Unsere Tests sind unabhängig. Wir finanzieren uns über Affiliate-Links. Kaufen Sie ein Produkt über Links, die mit markiert sind, erhalten wir ggf. eine kleine Provision. Mehr dazu.

Der beste Herren-Laufschuh

last updateZuletzt aktualisiert:
Herren-Laufschuh Test: Alle Herren Laufschuhe

Der beste Herren-Laufschuh ist für uns der New Balance Fresh Foam Zante Pursuit. Er zeichnet sich durch sein geringes Gewicht, ein gutes Fußbett und sein Abrollverhalten aus. Seine griffige Sohle eignet sich für härteren Untergrund und ist vor allem für geübte Läufer geeignet. Für ambitioniertere Läufer haben wir eine andere Empfehlung, ebenso wie für Trailrunner und Anfänger.

Update 8. August 2019

Wir haben die Verfügbarkeit der Produkte aktualisiert.

Laufschuhe gibt es – auch wenn man damit eine alte Floskel bemüht – wie Sand am Meer. Im Internet tummeln sich teure 200-Euro-Schuhe neben 30-Euro-Modellen aus Fernost.

Man könnte locker 20 verschiedene Schuhpaare testen, die allein für den Einsatz auf hartem Teer gedacht sind. Oder 20 Schuhpaare, die nur für gewichtsbewusste Trailrunner konstruiert wurden.

Um viele läuferische Spezialgebiete abzudecken und für jeden Lauf-Geschmack einen Testeindruck zu bekommen, haben wir 14 Herren-Laufschuhe aus den verschiedensten Sparten für Einsteiger wie Fortgeschrittene herausgesucht und gründlich getestet. Hier sind unsere Empfehlungen:

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

New Balance Fresh Foam Zante Pursuit

Test besten Laufschuhe: New Balance Fresh Foam Zante Pursuit
Sehr performanter Herren-Laufschuh geht, der im Training eine ebenso gute Figur macht wie im Wettkampf.

Dem New Balance Fresh Foam Zante Pursuit sieht man seine Wettkampftauglichkeit nicht sofort an, doch macht ihn das geringe Gewicht, das ausgezeichnete Fußbett und das gute Abrollverhalten zu einem echten Racer. Der minimalistisch designte Schuh sitzt fest am Fuß, hat eine griffige, auf das Wesentliche reduzierte Sohle und macht vom ersten Schnüren an Spaß. Er wendet sich an fortgeschrittene Läufer, die einen leichten Strick-Schuh für den Einsatz auf härterem Untergrund suchen und auf der Jagd nach Bestzeiten sind.

Fürs Training

Saucony Kinvara 10

Test besten Laufschuhe: Saucony Kinvara 10
Der Saucony überzeugt vor allem als Trainingsschuh, er verfügt über eine gute Dämpfung und sitzt fest am Fuß.

Der Saucony Kinvara 10 erwies sich als gut gedämpfter, federleicht am Fuß sitzender Allrounder, der speziell ambitionierte Läufer durch seine angenehme Passform überzeugen wird. Das Laufverhalten ist ausgewogen, das Schnürsystem leichtgängig, die Einlaufphase kurz. Er überzeugt von Beginn an als gutmütiger, fehlerverzeihender Herren-Laufschuh für härteren Untergrund und ist unsere erste Wahl für leistungsorientiertes Training und Wettkämpfe bis zum Halbmarathon.

Fürs Trailrunning

inov-8 Terraultra G260

Test besten Laufschuhe: inov-8 Terraultra G260
Unser Favorit bei den Geländelaufschuhen verfügt über eine Graphen-Sohle und bietet exzellenten Halt auf jedem Untergrund.

Keine Preise gefunden.

Der inov-8 Terraultra G 260 setzt die Meßlatte für Geländelaufschuhe hoch. Der gut gedämpfte Schuh sorgt durch seine Graphen-Sohle für einen ausgezeichneten Halt auf allen Untergründen – von Kiespfaden über wurzelige Streckenabschnitte bis hin zu Schnee. Trotz seines hohen Preises ist er daher unser Tipp für ambitionierte Trailrunner und alle Läufer, die im Gelände mit einem Schuh unterwegs sein wollen, der den aktuellen Stand der Technik im Laufschuhbau darstellt.

