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Der beste Kinderwagen

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Kinderwagen Test: Kinderwagen Aufmacher2
Sebastian Schulke

Sebastian Schulke

lebt mit seiner Familie in München und hat zwei Kinder. Er ist seit über 20 Jahren als rasender Reporter unterwegs - für Magazine und Zeitungen wie NZZ, Zeit, Abendzeitung, Süddeutsche Zeitung, Eltern Family, Himbeer oder BISS. In der "Wolkenkratzer Werkstatt" macht er zudem "Kinderbücher für Erwachsene".

Wir haben 14 Kinderwägen getestet. Der beste ist für uns der Bugaboo Fox. Er ist super verarbeitet, fährt sich top und hat eine richtig gute Federung. Was uns außerdem gefällt: Er lässt sich einfach und klein zusammenklappen und steht mit seinem Recycling-Stoff aus PET-Flaschen für Nachhaltigkeit. Dafür finden wir seinen hohen Preis durchaus gerechtfertigt. Nur eins hat uns beim Bugaboo genervt: der Umbau von Babywanne auf Buggy ist umständlich.

Update 6. Dezember 2019

Wir haben den Moon Style getestet. Für eine Empfehlung hat es leider nicht gereicht.

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27. September 2019

Wir haben fünf neue Modelle getestet. Der Bonavi 2.0 ist eine neue Empfehlung, weil er praktische Zusatzelemente mitbring, hochwertig verarbeitet ist – und nicht ganz so viel kostet. Eine Empfehlung mit Einschränkung bekommt der Babyzen Yoyo+.

Ob Strampler oder die perfekte Wandfarbe des Kinderzimmers – Mamas in spe lieben es, ein hübsches Nest fürs Mini-Me vorzubereiten. Väter verhalten sich in diesem Punkt oft zurückhaltender. Allerdings nicht, wenn es um den Kinderwagen geht. Ob Auto oder Buggy, Wagen bleibt eben Wagen.

Interessant ist allerdings, dass der an Form und Funktionalität interessierte Papa beim Kinderwagenkauf trotzdem nicht das letzte Wort hat. Nach Erfahrung der Hersteller entscheiden schlussendlich die Frauen, was gekauft wird. Sie sind es in der Regel auch, die am meisten mit dem Gefährt durch die Gegend cruisen.

Wir haben für Sie die gängigsten Kinderwägen ausführlich getestet. Dabei haben wir uns auf Kombi-Kinderwägen fokussiert, die man auch zum Buggy umbauen kann. Anfangs glauben wir bei jedem Test: So groß können die Unterschiede gar nicht sein – und jedes Mal werden wir eines Besseren belehrt. So auch bei den Kinderwägen. Die Preisspanne reichte dabei von rund 200 Euro bis etwa 1.200 Euro.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Bugaboo Fox

Kombi-Kinderwagen Test: Bugaboo Fox
Sehr leicht, extrem wendig und bestens gefedert, aber auch teuer.

Wir haben uns in den Bugaboo Fox verliebt. Er sieht gut aus, ist das Fliegengewicht im Test und lässt sich höchst individuell designen. Er fährt sich fast wie von selbst, sogar auf Kopfsteinpflaster und im Gras. Seine Allradfederung, das einfache Handling und die Top-Verarbeitung überzeugen ebenfalls voll und ganz, nichts klappert. Weitere Pluspunkte: Er macht sich im Kofferraum sehr klein, hat einen easy Gurt, wird aus umweltbewusstem Recycling-Stoff hergestellt und hat einen großen Aufbewahrungskorb. Mankos: der Preis ab etwa 1.150 Euro – teurer war keiner im Test – und der umständliche Wechsel von Babywanne zu Buggy. Gottseidank macht man das pro Kind nur einmal.

Limousine mit Schwung

Bonavi 2.0

Test Kinderwagen: bonavi 2.0
Super Fahrverhalten, tolle Federung, hoher Komfort, cooles Design – eine Mischung aus Limo und Sportwagen.

Auf den ersten Blick trumpft der Bonavi 2.0 richtig auf – und das gilt auch für den zweiten. Sein cooles, leichtes Design bringt ihm auf Anhieb erste Pluspunkte. Dazu glänzt er durch sein tadelloses Fahrverhalten aufgrund einer Allrad-Federung mit sehr guten Schaumreifen und integrierten Luftkammern. Die Räder sind vorne (20 Zentimeter) und hinten (27 Zentimeter) zwar recht groß, doch genau das verleiht ihm eine gewisse Stabilität, ohne Einbußen in der Wendigkeit zu haben. So macht er in der Stadt auf Asphalt als auch in Supermärkten mit engen, schmalen Gassen eine gute Figur – wie auch draußen im Gelände, wenn es über Steine und Wurzeln oder durch Matsch und Schotterpisten geht. Der Bonavi ist eine gute Mischung aus sportlichem Geländewagen und urbaner Limousine: ein guter Gefährte für Babys und Eltern.

Design-Favorit

Joolz Day 3

Kombi-Kinderwagen Test: Joolz Day3
Schick, gut gebaut und recht leicht, aber nicht ganz so praktisch.

Der stylische Joolz Day 3 ist ein zierlicher, schmaler und leichter Kinderwagen in minimalistisch-reduziertem Design. Aber der Joolz sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch sehr alltagstauglich. Der Hammer ist die lebenslange Garantie des Herstellers. Doch die wird man kaum brauchen, denn der Kinderwagen aus Holland punktet mit solider Qualität, einer starken Vier-Rad-Federung und einer angenehm hohen Wannen- und Buggy-Position. An die Spitze hat er es aufgrund seines komplizierten Gurtverschlusses, der recht schmalen Kinderwagen-Sitzfläche und dem knapp bemessenen Einkaufskorb nicht geschafft. Auch der Umbau zum Buggy ist eine Wissenschaft für sich – das alles für einen stolzen Preis ab 1.000 Euro ohne Babyschale fürs Auto.

Gut & günstig

Kinderkraft Moov 3 in 1

Unser Preis-Leistungs-Sieger ist der Kinderkraft Moov 3-in-1. Für wenig Geld bekommt man hier sehr viel Kinderwagen: Was man bei den teuren noch alles extra kaufen muss ist hier für schlappe 250 Euro, teilweise sogar noch günstiger, inklusive – toll! Der hübsch-dezente und relativ leichte Kinderwagen lässt sich einfach und wendig fahren und ist mit einer guten Federung und höhenverstellbarem Lenker auch für große Eltern gut zu lenken. Eine gute Bremse und ein mehr als ausreichender Einkaufskorb runden den tollen Eindruck ab. Außerdem lässt er sich klein zusammenfalten, Umbau und Montage gehen ruckzuck. Leider sind seine Räder reparaturanfällig, er riecht anfangs leicht nach Plastik und sein Rahmen kriegt schnell Kratzer. Aber für den Preis sieht man da gerne drüber hinweg.

Buggy mit Babywanne

Babyzen Yoyo+

Kinderwagen Test: Babyzen Yoyo 0 Schwarz Peppermint
Kleiner und leichter als alle anderen Kinderwagen im Test: Den Babyzen Yoyo kann man sogar als Handgepäck mit auf Reisen nehmen.

