Herren-Wanderschuh Test: Wanderschue
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Der beste Herren-Wanderschuh

Wir haben 31 Wanderschuhe für Herren getestet. Der beste ist für uns der Hanwag Banks GTX. Er kombiniert ein überragendes Fußbett mit einer griffigen Sohle, einem stimmigen Aufbau mit hohem Schaft und einem klassischen, dezenten Design. Er richtet sich damit an ein breites Spektrum von Freizeitsportlern – vom Wander-Einsteiger bis zum fortgeschrittenen Hüttenwanderer. Doch auch für alpinere Unternehmungen, für Leichtgewichtsfreunde und für Klettersteigfans haben wir einen Schuhtipp.

Arnold Zimprich
Arnold Zimprich
ist seit Kindesbeinen sportlich sehr vielseitig unterwegs. Seinen ersten Pokal stellte er sich mit 6 Jahren in den Schrank, seitdem macht er das bayerische Voralpenland und die Gebirge Europas mit Laufschuh, Rennrad, Tourenski oder Eispickel unsicher. Er schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Alpin, das Bergzeit Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.
Letztes Update: 21. September 2022

Wir haben den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind weiterhin aktuell.

6. Mai 2022

Wir haben sechs weitere Wanderschuhe getestet. Neu unter den Empfehlungen ist der Leichtwanderschuh Adidas Terrex Skychaser II GTX. Er verdrängt den Mammut Ducan High GTX, der aber weiterhin unter „Außerdem getestet“ gelistet ist.

30. Juni 2021

Wir haben sieben weitere Wanderschuhe für Herren getestet. Der Garmont Rambler 2.0 GTX und der Salewa Herren Alp Trainer II Mid GTX sind neue Empfehlungen. Der La Sportiva Stream GTX und der Salewa Mountain Trainer Mid Gore-Tex sind nun unter „Außerdem getestet“ gelistet.

28. Juli 2020

Wir haben den Test um neun Modelle erweitert. Unser neuer Favorit ist der Hanwag Banks GTX. Eine Empfehlung ergatterten außerdem der La Sportiva Stream GTX,  der Salewa Mountain Trainer Mid Gore Tex und der Dachstein Super Ferrata GTX.

Weitere Updates
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Wir testen laufend neue Produkte und aktualisieren unsere Empfehlungen regelmäßig. Wenn Sie informiert werden möchten, sobald dieser Testbericht aktualisiert wird, tragen Sie einfach Ihre Email-Adresse ein.

Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust: Der Freizeitsport erfreut sich einer gleichbleibend hohen Beliebtheit und spricht breite Bevölkerungsschichten an. Diese Tatsache nehmen sich auch alle namhaften Schuhhersteller Jahr für Jahr zu Herzen und bringen teils neue, teils überarbeitete Wanderschuhmodelle auf den Markt.

Wir hatten 31 Modelle verschiedenster Hersteller im Test – vom leichten Wander-Halbschuh bis hin zu einem klassischen, schweren Trekkingstiefel. Aktuell sind noch 29 der getesteten Modelle erhältlich. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

Hanwag Banks GTX

Test  Herren-Wanderschuh: Hanwag Banks GTX
Ausgezeichnet verarbeiteter Wanderstiefel mit hohem Geh- und Tragekomfort für Wanderungen aller Art.

Der Hanwag Banks GTX ist ein echtes Komfortwunder. Der Schuh überzeugt durch das beste Fußbett im Test, ist robust verarbeitet und ein treuer Begleiter auf Wandertouren verschiedener Schwierigkeitsgrade. Zwar ist er nicht der leichteste Schuh, macht dieses Manko aber durch eine hohe Stabilität wett, die ihn auch für das Tragen schwererer Lasten geeignet macht. Die stark profilierte, griffige Sohle macht ihn zudem zu einem Geländetalent.

Der Allrounder

Garmont Rambler 2.0 GTX

Test  Herren-Wanderschuh: Garmont  Rambler 2.0 GTX
Schön ausgestatteter und ebenso schön verarbeiteter Wander- und Bergstiefel mit breitem Einsatzspektrum.

Garmont hat mit dem Rambler 2.0 einen tollen Allrounder auf die Profilsohle gestellt, der uns im Test sehr gut gefallen hat. Eine schöne Verarbeitung trifft auf ein griffiges Profil, dazu gibt es einen mittelhohen Schaft, der auch mit schweren Rucksäcken viel Umknickstabilität bietet. Egal ob Hüttentour, Weitwanderung oder auch eine alpinere Bergtour – der komfortable Schuh deckt ein breites Spektrum an Bergaktivitäten ab.

Für alpinere Einsätze

Salewa Alp Trainer II Mid GTX

Test  Herren-Wanderschuh: Salewa Alp Trainer II Mid GTX
Komfortabler, leichter und technisch durchdachter Wander- und Bergstiefel mit ausgezeichneten Trageeeigenschaften.

Salewa hat mit dem Alp Trainer II Mid GTX einen Schuh entworfen, der speziell auf etwas alpineren Touren voll überzeugen kann. Der schön verarbeitete Stiefel hat eine feste Zwischensohle, lässt sich dadurch sehr präzise treten und punktet mit einer angenehmen Passform. Auch der Tragekomfort rangiert auf hohem Niveau. Dass der Schuh »Made in Europe« ist, hat uns zusätzlich gefallen. Allein für Weitwanderungen mit schwerem Rucksack ist der Schaft des Schuhs etwas zu niedrig.

Schön und leicht

Adidas Terrex Skychaser 2 Mid GTX

Test Herren-Wanderschuh: Adidas Terrex Skychaser 2 GTX Hi
Sehr leichter, schön designter Leichtwanderschuh für schnelle Touren zwischendurch.

Adidas Terrex hat mit dem Skychaser II GTX einen modern designten, aber trotzdem dezenten Leichtwanderschuh auf den Markt gebracht, der auf einem Laufschuh basiert. Der elegante Schuh dürfte daher insbesondere Outdoorfans begeistern, die gerne mal eine schnelle Feierabendtour machen oder schlicht einen Schuh suchen, der sich sehr unkompliziert trägt und schnell einsatzbereit ist.

Für Kletterfexe

Dachstein Super Ferrata MC GTX

Test  Herren-Wanderschuh: Dachstein Super Ferrata MC GTX
Toll geschnittener, fester Bergstiefel mit hoher Trittpräzision und schöner Verarbeitung.

Dachstein hat mit dem Super Ferrata GTX einen kompakten und festen Berg- und Wanderstiefel im Programm, der trotz seines Namens nicht nur in Klettersteigen, sondern in allen möglichen bergsportlichen Einsatzbereichen punkten kann. Im Test überzeugte er insbesondere durch seine tolle Passform, durch sein für einen Bergschuh seiner Klasse geringes Gewicht und eine schöne Verarbeitung.

Vergleichstabelle

Unser FavoritHanwag Banks GTX
Der AllrounderGarmont Rambler 2.0 GTX
Für alpinere EinsätzeSalewa Alp Trainer II Mid GTX
Schön und leichtAdidas Terrex Skychaser 2 Mid GTX
Für KletterfexeDachstein Super Ferrata MC GTX
Hanwag Bangri
Mammut Ducan High GTX
Scarpa ZG Lite GTX
La Sportiva Stream GTX
Salewa Mountain Trainer Mid Gore-Tex
Icebug Haze
Brütting Mount Bona High
Lowa Renegade GTX Mid
Meindl Island Pro MFS
Hanwag Alverstone II GTX
Decathlon Alltrail MT700
inov-8 Rocfly G390
inov-8 Roclite 345 GTX
Dachstein Super Leggera GTX
Dolomite Steinbock GTX 2.0
Giesswein Wool Cross X Alpine
Vaude Men's HKG Core Mid STX
Brütting Mount Meloni
Haglöfs Skuta Mid Proof
Salomon OUTline
Keen Targhee Mid WP
Salomon Outback 500 GTX
Berghaus Hillwalker II
Columbia Trailstorm Mid
Test  Herren-Wanderschuh: Hanwag Banks GTX
  • Höchster Gehkomfort im Test
  • Wasserdichte Gore-Tex Membran
  • Griffige Vibram-Profilsohle
  • Guter Halt
  • Vergleichsweise hoher Preis
Test  Herren-Wanderschuh: Garmont  Rambler 2.0 GTX
  • Hohe Umknickstabilität
  • Vielseitig einsetzbar
  • Sehr griffige Sohle
  • Fersen- und Zehenschutz
  • Viele Nähte, viele "Sollbruchstellen"
Test  Herren-Wanderschuh: Salewa Alp Trainer II Mid GTX
  • Geringes Gewicht
  • Schöne Verarbeitung
  • Gute Kraftübertragung
  • Griffige Vibramsohle
  • Schnürsystem etwas störanfällig
Test Herren-Wanderschuh: Adidas Terrex Skychaser 2 GTX Hi
  • Schöne Verarbeitung
  • Direkter Tritt
  • Ausgezeichneter Grip
  • Leicht
  • Schmutzempfindlicher Sohlenrand
Test  Herren-Wanderschuh: Dachstein Super Ferrata MC GTX
  • Schöne Verarbeitung
  • Abriebfeste Zehenkappe
  • Präziser Tritt
  • Griffige Sohle
  • Vergleichsweise teuer
Herren-Wanderschuh Test: Hanwag Bangri
  • Sehr hoher Tragekomfort
  • Griffige Vibramsohle
  • Hohe Lederqualität
  • Sehr schöne Verarbeitung
  • In der EU hergestellt
  • Teuer
Test Herren-Wanderschuh: Mammut  Ducan High GTX
  • Innovatives Strick-Obermaterial
  • Toller Sitz und Passform
  • Leichtgängige Schnürung
  • Etwas kippelig beim Gehen
Test Herren-Wanderschuh: Scarpa  ZG Lite GTX
  • Griffige Sohle
  • Funktionale Schnürung
  • Bequemes Fußbett
Test  Herren-Wanderschuh: La Sportiva Stream GTX
  • Tolle Passform
  • Geringes Gewicht
  • Griffige Vibram-Sohle
  • Komplett wasserdicht
  • Fersenhalt mangelhaft (größenabhängig)
Test  Herren-Wanderschuh: Salewa Mountain Trainer Mid Gore-Tex
  • Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Schöne Verarbeitung
  • Für einen vollwertigen Bergstiefel leicht
  • Etwas niedriger Schaft
  • Etwas unflexibel
Test  Herren-Wanderschuh: Icebug Haze
  • Ausgezeichnetes Schnürsystem
  • Griffige Sohle
  • Sehr leicht
  • Einfache Handhabung
  • Nur für einfache Wanderungen und leichte Lasten geeignet
  • Kein Umknickschutz
Test Herren-Wanderschuh: Brütting  Mount Bona High
  • Gute Preis-Leistung
  • Tolles Abrollverhalten
  • Wasserdichte Eigenmembran
  • Leder saugt sich voll
Test Herren-Wanderschuh: Lowa  Renegade GTX Mid
  • Gutmütige, breite Passform
  • Bequemer Schaft
  • Etwas angestaubte Optik
Test  Herren-Wanderschuh: Meindl Island Pro MFS
  • Sehr robuste Verarbeitung
  • Hoher, sehr umknicksicherer Schaft
  • Feste Konstruktion
  • Hohes Maß an Zuverlässigkeit
  • Hohes Gewicht
  • Unflexible Konstruktion
  • Klobig
Test Herren-Wanderschuh: Hanwag Alverstone II GTX
  • Stabilster Schuh im Test
  • Griffiges Profil für grobes Gelände
  • Hoher, umknicksicherer Schaft
  • Hohes Gewicht (in dieser Schuhklasse aber vertretbar)
Herren-Wanderschuh Test: Trekkingschuhe Alltrail Mt700 Wa
  • Angenehmer Tragekomfort
  • Warm
  • Ausgezeichneter Grip
  • Haltbarkeit Oberschuh zweifelhaft
  • Etwas unangenehmer Knick im Vorfußbereich
Test Herren-Wanderschuh: inov-8 Rocfly G390
  • Ausgezeichnete Dämpfung
  • Sehr leicht
  • Tolles Abrollgefühl
  • Etwas unpräziser Tritt
Test  Herren-Wanderschuh: inov-8 Roclite 345 GTX
  • Extrem leichtes Gewicht
  • Wasserdicht durch Gore-Tex
  • Griffige Sohle
  • Sehr weich
  • Verlangt den gut trainierten Fuß
Test Herren-Wanderschuh: Dachstein  Super Leggera GTX
  • Innovative Strickkonstruktion
  • Tolles Klimamanagement
  • Griffige Sohle
  • Für einen Bergschuh wenig Stabilität
  • Wenig Fußführung (größenabhängig!)
Test  Herren-Wanderschuh: Dolomite Steinbock GTX 2.0
  • Schönes Design
  • Wasserdichte Membran
  • Inkonsistenter Sohlenaufbau
  • Bei schwererer Beladung etwas schwammiges Gehgefühl
Test Herren-Wanderschuh: Giesswein Wool Cross X Alpine
  • Angenehmer Tragekomfort
  • Perfekt für Winterwanderungen
  • Flexibel
  • Etwas schwammiger Tritt
  • Aufbau bedingt robust
Test  Herren-Wanderschuh: Vaude Men's HKG Core Mid STX
  • Umweltfreundliche Produktion
  • Zeitloses Design
  • Wasserdichte Sympatex-Membran
  • Sehr weiche Sohle
  • Schwammige Geh-Performance
Test  Herren-Wanderschuh: Brütting Mount Meloni
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Guter Sohlengrip
  • Schlecht gedämpftes Fußbett
  • Weiche Schnürung
  • Mangelhafte Verarbeitung
Test Herren-Wanderschuh: Haglöfs Skuta Mid Proof
  • Sehr komfortabel
  • Vergleichsweise leicht
  • Sohle etwas zu weich
  • Fragwürdige Haltbarkeit
Test Herren-Wanderschuh: Salomon  OUTline
  • Leichtester Schuh im Test
  • Griffiges Profil
  • Gute Dämpfung
  • Keine wasserdichte Membran
  • Geringe Umknickstabilität
Test Herren-Wanderschuh: Keen Targhee Mid WP
  • Komfortables Fußbett
  • Reflektierende Elemente und praktische Anziehschlaufe
  • Sehr breite Konstruktion
Test  Herren-Wanderschuh: Salomon Outback 500 GTX
  • Tolle Verarbeitung
  • Wasserdicht
  • Hoher, stabiler Schaft
  • Eher weiche, durchbiegende Sohle
  • Schaftkonstruktion neigt zum Reiben
Test Herren-Wanderschuh: Berghaus Hillwalker II
  • Gefälliges, schnörkelloses Design
  • Wasserdicht
  • Fußbett nicht überzeugend
  • Spielt beim Komfort nicht vorne mit
Test  Herren-Wanderschuh: Columbia Trailstorm Mid
  • Sehr leicht
  • Sehr komfortabel
  • Extrem weicher Aufbau
  • Schnürung ineffektiv
  • Schwammiges Gehgefühl
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Das sollten Sie beim Kauf über Wanderschuhe wissen

