch seine Graphen-Sohle für einen ausgezeichneten Halt auf allen Untergründen – von Kiespfaden über wurzelige Streckenabschnitte bis hin zu Schnee. Trotz seines hohen Preises ist er daher unser Tipp für ambitionierte Trailrunner und alle Läufer, die im Gelände mit einem Schuh unterwegs sein wollen, der den aktuellen Stand der Technik im Laufschuhbau darstellt.

Nachhaltigkeits-Tipp

Icebug Outrun RB9X

Test Herren-Laufschuh: Icebug Outrun RB9X
Nachhaltig hergestellter Laufschuh mit recht harter Dämpfung und Sohle. Gut für erfahrene Läufer und auch als Wanderschuh geeignet.

Icebug hat mit dem Outrun RB9X einen Laufschuh herausgebracht, der besonders umweltbewusste Läufer ansprechen wird – Obermaterial und Futter bestehen zu 100 Prozent aus recycelten Materialien. Der Outrun wendet sich dabei an erfahrene Läufer, die einen robusten Schuh für eher längere Distanzen suchen. Der Outrun RB9X ist kein Abroll-Profi und erinnert vom Laufverhalten her eher an einen Wanderschuh. Daher empfehlen wir ihn auch für Käufer, die einen Langstreckenlaufschuh mit Wanderschuh-Attitüden suchen und dabei noch die Umwelt schützen wollen.

Top-Allrounder

Nike Revolution 5

Der Nike Revolution 5 hat uns ehrlich überrascht. Für – je nach Größe – rund 50 Euro bekommen Läufer alles, was sie brauchen. Der Schuh ist eher straff abgestimmt und sitzt kompakt am Fuß. Somit wendet er sich eher an erfahrene Läufer, die einen ausgewogenen Trainingsschuh suchen. Ganz nebenbei überzeugt der Nike Revolution 5 durch seine leichte Konstruktion, die ihn zu einem tollen Begleiter auf kurzen bis mittleren Distanzen macht.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Unser FavoritFürs TrainingFürs TrailrunningNachhaltigkeits-TippTop-Allrounder
ModellBrooks Adrenaline 20 GTSSaucony Kinvara 10inov-8 Terraultra G260Icebug Outrun RB9XNike Revolution 5New Balance Fresh Foam Zante PursuitNike TanjunPuma Hybrid Runner UnrestBrooks RicochetAsics MetaRideAsics Gel DS Trainer 24Under Armour HOVR Sonic 2Mizuno Wave Rider 22Adidas UltraBoostBrütting ProjectSalming Speed 8Adidas RunfalconEagsouni Herren LaufschuheSollomensi Herren Laufschuheinov-8 Parkclaw 240Saguaro Herren BarfußschuhPuma Viz Runner
Test Herren-Laufschuh: Brooks Adrenaline 20 GTSTest besten Laufschuhe: Saucony Kinvara 10Test besten Laufschuhe: inov-8 Terraultra G260Test Herren-Laufschuh: Icebug Outrun RB9XTest Herren-Laufschuh: Nike Revolution 5Test besten Laufschuhe: New Balance Fresh Foam Zante PursuitTest besten Laufschuhe: Nike TanjunTest besten Laufschuhe: Puma Hybrid Runner UnrestTest besten Laufschuhe: Brooks RicochetTest Damen-Laufschuh: Asics MetaRide WomenTest besten Laufschuhe: Asics Gel DS Trainer 24Test besten Laufschuhe: Under Armour HOVR Sonic 2Test besten Laufschuhe: Mizuno Wave Rider 22Test besten Laufschuhe: Adidas UltraBoostTest besten Laufschuhe: Brütting ProjectTest Herren-Laufschuh: Salming Speed 8Test Herren-Laufschuh: Adidas RunfalconTest Herren-Laufschuh: Eagsouni Herren LaufschuheTest Herren-Laufschuh: Sollomensi Herren LaufschuheTest Herren-Laufschuh: inov-8 Parkclaw 240Test Herren-Laufschuh: SaguaroTest Herren-Laufschuh: Puma Viz Runner
Pro
  • Hoher Tragekomfort
  • Ausgezeichnetes Abrollverhalten
  • Angenehme Dämpfung
  • Geringes Gewicht
  • Guter Sitz
  • Gute Dämpfung
  • Hoher Tragekomfort
  • Guter Grip auf vielerlei Untergrund
  • Angenehme Passform
  • Nachhaltige Herstellung
  • Tolle Verarbeitung
  • Griffige Sohle
  • Tolle Passform
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Geringes Gewicht
  • Federleichte Konstruktion
  • Gutmütiges Laufverhalten
  • Gute Belüftung
  • Viel Funktion für wenig Geld
  • Gute Dämpfung
  • Luftige Konstruktion
  • Hoher Tragekomfort
  • Hoher Tragekomfort
  • Robuster Strick
  • Ausgezeichnetes Abrollverhalten
  • Ausgezeichnetes Abrollverhalten
  • Beste Dämpfung im Test
  • Funktionale Schnürung
  • Ausgezeichnete Verarbeitung
  • Gutes Abrollverhalten
  • Gute Dämpfung
  • Vielseitige, griffige Sohle
  • Gutmütiges Laufverhalten
  • Ausgezeichnete Dämpfung
  • Angenehme Passform
  • Gutes Abrollverhalten
  • Leichtgängige Schnürung
  • Hoher Tragekomfort
  • Leichtgängige Schnürung
  • Gute Dämpfung
  • Gutmütiges, fehlerverzeihendes Laufverhalten
  • Angenehme Passform
  • Geringes Gewicht
  • Tolle Passform
  • Geringes Gewicht
  • Ausgezeichnetes Abrollverhalten
  • Angenehme Passform
  • Gutes Abrollverhalten
  • Geringes Gewicht
  • Gute Verarbeitung
  • Griffige Sohle
  • Akzeptables Laufverhalten
  • Guter Grip
  • Guter Grip
  • Angenehme Passform
  • Fester Halt
  • Gutes Gefühl für den Untergrund
  • Gute Dämpfung
  • Angenehme Passform
Contra
  • Weiße Sohle bei Allwetterläufern Schnell verschmutzt
  • Wenig Führung im Vorderfußbereich
  • Schnürung schwergängig
  • Hohes Gewicht
  • Träges Abrollverhalten
  • Etwas schmal geschnitten
  • Schmale Passform (abhängig von der Fußform)
  • Geringe Führung des Fußes
  • Lockerer Sitz, wenig Führung
  • Schwere Sohle
  • Wenig Profil, nur für harten Untergrund geeignet
  • Zur Verschmutzung neigende Sohle
  • Gewöhnungsbedürftige, hohe Bauweise
  • Etwas längere Einlaufphase
  • Relativ enge Passform, abhängig von der Fußform
  • Schuh baut insgesamt etwas hoch
  • Schmale Passform am Mittelfuß
  • Gewicht für einen Strickschuh recht hoch
  • Weniger atmungsaktiv als Vergleichbare Knit-Schuhe
  • Billige Verarbeitung
  • Schrille Optik - aber das kann auch ein Pro sein!
  • Dichtes Obermaterial
  • Hohes Gewicht
  • Mängel bei der Konstruktion
  • Wenig Halt im Schuh
  • Schwammiger Oberschuh
  • Etwas weiche Konstruktion
  • Für einen Barfußschuh zu schwer
  • Billig wirkende Verarbeitung
  • Zu weicher Oberschuh
  • Hohes Gewicht
  • Schlechtes Abrollverhalten
Bester Preis

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Augen auf beim Laufschuhkauf

Nicht nur für die Gesundheit der Füße und des Körpers ist die Wahl des richtigen Laufschuhs wichtig. Auch das Laufverhalten an sich wird dadurch beeinflusst. Schätzen Sie sich selbst realistisch ein: Sind Sie eher ein Anfänger oder ein Fortgeschrittener? Wenn Sie unsicher sind, lasse Sie sich am besten vor Ort im Fachgeschäft beraten. Es gibt nämlich einige Dinge, auf die Sie achten sollten.

