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Der beste Fahrradsitz

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Fahrradsitz für Kinder Test: Britax Römer Jockey Comfort
Sebastian Schulke

Sebastian Schulke

lebt mit seiner Familie in München und hat zwei Kinder. Er ist seit über 20 Jahren als rasender Reporter unterwegs - für Magazine und Zeitungen wie NZZ, Zeit, Abendzeitung, Süddeutsche Zeitung, Eltern Family, Himbeer oder BISS. In der "Wolkenkratzer Werkstatt" macht er zudem "Kinderbücher für Erwachsene".

Wir haben 13 Kinderfahrradsitze getestet, acht Hecksitze und fünf Frontsitze. Der beste Fahrradsitz für die meisten ist der Britax Römer Jockey³ Comfort. Der Hecksitz überzeugt auf ganzer Linie. Er bietet nicht nur Komfort, sondern auch ein hohes Maß an Sicherheit. Der von Stiftung Warentest bemängelte Sicherheitsverschluss wurde inzwischen verbessert. Und die Montage ist ein echtes Kinderspiel. Bei den Frontsitzen überzeugt der Hamax Caress Observer.

Der Kinderwagen wird irgendwann nicht nur für das Kind, sondern auch für die Eltern langweilig. Denn der Radius, in dem man sich fast Tag für Tag mit dem Gefährt bewegt, ist relativ klein und überschaubar. Nach gut neun Monaten, wenn der Nachwuchs schon eigenständig sitzen kann, sieht das plötzlich ganz anders aus. Kinderfahrradsitze eröffnen neue Möglichkeiten und Abenteuer und erweitern den Aktionsradius der Familie um ein Vielfaches.

Wir haben acht Hecksitze und fünf Frontsitze für Sie getestet. Wir wollten wissen, wie gut sich die einzelnen Sitze für kleine und große Ausflüge, aber auch für den Alltag eignen. Wie sicher, robust und kinderfreundlich ist die Fahrt in einem Fahrradsitz – und welche Modelle sind besonders abenteuerlustig?

Hecksitz oder Frontsitz?

Die Frage, ob Hecksitze oder Frontsitze »besser« sind, entscheiden die meisten aus dem Bauch heraus. Vielen Müttern ist der Frontsitz suspekt, weil er auf den ersten Blick weniger sicher erscheint. Dabei hat man bei ihm das Kind stets im Blick – und das Fahrverhalten ist besser, weil das Kind über dem Schwerpunkt des Fahrrads sitzt und nicht hinter der Hinterachse.

Frontsitze sind nur relativ kurze Zeit nutzbar

Doch Frontsitze haben einen entscheidenden Nachteil: Sie sind nur für Kinder bis zu einem Gewicht von 15 Kilo zugelassen. Dieses Gewicht erreichen Kinder meist im Alter zwischen 2 und 3 Jahren. Damit sind Frontsitze nur relativ kurze Zeit nutzbar.

Hecksitze sind dagegen in der Regel für Kinder bis 22 Kilo zugelassen – oder bis zu einem Alter von 5 Jahren. Ab da können die Kids dann meist ohnehin selbst Fahrrad fahren. Kauft man einen Frontsitz, muss man dagegen unter Umständen irgendwann auf einen Hecksitz umsteigen.

Fahrradsitz für Kinder Test: Image
Wer zwei Kinder auf einem Fahrrad transportieren will hat keine Wahl: Das geht nur mit Front- und Hecksitz.

Viele Hecksitze werden am Sitzrohr befestigt und federn an Befestigungsbügeln freischwebend über dem Gepäckträger. Das ist komfortabel fürs Kind, kann bei Kurven oder unebenen Straßenverhältnissen aber zu Pendelbewegungen führen und das Fahrverhalten beeinflussen. Somit können je nach Geschwindigkeit und Straßenzustand auch entsprechend hohe Kräfte auf den Fahrradsitz und die Halterung wirken. Die Sitze sollten entsprechend solide verarbeitet sein.

Es gibt auch Hecksitze, die direkt am Gepäckträger befestigt werden. Sie haben den Nachteil, dass sie keinen Federweg und damit wenig Sitzkomfort bieten: Jede noch so kleine Unebenheit ist für das Kind direkt spürbar.

Bei Hecksitzen hat man sein Kind nicht im Blick

Der größte Nachteil von Hecksitzen ist, dass die Kinder hinter dem Fahrer sitzen: Die kleinen Passagiere haben nicht nur keine freie Sicht und starren bei der Fahr auf den Rücken von Mama oder Papa, die haben ihr Kind und was es hinter ihnen treibt auch nicht im Blick.

Dafür sind Hecksitze größer und meist auch komfortabler und verfügen über verschiedene Einstellungen für Kopf-, Fuß- und Rückenlehne. Am besten fahren Sie mit Ihrem Zweirad zu einem Fachgeschäft und lassen sich vor Ort beraten. Denn bei einem Kinderfahrradsitz und bei dessen Montage gibt es einige Dinge zu beachten, die einem viel Arbeit, Zeit und Umstände ersparen – wie Kabelzüge, die verlegt werden müssen oder Gepäckträger, die nicht passen. Rennräder und vollgefederte Mountainbikes sind grundsätzlich nicht für Kinderfahrradsitze geeignet.

Und nicht jeder Sitz lässt sich an jedem Fahrrad montieren: Hecksitze, die am Sattelrohr befestigt werden, kommen mit ovalen Rohren nicht klar und viele Frontsitze benötigen ebenfalls eine runde Lenkerstange – und genug Platz in der Vertikalen für die Befestigung.

