In-Ears mit Noise-Cancelling im Test – Testsieger: Bose QuietComfort 30

Testsieger: Bose QuietControl 30

Von allen getesteten In-Ears mit Noise Cancelling heben sich die Kopfhörer von Bose in der Qualität der Geräuschunterdrückung nach wie vor deutlich von der Konkurrenz ab. Das war schon beim QC 20 so und ist beim QuietControl 30 sogar noch besser. Denn im Gegensatz zum Vorgänger kann man beim QC 30 das Noise-Cancelling ganz nach Geschmack und Situation stufenlos anpassen.

Außerdem hat Bose dem QuietControl 30 das Kabel abgenommen. Die Verbindung wird stattdessen per Bluetooth hergestellt und funktioniert damit für iPhones und Android-Smartphones gleichermaßen.

Verarbeitung und Ausstattung

Wo andere meist nur einen schnöden Stoffbeutel zur Aufbewahrung der In-Ears mitliefern, stecken die Bose QC 30 in einem robusten Case mit Reißverschluss. Wegen des neuen Nackenbügels, an dem die beiden In-Ears hängen, ist das Case entsprechend groß geraten.

Der Nackenbügel sieht zwar sehr massiv aus, stört aber keineswegs beim Tragen, da er sich weder am Hals festklemmt, noch so locker sitzt, dass man ihn verlieren könnte.

Die beiden Kabel, die aus den Enden geführt werden, und an denen die In-Ears baumeln, sind solide ausgeführt und sollten einiges wegstecken.

Am rechten Kabel hängt ein kleiner Bedienkasten und damit auch der erste Kritikpunkt: Das Kabel ist einfach zu kurz, um die Bedienelemente bequem betätigen zu können. Schnell ist der rechte Ohrstöpsel herausgefallen – und dabei wollte man doch nur zum nächsten Lied skippen oder ein Telefonat annehmen.

Besser geht das übers Smartphone: Die Bose Connect App ermöglicht eine bequeme Bedienung übers Handy. Mit ihr kann man auch die Intensität des Noise-Cancelling stufenlos anpassen, die Lautstärke einstellen und den Ladestand des Akkus ablesen.

Klang und Tragekomfort

Der Bose QuietControl 30 verfügt über die gleichen Passstücke wie der Vorgänger QC 20. Sie sind, ebenso wie die Ohrstöpsel, eindeutig für links und rechts gekennzeichnet.

Das Einsetzen der In-Ears ins Ohr geht auch beim QC 30 überraschend gut. Das weiche Silikon-Passstück muss nicht in den Gehörgang gedrückt werden, seinen Halt bekommt es durch die flügelförmigen Erweiterungen, die sich in die Falten der Ohrmuscheln schmiegen.

Damit das bei jedem Ohr gut funktioniert, sind jeweils drei Passstücke im Lieferumfang – klein, mittel und groß. Da in meinem Falle links das mittlere und rechts das kleine besser sitzt, muss man schon auf die »Polarität« der Passtücke achten,

Die Klang-Charakteristik ist zwar erstmal sehr Bose-haft, sprich eher gefällig und unaufdringlich. Der QuietControl 30 schiebt aber im Tiefton etwas nach – man hat sich hier offenbar an den Trend des allgemeinen Musikgeschmacks angepasst. Auch in Bezug auf die Dynamik hat der QC 30 etwas zugelegt, zumindest gilt das für den Tief-Mittelton-Bereich. Die Höhen werden zwar differenziert wiedergegeben, kommen aber wie gehabt leicht abgerundet ans Ohr.

Tolle Geräuschunterdrückung

Die Noise-Cancelling-Elektronik von Bose ist nach wie vor führend, vor allem mit der stufenlosen Anpassung. So effektiv wie der QuietComfort 30 unterdrückt kein anderer In-Ear Umgebungsgeräusche von außen – und zwar egal welche. Sei es das tiefe Brummen im Flugzeug, das hellere im Zug, der Verkehrslärm in der Stadt oder das Stimmengewirr in der Gaststätte, der QC 30 reduziert jeglichen Lärm fast so gut wie die Mute-Taste der Fernbedienung den Fernseher stummschaltet.

Sicher: klangliche Artefakte in der Musik bleiben nicht ganz aus, vor allem, wenn man das Noise Cancelling auf Anschlag dreht. Aber das muss man in vielen Fällen gar nicht. Auch ein leichtes Rauschen kann man bei leisen Musikpassagen vernehmen, ebenfalls eine Begleiterscheinung der aktiven Geräuschunterdrückung.

Natürlich profitiert das Noise-Cancelling von einem möglichst guten Sitz der In-Ears im Gehörgang. Da könnte man bei Bose durchaus noch nachlegen, weil die drei Paar Passstücke nicht immer die beste Abdichtung bieten. Mehr Auswahl wäre besser, zumal bei dem aufgerufenen Preis.

Was gibt es für Nachteile?