Dämpfung

Profi-Straßenläufer verwenden Schuhe mit so gut wie keiner Dämpfung. Ihr Bewegungsapparat ist entsprechend trainiert, um den Aufprall ausreichend abzufedern. Zudem bedeutet mehr Dämpfung auch mehr Gewicht am Fuß – was bei den unzähligen Auf- und Abbewegungen, die der Fuß im Laufe eines Straßenlaufes vollführen muss, zu einem deutlich höheren Energieverbrauch führt.

Die Dämpfung federt den Aufprall beim Laufen ab

Gut trainierte Hobbyläufer wählen Schuhe wie den Asics Gel DS Trainer 24, der über mehr Dämpfung verfügt und den Fuß etwas besser stützt.

Untrainierte Läufer oder Laufneulinge hingegen sollten sich zunächst einen gut gedämpften Schuh wie beispielsweise den Mizuno Wave Rider 22 kaufen, der den Aufprall gut abfedert, und erst sukzessive die Dämpfung zugunsten eines geringeren Gewichts reduzieren.

Sprengung

Mit dem Begriff »Sprengung« bezeichnet man den Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorderfuß, also gewissermaßen den Niveauunterschied zwischen Heck und Front eines Schuhs.

Herren-Laufschuh Test: Asics Gel Ds Trainer 24 Vi
Eine höhere Sprengung bedeutet meist bessere Dämpfung – aber nicht immer.

Je nach Trainingsgrad und Lauf-Vorlieben wählen gut trainierte Läufer Schuhe mit wenig bis keiner Sprengung (kleiner als 4 mm), moderater Sprengung (4-8 mm) oder hoher Sprengung (ab 8 mm). Soll bedeuten: Profiläufer und Fans von Barfußschuhen wollen einen möglichst direktes Feedback vom Boden, Laufanfänger legen zunächst Wert auf etwas mehr Dämpfung.

Doch Achtung: Es gibt Schuhe wie den inov-8 Terraultra G 260, die trotz guter Dämpfung keine Sprengung haben. Die Dämpfungsschicht ist also über die gesamte Länge des Schuhs gleich hoch und es gibt keinen regelrechten Dämpfungskeil wie beispielsweise beim Brooks Ricochet.

Profil

Entscheidend ist die Frage: Wo laufe ich eigentlich? Wer primär auf Teer läuft, muss sich über das Profil wenig Gedanken machen. Wer hingegen öfters auf Kieswegen und auch bei Nässe unterwegs ist, sollte durchaus einen Blick auf das Profil werfen: Hat der Schuh entsprechende Rillen, um auch auf Sand und Kies guten Griff zu haben?

Das Profil des Schuhs muss zur Bodenbeschaffenheit passen

Trailrunner – also Läufer, die ausschließlich im Gelände unterwegs sind und eher »versehentlich« auf Teer – müssen sich das Profil ganz genau ansehen. Es muss griffig sein, gute Selbstreinigungseigenschaften haben und auf Fels und Wurzeln einen guten Grip bieten. Im diesem Test fällt allerdings ausschließlich der Terraultra G260 in diese Kategorie.

Größe

Beim Laufschuh gilt: besser ein bisschen zu groß als ein bisschen zu klein. Lieber den Zehen etwas zu viel Raum bieten, als beim ersten Laufen anzustoßen und sich die Zehen zu malträtieren. Ist man sich nicht sicher, orientiert man sich bei der Größe am bequemsten Alltagsschuh, den man im Regal stehen hat.

So haben wir getestet

Alle Laufschuhe wurden auf verschiedenen Streckenlängen zwischen 5 und 25 Kilometern getestet. Je nach Schuh verliefen diese Strecken auf hartem (Asphalt, Beton), weichem (Feldwege) oder auch gerölligem Untergrund (Fußpfade im Alpenvorland und der Münchner Schotterebene).

Die Schuhe wurden nur hinsichtlich der vom Hersteller empfohlenen Verwendung bewertet. Es wurde also kein Straßenschuh dafür »bestraft«, wenn er auf losem Untergrund nicht so gut performte. Allerdings wurde darauf Wert gelegt, die Schuhe möglichst vielseitig zu testen – schließlich werden auch »Stadtläufer« den ein oder anderen Kilometer auf Kieswegen zurücklegen.

 Herren-Laufschuh Test: Brooks (1)

Unser Favorit: Brooks Adrenaline GTS 20

Geht ein Laufschuh in die zwanzigste Saison wie der Brooks GTS 20, will das im Laufbusiness schon etwas heißen! Es bedeutet zum einen, dass der Hersteller etwas richtig gemacht hat und zum anderen, dass sich der Schuh nach wie vor großer Beliebtheit erfreut.

Unser Favorit

Brooks Adrenaline 20 GTS

Test Herren-Laufschuh: Brooks Adrenaline 20 GTS
Sehr komfortabler und vielseitiger Laufschuh mit breitem Einsatzspektrum für Anfänger und Fortgeschrittene.

Im Falle des Brooks Adrenaline GTS 20 wird schnell deutlich: Dieser Schuh ist ein Brett. Selbstverständlich nicht im Sinne von bretthart, sondern im Sinne von maximal vielseitig und unkompliziert. Im Vergleich zum Salming Speed 8 und anderen härteren Schuhen im Test fühlt er sich angenehm weich, aber nicht zu weich an und wendet sich an Einsteiger wie Fortgeschrittene, die einen gutmütigen Schuh für härtere Untergründe suchen. Nach einigen Einlaufrunden freuen wir uns schlichtweg darauf, wieder in den GTS20 schlüpfen zu dürfen. Der Schuh ist eine einzige Wohltat für den Fuß.

Mit 12 Millimetern Sprengung, einem angenehm geringen Gewicht und einer gutmütigen bis weichen Dämpfung steckt er unebene Untergründe mühelos weg. Zusammen mit dem angenehm luftigen und doch formgebenden Mesh-Obermaterial und den »Guide Rails«, mit denen laut Hersteller sogar auf die Bewegungsfreiheit des Knies Einfluss genommen werden soll, ist der Adrenaline GTS 20 ein »einfach-drauflos-Schuh«, der eine möglichst breite Käuferschicht ansprechen soll. Er ist dabei deutlich mehr als ein reiner Einsteigerschuh – die Verarbeitung des Laufschuhs lässt keine Wünsche offen.

Primär für harten Untergrund

Allein sehr ambitionierte Läufer, die eine möglichst direkte Kraftübertragung wünschen, werden den Brooks Adrenaline GTS 20 ein wenig weich finden. Auch fühlt sich der Brooks primär auf hartem Untergrund wohl, im wurzeligen Gelände und auf Trails fühlt er sich schwammig an. Trotzdem: Beim Tragekomfort ist der Brooks Adrenaline GTS 20 im Test unerreicht und damit klarer Testsieger.