Der Babyzen Yoyo+ ist eigentlich ein Buggy, für den es aber auch eine Babywanne gibt. Er ist eine gute Wahl für Eltern, für die die Vorzüge eines klassischen Kinderwagens weniger wichtig sind als Mobilität und Flexibilität. Vor allem für Eltern, die ihr Baby so lange es noch nicht eigenständig sitzen kann lieber in der Babytrage transportieren und den Kinderwagen in dieser Zeit nicht ständig brauchen, ist dieses Modell was, denn, das muss man klar sagen: die Liegefläche ist nichts für jeden Tag. Dafür lässt sich kein anderer Kinderwagen schneller und kleiner zusammenfalten. Ein Handgriff genügt. Der Yoyo von Babyzen ist so groß, dass er in eine XXL-Einkauftstasche passt. Die wird übrigens mitgeliefert. Das Gleiche gilt fürs Ausklappen. Mit einer schwungvollen Handbewegung steht der Yoyo wieder auf seinen vier Rädern.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerLimousine mit SchwungDesign-FavoritGut & günstigBuggy mit Babywanne
Modell Bugaboo Fox Bonavi 2.0 Joolz Day 3 Kinderkraft Moov 3 in 1 Babyzen Yoyo+ Stokke Trailz Bugaboo Cameleon 3 ABC Design Viper 4 Bergsteiger Capri Hot Mom iCandy Lime Moon Nuova Moon Style
Kombi-Kinderwagen Test: Bugaboo FoxTest Kinderwagen: bonavi 2.0Kombi-Kinderwagen Test: Joolz Day3Kombi-Kinderwagen Test: Kinderkraft MoovKinderwagen Test: Babyzen Yoyo 0 Schwarz PeppermintKombi-Kinderwagen Test: Stokke TrailzKinderwagen Test: Bildschirmfoto 2019 09 26 Um 15.48.53Kombi-Kinderwagen Test: Abcdesign Viper4Kombi-Kinderwagen Test: Bergsteiger CapriKombi-Kinderwagen Test: Hotmom KinderwagenKinderwagen Test: Icandy LimeTest Kinderwagen: Moon NuovaTest Kinderwagen: Moon Style
Pro
  • Sehr leicht
  • Sehr hochwertig verarbeitet
  • Kompakt zusammenlegbar
  • Fährt sich super und sehr wendig
  • Bestes Gurtsystem im Test
  • Cooles Design
  • Sehr gutes Fahrgefühl
  • Gute Bereifung
  • Praktischer Einkaufskorb
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Stylisch
  • Zierlich und schmal
  • Relativ leicht
  • Lebenslange Garantie
  • Gute Verarbeitung
  • Bestes Preis-Leistungsverhältnis
  • Fährt sich leicht und wendig
  • Gute Federung und Stoßdämpfer
  • Einfache Montage
  • Zusammengeklappt sehr platzsparend
  • Schnell mit einem Handgriff aufgeklappt
  • Sehr leicht
  • Sehr wendig
  • Sehr stabil
  • Topqualität
  • Riesige, bequeme Babywanne
  • Enormer Einkaufskorb
  • Fährt sich wendig und leicht
  • Erstklassige Federung
  • Sehr leicht
  • Sehr wendig
  • Hochwertig verarbeitet
  • Kompakt zusammenlegbar
  • Leichtgängig und wendig
  • Gute Bremse
  • Großer Einkaufskorb
  • Einfach zu verstellender Lenker
  • Abnehmbarer Schutzbügel
  • Einfache Montage
  • Günstiger Preis
  • Jede Menge Zubehör
  • Sehr großer Einkaufskorb
  • Lässt sich einfach und flach zusammenklappen
  • Easy sauberzumachen
  • Einfacher Aufbau
  • Kuschelige Babywanne mit Flies
  • Macht sich im Auto schnell und schön klein
  • Auch für große Eltern geeignet
  • Integriertes Stehbrett für Geschwister
  • Praktischer Tragegurt
  • Großer Einkaufskorb
  • Sehr robust
  • Spezielle Babymatratze
  • Faltbar inklusive Sportsitz
  • Große, komfortable Babywanne
Contra
  • Teuer
  • Umbau von Babywanne auf Buggy ist nervig
  • Offene Metallstreben in der Babywanne
  • Kopfschutz sehr dünn
  • Geht ins Geld
  • Verschluss des Buggy-Sicherheitsgurts kompliziert
  • Umbau auf Buggy etwas kompliziert
  • Kinderwagen-Sitzfläche recht schmal
  • Recht übersichtlicher Einkaufskorb
  • Reparaturanfällige Räder
  • Vorderräder eiern etwas
  • Schlechte Gebrauchsanleitung
  • Wacklige und zu wenig gepolsterte Babywanne
  • Liegefläche recht klein
  • Gurtsystem vom Buggy stört in der Babywanne
  • Hochpreisig
  • Zu hoch, breit und wuchtig, auch optisch
  • Verschluss des Buggy-Sicherheitsgurts kompliziert
  • Kaum Zubehör inklusive
  • Tiefer gebaut als der Fox
  • Wenig Platz im Gepäckfach
  • Teuer
  • Sehr schwer
  • Preis-Leistung stimmt nicht
  • Komplizierter Aufbau der Wanne
  • Stoffwanne wenig gepolstert
  • Kompliziert verpackt
  • Wechsel zwischen Autositz, Wanne und Kinderwagen mühsam
  • Wirkt etwas klapprig
  • Billigplastik an den beanspruchten Stellen
  • Unbequemer Griff
  • Der Schwerste im Test
  • Fährt sich nicht gut
  • Nicht wendig
  • Klapprig
  • Ziemlich teuer für die Qualität
  • Einzelteile schlecht verpackt
  • Reifen vorne zu klein und instabil
  • Fahrverhalten sehr unruhig
  • Fährt sich schwergängig
  • Design sehr klotzig
  • Sehr tiefe Babywanne
  • Fahrverhalten sehr sperrig
  • Lenkung recht steif
  • Federung schwach
Bester Preis

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Braucht man wirklich einen Kombi-Kinderwagen?

Für diejenigen, die sich nicht alle paar Monate mit einem neuen fahrbaren Untersatz auseinandersetzen möchten, haben sich Kombi-Kinderwagen bewährt. Ihr Vorteil: Mit einem einzigen Kauf ist Ihr Kind mobil, bis es selbst sicher zu Fuß unterwegs ist. Vom ersten Lebenstag an bis ins frühe Kindergartenalter ist man mit einem Kombi-Gerät perfekt eingedeckt, der Kinderwagen wächst mit dem Kind sozusagen mit.

Möglich macht dieses All-inclusive-Angebot der Umbau von Babywanne zu Babyschale fürs Auto und zu Buggy bzw. Sportwagen. Teils bieten die Hersteller ein fix und fertig geschnürtes 3-in-1-Paket inklusive Zubehör an, teils sind nur Rahmen, Wanne und Buggy im Preis inklusive. Babyschale und Extras können dann dazu gekauft werden. Bei unseren Modellen im Test ist das ebenfalls unterschiedlich.

Die Anschaffung ist zwar teurer aber man hat gleich alles, was man braucht

Was gegen einen Kombi spricht? Dass man meist tiefer in die Tasche greifen muss als für einen einfachen Liegekinderwagen und einen einzelnen Buggy. Und das für eine relativ kurze Zeit. Denn die Liegefunktion braucht man nur, bis das Kind eigenständig sitzen kann. Das ist in der Regel irgendwann zwischen 6 und 9 Monaten der Fall. Ab dann kann man das Baby im Sportsitz durch die Gegend spazieren – oder in einem Buggy.

Wenn Sie Ihr Kind am Anfang ohnehin lieber in einer Babytrage tragen wollen, lohnt sich ein teurer Kombi-Kinderwagen nicht. Dann ist ein bequemer Buggy die bessere Wahl, etwa der Babyzen Yoyo+ für den es auch eine Liegewanne gibt.

Ein Kombi-Kinderwagen ist oft schwerer und – auch zusammengeklappt – sperriger als ein schlichter Buggy, dafür aber komfortabler. Daher kaufen sich die meisten Eltern zusätzlich zum Kombi später noch einen leichten, kleinen Buggy für unterwegs. Ganz geht der Traum von einem Gefährt für alles also auch mit einem Kombi-Kinderwagen nicht in Erfüllung.

Jede Familie ist anders: Die einen gehen nur zum Einkaufen vor die Tür, die anderen haben einen Hund und sind ständig auf Feldwegen unterwegs. Überlegen Sie deshalb als erstes, wo Sie Ihren Kinderwagen einsetzen. Leben Sie in der Stadt oder auf dem Land? Muss der Wagen oft in den Kofferraum oder bleibt er fast immer zusammengebaut? Haben Sie ein Einfamilienhaus oder leben Sie im vierten Stock ohne Aufzug, müssen die Wanne also immer mit nach oben schleppen? Davon hängt es ab, ob ein leicht umbaubares Modell für Sie besser ist oder eins, das sich schnell und einfach im Auto verstauen lässt.

Wie sieht er aus?

Klingt vielleicht oberflächlich, ist aber nicht zu unterschätzen: Der neue Kinderwagen muss Ihnen richtig gut gefallen. Selbst das praktischste Gefährt macht nicht glücklich, wenn man sich bei jedem Spaziergang über die Optik ärgert. Gottseidank gibt es mehr als genügend hübsche und funktionale Modelle. Übrigens: Schlichte Unifarben wie Beige, Dunkelblau, Schwarz oder Grau sind zwar nicht so modemutig wie bunte Tarnmuster, allerdings fährt man einen Kombi pro Kind immerhin bis zu vier Jahre lang. An klassischen Tönen, die zu jedem Outfit passen, sieht man sich nicht so schnell satt.

Was bringt er auf die Waage?

Für uns eines der Hauptargumente beim Kauf – denn nicht jede U-Bahn-Station besitzt einen Aufzug. Nicht immer ist ein netter Helfer um die Ecke, der einem den Wagen die zehn Treppen zur Kinderarztpraxis hochträgt. Nicht immer wollen wir beim Hieven in den Kofferraum Muskelkater kriegen. Gerade Frauen sind auf ein leichtes Teil angewiesen, damit sie sich mit dem immer schwerer werdenden Kind inklusive Wagen keinen Bandscheibenvorfall zuziehen. Jedes Kilo weniger zählt – so lange die Qualität nicht drunter leidet und man die Kleinen bis wenigstens 15 Kilo herumfahren kann. Modelle mit Alurahmen wiegen in der Regel weniger und rosten nicht. Stahlgestelle sind widerstandsfähig, aber meist schwerer.

Kommt es auf die Größe an?

