Der beste Kindersitz

Kindersitz Test: Empfehlungen sind der Cybex Gold Pallas M Fix, Britax Römer Kidifix II XP und der Transcend von Joie.
  • Kindersitz Test: Empfehlungen sind der Cybex Gold Pallas M Fix, Britax Römer Kidifix II XP und der Transcend von Joie.
  • Kindersitz Test: Empfehlungen sind der Cybex Gold Pallas M Fix, Britax Römer Kidifix II XP und der Transcend von Joie.
  • Kindersitz Test: Empfehlungen sind der Cybex Gold Pallas M Fix, Britax Römer Kidifix II XP und der Transcend von Joie.

Der beste Kindersitz ist für uns der Cybex Gold Pallas M Fix. Er lässt sich lange verwenden, denn er ist für die Altersgruppen 1, 2 und 3 zugelassen. Außerdem ist er sehr gut verarbeitet und machte auf uns den robustesten Eindruck. Aber es gibt auch günstigere Alternativen, die in Crashtests ebenso gut abgeschnitten haben.

Update 13. Februar 2018

Wir haben den Artikel mit weiteren Informationen zu Reboardern aktualisiert.

Wenn es um die Sicherheit des eigenen Kindes geht, will man natürlich nur das Beste. Das gilt vor allem auch bei Kindersitzen fürs Auto. Aber das Thema ist erstaunlich komplex, angefangen von den Altersklassen, bei denen es nun auch noch ein völlig neues System gibt, über den Einbau bis hin zu der Frage, ob der Sitz nach vorne oder nach hinten gerichtet eingebaut werden soll.

Auch die Hersteller machen es Eltern alles andere als einfach, sich im Angebot zurechtzufinden. Es gibt unzählige Modellvarianten, die sich oft aber nur in Details unterscheiden.

Wir bringen Licht ins Dunkel, informieren Sie über alles, was man über Autokindersitze wissen muss und stellen Ihnen unsere Favoriten vor.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

Cybex Gold Pallas M Fix

Test Kindersitz: Cybex Gold Pallas M Fix
Der Pallas M Fix von Cybex ist unser Favorit in der Gruppe 1-2-3. Er wächst lange mit und kann immer wieder angepasst werden.

Unser Top-Favorit ist der Cybex Gold Pallas M Fix. Er ist ein sehr lange mitwachsender Kindersitz, der für die Gruppe 1-2-3 geeignet ist. Wie die meisten neuen Kindersitze ist er statt mit einem Fünf-Punkt-Gurt mit einem Fangkissen ausgestattet. Beim Anschnallen muss man sich daher anfangs etwas Zeit nehmen, hat man es aber ein paar mal gemacht, geht es schneller. Wie alle unsere Empfehlungen kommt er mit Isofix-Befestigung und wurde in den Crashtests sowohl der Stiftung Warentest als auch des ADAC als »gut« bewertet. Der Sitz ist außerdem toll verarbeitet und machte auf uns den solidesten Eindruck.

Gut & günstig

Joie Transcend

Test : Joie Transcend
Ebenfalls gut fanden wir den Transcend von Joie. Auch er bedient die Gruppe 1-2-3. Der Sitz ist viermal größenverstellbar und lässt sich sehr leicht einbauen.

Ebenfalls sehr gut hat uns der Joie Transcend gefallen. Wie auch unser Favorit ist der Transcend für die Gruppe 1-2-3 zugelassen und mit einem Fangkörper für die Kleinsten ausgestattet. Der Sitz lässt sich sogar viermal in der Größe anpassen, der Cybex dagegen nur zweimal. Obendrein ist er ein gutes Stück günstiger als unser Top-Favorit. Der Joie Transcend erschien uns allerdings nicht ganz so solide. Aber der Unterschied ist gering. Wenn Sie nicht ganz so viel ausgeben wollen, ist der Joie Transcend genau das Richtige für Sie.

Auch gut

Britax Römer Kidfix II XP

Test : Britax Römer Kidifix II Xp
Unser Favorit für die Gruppe 2-3. Die Testkinder fanden diesen Sitz besonders bequem, auch die Gurtführung und der Einbau überzeugten uns.

Nur für die Gruppe 2-3 zugelassen ist der Britax Römer Kidfix II XP. Das ist sinnvoll, wenn Ihr Kind schon etwas älter ist und sie vorher einen Sitz der Gruppe 0-2 hatten. Der Kidfix ist etwas größer als unsere beiden anderen Empfehlungen, lässt sich aber ebenso fix einbauen. Mit rund 250 Euro ist er allerdings nicht gerade ein Schnäppchen.