Brooks Adrenaline GTS 20 im Testspiegel

Das Fachmagazin Runners World (4/2020) hat den Laufschuh ebenfalls getestet und äußerte sich positiv:

»Er ist so gut wie nie zuvor. In der jährlichen Laufschuhwahl belegte er Platz eins bei den ‚Bewegungskontrollschuhen‘ und erhielt so viele Leserstimmen wie kein anderer Schuh. Das »GuideRail«-System stabilisiert den Fuß progressiv – wer keine Stütze benötigt, merkt davon fast nichts. Spürbar sind aber der weiche Dämpfungsschaum der Sohle und das weiche, geschmeidige Obermaterial. »Panzer mit Kuschelrand«, schrieb eine Testerin. Stabilität und Komfort gehen Hand in Hand und eignen sich auch für schwerere Läufer.«

Auch Laufzeit (02/2020) zeigte sich begeistert:

»Wie schon seine Vorgänger überzeugt auch der Adrenaline GTS 20 durch seine ausgewogene, softe Dämpfung. Der Schuh ist für mittelschwere Läufer*innen mit oder ohne Problemstellungen zu empfehlen. Die Guide Rails halten den Fuß wortwörtlich in der Spur und unterstützen dezent. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat uns ebenfalls überzeugt.«

Run1st schließt seinen Test mit wohlwollenden Worten:

»Beim Update vom 19er auf den 20er macht BROOKS keine so großen Schritte. Dies ist aber auch nicht nötig, da auch schon der BROOKS Adrenaline GTS 19 ein sehr guter Laufschuh war. Der BROOKS Adrenaline GTS 20 schafft es die kleinen schwächen des 19er auszubessern und den neuen Adrenaline zu einem noch ausgewogeneren Laufschuh zu machen.«

Alternativen

Wie bereits beschrieben, ist die Wahl eines Laufschuhs maßgeblich vom Boden abhängig, über den man damit laufen möchte. Sollten Sie anderes Vorhaben, wie z.B. Trailrunning, haben wir die folgenden empfehlenswerten Alternativen für Sie.

Fürs Training

Saucony Kinvara 10

Test besten Laufschuhe: Saucony Kinvara 10
Der Saucony überzeugt vor allem als Trainingsschuh, er verfügt über eine gute Dämpfung und sitzt fest am Fuß.

Saucony eilt der Ruf als Kultmarke Kilometer voraus. Eines der Alleinstellungsmerkmale der US-amerikanischen Firma ist der auffällige EVA-Dämpfungskeil, der bei gleich mehreren Schuhserien eingesetzt wird. EVA ist das Kürzel für Ethylenvinylacetat, ein gut dämpfender Kunststoff.

Beim Kinvara 10 (das 10 bedeutet, dass der Kinvara bereits in die zehnte Saison geht) treibt es Saucony auf die Spitze – der gesamte Unterbau des Schuhs besteht aus EVA, bis auf einen kleinen Bereich, der mit Profilsohle ausgestattet ist. Zunächst kommt man ins Grübeln. Dieser Schuh soll ausreichend Grip und Führung bieten?

Wer hier bereits skeptisch wird, wird Lügen gestraft. Denn der Kinvara 10 ist ein echtes Komfortwunder. Wir haben ihn ohne Einlaufen (Achtung, bei Einsteigern nicht zu empfehlen!) auf einen 24,5 Kilometer-Lauf über Teer, Feldwege und sogar einen kurzen Trail »entführt« und waren von der Performance des Schuhs begeistert. Der Kinvara rollt irre gut ab, dämpft angenehm und fühlt sich am Fuß nicht zu klobig an.

Am Ende haben wir auf den ersten 24,5 Test-Kilometern rund 8 Kilometer Teer, 4 Kilometer Trail und 12 Kilometer wechselnd harte Kieswege hinter uns gebracht und waren wirklich angetan. Der Schuh ist bequem, hat trotz der minimalistischen Sohle erstaunlichen Grip. Der einzige Wermutstropfen: Wenn es richtig ins Gelände geht, wählt man lieber einen anderen Schuh. Bei knackigen, steinigen Anstiegen ist der Kinvara 10 raus. Aber dafür wurde er schließlich auch nicht konstruiert.

Und noch etwas: die schneeweiße EVA-Außensohle sieht nach einem Tag im Regen auf einem Kiesweg auch nicht mehr taufrisch aus. Wer also Wert auf Optik legt, nutzt den Kinvara 10 nur bei schönem Wetter oder ausschließlich auf Teer. Für uns ist er auf jeden Fall eine Empfehlung für alle, die es wirklich ernst meinen.

Fürs Trailrunning

inov-8 Terraultra G260

Test besten Laufschuhe: inov-8 Terraultra G260
Unser Favorit bei den Geländelaufschuhen verfügt über eine Graphen-Sohle und bietet exzellenten Halt auf jedem Untergrund.

Der Terraultra G260 ist ein speziell für Ultra-Distanzen entwickelter, mit inov-8s Graphen-Sohle ausgestatteter Herren-Laufschuh. Über die Sohle wurde schon viel geschrieben. Sie soll haltbarer sein als vergleichbare Laufschuhsohlen und dabei perfekten Grip auf allen möglichen Untergründen bieten. Was gleich zu Beginn auffällt, ist die Flexibilität des Schuhs. Seine Metaflex-Sohle bietet einen ausgezeichneten Flex, den Schuh kann man trotz seiner Bauhöhe zusammenrollen.

Wir waren sehr gespannt, als wir den Schuh das erste Mal auf einen Wettkampf ausführten. Zwar war der bei weitem kein Ultra, die 5 Kilometer des Schaftlacher Waldlaufs bieten jedoch das perfekte Test-Terrain. Zunächst einmal fällt auf, dass die Schuhe recht breit gebaut sind – wer schmale Füße hat, wählt eventuell einen schmaleren Schuh. Uns kommt die Passform aber sehr entgegen.

Als nächstes nehme wir ihn gleich mit auf die bereits oben erwähnte 24,5-Kilometer-Strecke im Alpenvorland. Hier macht sich bemerkbar, dass der Schuh über keine Sprengung verfügt. Die Ferse liegt also auf der gleichen Höhe wie die Zehen. Trotzdem verfügt der Schuh über viel Dämpfung – das »Ultra« im Namen ist Programm, der Schuh soll speziell auf langen Distanzen performen.

Wer einen guten »Abroller« wie den Ricochet gewöhnt ist, muss sich an den Terraultra erst gewöhnen. Soll bedeutet: Cracks, die das Barfußschuhlaufen und das Laufen mit Schuhen mit keiner Sprengung gewöhnt sind, werden sich schnell mit dem Terraultra 260 anfreunden. Anfänger greifen lieber zu einem Schuh mit etwas mehr Sprengung – der Terraultra verlangt nach einem trainierten Läuferfuß.

Nachhaltigkeits-Tipp

Icebug Outrun RB9X

Test Herren-Laufschuh: Icebug Outrun RB9X
Nachhaltig hergestellter Laufschuh mit recht harter Dämpfung und Sohle. Gut für erfahrene Läufer und auch als Wanderschuh geeignet.

Der Icebug Outbreak RB9X fällt aus der Reihe – in diesem Fall aus der Testreihe. Kein jemals von uns getesteter Schuh nimmt wie der Icebug in Anspruch, aus Materialen zu bestehen, die auch nur zum Teil aus nachhaltiger Herstellung stammen.

Beim knapp 140 Euro teuren Outrun ist das anders. Die Liste recycelter Materialien, die bei der Fertigung des Schuhs zum Einsatz kommen, ist lang. So besteht das Obermaterial und Futter und die Einlagen zu 100 Prozent aus recyceltem Polyester, bei der EVA-Zwischensohle kommt Algenschaum zum Einsatz und bei der Außensohle recycelter Gummi.

»Lange Distanzen, Asphalt und Trails, für einen bewussten Fußabdruck« – so wird der Einsatzbereich des Outrun RB9X von Icebug selbst skizziert. Im Test fällt zunächst einmal auf, dass der Schuh über eine recht straffe Dämpfung und eine vergleichsweise flache Sohle verfügt. Müheloses Abrollen ist jedenfalls etwas anderes. Wer mit diesem Schuh versucht, richtig schnell zu laufen und neue Bestzeiten zu erzielen, stößt an Grenzen. Bei einem Pace von 5:15 min/km fühlt er sich hingegen so richtig wohl. Der Outrun kann sogar als leichter Wanderschuh verwendet werden, auch wenn er nicht wasserdicht ist. Mit seinen 364 Gramm pro Schuh reiht er sich im Test eher im oberen Drittel ein.