Und wie. Sowohl im aufgestellten als auch im zusammengelegten Zustand. Je schmaler und kleiner, desto flotter und entspannter ist man mit dem Wagen unterwegs. Egal, ob in engen Supermarktgassen, in der U-Bahn, im Zug, im Flur des Mehrfamilienhauses oder im Café. Was den Kofferraum betrifft: Messen Sie ihn vor dem Kauf exakt aus. So ersparen Sie sich böse Überraschungen. Aber: Eine große Sitzfläche im Buggy ist fürs Kind bequemer als ein knappes Stoffquadrat. Bei der Babywanne empfiehlt die »Stiftung Warentest« eine Länge zwischen 78 und 80 Zentimetern sowie eine Breite bis 35 Zentimeter. Was das bequeme Lenken angeht, benötigen lange Menschen mindestens 1,10 Meter Griffhöhe. Toll und rückenfreundlich ist es auch, wenn die Wanne etwas höher ist. Beim Buggy freut sich das Kleinkind allerdings, wenn die Sitzfläche tiefer liegt, so dass es besser selbst hineinklettern kann.

Wie komfortabel ist er im Alltag?

Im stressigen Alltag mit Baby und Kleinkind brauchen Eltern nichts, was ihr Leben zusätzlich verkompliziert. Das gilt insbesondere für den Kinderwagen. Deshalb muss alles simpel und fix von der Hand gehen. Prüfen Sie Ihr Lieblingsmodell also vorab – immer mit Gewicht drin – im Laden oder beim Online-Kauf direkt beim Auspacken: Welche Einstellungen sind möglich? Wie einfach lässt sich die Rückenlehne verstellen? Kann Ihr Kind später flach im Buggy schlafen? Macht der Wagen einen hochwertigen Eindruck? Sind Sportwagen und Wanne bequem gepolstert?

Lassen sich die Griffe leicht auf Ihre Größe anpassen? Ist der Griff rutschfest und auf Dauer bequem? Passt die Federung, so dass Ihr Baby nicht wild im Wagen herumgeschüttelt wird? Lassen sich Sitz und Wanne in und gegen die Fahrtrichtung drehen? Wie kompliziert ist es, die Wanne ab- und wieder dranzubauen? Wie easy klappt der Wechsel von Wanne auf Autositz oder Buggy? Wie entspannt macht sich das Gefährt klein? Ist es kompliziert, die Vorderräder festzustellen? Das ist wichtig im Winter, wenn Schnee liegt. Funktioniert das nur mit der Hand oder benutzerfreundlicher mit dem Fuß? Wie lässt sich das Verdeck vor- und zurückklappen? Spendet es genügend Schatten? Ist die Wannen-Abdeckhaube mit Knöpfen oder einem praktischeren Reißverschluss versehen? Ist der Sicherheitsbügel klappbar, um das Kind besser hineinzuheben? Hat das Material UV-Schutz?

Gibt es individuell anpassbare Fußstützen, einen guten und einfach zu schließenden Sicherheitsgurt? Passt einiges in den Einkaufskorb? Lässt sich das Material einfach reinigen? Wie viel Zubehör, also Regenhülle oder Moskitonetz, ist dabei? Kann es dazu oder nach gekauft werden? Und nicht zuletzt: Wie sieht die Montage aus?

Welche Reifen sind besser?

Als Faustregel gilt: Große Räder sind zwar schwerer, dafür aber sicherer und lassen sich leichter lenken – gerade auch im Gelände – als kleine Rollen, die oft viel zu nahe beieinander stehen, deshalb nicht so standfest sind und auf Schotter oder Gras gerne mal blockieren. Vordere Schwenkräder, die sich um 360 Grad drehen können, sind toll und wendig auf Asphalt, sollten aber auch festgestellt werden können, um auf Schotter oder im Schneematsch besser voran zu kommen.

Kinderwagen kommen in der Regel entweder mit Luft-, Hartgummi- oder Plastikreifen. Luftreifen sind Räder wie beim Fahrrad. Ihr Vorteil? Selbst im Gelände federn sie top, schützen das Kind gut vor Stößen und lassen sich leicht schieben. Ebenso wie beim Fahrrad kriegen sie dafür aber auch gerne mal einen Platten. Und man muss sie von Zeit zu Zeit aufpumpen.

Einen Platten riskieren Sie mit Hartgummireifen nicht. Allerdings sind diese vor allem für die Stadt geeignet. Denn sie federn nichts ab und geben jede Unebenheit direkt an den Insassen weiter. Plastikreifen findet man eigentlich nur bei Billigwagen, denn sie haben nur Nachteile.

Ist er sicher?

Das Wichtigste, um Ihr Kind sicher von A nach B zu bringen, sind eine gute Feststellbremse, ein Fünf-Punkt-Hosenträgergurt sowie ein Sicherheitsbügel im Buggy. Reflektoren leisten gerade im Winter oder nachts gute Dienste. Ein vorhandenes TÜV- und/oder GS-Siegel ist ein Zeichen dafür, dass Sicherheitsnormen eingehalten werden.

Was die Sicherheit der Eltern angeht: Das Zusammenklappen des Wagens erweist sich oft als fiese Fingerquetschfalle. Geht gar nicht! Weil so ein Kombi-Kinderwagen außerdem ein paar Euro kostet, möchte man sich ihn auch nicht gleich stehlen lassen. Deshalb an ein knacksicheres Fahrradschloss denken.

Wie ist der Hersteller-Service?

Renommierte Firmen bieten oft einen guten Reparaturservice, umfangreiche Ersatzteile und eine Servicenummer. Bei einem No-Name-Modell aus China können Sie sich da nicht sicher sein. Auch aus Gründen der Nachhaltigkeit empfehlen wir, lieber etwas mehr Geld auszugeben und das Gefährt dafür länger zu fahren, als beim ersten Materialschaden den ganzen Wagen wegzuschmeißen. Informieren Sie sich beim Kauf auch über die Garantie. Die meisten Firmen bieten 24 Monate. Ein Hersteller im Test wirbt sogar mit lebenslanger Garantie.

Wie lang ist die Lieferzeit?

Am besten bestellt man den Kinderwagen nicht erst, wenn fast schon die Wehen einsetzen. Erfahrungsgemäß dauert es nämlich länger, manchmal Wochen bis Monate, bis das gewünschte Modell eintrudelt.

So haben wir getestet

Sämtliche oben genannten Kriterien haben wir in unserem Test berücksichtigt. Wir haben alle Kinderwagen aufgebaut und zunächst mit Babywanne getestet. Gab es eine Babyschale fürs Auto dazu, haben wir uns auch die angesehen. Anschließend haben wir alle Kinderwagen zum Buggy umgebaut. Das ging mal einfach, mal kompliziert und manchmal nur mit vereinten Kräften.

Weil ein Kinderwagen mit Last anders und meist besser rollt, fuhren wir bei der ersten Testreihe entweder mit unserem einjährigen Testkind Probe oder setzten uns – falls das süße Versuchskaninchen streikte – eine Kiste Apfelsaftschorle in Wanne und Buggy. Bei einem Bierkasten hätten die Münchner Passanten vermutlich weniger irritiert geguckt.

Verwunderte Blicke gab es auch bei der zweiten Testreihe im Alten Botanischen Garten in Münchens Innenstadt. Dort befand sich unser Geländeparcours mit Steinen, Wurzeln, Kies, Rasen sowie alltäglichen und natürlichen Hindernissen, um nicht nur den urbanen sondern auch den geländetauglichen Einsatzbereich jedes einzelnen Modells zu testen. Und so schauten immer wieder vorbeilaufende Parkbesucher in die Kinderwägen und wunderten sich, wenn sie dort nur von einer Plastikfolie, in der rote Ziegelsteine eingewickelt waren, angegrinst wurden.

Schließlich haben wir alle Kombi-Kinderwagen zusammengeklappt und getestet, wie gut sie in den Kofferraum eines Kleinwagens passen. Getestet haben wir das mit einer Mercedes A-Klasse. Rein gingen alle, aber bei manchen geht der Kofferraum nur noch gerade so zu, bei anderen bleibt noch ein wenig Platz – und bei manchen braucht man dafür mehr Handgriffe als bei anderen. Gut fanden wir, wenn man die Räder nicht auch noch abnehmen musste.

Testsieger: Bugaboo Fox

Der Champion unter den Kombi-Kinderwagen ist für uns der Bugaboo Fox. Er fährt wie auf Schienen, fast wie von selbst, easy und extrem wendig, was auch an seinem geringen Gewicht liegt. Dabei ist seine Verarbeitungsqualität hervorragend, nichts klappert oder quietscht, der Bugaboo hält auch problemlos mehreren Baby-Generationen stand. Außerdem punktet er mit der besten Allradfederung von allen Wagen im Test. Kurz: Der ganze Wagen strotzt vor Qualität.

Testsieger

Bugaboo Fox

Kombi-Kinderwagen Test: Bugaboo Fox
Sehr leicht, extrem wendig und bestens gefedert, aber auch teuer.