Vergleichstabelle

Unser FavoritGut & günstigAuch gut
Modell Cybex Gold Pallas M Fix Joie Transcend Britax Römer Kidfix II XP Britax Römer King II LS Recaro Monza Nova 2 Seatfix Maxi Cosi Rodi XP Fix Kiddy Guardianfix 3
Test Kindersitz: Cybex Gold Pallas M FixTest : Joie TranscendTest : Britax Römer Kidifix II XpTest : Britax Römer King II LSTest : Recaro MonzaTest : Maxi Cosi RodifixTest Vergleich: Autokindersitze: Kiddy Guardianfix 3
Pro
  • 2-fach größenverstellbar
  • Wächst von 9 bis 36 Kilogramm mit
  • 4-fach größenverstellbar
  • Wächst mit von 9 bis 36 Kiogramm
  • Sehr einfacher Einbau
  • Gute Gurtführung
  • Testkinder fanden Sitz sehr gemütlich
  • Sehr bequem
  • 5-Punkt-Gurt erleichtert das Anschnallen
  • Indikator für korrekte Spannung beim Anschnallen
  • Kopfhörer mitgeliefert
  • Tolle Gurtführung
  • Leichtestes Modell im Test
  • Wächst lange mit,
  • Zugelassen für den Mittelplatz auf der Rückbank
Contra
  • Fangkörper unbequem
  • Anschnallen des Kindes braucht Platz
  • Fangkörper unbequem
  • Anschnallen des Kindes braucht Platz
  • Trotz Gurtführung ist das Anschnallen umständlich
  • Ohne Isofix-Gurt
  • Wächst nur von 9 bis 18 Kilogramm mit
  • Anleitung fehlt
  • Unbequem
  • Sitz muss selbst zusammen gebaut werden
  • Preiswerte Materialien
  • Isofix sehr schwergängig
  • Einbau umständlich
Bester Preis
Technische Daten   Technische Daten anzeigen

So haben wir getestet

Da wir keine eigenen Crashtests machen können, haben wir uns alle verfügbaren Tests der Stiftung Warentest und des ADAC angesehen und alle Sitze ausgewählt, die bei beiden Sicherheitstests mindestens mit »gut« bewertet wurden.

Außerdem haben wir uns vor allem auf Sitze konzentriert, die für die Altersgruppe 1, 2 und 3 zugelassen sind. Denn die sind für die meisten am attraktivsten, schließlich will man nicht alle Nase lang einen neuen Kindersitz kaufen. Zwei müssen reichen: Einmal die Babyschale (Gruppe 0) und dann eben ein Sitz, der so lange benutzt werden kann, bis das Kind mit einer einfachen Sitzerhöhung auskommt.

Kindersitz Test: Empfehlungen sind der Cybex Gold Pallas M Fix, Britax Römer Kidifix II XP und der Transcend von Joie.
Diese Auswahl von sieben von Stiftung Warentest und ADAC mit »gut« bewerteten Sitze haben wir getestet.

Die Auswahl haben wir weiter eingegrenzt, indem wir uns im Wesentlichen auf Sitze mit Isofix-Halterung beschränkt haben, der Britax Römer King II LS war die einzige Ausnahme ohne Isofix. Die allermeisten Autos sind für Isofix inzwischen ausgerüstet, daher ist das für die meisten die beste Lösung. Falls Ihr Auto keine Isofix-Halterungen hat, keine Bange: Viele Modelle gibt es auch als Variante ohne Isofix.

Auch wenn die Sicherheit an erster Stelle steht, muss der Sitz vor allem auch alltagstauglich sein – das heißt auch, dass sich das Kind darin wohlfühlen muss. Deshalb haben wir uns die sieben interessantesten Sitze kommen lassen und einen ausführlichen Praxistest durchgeführt. Schließlich wollten wir herausfinden, welche Sitze auch im Alltag eine gute Figur machen. Getestet haben wir das mit einem Familienwagen und zwei Kindern im Alter von einem und vier Jahren.

Was Sie über Kindersitze wissen müssen

Wer sich das erste Mal mit Kindersitzen fürs Auto beschäftigt, dem raucht schnell der Kopf. Einfach mal schnell einen Kindersitz kaufen, ist nicht. Man muss sich erstmal gehörig in die Materie einlesen. Um Ihnen den Einstieg zu erleichtern, haben wir hier das Wichtigste für Sie zusammengefasst.

Babyschale oder Kindersitz?

Säuglinge bis zu einem Alter von sechs bis neun Monaten können noch nicht selbständig sitzen. Sie werden liegend transportiert. Dafür gibt es die sogenannte Babyschale. Ihr bekannteste Vertreter ist der berühmte Maxi-Cosi. In der Gewichtsklassen-Normgruppierung tragen sie die Bezeichnung »0«.

Babyschalen haben wir uns hier nicht angesehen, dafür werden wir noch einen eigenen Test machen.

Allerdings – und daher ist das Thema hier auch relevant – gibt es auch mitwachsende Kindersitze, die von Geburt an benutzt werden können. Sie tragen dann die Bezeichnung »0+« oder »0-1« und sind für Kinder bis zu einem Gewicht von 18 Kilo geeignet, also von Geburt bis etwa 4 Jahre.

Klingt gut, hat aber zwei Nachteile: Zum einen sind diese Sitze wie normale Kindersitze fest verbaut. Die Babyschale dagegen kann man herausnehmen. So kann man den Säugling schon zuhause in die Schale legen, damit zum Auto transportieren und dort einfach die Schale in die Basis einsetzen, fertig. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie oft mit Ihrem Baby unterwegs sind, denn einen Säugling im Auto im Kindersitz »zu verstauen« kann ziemlich umständlich sein.

Wenn Sie allerdings nur selten mit dem Auto unterwegs sind, sind mitwachsende Kindersitze der Klasse 0+ oder 0-1 durchaus eine Überlegung wert. Einige dieser Kindersitze sind drehbar, damit man den Säugling leichter in den Sitz legen und festschnallen kann. Wenn Sie nur einmal pro Woche oder seltener mit Ihrem Baby Auto fahren, sind diese Sitze eine echte Alternative. Zumal das Tragen einer Babyschale ohnehin nur in den ersten zwei Monaten im wahrsten Sinne des Wortes »verkraftbar« ist.

Allerdings sind diese Sitze für Säuglinge nicht so sicher wie eine echte Babyschale. Und weil die meisten für den Anfang auf eine Babyschale nicht verzichten wollen, haben wir uns dieser Speziallösungen in diesem Test nicht angesehen.