So haben wir getestet

Beim Test haben wir zuallererst auf die Montage geachtet. Die ist bei Hecksitzen generell etwas aufwendiger als bei Frontsitzen. Außerdem: Wie gut und leicht ist die Montage – auch mit Bezug auf die Montageanleitung? Ist sie so dick wie ein Buch oder klar und verständlich? Braucht man verschiedene Werkzeuge oder sind die vielleicht sogar schon beigefügt? Oder gibt es irgendwelche Extras, die die Montage verbessern und erleichtern?

Fahrradsitz für Kinder Test: Kinderfahrradsitze Alle Rück
Unsere getesteten Modelle aus dem Test 08/2019 – hier die Hecksitze: Thule Yepp Next Maxi, Polisport Bilby Maxi, Polisport Guppy Maxi, Hamax Caress (obere Reihe von links), Prophete, Britax Römer Jockey Comfort, Bobike und Thule Yepp Maxi (untere Reihe von links).

Außerdem haben wir alle Fahrradsitze gewogen und ihre Sitzhöhe, -breite und -tiefe gemessen. Wir haben uns die Verschlüsse und Gurtsysteme, die Halterungen und Fußstützen genau angesehen und anhand der Konstruktion des Sitzes das Verletzungsrisiko im Fall eines Sturzes eingeschätzt. Mit einem Kraftmessgerät haben wir überprüft, ob die Gurtschlösser die jeweilige DIN-Norm einhalten und sich nicht etwa zu leicht von Kinderhand öffnen lassen.

Ebenso wichtig war uns der Sitzkomfort und die Verarbeitung sowie die Verstellbarkeit der einzelnen Bereiche wie Rücken-, Kopflehne und die Fußstützen. Dazu wurde entsprechend die Form, also das Design der Fahrradsitze beurteilt. Inwieweit sorgen sie für Komfort und Sicherheit – oder stellen sie einfach nur optische Spielereien dar?

Sitzkomfort und Verarbeitung sind wichtige Aspekte

Um das Fahrverhalten zu testen, haben wir in jeden Kinderfahrradsitz einen 14 Kilo schweren Wasserkanister als Test-Dummy geschnallt. Damit sind wir eine Strecke mit Kurven und Straßenkreuzungen abgefahren, bei der möglichst viele verschiedene Alltagssituation im Straßenverkehr eine Rolle spielten – wie das Absteigen an einer Ampel und das Bremsverhalten.

Neben Sicherheit, Verarbeitung und Funktionalität sollte ein Fahrradsitz für Kinder natürlich auch einen gewissen Komfort bieten. Sonst kann der Ausflug auf dem Fahrrad für den kleinen Passagier schnell zu einem kleinen Albtraum werden. Deshalb haben wir natürlich auch eine Sitzprobe mit einem Testkind gemacht.

Der beste Hecksitz

Wenn man sich im Straßenverkehr umsieht, begegnen einem fast ausschließlich Fahrräder mit Hecksitz. Frontsitze sind vielen unsympathisch, weil sie wegen der Befestingung am Lenker »wackeliger« wirken – dabei ist das Fahrverhalten bei Frontsitzen meist besser.

Bei Hecksitzen muss man vor allem darauf achten, dass der Schwerpunkt des Hecksitzes nicht weiter als 10 Zentimeter hinter der Achse des Hinterrads liegt. Je weiter hinten das Kind sitzt, desto unsicherer ist das Fahrverhalten. Eine entsprechende Markierung haben alle getesteten Hecksitze.

Der größte Vorteil von Hecksitzen gegenüber Frontsitzen ist, dass man mit ihnen Kinder bis zu einem Gewicht von 22 Kilo oder einem Alter von 5 Jahren transportieren darf. Damit sind sie in der Regel deutlich länger nutzbar als Frontsitze, dir nur für Kinder mit einem Gewicht von maximal 15 Kilo zugelassen sind.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Britax Römer Jockey³ Comfort

Der Britax Römer Jockey³ Comfort ist nicht ohne Grund einer der meist verkauften Kinderfahrradsitze. Komfort, Funktionalität und Verarbeitung sind einfach top – ein Fahrradsitz, in dem man sein Kind gerne Platz nehmen lässt. Das zuletzt beim Test von Stiftung Warentest kritisierte Gurtschloss wurde in der neuesten Version des Sitzes verbessert: Der 3-Punkt-Sicherheitsgurt mit zweistufigem Magnetverschluss überzeugt voll und ganz. Dazu kommen die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten bei den Fußstützen, der Kopf- und Rückenlehne für eine angenehme Schlafposition und die vergleichsweise leichte Montage. Für uns ganz klar die Nummer 1.

Der Hamax Caress ist mit 150 Euro das teuerste Modell im Test. Optisch ist er ein echter Hingucker. Tolles Design. Tolle Verarbeitung. Nur die Rahmenhalterung hat zu viel Plastik und wirkt nicht sehr stabil. Toll sind auch der Drehknopf am Sitz für das Einstellen der Ruheposition und der extra beigefügte Gepäckträgeraufsatz. So ist der Sitz nicht nur freischwebend an Befestigungsbügeln einsetzbar, sondern vielseitig und für mehr als ein Fahrrad nutzbar. Die Rahmenhalterung ist sogar abschließbar.

Der Exclusive Tour von Bobike ist ebenfalls ein kleiner Design-Star. Schon allein optisch wirkt der Kinderfahrradsitz sehr kompakt und ansprechend. Und nicht nur das: Funktion, Verarbeitung und Sicherheit bewegen sich hier auf einem sehr hohen Level. Obwohl der Sitz direkt auf den Gepäckträger befestigt wird, verfügt er durch sehr gute Sitzkissen und -polster über viel Fahrkomfort. Wer keinen Gepäckträger hat, bekommt einen zugeschickt.