Trotzdem: Wir haben den Outrun liebgewonnen, weil Icebug sich nicht den Zeichen der Zeit verschließt und den Schuh maximal umweltfreundlich herstellt. Würde nun noch etwas mehr Entwicklungsarbeit in die Sohle und das Abrollverhalten gesteckt, würde er eine noch breitere Zielgruppe ansprechen. So ist er ein Schuh für ökologisch bewusste Läufer, die einen langstreckentauglichen Trainingsschuh mit einem gewissen Exotenbonus suchen.

Top-Allrounder

Nike Revolution 5

Der Nike Revolution 5 erscheint beim Auspacken recht unspektakulär – auch wenn seine knallrote Farbe schon mal klar macht, dass man es hier womöglich mit einem Wolf im Schafspelz zu tun hat. Beim Loslaufen wird aber schnell klar, dass die Produktentwickler bei Nike mächtig Hirnschmalz in den Schuh gesteckt haben. Der Schuh sitzt angenehm fest, aber garantiert nicht zu eng, das Abrollverhalten ist exzellent. Der Schuh ist eine Rakete, wenn man das will.

Schnell stellt sich die Frage, warum man bei dieser Laufperformance noch tiefer in den Geldbeutel greifen sollte, denn der Revolution 5 bietet für rund 60 Euro erstaunlich viel. Die Konstruktion mag zwar simpel sein – Nike kombiniert lediglich eine EVA-Zwischensohle mit griffigen Gummielementen an der Laufsohle – die Sohle »tut es« im wahrsten Sinne des Wortes jedoch. Im Rahmen eines zügig gelaufenen Halbmarathons fordern wir den Revolution 5 auf 2/3 Teer und 1/3 Kieswegen ganz ordentlich – und wollen ihn nach dem Lauf gar nicht mehr ausziehen. Das ist bei anderen Modellen anders. Da ist man froh, endlich den Schuh ausziehen zu können.

Gut, der Nike Revolution 5 mag mit knapp über 600 Gramm Gewicht für den Wettkampfeinsatz ein bisschen zu schwer sein, trotzdem können wir nicht anders und empfehlen ihn ambitionierten Läufern und Fortgeschrittenen, die einen günstigen Trainings- und Wettkampfschuh mit sehr homogenen Laufeigenschaften suchen. Allein Anfänger könnten vom Revolution 5 etwas überfordert sein, denn für erste Laufversuche ist er schlicht ein wenig zu hart gedämpft. Bleibt noch hervorzuheben, dass der Nike Revolution 5 dezent schick aussieht und sich als Alltags-Sneaker ebenfalls gut trägt – ein Wohlfühl-Laufschuh eben!

Außerdem getestet

New Balance Fresh Foam Zante Pursuit

Allein schon dieser Name machte uns neugierig: Fresh Foam Zante Pursuit. Was hat es mit New Balance »frischem Schaum« auf sich? Schlank sieht er aus, das Obermaterial aus feinem Strick passt sich schon beim Anprobieren perfekt der Fußform an. Außerdem waren wir gespannt zusehen, was die transparente Sohle zu leisten imstande ist. Nicht zu vernachlässigen sind auch die 432 Gramm Gewicht pro Paar – damit ist der Zante Pursuit der klare Gewichtssieger im Testfeld.

New Balance übt sich bei diesem Schuh in Understatement. An diesem relativ harmlos aussehenden Schuh ist nicht zuviel dran – und nicht zu wenig. Kurzum: Man traut ihm den Grad an Tragekomfort, den er letztendlich bietet, auf den ersten Blick nicht zu. Doch New Balance hat jahrzehntelange Erfahrung im Laufschuhbau – und das merkt man beim Fresh Foam Zante Pursuit schnell.

Das Obermaterial bietet dem Fuß ausreichend viel Halt, die Passform ist ausgezeichnet, das Fußbett kann überzeugen und bietet den optimalen Mittelweg aus ausreichend Führung und einem guten Gefühl für den Untergrund.

Gespannt nehmen wir den Fresh Foam Zante Pursuit schließlich mit auf eine abwechslungsreiche, zügig gelaufene Halbmarathon-Strecke im Alpenvorland. Da ist alles dabei, was das Läuferherz begehrt: Teer, Kieswege, sogar Trail-Abschnitte – der »Zante« macht wirklich Spaß! Im Vergleich mit den anderen Schuhen im Test ist er mit wenig mehr als 400 Gramm nicht nur unglaublich leicht, sondern bietet dem Fuß trotz seines minimalistischen Aufbaus ausreichend Halt.

Ganz erstaunlich ist das Profil – es rollt auf Teer so gut ab wie auf Kieswegen und macht auch auf groberen Schotter-Trails nicht schlapp. Hätten wir den Fresh Foam Zante Pursuit im Laden stehen sehen, hätten wir ihm dieses Maß an Performance nicht zugetraut.

Was für ein unkomplizierter Schuh! Reinschlüpfen und Wohlfühlen lautet das Motto bei einem der günstigsten Nike-Laufschuhe auf dem Markt, dem Tanjun. Sein Aufbau ist denkbar einfach – ein Oberschuh aus flexiblem, luftigen Strick trifft auf einen Unterbau, der ausschließlich aus EVA besteht. Keine Gummielemente an der Sohle, kein Schnickschnack, nichts – daher ist der 60 Euro-Schuh für seine Preisklasse auch recht leicht. »Tanjun« heißt auf japanisch übrigens Einfachheit – wie kein anderer Schuh im Test setzen die Amerikaner bei diesem Modell auf Understatetment.

Wir waren gespannt, ob es ein so simpel gestrickter Schuh »drauf hat«, ob der Schuh also auf wechselndem Untergrund gut performt. Nach einigen Tagen Einlaufen nehmen wir den Schuh mit auf eine hübsche 8 km-Strecke über Teer und sandige Kieswege. Zunächst einmal überrascht die Passform – durch flexibles Strick auf der Oberseite trägt er sich angenehm und fast wie eine Socke. Auch die Dämpfung geht völlig in Ordnung, man rollt gut ab, der Schuh läuft sich sehr angenehm, stützt und ist eine Wohltat auf kürzeren Strecken bis 10 Kilometer.

Was sich schnell bemerkbar macht, ist das simpel gestrickte Fußbett. Der Tanjun bietet dem Fuß vergleichsweise geringen Halt. Das mag bei leichteren Läufern im wahrsten Sinne des Wortes kaum ins Gewicht fallen – bei gut 80 Kilogramm Lebendgewicht rutscht der Fuß jedoch bei jedem Schritt nach vorne – bei langen Läufen etwas unangenehm. Bald bildet sich dort eine »Beule«, wo der große Zeh an die Spitze des Schuhs stößt.

Wenn man den Tanjun jedoch ausschließlich auf Kurzstrecken verwendet, ist das kein Makel. Ingesamt merkt man einfach, dass die Nike-Konstrukteure auch hier einen guten Job gemacht haben. Für den Preis bietet der Tanjun wirklich viel und ist die perfekte Wahl für Laufeinsteiger oder Gelegenheitsläufer. Interessant wäre noch zu sehen, wie gut sich die EVA-Sohle nach 200 und mehr Laufkilometern macht – was den Abrieb angeht, sind wir etwas skeptisch. Langzeiterfahrungen reichen wir nach.

Puma Hybrid Runner Unrest

Puma und Laufschuh? Warum nicht! Zu Unrecht sieht man die Marke mit der Raubkatze in Hobby-Läuferkreisen vergleichsweise selten. Immerhin lief der legendäre 100-Meter-Läufer Usain Bolt jahrelang in Puma-Schuhen. So packen wir die Schuhe mit etwas sperrigen Namen voller Vorfreude aus – und gleich fällt uns etwas auf: das wahnsinnig weiche, fast schon an Jersey erinnernde Obermaterial. Es schmiegt sich förmlich dem Fuß an und ist leicht stretchig. Gleich stellt sich die erste Frage: Kann dieser Schuh Halt geben? Wir tragen den Hybrid Runner Unrest zunächst einige Tage im Alltag, ehe wir uns das erste Mal auf die 10 km-Hausrunde traue. 75 Prozent Teer, 20 Prozent Kieswege, 5 Prozent Wiese. Das Ergebnis ist durchaus positiv – dieser Schuh weiß mit seiner Lockerheit zu überzeugen.