Die Normgruppierungen

Kindersitze wurden bislang in Gewichtsklassen von 0 bis 4 eingeteilt. Hier ist eine Übersicht über die Normgruppierungen. Das Alter dient dabei nur als grober Anhaltspunkt, entscheidend ist das Gewicht.

Gewicht Alter
Gruppe 0 0 – 18 kg 0 – 1 Jahr
Gruppe 1 9 – 18 kg 1 – 4 Jahre
Gruppe 2 15 – 25 kg 4 – 7 Jahre
Gruppe 3 25 – 36 kg 7 – 12 Jahre

Die Sitze der Gruppe 0 werden wie bereits erwähnt auch als Babyschale bezeichnet. Die Sitze der Gruppe 3 sind keine Kindersitze im eigentlich Sinn mehr, sondern eher Sitzerhöhungen, die zusammen mit dem normalen Autogurt verwendet werden.

Ursprünglich gab es für jede der vier Gewichtsklasse eigene Sitze, inzwischen sind sogenannte »mitwachsende« Sitze die Regel, die zwei oder mehr Gewichtsklassen abdecken. Sie sind so konstruiert, dass man sie mit der Zeit an die Größe des Kindes anpassen kann.

Doch auch das hat einen Haken: bei der Unfallsicherheit schneiden Sitze, die eine große Gewichtsbandbreite abdecken, meist nicht so gut ab wie Sitze für nur eine Gewichtsklasse. Das liegt daran, dass die Sitze sich trotz aller Verstellmöglichkeiten meist nicht so gut an die Größe des Kinders anpassen können wie Sitze, dir nur für eine Gewichtsklasse konzipiert werden.

Doch es gibt auch mitwachsende Sitze, die in Crashtests gut abschneiden. Aus unserer Sicht sind solche Sitze für die meisten die beste Wahl. Wenn es Ihnen allerdings partout um die höchst mögliche Sicherheit für Ihr Kind geht, sind Sie mit einzelnen Sitzen für jede Gewichtsklasse besser beraten.

Was ist die iSize-Norm?

Nach neueren Erkenntnissen aus der Unfallforschung ist die bisherige Einteilung in Gewichtsklassen problematisch, denn für die Sicherheit bei einem Unfall kommt es weniger auf das Gewicht des Kindes an als auf seine Größe. Daher gibt es nun eine neue Norm namens iSize.

Die im Amtsdeutsch als »UN ECE Reg. 129« benannte Regelung besagt, dass seit September 2017 die Hersteller der Kindersitze ihre Sitze nicht mehr nach Gewichtsangaben einteilen dürfen, sondern nach Größe des Kindes. Statt einer Gewichtsklasse vergeben die Hersteller nach der neuen Norm den Hinweis, dass der Sitz beispielsweise für Kinder mit einer Größe von 40 bis 100 Zentimeter geeignet ist.

Feste Gruppen wie bei der Gewichtsnorm gibt es bei iSize nicht. Hier kann der Hersteller frei angeben, für welche Größen der Sitz zugelassen ist.

Die Norm gilt nur für neu gekaufte Sitze

Es gibt aber noch eine weitere Vorgabe der iSize-Norm: In iSize-Sitzen müssen Kinder bis 15 Monaten entgegen der Fahrtrichtung sitzen. Das gilt aber ausschließlich für iSize-Sitze. Im Klartext bedeutet das: Kaufen Sie keinen iSize-Sitz, ist diese Vorgabe für Sie hinfällig.

Und auch wenn die iSize-Norm seit 2017 in Kraft ist, können Sie weiterhin Kindersitze ohne iSize kaufen und nutzen. Es sieht momentan auch nicht danach aus, als würde die Richtlinie ein Verbot von anderen Sitzen nach sich ziehen. Derzeit existieren also beide Normen nebeneinander, was für Käufer natürlich verwirrend ist. Mehr dazu können Sie hier nachlesen.

Was sind Reboarder?

Wie schon erwähnt werden Babyschalen immer entgegen der Fahrrichtung eingebaut, das Kind guckt also nach hinten. Grund dafür ist, dass das bei einem Frontalaufprall für das Kind wesentlich sicherer ist, denn es wird dann mit dem Rücken in den Sitz gepresst anstatt von einem Gurt gehalten zu werden. Das ist vor allem bei kleinen Kindern wichtig, weil der Kopf hier im Verhältnis zum Körper ein wesentlich höheres Gewicht hat und von der Wirbelsäule noch nicht gut gehalten wird.

Das gilt aber nicht nur für Säuglinge sondern prinzipiell auch für ältere Kinder. Es gibt daher eine klare Empfehlung, Kinder so lange wie möglich entgegen der Fahrtrichung zu transportieren. Dafür gibt es auch für ältere Kinder Sitze, die entgegen der Fahrtrichtung eingebaut werden können, sogenannte Reboarder. Am besten sollten Kinder bis zum Alter von vier Jahren im Auto rückwärts fahren.

Das Problem dabei ist, dass Kinder es schon ab einem ziemlich frühen Alter ziemlich doof finden, beim Autofahren nicht nach vorne zu schauen. Vielen wird beim Rückwärtsfahren schlecht. Daher ist der entscheidende Teil der Empfehlung die Formulierung »so lange wie möglich«. Die meisten Kinder machen spätestens ab einem Alter von einem Jahr unmissverständlich klar, dass sie bitteschön nach vorne schauen möchten.