Weiter positiv ist die schmale Gestalt mit nur 60 Zentimetern Breite und sein Aussehen: cool, angesagt und variantenreich. Zig Farben und individuelle Kombinationen sind möglich. Lieber eine blaue Wanne (die übrigens einen Super-Tragegriff hat) mit bunt gemustertem Verdeck oder doch ein grüner Kindersitz mit gelbem Dach? Die Eltern werden zu Designern. Kein Wunder, dass der Bugaboo aus den Niederlanden Kult-Charakter hat und ihn viele Hersteller kopieren.

Bestes Fahrgefühl

Dank seiner relativ großen Vollgummiräder erweist sich das Füchschen als überraschend geländegängig – und es droht kein platter Reifen. Mit ihm marschieren wir locker über Kopfsteinpflaster oder Gras. Selbst am Strand oder im Schnee hat er kein Problem, weil man ihn in die Outdoor-Zweirad-Position bringen kann. So leicht und so wendig fuhr sich kein anderer Kinderwagen im Test, was auch an der sehr guten Federung liegt. Damit hat der Fox nicht nur eine super Straßenlage, der Nachwuchs steckt die Fahrt über die abgesenkte Bordsteinkante auch im sanften Schlummer klaglos weg.

Die mit dem Fuß leicht zu bedienende Festellbremse überzeugt ebenfalls. Die Seitenwände der Babywanne mit der weichen Matratze kommen ohne harte Rohre aus, anders als bei anderen Modellen im Test. Die Fläche des weich gepolsterten Kindersitzes ist großzügig. Bis drei, vier Jahre und 17 Kilo findet ein Dreikäsehoch locker Platz und kriegt gleich eine bequeme Fußablage mitgeliefert.

Durchdachtes Design

Der Buggy ist angenehme 59 Zentimeter hoch – sehr komfortabel, um das Kind rein- und rauszunehmen. Gibt es einen Zwergenaufstand, weil Mini nicht sitzen bleiben will, macht es das Fünf-Punkt-Sicherheitsgurtsystem des Bugaboo Fox Eltern einfach. Er hatte definitiv den besten und unkompliziertesten Verschluss im Test. Super finden wir, dass sich in der Rückenlehne des Kindersitzes lange Gurtschlitze befinden. Rutschen die Bänder heraus, fädelt man sie mühelos wieder ein.

Nachhaltig produziert schont die Umwelt

Der Fox punktet ansonsten mit einer via Plastikhebel bis in die Liegeposition verstellbaren Buggy-Rückenlehne, waschbaren Bezügen, einem zusätzlichen Sicherheitshalteband am Griff und einem großzügigen Aufbewahrungskorb aus Stoff. Weil der Bugaboo Fox sich so wunderbar winzig zusammenfaltet, vor allem wenn man die Räder abnimmt, passt er selbst in kleine Kofferräume.

Und er schont die Umwelt. Denn der Fox ist das erste nachhaltige Modell von Bugaboo. Seine Bezüge bestehen zu fünfzig Prozent (melierte Stoffe) bzw. zu hundert Prozent (einfarbige Stoffe) aus recycelten PET-Flaschen.

Unterm Strich hatten wir kaum etwas am Bugaboo Fox auszusetzen, am Wagen selbst können wir nur ein paar Kleinigkeiten kritisieren.

Nachteile?

Die Nähte am rutschfesten Kunstledergriff, der sich erfreulich simpel höhenverstellen lässt, können auf Dauer unbequem in der Hand liegen. Außerdem gibt es kein Sichtfenster im Verdeck.

Nervig war auch der Umbau von Babywanne auf Buggy: Erst müssen wir den Stoff aus dem Wannengestell friemeln, dann den Kindersitz drüberziehen. Bis wir diese Mechanik kapierten, verging Zeit. Weil man diese Prozedur aber nur einmal pro Kind durchmacht, fiel das für uns nicht allzu stark ins Gewicht.

Ein weiterer Nachteil: Eine Babyschale fürs Auto ist beim Bugaboo nicht mit dabei. Immerhin gibt es Adapter für Babyschalen von Britax Römer und Maxi Cosi, so dass man die auch mit dem Fox nutzen kann.

Gar keine Kleinigkeit ist leider der Preis: Mit rund 1.150 Euro ohne Babyschale fürs Auto war er der teuerste Wagen im Test. Auch wenn der Wiederverkaufswert und die Nachhaltigkeit durch seine Qualität und Langlebigkeit hoch sind – das ist schon eine Stange Geld.

Bugaboo Fox im Testspiegel

Im Test von Stiftung Warentest teilt sich der Bugaboo Fox mit einer Gesamtnote von 2,4 den zweiten Platz mit dem ABC Design Salsa 4, den wir bislang noch nicht testen konnten (Test 08/2019). Haltbarkeit und Sicherheit werden »sehr gut« bewertet.

Die Warentester loben »das beste Sonnenverdeck«, »die größte Schrittfreiheit« für Eltern und die »praktische Bremse«:

»Durch Herunter­drü­cken des Fuß­hebels akti­vier- und wieder lösbar. Rotes Feld erleichtert visuelle Kon­trolle der Bremse.«

Die Stiftung Warentest bemängelt allerdings, dass der Bugaboo Fox sich nicht durchgängig altersgerecht nutzen lässt:

»Werden die Wannen den Kindern zu klein, kann die Sitzfläche noch zu lang für die Oberschenkel sein. Beim Fox heißt das bis zu zwei Monate lang Komforteinschränkungen.«

Getestet wurde der Bugaboo Fox auch von der Bloggerin Lisa Harmann von Stadt Land Mama. Sie findet den Bugyboo super und schreib:

»Tatsächlich ähnelt der FOX vom Aussehen auf den ersten Blick seinen Vorgängern. Aber er ist technisch viel weiter gedacht. Er wiegt nur etwa zehn Kilo! Und der Korb kann gleichzeitig zehn Kilo tragen! Durch ein neues Zentralgelenk mit Federung liegt das Baby aber auch auf buckeliger Piste ruhig. Auch ein kleines Auto ist kein Hinderungsgrund, denn der Wagen lässt sich so klein zusammenklappen, dass er sogar in ein Regal passen würde.«

Das Sorglos Magazin (02/2018) lobt nach dem Test:

»Der Bugaboo Fox scheint wohl der beste Bugaboo aller Zeiten zu werden. Ob er jedoch auch halten kann was er verspricht, wird sich wohl erst nach intensiven Alltag-Tests zeigen.«

Alternativen

Auch wenn der Bugaboo Fox für uns der beste Kombi-Kinderwagen ist, ist er nicht unbedingt für alle die beste Wahl. Natürlich macht auch der Preis die Musik, deshalb haben wir auch empfehlenswerte günstigere Alternativen für Sie.

Limousine mit Schwung

Bonavi 2.0

Test Kinderwagen: bonavi 2.0
Super Fahrverhalten, tolle Federung, hoher Komfort, cooles Design – eine Mischung aus Limo und Sportwagen.

Der Bonavi 2.0 trumpft richtig auf. Sein cooles, leichtes Design bringt ihm auf Anhieb erste Pluspunkte. Dazu bietet er ein tadelloses Fahrverhalten aufgrund einer Allrad-Federung mit sehr guten Schaumreifen und integrierten Luftkammern. Die Räder sind vorne (20 Zentimeter) und hinten (27 Zentimeter) zwar recht groß, doch genau das verleiht dem Kinderwagen eine gewisse Stabilität, ohne Einbußen in der Wendigkeit zu haben.

So macht er in der Stadt auf Asphalt als auch in Supermärkten mit engen, schmalen Gassen eine gute Figur – wie auch draußen im Gelände, wenn es über Steine und Wurzeln oder durch Matsch und Schotterpisten geht. Der Bonavi ist eine gute Mischung aus sportlichem Geländewagen und urbaner Limousine.

Das Gestell ist sehr komfortabel konzipiert, ermöglicht einen problemlosen Umbau von der Babywanne zum Buggy (Extrateil) und gibt einem durch den recht großen Korb viel Raum für Einkäufe oder Spielsachen. Der Bonavi ist mit seinem Adapter auch kompatibel mit verschiedenen Autoschalen für Kinder.

Das Gestell lässt sich direkt aufklappen. Beim Sportsitz muss man nur noch das Sonnenverdeck an das Gestellrohr klicken. Bei der Babywanne gibt es einige Reißverschlüsse für Sonnendeck und Sonnenblende. Das dauert etwas. Zudem ist die Anleitung recht unübersichtlich und undeutlich bebildert. Doch es sind nur wenige Handgriffe, bis der Bonavi fahrbereit vor einem steht. Auch das Zusammenklappen funktioniert ganz unkompliziert.

Die Babywanne verfügt über eine hochwertige Matratze. Dazu gibt es sechs Belüftungslöcher am Boden der Wanne, die für ein gutes Klima im Kinderwagen sorgen. Da steuern auch die großen Lüftungsfenster, die man an der Babywanne und am Sonnendeck per Reißverschluss öffnen kann, noch ihren Teil dazu bei.