Gut & günstig

Prophete Wallaroo

Test Fahrradsitz für Kinder: Prophete Wallaroo
Einfach, gut und preiswert – der Prophete ist ein günstiger Alleskönner.

Wenn Sie nicht viel ausgeben möchten, ist der Prophete Wallaroo unsere Empfehlung. Ganz schlicht und einfach kommt er daher, setzt optisch kaum Akzente, doch das ist auch gar nicht nötig. Das Gurtsystem, die Sitzschale mit Armlehnen und die Verarbeitung lassen keine Wünsche offen. Zudem ist das Modell gut ausbalanciert und sorgt hinten auf dem Fahrrad für ein stabiles und angenehmes Fahrverhalten.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerAuch gutStylishGut & günstig
Modell Britax Römer Jockey³ Comfort Hamax Caress Bobike Exclusive Tour Prophete Wallaroo Thule Yepp Nexxt Maxi Polisport Bilby Maxi FF Thule Yepp Maxi Polisport Guppy Maxi+ FF
Test Fahrradsitz für Kinder: Britax Römer Jockey³ ComfortTest Fahrradsitz für Kinder: Hamax CaressTest Fahrradsitz für Kinder: Bobike Exclusive TourTest Fahrradsitz für Kinder: Prophete WallarooTest Fahrradsitz für Kinder: Thule Yepp Nexxt MaxiTest Fahrradsitz für Kinder: Polisport Bilby Maxi FFTest Fahrradsitz für Kinder: Thule Yepp MaxiTest Fahrradsitz für Kinder: Polisport Guppy Maxi+ FF
Pro
  • Super Gurtsystem
  • Super Komfort
  • Super Montage
  • Tolles Design
  • Gepäckträger-Aufsatz
  • Abschließbar
  • Futuristische Optik
  • Sehr sichere und robuste Sitzschale
  • Werkzeugfach im Sitz vorne
  • Preis-Leistung perfekt
  • Drehknopf-Montage ohne Werkzeug
  • Drei-Punkt-Hosenträgergurt
  • Leicht zu montieren
  • Minimalistisches Design
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Die Armlehne sorgt für Komfort
  • Sitzschale: besondere Form, viel Spielraum
  • Luftlöcher sorgen für gute Belüftung
  • Sitz kann verriegelt werden
  • Schönes Extra: Ein stabiles Netz an der Rückseite des Sitzes schafft Stauraum für Spielsachen, Einkäufe oder Ähnliches
Contra
  • Leichte Pendelbewegungen
  • Beim Absteigen instabiler Stand
  • Teuerster Fahrradsitz im Test
  • Halterung am Rahmen aus Plastik
  • Direkt auf dem Gepäckträger befestigt
  • Montageanleitung undurchsichtig
  • Fußstützen schwer zu verstellen Sicherheitsgurt für Rahmen sehr lang, könnte in Speichen kommen
  • Nicht sehr komfortabel
  • Kind ist seitlich nicht gut geschützt
  • Keine Armlehne
  • Sitzpolster sehr einfach und dünn
  • Verarbeitung teilweise nicht sehr hochwertig
  • Montage recht aufwendig
  • Material komisch und klebrig
  • Sicherheitsgurt vom Sitz zum Rahmen ist zu lang und kann in die Speichen geraten
  • Halterung am Rahmen aus Plastik
Bester Preis
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Fahrradsitz für Kinder Test: Britax Römer Jockey³ Comfort

Testsieger: Britax Römer Jockey³ Comfort

Der Britax Römer Jockey³ Comfort bereitet Kindern und Eltern Freude und bietet viel Sicherheit. In der stabilen Sitzschale ist das Kind auch im Fall eines Unfalls gut geschützt, gerade auch im Kopf- und Schulterbereich, aber auch an Beinen und Füßen. Auch in puncto Verarbeitung kann das Modell glänzen. Der recht flexibel verstellbare Sitz macht ihn zum perfekten Alltagsbegleiter, denn hier kann der Nachwuchs unterwegs auch problemlos schlummern.

Testsieger

Britax Römer Jockey³ Comfort

Fangen wir mit der Montage an: Hier muss keine dicke, mehrsprachige und verwirrende Montageanleitung entschlüsselt werden. Mit ein paar Handgriffen hat man die Halterung am Rahmen befestigt und auch den Sitz entsprechend vorbereitet, um ihn in die Bügelbefestigung zu stecken. Fertig!

Einlagen für verschiedene Rohrgrößen sind vorhanden und leicht einsetzbar. Ohne großes Gefummel und Geschraube hat man innerhalb weniger Minuten den Hecksitz am Zweirad montiert. So einfach ging das bei keinem anderen Hecksitz im Test.

Ebenfalls gut gefallen haben uns die Einstellungsmöglichkeiten am Sitz: Zum einen lassen sich die Fußstützen unkompliziert um bis zu 14 Zentimeter rauf und runter schieben. Die Kopflehne verfügt über neun Stufen und zehn Zentimeter Hub und ist hinten an der Rückseite mit einem Handgriff verstellbar – genauso wie die Rückenlehne, die man ebenso einfach in eine Schlafposition bringen kann. Der Kopf vom Kind kann so, wenn es während der Fahrt mal einschlafen sollten, nicht so schnell nach vorne kippen.

Dafür sorgt auch die ausladende Sitzschale, an die die kleinen Passagiere ihren Kopf anlehnen können – wie bei einem großen, alten Ohrensessel. Auch die Armlehnen sind schön breit, weich gepolstert und bequem.