Aus diesem Grund haben wir auch keine Reboarder getestet. Auch wenn sie im Fall eines Unfalls zweifellos viel sicherer für Kinder sind – wenn die ständig maulen oder sich schon nach kürzester Fahrt übergeben, ist niemandem geholfen. Reboarder sind – leider – im Alltag mit den meisten Kindern einfach nicht praktikabel. Trotzdem gilt die Empfehlung, Kinder bis zu einem Alter von 15 Monaten nur rückwärtsgewandt im Auto zu transportieren, so wie das auch die iSize-Norm vorsieht.

Es gibt allerdings eine lautstarke Gruppe von Reboarder-Befürwortern, die aber leider oft mit irreführenden oder falschen Tatsachen argumentiert. So wird etwa behauptet, dass Reboarder in Skandinavien seit Jahren Pflicht sind und es seitdem bei Kleinkindern keine Verkehrstoten mehr gegeben habe. Tatsächlich gelten in Schweden als EU-Mitglied die selben Vorschriften wie in Deutschland. Allerdings werden hier Reboarder wesentlich häufiger eingesetzt: rund 80 Prozent der in Schweden verkauften Kindersitze sind Reboarder. Die Zahl der als Mitfahrer in PKW tödlich verunglückten Kinder ist in Schweden tatsächlich sehr gering, 2015 lag sie bei Null, in den beiden Vorjahren bei jeweils zwei.

Aber auch in Deutschland kommen nur sehr wenige Kleinkinder bei Verkehrsunfällen im Auto ums Leben – auch wenn jedes eins zu viel ist. Laut den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts starben 2016 elf Kinder im Alter von 1 bis 4 Jahren als Mitfahrer von PKW. Schwer verletzt wurden 255. Zum Vergleich: im selben Zeitraum kamen acht Kinder diesen Alters als »Fußgänger« ums Leben und 154 wurden schwer verletzt.

Die Sicherheit von Kindern im Auto ist also allgemein bereits sehr hoch – nicht zuletzt durch den weit verbreiteten Einsatz von Kindersitzen. Auch wenn es oft heißt, dass Reboarder fünfmal sicherer sind als nach vorne gerichtete Kindersitze, vor dem Hintergrund von rund zehnmal so vielen Einwohnern und einer wesentlich höheren Verkehrsdichte in Deutschland im Vergleich zu Schweden, lässt sich aus den oben genannten Zahlen keine deutlich höhere Sicherheit von Reboardern gegenüber herkömmlichen Kindersitzen ableiten.

Aber keine Frage: Wenn Sie ganz auf Nummer sicher gehen wollen, ist ein Reboarder für Kinder bis 4 Jahren die beste Wahl. Wie gut Sie im Alltag damit klarkommen, ist eine andere Frage. Beim Thema Sicherheit muss man immer abwägen, welchen Aufwand man bereit ist, für ein bestimmtes Plus an Sicherheit zu treiben. Das ist letztlich auch immer eine Frage der persönlichen Risikoeinschätzung. Die Entscheidung für oder gegen einen Reboarder bleibt deshalb natürlich Ihnen selbst überlassen.

5-Punkt-Gurt oder Fangkörper?

Fangkörper sind sicherer aber für manche Kinder auch unbequem

Eine Alternative zum Reboarder ist ein Kindersitz mit Fangkörper. Als Sicherung kommt hier nicht der klassische 5-Punkt-Gurt zum Einsatz, mit dem Kinder normalerweise im Kindersitz angeschnallt werden. Vielmehr wird das Kind hier in der Sitzschale mit einem Kissen fixiert. Dieser sogenannte Fangkörper wird dabei einfach mit dem normalen Sicherheitsgurt des Autos befestigt.

Man kann sich den Fangkörper wie einen bereits aufgeblasenen Airbag vorstellen, der die bei einem Unfall auftretenden Kräfte besser verteilt und teilweise auch absorbiert. Vor allem der empfindliche Kopf- und Nackenbereich von Kindern wird mit einem Fangkörper besser geschützt, als mit einem 5-Punkt-Gurt. Denn bei einem Aufprall hält der Gurt den Kinderkörper zwar zurück, doch der Kopf wird ungebremst nach vorne geschleudert. Der Fangkörper kann dagegen wie ein Airbag auch den Kopf besser zurückhalten.

Unfallforscher sind sich einig, dass Kinder mit einem Fangkörper besser geschützt sind als mit einem 5-Punkt-Gurt – aber nicht viel besser. Und längst nicht so gut wie bei einem Reboarder. Aber was hilft das, wenn das Kind nicht darin sitzen mag?

Viele Hersteller setzen daher inzwischen bei ihren neuen Modellen auf Fangkörper statt 5-Punkt-Gurt. Tatsache ist allerdings, dass vor allem kleine Kinder in einem Kindersitz mit Fangkörper ziemlich eingebaut sind und manche sich nicht wohl darin fühlen. Das ist selbstverständlich von Kind zu Kind unterschiedlich und so können wir auch hier wieder nur dazu raten, es auszuprobieren. Der tollste Kindersitz mit Fangkissen ist nichts wert, wenn das Kind darin vor Platzangst schreit wie am Spieß.

Auch in Sachen Handhabung ist das Anschnallen mithilfe des 5-Punkt-Gurtes einfacher und intuitiver. Denn da der Fangkörper mit dem normalen Sitzgurt fixiert wird, muss man sich immer über das Kind beugen, um den Gurt ins Gurtschloss zu stecken. Aber wie bei vielem ist das vor allem eine Frage der Übung.

