Kompressor Test: Kompressor Foto: n3d-artphoto.com / Adobe Stock
test
Veröffentlicht: 2.9.2021

Der beste Kompressor

Wir haben 9 Kompressoren getestet. Der beste für die meisten ist der Güde Airpower 150/8/24. Mit einem 24-Liter-Tank reicht er für einfache Arbeiten, bringt eine sehr gute Leistung mit und bleibt dabei angenehm leise. Ganz anders der Scheppach HC51V, der macht reichlich Krach aber auch ordentlich Druck. Klein und fein wird es mit dem Starkwerk SW 155/08, der seinem Namen alle Ehre macht.

Riccardo Düring
ist gelernter Handwerker und hat als Testredakteur sein Hobby zum Beruf gemacht. Als langjähriger Redakteur bei Heimwerker.de und Betreiber seines eigenen Heimwerker-Blogs I and DIY kennt er sich bestens mit allen Themen rund um Heimwerken, Haushalt und Technik aus.
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Kompressoren sind praktisch und vielfältiger einsetzbar, als so mancher denkt. Denn beim Autoreifenaufpumpen ist noch lange nicht Schluss. Wofür ein Kompressor nutzbar ist, hängt allerdings stark von der Leistung des Kompressors in Kombination mit einem Lufttank ab. Der kann mit der darin gespeicherten Luft mangelnde Leistung ausgleichen. Endlos ist der Luftvorrat allerdings auch nicht.

Wir haben 9 Kompressoren getestet. Drei davon können wir besonders empfehlen.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Güde Airpower 150/8/24 Silent

Test Kompressor: Güde Airpower 150/8/24 Silent
Nicht ganz günstig, dafür aber sehr leise verrichtet der Güde Airpower 150/8/24 seine Arbeit in der Werkstatt. Der 24-Liter-Tank reicht auch für kleine Werkzeugeinsätze.

Kompressoren sind funktionsbedingt nicht gerade leise. Es sei denn, sie arbeiten mit einer geringen Drehzahl und gleichen das durch zwei Zylinder aus. So zumindest macht es der Güde Airpower 150/8/24. Mit gerade mal 70 dB ist er nicht zu laut und erreicht dennoch ein ordentliches Luftvolumen. Sein 24-Liter-Tank kann zusätzlich einen kurzen größeren Luftbedarf ausgleichen.

Das Arbeitstier

Scheppach HC51V

Test Kompressor: Scheppach HC51V
"Ohren zu und durch": Der Scheppach macht schon reichlich Krach – dafür aber auch reichlich Luft und kommt mit einem großen Druckspeicher.

Geht man davon aus, dass Arbeit Lärm macht, arbeitet der Scheppach HC51V reichlich. Und das macht er wirklich. Mit einem Ansaugvolumen von 220 l/min ist Spitzenreiter im Test und hat mit 50 Liter auch den größten Druckluftspeicher. Allerdings ist er auch der Spitzenreiter bei der Lautstärke. Daher ist er das Arbeitstier, das lieber im Nebenraum untergebracht werden sollte.

Klein & stark

Starkwerk SW 255/08

Test Kompressor: Starkwerk SW 255/08
Mit 13,5 kg gehört der Starkwerk zu den Fliegengewichten. Dennoch spielt er mit seiner Abgabeleistung von 140 l/min bei den ganz Großen mit und bleibt dabei unheimlich leise.