Sicherheit

Viele Eltern sind verunsichert, weil die erste Version des Britax Römer im Test der Stiftung Warentest »mangelhaft« bewertet wurde (Test 3/2018). Stein des Anstoßes war das Gurtschloss, das sich im Test der Warentester zu leicht öffnen ließ. Dazu muss man wissen, dass es für Kinderfahrradsitze eine Prüfnorm gibt. Die schreibt vor, dass Gurtschlösser, die mit einem Handgriff geöffnet werden können, einen relativ hohen Druckpunkt von mindestens 40 Newton haben müssen, damit kleine Kinder den Gurt nicht selbst öffnen können. Im Test von Stiftung Warentest ließ sich das Gurtschloß aber schon mit einem Druck von 20 Newton öffnen.

Das neue Gurtschloss ist nicht mehr so leicht zu öffnen

Uns ist kein Fall bekannt, bei dem ein Kind im Jockey Comfort tatsächlich einmal selbst den Gurt geöffnet hätte oder dadurch gar verletzt worden wäre. Insofern sehen wir solche Labortests eher kritisch. Wie auch immer: Britax Römer wollte diesen Makel nicht auf sich sitzen lassen. Mit der zweiten Version Jockey² Comfort hat der Hersteller das Gurtschloss überarbeitet, die erste Version des neuen Gurtschlosses dann aber wieder zurückgerufen. Man kann sie kostenlos gegen die dritte Version des Gurtschlosses austauschen lassen.

Aber auch damit war man bei Britax Römer wohl nicht zufrieden. In der seit Anfang 2019 erhältlichen dritten Version Jockey³ Comfort gibt es nun ein völlig neues zweistufiges Gurtschloss mit Magnetverschluss. Bei dem muss man erst einen Riegel zur Seite schieben und anschließend drücken, erst dann öffnet sich der Gurt.

Fahrradsitz für Kinder Test: Britax Römer Jockey³ Comfort Gurte
Der neue Sicherheitsgurt mit zweistufigem Magnetverschluss.

Das ist nicht ganz so komfortabel wie der alte Verschluss, dank der verbauten Magneten lässt sich der neue Verschluss aber schnell und einfach schließen. Mit etwas Übung kriegt man ihn auch einigermaßen leicht wieder auf. Dass geschickte kleine Kinderhänder diesen Verschluss nicht womöglich ebenfalls öffnen können, wollen wir nicht ausschließen, aber jetzt erfüllt er zumindest die entsprechende DIN-Norm. Hurra.

Uns überzeugt der Britax Römer vor allem, weil das Kind in diesem Sitz sehr gut geschützt ist. Die Sitzschale umhüllt den kleinen Kinderkörper so gut wie kein anderer Sitz im Test. Kopf, Schultern, Beine und Füße sind so auch im Fall eines Sturzes geschützt. Es gibt keine Verletzungsgefahr durch scharfe Ecken und Kanten. Eine Einschätzung, die im Übrigen auch die Stiftung Warentest im Test der ersten Version des Sitzes teilt.

Sicherheit im Straßenverkehr bringt auch der recht große Reflektor an der Rückseite, wenn es mal spät wird und man im Dunkeln durch den Großstadtdschungel fährt.

Nachteile?

Man braucht etwas Zeit, bis man sich auf das veränderte Fahrverhalten des Zweirades mit Sitz eingestellt hat. Durch die leichten Pendelbewegungen muss man in Kurven etwas defensiver fahren. Aber man will ja auch keine Wettrennen mit seinem Kind hinten drauf veranstalten. An das veränderte Fahrverhalten muss man sich bei jeden Kindersitz erst gewöhnen.

Beim Absteigen muss man aufpassen, dass einem nicht durch den veränderten Schwerpunkt das Rad mit Kind umkippt. Beide Hände am Drahtesel behalten und sein Kind so sicher aus dem Hecksitz holen. Das gilt auch fürs Absteigen an einer roten Ampel. Aber auch das ist bei anderen Kindersitzen nicht anders.

Ansonsten haben wir am Britax Römer Jockey³ Comfort nichts auszusetzen.

Britax Römer Jockey³ Comfort im Testspiegel

Bei der Stiftung Warentest war der Vorgänger Britax Römer Jockey Comfort im Test 03/2018 mit dem Testurteil »mangelhaft« durchgefallen, weil sich das Gurtschloss zu einfach öffnen ließ. In der von uns getesteten neuen Version ist ein anderes Gurtschloss verbaut, das dieses Problem behebt. Die neue Version wurde von Stiftung Wartentest noch nicht getestet.

Die Tester von Zweiradkraft betonen die gute Bedienung und die Einstellungsmöglichkeiten des Hecksitzes:

»Der Comfort ist an und für sich eine passable Alternative, um Kinder mit dem Fahrrad einfach und bequem zu transportieren. Zudem können Sie ihn auf Ihren Schatz entsprechend einstellen. Wir finden er ist stabil konstruiert und sehr komfortabel für den kleinen Mitfahrer. Das Bedienkonzept des Jockey Comfort ist wohl durchdacht. Die hochwertige Verarbeitung rechtfertigt den etwas höheren Preis.«

Weitere Tests gibt es bislang noch nicht. Sobald neue erscheinen, tragen wir sie hier für Sie nach.

Alternativen

Der Britax Römer Jockey³ Comfort ist unser klarer Favorit, es gibt aber auch noch weitere empfehlenswerte Hecksitze.

Der Hamax Caress war mit einem happigen UVP von 150 Euro das teuerste Modell im Test, mit einem Straßenpreis von rund 120 Euro ist er aber nicht viel teurer als unser Testsieger.

Das norwegische Unternehmen weiß, worauf es bei einem Kinderfahrradsitz ankommt. Schon allein optisch ist der Hamax ein echter Hingucker. Dazu bietet er eine sehr hochwertige Verarbeitung. Toll ist auch der Drehknopf am Sitz, der die Rückenlehne um bis zu 20 Grad nach hinten verstellt und für eine angenehme Ruheposition sorgt, damit der kleine Passagier während der Fahrt ins Grüne oder auf dem Rückweg auch mal etwas Verschnaufen oder sogar Schlafen kann. Auch die Kopflehne lässt sich um 11 Zentimeter verstellen, die Fußstützen um 13 Zentimeter.

