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Der beste Herren-Wanderschuh

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Herren-Wanderschuh Test: Wanderschuhe 1
Arnold Zimprich

Arnold Zimprich

ist seit Kindesbeinen sportlich sehr vielseitig unterwegs. Seinen ersten Pokal stellte er sich mit 6 Jahren in den Schrank, seitdem macht er das bayerische Voralpenland und die Gebirge Europas mit Laufschuh, Rennrad, Tourenski oder Eispickel unsicher. Er schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Alpin, das Bergzeit Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.

Wir haben neun Wanderschuhe für Herren getestet. Der beste für die meisten ist für uns der Mammut Ducan High GTX. Er kombiniert eine fantastische Passform mit einer griffigen Sohle, einem stimmigen Aufbau und einem modernen, wegweisenden Design. Er richtet sich damit an ein breites Spektrum an Freizeitsportlern – vom Wander-Einsteiger bis zum fortgeschrittenen Hüttenwanderer. Doch auch für schwerere Wanderungen, für ambitionierte Bergtouren und für Kurzwanderungen mit leichtem Gepäck haben wir einen Schuhtipp.

Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust. Der Freizeitsport erfreut sich einer gleichbleibend hohen Beliebtheit und spricht breite Bevölkerungsschichten an. Diese Tatsache nehmen sich auch alle namhaften Schuhhersteller Jahr für Jahr zu Herzen und bringen teils neue, teils überarbeitete Wanderschuhmodelle auf den Markt.

Im Test haben wir uns neun Modelle unterschiedlicher Hersteller angesehen – vom leichten Wander-Halbschuh bis hin zu einem klassischen, schweren Trekkingstiefel. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

Mammut Ducan High GTX

Test Herren-Wanderschuh: Mammut Ducan High GTX
Toller Allround-Wanderstiefel mit ausgezeichneter Passform.

Der Mammut Ducan High GTX hat uns auf Anhieb überzeugt. Er ist ein Rundum-Sorglos-Wanderschuh, umfasst den Fuß fast wie eine Socke und überzeugt durch sein cleveres Zungenkonzept. Der Schuh ist mit 1.124 Gramm angenehm leicht, hat eine leichtgängige Schnürung und punktet mit einer griffigen Vibramsohle. Das durch Knit-Elemente durchbrochene Obermaterial passt sich dem Fuß flexibel an und bietet einen guten Halt in jeder Tragesituation. Die Gore-Tex Membran gibt Feuchtigkeit und Nässe keine Chance.

Für lange Wanderungen

Scarpa ZG Lite GTX

Test Herren-Wanderschuh: Scarpa ZG Lite GTX
Stabiler, gutmütiger Berg- und Trekkingstiefel mit viel Grip.

Wer einen fabelhaften Allrounder für längere Wanderungen sucht, die auch in alpineres Gelände führen, sollte zum Scarpa ZG Lite GTX greifen. Der Schuh des italienischen Bergschuhexperten Scarpa bietet auch bei schwererem Gepäck einen ausgezeichneten Halt, sorgt durch seine steife Zwischensohle für etwas mehr Trittfestigkeit und kann speziell auf alpineren, gerölligeren Wegen punkten. Mit einem Gewicht von 1.336 Gramm ist der Scarpa leicht genug, um auch auf langen Wanderungen Spaß zu machen.

Für hochalpines Gelände

Hanwag Alverstone II GTX

Mit dem Alverstone II GTX zeigt der bayerische Bergschuh-Profi Hanwag, was er kann. Der robuste Trekkingstiefel wendet sich klar an ein bergsteigerisch orientiertes Klientel – hat also eine steife Zwischensohle für viel Trittsicherheit und Torsionssteifigkeit, einen robusten Kernleder-Oberschuh sowie eine extrem griffige Vibram-Profilsohle, die auch im hochalpinen, schnee- und felsdurchsetzten Gelände punkten kann. Mit 1.620 Gramm ist er zwar der schwerste Schuh im Test, bietet dem Fuß aber auch am meisten Stabilität.