Für Gelegenheitsläufer

Nike Tanjun

Für wenig Geld bietet der Nike Tanjun alles, was das Läuferherz begehrt: Gute Dämpfung, gutes Abrollverhalten, unproblematisches Handling. Dabei ist er angenehm leicht und trägt sich komfortabel. Der komplett aus EVA bestehende Dämpfungskeil nimmt den Aufprall schnell auf, bietet dem Fuß ausreichend Komfort und bietet ein ausgewogenes, gutmütiges Laufverhalten. Damit ist er die ideale Wahl für Gelegenheitsläufer oder Anfänger, die für einen Laufschuh nicht zu tief in die Tasche greifen wollen.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Unser FavoritFürs TrainingFürs TrailrunningFür Gelegenheitsläufer
Modell New Balance Fresh Foam Zante Pursuit Saucony Kinvara 10 inov-8 Terraultra G260 Nike Tanjun Puma Hybrid Runner Unrest Brooks Ricochet Asics MetaRide Asics Gel DS Trainer 24 Under Armour HOVR Sonic 2 Mizuno Wave Rider 22 Adidas UltraBoost Salomon Sonic Ra Pro 2 Brütting Project
Test besten Laufschuhe: New Balance Fresh Foam Zante PursuitTest besten Laufschuhe: Saucony Kinvara 10Test besten Laufschuhe: inov-8 Terraultra G260Test besten Laufschuhe: Nike TanjunTest besten Laufschuhe: Puma Hybrid Runner UnrestTest besten Laufschuhe: Brooks RicochetTest Damen-Laufschuh: Asics MetaRide WomenTest besten Laufschuhe: Asics Gel DS Trainer 24Test besten Laufschuhe: Under Armour HOVR Sonic 2Test besten Laufschuhe: Mizuno Wave Rider 22Test besten Laufschuhe: Adidas UltraBoostTest besten Laufschuhe: Salomon Sonic Ra Pro 2Test besten Laufschuhe: Brütting Project
Pro
  • Federleichte Konstruktion
  • Gutmütiges Laufverhalten
  • Gute Belüftung
  • Leichtes Gewicht
  • Guter Sitz
  • Gute Dämpfung
  • Hoher Tragekomfort
  • Guter Grip auf vielerlei Untergrund
  • Angenehme Passform
  • Viel Funktion für wenig Geld
  • Gute Dämpfung
  • Luftige Konstruktion
  • Hoher Tragekomfort
  • Hoher Tragekomfort
  • Robuster Strick
  • Ausgezeichnetes Abrollverhalten
  • Ausgezeichnetes Abrollverhalten
  • Beste Dämpfung im Test
  • Funktionale Schnürung
  • Ausgezeichnete Verarbeitung
  • Gutes Abrollverhalten
  • Gute Dämpfung
  • Vielseitige, griffige Sohle
  • Gutmütiges Laufverhalten
  • Ausgezeichnete Dämpfung
  • Angenehme Passform
  • Gutes Abrollverhalten
  • Leichtgängige Schnürung
  • Hoher Tragekomfort
  • Leichtgängige Schnürung
  • Gute Dämpfung
  • Eng abschließender, Sockenähnlicher Schaft
  • Tolles Preis-Gewichtsverhältnis
  • Gutmütiges, fehlerverzeihendes Laufverhalten
  • Angenehme Passform
  • Geringes Gewicht
Contra
  • Schmale Passform (abhängig von der Fußform)
  • Weiße Sohle bei Allwetterläufern Schnell verschmutzt
  • Wenig Führung im Vorderfußbereich
  • Schnürung schwergängig
  • Geringe Führung des Fußes
  • Lockerer Sitz, wenig Führung
  • Schwere Sohle
  • Wenig Profil, nur für harten Untergrund geeignet
  • Zur Verschmutzung neigende Sohle
  • Gewöhnungsbedürftige, hohe Bauweise
  • Etwas längere Einlaufphase
  • Relativ enge Passform, abhängig von der Fußform
  • Schuh baut insgesamt etwas hoch
  • Schmale Passform am Mittelfuß
  • Gewicht für einen Strickschuh recht hoch
  • Sohle »frisst« kleinere Steinchen
  • Weniger atmungsaktiv als Vergleichbare Knit-Schuhe
  • Billige Verarbeitung
Bester Preis

Keine Preise gefunden.

  Technische Daten anzeigen

Augen auf beim Laufschuhkauf

Nicht nur für die Gesundheit der Füße und des Körpers ist die Wahl des richtigen Laufschuhs wichtig. Auch das Laufverhalten an sich wird dadurch beeinflusst. Schätzen Sie sich selbst realistisch ein: Sind Sie eher ein Anfänger oder ein Fortgeschrittener? Wenn Sie unsicher sind, lasse Sie sich am besten vor Ort im Fachgeschäft beraten. Es gibt nämlich einige Dinge, auf die Sie achten sollten.

Dämpfung

Profi-Straßenläufer verwenden Schuhe mit so gut wie keiner Dämpfung. Ihr Bewegungsapparat ist entsprechend trainiert, um den Aufprall ausreichend abzufedern. Zudem bedeutet mehr Dämpfung auch mehr Gewicht am Fuß – was bei den unzähligen Auf- und Abbewegungen, die der Fuß im Laufe eines Straßenlaufes vollführen muss, zu einem deutlich höheren Energieverbrauch führt.

Die Dämpfung federt den Aufprall beim Laufen ab

Gut trainierte Hobbyläufer wählen Schuhe wie den Asics Gel DS Trainer 24, der über mehr Dämpfung verfügt und den Fuß etwas besser stützt.

Untrainierte Läufer oder Laufneulinge hingegen sollten sich zunächst einen gut gedämpften Schuh wie beispielsweise den Mizuno Wave Rider 22 kaufen, der den Aufprall gut abfedert, und erst sukzessive die Dämpfung zugunsten eines geringeren Gewichts reduzieren.

Sprengung

Mit dem Begriff »Sprengung« bezeichnet man den Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorderfuß, also gewissermaßen den Niveauunterschied zwischen Heck und Front eines Schuhs.

Herren-Laufschuh Test: Asics Gel Ds Trainer 24 Vi
Eine höhere Sprengung bedeutet meist bessere Dämpfung – aber nicht immer.

Je nach Trainingsgrad und Lauf-Vorlieben wählen gut trainierte Läufer Schuhe mit wenig bis keiner Sprengung (kleiner als 4 mm), moderater Sprengung (4-8 mm) oder hoher Sprengung (ab 8 mm). Soll bedeuten: Profiläufer und Fans von Barfußschuhen wollen einen möglichst direktes Feedback vom Boden, Laufanfänger legen zunächst Wert auf etwas mehr Dämpfung.