Die Montageanleitung ist nicht sehr gut, zu umfangreich und unübersichtlich. Bilder und Text passen nicht immer zusammen. Aber auch hier lässt sich recht schnell durchblicken, wie der Sitz zu montieren ist.

Dabei gibt es zwei Varianten: Die Klassische – mit Halterung am Rahmen mit Sitzstangen, die unser aber nicht überzeugte. Die Halterung ist aus Plastik, wirkt nicht sehr stabil und die Sitzstangen haben recht viel Spiel. Das verstärkt die Pendelbewegungen in Kurven und beim Bremsen. Besser man nimmt den mobilen Gepäckträger-Aufsatz, der ohne Werkzeug montiert werden kann und dadurch schnell und praktisch für jedes Rad einsetzbar ist. Eine integrierte Federung sorgt dabei für Fahr- und Sitzkomfort.

Der Hamax ist abschließbar. Das Gurtsystem ist ein 3-Punkt-Sicherheitsgurt mit Druckknopf. Der öffnet sich bei unserem Test erst nach 50 Newtonmeter und erfüllt damit die Prüfnorm. Ein zusätzlicher Speichenschutz, der mit einem Handgriff am Sitz zu befestigen ist sowie ein recht großer Reflektor auf der Rückseite verleihen dem Model ein hohes Maß an Sicherheit.

Kopf und Schultern des Kindes sind im Fall eines Sturzes allerdings nicht so gut geschützt wie bei unserem Favoriten von Britax Römer. Dafür sieht er zweifellos besser aus.

Noch stylisher ist man. mit dem Exclusive Tour von Bobike unterwegs. Der Sitz ist sehr kompakt und robust. Dafür sorgt eine doppelwandige Konstruktion, die die holländische Firma selbst konzipiert hat, und die für viel Sicherheit sorgt. Durch angenehme Sitzpolster für Popo und Kopf bietet der Sitz viel Komfort für die kleinen Mitfahrer.

An der Lehne befindet sich eine sehr gute Aussparung für den Helm. Der Kopf ist durch die weit nach vorne ragenden »Ohren« im Fall eines Sturzes gut geschützt. Die Kopflehne lässt sich um 12 Zentimeter verstellen, die Fußstützen um 13,5 Zentimeter. Ein echter Wohlfühlsitz für Kinder.

Auf der Straße überzeugt der Holländer ebenfalls. Obwohl der Sitz direkt auf den Gepäckträger befestigt wird, verfügt er durch die sehr guten Sitzkissen über viel Fahrkomfort. So entstehen auch nicht die üblichen Pendelbewegungen in Kurven oder bei Unebenheiten auf der Straße. Für den Fall, dass man keinen Gepäckträger an seinem Fahrrad hat, bekommt man von Bobike einen zugeschickt. Der ist recht schnell und einfach zu montieren.

Die Montageanleitung ist allerdings recht umfangreich und verwirrend. Ein Montagevideo von Bobike sorgt für etwas mehr Durchblick. Der Fahrradsitz passt übrigens nicht auf jeden Gepäckträger. Das kann zu viel Arbeit und viel Aufwand führen, wenn man den alten erst entfernen und den neuen Träger extra drauf setzen muss.

Wenn der Bobike-Sitz dann jedoch auf dem Fahrrad befestigt ist, sorgt er für jede Menge Spaß. Und man sieht unterwegs richtig gut aus. So schick wie der Bobike war kein anderer Hecksitz im Test.

Gut & günstig

Prophete Wallaroo

Test Fahrradsitz für Kinder: Prophete Wallaroo
Einfach, gut und preiswert – der Prophete ist ein günstiger Alleskönner.

Rein äußerlich macht der Prophete Wallaroo nicht viel her. Er sieht wie ein ganz normaler, einfacher Kinderfahrradsitz aus. Doch bei diesem Modell kommen schnell die inneren Werte zur Geltung. Die Sitzschale ist sehr bequem, bietet durch die Armlehnen und die Sitzkissen einen guten Komfort.

Die Montageanleitung ist recht unübersichtlich. Viel zu viele undurchsichtige Bilder sorgen für Verwirrung. Dabei ist die Montage, wenn man es einmal geschnallt hat, sehr einfach und unkompliziert, es braucht nur etwas Zeit, bis man sich da durchgewurschtelt hat. Mit einem Drehknopf-System befestigt man die Sitzstangen und braucht dafür kein Werkzeug. Auch die Halterung am Rahmen ist gut zu fixieren. Die herausstehenden Schrauben können mit Schutzkappen abgedeckt werden. Sehr gut!

Auch auf der Straße gibt der Prophete eine gute Figur ab. Er macht auch leichte Pendelbewegungen, aber ist fast besser ausbalanciert als der Römer-Fahrradsitz. Das Gurtsystem, die Sitzschale mit Armlehnen und die Verarbeitung lassen fast keine Wünsche offen. Die Fußstützen können um bis zu elf Zentimeter verstellt werden.

Nicht so gut: Der zusätzliche Sicherheitsgurt, der vom Sitz aus am Rahmen befestigt wird, ist sehr lang. Er baumelt herum und kann in die Speichen geraten. Und: Das Gehäuse der Halterung am Rahmen ist aus Plastik, könnte also etwas hochwertiger sein. Keine optimale Lösung. Aber für rund 40 Euro ist der Prophete trotzdem ein echtes Schnäppchen.

