Der beste Kombi-Kinderwagen

Kinderwagen Test: Alle 8 Kombikinderwagen im Test

Der beste Kombi-Kinderwagen ist der Bugaboo Fox. Er gilt als Design-Klassiker, ist der leichteste im Test, qualitativ super, fährt sich top und hat eine richtig gute Federung. Was uns außerdem gefällt: Er lässt sich einfach und klein zusammenklappen und steht mit seinem Recycling-Stoff aus PET-Flaschen für Nachhaltigkeit. Dafür finden wir seinen sehr hohen Preis durchaus gerechtfertigt. Nur eins hat uns beim Bugaboo genervt: der Umbau von Babywanne auf Buggy.

Ob Strampler oder die perfekte Wandfarbe des Kinderzimmers – Mamas in spe lieben es, ein hübsches Nest fürs Mini-Me vorzubereiten. Väter verhalten sich in diesem Punkt meist zurückhaltender. Allerdings nicht, wenn es um den Kinderwagen geht. Ob Auto oder Buggy, Wagen bleibt eben Wagen.

Interessant ist allerdings, dass der an Form und Funktionalität interessierte Dad beim Kinderwagenkauf trotzdem nicht das letzte Wort hat. Nach Erfahrung der Hersteller entscheiden schlussendlich die Frauen, was gekauft wird. Sie sind es in der Regel ja auch, die am meisten mit dem Gefährt durch die Gegend cruisen.

Wir haben den Check für Sie übernommen und neun Kombi-Kinderwagen ausführlich getestet. Anfangs glaube ich bei jedem Test: So groß können die Unterschiede gar nicht sein – und jedes Mal werde ich eines Besseren belehrt. So auch bei den Kombi-Kinderwagen.

Die Preisspanne reichte dabei von rund 250 Euro bis etwa 1.150 Euro. Sind die teuren Kombis wirklich die besseren? Nach dem Test können wir definitiv sagen: ja. Bis auf ausgerechnet das billigste Modell im Test überzeugten uns vor allem drei Wagen, die ebenfalls mindestens 1.000 Euro kosten. Eine Menge Kies – dafür bekommt man aber auch viel Qualität.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Bugaboo Fox

Kombi-Kinderwagen Test: Bugaboo Fox
Sehr leicht, extrem wendig und bestens gefedert, aber auch teuer.

Ich habe mich in den Bugaboo Fox verliebt. Er sieht gut aus, ist das Fliegengewicht im Test und lässt sich höchst individuell designen. Er fährt sich fast wie von selbst, sogar auf Kopfsteinpflaster und im Gras. Seine Allradfederung, das einfache Handling und die Top-Verarbeitung überzeugen ebenfalls voll und ganz, nichts klappert. Weitere Pluspunkte: Er macht sich im Kofferraum sehr klein, hat einen easy Gurt, wird aus umweltbewusstem Recycling-Stoff hergestellt und hat einen großen Aufbewahrungskorb. Einziges Manko: der Preis ab etwa 1.150 Euro – teurer war keiner im Test. Und der umständliche Wechsel von Babywanne zu Buggy. Gottseidank macht man das pro Kind nur einmal.

Für große Eltern

Stokke Trailz

Kombi-Kinderwagen Test: Stokke Trailz
Toll verarbeitet, stylisch und gut gefedert, aber recht groß und ebenfalls sehr kostspielig.

Auch der Stokke Trailz ist ein sehr hochwertiger, top verarbeiteter Kinderwagen, der in vielen Farben erhältlich ist. Er fährt sich leicht und wendig, besitzt eine erstklassige Federung, eine wirklich riesige, kuschelweiche Wanne und einen enormen Einkaufskorb. Auch sein Verpackungsdesign ist der Hit. Insgesamt wirkt dieses Produkt sehr durchdacht und gefällt uns weitgehend auch in der Handhabung. Warum es trotzdem nicht zum Testsieg reicht? Uns ist er zu hoch, zu breit, zu wuchtig. Für zierliche, kleine Frauen ist er damit auch trotz des höhenverstellbaren Griffs nicht optimal. Er lässt sich nicht so gut im Kofferraum verstauen wie der Bugaboo und der Verschluss des Buggy-Sicherheitsgurts ist kompliziert. Und mit rund 1.100 Euro ohne Autositz und kaum Zubehör ist er ebenfalls ziemlich teuer.

Design-Favorit

Joolz Day 3

Kombi-Kinderwagen Test: Joolz Day3
Schick, gut gebaut und recht leicht, aber nicht ganz so praktisch.

Der stylische Joolz Day 3 ist ein zierlicher, schmaler und leichter Kinderwagen in minimalistisch-reduziertem Design. Aber der Joolz sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch sehr alltagstauglich. Der Hammer ist die lebenslange Garantie des Herstellers. Doch die wird man kaum brauchen. Denn der Kinderwagen aus Holland punktet mit solider Qualität, einer starken 4-Rad-Federung und einer angenehm hohen Wannen- und Buggy-Position. An die Spitze hat er es aufgrund seines komplizierten Gurtverschlusses, der recht schmalen Kinderwagen-Sitzfläche und dem knapp bemessenen Einkaufskorb nicht geschafft. Auch der Umbau zum Buggy ist eine Wissenschaft für sich. Das alles für einen stolzen Preis ab 1.000 Euro ohne Babyschale fürs Auto.

Gut & günstig

Kinderkraft Moov 3 in 1

Kombi-Kinderwagen Test: Kinderkraft Moov
Für wenig Geld alles dabei: Im Test überzeugt dieser Kombi mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.

Unser Preis-Leistungsgewinner ist der Kinderkraft Moov 3-in-1. Für wenig Geld bekommt man hier sehr viel Kinderwagen: was man bei den teuren noch alles extra kaufen muss ist hier für schlappe 250 Euro – teilweise sogar noch günstiger – inklusive –toll! Der hübsch-dezente und relativ leichte Kinderwagen lässt sich einfach und wendig fahren und ist mit einer guten Federung und höhenverstellbarem Lenker auch für große Eltern gut zu lenken. Eine gute Bremse und ein mehr als ausreichender Einkaufskorb runden den tollen Eindruck ab. Außerdem lässt er sich klein zusammenfalten, Umbau und Montage gehen ruckzuck. Leider sind seine Räder reparaturanfällig, er riecht anfangs leicht nach Plastik und sein Rahmen kriegt schnell Kratzer. Aber für den Preis sieht man da gerne drüber hinweg.