Der größte Nachteil der QC 30 ist, dass beim Betätigen der Inline-Fernbedienung schnell mal der rechte Ohrstöpsel herausrutscht. Das ist zum einen dem komfortablen aber schlechten Sitz des Ohrstöpsels im Ohr geschuldet, zum anderen der ungünstigen Platzierung der Fernbedienung. Abhilfe schafft hier nur die Bedienung per Smartphone-App.

Ein weiterer Nachteil ist eher prinzipbedingt: Ist der Akku leer, bleibt der QuietControl 30 stumm, denn auch die Bluetooth-Verbindung braucht Strom. Da sind In-Ears mit Kabel wie der QC20 eindeutig im Vorteil. Wenn bei ihnen der Akku leer ist, geht kein Noise-Cancelling mehr, Musik hören kann man aber trotzdem noch.

Bose QuietControl 30 im Testspiegel

Obwohl der QuietControl 30 schon einige Monate auf dem Markt ist, gibt es erst noch wenige Testberichte. Eine Ausnahme ist Audio Video Foto Bild, hier wurden in einem Rundumschlag unter anderem auch zehn Noise-Cancelling-Kopfhörer getestet (04/2017):

Unser Favorit belegt mit der Note 2,1 allerdings nur den 7. Platz, mit dem BeoPlay H3 ANC von B&O schaffte der zweite In-Ear im Testfeld dagegen den ersten Platz. Offenbar legen die Kollegen auf alles andere mehr Wert als auf ein gut funktionierendes Noise-Cancelling.

»Der QC30 bringt viele Details in der Musik hervor. Er klingt insgesamt warm, die Bässe sind recht sauber und gut dosiert. […] Top: Freisprechmikro und Lautstärkeregler. […] Der Nackenbügel und die Stöpsel tragen sich super.«

Für Computer Bild konnte Christoph de Leuw den QC 30 ausprobieren, vergab allerdings keine Note:

»Die Tasten regeln, ob und wie stark der Bose den Lärm bekämpft. So lässt sich ganz nach Bedarf die Umgebung nahezu vollständig, nur ein bisschen oder gar nicht ausblenden. Beim ersten Probehören zeigte sich: Das funktioniert problemlos und überzeugend. Das Noise Cancelling ist, wie schon bei bisherigen QuietComfort-Modellen des Herstellers, sehr wirksam, störende Nebenwirkungen wie Rauschen fielen nicht auf. […] Der Klang wirkt etwas dynamischer und frischer als bei den Vorgängern.«

Michael Knott von Netzwelt attestiert dem Bose gute Noise-Cancelling-Eigenschaften, mit den gleichen Einschränkungen wie wir. Auch die Klangeigenschaften schätzte er ähnlich ein, und gab dem Bose 7,7 von 10 Punkten:

»Das ANC ist deutlich spürbar, jedoch filtert der Gegenschall Umweltgeräusche nicht ganz so effektiv heraus, wie dies bei den geschlossenen Bügelkopfhörern von Bose der Fall ist. Doch auch der QC30 ist sehr gut darin, gleichmäßige Geräusche wie den Klang von Flugzeugturbinen oder die Geräuschkulisse einer Klimaanlage nahezu zu eliminieren. Stimmen gelangen deutlich gedämpft, aber dennoch hörbar an eure Ohren. […] Prinzipiell ist der Klang des Bose QuietControl 30 ausgewogen. Wir empfinden ihn in den meisten Stücken als harmonisch, mit einer deutlich spürbaren Bass-Betonung. Der Bose macht aber nicht auf ganz dicke Bass-Hose, und das ist gut so. Bei etwas komplexeren Stücken neigt das Testgerät dazu, feine Details zu verschlucken. Auch die räumliche Zuordnung der einzelnen Quellen fällt dann schwer.«

Im Test von Macwelt fällt das Fazit ebenfalls positiv aus:

»Im Großraumbüro, im Flieger oder der Bahn: Der Bose Quietcontrol 30 bietet einen hervorragenden Klang bei sehr guter Abschirmung gegen Außengeräusche. Auch als Headset lässt er sich verwenden, aufgrund seiner Bauart eher eingeschränkt für den Sport.«

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Kommentare

11 Kommentare zu "Der beste In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling"

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Sortiert nach:   neueste | älteste | beste
Manuela Brandl

Hab nur Sachen von Bose ! ⭐⭐⭐⭐⭐

Bose ist eines der besten !

Schade, gibt genug andere Sachen, die besser sind.

Bose ist teurer Plastikmüll

Deine Meinung!

Aber einen auf dicke Hose machen, lachhafte Aussage Herr Björn Krystek , ne is klar!!

Ich schwöre immer noch auf Teufel

bose ist einfach nur shit

Ich bin eher ein Verfechter der Marke Teufel finde den Klang weitaus besser als den von Bose

Martin Zeller
Martin Zeller

Es gibt mittlerweile den kabellosen Bose QuietControl 30. Mit Nackenband statt Kästchen.

Marco Miklos

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