Der Sportsitz besteht aus hochwertigen Materialien. Die Gurte sind sehr gut verarbeitet und sitzen angenehm. Die Fußablage ist gut verstellbar, der Sportsitz nur im Ganzen und in drei Stufen. Zwischen den beiden Hinterrädern befindet sich die Bremse. Sie kann mit leichtem Fußdruck sehr gut bedient und ausgelöst werden.

Der Bonavi überzeugt allerdings nicht auf der ganzen Linie, er bekommt auch ein paar Minuspunkte. In der Babywanne, die man auch etwas zusammenfalten kann, befinden sich auf Kopfhöhe zwei Metallstreben, die zwar hinter Klettstoff liegen – das wirkt aber nicht sehr gemütlich und bequem. Außerdem ist der Kopfschutz sehr dünn und ebenfalls wenig komfortabel. Da scheint es fast so, als ob Bonavi in diesem Bereich etwas sparen wollte. Auch das Sonnendeck lässt sich nicht sehr weit nach unten ziehen. So kann das Baby von der Sonne geblendet werden.

Für den Sportsitz gibt es neben einem Sonnenschutz, den man vorne vom Sonnendeck bis runter zu den Füßen ziehen kann, auch noch einen entsprechenden Regenschutz und sogar ein Moskitonetz. Für den Fahrer des Kinderwagens, also für Mama oder Papa, gibt es außerdem einen Getränkehalter, der zwar ganz praktisch und nett ist, jedoch schnell im Weg sein kann – im Fahrstuhl oder in der U-Bahn.

Alles in allem überzeugt der Bonavi 2.0 durch sein sehr gutes Fahrverhalten, seine überwiegend hochwertige Verarbeitung und sein cooles Design – ein guter Gefährte für Babys und Eltern.

Design-Favorit

Joolz Day 3

Kombi-Kinderwagen Test: Joolz Day3
Schick, gut gebaut und recht leicht, aber nicht ganz so praktisch.

Der Joolz Day 3 ist der perfekte Kinderwagen für die Designer-Wohnung. Minimalistisch in der Form ist er in neun schicken Farben erhältlich. Aber das trendy Design-Stück aus Amsterdam hat noch mehr auf Lager als ein schönes Äußeres. Er ist hochwertig verarbeitet und mit nur 59 Zentimetern Breite macht er sich schön schmal.

Seine Lenkerhöhe lässt sich leicht einstellen, deshalb ist der Joolz ebenfalls für große Eltern eine Option. Obwohl Wanne und Kindersitz ebenfalls eine hohe Position einnehmen, wodurch der Kurze am Restauranttisch keinen Hochstuhl benötigt, wirkt der Kinderwagen zierlich.

Der Joolz Day 3 fährt sich gut, selbst auf Kopfsteinpflaster. Trotzdem ist er in dieser Kategorie nicht unser Liebling – vielleicht weil er fast zu gut gefedert ist. Das Kind wird jedoch das Geschaukel mögen. Er bremst indem wir ihn einfach mit dem Fuß fixieren. Seine Gummireifen, simpel mit dem Fuß festzustellen, sind vor Platten gefeit.

Die Wanne mit dem soften Kopfpolster und den praktischen Tragegriffen gewährt dem Baby reichlich Platz, das XL-Verdeck mit Lichtschutzfaktor 50+ und hinterem Belüftungsfenster erweist sich als guter Sonnenschutz. Die Abdeckung punktet mit einem Reißverschluss.

Wir geraten regelrecht ins Schwärmen, wie kinderleicht sich die Wanne herausnehmen lässt: einfach gleichzeitig auf die beiden weißen Druckknöpfe drücken, anheben – fertig. Der Buggy wiederum besitzt eine verstellbare Fußstütze und seine Rückenlehne lässt sich auf beidseitigen Knopfdruck bequem dreifach bis in die Liegeposition verstellen.

Auch der Aufbau erweist sich als entspannt, denn das Modell kam bereits halbfertig an. Und will man den Joolz transportieren, kann er sich im Kofferraum recht flach machen, allerdings muss man zumindest eins der beiden Räder abnehmen, damit er in einen Kleinwagen-Kofferraum passt.

Beim ersten Mal Zusammenklappen klemmte leider ein Hebel. Wir haben Angst, ihn abzureißen. Danach funktioniert jedoch auch dieses Teil tadellos. Gefaltet steht der Wagen schön platzsparend aufrecht, der Hersteller gewährt zudem lebenslange Garantie. Toll!

Schade nur, dass sich der Buggy-Sicherheitsgurt schwer schließen lässt. Erst müssen wir es hinkriegen, vier Magneten zuzubekommen, um danach zusätzlich beide Seiten einzuklicken – ächz! Außerdem verdreht sich der Gurt gerne, dann droht mehr Gefummel. Viel Spaß also bei kleinen Rebellen, die gerade gar keinen Bock auf Kinderwagen haben.

Regelrecht ratlos sind wir, als wir die Babywanne abbauen wollen, um den Kindersitz zu montieren. In der Gebrauchsanleitung finden wir dazu nichts. Irgendwann erkennen wir, dass wir den Rahmen aus der Wanne friemeln müssen, indem wir den Stoff mit Gewalt herausziehen und dabei zwei Plastikteile voneinander trennen. Danach müssen wir den Buggy-Stoff über das Gestell stülpen. Erst später finden wir dazu ein Video auf der Homepage des Herstellers.

Leider ist auch die Sitzfläche des Buggys relativ schmal – schmaler als bei anderen Modellen. An den ziemlich kleinen Stoffkorb darunter kommen wir kaum ran, weil das Gestänge direkt drüber liegt. Und der Kunstledergriff mit der dicken Innennaht könnte auf Dauer drücken.

Dazu kommt der stolze Preis – ohne Zubehör. Die Babyschale plus Adapter des gleichen Herstellers machen noch einmal rund 350 Euro aus. Aber solche Preise schrecken Liebhaber von Design-Stücken nicht unbedingt ab.

Gut & günstig

Kinderkraft Moov 3 in 1

Der Kinderkraft Moov 3 in 1 bietet ein super Preis-Leistungs-Verhältnis. Für schlappe 200 bis 250 Euro kriegt der Kunde einen ziemlich guten Dreier-Kombi sogar inklusive Babyschale fürs Auto. Klar sind Verarbeitung und Design nicht auf dem Niveau der Luxus-Gefährte, aber verstecken muss man sich mit dem Moov auf keinen Fall. Optisch finden wir den eher leichten Wagen in dezentem Grau erfreulich schlicht.

Der Aufbau kann nur als angenehm bezeichnet werden: Vieles kam vormontiert, der Rest erklärte sich weitgehend von selbst. Seinen Schiebegriff kann man via Knopfdruck problemlos höher oder niedriger stellen. Der Moov fährt sich wendig und die Stoßdämpfer vorne und hinten leisten gute Dienste, ebenso wie das mit einem Handgriff faltbare Dach – inklusive transparentem Fenster zum Nachsehen was Baby so treibt. Einen zusätzlichen Sonnenschutz kann man noch via Reißverschluss ausklappen.

Die doppelseitige Bremse auf den Hinterrädern, die sich einfach mit dem Fuß betätigen und lösen lässt, gefällt uns ebenfalls. Der praktische Haltegriff an der Wanne, die für Kinder bis acht Monate konzipiert wurde, macht es uns außerdem einfach, sie als Tragetasche zu benutzen. Um das Baby bequem rein und raus zu heben, kann man den Bügel nur an einer Seite öffnen und muss ihn nicht jedes Mal komplett entfernen.

Praktisch im hektischen Alltag mit Säugling: Die Wanne geht mit einem bloßen Klick einfach rein und raus. Genauso simpel läuft es mit der nackengepolsterten Babyschale fürs Auto, die mit bis zu 13 Kilo belastet werden kann. Gold Wert ist auch der große, abwaschbare Stoff-Einkaufskorb für Windeln & Co.

Der Buggy, der sowohl in als auch gegen Fahrtrichtung montiert werden kann, punktet mit einer großzügigen Sitzfläche, einem Haltegriff sowie integrierter Fußablage. Erfreulich unkompliziert per Zug am Plastikgriff lässt sich die Lehne in drei Positionen einstellen: liegend, halbliegend und sitzend.

Selbst die Fünf-Punkt-Sicherheitsgurte in Buggy und Babyschale machen uns glücklich, weil nur zwei Plastikteile einrasten müssen, schon ist das Kleine angeschnallt. Zudem macht sich der Kinderkraft Moov 3 in 1 im Kofferraum klitzeklein – wieder ganz einfach per Knopfdruck.

Was wir bemängeln: Es dauerte etwas, bis wir verstanden haben, dass die großzügige Babywanne zum Buggy umgebaut werden muss. Die Gebrauchsanleitung war uns hier absolut keine Hilfe. Als wir jedoch einmal den Bogen raus hatten, ging die Montage leicht von der Hand.

Ebenfalls ein Minus vergeben wir dafür, dass die Vorderräder, die leicht mit dem Fuß festzustellen sind, etwas flattern und eiern. Aber: Je mehr Gewicht im Wagen liegt, desto besser gleiten die Räder. Einige Amazon-Kunden kritisieren allerdings, dass die Luftreifen recht schnell kaputtgehen.