Die Hersteller werden nicht müde, sich bei Wander- und Bergschuhen mit Fachbegriffen, neuen technischen Kniffen und Innovationen voneinander abzugrenzen und so zu versuchen, jede Saison das Schuh-Rad neu zu erfinden. Vieles bleibt jedoch seit Jahren unverändert – so wie die hier erklärten Begriffe.

Vibram-Sohle

Die italienische Marke Vibram spielt in der Schuhindustrie eine ähnliche Rolle wie die Marke Bosch in der Automotive- und E-Bike-Industrie. Wander- und Bergschuhe sind ohne das sechseckige Logo schlichtweg nicht denkbar. Im Test verwenden die meisten Hersteller Vibram-Sohlen.

Vibram-Sohlen sind marktführend

Allein Salomon und Keen setzen auf Eigenentwicklungen. Warum aber diese Marktdominanz? Das liegt ganz einfach daran, dass Vibram sich schon sehr früh einen Namen in der Bergschuhindustrie gemacht hat und nur wenig Konkurrenz zu fürchten hatte. Schon 1937 meldete Firmengründer Vitale Bramani seine Sohle zum Patent an.

Was unterscheidet Wanderschuhe von Trekking- und Bergstiefeln?

Hier ist ein Blick auf die von der bayerischen Firma Meindl eingeführte Schuh-Kategorisierung nützlich. Sie teilt outdoortaugliche Schuhe anhand verschiedener Merkmale in die Klassen A, B, A/B, B/C, C, D und F ein. Dabei wird unter anderem zwischen Wanderschuhen mit hohem Schaft (A/B), Trekkingstiefeln (C) und Bergstiefeln (D) unterschieden. Den Unterschied macht unter anderem ein steiferer und höherer Schaft sowie die Steifigkeit der Zwischensohle aus.

Zwischensohle

Die Zwischensohle bezeichnet den Schuh-Unterbau – also jenes Bauteil des Schuhs, das zwischen der tatsächlichen Schuhsohle und dem Fußbett liegt. Je nach Einsatzbereich und Hersteller ist sie entweder weich, um ein gutes Gefühl für den Untergrund und einen hohen Gehkomfort zu ermöglichen, oder hart, um dem Träger auch auf grobem Geröll und auf alpinen Steigen ausreichend Halt und Gehkomfort zu bieten.

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Auf solchem Terrain ist eine harte Zwischensohle hilfreich.

Obermaterial

Den guten alten Vollleder-Bergschuh gibt es zwar noch – man muss ihn aber zwischen allerlei innovativeren Schuhen suchen. An seine Stelle sind Schuhmodelle mit den verschiedensten Materialkombinationen getreten. Wie bei den Laufschuhen zeigt sich auch bei den Bergschuhen der Trend hin zu Modellen, die über ein Obermaterial aus gestricktem Gewebe, auf neudeutsch gerne auch »Knit« genannt, verfügen.

Schafthöhe

Für leichte Wanderungen mit wenig oder keinem Gepäck reicht ein Halbschuh im Grunde aus. Führt der Weg jedoch in steileres Gelände, sollte man zu einem Schuh mit hohem Schaft greifen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen lastet bei höherem Rucksackgewicht auch eine höhere Belastung auf Fuß und Fußgelenk. Kommt dann noch unwegsames Gelände hinzu, wird gleichzeitig auch die Gefahr umzuknicken größer. Ein Schuh mit hohem Schaft bietet also schlichtweg mehr Sicherheit.

Gore-Tex bei Wanderschuhen

Gore-Tex ist mit den Jahren zum Industriestandard bei wasserdichten Schuhen geworden. Nur wenige Hersteller wagen es, mit anderen wasserdichten Membranen und Materialien zu arbeiten, und so verwundert es nicht weiter, dass unter den neun getesteten Schuhmodellen nur zwei Hersteller mit Eigenentwicklungen arbeiten – Brütting mit Comfortex und Keen mit seinem KEEN Dry. Salomon verbaut im OUTline gar keine Membran.

Von Gore-Tex kommen die meisten wasserdichten Membranen

Der Test bot allerdings keine Plattform, um die beiden »Alternativmembrane« einem Langzeittest zu unterziehen. Somit muss in diesem Rahmen die Frage offen bleiben, ob die Eigenmembranen auf lange Sicht dem Platzhirsch Gore-Tex das Wasser reichen können.

 Herren-Wanderschuh Test: Banks (1)
Die Hanwag Banks GTX überzeugen mit einem ausgezeichneten Tragekomfort.

Unser Favorit: Hanwag Banks GTX

Reinschlüpfen, Wohlfühlen, Loslaufen: So lautet das Motto für den Hanwag Banks GTX. Der Schuh verfügt über eines der besten – wenn nicht das beste Fußbett im Test. Die traditionsreiche Bergschuhfirma aus dem oberbayerischen Vierkirchen hat ein Komfortwunder gezaubert, dass unter den insgesamt 19 getesteten Schuhen seinesgleichen sucht.

Unser Favorit
Hanwag Banks GTX
Test  Herren-Wanderschuh: Hanwag Banks GTX
Ausgezeichnet verarbeiteter Wanderstiefel mit hohem Geh- und Tragekomfort für Wanderungen aller Art.

Man darf vom Hanwag Banks GTX indes keine Bergschuh-Wunder erwarten – für anspruchsvolleres Klettersteig- oder Hochtourengelände ist er aufgrund seiner recht weichen Zwischensohle nicht geeignet. Doch als Wander- oder auch leichter Trekkingstiefel ist er geradezu ideal. Aufgrund seines vergleichsweise hohen Schafts eignet er sich auch zum Tragen schwererer Lasten wie beispielsweise einer Kraxe oder eines schweren Rucksacks.

Im Rahmen einer Familienwanderung in den bayerischen Voralpen können wir den Hanwag Banks GTX ausgiebig testen. Der braun in braun gehaltene Schuh hat einen klassischen Look – bloß keine Experimente! Dass der Wanderschuh mit Gore-Tex ausgestattet ist, ist bei Hanwag fast schon selbstverständlich. Wir fordern dem Schuh eigens eine kleine Wat-Wanderung im Bach ab. Ein optischer Genuss, wie das Wasser vom Schuh abperlt, man will gar nicht mehr heraus aus dem Bachbett!

1 von 5
Herren-Wanderschuh Test: Banks (4)
Wie die meisten anderen Schuhe im Test verfügen auch die Hanwag Banks GTX über eine wasserdichte Gore Tex-Membran.
Herren-Wanderschuh Test: Banks (5)
Am Schaft setzt Hanwag auf flexibles, Neopren-ähnliches Material.
Herren-Wanderschuh Test: Banks (3)
Hinguckereffekt: Wasser perlt von der Oberfläche der Schuhe einfach ab.
Herren-Wanderschuh Test: Banks
Die Hanwag Banks GTX werden in Kroatien hergestellt.
Herren-Wanderschuh Test: Banks (2)
Eine griffige Vibram-Sohle rundet die Ausstattung der Schuhe perfekt ab.

Beim Banks GTX setzt Hanwag primär auf einen Außenschuh aus Leder. Zwar besteht dieser – im Gegensatz zum Meindl – aus mehreren Teilen und ist am Schaft durch neoprenartiges Material unterbrochen, dürfte den Kunden aber trotzdem im Vergleich zu den »Plastikschuhen« von etwa La Sportiva mit einem längeren Produktleben erfreuen.

Ein kleines Manko ist das Gewicht. Mit 738 Gramm pro Schuh ist der Hanwag Banks GTX nicht ganz leicht. Trotzdem hat uns der Schuh aufgrund seines Tragekomforts echt begeistert. Er ist somit ein heißer Tipp für alle, die bisher von mangelhaften Fußbetten und unkomfortablen Schuhen heimgesucht wurden.

Hanwag Banks GTX im Testspiegel

Das Bergzeit Magazin hat den Hanwag Banks GTX getestet und schließt mit einem positiven Fazit:

»Dass hier hochwertiges Material mit meisterlicher Qualität verarbeitet wurde spürt man deutlich. Durch die Kombination aus Leichtwanderschuh, notwendiger Trittsicherheit, Knöchelschutz und Tragekomfort ist der Schuh ein super Wanderschuh.«

Auch das Outdoor Magazin ist von der Performance des Banks überzeugt, hat allerdings 2017 das Nachfolgermodell getestet:

»Mittels der butterweich laufenden Schnürung lässt sich der komfortable Schaft des Hanwag Banks II GTX sauber anpassen, die Sohle (Vibram »Endurance«) dämpft gut, rollt geschmeidig ab und bietet ein griffiges Profil.«

Der ruhr-guide.de, das »Online Magazin für das Ruhrgebiet«, attestiert dem Hanwag Banks GTX ebenfalls ausgezeichnete Trageeigenschaften:

»Sehr gelungen ist die Passform – einsteigen und wohl fühlen heißt hier die Devise! Wenige Schuhe tragen sich so bequem wie der Banks – und das ohne lästiges Einlaufen!«

Stiftung Warentest hat im September 2022 zehn Paar Wanderschuhe getestet. Darunter war der Hanwag Banks GTX zwar nicht, jedoch der Salewa Alp Trainer II Mid GTX, den wir unter unseren Alternativen führen. Prompt konnte sich der Salewa bei der Stiftung Warentest mit einer Gesamtnote von 1,4 (sehr gut) den Testsieg sichern.

Alternativen

Der Hanwag Banks GTX hat uns voll überzeugt. Doch auch die anderen Hersteller im Test haben mitunter interessante Modelle im Programm, die für andere Einsatzbereiche konstruiert wurden.