Soll es was kleines und transportables sein? Dann ist der Starkwerk SW 255/8 die richtige Wahl. Unter den kleinen Kompressoren mit einem 6-Liter-Tank bietet er die größte Luftmenge und bleibt mit rund 70 dB noch angenehm leise.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerDas ArbeitstierKlein & stark
Güde Airpower 150/8/24 Silent Scheppach HC51V Starkwerk SW 255/08 Fini Siltek S/6 Stier SKT 160-8-6 Weldinger FK 65 Pro Metabo Basic 160-6 W OF Prebena Vitas 45 Güde Airpower 180/08
Test Kompressor: Güde Airpower 150/8/24 SilentTest Kompressor: Scheppach HC51VTest Kompressor: Starkwerk SW 255/08Test Kompressor: Fini Siltek S/6Test Kompressor: Stier SKT 160-8-6Test Kompressor: Weldinger FK 65 ProTest Kompressor: Metabo Basic 160-6 W OFTest Kompressor: Prebena Vitas 45Test Kompressor: Güde Airpower 180/08
Pro
  • Angenehm leise
  • Gute Luftleistung
  • Lange Betriebszeit
  • Mit Luftfilter
  • Großer Lufttank
  • Gute Luftleistung
  • 10 bar
  • Wirkt sehr hoch­wertig
  • Sehr leise
  • Gute Luftleistung
  • Mit Luftfilter
  • Schnell einsatzbereit
  • Sehr leise
  • Mit Luftfilter
  • Praktisch im Systainer
  • Gut transportieren
  • Relativ leicht
  • Angenehm leise
  • Mit Luftfilter
  • 9 bar
  • Gute Luftleistung
  • Wirkt sehr hoch­wertig
  • Gut zu transportieren
  • Mäßig laut
  • 10 bar
  • Angenehme Laut­stärke
  • Mit Luftfilter
  • Geringer Strom­verbrauch
  • Klein und handlich
  • Gute Luftleistung
Contra
  • Schwer
  • Sehr laut
  • Kurze Betriebszeit
  • Kleiner Lufttank
  • Schlechte Luftleistung
  • Laut
  • Geringe Luftleistung
  • Hohe Strom­aufnahme
  • Kippelt
  • Teile schief angeschweißt
  • Geringe Luft­leistung
  • Laut
  • Kurze Betriebszeit
  • Kleiner Tank
  • Sehr geringe Luft­leistung
  • Läuft dauerhaft
  • Keine Druck­regulierung
  • Kurze Betriebszeit
  • Hoher Strom­verbrauch
Bester Preis
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Lufttank24 Liter50 Liter6 Liter6 Liter6 Liter9 Liter6 Liter4 Liter-
max. Betriebsdruck8 bar10 bar8 bar8 bar8 bar9 bar8 bar10 bar8 bar
Anzahl Zylinder212112111
Motorleistung750 Watt1500 Watt750 Watt750 Watt1100 Watt750 Watt900 Watt250 Watt1100 Watt
Ansaugleistung (Herstellerangaben)150 l/min220 l/min165 l/min105 l/min150 l/min128 l/min158 l/min41 l/min180 l/min
Abgabeleistung (Herstellerangaben)130 l/min130 l/min140 l/minkeine Angabe70 l/min90 l/min65 l/min24 l/min140 l/min
Lautstärke69 dB97 dB69 dB79 dB90 dB65 dB97 dB72 dB97 dB
Motordrehzahl1400 U/min4000 U/min1480 U/min1450 U/min2300 U/min1400 U/min3500 U/min2840 U/min3400 U/min
BetriebszeitS3 60 %S3 25%S3 50%S3 50%S3 30%keine AngabeS3 20%keine AngabeS3 15%
Gewicht21,7 kg22,5 kg13,5 kg14,8 kg13 kg17,6 kg8,2 kg9,9 kg4,9 kg
Abmessungen560 x 330 x 545 mm350 x 330 x 980 mm350 x 280 x 340 mm320 x 390 x 340 mm395 x 295 x 320 mm460 x 190 x 515 mm340 x 300 x 290 mm310 x 370 x 300 mm
Druckmindererjajajajajajajajanein
Luftfilterjaneinjajaneinjaneinjanein

Kompressor: Das sollten Sie beim Kauf wissen

Kompressoren besitzen wie ein Verbrennungsmotor einen oder auch mehrere Zylinder. Sie arbeiten sogar wie ein solcher Motor, jedoch in umgekehrter Richtung.