Doch Achtung: Es gibt Schuhe wie den inov-8 Terraultra G 260, die trotz guter Dämpfung keine Sprengung haben. Die Dämpfungsschicht ist also über die gesamte Länge des Schuhs gleich hoch und es gibt keinen regelrechten Dämpfungskeil wie beispielsweise beim Brooks Ricochet.

Profil

Entscheidend ist die Frage: Wo laufe ich eigentlich? Wer primär auf Teer läuft, muss sich über das Profil wenig Gedanken machen. Wer hingegen öfters auf Kieswegen und auch bei Nässe unterwegs ist, sollte durchaus einen Blick auf das Profil werfen: Hat der Schuh entsprechende Rillen, um auch auf Sand und Kies guten Griff zu haben?

Das Profil des Schuhs muss zur Bodenbeschaffenheit passen

Trailrunner – also Läufer, die ausschließlich im Gelände unterwegs sind und eher »versehentlich« auf Teer – müssen sich das Profil ganz genau ansehen. Es muss griffig sein, gute Selbstreinigungseigenschaften haben und auf Fels und Wurzeln einen guten Grip bieten. Im diesem Test fällt allerdings ausschließlich der Terraultra G260 in diese Kategorie.

Größe

Beim Laufschuh gilt: besser ein bisschen zu groß als ein bisschen zu klein. Lieber den Zehen etwas zu viel Raum bieten, als beim ersten Laufen anzustoßen und sich die Zehen zu malträtieren. Ist man sich nicht sicher, orientiert man sich bei der Größe am bequemsten Alltagsschuh, den man im Regal stehen hat.

So haben wir getestet

Alle Laufschuhe wurden auf verschiedenen Streckenlängen zwischen 5 und 25 Kilometern getestet. Je nach Schuh verliefen diese Strecken auf hartem (Asphalt, Beton), weichem (Feldwege) oder auch gerölligem Untergrund (Fußpfade im Alpenvorland und der Münchner Schotterebene).

Herren-Laufschuh Test: Alle Herren Laufschuhe
Wir haben insgesamt 14 Paar Laufschuhe getestet.

Die Schuhe wurden nur hinsichtlich der vom Hersteller empfohlenen Verwendung bewertet. Es wurde also kein Straßenschuh dafür »bestraft«, wenn er auf losem Untergrund nicht so gut performte. Allerdings wurde darauf Wert gelegt, die Schuhe möglichst vielseitig zu testen – schließlich werden auch »Stadtläufer« den ein oder anderen Kilometer auf Kieswegen zurücklegen.

Da die Schuhe für sehr unterschiedliche Einsatzbereiche konstruiert wurden, haben wir uns für vier Empfehlungen entschieden: eine fürs Training, eine für den Wettkampf, eine für Anfänger und eine für Geländeläufer.

Unser Favorit: New Balance Fresh Foam Zante Pursuit

Allein schon dieser Name machte uns neugierig: Was hat es mit New Balance »frischem Schaum« auf sich? Schlank sieht er aus, das Obermaterial aus feinem Strick passt sich schon beim Anprobieren perfekt der Fußform an. Außerdem waren wir gespannt zusehen, was die transparente Sohle zu leisten imstande ist. Nicht zu vernachlässigen sind auch die 432 Gramm Gewicht pro Paar – damit ist der Zante Pursuit der klare Gewichtssieger im Testfeld.

Unser Favorit

New Balance Fresh Foam Zante Pursuit

Test besten Laufschuhe: New Balance Fresh Foam Zante Pursuit
Sehr performanter Herren-Laufschuh geht, der im Training eine ebenso gute Figur macht wie im Wettkampf.

New Balance übt sich beim Fresh Foam Zante Pursuit in Understatement. An diesem relativ harmlos aussehenden Schuh ist nicht zuviel dran – und nicht zu wenig. Kurzum: Man traut ihm den Grad an Tragekomfort, den er letztendlich bietet, auf den ersten Blick nicht zu. Doch New Balance hat jahrzehntelange Erfahrung im Laufschuhbau – und das merkt man beim Fresh Foam Zante Pursuit schnell.

Das Obermaterial bietet dem Fuß ausreichend viel Halt, die Passform ist ausgezeichnet, das Fußbett kann überzeugen und bietet den optimalen Mittelweg aus ausreichend Führung und einem guten Gefühl für den Untergrund.

Gespannt nehmen wir den Fresh Foam Zante Pursuit schließlich mit auf eine abwechslungsreiche, zügig gelaufene Halbmarathon-Strecke im Alpenvorland. Da ist alles dabei, was das Läuferherz begehrt: Teer, Kieswege, sogar Trail-Abschnitte – der »Zante« macht wirklich Spaß! Im Vergleich mit den anderen Schuhen im Test ist er mit wenig mehr als 400 Gramm nicht nur unglaublich leicht, sondern bietet dem Fuß trotz seines minimalistischen Aufbaus ausreichend Halt.

Ganz erstaunlich ist das Profil – es rollt auf Teer so gut ab wie auf Kieswegen und macht auch auf groberen Schotter-Trails nicht schlapp. Hätten wir den Fresh Foam Zante Pursuit im Laden stehen sehen, hätten wir ihm dieses Maß an Performance nicht zugetraut.

Der New Balance Fresh Foam Zante Pursuit ist damit der klare Gewinner, wenn es um einen leichten und trotzdem hochgradig performanten Herren-Laufschuh geht, der im Training soviel Sinn macht wie im Wettkampf.

New Balance Fresh Foam Zante Pursuit im Testspiegel

Bislang gibt es noch keine Testergebnisse zum New Balance Fresh Foam Zante Pursuit. Sollten welche erscheinen, tragen wir sie hier für Sie nach.