Allrounder mit Alpin-Ambitionen: Garmont Rambler 2.0 GTX

Der Garmont Rambler 2.0 GTX nimmt es mit allem auf – und macht seinem Namen alle Ehre, schließlich heißt »Rambler« auf deutsch so viel wie »Wanderer«. Der Schuh fühlt sich jedoch nicht nur auf Wanderwegen im herkömmlichen Sinn auf – das wird schon beim Auspacken deutlich. Vom Design her erinnert der Schuh an einen Hochtourenstiefel – instinktiv trauen wir dem Schuh sehr viel zu. Das liegt an der italienischen Herkunft. Garmont hat seinen Stammsitz im Veneto, was man am farbenfrohen, unkonventionellen Design erkennt.

Der Allrounder
Garmont Rambler 2.0 GTX
Test  Herren-Wanderschuh: Garmont  Rambler 2.0 GTX
Schön ausgestatteter und ebenso schön verarbeiteter Wander- und Bergstiefel mit breitem Einsatzspektrum.

Im Test geht es gleich mal auf zwei etwas schroffere Karwendel-Zweitausender. Auf dass sich der Schuh beweisen möge! Beim Reinschlüpfen fällt die breite Passform der Garmonts sofort positiv auf – auch etwas breitere Füße haben hier problemlos Platz. Auf unserem gewundenen, wurzeldurchsetzten Pfad über groben Schotter können die Vibram-Sohlen zeigen, was sie drauf haben – und das tun sie auch! Gut gefällt und auch die direkte, feste Schnürung, die bereits beim ersten Schnürvorgang den Fuß gut fixiert, was bei anderen Modellen, wie wir feststellen mussten, beileibe keine Selbstverständlichkeit ist.

1 von 5
Herren-Wanderschuh Test: Garmont
Waschechter Italiener – durch sein farbenfrohes Design grenzt sich der Schuh angenehm von der Masse ab.
Herren-Wanderschuh Test: Garmont (1)
Die Zehen- ...
Herren-Wanderschuh Test: Garmont (2)
... und Fersenpartie sind verstärkt.
Herren-Wanderschuh Test: Garmont (3)
Die Schnürung ist leichtgängig und gut zu bedienen.
Herren-Wanderschuh Test: Garmont (4)
Die Vibram-Sohle ist griffig, der Schuh rollt schön ab.

Wir testen den Garmont nur wenige Tage nach dem Brütting Mount Meloni. Der Unterschied, was das Fußbett angeht, ist frappierend. Zwar sind beide Schuhe »Made in Fernost« – der Brütting in China, der Garmont in Vietnam – der Gehkomfort ist jedoch beim Garmont auf einem gänzlich anderen Niveau, hier merkt man einfach den Unterschied vom Qualitätshersteller zur Billigmarke. Sind wir beim Brütting Mount Meloni froh gewesen, dass die Tour zu Ende ist, will der Garmont mehr. Unser 2028 Meter hoher Gipfel ist ihm fast schon zu zahm, also hängten wir gleich noch einen dran.

Ein etwas alpineres Ziel – womöglich sogar mit Querung eines Schneefelds – wäre für den Schuh auch kein Problem gewesen. Auch beim Weg bergab punktet der Rambler 2.0 GTX mit einem ausgezeichneten Grip. Egal ob nasser Wiesenpfad, schmaler Steig, ausgewaschener Fahrweg oder am Ende Teerstraße – der Garmont Rambler 2.0 GTX kann alles. Aufgrund der Gore Tex-Membran kann man auch durch Bäche waten. Je nach Händler berappt man für den Schuh zwischen 160 und 180 Euro – nicht viel Geld wenn man bedenkt, was der Schuh bietet und wie breit er sich einsetzen lässt. Von uns gibt es dafür einen Allround-Tipp.

Ein Schuh fürs Grobe: Salewa Alp Trainer II Mid GTX

Auf Anhieb sehr gut gefallen hat uns der Salewa Alp Trainer II Mid GTX. Der Traditionshersteller und Outdoor-Vollausstatter hat in den vergangenen Jahren den Sprung vom oftmals etwas belächelten Nischenproduzenten (zumindest im Schuhbereich) zum ernstzunehmenden Schuhhersteller geschafft.

Für alpinere Einsätze
Salewa Alp Trainer II Mid GTX
Test  Herren-Wanderschuh: Salewa Alp Trainer II Mid GTX
Komfortabler, leichter und technisch durchdachter Wander- und Bergstiefel mit ausgezeichneten Trageeeigenschaften.

Unsere Sympathie für den grau-schwarzen Schuh mit den neongrünen Farbtupfern rührt in erster Linie von seiner gutmütigen, recht breiten Passform her. Wander- und Bergfans, die bisher eher unter zu schmalen Schuhen zu leiden hatten, werden begeistert sein – hier zwickt nichts und engt nichts ein, speziell im Vorderfußbereich bietet der Salewa eine Menge Platz. Gut gefallen hat uns auch die auf Anhieb schön griffige Vibram-Sohle, die die perfekte Balance aus Kraftübertragung und Gummihärte mitbringt. Ergebnis ist ein Grip, der im Testfeld seinesgleichen sucht.

In einem ersten Test entführen wir den Schuh auf eine 500-Höhenmeter-Tour mit dem Nachwuchs in der Kraxe. Schnell zeigt sich: Dieser Schuh will mehr! Trotz seines mittelhohen Schafts bietet er mit dem schweren Gepäck (wie haben etwa 20 Kilogramm am Rücken) einen guten Umknickschutz. Unser Weg führt über steile, mitunter schlammige Wurzelpfade, über Kies- und Wiesenwege. Der Schuh gibt sich nirgends die Blöße, das ist die super Kombination aus Sicherheit, Grip und Umknickschutz.

1 von 5
Herren-Wanderschuh Test: Salewa (1)
Der Salewa Herren Alp Trainer II Mid GTX ist ein Vielseiter mit Hang zum Alpineinsatz.
Herren-Wanderschuh Test: Salewa (2)
Der Schuh ist etwas großzügiger geschnitten und kommt breiteren Füßen entgegen.
Herren-Wanderschuh Test: Salewa (3)
Das 3F-Schnürsystem sorgt für besten Halt – so lange man es sorgfältig schnürt.
Herren-Wanderschuh Test: Salewa (4)
Der Griff der Vibram-Sohle überzeugt auf allen Untergründen.
Herren-Wanderschuh Test: Salewa (5)
Der halbhohe Schuh bietet eine gute Kombination aus Bewegungsfreiheit und Umknickschutz.

Dann, kurz bevor wir wieder den Startpunkt erreichen, passiert es: Die dünnen Schnüre des Salewa-eigenen 3F-Systems am linken Schuh, mit dem der Fuß besser im Schuh fixiert werden soll, verhaken sich mit einer Öse der Schnürung des rechten Schuhs. Beinahe legt es uns der Länge nach hin – die Schnüre sind aus Metall. Am linken Schuh ist die Plastikführung des 3F-Systems eingerissen, die Schnur steht nun etwas hervor. Unser Tipp: Um dies zu verhindern, sollte man beim Schnüren der Alp Trainer II GTX darauf achten, dass die Metallschnüre des 3F-Systems eng am Schaft anliegen! Außerdem sollten sich die Salewa-Produktdesigner überlegen, ob sie das 3F-System nicht etwas »stolpersicherer« unterbringen können.

Wie dem auch sei, den Gesamteindruck des Schuhs trübt dieses Manko kaum. Der Bergschuh des Südtiroler Herstellers mit Münchner Wurzeln ist und bleibt ein Vielseiter für Wanderungen und Bergtouren, die gerne auch mal alpinen Touch oder Klettersteigpassagen haben dürfen. Achja: Gore-Tex ist selbstverständlich auch an Bord – feuchte Wiesen und Bachpassagen sind also kein Problem!

Leichter Schuh für schnelle Einsätze: Adidas Terrex Skychaser II

Beim Skychaser II Mid von Adidas Terrex fällt gleich mal eines auf: die weiße, schmutzempfindliche Zwischensohle. Echt jetzt, Adidas? Kein traditioneller Wanderschuh-Hersteller käme auf diese Idee – aber wir wollen mal nicht so sein. Immerhin lässt sich der Schuh nach den ersten Ausflügen ins Gelände relativ leicht wieder reinigen. Trotzdem: Schuhe, die (auch) für den Matscheinsatz gemacht sind, sollten in unseren Augen etwas »matschunempfindlicher« gestaltet sein.

Schön und leicht
Adidas Terrex Skychaser 2 Mid GTX
Test Herren-Wanderschuh: Adidas Terrex Skychaser 2 GTX Hi
Sehr leichter, schön designter Leichtwanderschuh für schnelle Touren zwischendurch.

Vom Design her erinnert der halbhohe, mit Gore-Tex ausgestattete Schuh an Adidas-Klassiker aus den späten 80ern. Schön zu sehen, wie die Herzogenauracher ältere Designelemente mit innovativem Design kombinieren und einen schönen neuen Schuh kreieren. Uns gefällt insbesondere die unkomplizierte Passform, die recht straffe Abstimmung des gesamten Schuhs und das leichte Gewicht – man schlüpft gerne hinein in den Adidas. Die Sohle ist griffig, auf ersten kurzen Test-Wanderungen macht der Schuh auf Anhieb Spaß – auf Adidas ist Verlass.

1 von 9
Test: Wanderschuh Adidas Skychaser00001
Die Adidas Terrex Skychaser Mid II GTX erinnern ein wenig an Adidas-Designklassiker aus den 80ern.
Test: Wanderschuh Adidas Skychaser00002
Sie sind durch GORE-TEX zuverlässig wasserdicht.
Test: Wanderschuh Adidas Skychaser00004
Die widerstandsfähige Continental-Sohle hat uns besonders gefallen.
Test: Wanderschuh Adidas Skychaser00005
Anstatt zu vieler Nähte setzt Adidas auf Verschweißungen.
Test: Wanderschuh Adidas Skychaser00008
Details wie die Anziehschlaufe sind gelungen.
Test: Wanderschuh Adidas Skychaser00007
Auch die Zunge der Skychaser II ist komfortabel ausgeführt.
Test: Wanderschuh Adidas Skychaser00009
Schön sind auch die großen, gut funktionierenden Schnürhaken.
Test: Wanderschuh Adidas Skychaser00003
Interessante Lösung: Die unteren Schnürhaken sind als Ösen ausgeführt.
Test: Wanderschuh Adidas Skychaser00010
Die Adidas gehen durchaus auch als Alltagsschuh durch.

Im Geländetest geht es mit dem Nachwuchs in der Kraxe auf eine Wanderrunde im bayerischen Voralpenland – gerade hier kommt es auf einen direkten, sicheren Tritt und eine gute Umknickstabilität an. Wo viele andere Leichtbergschuhe aufgrund eines schwammigen Schafts und eines vielleicht aufwändigen, aber für »Schwerlasteinsätze« zu weichen Dämpfungssystems Federn lassen würden, gefällt uns der Adidas sehr gut. Er bietet das mit schwererer Zuladung unerlässliche Sicherheitsgefühl. Beim Durchwaten kleiner Bäche sorgt Gore-Tex für trockene Füße, die Continental-Sohle überzeugt durch einen verlässlichen Grip.

Für den Schuh ruft Adidas einen stolzen Preis von rund 200 Euro ab. Da der Skychaser II Mid im Netz jedoch schon deutlich günstiger zu haben ist, wollen wir nicht so sein – denn auch die Verarbeitung weiß zu überzeugen. Anstatt zu vieler Nähte setzt Adidas auf Verschweißungen – und wo Nähte sind, werden diese durch applizierte Materialschichten verdeckt und abgedichtet. Zum Ende des Tests nehmen wir den Adidas noch einmal mit auf eine Wanderung durch taunasses Gras an der Isar und kommen schnell zu dem Schluss, dass Mammuts Ducan High GTX, der bisher unser Leichtwanderschuh-Tipp war, den Titel an Adidas abgeben muss. Mit einem Paargewicht von 1008 Gramm sticht Adidas Mammut in dieser Kategorie aus.