Vergleichstabelle

TestsiegerFür große ElternDesign-FavoritGut & günstig
Modell Bugaboo Fox Stokke Trailz Joolz Day 3 Kinderkraft Moov 3 in 1 Bugaboo Cameleon 3 Britax Go Next ABC Design Viper 4 Bergsteiger Capri Hot Mom
Kombi-Kinderwagen Test: Bugaboo FoxKombi-Kinderwagen Test: Stokke TrailzKombi-Kinderwagen Test: Joolz Day3Kombi-Kinderwagen Test: Kinderkraft MoovTest Kombi-Kinderwagen: Bugaboo Cameleon 3Kombi-Kinderwagen Test: Britax GonextKombi-Kinderwagen Test: Abcdesign Viper4Kombi-Kinderwagen Test: Bergsteiger CapriKombi-Kinderwagen Test: Hotmom Kinderwagen
Pro
  • Sehr leicht
  • Sehr hochwertig verarbeitet
  • Kompakt zusammenlegbar
  • Fährt sich super und sehr wendig
  • Bestes Gurtsystem im Test
  • Topqualität
  • Riesige, bequeme Babywanne
  • Enormer Einkaufskorb
  • Fährt sich wendig und leicht
  • Erstklassige Federung
  • Stylisch
  • Zierlich und schmal
  • Relativ leicht
  • Lebenslange Garantie
  • Gute Verarbeitung
  • Bestes Preis-Leistungsverhältnis
  • Fährt sich leicht und wendig
  • Gute Federung und Stoßdämpfer
  • Einfache Montage
  • Der leichteste im Test
  • Sehr wendig
  • Hochwertig verarbeitet
  • Kompakt zusammenlegbar
  • Fährt sich super
  • Federung fast zu gut
  • Stoff kann komplett abgemacht und gewaschen werden
  • Super Gurtsystem
  • Leichtgängig und wendig
  • Gute Bremse
  • Großer Einkaufskorb
  • Einfach zu verstellender Lenker
  • Abnehmbarer Schutzbügel
  • Einfache Montage
  • Günstiger Preis
  • Jede Menge Zubehör
  • Sehr großer Einkaufskorb
  • Lässt sich einfach und flach zusammenklappen
  • Easy sauber zu machen
  • Einfacher Aufbau
  • Kuschelige Babywanne mit Flies
  • Macht sich im Auto schnell und schön klein
  • Auch für große Eltern geeignet
Contra
  • Teuer
  • Umbau von Babywanne auf Buggy ist nervig
  • Kein Sichtfenster im Verdeck
  • Hochpreisig
  • Zu hoch, breit und wuchtig, auch optisch
  • Verschluss des Buggy-Sicherheitsgurts kompliziert
  • Kaum Zubehör inklusive
  • Geht ins Geld
  • Verschluss des Buggy-Sicherheitsgurts kompliziert
  • Umbau auf Buggy etwas kompliziert
  • Kinderwagen-Sitzfläche recht schmal
  • Recht übersichtlicher Einkaufskorb
  • Reparaturanfällige Räder
  • Vorderräder eiern etwas
  • Schlechte Gebrauchsanleitung
  • Riecht leicht nach Plastik, muss auslüften
  • Wacklige und zu wenig gepolsterte Babywanne
  • Tiefer gebaut als der Fox
  • Wenig Platz im Gepäckfach
  • Teuer
  • Plastikgriff zum Verstellen der Buggy-Rückenlehne brach gleich beim ersten Einsatz
  • Teuer
  • Vorderräder nur per Hand feststellbar
  • Nicht sehr flach zusammenfaltbar
  • Sehr schwer
  • Preis-Leistung stimmt nicht
  • Komplizierter Aufbau der Wanne
  • Stoffwanne wenig gepolstert
  • Kein Zubehör inklusive
  • Kompliziert verpackt
  • Wechsel zwischen Autositz, Wanne und Kinderwagen mühsam
  • Wirkt etwas klapprig
  • Billigplastik an den beanspruchten Stellen
  • Unbequemer Griff
  • Der Schwerste im Test
  • Sehr viel Kunstleder
  • Fährt sich nicht gut
  • Nicht wendig
  • Klapprig
  • Ziemlich teuer für die Qualität
Bester Preis
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Wozu ein Kombi-Kinderwagen?

Für diejenigen, die sich nicht alle paar Monate mit einem neuen fahrbaren Untersatz auseinandersetzen möchten, haben sich Kombi-Kinderwagen bewährt. Ihr Vorteil: Mit einem einzigen Kauf ist Ihr Kind mobil, bis es selbst sicher zu Fuß unterwegs ist. Vom ersten Lebenstag an bis ins frühe Kindergartenalter ist man mit einem Kombi-Gerät perfekt eingedeckt, der Kinderwagen wächst mit dem Kind sozusagen mit.

Möglich macht dieses All-inclusive-Angebot der Umbau von Babywanne zu Babyschale fürs Auto und zu Buggy bzw. Sportwagen. Teils bieten die Hersteller ein fix und fertig geschnürtes 3-in-1-Paket inklusive Zubehör an, teils sind nur Rahmen, Wanne und Buggy im Preis inklusive. Maxi-Cosi-artige Babyschale und Extras können dann dazu gekauft werden. Bei unseren neun Modellen im Test ist das ebenfalls unterschiedlich.

Die Anschaffung ist zwar teurer aber man hat gleich alles, was man braucht

Was gegen einen Kombi spricht? Dass man meist tiefer in die Tasche greifen muss als für einen einfachen Liegekinderwagen und einen einzelnen Buggy. Ein Kombi-Kinderwagen ist außerdem oft schwerer und – auch zusammengeklappt – sperriger als ein schlichter Buggy, dafür aber komfortabler. Daher kaufen sich die meisten Eltern zusätzlich zum Kombi später noch einen leichten, kleinen Reise-Buggy für unterwegs. Ganz geht der Traum von einem Gefährt für alles also auch mit einem Kombi-Kinderwagen nicht auf.

Was brauchen Sie?

Jede Familie ist anders: Die einen gehen nur zum Einkaufen vor die Tür, die anderen haben einen Hund und sind ständig auf Feldwegen unterwegs. Überlegen Sie deshalb als erstes, wo Sie Ihren Kinderwagen einsetzen. Leben Sie in der Stadt oder auf dem Land? Muss der Wagen oft in den Kofferraum oder bleibt er fast immer zusammengebaut? Haben Sie ein Einfamilienhaus oder leben Sie im vierten Stock ohne Aufzug, müssen die Wanne also immer mit nach oben schleppen? Davon hängt es ab, ob ein leicht umbaubares Modell für Sie besser ist oder eins, das sich schnell und einfach im Auto verstauen lässt.

Wie sieht er aus?

Klingt vielleicht oberflächlich, ist aber nicht zu unterschätzen: Der neue Kinderwagen muss Ihnen richtig gut gefallen. Selbst das praktischste Gefährt macht nicht glücklich, wenn man sich bei jedem Spaziergang über die Optik ärgert. Gottseidank gibt es mehr als genügend hübsche und funktionale Modelle. Übrigens: Schlichte Unifarben wie Beige, Dunkelblau, Schwarz oder Grau sind zwar nicht so modemutig wie bunte Tarnmuster. Allerdings fährt man einen Kombi pro Kind immerhin bis zu vier Jahre lang. An klassischen Tönen, die zu jedem Outfit passen, sieht man sich nicht so schnell satt.