Unangenehm: Frisch ausgepackt riecht der Kinderkraft-Wagen ein bisschen nach Plastik. Also besser auslüften. Leider spürt der Mini in der Wanne auch den Stahlrahmen, der übrigens gleich beim ersten Zusammenfalten des Wagens zerkratzt. Selbst die Baby-Matratze ist nicht besonders gut gepolstert. Generell wirkt der Buggy um einiges stabiler als die recht wacklige Wanne, die nur an zwei Punkten am Rahmen befestigt ist. Auf Dauer unbequem können die Griffe aus Kunstleder werden – wegen des Reißverschlusses auf ihrer Innenseite.

Wer allerdings nur ein kleines Budget hat, der ist mit dem Kinderkraft Moov dennoch gut aufgehoben. Hier bekommt man wirklich viel Kinderwagen für wenig Geld.

Buggy mit Babywanne

Babyzen Yoyo+

Kinderwagen Test: Babyzen Yoyo 0 Schwarz Peppermint
Kleiner und leichter als alle anderen Kinderwagen im Test: Den Babyzen Yoyo kann man sogar als Handgepäck mit auf Reisen nehmen.

Der  Babyzen Yoyo+ fällt nicht nur optisch komplett aus der Reihe: Er ist unglaublich klein und wendig und wirkt neben den »richtigen« Kinderwägen wie ein flotter Rennwagen, der einfach Spaß macht.

Beim Yoyo+ ist alles auf Mobilität und Flexibilität ausgelegt. So kann man ihn mit einem Handgriff unglaublich schnell zusammenfalten und genauso schnell wieder aufklappen. Mit einem Tragegurt unter der Sitzfläche lässt sich der Kinderwagen dann sogar über der Schulter tragen. Er passt in jeden Kofferraum, in jedes Zugabteil – und soll laut Hersteller auch als Handgepäck bei Flügen durchgehen.

Das ist natürlich alles sehr praktisch. Allerdings leidet darunter der Komfort für die Kleinen. Daher ist der Yoyo+ für uns nur eine eingeschränkte Empfehlung als Kinderwagen. Denn die Babywanne ist nicht verstärkt und bietet wenig Schutz. Schon bei einem leichten Rempler an der Vorderseite könnte man den den Kopf des Babys stoßen. Vor allem aber lassen sich die Gurte auf der Liegefläche nicht entfernen. So muss das Baby entweder angeschnallt im Kinderwagen liegen oder die Gurte müssten irgendwie unter die Matratze gestopft werden. Bequem ist das nicht. Die Liegefläche ist zudem nicht sehr groß – mit 76 Zentimetern zu 29 Zentimetern ist es die kleinste im gesamten Test.

Doch Eltern, die in den ersten sechs Monaten nicht ständig einen Kinderwagen brauchen, etwa weil sie ihr Kind lieber in einer Babytrage transportieren, können mit diesen Einschränkungen leben. Sobald das Kind eigenständig sitzen kann, können Sie den Yoyo+ als Buggy nutzen – und sparen viel Geld. Beim Einkaufen in der Stadt, im Gelände und auf Reisen ist er ein treuer, zuverlässiger und flexibler Begleiter.

Die Montage geht schnell und einfach. Mit ein paar Handgriffen ist der Kinderwagen aufgebaut. Das Aluminium-Gestell ist dabei sehr robust, sieht eher aus wie ein etwas gedrungener Buggy, in dem sich die Babywanne befindet. Die besteht aus gespannten Stoffbezügen und einer recht dünnen Matratze. Dazu gibt es eine etwas dickere Zudecke. Das reicht für kleine und eher sommerliche Ausflüge. Im Winter könnte es jedoch etwas kalt werden. Eine extra Decke könnte hier Abhilfe schaffen.

Trotz der kleinen Räder ist der Fahrkomfort erstaunlich gut. Der Yoyo+ macht eine gute Figur auf der Straße, aber auch im Gelände. Dafür sorgen die wirklich sehr gut ausbalancierten, relativ kleinen und sehr wendigen Gummireifen. Sie rollen locker und leicht durch Kies, über Wiesen, Wurzeln und Kanten. Denn: Sie verfügen über eine spezielle Technologie, bei der sich die Reifen an den Untergrund anpassen und entsprechend mehr oder weniger Reifenspiel zulassen. So braucht man den Reifen nicht extra zu arretieren oder einzustellen. Sehr praktisch. Ein roter, kleiner Hebel an der Hinterachse zwischen den Rädern ist die Bremse – sie ist mit einem Fuß zu bedienen.

Eltern, die weniger auf einen klassischen Kinderwagen setzen und für den Anfang eher ein Tragetuch oder eine Babytrage benutzen wollen oder mit ihrem Kind viel unterwegs sind und gerne auf Reisen gehen, dürften den Yoyo+ ziemlich schnell in ihr Herz schließen. Vom Design und seiner extravaganten Mini-Gestalt her ist der kleine Franzose ein absoluter Hingucker. Einen besseren, leichteren und kleineren Begleiter gibt es in unserem Test nicht.

Außerdem getestet

Alle anderen Kombi-Kinderwagen haben auch ihre Stärken und Vorzüge, das Gesamtbild ist allerdings nicht ganz so rund und stimmig.

Mit rund 1.000 Euro kostet der Stokke Trailz kaum weniger als unser Testsieger. Für die Babyschale des Herstellers kommen noch einmal mindestens 250 Euro dazu. Das ist schon ein großer Batzen Geld, für den man allerdings viel bekommt. Der Stokke Trailz fährt sich sehr schön, ist wendig und gut gefedert. Dank seiner großen Reifen, die es wahlweise luftgefüllt oder pannensicher aus Hartgummi gibt, rollt er problemlos über Asphalt, durchs Gelände und über Unebenheiten. Sein bequemer brauner oder schwarzer Kunstledergriff ist kinderleicht höhenverstellbar. Die Bremse greift super. Die kuschelweich gepolsterte Babywanne für Kinder bis neun Kilo mit praktischen kleinen Taschen, atmungsaktiver Matratze und Haltegriff fällt riesig aus, perfekt für kleine Giganten. Ebenfalls enorm: die wasserfeste Einkaufsablage. Das erweiterbare Verdeck der Wanne mit Belüftungsfenster und Blendschutz lässt sich einfach vor und zurück falten – ohne nervige Druckknöpfe. Die Abdeckung der Babywanne besitzt einen praktischen Reißverschluss.

Auch der wasserabweisende Stoff mit Lichtschutzfaktor 50+ wirkt robust und qualitativ hochwertig. Der wirklich großzügige Kindersitz mit Fußstütze, den man in und gegen die Fahrtrichtung anbringen kann und der Kinder bis 20 Kilo sicher transportiert, ist ebenfalls weich gepolstert. Die Rückenlehne ist bis in Liegeposition einfach und gut verstellbar. Hier ist das Kind König!

Der Stokke Trailz ist allerdings ein ziemlich wuchtiges Gefährt, weil die Babyschale sowie der Kindersitz extra hoch konzipiert wurden, um Eltern und Kind näher zusammenzubringen. Dadurch wirkt er auch optisch sehr massiv. Für kleine Eltern fällt er definitiv zu hoch aus, selbst als wir den Griff entsprechend anpassen – aber für große Eltern ist er genau das Richtige.

Trotz seiner Größe lässt sich der Stokke relativ klein zusammenklappen. Der Fünf-Punkt-Sicherheitsgurt des Sportwagens aus hochwertigem Plastik könnte allerdings einfacher zu schließen sein. Die Vorderräder sind zwar feststellbar, doch kriegen wir das nur händisch hin – also auf die Fingernägel aufpassen!

Was uns außerdem nicht gefällt: Regenschutz und/oder Moskitonetz sind nicht im Preis inklusive – bei einem so teuren Modell unverständlich. Und beim Kinderwagen-Check der Stiftung Warentest im Jahr 2015 schnitt er wegen krebserregender Stoffe in Griff und Bezug mit der Note 4,8 am schlechtesten ab. Laut Hersteller sind diese Mängel jedoch mittlerweile behoben.

Neben dem Fox haben wir auch den Bugaboo Cameleon 3 getestet – der Nachfolger vom Cameleon 2. Er ist ein echter Klassiker, der es ohne jegliche Probleme in die Moderne geschafft hat. Der »Neue« besitzt einen drehbaren Tragebügel, die Schultergurte sind gepolstert, die Reifen können besser abgebaut werden und der zusammengeklappte Rahmen faltet sich noch leichter auseinander. Der Cameleon 3 kostet mit 900 bis 1.000 Euro etwas weniger als der Fox, der ihm auf den ersten Blick recht ähnlich sieht, allerdings wurde er ganz neu konzipiert. Im Test fanden wir den Fox einfach noch ein Stückchen komfortabler.