Für Kletterfexe: Dachstein Super Ferrata MC GTX

Gerade noch rechtzeitig hat es der Dachstein Super Ferrata MC GTX in den Test geschafft. Uns bleiben nur noch wenige Wochen zum Testen. So nehmen wir den Schuh kurzerhand auf eine anspruchsvolle, schnelle und vor allem steile Tour im Karwendel mit. Zwar werden wir ihn nicht in einem Klettersteig testen können, aber doch auf einem steilen, felsdurchsetzten Pfad durch das Gumpenkar hinauf auf das 2452 Meter hohe Gamsjoch.

Für Kletterfexe
Dachstein Super Ferrata MC GTX
Test  Herren-Wanderschuh: Dachstein Super Ferrata MC GTX
Toll geschnittener, fester Bergstiefel mit hoher Trittpräzision und schöner Verarbeitung.

Was sofort auffällt, ist die tolle Passform des nur gut 1.300 Gramm schweren Schuhs – übrigens ein toller Wert für einen Lederstiefel. Der Super Ferrata MC GTX schmiegt sich dem Fuß förmlich an, man fühlt sich sofort wohl. Die Zehenkappe ist aus abriebfestem Material gefertigt, was sich insbesondere bei Steil- und Kletterstücken bezahlt machen dürfte. Am Gipfel unserer Test-Tour angekommen, erwischt uns ein ordentlicher Graupelschauer. Zum Glück hat der Super Ferrata MC GTX Gore-Tex, der Fuß bleibt also angenehm trocken und warm.

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Herren-Wanderschuh Test: Dachstein (1)
Die Dachstein Super Ferrata MC GTX überzeugen mit einem ausgezeichneten Sitz.
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An diesen Schuhen ist nicht zuviel und nicht zu wenig dran – Ergebnis ist ein schnittiges Profil.
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Dachstein ist stolz auf seine österreichische Herkunft.
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Hergestellt wird der Schuh indes in Bulgarien – im Vergleich zu den Fernost-Produkten im Test ein klares Plus!
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An der Zehenkappe kommt besonders griffiges und robustes Material zum Einsatz.
Herren-Wanderschuh Test: Dachstein (2)
Die Vibram Megagrip-Sohle hat speziell auf nassem Untergrund voll überzeugt.

Beim Abstieg überzeugt der Stiefel durch einen festen, kontrollierten Grip – durch das geringe Volumen weiß man bei diesem Schuh stets, wo man hintritt. Trotz der glitschigen Felsen erleben wir keinen einzigen Ausrutscher. Nicht zuletzt sorgt der aus Neopren gefertigte Schaft stets dafür, dass man ein angenehmes, sicheres Tragegefühl hat.

Dachstein ist mit dem Super Ferrata GTX ein schöner Allrounder gelungen, der bei Weitem nicht nur beim Klettersteigeinsatz, sondern auch bei alpineren, felsdurchsetzten Wandertouren punkten kann. Besonders gefallen hat uns, dass der Schuh rundum durchdacht ist – da ist nicht zu viel dran und nicht zu wenig. Allein Schwerlastträger würden sich einen etwas höheren Schaft wünschen. Dieser lässt dem Fuß viel Bewegungsfreiheit, was im Fels wiederum von Vorteil ist.

Außerdem getestet

Mammut Ducan High GTX

Der Mammut Ducan High GTX hat uns ehrlich überrascht. Auf einer Kraxentour musste der Schuh vom Start der Wanderung aus beweisen, was er kann – und wusste vom ersten Schritt an durch einen fantastischen Sitz zu überzeugen. Das liegt sicherlich auch an seiner innovativen Zungenkonstruktion. Beim Ducan ist die Zunge nicht wie bei anderen Schuhmodellen als separates Bauteil in den Oberschuh eingesetzt, Oberschuh und Zunge bestehen vielmehr aus einem einzigen Stück Textil. Das hat den Vorteil, dass sich weniger Druck- und Reibestellen ergeben und der Schuh sich wie eine Socke dem Fuß anschmiegt.

Man merkt Mammut an, dass die Firma mit der Übernahme des Schweizer Schuhherstellers Raichle vor einigen Jahren eine Menge Schuh-Know-How eingekauft und dieses weiterentwickelt hat. Die Passform weiß auch bei schwerer Beladung zu überzeugen, der Schuh wendet sich an »Durchschnittsfüße« – doch auch mit einem eher schmalen und langen Fuß wackelt und ruckelt nichts und der Schuh macht auch nach einem langen Wandertag über Feldwege, schmale Wiesenpfade und Felsstufen Spaß. Der moderat hohe Schaft gibt dem Fuß auch bei schwerer Beladung und auf längeren Querungen ausreichend Halt.

Das Auge kauft mit – das gilt auch für den Mammut Ducan High GTX. Sein futuristisches Design mag Liebhaber klassischer Kernlederschuhe abschrecken – wir finden die Kombination aus Knit-Obermaterial, der leicht asymmetrischen Schnürung und der weit nach oben gezogenen Vibram-Profilsohle richtungsweisend und ansprechend. Hier ist kein bisschen Material verschwendet worden – was sich auch am vergleichsweise niedrigen Gewicht von rund 1.100 Gramm bei Größe EUR 44 2/3 bemerkbar macht. Ein Schuh, wie gemacht für gewichtsoptimierte Hütten- und Tagestouren.

Hanwag Bangri

Schon vor längerer Zeit haben wir davon gelesen, dass der bayerische Traditionshersteller Hanwag Wanderschuhe aus Yakleder herstellt. Entsprechend gespannt sind wir auf die Hanwag Bangri. Das Öffnen des Schuhkartons ist dann auch eine kleine Offenbarung. Der in dezentem anthrazit/schwarz gehaltene Stiefel macht von Beginn an einen eleganten, ja exklusiven Eindruck. Die Exklusivität des Schuhs hat natürlich ihren Preis – je nach Händler schlagen die Schuhe mit etwa 215 bis 270 Euro (das ist die UVP von Hanwag) zu Buche.

Wie kein anderer Schuh in unserem Test fasst sich der Hanwag Bangri geschmeidig und anschmiegsam an. Er ist ein Hand- und erst recht Fußschmeichler. Wie bei anderen Schuhen der Marke merkt man sofort, über wie viel Erfahrung Hanwag verfügt. Die raffinierte Schnürung funktioniert ausgezeichnet und nahezu reibungslos, bei der Sohle setzt Hanwag auf bewährtes Material aus dem Hause Vibram. Das Hineinschlüpfen ist schlichtweg ein Genuss, der Fuß fühlt sich wohl.

Fast ist uns der Hanwag zum Anziehen zu schade – aber auch er muss sich einem umfangreichen Test unterziehen. Auf einer längeren Wanderung im Voralpenland, mitunter im strömenden Regen und mit einer Bachquerung, kann der Schuh zeigen, was er drauf hat. Ohne langes Einlaufen macht der Schuh sofort Spaß: Das Hanwag-Fußbett ist eine Wucht, um es mal so auszudrücken. Das liegt mitunter an der Einlegesohle – sie gehört unserer Meinung nach zu den besten unseres Tests.

Auf und ab führt unser Pfad, die flexible Vibram-Endurance-Sohle sorgt stets für einen ausgezeichneten Halt. Der Schuh ist beim Durchwaten der Bäche auch ohne Membran schön dicht. Der Bangri ist ein klassischer Wander- und Trekkingstiefel. Wird es zu alpin, ist der Sohlenaufbau etwas zu weich. Was den elegant designten Stiefel auszeichnet, ist die überragende Verarbeitung. Der Hanwag ist ein Schuh für die Ewigkeit, wenn man ihn entsprechend pfleglich behandelt.

Scarpa ZG Lite GTX

Scarpa ist einer der erfolgreichsten italienischen Bergschuhhersteller und hat schon unzählige Expeditionen in die hohen Berge der Welt mit robustem Schuhwerk ausgestattet. Das merkt man zweifelsohne auch dem ZG Lite GTX an. Die robuste Verarbeitung mit einer steifen Zwischensohle prädestiniert den Schuh für Wanderungen, bei denen es auch mal zur Sache geht – sei es, weil der Weg geröllig, alpiner und damit steiler wird, sei es, weil sich die Distanz der Tagesetappe in die Länge zieht.

Mit seinen 1336 Gramm ist er immer noch ausreichend leicht, um am Fuß nicht durch zu viel Gewicht aufzufallen. Auch hier sorgt eine Vibram-Profilsohle für einen ausgezeichneten Grip – sie fällt im Falle des ZG Lite GTX etwas breiter und aggressiver aus als beim Mammut und bietet somit auch auf technischeren, ausgesetzten Pfaden und Wegen und beim Tragen schwererer Rucksäcke guten Halt.

Im Gegensatz zum Ducan GTX setzt Scarpa auf Spaltleder als Obermaterial, das durch textile Elemente ergänzt wird. In Kombination mit der robusten, flexiblen Kunststoff-Zehenkappe sorgt das für eine lange Lebensdauer beim etwas härteren alpinen Einsatz. Nicht zuletzt schafft der Scarpa ZG Lite GTX meisterhaft den Spagat zwischen leichtem Trekkingstiefel und klettersteigtauglichem Leichtbergstiefel.

Wie wenige andere Schuhe im Testfeld deckt der ZG Lite GTX somit ein breites Spielfeld an Einsatzbereichen ab und ist damit eine gute Wahl für Wanderer, die sich nicht sicher sind, wohin die nächste Bergreise genau führen soll und die gerade deswegen einen möglichst vielseitigen Schuh suchen.

La Sportiva Stream GTX

Der Stream GTX des italienischen Herstellers La Sportiva war im Test ein Nachzügler – und wir sind dankbar, dass es der Schuh doch noch in den Test geschafft hat, denn er konnte auf ganzer Linie überzeugen. Man merkt La Sportiva auch bei diesem Modell schnell an, dass das Unternehmen über viel Erfahrung in der Herstellung passgenauer Bergschuhe verfügt. Zwar kommt er nicht ganz an den Komfort des Hanwag Banks GTX heran, wiegt dafür aber fast ein Pfund (im Paar) weniger, was man beim Wandern und Bergsteigen schnell merkt.

Der Stream GTX will den Spagat schaffen zwischen leichtem Trekkingstiefel und technischem Bergschuh. Das schafft er unserer Meinung nach auf hervorragende Weise und lässt sich damit wunderbar vielseitig einsetzen. Was die Passform angeht, fühlt sich das Modell schon beim ersten Anziehen an wie angegossen. Der Schuh trägt sich trotz seines auf den ersten Blick weit ausladenden Schaftes auch sehr komfortabel, lässt sich sehr leicht schnüren und bietet einen festen Griff, egal ob auf nassen Bachkieseln, auf glitschigem Waldboden oder auf trockenem Fels und kiesigen Bergpfaden. Was für ein Kontrast zu extrem weichen Schuhen wie dem Vojo 2 Mid von Jack Wolfskin! Da merkt man, wer im Schuhmachergewerbe zu Hause ist.

Beim Test nehmen wir den Schuh – passend zu seinem Namen – mit auf eine Bachtour mit anschließender Gipfelbesteigung. Im Bach kann die wasserdichte Gore-Tex Surround-Membran zeigen, was sie kann. Unser Aufstieg führt quasi komplett im Bach entlang – ausgezeichnete Testverhältnisse! Und siehe da, die Füße bleiben komplett trocken, der Schuh überzeugt mit einem festen, aber nie unbequemen Sitz. Anschließend geht es zum Teil weglos den Berg hinauf. Auch hier kann der nur 1040 Gramm (Paar) schwere Italiener überzeugen. Der Schuh ist zwar nichts für Fans von Lederschuhen – auf der anderen Seite: Hey, für diesen Schuh musste kein Tier sterben! Nur knapp schrammt der Stream GTX an den Rängen vorbei.

Salewa Mountain Trainer Mid Gore-Tex

Salewa ist eine der größten Bergsportmarken auf dem deutschsprachigen Markt. Die Marke wird auch gerne als »Vollsortimenter« bezeichnet, was bedeutet, dass es von Salewa im Outdoorsport-Bereich schlichtweg alles zu kaufen gibt – von A wie Abseilachter bis Z wie Zelt.

Die ursprünglich in München gegründete und inzwischen zur südtiroler Oberrauch-Gruppe gehörende Marke bietet schlichtweg alles, was das Bergsteigerherz begehrt. Unser Verhältnis zu Salewa ist indes etwas zwiespältig. Zwar haben wir durchaus gute Erfahrungen mit Salewa gemacht – eine wasserdichte, zuverlässige Powertex-Überhose vor rund 25 Jahren machte den Anfang. Andere Produkte – wir erinnern uns an ein leidlich gut verarbeitetes, aber undichtes Zelt – haben uns weniger begeistert.