Gut & günstig

Brütting Mount Bona High

Test Herren-Wanderschuh: Brütting Mount Bona High
Günstiger, bequemer Wanderstiefel für Pfennigfuchser.

Der Brütting Mount Bona ist mit rund 90 Euro der günstigste Schuh im Testfeld – und konnte trotzdem bei einfacheren Wanderungen voll überzeugen. Egal ob breite Forststraße, schmaler Fußpfad oder Wanderweg – der Brütting bietet stets ausgezeichneten Grip. Obwohl Brütting nicht auf Gore-Tex, sondern auf eine eigene wasserdichte Membran setzt, hält der Brütting auch bei Bachdurchwatungen dicht. Einziges, kleines Manko: Das Obermaterial saugt sich voll. Trotzdem ist der Schuh ein Tipp für Sparfüchse, bei denen nicht der Markenname im Vordergrund steht, sondern zuverlässige Funktionen.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Unser FavoritFür lange WanderungenFür hochalpines GeländeGut & günstig
Modell Mammut Ducan High GTX Scarpa ZG Lite GTX Hanwag Alverstone II GTX Brütting Mount Bona High The North Face Ultra Fastpack III Mid GTX Lowa Renegade GTX Mid Keen Targhee Mid WP Dachstein Super Leggera GTX Salomon OUTline
Test Herren-Wanderschuh: Mammut Ducan High GTXTest Herren-Wanderschuh: Scarpa ZG Lite GTXTest Herren-Wanderschuh: Hanwag Alverstone II GTXTest Herren-Wanderschuh: Brütting Mount Bona HighTest Herren-Wanderschuh: The North Face Ultra Fastpack III Mid GTXTest Herren-Wanderschuh: Lowa Renegade GTX MidTest Herren-Wanderschuh: Keen Targhee Mid WPTest Herren-Wanderschuh: Dachstein Super Leggera GTXTest Herren-Wanderschuh: Salomon OUTline
Pro
  • Moderne Optik
  • Toller Sitz
  • Leichtgängige Schnürung
  • Griffige Sohle
  • Funktionale Schnürung
  • Bequemes Fußbett
  • Stabilster Schuh im Test
  • Griffiges Profil für grobes Gelände
  • Hoher, umknicksicherer Schaft
  • Gute Preis-Leistung
  • Tolles Abrollverhalten
  • Wasserdichte Eigenmembran
  • Wenig Gewicht für einen Halbschuh
  • Flexible, bequeme Konstruktion
  • Sneaker-ähnliche Optik
  • Robuste Verarbeitung
  • Gutmütige, breite Passform
  • Bequemer Schaft
  • Komfortables Fußbett
  • Reflektierende Elemente und praktische Anziehschlaufe
  • Innovative Strickkonstruktion
  • Tolles Klimamanagement
  • Griffige Sohle
  • Leichtester Schuh im Test
  • Griffiges Profil
  • Gute Dämpfung
Contra
  • Hohes Gewicht (in dieser Schuhklasse aber vertretbar)
  • Leder saugt sich voll
  • Wenig Seitenstabilität
  • Klobige Sohle
  • Sehr breite Konstruktion
  • Für einen Bergschuh wenig Stabilität
  • Wenig Fußführung (größenabhängig!)
  • Keine wasserdichte Membran
  • Geringe Umknickstabilität
Bester Preis
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Ein paar Fachsimpeleien

Die Hersteller werden nicht müde, sich bei Wander- und Bergschuhen mit Fachbegriffen, neuen technischen Kniffen und Innovationen voneinander abzugrenzen und so zu versuchen, jede Saison das Schuh-Rad neu zu erfinden. Vieles bleibt jedoch seit Jahren unverändert – so wie die hier erklärten Begriffe.

Vibram-Sohle

Die italienische Marke Vibram spielt in der Schuhindustrie eine ähnliche Rolle wie die Marke Bosch in der Automotive- und E-Bike-Industrie. Wander- und Bergschuhe sind ohne das sechseckige Logo schlichtweg nicht denkbar. Im Test verwenden die Marken Dachstein, The North Face, Lowa, Hanwag, Brütting, Scarpa und Mammut Vibram-Sohlen.