Erstaunlich, dass der Puma dabei nicht unbedingt zu den Leichtgewichten im Testkreis gehört. Der Sohlenaufbau ist vergleichsweise schwer, was man aber unterwegs kaum bemerkt. Optisch schafft der Schuh den Spagat zwischen »Styler« und Laufschuh spielend. Der Hybrid Runner Unrest ist damit ein Schuh, den man zum Ausflug ins Eiscafé in der City genauso anziehen kann wie für den spontanen Lauf in den Park. Für Offroad-Quälereien ist er schlichtweg zu zahm, uns wäre er dazu auch viel zu schade, denn das feine Strick-Obermaterial verleiht ihm eine gewisse Finesse. Und noch etwas: Wer viel und lange bergauf und bergab rennt, wählt einen Schuh mit einem etwas festeren Obermaterial. Der Puma Hybrid Runner Unrest lässt dem Fuß viel Bewegungsfreiheit, was bei langen Anstiegen zu Kraftverlust führt. Was beim Puma zu überzeugen weiß, ist hingegen die Fersenlasche. Der Schuh lässt sich damit deutlich einfacher anziehen. Aufgrund seines lockeren Sitzes sollte er recht eng sitzend gewählt werden.

Brooks Ricochet

Test besten Laufschuhe: Brooks Ricochet

Keine Preise gefunden.

Es gibt diese Schuhe, da schlüpft man rein und fühlt sich wohl. Okay, ich gebe zu – ich habe schon immer für Brooks geschwärmt. Ich habe sozusagen einen »Brooks-Fuß«. Trotzdem ist es für mich durchaus eine Überraschung, dass es Brooks mit dem Ricochet erneut geschafft hat, die Komfort- und Passform-Messlatte ganz weit oben anzusetzen. Im Vergleich zum soften Strick beim Puma bietet das ebenfalls gestrickte Brooks-Obermaterial mehr Widerstand und damit eine bessere Führung des Fußes. Das Profil ist klar auf Straße ausgelegt, sorgt aber auch auf Feldwegen für ausreichend Grip. Auch beim Gewicht weiß der Ricochet zu überzeugen – die 612 Gramm bei Größe EUR 44,5 fühlen sich angenehm leicht an.

Was uns beim Ricochet besonders gefällt, ist seine Happy-Go-Lucky-Einstellung. Reinschlüpfen, Schnüren und los geht’s. Die Dämpfung ist moderat bis reichlich, das Profil straßenlastig – trotzdem haben wir mit dem Schuh auf der ersten, rund 11,2 km langen, Runde mit hohem Kiesweganteil viel Spaß. Auch das Design weiß beim Ricochet zu gefallen – es wirkt dynamischer und nicht zu grell. Wir würden den Brooks Ricochet allen Läufern empfehlen, die einen Trainingsschuh für ambitionierte Läufe oder einen gutmütigen Wettkampfschuh für 10 Kilometer, Halbmarathons und Marathons suchen, der mit einem ausgezeichneten Komfort und einer unauffälligen Performance punktet.

Der Asics Meta Ride ist, um es auf Neudeutsch auszudrücken, ein »In-Your-Face«-Schuh. Das auffällige Design mit der roten Zwischensohle springt einen förmlich an. Oder, um es mit Asics Worten auszudrücken: »Der MetaRide ist ein Performance-Laufschuh für Herren, der für lange Distanzen auf der Straße konstruiert ist. Das High-Tech-Design erlaubt dir, bei weniger Kraftaufwand länger zu laufen. Basierend auf den drei Pfeilern Effizienz, Dämpfung und Passform wurde dieser Herrenlaufschuh von unseren Spezialisten darauf konzipiert, längere Strecken zu laufen und dabei ultimativen Premium-Komfort zu erleben.« Der Schuh kostet 250 Euro – eine echte Ansage im Laufschuhbereich. Umso gespannter war ich, wie sich der gefährlich rot-schwarz glitzernde Flitzer in der Praxis machen würde.

Die recht starre Bauweise und die aus relativ hartem Plastik beschaffene Sohle lassen beim ersten Anprobieren des Schuhs Skepsis aufkommen. Man befürchtet, wie in einem Langlaufschuh zu laufen. Aber weit gefehlt: das Abrollen, die Dämpfung und das Laufgefühl sind optimal auf einander abgestimmt und man merkt nichts von den festen Komponenten am Fuß. Abrollverhalten und Dämpfung sind beeindruckend: Kleine bis mittelgroße Steine, kleine Kanten im Teer oder Äste auf Waldwegen überrollt man einfach. Dadurch verzeiht der »MetaRide« auch einen »schlampigen Laufstil«. Insgesamt waren wir von den Laufeigenschaften des Asics MetaRide überrascht. Gerade weniger geübte oder aus der Übung gekommene Läufer werden vom gutmütigen Laufverhalten profitieren.

Der Schuh wurde auf unterschiedlichen Wegbeschaffenheiten getestet, von Asphalt über Kies- und Waldweg bis hin zu einem Stück Wiese. Alle Herausforderungen dieser Strecke wurden problemlos gemeistert, wobei der Schwerpunkt klar auf hartem Untergrund liegt. Die Schnürung lässt sich sehr präzise regulieren und hält gut. Die Unterstützung im Fußgewölbe ist spürbar fest und man merkt hier einen Teil des insgesamt recht hohen Aufbaus der Sohle und der Dämpfung. Letztere lässt befürchten, dass durch das gute Federn eventuell zu viel Energie verloren geht, jedoch war es uns an dieser Stelle lieber, die Energie mit der Sohle und nicht mit dem Knie abzufedern. Insgesamt ein toller Laufschuh, der beim Laufen sofort Freude bereitet.

Asics Gel DS Trainer 24

»Windschnittig«, dieses Adjektiv war uns förmlich ins Auge gesprungen, als wir uns die Produktbeschreibung des Asics Gel DS-Trainer auf der Herstellerseite durchgelesen haben. Ein leicht anachronistisches Wort aus dem Ende des letzten Jahrtausends als Fahr- und Flugzeuge immer stromlinienförmiger wurden. Um es auch für junge Läufer verständlich zu machen: aerodynamisch nennt man das heute.

Als ambitionierter Genussläufer mit gut 1.000 km/Jahr auf überwiegend Schotter ist mein typischer Laufschuh eher robust mit guter Dämpfung. Die Wettkämpfe, die ich aus Freude am Laufen und zur Motivationsunterstützung jedes Jahr einplane, werden aber schon ehrgeizig angegangen. Um das materialseitig zu unterstützen, müsste jetzt eigentlich ein etwas leichterer Schuh an den Start – und leicht ist er! Asics gibt 240 Gramm/Schuh an. Aber dafür müsste man wohl kleinere Füße haben, denn mein 44er bringt 260 g auf die Küchenwaage. Der Allrounder, den ich sonst laufe, hat dagegen 320 g. Das schlägt schon zu Buche. Den Unterschied von 60 Gramm bei 10 Kilometern 10.000 mal von 0 auf knapp 30 km/h beschleunigen – da kommen rein rechnerisch 600 Kilogramm zusammen…