Zu den Mountain Trainer Mid Gore-Tex Herren Schuhen schöpfen wir jedoch sofort Vertrauen. Schon als wir sie aus dem Karton ziehen, machen die Schuhe einen grundsoliden, für einen alpinen Bergschuh erstaunlich leichten und auch schön designten Eindruck. Das »Mid« im Namen deutet darauf hin, dass die Schuhe einen mittelhohen Schaft haben und so Knöchel und Unterschenkel deutlich mehr Bewegungsspielraum ermöglichen. Ein Hinweis darauf, dass die Mountain Trainer Mid Gore-Tex für die etwas agileren Einsätze gedacht sind, also zügige Bergbesteigungen oder Klettersteigbegehungen anstatt von langen Trekkingtouren.

Im Test führen wir die Schuhe auf eine hochalpine, gletscherfreie Tour auf den 3.291 Meter hohen Keeskogel in den Hohen Tauern aus – genau das Metier, in dem sich der Mountain Trainer Mid Gore-Tex wohlfühlen müsste. Und der Schuh enttäuscht nicht im geringsten. Die steife, aber nicht zu steife Zwischensohle sorgt in Kombination mit der Vibram-Profilsohle für homogene Abrollvorgänge und einen ordentlichen Grip, auch von der Passform des in Rumänien hergestellten Schuhs sind wir schnell überzeugt. Der niedrige Schaft verleiht dem Schuh wie erwartet ein hohes Maß an Flexibilität. Wer den Schuh beim Queren langer Schneefelder nutzt, sollte allerdings Gamaschen dabei haben. Wir holen uns nasse Füße, was aber mit jedem anderen hochschaftigen Schuh aufgrund des sulzigen Schnees auch passiert wäre.

Salewa ist mit diesem Modell ein toller Wurf gelungen. Der Schuh eignet sich zwar maximal für Leicht- bzw. Riemensteigeisen, fühlt sich aber trotzdem speziell in höheren Bergen, bei denen es viel Felskontakt und eventuell auch kleinere Klettereinlagen gibt, ab wohlsten. Bei Wanderungen und Bergtouren in den Voralpen ist er hingegen unterfordert. Allein bei Gletscher- und Eistouren muss er höherschaftigen, steiferen Schuhen den Vortritt lassen. Wäre dieser Test ein reiner Bergschuhtest gewesen – das Modell von Salewa hätte einen Preis abgeräumt.

Icebug Haze

Schon als wir den Icebug Haze auspacken, haben wir ihn lieb gewonnen. Denn das Design besticht – sein BOA-Schnellschnürsystem, der farbenfrohe Oberschuh und die anthrazitfarbene Sohle verleihen dem Schuh ein aufgeräumtes, technisches Aussehen. Man wird sofort neugierig, was der futuristisch aussehende Schuh zu bieten hat.

Sofort ziehen wir ihn im Alltag an: Der Haze macht auf Anhieb Spaß! Reingeschlüpft, Schnellschnürung zugezogen – los geht’s. Wohin, das entscheidet man mit diesem Multitalent ganz spontan, denn er eignet sich für eine Vielzahl von Einsatzbereichen. Egal ob für die kurze Tageswanderung oder den Feierabendlauf, für den Weg in die Schule oder das Ausflugswochenende.

Allein Wanderungen mit viel Gepäck und/oder über grobblockige Pfade sind nichts für den Icebug. Hierfür bräuchte es etwas mehr Stütze. Wir hatten vor einiger Zeit bereits den Icebug Outrun RB9X im Laufschuh-Test – der konnte nicht vollends überzeugen, bekam aber aufgrund seiner nachhaltigen Herstellung einen Öko-Tipp. Im Vergleich zu diesem begeistert der Icebug Haze insbesondere durch die BOA-Schnellschnürung und den ausgezeichneten, etwas komfortableren Sitz. Hat man den Schuh etwas eingelaufen, genügt ein einziger Dreh, und er ist optimal fixiert. Sitzt man beispielsweise auf dem Rad, lässt sich der Schuh durch einen kleinen Griff an die Schnellschnürung nachfixieren – sehr praktisch!

Kurzum: Dieser sportliche Halbschuh ist ein sehr vielseitiger Hybrid aus Wander- und Laufschuh, dem besonders flachere Wanderungen, aber auch leichte Bergtouren taugen – vorausgesetzt, man hat gut trainierte Füße. Auch Gore-Tex ist mit an Bord, Nässe stellt also kein Problem für den Schuh dar. Voll überzeugt hat uns auch das grobe, griffige Profil, das sich auf nahezu jedem Untergrund wohl fühlt. Wer einen wasserdichten Schuh sucht, mit dem man bis auf Touren mit schwerem Gepäck (fast) alles machen kann – hier ist er!

Brütting Mount Bona High

Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von rund 90 Euro ist der Bruetting Mount Bona High einer der günstigsten Wanderschuhe im Testfeld. Trotzdem verfügt auch er über eine griffige Vibram-Profilsohle und ist laut Hersteller Dank der Comfortex-Technologie wasserdicht. Im Test musste sich der halbhohe Stiefel bei mehreren Bachdurchwatungen, gerölligen Abschnitten und auf einem klassischen Kiesweg beweisen.

Schnell wird deutlich: Trotz seines günstiges Preises überzeugt der Schuh mit einem gutmütigen Abrollverhalten. Die Konstruktion ist insgesamt recht weich. Der Schuh richtet sich damit an Wanderer, die einen flexiblen, günstigen Schuh für einfachere Wanderungen suchen.

Die Comfortex-Membran erweist sich als zuverlässig wasserdicht. Beim Eintauchen in einen Bach ist der Schuh so dicht wie ein Gummistiefel. Allerdings lässt das Obermaterial die Nässe nicht wie bei anderen Schuhen abperlen, die Kombination aus Spaltleder und Textil saugt sich vielmehr voll. Das hat allerdings wenig negative Folgen – der Schuh wird zwar schwerer, Wasser dringt aber keines ein. Wer dem vorbeugen will, imprägniert den Schuh vor der ersten Verwendung mit einem Imprägnierspray.

Die Vibram-Sohle erweist sich als sehr griffig. Sogar eine kleine Kletterpassage steckte sie souverän weg – allerdings kommt hier wieder die recht weiche Zwischensohlenkonstruktion zur Geltung, der Bruetting Mount Bona biegt sich bei einer Zehenbelastung durch. Was bleibt, ist jedoch ein durchwegs positiver Eindruck. Wer ein kleines Budget hat und kleine Nachteile in Kauf nimmt, bekommt mit dem Brütting Mount Bona ein stimmiges Gesamtpaket und einen Schuh, mit dem man für kleinere Wanderungen und Tagestouren perfekt gewappnet ist.

Lowa Renegade GTX Mid

Der Lowa Renegade GTX Mid ist so etwas wie der VW Golf unter den Wanderschuhen. Seit Jahren im Programm, ist er eine der Cash Cows des bayerischen Herstellers Lowa und wird Jahr für Jahr in leicht überarbeiteter Form angeboten. Man weiß, worauf man sich einlässt – der Lowa Renegade GTX Mid dürfte wohl mit einem der bewährtesten Leisten auf dem Markt überhaupt hergestellt werden und richtet sich als Allrounder an ambitionierte Wanderer und Bergsteiger, die ihn möglichst vielseitig einsetzen wollen. Wobei der Fokus aufgrund der weichen Sohle klar auf Wanderungen im leichten bis mittelschweren Gelände liegt.

Somit ist der Lowa Renegade GTX eigentlich ein Rundum-sorglos-Schuh, was auch zahlreiche Testsiege und positive Bewertungen in der Vergangenheit verdeutlichen. Trotzdem täte ihm nach Jahren kleinerer Veränderungen eine komplette Überarbeitung gut. Mit 1.336 Gramm ist er vergleichsweise schwer, die Sohlenkonstruktion wirkt klobig, das Design ein wenig altbacken. Vergleicht man den innovativen Mammut Ducan GTX und den Lowa Renegade, prallen Welten aufeinander. Auf der einen Seite der 200 Gramm leichtere Kunststoffschuh, hier der robuste, schwere Volllederschuh.

Doch gerade deswegen erfreut sich der Lowa Renegade GTX Mid eines gleichbleibend hohen Zuspruchs. Er ist robust verarbeitet, sein Abperl-Verhalten im Wasser sucht im Testfeld seinesgleichen, Geh- und Tragekomfort zeugen von jahrelanger Erfahrung. Somit richtet sich der Wanderschuh an Bergsportler, die keine Experimente wagen wollen und einen zuverlässigen, robusten und langlebigen Schuh für einfache bis moderate Wanderungen und Bergtouren suchen. Für schwierigere Unternehmungen ist die Sohle des Renegade ein wenig zu weich.

Meindl Island Pro MFS

Der Meindl Island Pro MFS ist die gepanzerte Limousine unter den Berg- und Wanderschuhe und eine echte Schuh-Legende. Der Volllederschuh wird seit mehreren Jahrzehnten nahezu unverändert hergestellt und genießt unter qualitätsbewussten Bergsteigern einen unzweifelhaften Ruf.

Der hochschaftige Schuh ist der stabilste, aber mit 934 Gramm pro Schuh auch der mit Abstand schwerste im Test. Er richtet sich somit an Outdoorsportler, die etwas extrarobustes und extrafestes suchen. Wobei Outdoorsportler vielleicht der falsche Begriff ist, denn mit diesem Schuh »Sport« zu treiben, trifft es nicht ganz. Der Island Pro MFS ist ein Partner für ernsthafte Bergsteiger, Weitwanderer, Winterwanderer und auch Jäger. Irgendwo schnell rauflaufen – das geht mit dem Meindl Island Pro MFS zwar auch, für die Quick&Dirty-Fraktion gibt es jedoch besser geeignete Schuhe.

Wo man bei diesem Schuh auch hinsieht, erblickt man langlebige, verlässliche und durchdachte Detaillösungen. Nach vier Schlaufösen sorgen fünf Haken am Schaft dafür, dass der Volllederschuh fest sitzt, aufgrund seines extrahohen Schafts so fest wie kaum ein anderer im Test. Die Vierfachnaht zwischen Vorderschuh, Ferse und Schaft ist vom Feinsten, das Prädikat »Made in Germany« darf sich Meindl auch auf die Fahnen schreiben. Dieser Schuh will und soll lange getragen werden. Es kursiert ein Podcast mit Meindl-Chef Lukas Meindl im Netz, in dem er von mehrere Jahrzehnte alten Island-Modellen erzählt, die zur Neubesohlung eingeschickt wurden. Beeindruckend!

In diesem Test hat es der Meindl Island Pro MFS im wahrsten Sinne des Wortes schwer. Der Schuh ist ein waschechter Bergschuh – im Wandersektor gibt es aber leichtere, agilere und schlichtweg komfortablere Modelle. Hätten wir noch einen Extra-Kauftipp für Langlebigkeit zu vergeben gehabt – der Meindl hätte ihn unzweifelhaft bekommen. So schrammt er leider an einer Empfehlung vorbei.

Hanwag Alverstone II GTX

Wow, der Schuh ist echt ’ne Wucht – das denkt man sich beim Hanwag Alverstone II GTX schon beim Auspacken. Das Auge kauft auch beim Bergschuh mit und so fällt der hochschaftige Stiefel in seinem rot-schwarzen Design sofort auf. Mit 1.620 Gramm pro Paar bei Größe EUR 44 ist der Hanwag zwar der schwerste Schuh im Test, bietet aber – und das wird schon beim ersten Anziehen klar – viel Steifigkeit und damit auch Trittsicherheit im technischen Gelände.

»Moderner, stabiler und doch leichter Trekkingschuh für anspruchsvolles Terrain, Alpenüberquerungen mit Gipfelambitionen« – so beschreibt Hanwag den Alverstone II GTX auf seiner Homepage und so wird der Bergstiefel auch gleich von uns auf eine hochalpine Bergtour im hintersten Ötztal entführt.