Alternativen

Unser Favorit ist vor allem etwas für geübtere Läufer. Andere haben andere Anforderungen. Hier sind unsere Empfehlungen.

Fürs Training

Saucony Kinvara 10

Test besten Laufschuhe: Saucony Kinvara 10
Der Saucony überzeugt vor allem als Trainingsschuh, er verfügt über eine gute Dämpfung und sitzt fest am Fuß.

Saucony eilt der Ruf als Kultmarke Kilometer voraus. Eines der Alleinstellungsmerkmale der US-amerikanischen Firma ist der auffällige EVA-Dämpfungskeil, der bei gleich mehreren Schuhserien eingesetzt wird. EVA ist das Kürzel für Ethylenvinylacetat, ein gut dämpfender Kunststoff.

Beim Kinvara 10 (das 10 bedeutet, dass der Kinvara bereits in die zehnte Saison geht) treibt es Saucony auf die Spitze – der gesamte Unterbau des Schuhs besteht aus EVA, bis auf einen kleinen Bereich, der mit Profilsohle ausgestattet ist. Zunächst kommt man ins Grübeln. Dieser Schuh soll ausreichend Grip und Führung bieten?

Wer hier bereits skeptisch wird, wird Lügen gestraft. Denn der Kinvara 10 ist ein echtes Komfortwunder. Wir haben ihn ohne Einlaufen (Achtung, bei Einsteigern nicht zu empfehlen!) auf einen 24,5 Kilometer-Lauf über Teer, Feldwege und sogar einen kurzen Trail »entführt« und waren von der Performance des Schuhs begeistert. Der Kinvara rollt irre gut ab, dämpft angenehm und fühlt sich am Fuß nicht zu klobig an.

Am Ende haben wir auf den ersten 24,5 Test-Kilometern rund 8 Kilometer Teer, 4 Kilometer Trail und 12 Kilometer wechselnd harte Kieswege hinter uns gebracht und waren wirklich angetan. Der Schuh ist bequem, hat trotz der minimalistischen Sohle erstaunlichen Grip. Der einzige Wermutstropfen: Wenn es richtig ins Gelände geht, wählt man lieber einen anderen Schuh. Bei knackigen, steinigen Anstiegen ist der Kinvara 10 raus. Aber dafür wurde er schließlich auch nicht konstruiert.

Und noch etwas: die schneeweiße EVA-Außensohle sieht nach einem Tag im Regen auf einem Kiesweg auch nicht mehr taufrisch aus. Wer also Wert auf Optik legt, nutzt den Kinvara 10 nur bei schönem Wetter oder ausschließlich auf Teer. Für uns ist er auf jeden Fall eine Empfehlung für alle, die es wirklich ernst meinen.

Fürs Trailrunning

inov-8 Terraultra G260

Test besten Laufschuhe: inov-8 Terraultra G260
Unser Favorit bei den Geländelaufschuhen verfügt über eine Graphen-Sohle und bietet exzellenten Halt auf jedem Untergrund.

Keine Preise gefunden.

Der Terraultra G260 ist ein speziell für Ultra-Disanzen entwickelter, mit inov-8s Graphen-Sohle ausgestatteter Herren-Laufschuh. Über die Sohle wurde schon viel geschrieben. Sie soll haltbarer sein als vergleichbare Laufschuhsohlen und dabei perfekten Grip auf allen möglichen Untergründen bieten. Was gleich zu Beginn auffällt, ist die Flexibilität des Schuhs. Seine Metaflex-Sohle bietet einen ausgezeichneten Flex, den Schuh kann man trotz seiner Bauhöhe zusammenrollen.

Wir waren sehr gespannt, als wir den Schuh das erste Mal auf einen Wettkampf ausführten. Zwar war der bei weitem kein Ultra, die 5 Kilometer des Schaftlacher Waldlaufs bieten jedoch das perfekte Test-Terrain. Zunächst einmal fällt auf, dass die Schuhe recht breit gebaut sind – wer schmale Füße hat, wählt eventuell einen schmaleren Schuh. Uns kommt die Passform aber sehr entgegen.

Als nächstes nehme wir ihn gleich mit auf die bereits oben erwähnte 24,5 km-Strecke im Alpenvorland. Hier macht sich bemerkbar, dass der Schuh über keine Sprengung verfügt. Die Ferse liegt also auf der gleichen Höhe wie die Zehen. Trotzdem verfügt der Schuh über viel Dämpfung – das »Ultra« im Namen ist Programm, der Schuh soll speziell auf langen Distanzen performen.

Wer einen guten »Abroller« wie den Ricochet gewöhnt ist, muss sich an den Terraultra erst gewöhnen. Soll bedeutet: Cracks, die das Barfußschuhlaufen und das Laufen mit Schuhen mit keiner Sprengung gewöhnt sind, werden sich schnell mit dem Terraultra 260 anfreunden. Anfänger greifen lieber zu einem Schuh mit etwas mehr Sprengung – der Terraultra verlangt nach einem trainierten Läuferfuß.

Für Gelegenheitsläufer

Nike Tanjun

Was für ein unkomplizierter Schuh! Reinschlüpfen und Wohlfühlen lautet das Motto bei einem der günstigsten Nike-Laufschuhe auf dem Markt, dem Tanjun. Sein Aufbau ist denkbar einfach – ein Oberschuh aus flexiblem, luftigen Strick trifft auf einen Unterbau, der ausschließlich aus EVA besteht. Keine Gummielemente an der Sohle, kein Schnickschnack, nichts – daher ist der 60 Euro-Schuh für seine Preisklasse auch recht leicht. »Tanjun« heißt auf japanisch übrigens Einfachheit – wie kein anderer Schuh im Test setzen die Amerikaner bei diesem Modell auf Understatetment.