Na dann: nichts wie rein in die Laufsachen und auf zum ersten Testlauf. Die Passform ist für meinen »Normfuß« hervorragend. Der Schuh sitzt wie angegossen, das in je nach Bereich unterschiedlicher Webstruktur hergestellte nahtlose Obermaterial passt sich sehr gut an und fixiert bemerkenswert gut, ohne unnötig einzuengen. Der erste Kilometer auf Teer macht die geringe Dämpfung deutlich spürbar. Ich konzentriere mich darauf, statt auf der Ferse stärker im Vorderfußbereich aufzukommen. Das alleine bringt ja schon Tempo und entspricht meinem Laufstil bei höheren Geschwindigkeiten. Nach inzwischen gelaufenen knapp einhundert Kilometern kann ich aber sagen, dass die Dämpfung auch für mich 80 kg-Läufer keinesfalls zu gering ist. Nach dem Teer-Prolog geht es auf meinen Standarduntergrund: fester Isarradweg-Schotter. Auch hier präsentiert sich der Asics Gel DS-Trainer 24 mit angenehm direktem Bodenkontakt, stabil, neutral, ganz leicht unterstützend. Das initial gute Gefühl bezüglich Passform bestätigt sich. Nach ein paar Kilometer Einlaufen bietet es sich natürlich an, gleich mal ein paar Geschwindigkeitsintervalle einzubauen. Bei einer Pace von um die 4 min/km ist der Schuh dann voll in seinem Element. Mein Fazit: Ein optisch sehr ansprechender, sauber und hochwertig verarbeiteter, leichter Schuh mit eher geringer Dämpfung und guter Passform für ambitionierte Läufer.

Under Armour HOVR Sonic 2

Hier kommt der Styler unter den Testschuhen – der Under Armour HOVR Sonic 2. Allein schon die vom mintgrün nach neon-orange übergehende Sohle sorgt für einen Hingucker-Effekt wie bei keinem anderen Schuh im Testfeld. Auffällig bei der Passform ist die schräge Fersenpartie – fast wie bei einem Kletterschuh wird wird der Fuß nach vorne in den Zehenbereich gedrückt. Beim »Eingehen« sorgt der Under Armour HOVR Sonic 2 dann schon Mal für ein lachendes Gesicht. Er trägt sich so unkompliziert und geradlinig, wie man das von einem Under Armour-Schuh erwartet. Doch kann die amerikanische Marke auch beim Laufen punkten?

Gespannt führe ich den HOVR Sonic 2 auf eine Straßenrunde aus, die fast ausschließlich über Teer und fein gekieste Wege führt. Der Schuh dämpft moderat bis straff, laut Herstellerauskunft soll ihn die Sohle für längere Läufe prädestinieren. Auf meiner Runde gibt sich der HOVR Sonic 2 reichlich unspektakulär und tut zuverlässig seinen Dienst. Er fällt relativ klein aus, was man ihm nicht ankreiden kann – man sollte den Under Armour HOVR Sonic 2 etwas größer als die »Straßenschuhgröße« wählen.

Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Schuh – er tut zuverlässig seinen Dienst und ist vom Laufverhalten unspektakulärer, als die peppige Optik vermuten lässt. Er schafft damit perfekt den Spagat zwischen stylischem Gelegenheits-Laufschuh und einem Langstreckler, der sich perfekt als Trainingschuh für den nächsten Halbmarathon und Marathon eignet. Um ihn zum Wettkampfschuh zu machen, müsste man ihm jedoch noch ein paar Gramm abnehmen.

Mizuno ist in der Laufsportszene wahrlich kein Unbekannter. Die Japaner sind seit Jahren vorne mit dabei, wenn es um Laufschuhe geht. So bin ich gespannt, das erste Mal überhaupt ein Modell des japanischen Herstellers an den Füßen zu haben.

Der erste Eindruck: Wow, wie gutmütig! Der Mizuno Wave Rider 22 umschließt den Fuß schon beim ersten Lauf äußerst komfortabel. Ich traue mich und nehme den 644 Gramm schweren Mizuno-Klassiker gleich mit auf einen 10 km und einen 24 km-Lauf. Ähnlich wie beim Brooks Ricochet und beim Saucony Kinvara 10 fühle ich mich sofort wohl. Im Unterschied zu den erstgenannten verfügt der Wave Rider – der Name sagt es schon – über ein ausgeklügeltes Dämpfungssystem. Wer – wie ich – lange mit wenig gedämpften Schuhen gelaufen ist, wird dem Wave Rider erstmal etwas skeptisch gegenüberstehen. Wird sich das nicht schwammig anfühlen? Ich bin besonders dreist und teste den Wave Rider nicht nur auf Teer – wofür der Schuh sicher primär gedacht ist – sondern auf wechselndem Untergrund. Was soll ich sagen: Ich bin vom Wave Rider 22 positiv überrascht.

Zwar macht sich die beeindruckend große Dämpfung an der Ferse in steil angeschnittenen Kurven durchaus bemerkbar – trotzdem läuft sich der Schuh erstaunlich homogen und angenehm. Die leichtgängige und feste Schnürung ist sofort positiv aufgefallen, zudem verfügt der Wave Rider 22 über ein gutmütiges Abrollverhalten. Ich würde ihn sofort als Lieblingsschuh einbuchen, wenn er ein etwas groberes Profil für den Geländeeinsatz hätte. Aber dafür wurde er schließlich nicht konstruiert und bleibt ein heißer Tipp für alle, die einen hochgradig bequemen Herren-Laufschuh für den Einsatz auf hartem Untergrund suchen. Ach ja, eines hätte ich beinah vergessen: Der Wave Rider 22 wiegt für das, was er an Dämpfung und Komfort bietet, erstaunlich wenig.

Der Knit-Hype (oder soll man besser sagen: Die aktuelle Entwicklung hin zur Verwendung von Strick-Obermaterialien bei Laufschuhen) hat auch vor dem Branchenriesen Adidas nicht Halt gemacht. Was man dem UltraBoost ebenfalls anmerkt, ist eine gewisse Prise Retro-Design. So setzt adidas beim UltraBoost auf sein Torsion-System, das sich seit Jahren bewährt.

So bin ich sehr gespannt auf den Adidas, der ein paar Features mitbringt, die einem vom Puma Hybrid Runner Unrest her bekannt vorkommen. Besonders auffällig ist auch beim Adidas die Strick-Konstruktion. Das Obermaterial besteht zu 100 Prozent aus Strick, der Fuß hat einen sehr angenehmen Sitz – fast wie in einer Socke. Die Strick-Konstruktion wird von außen nur durch die Laschen des Schnürsystems gestützt, das allein an der Sohle fixiert ist. Ergebnis ist ein angenehm lockerer und trotzdem stabiler Sitz und eine ausgezeichnete Belüftung. Auch die Boost-Dämpfung weiß zu überzeugen. Der Schuh dämpft ausgezeichnet ab, liegt in der Kurve satt auf dem Untergrund und macht mittellange Läufe zu einem Genuß. Der Adidas wird schnell zum gern getragenen Alltags-Accessoire, mit dem man auch mal auf die Laufstrecke starten kann, wenn man gerade Lust drauf hat. Ihn als reinen Wettkämpfer zu betrachten, kommt mir indes nicht in den Sinn. Dafür ist er etwas zu träge und etwas zu schwer.

Im Training hat sich das Konzept aber durchaus bewährt – der UltraBoost performt auf hartem Untergrund so gut wie auf Kies. So bleibt der UltraBoost sowohl Laufschuh als auch modisches Statement, mit dem man gut Laufen kann. Der Schuh sieht verflixt gut aus, bringt in meinen Augen aber nicht die Performance mit, die ihn für die Jagd auf Bestzeiten prädestinieren.