Das feste Fußbett mit steifer Zwischensohle bietet dem Fuß komfortablen und sicheren Halt auf den verschiedensten Untergründen. Es ist eine Freude, mit dem Alverstone II GTX erst über einen steilen Steig und später wegloses, blockiges und gerölliges Gelände bis hinauf in die Gletscherregionen am Alpenhauptkamm zu steigen. Sogar auf dem blanken Gletschereis kann der Schuh punkten, auch wenn er diesmal nicht in die Verlegenheit kommt, sich auch mit Leichtsteigeisen beweisen zu müssen – dafür wäre er grundsätzlich auch geeignet.

Im Testfeld fällt der Hanwag Alverstone II GTX aus der Reihe – er ist der festeste Schuh mit der insgesamt steifsten Konstruktion. Die Passform ist überragend – man merkt dem Alverstone II GTX an, dass Hanwag über viel Erfahrung in der Fertigung klassischer Bergstiefel hat. Für Gelegenheitswanderer ist er hingegen ein wenig zu viel des Guten. Wer aber einen toll verarbeiteten Schuh für ausgedehnte Bergtouren im schwierigeren Gelände sucht, der auch vor kurzen Gletscherpassagen oder sogar Mehrtagestouren nicht zurückschreckt, ist mit dem Hanwag Alverstone II GTX optimal beraten.

Decathlon Alltrail MT700

Decathlon ist ein französischer Sportriese, der sich in den letzten Jahren auch auf den deutschen Markt vorgewagt hat. Von vielen anderen Händlern (und Herstellern) skeptisch beäugt, tat sich Decathlon bisher etwas schwer, auf dem DACH-Markt Fuß zu fassen, was sich ändern soll, mitunter durch Diversifikation. Dieser Fachbegriff bedeutet nichts anderes, dass Decathlon auch kleinere Nischen mit Produkten füllt – so auch im Wanderschuhbereich. Der Alltrail MT700 soll, laut Auskunft auf der Decathlon-Website, ein recht breites Spektrum an Einsatzszenarien abdecken – Wanderungen aller Schwierigkeitsgrade sind seine »Leibspeise«.

Zunächst einmal: Optisch kommt der Schuh sehr technisch daher, beim Schuh setzt Decathlon auf einen futuristischen Look. Als wir ihn auspacken, meinen wir zunächst einen leichten Hochtourenstiefel vor uns zu haben. Schlüpft man hinein, sitzt der Schuh jedoch recht leicht und flexibel am Fuß, der komplett aus Kunststoff bestehende Oberschuh trägt sich fast so weich wie ein Socken. Sofort schwant uns, dass wir es hier mit einem durchdachten Schuh zu tun haben und nur nebenher mit einem Massenprodukt von der Stange aus dem Sortiment einer großen Outdoorsportkette.

Im Wander-Test machte der recht warme, grob besohlte Schuh durchaus Spaß – wir würden ihn nur zu gern einmal etwas extremer ausführen, was aber aufgrund der Schneelage (noch) nicht möglich war – eine entsprechende Bewertung tragen wir an dieser Stelle baldmöglichst nach.

Gut hat uns ebenfalls gefallen, dass der – wenn man der Aufschrift auf dem Schuh traut – im Umfeld des Mont Blanc entwickelte Alltrail MT700 in Rumänien hergestellt wurde – klarer Klima-Punktsieg gegenüber vielen anderen Fernost-Schuhen im Test. Der Decathlon klettert im Ranking dadurch weit nach oben. Am Ende sind es Details, die den Zutritt in die heiligen Hallen an der Testspitze verunmöglichen – so bildet sich beim Abknicken während des Abrollvorgangs ein etwas unangenehmer Falz im Vorfußbereich, auch ist schwer einschätzbar, wie sich der Schuh in Sachen Haltbarkeit und Wasserdichtigkeit auf Dauer schlägt. Trotzdem können wir sagen: Toll gemacht, Decathlon!

inov-8 Rocfly G390

Vom letzten inov-8 Leichtbergschuh, dem Roclite 345 GTX, waren wir durchaus angetan. Entsprechend gespannt warteten wir auf den Rocfly G390 – ob er es mit dem Roclite 345 GTX aufnehmen kann? Um den nur rund 850 Gramm (Paargewicht) schweren Schuh ordentlich auf die Stollen zu fühlen, nehmen wir ihn auf eine schnelle, abwechslungsreiche 600 Höhenmeter-Tour über Feldwege, Pfade, Wurzeln und Felsen auf einen Voralpengipfel mit.

Zunächst einmal das Marketing: Inov-8 macht seinem Namen alle Ehre und verbaut im Schuh seine »G-Fly«-Technologie – das Dämpfungsmaterial, bei dem das innovative Material Graphene zum Einsatz kommt, soll die Füße »turboladen«, wie inov-8 selbst auf seiner Website schreibt. Nun gut. Inov-8 hat zweifelsohne tolle Produkte auf den Markt gebracht, ob die Füße nun turbogeladen werden und man »weiter wandern kann als je zuvor« – wir sind gegenüber allzu viel Marketing-Schaumschlägerei immun. Am Ende ist es doch der Körper, der die Ausdauer vorgibt und nicht der Schuh, auch wenn er verdammt gut am Fuß sitzt wie der Rocfly G390.

Wäre da noch die Optik. Das Auge isst mit- oder eben auch nicht. Der Rocfly G390 hat einen sehr progressiven Look, von uns hat er gleich mal den Spitznamen »SUV« abbekommen, was in diesem Fall nicht unbedingt positiv gemeint ist. Grelles Neon trifft auf eine glänzende Zehenkappe in Carbon-Optik, dazu kommt eine sehr dicke und sehr weiche Sohle. Auf den ersten Blick hat sich inov-8 – übrigens ein primär durch Laufschuhe bekannter Hersteller – am Laufschuh-Baukasten bedient und dem Schuh einen butterweichen Aufbau verpasst. Einen definierten, sauberen Tritt bei kurzen Klettereinlagen bekommt man damit nicht hin, eher fühlt sich der Schuh auf Kies- und Waldwegen sowie auf Pfaden wohl, die nicht zu alpin werden. Er bügelt sprichwörtlich alles weg.

Wir wollen hier nicht zu konservativ und altbacken klingen, aber um in die Empfehlungen zu rutschen, hat uns inov-8 beim Rocfly G390 etwas zu tief in die Laufschuh-Trickkiste gegriffen. Keine Frage, der Schuh ist toll konstruiert, hat viel Technik an Bord und mag auf einfachen Wegen auch zu neuen Spitzenleistungen motivieren. Was jedoch die auf einen möglichst breiten Kundenkreis zugeschnittene Wander-Tauglichkeit angeht, bei der es durchaus auch darum geht, einmal kurze Felspassagen sicher absolvieren zu können, gibt es bessere, vor allem robuster wirkende Schuhe mit weniger Plastik an Bord, die zudem noch etwas dezenter designt sind. Wer indes einen leichten, sehr griffigen und innovativen Schuh sucht und gerne etwas herumexperimentiert, was die Fußmode angeht, ist hier richtig aufgehoben.

inov-8 Roclite 345 GTX

Ein Laufschuh, der auch Bergschuh ist? Oder ein Bergschuh, der auch Laufschuh sein will? Wie man es dreht und wendet, der inov-8 Roclite 345 GTX spielt im Test eine Sonderrolle. Mit dem Leichtgewicht – die »345« im Namen soll auf das Gewicht pro Schuh verweisen, unsere Waage zeigt schließlich 376 Gramm an – wagen wir uns mit ihm auf eine anspruchsvolle Bike&Hike&Biwak-Tour.

Beim Loslaufen – einen Teil der Tour legen wir im Lauftempo zurück – zeigt sich, dass das Modell tatsächlich von der Roclite-Laufschuhserie abstammt. Man merkt fast nicht, dass der Schuh kein klassischer, niedrig geschnittener Laufschuh ist, sondern einen zumindest halbhohen Schaft hat. Durch sein geringes Gewicht besitzt der Schuh eine geringe Trägheit, die feste Schnürung fixiert ihn fest am Fuß. Damit reagiert er schneller auf die Bewegungen seines Besitzers als schwerere Modelle wie der Salomon Outback 500 GTX.

Einen Nachteil hat so viel Flexibilität natürlich auch. Die Schritte wollen mit dem inov-8 Roclite 345 GTX präzise gesetzt werden, der Schuh ist garantiert nichts für Wander-Einsteiger sondern für versierte Sportler, die einen umknick-stabilen Ultraleichtschuh für Micro Adventures und andere Abenteuer suchen. Doch wie bereits gesagt – dieser Schuh hat im Testfeld einen Sonderstatus.

Wir empfehlen ihn daher für versierte Sportler, die das Gewicht ihrer Ausrüstung minimieren wollen und Läufer, die in technisch schwierigem Gelände sicherer unterwegs sein und ihren Fuß schonen möchten. Seine innovative Konstruktion und natürlich das leichte Gewicht hat uns im Test imponiert. Für Wanderer, die auch mal mit schwererem Gepäck unterwegs sind, ist er indes etwas zu weich.

Dachstein Super Leggera GTX

Strick, wo man hinsieht – der Dachstein Super Leggera GTX setzt wie kein anderer Schuh im Testfeld auf das Obermaterial Textil. Allerdings in einem »Aggregatzustand«, der nichts mit einem Strickpullover zu tun hat – eher mit festem Nylongewebe. Die Textil-Optik ist ungewöhnlich, gehört jedoch zum Programm. Denn der Schuh passt sich der Fußform an wie kein zweiter, ist allerdings auch flexibel, was Fans fester Materialien zu Beginn etwas irritieren wird.

Doch wo fühlt sich dieser Schuh wohl? Zunächst einmal fällt die weiche Sohle auf. Der Dachstein Super Leggera GTX rollt gut ab, seine Vibram-Sohle klebt förmlich auf Felsen und punktet auch auf Geröll und einfachen Wander- und Fahrwegen. Dachstein verpasst dem Schuh eine weit nach oben reichende Schnürung und verzichtet gänzlich auf Haken. Das mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen, schließlich hat der Wanderstiefel einen hohen Schaft, das ist jedoch kein Nachteil. Man schlüpft in den Dachstein Super Leggera so schnell und unproblematisch wie in eine Socke – allerdings fühlt sich der Schuh auch im geschnürten Zustand weicher und »Turnschuh-hafter« an als die Lederschuhe im Testfeld.

Was das Innenleben angeht, konnte der Super Leggera GTX im Test nicht vollends überzeugen. Ob es daran lag, dass der Testschuh in Größe 45 ein wenig zu groß ausfiel und der Fuß somit dazu tendierte, ein wenig hin- und herzurutschen, sei dahingestellt. Trotzdem wurde man im Test das Gefühl nicht los, dass die Einlegesohle des Super Leggera GTX über zu wenig Profilierung und damit Stütze für den Fuß verfügt.

Der Dachstein Super Leggera hat durch seine innovative, flexible und anschmiegsame Strick-Herstellungstechnik durchaus seine Daseinsberechtigung. Damit der Schuh gut funktioniert, sollte er aber so fest wie möglich sitzen (nicht zu verwechseln mit engem Sitz, das wäre zu viel des Guten und würde zu mangelndem Komfort führen!). Daher an dieser Stelle der Tipp, den Super Leggera lieber eine halbe Größe kleiner zu wählen als zu groß, damit dem Fuß etwas mehr Sicherheit und Stütze gegeben wird.

Dolomite Steinbock GTX 2.0

Der Dolomite Steinbock GTX 2.0 – was für ein schön gemachter, modern wirkender, aber doch klassisch gefertigter Berg- und Wanderschuh! Hergestellt in Rumänien, stammt der Schuh aus einem renommierten Haus. Dolomite zählt zu den traditionsreichsten italienischen Schuhherstellern.

Eines ist jedoch anzumerken: Dolomite mag über viel Erfahrung in der Fertigung von Freizeitschuhen haben, was Bergschuhe angeht, sieht es etwas anders aus. Erst in den letzten Jahren versucht der Hersteller, der seit Mitte der 2010er Jahre zum Schweizer Scott-Sports-Konzern gehört, wieder im Bereich alpinerer Schuhen zu punkten und damit zu seinen Wurzeln zurückzukehren – gegründet wurde das norditalienische Unternehmen nämlich bereits 1897.

Der Weg zurück zu den Wurzeln ist etwas wurzlig und holprig – so wie der Steig, auf dem wir den Steinbock 2.0 GTX testen. Um auf der relativ kompakten 200 Höhenmeter-Wanderung eine hohe Belastung zu simulieren, nehmen wir gleich mal die zweieinhalbjährige Tochter in der Kindertrage mit, das macht rund 20 Kilo Zuladung.