Vibram-Sohlen sind marktführend

Allein Salomon und Keen setzen auf Eigenentwicklungen. Warum aber diese Marktdominanz? Das liegt ganz einfach daran, dass Vibram sich schon sehr früh einen Namen in der Bergschuhindustrie gemacht hat und nur wenig Konkurrenz zu fürchten hatte. Schon 1937 meldete Firmengründer Vitale Bramani seine Sohle zum Patent an.

Wo verläuft die Grenze vom Wander- zum Bergschuh?

Hier ist ein Blick auf die von der bayerischen Firma Meindl eingeführte Schuh-Kategorisierung nützlich. Sie teilt outdoortaugliche Schuhe anhand verschiedener Merkmale in die Klassen A, B, A/B, B/C, C, D und F ein. Dabei wird unter anderem zwischen Wanderschuhen mit hohem Schaft (A/B), Trekkingstiefeln (C) und Bergstiefeln (D) unterschieden. Den Unterschied macht unter anderem ein steiferer und höherer Schaft sowie die Steifigkeit der Zwischensohle aus.

Zwischensohle

Die Zwischensohle bezeichnet den Schuh-Unterbau – also jenes Bauteil des Schuhs, das zwischen der tatsächlichen Schuhsohle und dem Fußbett liegt. Je nach Einsatzbereich und Hersteller ist sie entweder weich, um ein gutes Gefühl für den Untergrund und einen hohen Gehkomfort zu ermöglichen, oder hart, um dem Träger auch auf grobem Geröll und auf alpinen Steigen ausreichend Halt und Gehkomfort zu bieten.

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Auf solchem Terrain ist eine harte Zwischensohle hilfreich.

Obermaterial

Den guten alten Vollleder-Bergschuh gibt es zwar noch – man muss ihn aber zwischen allerlei innovativeren Schuhen suchen. An seine Stelle sind Schuhmodelle mit den verschiedensten Materialkombinationen getreten. Wie bei den Laufschuhen zeigt sich auch bei den Bergschuhen der Trend hin zu Modellen, die über ein Obermaterial aus gestricktem Gewebe, auf neudeutsch gerne auch »Knit« genannt, verfügen.

Schafthöhe

Für leichte Wanderungen mit wenig oder keinem Gepäck reicht ein Halbschuh im Grunde aus. Führt der Weg jedoch in steileres Gelände, sollte man zu einem Schuh mit hohem Schaft greifen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen lastet bei höherem Rucksackgewicht auch eine höhere Belastung auf Fuß und Fußgelenk. Kommt dann noch unwegsames Gelände hinzu, wird gleichzeitig auch die Gefahr umzuknicken größer. Ein Schuh mit hohem Schaft bietet also schlichtweg mehr Sicherheit.

Gore-Tex bei Wanderschuhen

Gore-Tex ist mit den Jahren zum Industriestandard bei wasserdichten Schuhen geworden. Nur wenige Hersteller wagen es, mit anderen wasserdichten Membranen und Materialien zu arbeiten, und so verwundert es nicht weiter, dass unter den neun getesteten Schuhmodellen nur zwei Hersteller mit Eigenentwicklungen arbeiten – Brütting mit Comfortex und Keen mit seinem KEEN Dry. Salomon verbaut im OUTline gar keine Membran.

Von Gore-Tex kommen die meisten wasserdichten Membranen

Der Test bot allerdings keine Plattform, um die beiden »Alternativmembrane« einem Langzeittest zu unterziehen. Somit muss in diesem Rahmen die Frage offen bleiben, ob die Eigenmembranen auf lange Sicht dem Platzhirsch Gore-Tex das Wasser reichen können.

Herren-Wanderschuh Test: Gruppenbild
Die neun Wanderschuhe im Test.

So haben wir getestet

Alle Wander- und Bergschuhe wurden auf unterschiedlich langen Touren in den bayerischen Voralpen, in Tirol sowie im Piemont und auf unterschiedlich schwierigen Wegen getestet. Die Bandbreite reichte dabei von einfacheren Pfaden bis hin zu alpinen Steigen durch grobgerölliges Gelände und kurzen Gletscherquerungen.