Wir waren gespannt, ob es ein so simpel gestrickter Schuh »drauf hat«, ob der Schuh also auf wechselndem Untergrund gut performt. Nach einigen Tagen Einlaufen nehmen wir den Schuh mit auf eine hübsche 8 km-Strecke über Teer und sandige Kieswege. Zunächst einmal überrrascht die Passform – durch flexibles Strick auf der Oberseite trägt er sich angenehm und fast wie eine Socke. Auch die Dämpfung geht völlig in Ordnung, man rollt gut ab, der Schuh läuft sich sehr angenehm, stützt und ist eine Wohltat auf kürzeren Strecken bis 10 Kilometer.

Was sich schnell bemerkbar macht, ist das simpel gestrickte Fußbett. Der Tanjun bietet dem Fuß vergleichsweise geringen Halt. Das mag bei leichteren Läufern im wahrsten Sinne des Wortes kaum ins Gewicht fallen – bei gut 80 Kilogramm Lebendgewicht rutscht der Fuß jedoch bei jedem Schritt nach vorne – bei langen Läufen etwas unangenehm. Bald bildet sich dort eine »Beule«, wo der große Zeh an die Spitze des Schuhs stößt.

Wenn man den Tanjun jedoch ausschließlich auf Kurzstrecken verwendet, ist das kein Makel. Ingesamt merkt man einfach, dass die Nike-Konstrukteure auch hier einen guten Job gemacht haben. Für den Preis bietet der Tanjun wirklich viel und ist die perfekte Wahl für Laufeinsteiger oder Gelegenheitsläufer. Interessant wäre noch zu sehen, wie gut sich die EVA-Sohle nach 200 und mehr Laufkilometern macht – was den Abrieb angeht, sind wir etwas skeptisch. Langzeiterfahrungen reichen wir nach.

Außerdem getestet

Puma Hybrid Runner Unrest

Puma und Laufschuh? Warum nicht! Zu Unrecht sieht man die Marke mit der Raubkatze in Hobby-Läuferkreisen vergleichsweise selten. Immerhin lief der legendäre 100-Meter-Läufer Usain Bolt jahrelang in Puma-Schuhen. So packen wir die Schuhe mit etwas sperrigen Namen voller Vorfreude aus – und gleich fällt uns etwas auf: das wahnsinnig weiche, fast schon an Jersey erinnernde Obermaterial. Es schmiegt sich förmlich dem Fuß an und ist leicht stretchig. Gleich stellt sich die erste Frage: Kann dieser Schuh Halt geben? Wir tragen den Hybrid Runner Unrest zunächst einige Tage im Alltag, ehe wir uns das erste Mal auf die 10 km-Hausrunde traue. 75 Prozent Teer, 20 Prozent Kieswege, 5 Prozent Wiese. Das Ergebnis ist durchaus positiv – dieser Schuh weiß mit seiner Lockerheit zu überzeugen.

Erstaunlich, dass der Puma dabei nicht unbedingt zu den Leichtgewichten im Testkreis gehört. Der Sohlenaufbau ist vergleichsweise schwer, was man aber unterwegs kaum bemerkt. Optisch schafft der Schuh den Spagat zwischen »Styler« und Laufschuh spielend. Der Hybrid Runner Unrest ist damit ein Schuh, den man zum Ausflug ins Eiscafé in der City genauso anziehen kann wie für den spontanen Lauf in den Park. Für Offroad-Quälereien ist er schlichtweg zu zahm, uns wäre er dazu auch viel zu schade, denn das feine Strick-Obermaterial verleiht ihm eine gewisse Finesse. Und noch etwas: Wer viel und lange bergauf und bergab rennt, wählt einen Schuh mit einem etwas festeren Obermaterial. Der Puma Hybrid Runner Unrest lässt dem Fuß viel Bewegungsfreiheit, was bei langen Anstiegen zu Kraftverlust führt. Was beim Puma zu überzeugen weiß, ist hingegen die Fersenlasche. Der Schuh lässt sich damit deutlich einfacher anziehen. Aufgrund seines lockeren Sitzes sollte er recht eng sitzend gewählt werden.

Es gibt diese Schuhe, da schlüpft man rein und fühlt sich wohl. Okay, ich gebe zu – ich habe schon immer für Brooks geschwärmt. Ich habe sozusagen einen »Brooks-Fuß«. Trotzdem ist es für mich durchaus eine Überraschung, dass es Brooks mit diesem Straßenlaufschuh erneut geschafft hat, die Komfort- und Passform-Messlatte ganz weit oben anzusetzen. Im Vergleich zum soften Strick beim Puma bietet das ebenfalls gestrickte Brooks-Obermaterial mehr Widerstand und damit eine bessere Führung des Fußes. Das Profil ist klar auf Straße ausgelegt, sorgt aber auch auf Feldwegen für ausreichend Grip. Auch beim Gewicht weiß der Ricochet zu überzeugen – die 612 Gramm bei Größe EUR 44,5 fühlen sich angenehm leicht an.