Schlupft man in den Dolomite hinein, fühlt man sich gleich wohl. Etwas schmal fällt der Schuh aus, was aber nicht von Nachteil ist – an unseren Füßen sitzt der Schuh gut. Weniger schön ist die insgesamt etwas schwammige Konstruktion. Der Schuh fühlt sich insgesamt etwas inhomogen an, ob das an der Michelin-Außensohle oder dem Aufbau der Zwischensohle liegt, sei dahingestellt. Uns kommt es jedenfalls so vor, als ob Dolomite hier noch einen drauflegen könnte.

Beim Bergabgehen vermittelt er dem Schuh etwas zu wenig Sicherheit, die Zwischensohle wirkt auch hier zu weich. Natürlich haben wir immer noch eine hohe Zuladung – rund 20 Kilo lasten auf dem Rücken. Mit etwas leichterer Zuladung ist die Sache vielleicht eine andere.

Fazit: Im Vergleich zur italienischen Konkurrenz in Form von La Sportiva und Scarpa hat es Dolomite (noch) schwer. Vielleicht muss sich das Unternehmen erst noch stärker an den Wurzeln orientieren – das Zeug dazu hat Dolomite jedenfalls.

Giesswein Wool Cross X Alpine

Wie spannend – der tiroler Hausschuh- und Wollwalk-Experte Giesswein bringt mit dem 200 Euro teuren Wool Cross X Alpine einen Wanderschuh auf den Markt, der über ein Innenfutter aus Schurwolle verfügt. Laut Hersteller soll es für einen »besonderen Komfort” sorgen, im Winter wärmen und im Sommer kühlen. Außerdem soll die Sohle »optimale Stabilität sowie Trittsicherheit auf […] erlebnisreichen Wandertouren” bieten, wie das Unternehmen auf seiner Website schreibt.

Im Test nehmen wir die angenehm leichten Giessweins gleich mal mit auf eine frostige Familienwanderung über Pfade, Matschboden, Schnee und Eis – noch dazu mit dem Nachwuchs auf dem Rücken, eine echte Herausforderung also. Schon nach wenigen Metern fällt die tolle Wärmeleistung auf. Die Schurwolle wärmt eben vom ersten Moment an. Wir tragen relativ dicke Woll-Wandersocken – diese wären angesichts der molligen Wärme, die die Giessweins zur Verfügung stellen, gar nicht nötig. Was die Wasserdichtigkeit angeht, setzt Giesswein auf eine Eigenentwicklung. Auch diese wird gleich mal ausprobiert, wir stiefeln mit den Schuhen bei leichten Minustemperaturen in den nächstbesten (seichten) Bach, der am Rand auch noch zugeforen ist. Und siehe da – die Schuhe halten absolut dicht, die Nässe perlt ab.

Was uns nicht so gut gefallen hat, ist die Farbgebung der Zwischensohle – hellgrau ist bei Berg- und Wanderschuhen schlicht unpraktisch, dunkelgrau oder schwarz wäre schmutzresistenter. Auch ist die Zwischensohle sehr weich. Ein Trend, der sich bei vielen leichten Wanderschuhen beobachten lässt, aber auf steilen Steigen, wie sie bei unserer Familienrunde vorkommen, für eine Verringerung der Trittsicherheit führt, erst recht, wenn man etwas mehr Gewicht am Buckel hat. Was ebenfalls ein wenig gewöhnungsbedürftig ist – aber letzten Endes Geschmackssache – ist die Optik. Diese kommt uns etwas konservativ vor. Etwas mehr Mut zu progressivem Design, und Giesswein würde womöglich eine breitere Käuferschicht erschließen. So sind es eher Käufer älterer Alterskohorten, die sich angesprochen fühlen dürften.

Am Ende unserer Runde kristallisiert sich aber hauptsächlich eines heraus: Die Giessweins sind ein echtes Wärme-Wunder. Selten hatten wir während und nach einer Tour so angenehm warme Füße. Es wäre spannend, den Giesswein auch auf einer Sommertour zu tragen. Stimmt das mit der Klimaregulierung und den kühlenden Eigenschaften bei wärmeren Temperaturen, wie Giesswein behauptet? Wir werden es ausprobieren.

Vaude Men's HKG Core Mid STX

Vaude ist mit dem Men’s HKG Core Mid STX unter die Trendsetter gegangen. Der Schuh kommt so geradlinig stylish aus dem Schuhkarton, dass es eine Freude ist – ihm haftet am wenigsten das Prädikat »konservativer Berg- oder Wanderschuh« an. Er hat ein so aufgeräumtes Design, dass wir ihn gleich als Alltagsschuh akzeptieren und auch sofort zum Spaziergang mit der Familie anziehen. Aber darum geht es ja in diesem Test nur bedingt – wir wollen Bergsteigen und Wandern! So führen wir den Schuh auf eine moderate Wandertour im Voralpenland aus – nichts zu Anstrengendes, aber durchaus fordernd.

Der Schuh ist relativ weich, Vaude teilt ihn auf der fünften Stufe seines neunstufigen V-Flow-Index ein und damit als Schuh, der sich für »ausgiebiges Wandern auf ausgetretenen Wegen bis hin zu leichtem alpinen Terrain und auch als Reiseschuh eignet«. Dieser Einschätzung können wir eigentlich nichts hinzufügen.

Der Vaude Men’s HKG Core Mid GTX schlägt sich im Test dann auch ganz gut und reiht sich von der Performance her zwischen einem tendenziell eher weichen Alltagsschuh und einem komfortablen Trekkingstiefel ein. Was ihm fehlt, ist ein klares Alleinstellungsmerkmal. Vaude mag sich zwar mit dem Green Shape-Label ausstatten, das eine nachhaltige Herstellung signalisieren soll – ist dann aber doch Made in China. Da haben die Europäer im Test die Nase vorne. Was das Fußbett angeht, wird er vom Hanwag Banks GTX abgehängt – das Sohlenprofil ist ähnlich weich und etwas schwammig wie beim Jack Wolfskin Vojo 2 Hike.

Empfehlen würden wir ihn daher für moderate Wander- und Bergtouren bis maximal Tagestourformat. Für längere Unternehmungen oder Touren mit schwerem Gepäck ist der Schuh unserer Ansicht nach schlichtweg etwas zu weich.

Brütting Mount Meloni

Ganz schön bunt – der Brütting Mount Meloni will um jeden Preis auffallen! Anders als der ebenfalls getestete Brütting Mount Bona High hat Brütting hier nicht an Farbe gespart, die Sohle des Mount Meloni ist blau, der Schuh hat orange und silberne Elemente. Warum auch nicht? Uns gefällt der Schuh auf den ersten Blick ganz gut, er bietet etwas Abwechslung vom oft etwas eintönigen Produktdesign von Wander- und Bergschuhen.

Im Test nehmen wir den Mount Meloni mit auf eine 1000 Höhenmeter-Tour im Vorkarwendel. Wenige 100 Meter geht es flach dahin, dann geht es über einen zum Teil anspruchsvollen Pfad steil nach oben. Der Grip der Sohle gefällt uns auf Anhieb ganz gut – auf die Marke Vibram ist auch in diesem Fall Verlass. Auch die Schnürhaken hinterlassen einen positiven Eindruck. Sie haben eine Art Arretierfunktion: Die Schnürsenkel werden von den Haken in Position und am Verrutschen gehindert.

Leider fällt gleichzeitig sofort nach dem Losgehen die etwas zu weiche Schnürung auf – die Schnürsenkel sind für einen Bergschuh schlicht zu dehnbar. Wir müssen mehrmals nachziehen, der Fuß sitzt wackelig im Schuh. Was die Verarbeitung des Schuhs insgesamt angeht: nun ja. Hier ist Luft nach oben. Billig wirkende Applikationen, etwas zu viele Nähte, als vielleicht unbedingt notwendig wären – eine Naht bedeutet immer auch eine Schwachstelle. Eine wertige Verarbeitung sieht anders aus, Hersteller wie Hanwag machen es vor. Immerhin: Als wir einen Bach durchwaten, bleibt der Fuß dank der SympaTex-Membran schön trocken.

Beim Abstieg offenbart sich, dass besonders Sohlenaufbau und Gehkomfort zu wünschen übrig lassen. Der Schuh ist für einen komfortablen Wanderschuh etwas zu hart, das Fußbett offenbar etwas zu simpel gestaltet. Unser Gesamteindruck nach einer durchaus fordernden Tour, die den Schuh an seine Grenzen gebracht hat: Der Brütting Mount Meloni schlägt optisch auf die Pauke, enttäuscht aber in Sachen Verarbeitung und Gehkomfort. Der Schuh ist günstig, keine Frage – im Netz ist er schon für 70 Euro zu haben. Trotzdem sollte man entweder zum besseren Marken-Kollegen Mount Bona High greifen oder ein paar mehr Euro in die Hand nehmen und einen Qualitätsbergschuh kaufen.

Salomon OUTline

Es gibt sie, diese Tage an denen man einfach nur einen Schuh für das »schnell raus« oder »schnell rauf auf den Berg« braucht. Genau dafür ist der Salomon OUTline gemacht. Er ist der einzige Halbschuh im Test und kann doch durch einige Alleinstellungsmerkmale punkten, die ihn für leichtere Wanderungen tauglich machen. Dazu zählt zum einen das geringe Gewicht. Mit nur 684 Gramm Gewicht für das Paar bewegt er sich im Bereich eines mittelschweren Laufschuhs. Zudem bietet seine Contagrip-Sohle mit ihrem großen Stollenabstand einen ausgezeichneten Halt auf den verschiedensten Untergründen.

Nässeprofi ist der Salomon OUTline indes nicht: Salomon verzichtet aus Gewichtsgründen auf eine wasserdichte Membran. Somit eignet er sich primär für kurze Wanderungen bei trockenen Wetterverhältnissen, macht aber auch als Alltagsschuh für Outdoorfans eine gute Figur. Egal ob bei einer kleinen Feierabendtour auf den Hausberg, als Reiseschuh oder als geländegängige Ergänzung im Schuh-Sortiment zu Hause – der Salomon OUTline ist in der Passform denkbar unkompliziert, verfügt durch raffinierte Plastik-Applikationen an stark beanspruchten Stellen über eine lange Lebensdauer und wird somit zu einer praktischen Allzweckwaffe. Aber längere Wanderungen mit schwererem Gepäck sollte man sich mit dem Salomon OUTline nicht antun. Dafür bietet er zu wenig Seiten- und Umknickstabilität. Speziell Gelegenheitswanderer, deren Füße nicht so gut trainiert sind, sind mit einem hochschaftigen, festeren Schuh besser beraten.

Haglöfs Skuta Mid Proof

Der schwedischen Marke Haglöfs eilt immer noch ein legendärere Ruf voraus – wie Fjällräven ist Haglöfs ein Platz in der Hall of Fame der skandinavischen Outdoormarken sicher. Seit Jahrzehnten ist Haglöfs einer der Player unter den nordeuropäischen Herstellern von Bekleidung, Rucksäcken – und eben auch Schuhwerk, wobei diese Sparte bei Haglöfs zumindest gefühlsmäßig »nebenher« bedient wird.

Mit dem Skuta Mid Proof bringt Haglöfs einen 150 Euro (UVP) teuren Wanderschuh auf den Markt. Ein stützender und strapazierfähiger Trekking-Schuh mit einer weiten Passform” soll der Skuta sein – das können wir durchaus unterschreiben. Er bietet Bewegungsfreiheit satt, der Schaft fällt tatsächlich durch eine gute Stützfunktion auf – und noch etwas anderes: Haglöfs hat sich mit dem japanischen Laufschuh-Hersteller Asics zusammengetan, was die technische Ausstattung angeht, so kommt ein Gelpolster und »strapazierfähiger AHAR+«- Gummi an der Laufsohle zum Einsatz, wie das Unternehmen auf seiner Website schreibt.