Die Beladung variierte ebenfalls: von leichten Tagesrucksäcken mit weniger als fünf Kilo Gewicht bis hin zu einem fünfjährigen Kind in einer Kraxe plus Proviant, was einer Beladung von etwa 20 Kilogramm entspricht. Sämtliche von den Herstelllern als wasserdicht angegebenen Schuhe wurden – wenn möglich – bei Bachdurchwatungen auf ihre Wasserdichtigkeit überprüft.

Herren-Wanderschuh Test: Testsieger Mammut Ducan 4

Unser Favorit: Mammut Ducan High GTX

Der Mammut Ducan High GTX hat uns ehrlich überrascht. Auf einer Kraxentour musste der Schuh vom Start der Wanderung aus beweisen, was er kann – und wusste vom ersten Schritt an durch einen fantastischen Sitz zu überzeugen.

Das liegt sicherlich auch an seiner innovativen Zungenkonstruktion. Beim Ducan ist die Zunge nicht wie bei anderen Schuhmodellen als seperates Bauteil in den Oberschuh eingesetzt, Oberschuh und Zunge bestehen vielmehr aus einem einzigen Stück Textil. Das hat den Vorteil, dass sich weniger Druck- und Reibestellen ergeben und der Schuh sich wie eine Socke dem Fuß anschmiegt.

Unser Favorit

Mammut Ducan High GTX

Test Herren-Wanderschuh: Mammut Ducan High GTX
Toller Allround-Wanderstiefel mit ausgezeichneter Passform.

Man merkt Mammut an, dass die Firma mit der Übernahme des Schweizer Schuhherstellers Raichle vor einigen Jahren eine Menge Schuh-Know-How eingekauft und dieses weiterentwickelt hat. Die Passform weiß auch bei schwerer Beladung zu überzeugen, der Schuh wendet sich an »Durchschnittsfüße« – mit einem eher schmalen und langen Fuß wackelt und ruckelt nichts und der Schuh macht auch nach einem langen Wandertag über Feldwege, schmale Wiesenpfade und Felsstufen Spaß. Der moderat hohe Schaft gibt dem Fuß auch bei schwerer Beladung und auf längeren Querungen ausreichend Halt.

Das Auge kauft mit – das gilt auch für den Mammut Ducan High GTX. Sein futuristisches Design mag Liebhaber klassischer Kernlederschuhe abschrecken – wir finden die Kombination aus Knit-Obermaterial, der leicht asymmetrischen Schnürung und der weit nach oben gezogenen Vibram-Profilsohle richtungsweisend und ansprechend. Hier ist kein bisschen Material verschwendet worden – was sich auch am vergleichsweise niedrigen Gewicht von rund 1.100 Gramm bei Größe EUR 44 2/3 bemerkbar macht. Ein Schuh, wie gemacht für gewichtsoptimierte Hütten- und Tagestouren.

Alternativen

Der Mammut Ducan High GTX hat uns voll überzeugt. Doch auch die anderen Hersteller im Test haben mitunter interessante Modelle im Programm, die für andere Einsatzbereiche konstruiert wurden.

Für lange Wanderungen

Scarpa ZG Lite GTX

Test Herren-Wanderschuh: Scarpa ZG Lite GTX
Stabiler, gutmütiger Berg- und Trekkingstiefel mit viel Grip.

Scarpa ist einer der erfolgreichsten italienischen Bergschuhhersteller und hat schon unzählige Expeditionen in die hohen Berge der Welt mit robustem Schuhwerk ausgestattet. Das merkt man zweifelsohne auch dem ZG Lite GTX an. Die robuste Verarbeitung mit einer steifen Zwischensohle prädestiniert den Schuh für Wanderungen, bei denen es auch mal zur Sache geht – sei es, weil der Weg geröllig, alpiner und damit steiler wird, sei es, weil sich die Distanz der Tagesetappe in die Länge zieht.