Beim Fangkörper gilt es außerdem zu beachten, dass es im Sommer darunter schnell mal heiß werden kann. Die Luft staut sich, weswegen eine gute Kühlung im Auto ratsam ist. Wenn Ihr Auto keine Klimaanlage hat, Finger weg vom Kindersitz mit Fangkissen!

Was ist Isofix?

Bei Isofix handelt es sich um ein standardisiertes System, das weltweit im Einsatz ist und eine sichere und einfache Möglichkeit bietet, einen Kindersitz im Auto zu fixieren. Zwei am Kindersitz befindliche Metallstangen werden in die dafür vorgesehenen Halterungen in der Rückbank des Autos geschoben und halten den Sitz sicher in Position. So kann er auch im Falle eines Unfalls nicht verrutschen oder sich lösen.

Kindersitz Test: Empfehlungen sind der Cybex Gold Pallas M Fix, Britax Römer Kidifix II XP und der Transcend von Joie.
Kindersitze mit Isofix-Halterungen.

Sollte Ihr Auto nicht über eine Isofix-Halterung verfügen, muss der Kindersitz mit Hilfe des Sicherheitsgurts fixiert werden. Der Einbau ist wesentlich umständlicher – vor allem, wenn man es noch nie gemacht hat – und der Sitz hält längst nicht so fest wie mit einer Isofix-Halterung. Wenn Ihr Auto eine Isofix-Vorbereitung hat, sollten Sie auf jeden Fall einen Sitz mit Isofix kaufen.

Isofix ist inzwischen zwar in allen neueren Autos auf den beiden hinteren Türpositionen Standard, überprüfen Sie aber vor dem Kauf eines Auto-Kindersitzes in jedem Fall, ob Ihr Favorit für das eigene Auto zugelassen ist. Alle Autositz-Händler haben auf ihren Websites eine Liste der gängigen Autofabrikate und der einzubauenden Sitze. Sucht man hingegen nach einem Sitz für den mittleren Platz, wird es ungleich schwieriger, weil die wenigsten Sitze für diese Position zugelassen sind. Von unseren Testkandidaten kommt für den Einbau in der Mitte der Rückbank nur der Kiddy Guardianfix 3 in Betracht.

Tipps zum Kauf

Die erste Frage, die sich beim Kauf stellt, ist, für welche Altersklasse der Sitz gebraucht wird: Will man mehrere Sitze für die unterschiedlichen Altersgruppen kaufen oder lieber einen, der den gesamten Zeitraum abdeckt? Diese Entscheidung ist vor allem auch eine Kostenfrage. Denn ja, auf den ersten Blick kostet ein Autositz der Gruppe 1-2-3 mehr als einer für nur eine Gruppe – aber dafür braucht man dann eben auch nur einen.

Am besten probieren Sie den Kindersitz vor dem Kauf aus. Jedes Kind ist anders und es ist wichtig, dass sich das Kind im Sitz wohl fühlt. Essenziell ist es, die Bedürfnisse des eigenen Kinds zu kennen. Fühlt es sich schnell eingeengt, ist ein Sitz mit Fangkörper vielleicht nicht die beste Idee. Geben Sie Ihrem Kind die Chance, den Sitz kennenzulernen bevor Sie ihn einbauen. Und machen Sie vielleicht erstmal eine Fahrt um den Block, statt gleich mehrere hundert Kilometer in den Urlaub zu fahren.

Es ist auch eine gute Idee, vor dem Kauf auszuprobieren, oder der Sitz überhaupt ins Auto passt. Gerade bei Kompaktautos kann es passieren, dass Sie den Vordersitz nicht mehr ganz zurückfahren können. Damit kann man meistens leben, wenn der Sitz hinter dem Beifahrersitz installiert wird. Problematisch kann aber auch das werden, wenn Sie einen Drei-Türer haben: die Lehne mancher Autositze lässt sich dann unter Umständen nach dem Umklappen nicht mehr fixieren.

Zwei Sitze passen meist problemlos auf die Rückbank eines Autos. Wenn Sie drei Kinder haben, wird es aber schwierig. Nicht alle Autos verfügen über Isofix-Halterungen für drei Sitze – und bei den meisten ist die Rückbank auch gar nicht breit genug für drei Kindersitze.

Wir raten dringend davon ab, einen Sitz gebraucht zu kaufen: Es gibt dann keine Garantie, ob der Sitz nicht vielleicht einen Unfallschaden hat!

Auch das Alter eines Sitzes selbst ist für die Sicherheit entscheidend. Die Hersteller geben an, dass die Sitze der Gruppe 1-2-3 durchschnittlich 10 Jahre intensiver Nutzung Stand halten. Da es um die Gewichtsklasse von 9 bis 36 Kilogramm geht, ist das aber auch ungefähr der zeitliche Rahmen, in dem sich die Lebensdauer eines Sitzes bewegt. Achten Sie aber darauf, wenn Sie den Sitz von Kind zu Kind »weitervererben« – oder irgendwann verschenken.

Der Einbau eines Kinderautositzes ist in der Regel innerhalb weniger Minuten erledigt. Sobald man sich im Vorfeld mit dem Einbau auseinandergesetzt hat, ist das kein Hexenwerk und geht ohne Frustgefühle über die Bühne – zumindest, wenn er mit Isofix befestigt wird. Die Befestigung mit Sicherheitsgurt ist wesentlich anspruchsvoller.