Im Test setzen wir den recht leichten Schuh auf einer sehr abwechslungsreichen Voralpen-Bergtour ein, bei der neben steilen Bergpfaden auch ein wegloser Abschnitt in einem schmalen, schluchtartigen Tälchen absolviert werden muss. Blockhang, Lehm, Matsch, Wasser – der Skuta wird auf alle möglichen Arten gefordert. Bei unserem kurzen »Canyoning”-Test hält der Schuh zuverlässig dicht, auch beim Grip gibt es nichts zu meckern. Allein das Design mit grünen und braunen Velours-Elementen ist uns etwas zu »lifestylig« geraten, aber immerhin gibt es den Schuh auch in schwarz.

Es gibt wenig zu bemängeln – bis, ja bis auf die Tatsache, dass die Luft an der Test-Spitze recht dünn geworden und der Skuta Mid Proof Eco sich dann doch eher im Mittelfeld einpendelt. Ihm fehlt ein Alleinstellungsmerkmal, das ihn signifikant von den Schuhen an der Test-Spitze abhebt – die Tatsache, dass er mit japanischer Laufschuhtechnik ausgestattet und fluorkarbonfrei hergestellt ist, reicht nicht ganz aus. Was wir zudem vorsichtig ins Feld führen wollen, ist die Konstruktion – der Skuta erinnert mit seinem Textilmaterial im Vorderfußbereich und den vielen Nähten ein wenig an einen Basketballstiefel. Sonderlich haltbar kommt er uns nicht vor. Die vielen Nähte im Knickbereich der Zehen nähren den Verdacht, dass sich hier nach längerer Nutzung Schadstellen durch Abwetzen bilden, doch das sind nur Mutmaßungen.

Keen Targhee Mid WP

Der Keen Targhee Mid WP kommt besonders breit daher und sieht auf den ersten Blick fast aus wie ein Arbeitsschuh mit Stahlkappe. Keen macht seinem Ruf als Hersteller besonders komfortabler, sich an der Fußform orientierender Freizeitschuhe alle Ehre – dem Schuh haftet eine gewisse Hang-Lose-Attitüde an. Mit eher schmalen Füßen fühlt man sich im Targhee Mid WP allerdings etwas verloren. Der Schuh bietet im Vorderfuß wenig Halt, die Schnürung reicht nicht aus, um dagegen anzuwirken und den Fuß »einzuschnüren«. Personen mit breiteren Füßen mögen dies zwar anders empfinden, ein Passformwunder ist der Targhee Mid WP in unserem Fall nicht.

Trotzdem punktet der Schuh mit einigen Details, die auf Anhieb gefallen. So sorgt die große Schlaufe am Heck dafür, dass das Anziehen reibungslos vonstatten geht. Großflächige reflektierende Elemente garantieren, dass man im Halbdunkel und Dunkel besser gesehen wird. Der vergleichsweise niedrige Schaft verleihen dem Keen darüber hinaus mehr Flexibilität als vergleichbaren Schuhen.

Bei Membran und Profil setzt Keen auf Eigenentwicklungen – vermutlich um keine hohen Lizenzgebühren zahlen zu müssen. Die gutmütige Sohle mit weit nach oben gezogener Zehenkappe bietet guten Grip auf allen möglichen Untergründen von Feldweg bis Wiesenpfad, auch die Keen Dry-Membran kann beim ersten Untertauch-Test vollends überzeugen: kein Wassereinbruch. Somit ist der Keen Targhee Mid WP ein gutmütiger Wanderstiefel speziell für Personen mit etwas breiteren Füßen, die bisher Probleme hatten, einen passenden und ausreichend breiten Schuh zu finden.

Salomon Outback 500 GTX

»Toll verarbeitet!« – das ist der erste Eindruck, den man vom Salomon Outback 500 GTX bekommt, wenn man ihn aus dem Karton holt. Zwar besteht der Wanderstiefel komplett aus Kunststoff, trotzdem oder gerade deswegen macht er einen sauber designten, funktionalen und sportiven Eindruck. Selbstblockierende Ösen und Polsterungen am Schaft, Salomons werkseigene contagrip-Profilsohle und die wasserdichte Gore-Tex-Ausstattung wecken den Eindruck, dass man es hier mit einem durchdacht ausgestatteten Wanderstiefel zu tun hat, der sich auch für etwas alpinere Touren als den 1000-Meter-Berg in den Voralpen empfiehlt.

Wir fackeln nicht lange und nehmen den Outback 500 mit auf eine recht steile, felsige und geröllige 1200 Höhenmeter-Tour auf einen 2300 Meter-Berg im Wettersteingebirge. So lange es nicht zu steil wird, sind wir vom Outback durchaus angetan. Er rollt gut ab, die weiche Sohle ist auf dem erdigen Waldboden angenehm griffig, der Gehkomfort vorbildlich. Als das Gelände jedoch steiler wird, wird die weiche Sohle zum Manko. Der Schuh biegt sich durch, worunter der Halt leidet. Auch zeigt der Schaft zumindest bei uns die unangenehme Eigenschaft, im oberen Knöchelbereich Druckstellen hervorzurufen.

Was von der Test-Tour letzten Endes übrig bleibt, ist ein zwiespältiger Eindruck. Überfordert man ihn nicht, ist der Schuh angenehm zu tragen. Man sollte ihn jedoch nicht zu stark strapazieren, das mag der Outback gar nicht. Trotz seiner »alpinen« Optik ist der Schuh eben ein Wander- und kein alpiner Bergschuh. Und was den Tragekomfort angeht, hat die Konkurrenz im Test klar die Nase vorne.

Berghaus Hillwalker II

Was für ein schöner, schnörkelloser, klassisch designter Bergschuh! Das ist das erste, was einem beim Berghaus Hillwalker II Gore-Tex durch den Kopf geht, ein Schuh, der fast ohne Nähte auskommt. Er ist komplett braun in braun gehalten, sieht modisch aus – wir würden ihn sofort zum Outdoor-Clubbing anziehen. Mit einem technischen Berg- oder Wanderschuh, die ja gerne mit vielen optischen Reizen aufwarten, will es der Hillwalker gar nicht erst aufnehmen – der englische Hersteller übt sich in vornehmer, geradezu royaler Zurückhaltung.

Berghaus ist eine der großen Bergsportmarken von der Insel. Im Schuhbereich hat sich das Unternehmen bisher kaum hervorgetan, zumindest nicht auf dem DACH-Markt. Im Test haben wir den Hillwalker II zunächst im Alltag etwas »eingelaufen« – und schon beim Hineinschlüpfen hat uns der Schuh etwas enttäuscht. Er kann in Sachen Fußbett bei der inzwischen recht harten Test-internen Konkurrenz einfach nicht mithalten. Will man höher hinaus oder weiter wandern, stimmt einen das etwas schwammige Gehgefühl und der mangelnde Komfort des in Vietnam hergestellten 140 Euro-Schuhs skeptisch.

Für den Preis ist der Schuh »okay«, keine Frage – hatte man aber jemals einen Hanwag, Meindl, Scarpa oder La Sportiva an den Füßen, zieht Berghaus in Sachen Wanderkomfort den Kürzeren, so schön und zeitlos klassisch designt der Hillwalker II auch aussieht. »This boot brings you the features you’ll need to take on all the weather and landscapes the UK can throw at you« schreibt Berghaus auf seiner Website. Das mag schon sein, trotzdem landet der Berghaus Hillwalker II im Test auf den hinteren Rängen.

Columbia Trailstorm Mid

Wie kaum ein anderer Schuh fällt der halbhohe Columbia Trailstorm Mid durch seine extrem weiche Konstruktion auf. Fast glaubt man, einen Basketballstiefel anzuziehen, was auch dem geringen Gewicht von 434 Gramm pro Schuh geschuldet ist. Bei schwerer Aufladung sackt der Schuh fast durch – der Sohlenaufbau ist extrem weich, der Schuh in unseren Augen nur für das Tragen von leichteren Rucksäcken geeignet.

Den relativ groß ausfallende Schuh vom Einsatzbereich her richtig einzuordnen, fällt schwer. Für einen vollwertigen Wanderstiefel bietet der sehr flexible Schaft zu wenig Halt, für alpinere Steige und Pfade ist die Sohle zu weich und die Zwischensohle zu schwammig. Damit empfehlen wir ihn klar für leichtere Wanderungen, wo er durchaus punkten kann. Wanderer, denen Schuhe schnell a) zu schwer, b) zu einengend und c) zu unflexibel sind, werden ihn lieben.

An der Ferse prangt groß und breit der Schriftzug »Waterproof« – Columbia setzt hier auf eine Eigenmembran. Im Rahmen einer niederschlagsreichen Wanderung durchwaten wir mit dem Stiefel mehrmals Pfützen und machen sogar einen Extremtest in einem Bach – und siehe da, in Sachen Wasserdichtigkeit kann das Modell voll überzeugen. Auf der anderen Seite fragen wir uns, was in aller Welt eine weiße Zwischensohle an einem Wanderstiefel zu suchen hat. Nach dem ersten Schlammkontakt sieht die nicht mehr wirklich gut aus. Auch die recht weichen Schnürsenkel können uns nicht wirklich überzeugen, erst recht mit den ebenfalls weichen, geschlauften Ösen. Versucht man den Fuß durch engeres Schnüren besser im Schuh zu fixieren, bilden sich eher Druckstellen als dass sich ein positiver Effekt einstellt.

Das Gesamtpaket stimmt in unseren Augen nicht – als vollwertiger Wanderschuh kann der Columbia nur sehr eingeschränkt bezeichnet werden. Er fühlt sich eher wie ein Sneaker an, der gerne auch Wanderschuh sein würde denn als ernst gemeinter Versuch, sportlich orientierten Wanderern einen funktionalen Begleiter zu schustern.

So haben wir getestet

Alle Wander- und Bergschuhe wurden auf unterschiedlich langen Touren in den bayerischen Voralpen, in Tirol sowie im Piemont und auf unterschiedlich schwierigen Wegen getestet. Die Bandbreite reichte dabei von einfacheren Pfaden bis hin zu alpinen Steigen durch grobgerölliges Gelände und kurzen Gletscherquerungen.

Die Beladung variierte ebenfalls: von leichten Tagesrucksäcken mit weniger als fünf Kilo Gewicht bis hin zu einem fünfjährigen Kind in einer Kraxe plus Proviant, was einer Beladung von etwa 20 Kilogramm entspricht. Sämtliche von den Herstellern als wasserdicht angegebenen Schuhe wurden – wenn möglich – bei Bachdurchwatungen auf ihre Wasserdichtigkeit überprüft.

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Herren-Wanderschuh Test: Gruppenbild
Herren-Wanderschuh Test: Herren Wanderschuh Gruppenfoto
Herren-Wanderschuh Test: Gesamt (3)
Test: Wanderschuhe Gruppenbild

Die wichtigsten Fragen

Was macht einen guten Wanderschuh aus?

Ein guter Wanderschuh hat einen halbhohen bis hohen Schaft, der vor Umknicken schützt, eine griffige Profilsohle und eine gut bedienbare, feste Schnürung. Dazu kommt ein bequemes Fußbett, das auch auf langen Wanderungen für einen hohen Gehkomfort sorgt.

Warum sollte man beim Wandern mit niedrigen Halbschuhen vorsichtig sein?

Halbschuhe mögen ihre Vorteile haben – Stichwort Gewicht und Flexibilität – sie schützen aber nicht vor Umknicken. Gerät man mit einem Halbschuh in schwieriges Gelände, riskiert man Fußverletzungen wie Verstauchungen und Bänderrisse. Deshalb sollte man mit Halbschuhen nur leichte Wanderungen unternehmen.

Was darf ein Wanderschuh kosten?

Günstige Wanderschuhe gibt es ab etwa 70 Euro bis 140 Euro, die meisten Modelle kosten etwa 140 bis 200 Euro, teure auch mal mehr. Für einen qualitativ hochwertigen Schuh sollte man mindestens 120 Euro einplanen.

Stichwort Wasserdichtigkeit – was ist zu beachten?

Das Thema Wasserdichtigkeit bringt man hauptsächlich mit einem Namen in Verbindung: Gore-Tex. Doch nicht nur Schuhe mit Gore-Tex sind wasserdicht, sondern auch mit SympaTex und anderen, weniger bekannten Textilien. Viele Marken verwenden eigene Membrane, deren Funktion jedoch nicht so verbrieft ist wie bei Gore-Tex (GTX) oder SympaTex (STX). Lederstiefel gibt es auch gänzlich ohne wasserdichte Membran – hier ist regelmäßiges Pflegen ein Muss, wie bei anderen Schuhen auch.

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 Test: Artboard

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