Was bringt er auf die Waage?

Für mich eines der Hauptargumente beim Kauf. Denn nicht jede U-Bahn-Station besitzt einen Aufzug. Nicht immer ist ein netter Helfer um die Ecke, der einem den Wagen die zehn Treppen zur Kinderarztpraxis hochträgt. Nicht immer wollen wir Muskelkater kriegen beim Hieven in den Kofferraum. Gerade Frauen sind auf ein leichtes Teil angewiesen, damit sie sich mit dem immer schwerer werdenden Kind inklusive Wagen keinen Bandscheibenvorfall zuziehen. Jedes Kilo weniger zählt – so lange die Qualität nicht drunter leidet und man die Kleinen bis wenigstens 15 Kilo herumfahren kann. Modelle mit Alurahmen wiegen in der Regel weniger und rosten nicht. Stahlgestelle sind widerstandsfähig, aber meist schwerer.

Kommt es auf die Größe an?

Und wie. Sowohl im aufgestellten als auch im zusammengelegten Zustand. Je schmaler und kleiner, desto flotter und entspannter ist man mit dem Wagen unterwegs. Egal, ob in engen Supermarktgassen, in der U-Bahn, im Zug, im Flur des Mehrfamilienhauses oder im Café. Was den Kofferraum betrifft: Messen Sie ihn vor dem Kauf exakt aus. So ersparen Sie sich böse Überraschungen. Aber: Eine große Sitzfläche im Buggy ist fürs Kind bequemer als ein knappes Stoffquadrat. Bei der Babywanne empfiehlt die »Stiftung Warentest« eine Länge zwischen 78 und 80 Zentimetern sowie eine Breite bis 35 Zentimeter. Was das bequeme Lenken angeht, benötigen lange Menschen ab 1,10 Meter Griffhöhe. Toll und rückenfreundlich ist es, wenn die Wanne etwas höher ist. Beim Buggy freut sich das Kleinkind allerdings, wenn die Sitzfläche tiefer liegt, so dass es besser selbst hineinklettern kann.

Wie komfortabel ist er im Alltag?

Im stressigen Alltag mit Baby und Kleinkind brauchen Eltern nichts, was ihr Leben zusätzlich verkompliziert. Das gilt insbesondere für den Kinderwagen. Deshalb muss alles simpel und fix von der Hand gehen. Prüfen Sie Ihr Lieblingsmodell also vorab – immer mit Gewicht drin – im Laden oder beim Online-Kauf direkt beim Auspacken: Welche Einstellungen sind möglich? Wie einfach lässt sich die Rückenlehne verstellen? Kann Ihr Kind später flach im Buggy schlafen? Macht der Wagen einen hochwertigen Eindruck? Sind Sportwagen und Wanne bequem gepolstert?

Lassen sich die Griffe leicht auf Ihre Größe anpassen? Ist der Griff rutschfest und auf Dauer bequem? Passt die Federung, so dass Ihr Baby nicht wild im Wagen herumgeschüttelt wird? Lassen sich Sitz und Wanne in und gegen die Fahrtrichtung drehen? Wie kompliziert ist es, die Wanne ab- und wieder dranzubauen? Wie easy klappt der Wechsel von Wanne auf Autositz oder Buggy? Wie entspannt macht sich das Gefährt klein? Ist es kompliziert, die Vorderräder festzustellen? Das ist wichtig im Winter, wenn Schnee liegt. Funktioniert das nur mit der Hand oder benutzerfreundlicher mit dem Fuß? Wie lässt sich das Verdeck vor- und zurückklappen? Spendet es genügend Schatten? Ist die Wannen-Abdeckhaube mit Knöpfen oder einem praktischeren Reißverschluss versehen? Ist der Sicherheitsbügel klappbar, um das Kind besser hineinzuheben? Hat das Material UV-Schutz?

Gibt es individuell anpassbare Fußstützen, einen guten und einfach zu schließenden Sicherheitsgurt? Passt einiges in den Einkaufskorb? Lässt sich das Material einfach reinigen? Wie viel Zubehör, also Regenhülle oder Moskitonetz, ist dabei? Kann es dazu oder nach gekauft werden? Und nicht zuletzt: Wie sieht die Montage aus?

Welche Reifen sind besser?

Als Faustregel gilt: Große Räder sind zwar schwerer, dafür aber sicherer und lassen sich leichter lenken – gerade auch im Gelände – als kleine Rollen, die oft viel zu nahe beieinander stehen, deshalb nicht so standfest sind und auf Schotter oder Gras gerne mal blockieren. Vordere Schwenkräder, die sich um 360 Grad drehen können, sind toll und wendig auf Asphalt, sollten aber auch fest gestellt werden können, um auf Schotter oder im Schneematsch besser voran zu kommen.

Kinderwagen kommen in der Regel entweder mit Luft- Hartgummi- oder Plastikreifen. Luftreifen sind Räder wie beim Fahrrad. Ihr Vorteil? Selbst im Gelände federn sie top, schützen das Kind gut vor Stößen und lassen sich leicht schieben. Ebenso wie beim Radl kriegen sie dafür aber auch gerne mal einen Platten. Und man muss sie von Zeit zu Zeit aufpumpen.

Einen Platten riskieren Sie mit Hartgummireifen nicht. Allerdings sind diese vor allem für die Stadt geeignet. Denn sie federn nichts ab und geben jede Unebenheit direkt an den Insassen weiter. Plastikreifen findet man eigentlich nur bei Billigwagen, denn sie haben nur Nachteile.

Ist er sicher?

Das Wichtigste, um Ihr Kind sicher von A nach B zu bringen, sind eine gute Feststellbremse, ein 5-Punkt-Hosenträgergurt sowie ein Sicherheitsbügel im Buggy. Reflektoren leisten gerade im Winter oder nachts gute Dienste. Sie kann man nachkaufen, ebenso wie Licht. Ein vorhandenes TÜV- und/oder GS-Siegel ist ein Zeichen dafür, dass Sicherheitsnormen eingehalten werden.

Was die Sicherheit der Eltern angeht: Das Zusammenklappen des Wagens erweist sich oft als fiese Fingerquetschfalle. Geht gar nicht! Weil so ein Kombi-Kinderwagen außerdem ein paar Euro fuffzig kostet, möchte man sich ihn auch nicht gleich stehlen lassen. Deshalb an ein knacksicheres Fahrradschloss denken.

Wie ist der Hersteller-Service?

Renommierte Firmen bieten oft einen guten Reparaturservice, umfangreiche Ersatzteile und eine Servicenummer. Bei einem No-Name-Ding aus China können Sie sich da nicht sicher sein. Auch aus Gründen der Nachhaltigkeit empfehlen wir, lieber etwas mehr Geld auszugeben und das Gefährt dafür länger zu fahren, als beim ersten Materialschaden den ganzen Wagen wegzuschmeißen. Informieren Sie sich beim Kauf auch über die Garantie. Die meisten Firmen bieten 24 Monate. Ein Hersteller im Test wirbt sogar mit lebenslanger Garantie.