Brütting ist so etwas wie der Dacia unter den Schuhherstellern: günstig in der Anschaffung, zuverlässig in der Funktion, aber nicht unbedingt der Ideengeber der Branche. So nahm ich den Brütting Project mit auf eine 11-Kilometer–Runde, die 2/3 über Teer und 1/3 über Kieswege führte. Was zunächst einmal verblüfft, ist das Gewicht. Mit 484 Gramm pro Paar landet der Brütting unter den Top 5 und fühlt sich am Fuß angenehm leicht an. Was das Obermaterial angeht, setzt Brütting auf eine Kombination aus Strick und Plastikelementen. Das stützt im Laufeinsatz gut, von der Belüftung kommt er jedoch nicht ganz an die Konkurrenz wie New Balance Fresh Foam Zante Pursuit heran. Trotzdem stellt man sich angesichts dieses Preis-Leistungs-Wunders fast schon zwangsläufig die Frage, welche Bedeutung der Markenname beim Schuhkauf hat …

Beim ersten Laufeinsatz weiß der Project durch seine gutmütige, fehlerverzeihende Performance zu überzeugen. Für seinen Preis von nur 60 Euro weiß er durchaus zu punkten. Warum mehr ausgeben, wenn es ein günstiger Schuh für 60 Euro auch bringt? Nun, man muss ins Detail gehen, um hier argumentieren zu können. Die Verarbeitung kommt nicht ganz an Highend-Schuhe wie den adidas UltraBoost heran, auch ist das Design nicht so detailverliebt wie bei der ein- oder anderen Konkurrenz. Die Aufnäher und abgesetzten Textilteile sehen nicht ganz so hochwertig aus. Trotzdem setzt Brütting beispielsweise auf eine OrthoLite Einlegesohle, die den Fuß ausgezeichnet stützt und den Project zu einem günstigen, funktionalen Laufpartner macht, der den Vergleich mit teureren Modellen nicht zu scheuen braucht.

Der glänzt aber schön! Der Salming Speed 8 zieht die Blicke schon beim Unboxing auf sich. Das Obermaterial schillert in allen Regenbogenfarben, der Schuh besticht durch sein farbenfrohes Design. Kann das Modell des aufstrebenden schwedischen Herstellers Salming mehr kann als nur gut aussehen? Sein Gewicht von nur 234 Gramm pro Schuh macht sich jedenfalls gleich positiv bemerkbar. Der Schuh sitzt angenehm leicht am Fuß, die Passform ist toll – der Speed 8 passt sich dem Fuß fast so gut an wie ein Kletterschuh.

Während des Testlaufs auf unserer 11,5 Kilometer langen Hausrunde sind wir verblüfft, denn der Speed 8 kombiniert eine herausragende Passform mit einem sehr gutmütigen, aber doch schnellen Laufverhalten. Die Dämpfung rangiert zwischen straff und komfortabel, das Abrollverhalten ist ausgezeichnet. Ich kann mir sehr gut vorstellen, den Schuh auch auf längeren Läufen zu tragen – das Unternehmen aus Göteborg hat in der Szene nicht umsonst in den letzten Jahren immer wieder Schlagzeilen gemacht. Durch die geringe Sprengung von nur 6 Millimetern und einer niedrigen Bauhöhe sitzt der Fuß nah am Boden, man läuft somit nicht Gefahr, bei welligen Streckenabschnitten umzuknicken, der Schuh klebt förmlich am Boden. Trotz der vergleichsweise geringen Dämpfung kommt er mit dem »Testgewicht« von 85 Kilogramm gut klar und ich bekomme nicht das Gefühl, mit zu wenig Dämpfung unterwegs zu sein.

Das Design des Schuhs rangiert irgendwo zwischen schnellem Rennschuh und farbenfrohem Papagei und macht einfach gute Laune, der große Salming-Schriftzug will deutlich machen, dass hier ein Fan der Marke unterwegs ist. Das ist nichts für Liebhaber dezenter Schuhe, aber doch ein schönes Alleinstellungsmerkmal. Wären nicht Preishämmer wie der Nike Revolution 5 im Test, hätte der Salming Speed 8 auch einen Kauftipp eingeheimst.

Ein Adidas-Straßenlaufschuh für nicht einmal 50 Euro? Warum nicht! Man merkt zwar, dass im Runfalcon nicht ganz so viel Technik steckt wie in teureren Adidas-Modellen, doch genau das macht den Schuh angenehm kompakt und unkompliziert.

Das Obermaterial ist relativ straff und luftundurchlässig, was den Runfalcon nicht unbedingt zu einem Wunder an Atmungsaktivität macht. Wem der recht schmale Schuh jedoch passt, der wird damit trotzdem seine Freude haben. Im Gegensatz zum ähnlich teuren Nike Tanjun, dessen Sohle nur aus geschäumtem EVA besteht, hat der Runfalcon einen Gummibesatz – ein klares Plus in Sachen Abnutzung!

Beim Laufen fühlt sich der Adidas angenehm homogen an. Das Fußbett geht für diese Preisklasse voll in Ordnung, die Dämpfung ist straff, aber nicht zu hart. Der Schuh fühlt sich auf Asphalt wohl, wer ihn zu sehr ins Gelände quält, wird unter der mangelnden Seiten- und Kippstabilität zu leiden haben. Aber dort will der Schuh auch gar nicht hin. Die Konstrukteure hatten hier vielmehr den Gelegenheitsläufer im Sinn, der seine Feierabendrunden in der City dreht, den Schuh ab und zu auf Kieswege in Parks ausführt oder einen günstigen Alltagsschuh haben will, mit dem man bei Bedarf auch Laufen gehen kann. Den geradlinigen Adidas-Look gibt’s gratis mit dazu.

Damit ist er ist ein unkomplizierter Partner für Läufer, die einen schmalen Geldbeutel haben oder auch einen Schuh für’s Laufband im Fitnessstudio suchen, denn hier konnte der Runfalcon ebenfalls punkten.

Eagsouni Herren Laufschuhe

Neutralität ist die Mutter des Testberichts. Trotzdem: Bei einem der günstigsten Schuhe im Test, dem je nach Größe nur 40 Euro teuren Eagsouni, einem Noname-Fernostprodukt, ist eine neutrale Bewertung schwierig. Der Schuh ähnelt einem Salomon Speedcross 4 auf geradezu unverschämte Weise. Von Plagiat zu sprechen ist vielleicht zu viel, trotzdem dürfte Salomon angesichts des Eagsouni nicht begeistert sein.

Wir wollen trotzdem so neutral wie möglich sein und nehmen den Schuh auf eine recht geröllige Wandertour mit, bei dem eine inklusive Kind und Zuladung ca. 20 Kilogramm schwere Kraxe auf den Schultern ruht – durchaus extreme Testbedingungen. Mit dem Schuh laufen zu gehen, kommt uns gar nicht erst in den Sinn – er erinnert eher an einen leichten Wanderschuh als an einen ernst gemeinten Läufer.

Vom ersten Schritt an wird (leider) deutlich: Was die Chinesen hier zusammengeschustert haben, ist am besten mit dem Wort »inkonsequent« zu bezeichnen. Der Schuh ist weder Fisch noch Fleisch. Die dünne Einlegesohle bietet dem Fuß wenig Halt, zudem ist der Schuh im Vorderfußbereich so dünn, dass man den Eindruck bekommt, hier wollte jemand einen Barfußschuh mit einem robusteren Bergwanderschuh kombinieren – nicht zuletzt hat der Eagsouni Metall-Schnürösen, die sonst bei Laufschuhen selten bis nie zum Einsatz kommen, weil sie das Gewicht zu sehr in die Höhe treiben.

Kraxe am Rücken hin oder her: Die Sohle an diesem Schuh ist, wie gesagt, schlichtweg zu dünn, um damit laufender Weise ins Gelände zu starten, wo er ja mit Blick auf das grobe Profil offensichtlich hin soll. Die durchaus vorhandene Dämpfung arbeitet zwar ordentlich, in Kombination mit dem miserablen Fußbett fühlt sich der Fuß im Schuh jedoch schlichtweg nicht wohl – während dem Laufen fühlt es sich an, als würde man versuchen auf einer schrägen, mit dicker Raufasertapete bespannten Verbundplatte Halt zu finden.