Außerdem getestet

Thule Yepp Nexxt Maxi

Der Thule Yepp Nexxt Maxi ist ein sehr hochwertiger Kinderfahrradsitz in minimalistischem Design. Die Sitzschale ist recht hart und unbequem – keine Armlehnen, kein direkter Schutz an den Seiten für den Kopf. Das Gurtsystem ist sehr gut und hochwertig – der 3-Punkt-Sicherheitsgurt mit zweistufigem Magnetverschluss überzeugt und ermöglicht ein sicheres Anschnallen und ein schnelles Abschnallen. Die Montage direkt auf den Gepäckträger geht recht schnell. Befestigt wird der Sitz durch einen relativ kleinen Drehknopf, der einen sehr kleinen Hebel hat. Das erschwert das Festschrauben.

Das Fahrverhalten in Kurven, beim Bremsen und Halten ist gut, denn der Schwerpunkt verändert sich durch die Gepäckträgerbefestigung nicht. Allerdings verspürt so der kleine Beifahrer hinten im Sitz fast jede Unebenheit – kein großer Fahrkomfort durch die fehlende Federung. Fazit: Ein guter Sitz mit Schwächen, der recht viel Geld kostet.

Polisport Bilby Maxi FF

Der Bilby Maxi, den wir freundlicherweise von FISCHER erhalten haben, hat eine sehr speziell geformte Schale, die dem Kind mit Helm sehr viel Spielraum lässt. Die Armlehnen sind gut, die Sitzpolster etwas dünn und sparsam gestaltet. Außer den Fußstützen (zwölf Zentimeter Verstellweg) kann man bei diesem Model nichts einstellen beziehungsweise umstellen. Die Montageanleitung ist nicht sehr klar, wirkt durch die vielen Bilder und wenigen erklärenden Worte sehr undurchsichtig. Die Montage der Sitzstangen ist auch hier durch einen Drehknopf schnell und ohne Werkzeug möglich. Die Halterung ist aus Plastik und hat einen überdimensionierten Druckknopf, der den Sitz aus der Verankerung holt. Sie funktioniert gut, wirkt jedoch nicht sehr hochwertig. Der Fünf-Punkt-Sicherheitsgurt schließt gut, ist jedoch eher schwer zu öffnen, auch für einen Erwachsenen. Fazit: Der Bilby Maxi ist ein solider Kinderfahrradsitz, der keine großen Minuspunkte sammelt, aber auch keine großen Pluspunkte hat.

Durch die Löcher in der Sitzschale schaut der Thule Yepp Maxi wie ein Schweizer Käse aus. Die Löcher sorgen für eine sehr gute Belüftung an heißen Tagen. Das Material, aus dem der Sitz gemacht ist, ist zwar recht elastisch, jedoch recht klebrig und unbequem und mit nackten Armen unangenehm. Das Gurtschloss lässt sich nicht gut öffnen, die Handhabung ist sehr umständlich.

Die Montage ist recht aufwendig, da die Halterung mit den Sitzstangen verbunden ist. Dafür müssen Schrauben gelöst und wieder angezogen werden und das braucht Zeit. Zudem ragen die Schrauben an der Rahmenhalterung hervor – dort fehlen Schutzkappen. Der Sitz wird einfach auf die starre Sitzstangen-Konstruktion gesteckt und kann zusätzlich mit einem Schlüssel verriegelt werden. Das führt beim Fahren zu keinen Pendelbewegungen. Das Fahrverhalten ist somit gut und stabil. Fazit: Ein guter Kinderfahrradsitz mit gutem Fahrverhalten, doch Verarbeitung, Handhabung und Montage könnten besser sein.

Polisport Guppy Maxi+ FF

Der Guppy Maxi+FF von Polisport ist ein solide Gefährte, wenn es darum geht, mit seinem Kind durch die Stadt oder ins Grüne zu fahren. Die Anleitung für die Montage ist zwar recht umständlich und mit Bildern überladen, doch auch hier ergibt sich mit etwas handwerklichem Geschick recht schnell, wie der Hecksitz funktioniert und zu montieren ist.

Die Sitzschale überzeugt durch ihre ausladende Formgebung am Kopfbereich, das sorgt für Schutz und Komfort – dazu die Armlehnen und die Sitzpolster, die bequem und angenehm sind. Der Fünf-Punkt-Sicherheitsgurt lässt sich nicht sehr gut öffnen und schließen, da die Einrastschnalle zweigeteilt ist und man so zusammen mit dem Verschluss insgesamt drei Teile verbinden und zusammenführen muss. Während der Fahrt hält das Gurtsystem sehr gut. Der zusätzliche Sicherheitsgurt vom Sitz zum Rahmen ist zu lang und kann in die Speichen geraten.

Das gilt auch für die Halterung am Rahmen, die aus Plastik ist und dadurch nicht sehr stabil wirkt. Zudem schauen die Schrauben hinten am Rahmen heraus. Dort wären Schutzkappen hilfreich, um die Verletzungsgefahr zu minimieren. Vom Fahrverhalten her ist der Guppy gut ausbalanciert. Schönes Extra: Ein stabiles Netz an der Rückseite schafft Stauraum für Spielsachen, Einkäufe oder Ähnliches. Fazit: Ein guter und solider Wegbegleiter für relativ wenig Geld, der aber leider ein paar Schwächen hat.

Fahrradsitz für Kinder Test: Hamax Observer

Der beste Frontsitz

Sobald Kinder selbstst­ändig sitzen können, dürfen sie auf dem Rad mitfahren – also nach etwa neun Monaten. Für diese kleinen Mitfahrer eignen sich besonders gut Frontsitze. Sie werden direkt am Lenker angebracht und haben den großen Vorteil, dass man sein Kind immer im Blick hat.