Wie lang ist die Lieferzeit?

Am besten bestellt man den Kinderwagen nicht erst, wenn fast schon die Wehen einsetzen. Erfahrungsgemäß dauert es nämlich länger, manchmal Wochen bis Monate, bis das gewünschte Modell eintrudelt.

So haben wir getestet

Sämtliche oben genannten Kriterien haben wir in unserem Test berücksichtigt. Wir haben alle Kinderwagen aufgebaut und zunächst mit Babywanne getestet. Gab es eine Babyschale fürs Auto dazu, haben wir uns auch die angesehen. Anschließend haben wir alle Kinderwagen zum Buggy umgebaut. Das ging mal einfach, mal kompliziert und nur mit vereinten Kräften.

Weil ein Kinderwagen mit Last anders und meist besser rollt, fuhren wir entweder mit unserem einjährigen Testkind Probe oder setzten uns – falls das süße Versuchskaninchen streikte – eine Kiste Apfelsaftschorle in Wanne und Buggy. Bei einem Bierkasten hätten die Münchner Passanten vermutlich weniger irritiert geguckt.

Schließlich haben wir alle Kombi-Kinderwagen zusammengeklappt und getestet, wie gut sie in den Kofferraum eines Kleinwagens passen. Getestet haben wir das mit einer Mercedes A-Klasse. Rein gingen alle, aber bei manchen geht der Kofferraum nur noch gerade so zu, bei anderen bleibt noch ein wenig Platz – und bei manchen braucht man dafür mehr Handgriffe als bei anderen. Gut fanden wir es, wenn man die Räder nicht auch noch abnehmen musste.

Testsieger: Bugaboo Fox

Der Champion unter den Kombi-Kinderwagen ist für uns der Bugaboo Fox. Er fährt wie auf Schienen, fast wie von selbst, easy und extrem wendig, was auch an seinem geringen Gewicht liegt. Keines unserer neun Testmodelle wiegt weniger. Dabei ist seine Verarbeitungsqualität hervorragend, nichts klappert oder quietscht, der Bugaboo hält auch problemlos mehreren Baby-Generationen stand. Außerdem punktet er mit der besten Allradfederung von allen Wagen im Test. Kurz: Der ganze Wagen strotzt vor Qualität.

Testsieger

Bugaboo Fox

Kombi-Kinderwagen Test: Bugaboo Fox
Sehr leicht, extrem wendig und bestens gefedert, aber auch teuer.

Weiter positiv ist die schmale Gestalt mit nur 60 Zentimetern Breite und sein Aussehen – cool, angesagt und variantenreich. Zig Farben und individuelle Kombinationen sind möglich. Lieber eine blaue Wanne (die übrigens einen Super-Tragegriff hat) mit bunt gemustertem Verdeck oder doch ein grüner Kindersitz mit gelbem Dach? Die Eltern werden zu Designern. Kein Wunder, dass der Bugaboo aus den Niederlanden Kult-Charakter hat und ihn zig Hersteller kopieren.

Bestes Fahrgefühl

Toller Kinderwagen mit wenigen Schwachstellen

Dank seiner relativ großen Vollgummiräder erweist sich das Füchschen als überraschend geländegängig – und es droht kein platter Reifen. Mit ihm marschieren wir locker über Kopfsteinpflaster oder Gras. Selbst am Strand oder im Schnee hat er kein Problem, weil man ihn in die Outdoor-Zweirad-Position bringen kann. So leicht und so wendig fuhr sich kein anderer Kinderwagen im Test, was auch an der sehr guten Federung liegt. Damit hat der Fox nicht nur eine super Straßenlage, der Nachwuchs steckt die Fahrt über die abgesenkte Bordsteinkarte auch im sanften Schlummer klaglos weg.

Die mit dem Fuß leicht zu bedienende Festellbremse überzeugt ebenfalls. Die Seitenwände der Babywanne mit der weichen Matratze kommen ohne harte Rohre aus, anders als bei anderen Modellen im Test. Die Fläche des weich gepolsterten Kindersitzes ist großzügig. Bis drei, vier Jahre und 17 Kilo findet ein Dreikäsehoch locker Platz und kriegt gleich eine bequeme Fußablage mitgeliefert.

Durchdachtes Design

Der Buggy ist angenehme 59 Zentimeter hoch. Sehr komfortabel, um das Kind rein- und rauszunehmen. Gibt es einen Zwergenaufstand, weil Mini nicht sitzen bleiben will, macht es das 5-Punkt-Sicherheitsgurt-System des Bugaboo Fox Eltern einfach. Er war definitiv der beste und unkomplizierteste Verschluss im Test. Super finden wir, dass sich in der Rückenlehne des Kindersitzes lange Gurtschlitze befinden. Rutschen die Bänder heraus, fädelt man sie mühelos wieder ein.

Nachhaltig produziert schont die Umwelt

Der Fox punktet ansonsten mit einer via Plastikhebel bis in die Liegeposition verstellbaren Buggy-Rückenlehne, waschbaren Bezügen, einem zusätzlichen Sicherheitshalteband am Griff und einem großzügigen Aufbewahrungskorb aus Stoff. Weil der Bugaboo Fox sich so wunderbar winzig zusammenfaltet, vor allem wenn man die Räder abnimmt, passt er selbst in kleine Kofferräume. So klein machte sich kein anderer Kinderwagen im Test.

Und er schont die Umwelt. Denn der Fox ist das erste nachhaltige Modell von Bugaboo. Seine Bezüge bestehen zu fünfzig Prozent (melierte Stoffe) bzw. zu hundert Prozent (einfarbige Stoffe) aus recycelten PET-Flaschen.

Unterm Strich hatten wir kaum etwas am Bugaboo Fox auszusetzen, am Wagen selbst können wir nur ein paar Kleinigkeiten kritisieren.

Nachteile

Die Nähte am rutschfesten Kunstledergriff, der sich erfreulich simpel höhenverstellen lässt, können auf Dauer unbequem in der Hand liegen. Außerdem gibt es kein Sichtfenster im Verdeck.

Nervig war auch der Umbau von Babywanne auf Buggy: Erst müssen wir den Stoff aus dem Wannengestell friemeln, dann den Kindersitz drüberziehen. Bis wir diese Mechanik kapierten, verging Zeit. Weil man diese Prozedur aber nur einmal pro Kind durchmacht, fiel das für uns nicht allzu stark ins Gewicht.

Ein weiterer Nachteil: Eine Babyschale fürs Auto ist beim Bugaboo nicht mit dabei. Immerhin gibt es Adapter für Babyschalen von Britax Römer und Maxi Cosi, so dass man die auch mit dem Fox nutzen kann.