Nach dem Kauf sollten Sie sich gut mit Ihrem Kindersitz vertraut machen. Gerade für mitwachsende Autositze gilt: Sie müssen immer wieder modifiziert und an das wachsende Kind angepasst werden. Es ist also wichtig, immer wieder die Sitzposition zu überprüfen und den Sitz gegebenenfalls schnell anzupassen. Das machen Sie eher, wenn Sie dafür nicht erst die Bedienungsanleitung hervorkramen müssen.

Unser Favorit: Cybex Gold Pallas M Fix

Der Cybex Gold Pallas M Fix ist einer der am längsten mitwachsenden Sitze und für die Gewichtsklassen 1-2-3 zugelassen. Bei den Sicherheitstests von Stiftung Warentest und ADAC wurde er jeweils mit der Note »gut« bewertet. Er kommt mit Isofix und Halterungen und kann in den meisten Autos auf den hinteren Plätzen am Fenster eingebaut werden.

Unser Favorit

Cybex Gold Pallas M Fix

Test Kindersitz: Cybex Gold Pallas M Fix
Der Pallas M Fix von Cybex ist unser Favorit in der Gruppe 1-2-3. Er wächst lange mit und kann immer wieder angepasst werden.

Für Kinder von 9 bis 18 Kilogramm (Gruppe 1) gibt es einen Fangkörper, der mit dem Sicherheitsgurt des Autos vor dem Bauch des Kindes festgeschnallt wird. Er muss benutzt werden bis das Kind 18 Kilogramm wiegt, später wird das Kind einfach mit dem Sicherheitsgurt angeschnallt.

Für Kinder bis zwei Jahre gibt es einen Aufsatz, der die Sitzfläche leicht erhöht. So sitzt das Kind sicherer im Sitz und der Seitenaufprallschutz kann besser wirken. Der seitliche Aufprallschutz lässt sich in zwei Stufen ausfahren, ebenso wie die Kopfstütze.

Ein Nachteil des seitlichen Schutzes ist, dass der Sitz insgesamt eher wuchtig wirkt und im Vergleich zu anderen Autositzen deutlich mehr Platz einnimmt. Bleibt der Platz daneben aber frei, stellt das kein Problem dar, weswegen der Seitenaufprallschutz für uns nicht wirklich ein Nachteil ist.

Die Testkinder fanden den Sitz bequem, störten sich aber wie bei allen Modellen am Fangkissen. Das ist aber natürlich auch eine Frage der Gewöhnung. Mit der Zeit finden viele Kinder das Fangkissen toll, denn schließlich dient es gleichzeitig als praktisches Tischchen.

Ein Nachteil des Fangkissens ist, dass das Anschnallen des Kindes etwas umständlicher ist als mit einem Fünf-Punkt-Gurt. Denn zuerst muss man den Sicherheitsgurt um das Fangkissen legen und sich dann über das Kind beugen, um den Gurt ins Gurtschloss zu klicken. Aber dafür bekommt man auch ein Mehr an Sicherheit für sein Kind.

Der Cybex wird mithilfe der Isofix-Halterung auf der Rückbank befestigt. Nach der empfohlenen Trockenübung ohne Auto ist das auch nicht besonders kompliziert. Seitlich am Sitz sind zwei kleine Knöpfe, drückt man sie, kann man die Isofix- Schienen aus dem Sitz schieben. In unserem Testauto mussten wir die ausgefahrenen Isofix-Schienen nur in die in der Rückbank versteckten Metallösen schieben, dann rastet die Isofix-Halterung mit einem deutlichen Klick ein. Der ganze Einbau klappt innerhalb weniger Sekunden.

Durch sein Gewicht von 9,3 Kilogramm ist der Autositz von Cybex allerdings nicht eben leicht, häufiges Aus- und Einbauen ist daher nicht zu empfehlen, auch wenn es prinzipiell natürlich möglich ist.

Auch wenn der Cybex Gold Pallas M Fix mit knapp 250 Euro nicht gerade günstig ist, hat er uns von allen Sitzen am meisten überzeugt. Er lässt sich leicht einbauen, ist toll verarbeitet und wirkt sehr robust. Wenn Sie nur einen Sitz der Gruppe 2-3 brauchen, greifen Sie zum Cybex Solution M Fix, der unserem Favoriten weitgehend ähnelt, aber keine Sitzerhöhung hat.

Gold, Silver oder Platinum?

Wenn Sie sich für einen Cybex-Kindersitz interessieren, fallen Ihnen schnell die Untergruppierungen Gold, Silber und Platinum ins Auge. Auf den ersten Blick ist nicht wirklich ersichtlich, was da eigentlich die Unterschiede sind. Deshalb haben wir nachgefragt.

Die Cybex Platinum Kollektion ist die Premium-Reihe des Herstellers. Sie unterscheidet sich in der Funktionsausstattung, bei der Bedienung und dem Design, das hier teilweise mit prominenten Modeschöpfern kreiert wird. Die Gold Kollektion bietet laut Cybex eher praktische Funktionen, die den Alltag mit Kind einfacher machen sollen. Die Sitze der Silver Kollektion sind bewährte Autokindersitze, die oftmals ehemalige Sieger der Stiftung Warentest sind. Sie haben ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und sind gut im Markt etabliert. Anders gesagt, hier bekommt man wohl ältere Modellvarianten, die dafür günstiger zu haben sind.

Sicherheitstechnisch gibt es laut Cybex keine Unterschiede zwischen den Modellvarianten. Für welche Variante Sie sich entscheiden ist also Geschmacksache – und hat natürlich auch etwas mit dem nötigen Kleingeld zu tun.