Was uns beim Ricochet besonders gefällt, ist seine Happy-Go-Lucky-Einstellung. Reinschlüpfen, Schnüren und los geht’s. Die Dämpfung ist moderat bis reichlich, das Profil straßenlastig – trotzdem haben wir mit dem Schuh auf der ersten, rund 11,2 km langen, Runde mit hohem Kiesweganteil viel Spaß. Auch das Design weiß beim Ricochet zu gefallen – es wirkt dynamischer und nicht zu grell. Wir würden den Brooks Ricochet allen Läufern empfehlen, die einen Trainingsschuh für ambitionierte Läufe oder einen gutmütigen Wettkampfschuh für 10 km, Halbmarathons und Marathons suchen, der mit einem ausgezeichneten Komfort und einer unauffälligen Performance punktet.

Der Meta Ride ist, um es auf Neudeutsch auszudrücken, ein »In-Your-Face«-Schuh. Das auffällige Design mit der roten Zwischensohle springt einen förmlich an. Oder, um es mit Asics Worten auszudrücken: »Der MetaRide ist ein Performance-Laufschuh für Herren, der für lange Distanzen auf der Straße konstruiert ist. Das High-Tech-Design erlaubt dir, bei weniger Kraftaufwand länger zu laufen. Basierend auf den drei Pfeilern Effizienz, Dämpfung und Passform wurde dieser Herrenlaufschuh von unseren Spezialisten darauf konzipiert, längere Strecken zu laufen und dabei ultimativen Premium-Komfort zu erleben.« Der Schuh kostet 250 Euro – eine echte Ansage im Laufschuhbereich. Umso gespannter war ich, wie sich der gefährlich rot-schwarz glitzernde Flitzer in der Praxis machen würde.

Die recht starre Bauweise und die aus relativ hartem Plastik beschaffene Sohle lassen beim ersten Anprobieren des Schuhs Skepsis aufkommen. Man befürchtet, wie in einem Langlaufschuh zu laufen. Aber weit gefehlt: das Abrollen, die Dämpfung und das Laufgefühl sind optimal auf einander abgestimmt und man merkt nichts von den festen Komponenten am Fuß. Abrollverhalten und Dämpfung sind beeindruckend: Kleine bis mittelgroße Steine, kleine Kanten im Teer oder Äste auf Waldwegen überrollt man einfach. Dadurch verzeiht der »MetaRide« auch einen »schlampigen Laufstil«. Insgesamt waren wir von den Laufeigenschaften des Asics MetaRide überrascht. Gerade weniger geübte oder aus der Übung gekommene Läufer werden vom gutmütigen Laufverhalten profitieren.

Der Schuh wurde auf unterschiedlichen Wegbeschaffenheiten getestet, von Asphalt über Kies- und Waldweg bis hin zu einem Stück Wiese. Alle Herausforderungen dieser Strecke wurden problemlos gemeistert, wobei der Schwerpunkt klar auf hartem Untergrund liegt. Die Schnürung lässt sich sehr präzise regulieren und hält gut. Die Unterstützung im Fußgewölbe ist spürbar fest und man merkt hier einen Teil des insgesamt recht hohen Aufbaus der Sohle und der Dämpfung. Letztere lässt befürchten, dass durch das gute Federn eventuell zu viel Energie verloren geht, jedoch war es uns an dieser Stelle lieber, die Energie mit der Sohle und nicht mit dem Knie abzufedern. Insgesamt ein toller Laufschuh, der beim Laufen sofort Freude bereitet.

Asics Gel DS Trainer 24

»Windschnittig«, dieses Adjektiv war uns förmlich ins Auge gesprungen, als wir uns die Produktbeschreibung des Asics Gel DS-Trainer auf der Herstellerseite durchgelesen haben. Ein leicht anachronistisches Wort aus dem Ende des letzten Jahrtausends als Fahr- und Flugzeuge immer stromlinienförmiger wurden. Um es auch für junge Läufer verständlich zu machen: aerodynamisch nennt man das heute.

Als ambitionierter Genußläufer mit gut 1.000 km/Jahr auf überwiegend Schotter ist mein typischer Laufschuh eher robust mit guter Dämpfung. Die Wettkämpfe, die ich aus Freude am Laufen und zur Motivationsunterstützung jedes Jahr einplane, werden aber schon ehrgeizig angegangen. Um das materialseitig zu unterstützen, müsste jetzt eigentlich ein etwas leichterer Schuh an den Start – und leicht ist er! Asics gibt 240 Gramm/Schuh an. Aber dafür müsste man wohl kleinere Füße haben, denn mein 44er bringt 260 g auf die Küchenwaage. Der Allrounder, den ich sonst laufe, hat dagegen 320 g. Das schlägt schon zu Buche. Den Unterschied von 60 g bei 10 km 10.000 mal von 0 auf knapp 30 km/h beschleunigen – da kommen rein rechnerisch 600 kg zusammen…

Na dann: nichts wie rein in die Laufsachen und auf zum ersten Testlauf. Die Passform ist für meinen »Normfuß« hervorragend. Der Schuh sitzt wie angegossen, das in je nach Bereich unterschiedlicher Webstruktur hergestellte nahtlose Obermaterial passt sich sehr gut an und fixiert bemerkenswert gut, ohne unnötig einzuengen. Der erste Kilometer auf Teer macht die geringe Dämpfung deutlich spürbar. Ich konzentriere mich darauf, statt auf der Ferse stärker im Vorderfußbereich aufzukommen. Das alleine bringt ja schon Tempo und entspricht meinem Laufstil bei höheren Geschwindigkeiten. Nach inzwischen gelaufenen knapp einhundert Kilometern kann ich aber sagen, dass die Dämpfung auch für mich 80 kg-Läufer keinesfalls zu gering ist. Nach dem Teer-Prolog geht es auf meinen Standarduntergrund: fester Isarradweg-Schotter. Auch hier präsentiert sich der ASICS GEL DS-Trainer 24 mit angenehm direktem Bodenkontakt, stabil, neutral, ganz leicht unterstützend. Das initial gute Gefühl bezüglich Passform bestätigt sich. Nach ein paar Kilometer Einlaufen bietet es sich natürlich an, gleich mal ein paar Geschwindigkeitsintervalle einzubauen. Bei einer Pace von um die 4 min/km ist der Schuh dann voll in seinem Element. Mein Fazit: Ein optisch sehr ansprechender, sauber und hochwertig verarbeiteter, leichter Schuh mit eher geringer Dämpfung und guter Passform für ambitionierte Läufer.