Während in einem Verbrennungsmotor die Explosionen im Zylinder für einen Überdruck sorgen, der den Kolben bewegt und dessen geradlinige Bewegung anschließend in eine Drehbewegung umgewandelt wird, arbeitet ein Kompressor genau andersherum. Ein Elektromotor sorgt für die Drehbewegung, die umgeformt wird und den Kolben im Zylinder auf und ab bewegt. Der dabei erzeugte Druck im Zylinder wird abgeleitet, genutzt oder im Kessel gespeichert.

Wofür kann ein Kompressor genutzt werden?

Das Anwendungsgebiet von Kompressoren ist groß, wird aber maßgeblich von der Leistung des Kompressors bestimmt. Rein theoretisch eignen sich Kompressoren:

  • für Reinigungsarbeiten
  • um Reifen, Luftmatratzen, Bälle usw. aufpumpen
  • zum Betrieb von Luftdruckwerkzeugen

Reinigungsarbeiten erfordern weder einen hohen Druck noch große Luftmengen. Hierfür reicht ein kleiner Kompressor, der sogar ohne Kessel auskommt. Auch Autoreifen stellen keine großen Ansprüche an den Kompressor. Hier reichen kleine handliche Geräte, die für wenige Euro zu haben sind. Diese brauchen allerdings ihre Zeit, bis sie das erforderliche Volumen an Luft bereitgestellt haben.

Kompressor Test: Test Kompressor Reifenpistole
Druckluftpistolen zum Reifenfüllen besitzen ein Manometer und einen extra Knopf, um Luft abzulassen.

Bei Druckluftwerkzeugen wird es kritisch, denn diese benötigen mitunter echte Unmengen an Luft, und auch wenn häufig damit geworben wird, können längst nicht alle Luftdruckwerkzeuge mit jedem Kompressor betrieben werden.

Die »Lüge« mit der Luftleistung

Hersteller X gibt für seinen Kompressor einen maximalen Arbeitsdruck von 8 bar und eine maximale Luftabgabemenge von 130 l/min an (beispielhaft). Ein kleiner Druckluft-Meißelhammer benötigt zum Betrieb etwa 6 bar und 113 l/min an Luft. Das passt und ich kann mit dem ausgesuchten Kompressor den Druckluft-Meißelhammer betreiben. Richtig?

Die angegebene Luftleistung bezieht sich meist auf 1 bar. Wird ein höherer Druck gefordert, sinkt die Abgabeleistung deutlich.

Leider falsch, denn das geht nur begrenzt. Die gern angegebene maximale Luftabgabemenge bezieht sich in den meisten Fällen auf einen Druck von 0 oder 1 bar. Wird mit einem höheren Druck gearbeitet, reduziert sich die Abgabemenge drastisch und reicht bei weitem nicht mehr aus, um diesen Druckluftmeißel dauerhaft zu betreiben.

Der Kompressor Scheppach HC51V kann hier als gutes Beispiel dienen. Im Test der Kompressoren ist er neben dem Güde einer der wenigen, zu dem der Hersteller die Luftabgabemenge für unterschiedliche Drücke angibt. Bei 1 bar sind es die besagten 130 l/min, bei 4 bar noch 90 l/min und bei 7 bar nur noch 65 l/min. Reell stehen einem für die 6 bar und 113 l/min, die der Druckluftmeißelhammer benötigt, nur 6 bar mit rund 70 l/min zur Verfügung. Im Dauerbetrieb ist das trotz des großen Speichers noch immer zu wenig.

Kompressor Test: Test Kompressor Typenschild
Ein schlechtes Beispiel: Hier gibt der Hersteller nur die angesaugte Luft an und nicht die Abgabeleistung.