Gar keine Kleinigkeit ist leider der Preis: Mit rund 1.150 Euro ohne Babyschale fürs Auto war er der teuerste Wagen im Test. Auch wenn der Wiederverkaufswert und die Nachhaltigkeit durch seine Qualität und Langlebigkeit hoch sind – das ist schon eine Stange Geld.

Bugaboo Fox im Testspiegel

Da der Bugaboo Fox erst im Frühjahr 2018 neu aufgelegt wurde, gibt es noch keine Testergebnisse von Stiftung Warentest oder Ökotest.

Immerhin gibt es einige Berichte von Bloggern, die ihn schon Probe fahren durften. Lisa Harmann von Stadt Land Mama zum Beispiel findet ihn super und schreibt (02/2018):

»Tatsächlich ähnelt der FOX vom Aussehen auf den ersten Blick seinen Vorgängern. Aber er ist technisch viel weiter gedacht. Er wiegt nur etwa zehn Kilo! Und der Korb kann gleichzeitig zehn Kilo tragen! Durch ein neues Zentralgelenk mit Federung liegt das Baby aber auch auf buckeliger Piste ruhig. Auch ein kleines Auto ist kein Hinderungsgrund, denn der Wagen lässt sich so klein zusammenklappen, dass er sogar in ein Regal passen würde.«

Das Sorglos Magazin (02/2018) lobt nach dem Test:

»Der Bugaboo Fox scheint wohl der beste Bugaboo aller Zeiten zu werden. Ob er jedoch auch halten kann was er verspricht, wird sich wohl erst nach intensiven Alltag-Tests zeigen.«

Sobald neue Tests erscheinen, tragen wir sie hier selbstverständlich nach.

Alternativen

Auch wenn der Bugaboo Fox für uns der beste Kombi-Kinderwagen ist, ist er nicht unbedingt für alle die beste Wahl. Für große Eltern gibt es eine bessere Alternative, ebenso für Design-Liebhaber. Und natürlich macht auch der Preis die Musik, deshalb haben wir auch eine empfehlenswerte günstigere Alternative für Sie.

Für große Eltern

Stokke Trailz

Kombi-Kinderwagen Test: Stokke Trailz
Toll verarbeitet, stylisch und gut gefedert, aber recht groß und ebenfalls sehr kostspielig.

Mit rund 1.100 Euro kostet der Stokke Trailz kaum weniger als unser Testsieger. Für die Babyschale des Herstellers kommen noch einmal mindestens 270 Euro dazu. Fürs Geld bekommt man jedoch top Qualität und zehn Farben zur Auswahl.

Der Stokke Trailz fährt sich sehr schön, ist wendig und erstklassig gefedert. Dank seiner großen Reifen, die es wahlweise luftgefüllt oder pannensicher aus Hartgummi gibt, rollt er problemlos über Unebenheiten.

Sein bequemer brauner oder schwarzer Kunstledergriff ist kinderleicht höhenverstellbar. Die Bremse greift super – für uns im Test klar die beste.

Die kuschelweich gepolsterte Babywanne für Kinder bis neun Kilo mit praktischen kleinen Taschen, atmungsaktiver Matratze und Haltegriff fällt riesig aus, perfekt für kleine Giganten. Ebenfalls enorm: die wasserfeste Einkaufsablage. Das erweiterbare Verdeck der Wanne mit Belüftungsfenster und Blendschutz lässt sich einfach vor und zurück falten – ohne nervige Druckknöpfe. Die Abdeckung der Babywanne besitzt einen praktischen Reißverschluss.

Auch der wasserabweisende Stoff mit Lichtschutzfaktor 50+ wirkt robust und qualitativ hochwertig. Der mal wirklich großzügige Kindersitz mit Fußstütze, den man in und gegen die Fahrtrichtung anbringen kann und der Kinder bis 20 Kilo sicher transportiert, ist ebenfalls weich gepolstert. Die Rückenlehne ist bis in Liegeposition einfach und gut verstellbar. Hier ist das Kind König!

Ein dickes Lob auch fürs sinnvolle und platzsparende Verpackungsdesign. Toll außerdem, dass man das Gefährt – im Verhältnis zu seiner Größe – doch relativ klein zusammenklappen kann. Dieser Kinderwagen wirkt einfach extrem durchdacht.

Der Stokke Trailz ist allerdings ein ziemlich wuchtiges Gefährt. Weil die Babyschale sowie der Kindersitz extra hoch konzipiert wurden, um Eltern und Kind näher zusammenzubringen, wirkt er auch optisch sehr massiv. Für meine 1,63 Meter große Kollegin fällt er definitiv zu hoch aus, selbst als wir den Griff entsprechend anpassen – aber für große Eltern ist er genau das Richtige.

Der 5-Punkt-Sicherheitsgurt des Sportwagens aus hochwertigem Plastik könnte allerdings einfacher zu schließen sein. Die Vorderräder sind zwar feststellbar, doch kriegen wir das nur händisch hin – also auf die Fingernägel aufpassen!

Was uns außerdem nicht gefällt: Regenschutz und/oder Moskitonetz sind nicht im Preis inklusive. Bei einem so teuren Modell unverständlich. Und beim Kinderwagen-Check der Stiftung Warentest im Jahr 2015 schnitt er wegen krebserregender Stoffe in Griff und Bezug mit der Note 4,8 am schlechtesten ab. Laut Hersteller sind diese Mängel jedoch mittlerweile behoben.

Design-Favorit

Joolz Day 3

Kombi-Kinderwagen Test: Joolz Day3
Schick, gut gebaut und recht leicht, aber nicht ganz so praktisch.

Der Joolz Day 3 ist der perfekte Kinderwagen für die Designer-Wohnung. Minimalistisch in der Form ist er in neun schicken Farben erhältlich. Aber das trendy Design-Stück aus Amsterdam hat noch mehr auf Lager als ein schönes Äußeres. Er ist ebenso hochwertig verarbeitet wie der Bugaboo und der Stokke und mit nur 59 Zentimeter Breite macht er sich schön schmal.

Seine Lenkerhöhe lässt sich leicht einstellen, deshalb ist der Joolz ebenfalls für große Eltern eine Option. Obwohl Wanne und Kindersitz ebenfalls eine hohe Position einnehmen, wodurch der Kurze am Restauranttisch keinen Hochstuhl benötigt, wirkt der Kinderwagen weit zierlicher als der riesige Stokke.

Der Joolz Day 3 fährt sich gut, selbst auf Kopfsteinpflaster. Trotzdem ist er in dieser Kategorie nicht mein Liebling. Vielleicht weil er fast zu gut gefedert ist. Das Kind wird jedoch das Geschaukel mögen. Er bremst eins A, indem wir ihn einfach mit dem Fuß fixieren. Seine Gummireifen, simpel mit dem Fuß festzustellen, sind vor Platten gefeit.