Mit seinen 1336 Gramm ist er immer noch ausreichend leicht, um am Fuß nicht durch zu viel Gewicht aufzufallen. Auch hier sorgt eine Vibram-Profilsohle für einen ausgezeichneten Grip – sie fällt im Falle des ZG Lite GTX etwas breiter und agressiver aus als beim Mammut und bietet somit auch auf technischeren, ausgesetzten Pfaden und Wegen und beim Tragen schwererer Rucksäcke guten Halt.

Im Gegensatz zum Ducan GTX setzt Scarpa auf Spaltleder als Obermaterial, das durch textile Elemente ergänzt wird. In Kombination mit der robusten, flexiblen Kunststoff-Zehenkappe sorgt das für eine lange Lebensdauer beim etwas härteren alpinen Einsatz. Nicht zuletzt schafft der Scarpa ZG Lite GTX meisterhaft den Spagat zwischen leichtem Trekkingstiefel und klettersteigtauglichem Leichtbergstiefel.

Wie wenige andere Schuhe im Testfeld deckt der ZG Lite GTX somit ein breites Spielfeld an Einsatzbereichen ab und ist damit unser Tipp für Käufer, die sich nicht sicher sind, wohin die nächste Bergreise genau führen soll und die gerade deswegen einen möglichst vielseitigen Schuh suchen.

Für hochalpines Gelände

Hanwag Alverstone II GTX

Wow, der Schuh ist echt ’ne Wucht – das denkt man sich beim Hanwag Alverstone II GTX schon beim Auspacken. Das Auge kauft auch beim Bergschuh mit und so fällt der hochschaftige Stiefel in seinem rot-schwarzen Design sofort auf. Mit 1.620 Gramm pro Paar bei Größe EUR 44 ist der Hanwag zwar der schwerste Schuh im Test, bietet aber – und das wird schon beim ersten Anziehen klar – am meisten Steifigkeit und damit auch Trittsicherheit im technischen Gelände.

»Moderner, stabiler und doch leichter Trekkingschuh für anspruchsvolles Terrain, Alpenüberquerungen mit Gipfelambitionen« – so beschreibt Hanwag den Alverstone II GTX auf seiner Homepage und so wird der Bergstiefel auch gleich von uns auf eine hochalpine Bergtour im hintersten Ötztal entführt.

Das feste Fußbett mit steifer Zwischensohle bietet dem Fuß komfortablen und sicheren Halt auf den verschiedensten Untergründen. So ist es eine Freude, mit dem Alverstone II GTX erst über einen steilen Steig und später wegloses, blockiges und gerölliges Gelände bis hinauf in die Gletscherregionen am Alpenhauptkamm zu steigen. Sogar auf dem blanken Gletschereis kann der Schuh punkten, auch wenn er diesmal nicht in die Verlegenheit kommt, sich auch mit Leichtsteigeisen beweisen zu müssen – dafür wäre er grundsätzlich auch geeignet.

Im Testfeld fällt der Hanwag Alverstone II GTX aus der Reihe – er ist der robusteste, festeste Schuh mit der steifsten Konstruktion. Die Passform ist überragend – man merkt dem Alverstone II GTX an, dass Hanwag über viel Erfahrung in der Fertigung klassischer Bergstiefel hat. Für Gelegenheitswanderer ist er ein wenig zu viel des Guten. Wer aber einen toll verarbeiteten Schuh für ausgedehnte Bergtouren im schwierigeren Gelände sucht, der auch vor kurzen Gletscherpassagen oder sogar Mehrtagestouren nicht zurückschreckt, ist mit dem Hanwag Alverstone II GTX optimal beraten.

Gut & günstig

Brütting Mount Bona High

Test Herren-Wanderschuh: Brütting Mount Bona High
Günstiger, bequemer Wanderstiefel für Pfennigfuchser.

Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von rund 90 Euro ist der Mount Bona High mit Abstand der günstigste Wanderschuh im Testfeld. Trotzdem verfügt auch er über eine griffige Vibram-Profilsohle und ist laut Hersteller Dank der Comfortex-Technologie wasserdicht. Im Test musste sich der halbhohe Stiefel bei mehreren Bachdurchwatungen, gerölligen Abschnitten und auf einem klassischen Kiesweg beweisen.