Noch schwerer wird es allerdings, wenn der Hersteller statt der Abgabemenge die maximale Luftansaugmenge angibt. Die ist noch einmal höher und lässt keinen Rückschluss auf die Abgabemenge zu. Die Angabe der Ansaugleistung ist demnach zur Beurteilung der Einsatzfähigkeit absolut irrelevant.

Ein Kessel kann einiges ausgleichen

Die Abgabeleistung der Kompressoren ist begrenzt, dennoch ist es möglich, auch Druckluftwerkzeuge zu betreiben, die einen höheren Luftbedarf haben – wenn auch nur kurz.

Möglich macht das der Druckspeicher, in dem ein Vorrat an gepresster Luft angelegt werden kann. Wird mehr Luft benötigt, als der Kompressor abgeben kann, kommt diese kurzzeitig aus dem Druckspeicher und wird anschließend wieder vom Kompressor aufgefüllt.

Kompressor Test: Test Kompressor Reifen
Kleine Kompressoren ohne Druckspeicher sind gut zum Füllen von Reifen geeignet.

Das funktioniert jedoch nur kurz und nicht im Dauerbetrieb. Ist der Speicher leer, steht wieder nur die Menge zur Verfügung, die der Kompressor leistet. So kann man aber auch mal einen Schlagschrauber beim Radwechsel nutzen, da dieser immer nur kurz zum Einsatz kommt. Für den Dauereinsatz eines Druckluftschleifers reichen Heimwerker-Kompressoren auch mit großem Speicher jedoch nur selten.

Wie groß sollte der Druckluftspeicher sein?

Als erstes ist es wichtig zu wissen, wie viel Luft der Kessel speichert, das ist nämlich vom erzeugten Druck abhängig.

Viele Heimwerker-Kompressoren besitzen einen Druckspeicher von 24 Liter, in dem die gespeicherte Luft bevorratet wird. Erreicht der Kompressor 8 bar, besitzt die gespeicherte Luft ein Volumen von 24 x 8, also 192 Liter. Arbeitet der Kompressor mit 10 bar, sind es 240 Liter Luft. Noch deutlicher wird es bei einem Kesselinhalt von 50 Liter. Hier bringt jedes Bar mehr auch 45 Liter mehr gespeicherte Luft.

Kleine Kessel von 6 Liter stellen im Schnitt knapp 50 Liter Luft zur Verfügung, was nicht viel ist. An Arbeiten mit Druckluftwerkzeugen ist da kaum zu denken. Geht man vom oben genannten Druckluft-Meißelhammer aus, der etwas über 100 l/min benötigt, ist der Tank bereits nach einer halben Minute leer, und dabei ist nicht mal berücksichtigt, dass der Druck schnell unter die benötigten 6 bar fällt. Solche Kompressoren eigenen sich für Reinigungsarbeiten oder zum Aufpumpen von Reifen.

Wird das Volumen des Kessels mit dem Druck multipliziert, ergibt sich die Menge der gespeicherten Luft.

Mit einem 24-Liter-Kessel ist ist schon mehr möglich. Damit sind einige kleine Werkzeugeinsätze möglich, und bei kurzen Reinigungsarbeiten springt der Kompressor nicht sofort wieder an. Auch kurze Lackierarbeiten sind durchaus drin, da Lackierpistolen mit einem geringeren Druck von 3-4 bar arbeiten.

Kompressoren mit 50 Liter und 10 bar stellen 500 Liter Luft zur Verfügung, mit der gearbeitet werden kann. Ist auch der Kompressor nicht zu schwach auf der Brust, kann mit einigen Druckluftwerkzeugen gearbeitet werden. Man sollte trotzdem den Luftbedarf des Werkzeugs im Auge behalten und darauf achten, wie lange das Werkzeug im Einsatz ist. Im Dauerbetrieb sollte die Abgabeleistung des Kompressors höher als der bedarf des Werkzeuges sein.