Alternativen

Unsere beiden anderen Empfehlungen haben uns ebenfalls überzeugt, vor allem der Unterschied zwischen dem Transcend von Joie und dem Cybex ist gering. Der Cybex machte aber doch einen etwas solideren Eindruck.

Gut & günstig

Joie Transcend

Test : Joie Transcend
Ebenfalls gut fanden wir den Transcend von Joie. Auch er bedient die Gruppe 1-2-3. Der Sitz ist viermal größenverstellbar und lässt sich sehr leicht einbauen.

Auch der Transcend von Joie ist ein mitwachsender Sitz und für die Gruppe 1-2-3 zugelassen. Er verfügt ebenfalls über einen Fangkörper für Kinder bis 18 Kilo.

Ebenso wie der Cybex kann auch beim Joie die Sitzerhöhung entfernt werden. Dies sollte allerdings nicht geschehen, bevor das Kind die 15-Kilo-Grenze überschritten hat. Der Seitenaufprallschutz beim Transcend ist vierfach verstellbar, gleiches gilt für den Fangkörper. Gerade in den ersten zwei Jahren wachsen Kinder schnell, da ist ein Fangkörper, den man an die Größe des Kindes anpassen kann, hilfreich.

Dass Sitze mit Fangkörper bei den Kleinen nicht unbedingt gut abschneiden, hatten wir schon erwähnt. Da kommt ein Fangkörper, den man mehrmals verstellen kann, gut gelegen. Durch das Drehen am Rädchen passt er sich an Beine und Bauch des Kindes an. Aber auch für den Joie Transcend gilt: Das Anschnallen ist wie beim Cybex gewöhnungsbedürftig.

Der Transcend von Joie lässt sich ebenfalls via Isofix oder aber mit der mitgelieferten Halterung im Auto verankern. Der Einbau war sehr unproblematisch und nahm nur wenige Minuten in Anspruch, das Prinzip war baugleich wie beim Cybex. Durch sein geringeres Gewicht von 7,8 Kilogramm bietet sich der Autositz aber auch für einen häufigeren Autowechsel an.

Ingesamt wirkt der Joie weniger wuchtig als der Cybex, er ist auch deutlich leichter, was hilfreich ist, wenn Sie ihn öfter ein und ausbauen. Vor allem aber ist er wesentlich günstiger als der Cybex und damit eine Empfehlung für alle, die nicht so viel Geld ausgeben möchten.

Auch gut

Britax Römer Kidfix II XP

Test : Britax Römer Kidifix II Xp
Unser Favorit für die Gruppe 2-3. Die Testkinder fanden diesen Sitz besonders bequem, auch die Gurtführung und der Einbau überzeugten uns.

Wenn Ihr Kind schon älter ist oder Sie bislang einen Sitz der Gruppe 0-1 hatten, dann ist der Britax Römer Kidfix II XP eine Empfehlung. Der Sitz der Gruppe 2-3 ist in Sekundenschnelle via Isofix eingebaut, eine Halterung wird mitgeliefert. Ein Fangkissen gibt es hier nicht, das gibt es nur für Kinder unter 18 Kilo.

Was uns gut gefallen hat: Als einziger Sitz im Test verfügt der Kidfix über einen Gurtschoner, der das unangenehme Kratzen des Gurtes am Körper des Kindes verhindert. Angeblich soll diese Gurtführung bei einem Unfall auch weniger Druck auf den Nacken und den Brustkorb ausüben.

Der Kidfix II XP wirkt im Vergleich zu den anderen Sitzen wuchtiger. Dass das kein Nachteil sein muss, zeigte sich an unseren Testkindern, die waren nämlich vom größeren Platzangebot begeistert. Schließlich finden auch Kinder es schön, wenn sie nicht so beengt sitzen müssen und dabei trotzdem gut geschützt sind.

Das Anschnallen ist, wie bei allen Sitzen dieser Gruppe, etwas umständlich, da die Kinder hier mit dem Sicherheitsgurt des Autos angeschnallt werden. Man muss sich also über das Kind hinweg beugen, um den Gurt zu fixieren. Vorher wird der Autogurt in die Schaumstoffverkleidung, das Kidfix geklemmt. Diese Verkleidung kann, je nachdem wo der Sitz fixiert wird, rechts oder links angebracht werden.

Die von uns getesteten Sitze von Britax Römer fielen auch durch sehr umfangreiche Einbauanleitungen in vielen Sprachen auf. Das boten nur wenige andere Autositze. Außerdem gibt es für die Anleitungen ein extra Fach im Sitz, so dass diese bei Fragen immer dabei sind. Das Fach befindet sich auf der Rückseite der Sitze und stört nicht.

Wenn Sie sich für diesen Sitz entscheiden, ist vorher eine Babyschale für das erste Jahr und einen Sitz der Gruppe 1 bis zum Alter von rund 4 Jahren – oder aber einen Kombisitz der Klasse 0-1. Insgesamt kommt Sie das teurer als eine Babyschale plus ein Sitz der Gruppe 1-2-3.

Aber dafür gewinnen Sie ein kleines Plus an Sicherheit für Ihr Kind: der Kidfix schneidet beim Frontaufprall besser ab als unsere beiden anderen Empfehlungen.