Die Wanne mit dem soften Kopfpolster und den praktischen Tragegriffen gewährt dem Baby reichlich Platz, das XL-Verdeck mit Lichtschutzfaktor 50+ und hinterem Belüftungsfenster erweist sich als guter Sonnenschutz. Die Abdeckung punktet mit einem Reißverschluss.

Wir geraten regelrecht ins Schwärmen, wie kinderleicht sich die Wanne herausnehmen lässt: einfach gleichzeitig auf die beiden weißen Druckknöpfe drücken, anheben – fertig. Der Buggy wiederum besitzt eine verstellbare Fußstütze und seine Rückenlehne lässt sich auf beidseitigen Knopfdruck bequem dreifach bis in die Liegeposition verstellen.

Auch der Aufbau erweist sich als entspannt, denn das Modell kam bereits halbfertig an. Und will man den Joolz transportieren, kann er sich im Kofferraum recht flach machen, allerdings muss man zumindest eins der beiden Räder abnehmen, damit er in einen Kleinwagen-Kofferraum passt.

Beim ersten Mal Zusammenklappen klemmte leider ein Hebel. Wir haben Angst, ihn abzureißen. Danach funktioniert jedoch auch dieses Teil tadellos. Gefaltet steht der Wagen schön platzsparend aufrecht, der Hersteller gewährt zudem lebenslange Garantie. Toll!

Schade nur, dass sich der Buggy-Sicherheitsgurt schwer schließen lässt. Erst müssen wir es hinkriegen, vier Magneten zuzubekommen, um danach zusätzlich beide Seiten einzuklicken – Ächz! Außerdem verdreht sich der Gurt gerne, dann droht mehr Gefummel. Viel Spaß also bei kleinen Rebellen, die gerade gar keinen Bock auf Kinderwagen haben.

Regelrecht ratlos sind wir, als wir die Babywanne abbauen wollen, um den Kindersitz zu montieren. In der Gebrauchsanleitung finden wir dazu nichts. Irgendwann erkennen wir, dass wir den Rahmen aus der Wanne friemeln müssen, indem wir den Stoff mit Gewalt herausziehen und dabei zwei Plastikteile voneinander trennen. Danach müssen wir den Buggy-Stoff über das Gestell stülpen. Erst später finden wir dazu ein Video auf der Homepage des Herstellers.

Leider ist auch die Sitzfläche des Buggys relativ schmal, schmaler als bei anderen Modellen. An den ziemlich kleinen Stoffkorb darunter kommen wir kaum ran, weil das Gestänge direkt drüber liegt. Und der Kunstledergriff mit der dicken Innennaht könnte auf Dauer drücken.

Dazu kommt der stolze Preis von rund 1.000 Euro – ohne Zubehör. Die Babyschale plus Adapter des gleichen Herstellers machen noch einmal fast 340 Euro aus. Aber solche Preise schrecken Liebhaber von Design-Stücken nicht unbedingt ab.

Gut & günstig

Kinderkraft Moov 3 in 1

Kombi-Kinderwagen Test: Kinderkraft Moov
Für wenig Geld alles dabei: Im Test überzeugt dieser Kombi mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.

Nach drei Kinderwagen, die sich kostentechnisch in der S-Klasse bewegen, bietet der Kinderkraft Moov 3 in 1 das beste Preis-Leistungsverhältnis. Für schlappe 250 Euro kriegt der Kunde einen ziemlich guten Dreier-Kombi sogar inklusive Babyschale fürs Auto. Klar sind Verarbeitung und Design nicht auf dem Niveau der Luxus-Gefährte, aber verstecken muss man sich mit dem Moov auf keinen Fall. Optisch finden wir den eher leichten Wagen in dezentem Grau erfreulich schlicht.

Der Aufbau kann nur als angenehm bezeichnet werden: Vieles kam vormontiert, der Rest erklärte sich weitgehend von selbst. Seinen Schiebegriff kann man via Knopfdruck problemlos höher oder niedriger stellen. Der Moov fährt sich wendig und die Stoßdämpfer vorne und hinten leisten gute Dienste, ebenso wie das mit einem Handgriff faltbare Dach inklusive transparentem Fenster zum Nachsehen, was Baby so treibt. Einen zusätzlichen Sonnenschutz kann man noch via Reißverschluss ausklappen.

Die doppelseitige Bremse auf den Hinterrädern, die sich einfach mit dem Fuß betätigen und lösen lässt, gefällt uns ebenfalls. Der praktische Haltegriff an der Wanne, die für Kinder bis acht Monate konzipiert wurde, macht es uns außerdem einfach, sie als Tragetasche zu benutzen. Um das Baby bequem rein und raus zu heben, kann man den Bügel nur an einer Seite öffnen und muss ihn nicht jedes Mal komplett entfernen.

Praktisch im hektischen Alltag mit Säugling: Die Wanne geht mit einem bloßen Klick einfach rein und raus. Genauso simpel läuft es mit der nackengepolsterten Babyschale fürs Auto, die mit bis zu 13 Kilo belastet werden kann. Gold Wert ist auch der große, abwaschbare Stoff-Einkaufskorb für Windeln & Co.

Der Buggy, der sowohl in als auch gegen Fahrtrichtung montiert werden kann, punktet mit einer großzügigen Sitzfläche, einem Haltegriff sowie integrierter Fußablage. Erfreulich unkompliziert per Zug am Plastikgriff lässt sich die Lehne in drei Positionen einstellen: liegend, halbliegend und sitzend.

Selbst die 5-Punkt-Sicherheitsgurte in Buggy und Babyschale machen uns glücklich, weil nur zwei Plastikteile einrasten müssen, schon ist das Kleine angeschnallt. Zudem macht sich der Kinderkraft Moov 3 in 1 im Kofferraum klitzeklein – wieder ganz einfach via Knopfdruck.

Was wir bemängeln: Es dauerte etwas, bis wir verstanden haben, dass die großzügige Babywanne zum Buggy umgebaut werden muss. Die Gebrauchsanleitung war uns hier absolut keine Hilfe. Als wir jedoch einmal den Bogen raus hatten, ging die Montage leicht von der Hand.

Ebenfalls ein Minus vergeben wir dafür, dass die Vorderräder, die leicht mit dem Fuß fix zu stellen sind, etwas flattern und eiern. Aber: Je mehr Gewicht im Wagen liegt, desto besser gleiten die Räder. Einige Amazon-Kunden kritisieren allerdings, dass die Luft-Reifen recht schnell kaputt gehen. Dazu können wir keine Auskunft geben, da wir keinen Langzeittest durchgeführt haben.

Unangenehm: Frisch ausgepackt, riecht der Kinderkraft-Wagen ein bisschen nach Plastik. Also besser auslüften. Leider spürt der Mini in der Wanne auch den Stahlrahmen, der übrigens gleich beim ersten Zusammenfalten des Wagens zerkratzt. Selbst die Baby-Matratze ist nicht besonders gut gepolstert. Generell wirkt der Buggy um einiges stabiler als die recht wacklige Wanne, die nur an zwei Punkten am Rahmen befestigt ist. Auf Dauer unbequem können die Griffe aus Kunstleder werden – wegen des Reißverschlusses auf ihrer Innenseite.