Ist man wirklich hart im Nehmen und will einen Salomon-Fake spazieren tragen, mag der Eagsouni Sinn machen. An alle anderen die klare Message: Finger weg von dem Schuh! Er ist die 40 Euro nicht wert.

Sollomensi Herren Laufschuhe

Sollomensi, der günstigste Schuh im Test, erinnert in einigen Details wie beispielsweise der Sohle an ein bereits im letzten Jahr getestetes Modell, den HMIYA. Bei diesem Schuh löste sich nach wenigen Kilometern bei sommerlicher Hitze die Sohle vom Schuh – das Billigmodell war damals auf Anhieb durchgefallen, wir haben es schließlich komplett aus dem Test genommen. Beide Schuhe sind, wie der Eagsouni, Billigschuhe aus Fernost. Die Hersteller geben sich gar nicht erst die Mühe, ihren Schuhen eigene Modellnamen zu geben – so ist der Name Hersteller- und Modellname zugleich.

Skeptisch beäugen wir den Sollomensi. Wird sich auch hier die Sohle lösen? Immerhin hat der Schuh im Gegensatz zum HMIYA keine Luftpolsterdämpfung mit transparentem Fenster – beim HMIYA offensichtlich eine schlecht gemachte Reminiszenz an den Nike Air Max. Der Oberschuh besteht fast komplett aus Strick, was den Schuh sehr flexibel macht. Die Sohle wirkt weich, die weit ausladenden Gummistollen erinnern an einen Trailrunning-Schuh.

Auch beim Sollomensi wird während des Laufens deutlich: Bei chinesischen Billigschuhen wird keine Linie konsequent zu Ende gedacht. Für einen Trailrunning-Schuh bietet das Obermaterial dem Fuß zu wenig Halt, für einen Straßenlaufschuh ist die Sohle zu schwammig. Immerhin ist Sollomensi dieser ungewöhnliche Schuh-Spagat besser gelungen als Eagsouni. Auf einer abwechslungsreichen, 12 Kilometer langen Testrunde mit dem Nachwuchs im Kinderjogger über Teer, Feldwege und Hügel – eine Disziplin, bei der sich in Sachen Laufschuhe schnell die Spreu vom Weizen trennt – macht der Sollomensi durchaus Spaß.

Was die Verarbeitung und vor allem den wenig haltgebenden, weil weichen Oberschuh angeht, bleibt jedoch ein fader Beigeschmack. Für wenige Euro mehr bekommt man bei Nike und Adidas deutlich besser verarbeitete Schuhe, die vielleicht nicht ganz so trailtauglich, dafür aber verlässlich sind.

Eine Mischform aus Straßenlauf- und Trailrunning-Schuh soll der Parkclaw 240 des englischen Herstellers inov-8 sein – perfekt also für unseren Anspruch, von der Straße mühelos ins Gelände wechseln zu können, wenn uns gerade danach ist.

Wir sind sehr gespannt auf die Performance des Schuhs und nehmen wir ihn gleich beim ersten Lauf auf einen anspruchsvollen Trailrun über knapp 30 Kilometer und 1.900 Höhenmeter mit – und überfordern ihn dabei etwas. Der Schuh ist eben kein Trailrunning-Schuh mit Straßenlaufqualitäten, sondern eher ein Straßenlaufschuh mit Trailrunning-Qualitäten, was auch die für inov-8-Verhältnisse recht weiche Konstruktion mit gut dämpfendem EVA-Fußbett deutlich macht – sind die Schuhe der Engländer doch sonst deutlich straffer abgestimmt.

Wie sein Name schon sagt, fühlt sich der Parkclaw 240 auf Kieswegen mit gelegentlichen Teer- und Trail-Anteilen am wohlsten. Wird es technisch und/oder steil und verblockt, ist der Schuh auch vom Obermaterial her zu weich. Geradezu perfekt eignet er sich indes als Trainingschuh für Trailrunner, die im Flachen für gebirgigere Strecken trainieren oder auch für Trailrunning-Einsteiger, die sich ab und zu mal von befestigten Wegen und Straßen ins Gelände wagen wollen.

Saguaro Herren Barfußschuh

Wir sagen es ja nicht gerne, aber bei keinem Schuh im Test fiel es uns aufgrund eines abstoßenden Designs derart schwer, ihn überhaupt zu testen wie beim Saguaro. Der grell-orangene Schuh sieht schlichtweg billig aus. Vielleicht liegt es zum Teil auch an der Farbwahl – in anderen, dunkleren Farben hat der Schuh ein ganz anderes, etwas geradlinigeres Design.

Auf Amazon wird der Schuh als Barfußschuh verkauft. Da verblüfft es schon, dass das Modell pro Schuh mehr als 300 Gramm und damit ungefähr so viel wie ein mittelschwerer «Standardschuh” wiegt. Die Sohle wirkt relativ klobig, das Obermaterial hingegen recht weich. Gefallen hat uns die Möglichkeit, das stretchige Schnürband per Klettverschluss zu fixieren – so flattert es nicht und geht nicht im Weg um. Trotzdem – ein Barfußschuh muss leichter sein.

Beim Laufen hat der Saguaro Sonnen- und Schattenseiten. Zwar vermittelt die Sohle ein ganz gutes Gefühl für den Untergrund, auf der anderen Seite könnte der Schuh etwas straffer am Fuß sitzen. Bei langem Bergablaufen oder Teer-Geraden stört das ständige «Flapp-flapp-flapp” der locker sitzenden Sohle, die sich aufgrund des weichen Obermaterials stärker auf- und abbewegt als sie es sollte.

Saguaro orientiert sich bei diesem Schuh stark am Barfußschuh-Pioniermodell von vibram, den Fivefingers – diese kosten allerdings das vierfache des Billigschuhs. Unser Tipp: Zum Reinschnuppern in die Barfuß-Szene sind die Saguaros nicht schlecht, für mehr fehlt ihnen ein wenig mehr Pfiff. Immerhin wird auf dem Beipackzettel darauf hingewiesen, dass sich das Modell auch für Wassersport, Beachball, Wandern und Radfahren eignen soll. Na dann…

Hmm, wie richtige Laufschuhe schauen die Viz Runner von Puma ja nicht unbedingt aus. Eher wie Basketballstiefel, die man auf Halbschuh getrimmt hat. Der massive Aufbau mit dickem Obermaterial und voluminösem Dämpfungskeil treibt das Gewicht ordentlich in die Höhe. Der Puma ist mit 748 Gramm pro Paar der schwerste Schuh im Testfeld. In dieser Gewichtsklasse ist man schon im Bereich eines leichten Wanderschuhs unterwegs.

Die massive Bauweise und das hohe Gewicht sorgen in Kombination mit einem mittelmäßigen Abrollverhalten dafür, dass der Puma Viz Runner relativ hart auf den Boden auftrifft. Da kann man noch so behutsam laufen – auch hier gibt es deutliche »Flapp-flapp«-Geräusche und ein unrundes Abrollen. Der Unterschied zu einem gut abrollenden Laufschuh ist frappierend – der Puma Viz Runner kann so maximal als Trainingsschuh empfohlen werden oder als Sneaker, den man höchstens mal zum 5-Kilometer-Feierabendlauf verwendet.

Langstrecken sind mit dem Viz Runner passé, dafür ist er schlicht zu plump und nicht exakt genug. Immerhin: Auf unserer Testrunde fühlten wir uns nach drei Kilometern erstaunlich wohl, was den Tragekomfort angeht – fast so, als wäre der Viz Runner ein Sofa auf zwei Sohlen. Das Testergebnis steht jedoch fest – der Schuh ist eher ein Verlegenheits-Laufschuh als ein astreiner Running-Bolide und eignet sich nicht zuletzt aufgrund des hohen Gewichts eher als Alltags-Sneaker.

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