Der Cameleon hat recht kleine Vorderräder, doch die meistern jeden Geländeeinsatz über Stock und Stein mit Bravour. Der Cameleon 3 bringt mit Babywanne 11,3 Kilo auf die Waage, 10,5 Kilo als Buggy.  Der Wechsel von Babywanne zu Sportsitz ist beim Cameleon genauso kompliziert wie beim Fox. Wer will, kann den Kinderwagen auch zum Strandmobil umbauen. Mit ein paar Handgriffen wird dabei aus dem vierrädrigen Gefährt ein Kinderwagen auf zwei Rädern, den man hinter sich herzieht – ein nettes Extra.

Er wurde von Ökotest 2013 mit »mangelhaft« bewertet, auch weil möglicherweise krebserregende Stoffe nachgewiesen wurden. Diese Mängel wurden jedoch laut Hersteller inzwischen behoben.

Generell ist der Cameleon 3 ein empfehlenswerter, leichtläufiger und langlebiger Kombi-Kinderwagen, der etwas günstiger als der Fox ist. Doch diese Ersparnis bringt den Cameleon nicht nach vorne. Im Gesamtbild kann er seinen Artgenossen nicht überholen.

Zunächst spielte auch der ABC Design Viper 4 beim Test im oberen Mittelfeld. Die Gründe: Die Höhe des recht angenehmen Kunstledergriffs kann per Druckknopf mühelos an die jeweilige Größe angepasst werden. Der Aufbewahrungskorb des Kombi-Kinderwagens ist groß. Die Bremse funktioniert gut. Es gibt einen abnehmbaren Schutzbügel und die Rückenlehne des Buggys, belastbar bis 15 Kilo, ist bis in die Liegeposition verstellbar. Doch das Wichtigste: Der Kinderwagen lässt sich leicht lenken, auch über Kopfsteinpflaster. Die Schwenk-Vorderräder kann man simpel fixieren. Und das einfarbige Design – fünf Töne stehen zur Wahl – ist hübsch und klassisch, wenn auch, wie einige unserer Testmodelle, ein ziemliches Bugaboo-Imitat.

Die Montage war allerdings ein Alptraum. Der Wagen kam umständlich in zig Plastiktüten verpackt bei uns an – so viel Müll, das muss wirklich nicht sein. Die einzelnen Komponenten waren ölig, selbst die Plastikteile. Eklig! Besonders die Wanne aufzubauen, erwies sich als kompliziert und fummelig und die Gebrauchsanleitung war für die Katz. Der Aufbau des Gestells und des Buggys ging dann gottseidank schneller.

Die okay gepolsterte Buggy-Sitzfläche fällt verhältnismäßig knapp aus. Das Fünf-Punkt-Gurtsystem finden wir recht kompliziert, die Stoffabdeckung mit Druckknöpfen unpraktisch. Auch am Zubehör wurde gespart, nicht mal ein Regenverdeck ist im Preis inbegriffen.

Klappt man den Kinderwagen zusammen, wird er nicht wirklich kompakt. Das gelingt nur, wenn man die Räder abmacht. Die Wanne lässt sich zwar einfach herausnehmen, hat aber keinen Tragegriff – blöd, wenn man im vierten Stock ohne Aufzug wohnt. Die Seitenwände der Stoffwanne sind außerdem kaum gepolstert. Das Metallgestänge spürt das Baby deshalb.

Amazon-Kunden kritisieren den chemischen Materialgeruch und die Qualität als »so lala«. Außerdem ist der Viper rund sechs Kilo schwerer als der Testsieger. An den Vorderrädern ist er nicht gefedert. Hebt man die Vorderräder an, was man bei Stufen oder am Randstein ständig macht,  gibt’s jedes Mal eine harte Landung. Der Viper ist damit trotz großer Lufträder auch kein Gefährt für Outdoor-Fans, auch wenn der Hersteller speziell seine Geländegängigkeit bewirbt.

Für 600 Euro ohne Babyschale und entsprechende Adapter erwarten wir mehr.

Gleich die erste Begegnung mit dem Bergsteiger Capri ist unerfreulich. Die Babywanne ist kompliziert verpackt, wir bekommen sie kaum aus dem Karton. Den Aufbau schafft man allerdings problemlos alleine, er geht sogar recht schnell über die Bühne. Neben dem wirklich sehr großen Einkaufskorb aus abwaschbarem Stoff und dem einfachen Zusammenlegen ist der faire Preis lobenswert: inklusive Babyschale und jeder Menge Zubehör kostet der Kombi-Kinderwagen nur circa 400 Euro. Das war es dann aber schon an Pluspunkten: Die Wanne kriegen wir nur sehr schwer vom Gestell ab – und dann auch nur zu zweit. Der dafür zuständige Plastikverschluss fällt klapprig aus und ist eine richtige Fingernagelfalle. Generell ist der Wechsel zwischen Autositz, Wanne und Kinderwagen kompliziert. Um die im Lieferumfang enthaltene Babyschale zu befestigen, müssen wir Abdeckungen entfernen, die anschließend Gefahr laufen, verloren zu gehen.

Die Babywanne ist am Rand nicht gepolstert, der harte Rahmen drückt durch. Der Kinderwagen wirkt auch nicht sehr hochwertig verarbeitet. Vor allem die Billigplastikteile, gerade an den stark beanspruchten Stellen wie dem Fünf-Punkt-Sicherheitsgurt des Buggys, fallen uns negativ auf. Immerhin ist die Bremse aus Metall. Die Federung scheint ebenfalls okay und die Lufträder mit Chromfelgen kann man aufpumpen. Die Vorderräder sind feststellbar, was aber ziemlich schwer geht.

Fahrspaß ist auch was anderes: Auf einem leicht abschüssigen Gehweg zieht der sehr schwere, wenn auch schmale Bergsteiger leider deutlich Richtung Bordstein.

Große Eltern sollten außerdem die Finger von diesem Modell lassen. Die höchste Griffeinstellung reicht für sie nicht aus. Der kunstlederbezogene Griff liegt zudem relativ hart in der Hand. Das Verdeck geht nicht besonders weit nach vorne, ist also kein guter Sonnenschutz. Der Buggysitz hat eine ausreichend große Sitzfläche, ansonsten finden wir ihn nicht sehr komfortabel. Die Rückenlehne ist verstellbar, leider legt sie sich jedoch nicht ganz flach. Selbst die Optik überzeugt uns nicht. Wir Frauen finden die zweifarbige beige-braune Kombi unseres Testmodells (von insgesamt neun Designs) schlicht hässlich. Ein Kollege beschäftigt sich differenzierter damit: »Ist das jetzt Skaterstyle oder einfach nur 80er?«

Wohl wegen seines Preises und des All-inclusive-Konzepts ist der Bergsteiger Capri bei Amazon zwar ganz oben unter den Kinderwagen dabei, er bekommt hier auch sehr gute Bewertungen. Seltsam. Die Stiftung Warentest sieht das anders. Sie gab diesem Modell nur die Note »mangelhaft«, vor allem wegen der Schadstoffbelastung in Griff und Regenschutz (Test 3/2017). Geschäftsführer Christoph Runnebaum versprach: »Wir werden nun eine eigene Unter­suchung einleiten und anschließend entsprechend reagieren.« Heute erfüllt der Bergsteiger die europäische Sicherheitsnorm EN1888 und alle verwendeten Stoffe entsprechen dem Oeko-Tex Standard 100.

Hot Mom

Kombi-Kinderwagen Test: Hotmom Kinderwagen

Keine Preise gefunden.

Als wir zum ersten Mal Hot Mom googleten, ist klar, was kommt. Kein Wunder also, dass wir Tester gleich Witze reißen. Ernsthaft fragen wir uns danach aber, wie wir uns wohl fühlen würden, mit diesem Logo am Rahmen herumzufahren – Geschmackssache – genau wie das Design. Denn unser Testmodell besteht nicht aus Stoff, sondern fast vollständig aus schwarz-weißem Kunstleder (alternativ auch aus braunem oder weißem), das sich zwar leicht mit einem feuchten Tuch reinigen lässt, aber leider sehr empfindlich ist. Kaum ausgepackt, kriegt es die ersten Risse. Aber eins ist sicher: Mit dem extravaganten Hot Mom fällt man auf.

Positiv war die einfache Montage. Die Innenseite der Wanne ist kuschlig weich mit Fleece gepolstert. Die Buggy-Lehne lässt sich bis in die Liegeposition stellen. Zusammenklappen funktioniert einfach, indem man die Wanne abnimmt. Der Wagen braucht so relativ wenig Platz. Das Modell kommt trotzdem durchaus für große Leute in Frage – oder für Hot Moms mit Stilettos. Warum? Man kann nicht nur den leider nicht allzu weichen Kunstledergriff, sondern praktischerweise gleich die Wanne selbst höher stellen, auf angenehme 87 Zentimeter Liegeflächenhöhe.