Wer allerdings nur ein kleines Budget hat, der ist mit dem Kinderkraft Moov dennoch gut aufgehoben. Hier bekommt man wirklich viel Kinderwagen für wenig Geld.

Außerdem getestet

Alle anderen Kombi-Kinderwagen haben sich im Test auf die eine oder andere Weise disqualifiziert – mit Ausnahme des Cameleon von Bugaboo, der durchaus eine gute Wahl ist, aber nicht wesentlich günstiger als unser Testsieger aus dem gleichen Haus, der uns dann doch ein Stückchen besser gefällt.

Bugaboo Cameleon 3

Wir haben auch den populären Klassiker Bugaboo Cameleon getestet, allerdings außer Konkurrenz, weil uns davon nur ein langzeiterprobter Cameleon 2 zur Verfügung stand. Inzwischen wird das Nachfolgemodell Cameleon 3 verkauft. Die Unterschiede zum Nachfolger sind aber übersichtlich: Der »Neue« besitzt jetzt einen drehbaren Tragebügel, die Schultergurte sind gepolstert, die Reifen können besser abgebaut werden und der zusammengeklappte Rahmen faltet sich noch leichter auseinander.

Der Cameleon 3 kostet mit knapp 1.000 Euro etwas weniger als der Fox, der dem Cameleon auf den ersten Blick recht ähnlich sieht, aber von grundauf neu konzipiert wurde. Im Test fanden wir den Fox noch ein Stückchen komfortabler, vor allem, weil er deutlich höher gebaut ist als der Cameleon. Dadurch kommt man nicht nur deutlich besser ans Verstaufach, es passt auch wesentlich mehr hinein. Vor allem aber liegt bzw. sitzt das Kind im Fox durch die neue Bauart höher, man muss sich also weniger tief bücken, um das Kind hinein- und herauszuheben.

Der Cameleon hat etwas kleinere Vorderräder, deshalb ist er über Stock und Stein nicht ganz so wendig und lenkbar wie der Fox. Dafür wiegt der Camelon 3 mit 9,5 Kilo sogar noch ein bisschen weniger als der Fox. Der Wechsel von Babywanne zu Sportsitz ist beim Cameleon genauso kompliziert wie beim Fox.

Der Cameleon 3 wurde von Ökotest 2013 mit »mangelhaft« bewertet, auch weil möglicherweise krebserregende Stoffe nachgewiesen wurden. Diese Mängel wurden jedoch laut Hersteller inzwischen behoben.

Generell ist auch der Cameleon ein empfehlenswerter, leichtläufiger und langlebiger Kombi-Kinderwagen. Wir finden die Preisersparnis aber nicht so groß, dass wir zum älteren Modell greifen würden.

Britax Go Next

Der Britax Go Next fährt sich leicht und wendig, federt sehr gut, ja fast ein wenig zu stark. Deshalb wackelt und rumpelt der Wagen auf Kopfsteinpflaster und im Gras auch mehr als der Testsieger. Der vom TÜV SÜD geprüfte Britax wirkt hochwertig verarbeitet, der Stoff kann komplett abgemacht und gewaschen werden, in den Einkaufskorb mit reflektierenden Sicherheitsstreifen passt jede Menge rein, und das Sonnenverdeck mit Luftnetz besitzt einen UPF 50+ Sonnenschutz. Den ergonomische Kunstledergriff kann man per beidseitigem Drücken der weißen Knöpfe am ziemlich wuchtigen Lenker einfach höhenverstellen. Auch die Bremse ist gut, selbst wenn sie mit Sandalen nicht so einfach zu bedienen ist. Vorne ist er mit sehr kleinen Hartgummirädern versehen, hinten mit luftgefüllten großen Reifen.

Loben könnten wir noch weiter, doch leider war es irgendwann Schluss mit lustig: Zwar lässt sich der Britax erfreulich leicht zusammenfalten. Weniger erfreulich war jedoch, dass er zusammengefaltet relativ hoch ist, weil sich seine Räder nicht einklappen lassen. In den Kofferraum eines Kleinwagens passt er nur, wenn man sie abnimmt.

Die Rückenlehne des Buggys können wir mit leichtem Zug auf einen Kunststoffgriff in mehrere Positionen verstellen. Doch plötzlich haben wir ein Teil dieses Kunststoffgriffs in der Hand – abgebrochen! Beim ersten Benutzen. Wir sind platt. Es ist wohl auch kein einmaliger Materialfehler, denn einer Amazon-Kundin passierte das gleiche. Für einen stolzen Preis von 1.000 Euro darf so etwas nicht passieren, weshalb sich der Britax für uns damit disqualifiziert hat.

ABC Design Viper 4

Zunächst spielte auch der ABC Design Viper 4 beim Test im oberen Mittelfeld. Die Gründe: Die Höhe des recht angenehmen Kunstledergriffs kann per Druckknopf mühelos an die jeweilige Größe angepasst werden. Der Aufbewahrungskorb des Kombi-Kinderwagens ist groß. Die Bremse funktioniert gut. Es gibt einen abnehmbaren Schutzbügel und die Rückenlehne des Buggys, belastbar bis 15 Kilo, ist bis in die Liegeposition verstellbar. Doch das Wichtigste: Der Kinderwagen lässt sich leicht lenken, auch über Kopfsteinpflaster. Die Schwenk-Vorderräder kann man simpel fixieren. Und das einfarbige Design – fünf Töne stehen zur Wahl – ist hübsch klassisch, wenn auch, wie einige unserer Testmodelle, ein ziemliches Bugaboo-Imitat.

Die Montage war allerdings ein Alptraum. Der Wagen kam umständlich in zig Plastiktüten verpackt bei uns an, so viel Müll, das muss wirklich nicht sein. Die einzelnen Komponenten waren ölig, selbst die Plastikteile. Eklig! Besonders die Wanne aufzubauen, erwies sich als kompliziert und fummelig und die Gebrauchsanleitung war für die Katz. Der Aufbau des Gestells und des Buggys ging dann gottseidank schneller.

Die okay gepolsterte Buggy-Sitzfläche fällt verhältnismäßig knapp aus. Das 5-Punkt-Gurtsystem finden wir recht kompliziert, die Stoffabdeckung mit Druckknöpfen unpraktisch. Auch am Zubehör wurde gespart, nicht mal ein Regenverdeck ist im Preis dabei.

Klappt man den Kinderwagen zusammen, wird er nicht wirklich kompakt. Das gelingt nur, wenn man die Räder abmacht. Die Wanne lässt sich zwar einfach herausnehmen, hat aber keinen Tragegriff – blöd, wenn man im vierten Stock ohne Aufzug wohnt. Die Seitenwände der Stoffwanne sind außerdem kaum gepolstert. Das Metallgestänge spürt das Baby deshalb gut.