Under Armour HOVR Sonic 2

Hier kommt der Styler unter den Testschuhen – der Under Armour HOVR Sonic 2. Allein schon die vom mintgrün nach neon-orange übergehende Sohle sorgt für einen Hingucker-Effekt wie bei keinem anderen Schuh im Testfeld. Auffällig bei der Passform ist die schräge Fersenpartie – fast wie bei einem Kletterschuh wird wird der Fuß nach vorne in den Zehenbereich gedrückt. Beim »Eingehen« sorgt der Under Armour HOVR Sonic 2 dann schon Mal für ein lachendes Gesicht. Er trägt sich so unkompliziert und geradlinig, wie man das von einem Under Armour-Schuh erwartet. Doch kann die amerikanische Marke auch beim Laufen punkten?

Gespannt führe ich den HOVR Sonic 2 auf eine Straßenrunde aus, die fast ausschließlich über Teer und fein gekieste Wege führt. Der Schuh dämpft moderat bis straff, laut Herstellerauskunft soll ihn die Sohle für längere Läufe prädestinieren. Auf meiner Runde gibt sich der HOVR Sonic 2 reichlich unspektakulär und tut zuverlässig seinen Dienst. Er fällt relativ klein aus, was man ihm nicht ankreiden kann – man sollte den Under Armour HOVR Sonic 2 etwas größer als die »Straßenschuhgröße« wählen.

Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Schuh – er tut zuverlässig seinen Dienst und ist vom Laufverhalten unspektakulärer, als die peppige Optik vermuten lässt. Er schafft damit perfekt den Spagat zwischen stylischem Gelegenheits-Laufschuh und einem Langstreckler, der sich perfekt als Trainingschuh für den nächsten Halbmarathon und Marathon eignet. Um ihn zum Wettkampfschuh zu machen, müsste man ihm jedoch noch ein paar Gramm abnehmen.

Mizuno Wave Rider 22

Mizuno ist in der Laufsportszene wahrlich kein Unbekannter. Die Japaner sind seit Jahren vorne mit dabei, wenn es um Laufschuhe geht. So bin ich gespannt, das erste Mal überhaupt ein Modell des japanischen Herstellers an den Füßen zu haben.

Der erste Eindruck: Wow, wie gutmütig! Der Mizuno Wave Rider 22 umschließt den Fuß schon beim ersten Lauf äußerst komfortabel. Ich traue mich und nehme den 644 Gramm schweren Mizuno-Klassiker gleich mit auf einen 10 km und einen 24 km-Lauf. Ähnlich wie beim Brooks Ricochet und beim Saucony Kinvara 10 fühle ich mich sofort wohl. Im Unterschied zu den erstgenannten verfügt der Wave Rider – der Name sagt es schon – über ein ausgeklügeltes Dämpfungssystem. Wer – wie ich – lange mit wenig gedämpften Schuhen gelaufen ist, wird dem Wave Rider erstmal etwas skeptisch gegenüberstehen. Wird sich das nicht schwammig anfühlen? Ich bin besonders dreist und teste den Wave Rider nicht nur auf Teer – wofür der Schuh sicher primär gedacht ist – sondern auf wechselndem Untergrund. Was soll ich sagen: Ich bin vom Wave Rider 22 positiv überrascht.

Zwar macht sich die beeindruckend große Dämpfung an der Ferse in steil angeschnittenen Kurven durchaus bemerkbar – trotzdem läuft sich der Schuh erstaunlich homogen und angenehm. Die leichtgängige und feste Schnürung ist sofort positiv aufgefallen, zudem verfügt der Wave Rider 22 über ein gutmütiges Abrollverhalten. Ich würde ihn sofort als Lieblingsschuh einbuchen, wenn er ein etwas groberes Profil für den Geländeeinsatz hätte. Aber dafür wurde er schließlich nicht konstruiert und bleibt ein heißer Tipp für alle, die einen hochgradig bequemen Herren-Laufschuh für den Einsatz auf hartem Untergrund suchen. Ach ja, eines hätte ich beinah vergessen: Der Wave Rider 22 wiegt für das, was er an Dämpfung und Komfort bietet, erstaunlich wenig.

Der Knit-Hype (oder soll man besser sagen: Die aktuelle Entwicklung hin zur Verwendung von Strick-Obermaterialien bei Laufschuhen) hat auch vor dem Branchenriesen Adidas nicht Halt gemacht. Was man dem UltraBoost ebenfalls anmerkt, ist eine gewisse Prise Retro-Design. So setzt adidas beim UltraBoost auf sein Torsion-System, das sich seit Jahren bewährt.