Doch dann das Aus: Der Kinderwagen, der vergleichsweise sehr schwer ist, fährt sich nicht gut. Er fühlt (und hört) sich klapprig an und ist alles andere als wendig. Das liegt auch daran, dass die Federung nicht ins Gewicht fällt. Nicht nur bei Kies und anderen Unebenheiten ein K.-o.-Kriterium. Auch die auf Pflastersteinen ziemlich laut ratternden Hartgummi-Vorderräder sind uns viel zu klein. Wir können sie zwar feststellen, aber die Mechanik funktioniert mit dem Fuß nicht. Erst als wir massiv mit der Hand draufdrücken, kriegen wir es hin. Ob das lange Fingernägel aushalten, wagen wir zu bezweifeln.

Fazit: Das Produkt setzt eindeutig mehr auf Optik als auf Funktionalität – zumal auch der Aufbewahrungskorb zu geschlossen ist, so dass kaum Einkäufe reinpassen. Auch die Bremse konnte uns nicht überzeugen. Unerklärlich nur, dass so viele Top-Bewertungen auf Amazon stehen. Am Preis kann es nicht liegen, denn der Hot Mom kostet rund 500 Euro – ohne Autositz.

Kommen wir zum iCandy Lime. Konzipiert und entwickelt in London, sorgt er bereits beim Aufbau für kleine Überraschungen. Aufgrund der etwas lückenhaften und sehr bildlastigen Montageanleitung haben wir vergebens nach dem Aufsatz für den Sportsitz gesucht. Doch ein Anruf bei iCandy brachte Licht ins Dunkel der Montage. Ähnlich wie beim Bugaboo kann man hier durch ein paar Handgriffe, Klettverschlüsse und Druckknöpfe das Aufsatz-Gestell für die Babywanne auch für den Sportsitz benutzen. Man muss den Bezug nur entsprechend über die Alustangen ziehen.

Nette Idee auch bei der Babywanne – die wird aus einer faltbaren Schale heraus zusammengesetzt, in dem man als Boden ein Plastikbrett einführt und dieses mit einem Reisverschluss verschließt und befestigt. Auch hier lässt Bugaboo grüßen. Die Klettverschlüsse sind hier allerdings einfacher zu lösen und zu schließen. Der Windschutz wird allerdings nicht mit einem Reißverschluss an der Wanne befestigt, sondern durch Druckknöpfe, die etwas unter Spannung stehen und dadurch recht schwer zu öffnen und schließen sind. Sehr umständlich!

Durch die Falttechnik lässt sich der Lime in recht kleine Einzelteile zerlegen. Das ist für den Transport recht praktisch – wie auch das integrierte Stehbrett für Geschwister zwischen den Reifen der Hinterachse. Ein Tragegurt, der unten beim komfortablen Einkaufskorb befestigt ist, ermöglicht es, den zusammengeklappten Kinderwagen schnell, direkt und unkompliziert zu transportieren. Die recht kleinen Vorderreifen sorgen jedoch für ein sehr unruhiges Fahrverhalten, sie haben zu viel Spiel. Sie lassen sich zwar arretieren, doch das bewirkt nicht viel. Im Gelände macht der Kinderwagen über Stock und Stein daher keine gute Figur. Er bleibt schnell mit seinen Reifen hängen, die Federung ist mittelmäßig. Gerade wenn man es eilig hat und mit dem Kinderwagen läuft, gerät man schnell ins Schlingern.

Und noch ein Minus: Man braucht vor der eigentlichen Montage eine gefühlte Ewigkeit, um die Einzelteile von der Verpackungsfolie zu befreien.

Fazit: Sein Design ist schlicht und fein. Vom Aufbau her ähnelt er sehr dem Bugaboo, kann jedoch im Bereich Fahrverhalten, Komfort und Sicherheit nicht mithalten.

Eine nicht ganz so teure Kombi-Kinderwagen-Variante bietet der Moon Nuova an. Mit rund 550 Euro zählt er preislich zum Mittelfeld und hat dafür doch einiges zu bieten. Fangen wir mit der Montage an: Diese gestaltet sich recht einfach und schnell. Nur der Reißverschluss vom Windschutz für die Babywanne ist nicht ganz so leicht zu befestigen. Man muss stark ziehen, um ihn komplett schließen zu können. Außerdem hakt der Reißverschluss etwas. Viel Kraft ist beim Nuova ohnehin gefragt und angesagt. Der Kinderwagen mit Babywanne wiegt stolze 14,8 Kilo – mit Sportsitz sogar 15,8 Kilo. Das sind knapp vier Kilogramm mehr als der Händler selbst angibt – ein dickes Minus! Damit zählt der Kinderwagen von Moon zu den Schwergewichten. Durch die recht großen und gefederten Gummiräder (25 Zentimeter vorne und 30 Zentimeter hinten) müssen Papas und Mamas hier ebenso ihre Muskeln spielen lassen. Er fährt sich wie ein Lastwagen, ist schwergängig unterwegs. Die Vorderräder laufen nicht auf jedem Untergrund rund.

Punkten kann der Nuova mit seinem sogenannten »Circ-Air-System«. Das erzeugt eine wohlige Klimazone fürs Baby. Wie? Durch eine  Kombination von luftdurchlässigem Matratzenbezug und Belüftungssystem im Matratzenkern. Und durch Luftkanäle im Wannenboden und luftdurchlässige Materialien in Bezug und Matratze kann die Luft innerhalb des Kombi-Kinderwagens zirkulieren.

Fazit: Der Nuova ist ein recht massvier und breiter Kinderwagen. Sein Design kommt recht klotzig rüber. Doch das ändert nichts daran, dass der Sportsitz einen guten Komfort bietet – und zwar durch ein extra eingelegtes Sitzkissen. Für die Babywanne gibt es eine spezielle Babymatratze, die allerdings relativ dick und weich wirkt.

Der zweite Kombi-Kinderwagen von Moon in unserem Test kann preislich ebenfalls überzeugen. Mit knapp 600 Euro liegt der Moon Style noch im Mittelfeld und punktet dabei mit einer recht guten Ausstattung sowie einer sehr einfachen Montage. Sportsitz als auch Babywanne sind innerhalb von wenigen Handgriffen montiert und auch schnell und praktisch abnehmbar. Zudem ist der Sportsitz sehr vielseitig verstellbar – Fußstütze und Rückenteil können zu einer vollständigen Liegefläche umfunktioniert werden. Außerdem lässt sich der Kinderwagen auch mit Sportsitz zusammenfalten. Die Ausstattung ist recht hochwertig. Hier gehört eine spezielle Babymatratze dazu, die sehr dick und weich ist – für Babys nicht unbedingt komfortabel. Das Fenster mit Klimazone und 50+ Sonnenschutz ist sehr praktisch – besonders an heißen Sommertagen. Das Gurtsystem ist sicher und entspricht dem Standard.

Ein besonderes Extra hat der Einkaufskorb unter dem Kombi-Kinderwagen zu bieten. Der ist mit Reißverschluss verschließbar und damit auch bei Regen ein guter Stauraum. Allerdings ist die Öffnung dadurch recht eng und schmal und es passt auch nicht sehr viel hinein.

Der Teleskopschieber, der sich um 20 Zentimeter mit einem leichten Knopfdruck am Griff verstellen lässt, wirkt nicht sehr hochwertig, eher sperrig und wackelig. Das gilt auch für das Fahrverhalten. Die großen Räder haben einen Abstand von über 55 Zentimetern, die kleinen Räder sind nur 31 Zentimeter voneinander getrennt. Das sorgt für ein recht schwergängiges und steifes Lenkverhalten und lässt den Moon-Kinderwagen im Gelände nicht gut aussehen. Zumal die Federung recht hart rüberkommt. Dazu ein Gesamtgewicht von über zwölf Kilo, die die Fahreigenschaften nicht gerade verbessern.

Fazit: Ein guter Kinderwagen, der jedoch Ecken und Kanten besitzt, die das Gesamtbild nicht so rund erscheinen lassen.

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Kommentare

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bea
bea

Ich kann den Hype um den Bugaboo nicht verstehen, ja er ist wendig und hübsch. Aber spätestens wenn man 2 Kinder hat ist der Korb unten einfach nur ein Scherz und er ist absolut überteuert. Der Testsieger aus 2015 (wie ich unser wagerl gekauft hab) fehlt auch: der Britax Römer Go Next bzw Go BIG
Der hat echt alles! Großer Korb, sehr wendig, super leicht umzubauen und zusammenzuklappen!

Sabine W
Sabine W

So unterschiedlich sind die Ansichten. Für mich ist das knockout Kriterium für den Bugaboo, dass er viel zu klein und niedrig ist. Bei meiner Körpergröße würde ich von meinem Kind nichts sehen ohne mich runterzubeugen, wenn das Verdeck zu ist.
Daher war für mich ganz klar, dass es ein Stokke wird, weil das für mich ein großes Plus ist, dass dieser so groß ist…

Clemens
Clemens

Interessant, aber meiner Meinung nach fehlt der beste Wagen, der Peg Perego Book. Hat den größten Korb, was wirklich wichtig ist, Luftkammerräder, italienisches Design und gleich die passende Babyschale fürs Auto – von der Isofix basis auf den Kinderwagen in Sekunden.

Ariane E
Ariane E

Schöner Testbericht schade das die wirklich hübschen und guten Wagen immer so teuer sind.