Außerdem wirkt sich das zusätzliche Gewicht nicht auf den Schwerpunkt des Fahrrads und damit ebenso wenig auf die Fahrstabilität aus. Es ist zunächst nur etwas ungewohnt, dass man plötzlich direkt vor seiner Nase und zwischen den Beinen einen Sitz hat, der einem jedoch nicht die Sicht versperrt und auch nicht das Pedalieren erschwert. Allerdings dürfen Frontsitze nur bis zu einem Gewicht des Kindes von maximal 15 Kilo verwendet werden.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Bester Frontsitz

Hamax Caress Observer

Der Hamax Caress Observer ist der kleine Bruder vom Hamax Caress. Auch er ist ein absoluter Hingucker. Design und Verarbeitung sowie Sicherheit und Funktionalität überzeugen. Zudem kann man den Sitz auf der Halterung absperren. Die Montage verläuft durch ein Stecksystem für die Fußstützen sehr schnell und unkompliziert. Mit rund 70 Euro gehört er allerdings zu den teureren Frontsitzen.

Gut & günstig

Polisport Bilby Junior

Der Bilby Junior von Polisport ist unschlagbar, was den Preis angeht. Er ist der mit Abstand günstigste Frontsitz in unserem Test, der jedoch seinen Konkurrenten in nichts nachsteht. Sitzkomfort, Fahrverhalten und Gurtsystem sind gut. Ein Bügel zwischen den Armlehnen sorgt für zusätzliche Sicherheit und Extra-Komfort.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Bester FrontsitzGut & günstig
Modell Hamax Caress Observer Polisport Bilby Junior Bobike Go Mini Thule Yepp Nexxt Mini Urban Iki Front seat
Test Fahrradsitz für Kinder: Hamax Caress ObserverTest Fahrradsitz für Kinder: Polisport Bilby JuniorTest Fahrradsitz für Kinder: Bobike Go MiniTest Fahrradsitz für Kinder: Thule Yepp Nexxt MiniTest Fahrradsitz für Kinder: Urban Iki Front seat
Pro
  • Gurtsystem
  • Stecksystem für Fußschienen
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Super Design
  • Einfach und funktional
  • Drei-Punkt-Hosenträgersystem
  • Schnelle Montage
  • Hochwertige Verarbeitung – mit Fußschale aus Plastik und Fußschiene aus Metall.
  • Bügel vorne, an dem sich das Kind festhalten kann, sehr praktisch. Lüftungslöcher sehr groß und erfrischend
  • Optik
Contra
  • Sehr hoher Preis
  • Sehr viel Plastik
  • Einstellung der Fußstütze recht schwergängig
  • An manchen Ecken wurde gespart – wie beim Sitzkissen oder Gurt
  • Keine Armlehnen
  • Gurtschlaufen sind extrem lang und stören etwas
  • Sitz ist wackelig und klapperig
  • Keine hochwertige Verarbeitung und Qualität
Bester Preis
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Fahrradsitz für Kinder Test: Hamax Caress Observer

Testsieger: Hamax Caress Observer

Der Hamax Caress Observer ist ein sehr hochwertiger und bequemer Sitz, der im Bereich Sicherheit, Komfort, Gurtsystem und Fahrverhalten bestens abschneidet und mit schneller, einfacher Montage überzeugt. Für alle, die schon mit sehr kleinen Kindern Fahrrad fahren möchten oder generell einen Frontsitz bevorzugen, ist er unsere Top-Empfehlung.

Bester Frontsitz

Hamax Caress Observer

Der Drei-Punkt-Hosenträgergurt mit einfachem Druckknopf lässt sich schnell und unkompliziert bedienen. Bei unserem Test öffnet sich der Verschluss erst bei 50 Newtonmeter, damit erfüllt er die Sicherheitsnorm und ist für kleine Kinder praktisch nicht zu öffnen. Die Gurte sind aus einem sehr hochwertigen Material, drücken nicht und sorgen für Sitzkomfort.

Aber auch der Fahrkomfort für Mama, Papa oder wer auch immer das Rad bewegt, ist sehr hoch. Der gesamte Sitz wirkt sehr fein und klar in seiner Optik und lässt den Beinen beim Fahren genügend Freiraum und Spielraum. Auch die Lenkung wird nicht durch den Frontsitz beeinträchtigt – ein stimmiges und rundes Designkonzept.

Sehr angenehm: Die beiden Schienen der Fußstützen haben ein Stecksystem, müssen also nur in den Sitz gesteckt werden. Somit ist kein Werkzeug nötig. Auch die Halterung ist sehr schnell an der Lenkerstange befestigt. Da die Halterung sehr breit ist, kann es allerdings sein, dass man das Lenkrohr etwas ausziehen muss. Ein deutliches »Klick« ist zu hören, wenn der Sitz auf der Halterung einrastet. Mit einem Handgriff ist der Sitz abnehmbar. Der Sitz ist aber auch absperrbar, damit er nicht geklaut werden kann.

Gurt und Fußstützen lassen sich schnell und einfach verstellen.Direkt unter den Fußstützen befindet sich ein roter, relativ großer Hebel, mit dem man individuelle Einstellungen sehr gut vornehmen kann. Ebenfalls rot und recht groß: der Hebel unter dem Hecksitz, um damit den Sitz von der Rahmenhalterung zu lösen. Funktioniert gut und wirkt sehr stabil und sicher.

Im ersten Moment erscheint einem die Halterung am Vorbau des Fahrrades sehr klein und nicht ausreichend. Doch das norwegische Unternehmen beweist auch hier, dass sie sich mit Kinderfahrradsitzen bestens auskennen. Die Stecksysteme für den Sitz wie auch für die Schienen der Fußstützen sind sehr gut verarbeitet und stabil.