Schnell wird deutlich: Trotz seines günstiges Preises überzeugt der Schuh mit einem gutmütigen Abrollverhalten. Die Konstruktion ist insgesamt recht weich. Der Schuh richtet sich damit an Wanderer, die einen flexiblen, günstigen Schuh für einfachere Wanderungen suchen.

Die Comfortex-Membran erweist sich als zuverlässig wasserdicht. Beim Eintauchen in einen Bach ist der Schuh so dicht wie ein Gummistiefel. Allerdings lässt das Obermaterial die Nässe nicht wie bei anderen Schuhen abperlen, die Kombination aus Spaltleder und Textil saugt sich vielmehr voll. Das hat allerdings wenig negative Folgen – der Schuh wird zwar schwerer, Wasser dringt aber trotzdem keines ein. Wer dem vorbeugen will, imprägniert den Schuh vor der ersten Verwendung mit einem Imprägnierspray.

Die Vibram-Sohle erweist sich als sehr griffig. Sogar eine kleine Kletterpassage steckte sie souverän weg – allerdings kommt hier wieder die recht weiche Zwischensohlenkonstruktion zur Geltung, der Brütting Mount Bona biegt sich bei einer Zehenbelastung durch. Was bleibt, ist jedoch ein durchwegs positiver Eindruck. Wer ein kleines Budget hat und kleine Nachteile in Kauf nimmt, bekommt mit dem Brütting Mount Bona ein stimmiges Gesamtpaket und einen Schuh, mit dem man für kleinere Wanderungen und Tagestouren perfekt gewappnet ist.

Außerdem getestet

The North Face Ultra Fastpack III Mid GTX

The North Face wendet sich mit dem Ultra Fastpack III Mid GTX an eine Klientel, die am liebsten schnell und leicht unterwegs ist und trotzdem ein gewisses Maß an Umknicksicherheit und Seitenstabilität haben möchte. Mit lediglich 920 Gramm Gewicht ist er auch der leichteste hochschaftige Schuh im Test. The North Face versucht mit dem Ultra Fastpack III Mid GTX zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen – seine leichte, flexible Grundkonstruktion erinnert an einen Laufschuh. Der halbhohe Schaft soll bei Rucksacktouren durch unwegsames Gelände das Umknicken verhindern.

Fastpacking ist in aller Munde – also das gewichtsoptimierte, leichte Unterwegssein in der Natur. So gibt es Fastpacking-Zelte, Ultraleicht-Rucksäcke und eben Ultraleicht-Trekkingschuhe wie den Ultra Fastpack III Mid GTX. Ob man den Schuh nun als vollwertigen Wanderschuh bezeichnen möchte, ist indes eine andere Frage. So fühlt er sich auf grobgerölligen, unebenen Pfaden etwas instabil an und richtet sich klar an eine Käuferschaft, die zugunsten des zugegebenermaßen leichten Gewichts Abstriche bei der Stabilität in Kauf nimmt.

Somit eignet sich der The North Face Ultra Fastpack III Mid GTX entweder a) an Gelegenheitswanderer, die einen überaus leichten, flexiblen und anpassungsfähigen halbhohen Schuh für leichtes Gelände suchen oder b) an erfahrene »Fastpacker« (oder, auf deutsch gesagt, Ausrüstungsminimalisten) die genau wissen, worauf sie sich bei einem Schuh mit geringer Seitenstabilität einlassen. Wanderer, die einen gutmütigen, robusten und stabilen Schuh suchen, der ein hohes Maß an Trittsicherheit bietet, wählen lieber ein verwindungssteiferes Modell wie den Mammut Ducan Mid GTX, der genau das Plus an Steifigkeit bietet, das man im Gelände benötigt, um sich sicher zu fühlen oder den Lowa Renegade GTX Mid.