Amazon-Kunden kritisieren den chemischen Materialgeruch und die Qualität als »so lala«. Außerdem ist der Viper rund sechs Kilo schwerer als der Testsieger. An den Vorderrädern ist der Viper nicht gefedert. Hebt man die Vorderräder an, was man bei Stufen oder am Randstein ständig macht, gibt’s jedes Mal eine harte Landung. Der Viper ist damit trotz großer Lufträder auch kein Gefährt für Outdoor-Fans, auch wenn der Hersteller speziell seine Geländegängigkeit bewirbt.

Für 600 Euro ohne Babyschale und entsprechende Adapter würden wir mehr erwarten.

Bergsteiger Capri

Gleich die erste Begegnung mit dem Bergsteiger Capri ist unerfreulich. Die Babywanne ist kompliziert verpackt, wir bekommen sie kaum aus dem Karton. Den Aufbau schafft man anschließend allerdings problemlos alleine, er geht sogar recht schnell über die Bühne.

Neben dem wirklich sehr großen Einkaufskorb aus abwaschbarem Stoff und dem einfachen Zusammenlegen ist der faire Preis lebenswert: inklusive Babyschale und jeder Menge Zubehör kostet der Kombi-Kinderwagen nicht mal 400 Euro.

Das war es dann aber schon an Pluspunkten: Die Wanne kriegen wir nur sehr schwer vom Gestell ab – und dann auch nur zu zweit. Der dafür zuständige Plastikverschluss fällt klapprig aus und ist eine richtige Fingernagelfalle. Generell ist der Wechsel zwischen Autositz, Wanne und Kinderwagen kompliziert. Um die im Lieferumfang enthaltene Babyschale zu befestigen, müssen wir Abdeckungen entfernen, die anschließend Gefahr laufen, verloren zu gehen.

Die Babywanne ist am Rand nicht gepolstert, der harte Rahmen drückt durch. Der Kinderwagen wirkt auch nicht sehr hochwertig verarbeitet. Vor allem die Billigplastikteile, gerade an den stark beanspruchten Stellen wie dem 5-Punkt-Sicherheitsgurt des Buggys, fallen uns negativ auf. Immerhin ist die Bremse aus Metall. Die Federung scheint ebenfalls okay und die Lufträder mit Chromfelgen kann man aufpumpen. Die Vorderräder sind feststellbar, was aber ziemlich schwer geht.

Fahrspaß ist auch was anderes: Auf einem leicht abschüssigen Gehweg zieht der sehr schwere, wenn auch schmale Bergsteiger leider deutlich Richtung Bordstein.

Große Eltern sollten außerdem die Finger von diesem Modell lassen. Die höchste Griffeinstellung reicht für sie nicht aus. Der kunstlederbezogene Griff liegt zudem relativ hart in der Hand. Das Verdeck geht nicht besonders weit nach vorne, ist also kein guter Sonnenschutz. Der Buggysitz hat eine ausreichend große Sitzfläche, ansonsten finden wir ihn nicht sehr komfortabel. Die Rückenlehne ist verstellbar, leider legt sie sich jedoch nicht ganz flach. Selbst die Optik überzeugt uns nicht. Wir Frauen finden die zweifarbige beige-braune Kombi unseres Testmodells (von insgesamt neun Designs) schlicht hässlich. Ein Kollege beschäftigt sich differenzierter damit: »Ist das jetzt Skaterstyle oder einfach nur 80er?«

Wohl wegen seines Preises und des All-inclusive-Konzepts ist der Bergsteiger Capri bei Amazon zwar Bestseller unter den Kinderwagen, er bekommt hier auch sehr gute Bewertungen. Seltsam. Die Stiftung Warentest sieht das anders. Sie gab diesem Modell nur die Note »mangelhaft«, , vor allem wegen der Schadstoffbelastung in Griff und Regenschutz (Test 3/2017). Geschäftsführer Christoph Runnebaum versprach: »Wir werden nun eine eigene Unter­suchung einleiten und anschließend entsprechend reagieren.« Heute erfüllt der Bergsteiger die europäische Sicherheitsnorm EN1888 und alle verwendeten Stoffe entsprechen dem Oeko-Tex Standard 100.

Hot Mom

Als ich zum ersten Mal Hot Mom google, ist klar, was kommt. Kein Wunder also, dass wir Tester gleich Witze reißen. Ernsthaft fragen wir uns danach aber, wie wohl wir uns fühlen würden, mit diesem Logo am Rahmen herumzufahren. Geschmacksache. Genau wie das Design. Denn unser Testmodell besteht nicht aus Stoff, sondern fast vollständig aus schwarz-weißem Kunstleder (alternativ auch aus braunem oder weißem), das sich zwar leicht mit einem feuchten Tuch reinigen lässt, aber leider sehr empfindlich ist. Kaum ausgepackt, kriegt es die ersten Risse. Aber eins ist sicher: Mit dem extravaganten Hot Mom fällt man auf.

Positiv war die einfache Montage. Die Innenseite der Wanne ist kuschelig weich mit Flies gepolstert. Die Buggy-Lehne lässt sich bis in die Liegeposition stellen. Zusammenklappen funktioniert einfach, indem man die Wanne abnimmt. Der Wagen braucht so relativ wenig Platz. Das Modell kommt trotzdem durchaus für große Leute in Frage – oder für Hot Moms mit Stilettos. Warum? Man kann nicht nur den leider nicht allzu weichen Kunstledergriff, sondern praktischerweise gleich die Wanne selbst höher stellen, auf angenehme 87 Zentimeter Liegeflächenhöhe.

Doch dann das Aus: Der Kinderwagen, der Schwerste im Test, fährt sich nicht gut. Er fühlt (und hört) sich klapprig an und ist alles andere als wendig. Das liegt auch daran, dass die Federung nicht ins Gewicht fällt. Nicht nur bei Kies und anderen Unebenheiten ein K.o.-Kriterium. Auch die auf Pflastersteinen ziemlich laut ratternden Hartgummi-Vorderräder sind uns viel zu klein. Wir können sie zwar feststellen, aber die Mechanik funktioniert mit dem Fuß nicht. Erst als wir massiv mit der Hand draufdrücken, kriegen wir es hin. Ob das lange Fingernägel aushalten, wagen wir zu bezweifeln.

Unser Fazit: Das Produkt setzt eindeutig mehr auf Optik als auf Funktionalität. Zumal auch der Aufbewahrungskorb zu geschlossen ist, so dass kaum Einkäufe reinpassen. Auch die Bremse konnte uns nicht überzeugen. Unerklärlich nur, dass so viele Top-Bewertungen auf Amazon stehen. Am megagünstigen Preis kann es nicht liegen, denn der Hot Mom kostet rund 500 Euro – ohne Autositz.

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Kommentare

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Ariane E
Ariane E

Schöner Testbericht schade das die wirklich hübschen und guten Wagen immer so teuer sind.