So bin ich sehr gespannt auf den Adidas, der ein paar Features mitbringt, die einem vom Puma Hybrid Runner Unrest her bekannt vorkommen. Besonders auffällig ist auch beim Adidas die Strick-Konstruktion. Das Obermaterial besteht zu 100 Prozent aus Strick, der Fuß hat einen sehr angenehmen Sitz – fast wie in einer Socke. Die Strick-Konstruktion wird von außen nur durch die Laschen des Schnürsystems gestützt, das allein an der Sohle fixiert ist. Ergebnis ist ein angenehm lockerer und trotzdem stabiler Sitz und eine ausgezeichnete Belüftung. Auch die Boost-Dämpfung weiß zu überzeugen. Der Schuh dämpft ausgezeichnet ab, liegt in der Kurve satt auf dem Untergrund und macht mittellange Läufe zu einem Genuß. Der Adidas wird schnell zum gern getragenen Alltags-Accessoire, mit dem man auch mal auf die Laufstrecke starten kann, wenn man gerade Lust drauf hat. Ihn als reinen Wettkämpfer zu betrachten, kommt mir indes nicht in den Sinn. Dafür ist er etwas zu träge und etwas zu schwer.

Im Training hat sich das Konzept aber durchaus bewährt – der UltraBoost performt auf hartem Untergrund so gut wie auf Kies. So bleibt der UltraBoost sowohl Laufschuh als auch modisches Statement, mit dem man gut Laufen kann. Der Schuh sieht verflixt gut aus, bringt in meinen Augen aber nicht die Performance mit, die ihn für die Jagd auf Bestzeiten prädestinieren.

Salomon Sonic Ra Pro 2

Ra – das ist der ägyptische Sonnengott. Daher wurde der Salomon Sonic Ra Pro 2 auch gleich bei Sonnenschein ausgeführt. Was sofort auffällt, ist der eng abschließende Schaft. Salomon setzt hier auf ein stretchiges, Neopren ähnelndes Material, das für eine ausgezeichnete Passform sorgt. Auch das Gewicht des Schuhs fällt sofort positiv auf – da ist wenig am Fuß, was behindert und unnötig beschwert. Ich nehme den Schuh mit auf eine gut 13 Kilometer-Runde. Hälfte Teer, Hälfte Kiesweg mit wechselnder »Körnung«. Schnell wird klar: Der Sonic Ra 2 mag Teer lieber als grobschottrige Wege, da sich kleine Steine gerne in den tiefen Profilrinnen festklemmen. Was nicht heißen soll, dass der Salomon Sonic Ra Pro 2 keine Kieswege mag. Für mich ist der Sonic Ra Pro 2 ist der perfekte Cityflitzer und eignet sich perfekt für das »Urban Running«. Ob auf fein gekiesten Wegen im Park oder auf Gehsteigen – der Salomon Sonic Ra 2 ist der perfekte Trainings- und auch Wettkampfschuh für Leute, die meist auf recht »zahmem« Untergrund trainieren. Was am Sonic Ra Pro 2 ebenfalls gefällt, ist die große, reflektierende Schlaufe am Heck – mit diesem Schuh wird man auch im Dämmerlicht gut gesehen!

Nach kurzem Einlaufen bin ich mit dem Salomon Sonic Ra Pro 2 sehr glücklich – er ähnelt dem Gel DS Trainer 24, unterbietet diesen aber in Sachen Gewicht. Da er etwas weniger gedämpft ist, würde ich ihn tendentiell Läufern nahelegen, die bereits über etwas mehr Lauf-Erfahrung verfügen. Ich werde ihn künftig für Läufe bis Halbmarathondistanz aus dem Schrank ziehen, für die ich einen bequemen, leichten Schuh mit einer ausgezeichneten Passform benötige.

Brütting ist so etwas wie der Dacia unter den Schuhherstellern. Günstig in der Anschaffung, zuverlässig in der Funktion, nicht unbedingt der Ideengeber der Branche. So nahm ich den Brütting Project mit auf eine 11 km-Runde, die 2/3 über Teer und 1/3 über Kieswege führte. Was zunächst einmal verblüfft, ist das Gewicht. Mit 484 Gramm pro Paar landet der Brütting unter den Top 5 und fühlt sich am Fuß angenehm leicht an. Was das Obermaterial angeht, setzt Brütting auf eine Kombination aus Strick und Plastikelementen. Das stützt im Laufeinsatz gut, von der Belüftung kommt er jedoch nicht ganz an die Konkurrenz wie New Balance Fresh Foam Zante Pursuit heran. Trotzdem stellt man sich angesichts dieses Preis-Leistungs-Wunders fast schon zwangsläufig die Frage, welche Bedeutung der Markenname beim Schuhkauf hat …

Beim ersten Laufeinsatz weiß der Project durch seine gutmütige, fehlerverzeihende Performance zu überzeugen. Für einen Preis von nur 60 Euro weiß er durchaus zu punkten. Warum mehr ausgeben, wenn es ein Schuh für 60 Euro auch bringt? Nun, man muss ins Detail gehen, um hier argumentieren zu können. Die Verarbeitung kommt nicht ganz an Highend-Schuhe wie den adidas UltraBoost heran, auch ist das Design nicht so detailverliebt wie bei der ein- oder anderen Konkurrenz. Die Aufnäher und abgesetzten Textilteile sehen nicht ganz so hochwertig aus. Trotzdem setzt Brütting beispielsweise auf eine OrthoLite Einlegesohle, die den Fuß ausgezeichnet stützt und den Project zu einem günstigen, funktionalen Laufpartner macht, der den Vergleich mit teureren Modellen nicht zu scheuen braucht.

Kommentare

avatar