Spätestens nach der ersten Fahrt sieht und spürt man, wie sicher und zuverlässig der Frontsitz in seiner gesamten Konzeption ist. Ein toller Frontsitz, um gemeinsam mit seinem Kind in neue Abenteuerwelten zu starten.

Nachteile?

Uns ist im Test nichts negatives aufgefallen – außer der Preis: mit rund 70 Euro gehört er zu den teureren Frontsitzen.

Hamax Caress Observer im Testspiegel

Stiftung Warentest verleiht dem Modell im Test 03/2018 die Gesamtnote 2,2, in Punkto Sicherheit bekam er sogar ein »sehr gut« mit der Note 1,2.

Zweiradkraft beurteilt den Frontsitz ebenfalls gut:

»Uns gefällt der Hamax Caress Observer. Er ist klein, handlich und leicht. Wenn unser kleiner Liebling darin Platz nimmt, ist er uns ganz nah und hat alles im Blick. Der Observer ist eine gute Lösung für Eltern, die auch während einer Fahrradtour ihren Liebling im Auge haben wollen.«

Alternativen

Wenn Sie für einen nur relativ kurze Zeit nutzbaren Frontsitz nicht so viel ausgeben möchten, haben wir noch eine weitere Empfehlung für Sie.

Gut & günstig

Polisport Bilby Junior

Der Bilby Junior von Polisport ist mit 35 Euro unschlagbar günstig und damit ein echtes Schnäppchen. Nur optisch ist er nicht gerade der Hit, von einem Design-Preis ist er weit entfernt. Aber das muss ja auch nicht sein. Bei einem Kinderfahrradsitz zählen schließlich vor allem Sicherheit, Fahrverhalten, Gurtsystem und Funktionalität.

Die Montage geht schnell und unkompliziert von der Hand. Am Vorderbau wird die robuste Halterung verschraubt, in die die Sitzstangen eingerastet werden. Das ganze wirkt sehr stabil. Über zwei Druckknöpfe an der Halterung kann man den Sitz entriegeln und herausziehen. Der Drei-Punkt-Hosenträgergurt ist ebenfalls robust und hochwertig. Er lässt sich für Erwachsene gut öffnen und schließen.

Die Sitzkissen sind zwar dünn, aber angenehm vom Material her und komfortabel. Dazu kommen Armlehnen, die den Fahrkomfort fürs Kind erhöhen. Die Sitzschale ist so geformt, dass man auch einen Helm unbeschwert tragen kann. Nur die Fußstützen lassen sich recht schwer einstellen, die Einrastfunktion ist etwas sperrig.

Besonderes Extra: Ein Plastikbügel, den man auf und zuklappen kann, sorgt für zusätzliche Sicherheit. Das Kind kann sich daran auch festhalten – das erhöht den Fahrkomfort und das subjektive Sicherheitsgefühl des Kindes.

Außerdem getestet

Der Bobike Go Mini hat nur ein dünnes Sitzkissen in der Hartplastikschale. Das ist im Gegensatz zum Hecksitz von Bobike nicht sehr komfortabel. Ansonsten trumpft dieser Frontsitz jedoch mit einer sehr guten Verarbeitung auf. Die Fußstützen sind aus hochwertigem Plastik, die Fußschienen sogar aus Metall. Die Einstellung ist jedoch schwergängig und hakt etwas.

Die Anleitung zur Montage überzeugt nicht: Sehr viele Bilder und dadurch unübersichtlich. Dabei sind es nur ein paar Handgriffe, um den Sitz samt Halterung zu montieren. Der Sicherheitsring (aus Metall wie bei einem Schlüsselbund) unten an einer der Sitzstangen ist speziell. Er dient dazu, dass der Sitz nicht aus seiner Halterung herausgezogen werden kann. Der Go Mini hat also keine übliche Einrastfunktion. Für die alltägliche Handhabung ist das recht umständlich, da man den Ring immer wieder entfernen muss, wenn man den Sitz vom Fahrrad nehmen möchte.

Thule Yepp Nexxt Mini

Der Thule Yepp Nexxt Mini ist in unserem Test der teuerste Frontsitz. Die Montageanleitung ist sehr klar und deutlich, auch wenn es recht viele Einzelteile gibt – wie die Fußstützen, ein spezieller Greifbügel und die Halterung am Vorderbau, dazu noch verschiedene Schrauben und zwei Werkzeuge zum Festschrauben.

Der 3-Punkt-Sicherheitsgurt sorgt für eine sichere Fahrt. Nur die Gurtschlaufen sind extrem lang und stören etwas. Der spezielle Greifbügel vorne im Sitz, bietet dem kleinen Fahrgast die Möglichkeit, sich gut festzuhalten und komfortabel zu reisen. Armlehnen gibt es keine. Der Frontsitz lässt sich verriegeln – so kann er nicht gestohlen werden.

Nicht so gut: Die Verbindung zwischen Sitz und Halterung wirkt zerbrechlich und lässt sich auch nicht so leicht einrasten. Eine kleine Markierung hilft, ist allerdings auch nicht sehr funktional.

Urban Iki Front seat

Der Urban Iki will durch sein recht extravagantes Design überzeugen. Das reicht jedoch nicht, wenn es um einen Frontsitz geht, mit dem man sein Kind transportieren möchte. Komfort, Sicherheit und Verarbeitung können nicht überzeugen. Die gesamte Sitzkonstruktion ist wackelig und klappert. Hier wurde an Verarbeitung und Qualität gespart. Die Einrast-Schiene, die in die Halterung gesteckt wird, ist zwar aus Metall, aber das verbessert das eher schlechte Gesamtbild nicht. Immerhin: Punkten kann der Urban Iki mit seinem Fünf-Punktsicherheitsgurt.

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