Lowa Renegade GTX Mid

Der Lowa Renegade GTX Mid ist so etwas wie der VW Golf unter den Wanderschuhen. Seit Jahren im Programm, ist er eine der Cash Cows des bayerischen Herstellers Lowa und wird Jahr für Jahr in leicht überarbeiteter Form angeboten. Man weiß, worauf man sich einlässt – der Lowa Renegade GTX Mid dürfte wohl mit einem der bewährtesten Leisten auf dem Markt überhaupt hergestellt werden und richtet sich als Allrounder an ambitionierte Wanderer und Bergsteiger, die ihn möglichst vielseitig einsetzen wollen. Wobei der Fokus aufgrund der weichen Sohle klar auf Wanderungen im leichten bis mittelschweren Gelände liegt.

Somit ist der Lowa Renegade GTX eigentlich ein Rundum-sorglos-Schuh, was auch zahlreiche Testsiege und positive Bewertungen in der Vergangenheit verdeutlichen. Trotzdem täte ihm nach Jahren kleinerer Veränderungen eine komplette Überarbeitung gut. Mit 1.336 Gramm ist er vergleichsweise schwer, die Sohlenkonstruktion wirkt klobig, das Design ein wenig altbacken. Vergleicht man den innovativen Mammut Ducan GTX und den Lowa Renegade, prallen Welten aufeinander. Auf der einen Seite der 200 Gramm leichtere Kunststoffschuh, hier der robuste, schwere Volllederschuh.

Doch gerade deswegen erfreut sich der Lowa Renegade GTX Mid eines gleichbleibend hohen Zuspruchs. Er ist robust verarbeitet, sein Abperl-Verhalten im Wasser sucht im Testfeld seinesgleichen, Geh- und Tragekomfort zeugen von jahrelanger Erfahrung. Somit richtet sich der Wanderschuh an Bergsportler, die keine Experimente wagen wollen und einen zuverlässigen, robusten und langlebigen Schuh für einfache bis moderate Wanderungen und Bergtouren suchen. Für schwierigere Unternehmungen ist die Sohle des Renegade ein wenig zu weich.

Der Keen Targhee Mid WP kommt besonders breit daher und sieht auf den ersten Blick fast aus wie ein Arbeitsschuh mit Stahlkappe. Keen macht seinem Ruf als Hersteller besonders komfortabler, sich an der Fußform orientierender Freizeitschuhe alle Ehre – dem Schuh haftet eine gewisse Hang-Lose-Attitüde an. Mit eher schmalen Füßen fühlt man sich im Targhee Mid WP allerdings etwas verloren. Der Schuh bietet im Vorderfuß wenig Halt, die Schnürung reicht nicht aus, um dagegen anzuwirken und den Fuß »einzuschnüren«. Personen mit breiteren Füßen mögen dies zwar anders empfinden, ein Passformwunder ist der Targhee Mid WP in unserem Fall nicht.

Trotzdem punktet der Schuh mit einigen Details, die auf Anhieb gefallen. So sorgt die große Schlaufe am Heck dafür, dass das Anziehen reibungslos vonstatten geht. Großflächige reflektierende Elemente garantieren, dass man im Halbdunkel und Dunkel besser gesehen wird. Der vergleichsweise niedrige Schaft verleihen dem Keen darüber hinaus mehr Flexibilität als vergleichbaren Schuhen.

Bei Membran und Profil setzt Keen auf Eigenentwicklungen – vermutlich um keine hohen Lizenzgebühren zahlen zu müssen. Die gutmütige Sohle mit weit nach oben gezogener Zehenkappe bietet guten Grip auf allen möglichen Untergründen von Feldweg bis Wiesenpfad, auch die Keen Dry-Membran kann beim ersten Untertauch-Test vollends überzeugen: kein Wassereinbruch. Somit ist der Keen Targhee Mid WP ein gutmütiger Wanderstiefel speziell für Personen mit etwas breiteren Füßen, die bisher Probleme hatten, einen passenden und ausreichend breiten Schuh zu finden.