Außerdem getestet

Britax Römer King II LS

Der Britax Römer »King II LS« war der Favorit unserer Testkinder, denn die favorisierten ganz klar das Anschnallen via 5-Punkt-Gurt. Wenn Ihr Kind also empfindlich auf die Einengung mit einem Fangkörper reagiert, sollten Sie das Ernst nehmen. Auch wir finden es deutlich einfacher, die Kinder mit diesem Gurt anzuschnallen, geben dem aber murrend nach, wenn es der Sicherheit unseres Kindes dient. Daher bekommt der King II von Britax keine Empfehlung.

Wenn Ihnen Bequemlichkeit wichtiger ist und Sie auf der Suche nach einem Sitz nur für die Gruppe 1 sind, ist dieser Sitz aber vielleicht dennoch das Richtige für Sie. Das Light and Sound-System, das via Licht und Ton das perfekte Anlegen des Gurtes überwacht, ist ein echtes Plus.

Der Autositz ist allerdings der Einzige im Test, der nicht mit Isofix fixiert wird. Stattdessen wird der Gurt um den Sitz gelegt und hält den Autositz auf seinem Platz. Das wirkt deutlich weniger stabil als die Befestigung per Isofix, ist aber die einzige Lösung, wenn Ihr Auto keine Isofix-Vorbereitung hat.

Dieser Sitz wird mithilfe des 3-Punkt-Gurtes befestigt. Dazu wird der Britax Römer King II LS nach vor aufgeklappt und der Gurt wird durch die Lücke geführt und in die Gurthalterung eingeklickt. Der Sitz wird dann wieder zurückgeklickt und sitzt jetzt fest. Der obere Teil des Gurtes, der ja dem Kind potentiell im Gesicht hängen würde, wird in die Gurtführung eingelegt und ist damit auch aus dem Sichtfeld der Kleinen, die ja gern an allem Möglichen rumspielen. Es wird so auch sichergestellt, dass der Gurt immer straff gespannt ist und so den Sitz auf dem Autositz hält.

Kiddy Guardianfix 3

Der Kiddy Guardianfix 3 konnte uns nicht überzeugen. Die Mechanik ist eher schleppend, das Einrasten des Isofix ging besonders schwergängig. Obwohl der Sitz in der oberen Preisklasse der Sitze der Gruppe 1-2-3 rangiert, wirken die verwendeten Materialen nicht sonderlich hochwertig. Auch wenn wir das selbstverständlich nicht in Gänze überprüfen konnten, der Fangkörper wirkte beim Einfädeln mehrfach so, als könnte er den Gurt zerstören.

Das Gute: Der Kiddy ist der einzige Sitz in unserem Vergleich, der auch für den mittleren Platz der meisten Familienautos zugelassen wurde und damit ist er natürlich vor allem für Familien interessant, die mehr als zwei Kinder haben. Ob tatsächlich aber drei Sitze auf der Rückbank Platz finden, hängt ganz von Ihrem Auto ab.

Recaro Monza Nova 2 Seatfix

Der Recaro Monza ist für die Gruppe 2-3 zugelassen und kommt mit einer Besonderheit: Kopfhörer im Sitz. Dafür war bei unserem Testmuster keine Anleitung dabei. Natürlich ist der Einbau via Isofix oder mittels Halterung nicht übermäßig schwierig, dennoch wäre eine Anleitung zum Nachlesen nicht verkehrt.

Der Recaro Monza hat eine Gurtführung, bei der der Gurt so eingespannt werden kann, dass er den Kindern nicht unangenehm im Gesicht scheuert –eine gute Idee. Auch hier kann der Gurt natürlich je nach Einbau wahlweise rechts oder links geführt werden.

Unsere Testkinder fanden den Sitz unbequem, was aber kein abschließendes Urteil ist, weil Geschmäcker eben verschieden sind.

Die Kopfhörer waren für die Testkinder ebenfalls unbequem und auch unnötig. Sie lohnen sich höchstens, wenn es im Wagen keine hinteren Lautsprecher gibt, letztlich sind sie eine überflüssige Spielerei.

Maxi Cosi Rodi XP Fix

Auch der Maxi Cosi Rodi XP Fix darf erst für Kinder der Gruppe 2-3 verwendet werden. Er war das leichteste Modell im Test, was einerseits hilfreich für alle ist, die den Sitz oft von Auto zu Auto umbauen möchten, andererseits aber nicht sonderlich robust wirkt.

Der Maxi Cosi musste von uns im Gegensatz zu allen anderen Modellen im Test erst zusammengebaut werden, was bei uns kein wirkliches Gefühl von Sicherheit aufkommen ließ. Auch dieser Sitz wird via Isofix verankert, es gibt allerdings keinen Adapter.

Auch der Rodi XP Fix hat eine gute Gurtführung, die die Testkinder als sehr bequem beurteilten. Auch der Sitz wurde als bequem empfunden. Unter die Favoriten schaffte es der Maxi Cosi trotzdem nicht.

Kommentare

1 Kommentar zu "Der beste Kindersitz"

avatar
Effi
Effi
sorry aber was die Kinder mit spätestens einem Jahr sehr deutlich machen ist, dass sie NICHT liegen und RAUSSCHAUEN wollen. meine und alle die ich kenne haben in der Babyschale gebrüllt wie sonstwas und im Reboarder war alles prima. außerdem sehen sie hinten raus oft mehr als nach vorne (nur Vordersitz versus coole Sicht durch den Kofferraum). Meinem Sohn wird auch schlecht im Auto, allerdings auch vorwärts und heute noch (er ist 9!)… meine Tochter fährt 90% rückwärts und findet es BESSER als vorwärts, weil man die Beine gemütlicher hochlegen kann – wenn sie nach vorne hängen schlafen sie ein… Mehr... »