Dachstein Super Leggera GTX

Strick, wo man hinsieht – der Dachstein Super Leggera GTX setzt wie kein anderer Schuh im Testfeld auf das Obermaterial Textil. Allerdings in einem »Aggregatzustand«, der nichts mit einem Strickpullover zu tun hat – eher mit festem Nylongewebe. Die Textil-Optik ist ungewöhnlich, gehört jedoch zum Programm. Denn der Schuh passt sich der Fußform an wie kein zweiter, ist allerdings auch flexibel, was Fans fester Materialien zu Beginn etwas irritieren wird.

Doch wo fühlt sich dieser Schuh wohl? Zunächst einmal fällt die weiche Sohle auf. Der Dachstein Super Leggera GTX rollt gut ab, seine Vibram-Sohle klebt förmlich auf Felsen und punktet auch auf Geröll und einfachen Wander- und Fahrwegen. Dachstein verpasst dem Schuh eine weit nach oben reichende Schnürung und verzichtet gänzlich auf Haken. Das mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen, schließlich hat der Wanderstiefel einen hohen Schaft, das ist jedoch kein Nachteil. Man schlüpft in den Dachstein Super Leggera so schnell und unproblematisch wie in eine Socke – allerdings fühlt sich der Schuh auch im geschnürten Zustand weicher und »Turnschuh-hafter« an als die Lederschuhe im Testfeld.

Was das Innenleben angeht, konnte der Super Leggera GTX im Test nicht vollends überzeugen. Ob es daran lag, dass der Testschuh in Größe 45 ein wenig zu groß ausfiel und der Fuß somit dazu tendierte, ein wenig hin- und herzurutschen, sei dahingestellt. Trotzdem wurde man im Test das Gefühl nicht los, dass die Einlegesohle des Super Leggera GTX über zu wenig Profilierung und damit Stütze für den Fuß verfügt.

Der Dachstein Super Leggera hat durch seine innovative, flexible und anschmiegsame Strick-Herstellungstechnik durchaus seine Daseinsberechtigung. Damit der Schuh gut funktioniert, sollte er aber so fest wie möglich sitzen (nicht zu verwechseln mit engem Sitz, das wäre zu viel des Guten und würde zu mangelndem Komfort führen!). Daher an dieser Stelle der Tipp, den Super Leggera lieber eine halbe Größe kleiner zu wählen als zu groß, damit dem Fuß etwas mehr Sicherheit und Stütze gegeben wird.

Es gibt sie, diese Tage an denen man einfach nur einen Schuh für das »schnell raus« oder »schnell rauf auf den Berg« braucht. Genau dafür ist der Salomon OUTline gemacht. Er ist der einzige Halbschuh im Test und kann doch durch einige Alleinstellungsmerkmale punkten, die ihn für leichtere Wanderungen tauglich machen. Dazu zählt zum einen das geringe Gewicht. Mit nur 684 Gramm Gewicht für das Paar bewegt er sich im Bereich eines mittelschweren Laufschuhs. Zudem bietet seine Contagrip-Sohle mit ihrem großen Stollenabstand einen ausgezeichneten Halt auf den verschiedensten Untergründen.

Nässeprofi ist der Salomon OUTline indes nicht: Salomon verzichtet aus Gewichtsgründen auf eine wasserdichte Membran. Somit eignet er sich primär für kurze Wanderungen bei trockenen Wetterverhältnissen, macht aber auch als Alltagsschuh für Outdoorfans eine gute Figur. Egal ob bei einer kleinen Feierabendtour auf den Hausberg, als Reiseschuh oder als geländegängige Ergänzung im Schuh-Sortiment zu Hause – der Salomon OUTline ist in der Passform denkbar unkompliziert, verfügt durch raffinierte Plastik-Applikationen an stark beanspruchten Stellen über eine lange Lebensdauer und wird somit zu einer praktischen Allzweckwaffe. Aber längere Wanderungen mit schwererem Gepäck sollte man sich mit dem Salomon OUTline nicht antun. Dafür bietet er zu wenig Seiten- und Umknickstabilität. Speziell Gelegenheitswanderer, deren Füße nicht so gut trainiert sind, sind mit einem hochschaftigen, festeren Schuh besser beraten.

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eberano
eberano

Ist der Mammut Ducan KNIT High GTX ebenfalls zu empfehlen? Was bringt der Aufpreis?