Kompressoren im Dauerbetrieb

Das Pressen von Luft benötigt viel Energie und zieht eine hohe Wärmeentwicklung nach sich. Daher sind Kompressoren selten – auch wenn es kaum so angegeben wird – für den Dauereinsatz geeignet. In den technischen Daten sind dazu dann Kürzel wie »S3 20%« zu finden. Was bedeutet das?

Hierbei handelt es sich um eine Nennbetriebsart, die angibt, wie lange ein Gerät arbeiten darf und welche »Ruhepausen« es benötigt. S3 steht für einen periodischen Betrieb mit Pausen. Die Prozentangabe geht von 10 Minuten (sofern nicht anders angegeben) aus und sagt, dass der Kompressor in 10 Minuten nur 2 Minuten betrieben werden darf und dann 8 Minuten abkühlen muss.

In der Realität ist das kaum umsetzbar, da der Scheppach HC51V beispielsweise schon über vier Minuten für die erste Füllung benötigt und mit S3 25% nur 2,5 Minuten laufen dürfte, um dann 7,5 Minuten abzukühlen. Daher haben die meisten Kompressoren einen Thermo-Schalter, der den Kompressor vor Überhitzung schützt.

Wasser und Öl in der Druckluft

Muss das sein? Ja und nein! Wasser braucht definitiv niemand in der Druckluft und daher gibt es sogenannte Wasserabscheider, die vor der Druckluft-Entnahmestelle installiert werden. Diese kosten nicht viel und sollten auch immer genutzt werden. Wasser ist weder in den Autoreifen, noch beim Lackieren oder den Reinigungsarbeiten praktisch.

Kompressor Test: Test Kompressor Abscheider
Öler und Wasserabscheider können jederzeit einfach dazwischengesteckt werden.

Des Weiteren gibt es auch Ölabscheider, die häufig in Werkstätten mit öliger Luft zum Einsatz kommen. Auch beim Lackieren ist es sinnvoll, einen Ölabscheider einzusetzen. Alternativ kann man aber auch zu einer Kombination aus Öl- und Wasserabscheider greifen.

Das völlige Gegenteil machen Öler oder Nebelöler. Sie versetzen die Druckluft mit einem Ölnebel, der für eine gute Schmierung von genutzten Druckluftwerkzeugen sorgt. Öler dürfen jedoch nur dann eingesetzt werden, wenn keine Geräte eingesetzt werden, bei denen ölige Luft eher ein Nachteil ist, beispielsweise beim Einsatz einer Lackierpistole.

Kompressor Test: Test Kompressor Guede Airpower 00

Unser Favorit: Güde Airpower 150/8/24 Silent

Wer in der Werkstatt hin und wieder Druckluft benötigt, sollte zu einem Kompressor greifen, der mindestens einen 24-Liter-Tank besitzt. Soll er dazu auch nicht zu laut sein, ist der Güde Airpower 150/8/24 eine gute Wahl.

Testsieger

Güde Airpower 150/8/24 Silent

Test Kompressor: Güde Airpower 150/8/24 Silent
Nicht ganz günstig, dafür aber sehr leise verrichtet der Güde Airpower 150/8/24 seine Arbeit in der Werkstatt. Der 24-Liter-Tank reicht auch für kleine Werkzeugeinsätze.

Bevor es mit der Luftproduktion losgeht, müssen einige Teile am Kompressor verbaut werden. Da wären der Luftfilter, die Räder und ein Gummipuffer als Standfuß. Während die Räder und der Luftfilter schnell angebracht sind, ist der Gummifuß etwas fummelig. Von unten dreht sich die Schraube mit und muss gehalten werden und der Platz oberhalb ist für die Mutter schon ein wenig beengt. Nach einigen Anläufen ist aber auch die Mutter angezogen.

Der Luftfilter besteht für eine größere Ansaugleistung aus Lamellen und kann einzeln ausgetauscht werden. Bei Güde sind diese im Ersatzteilshop für rund 13 Euro zu bekommen – wie auch alle anderen Ersatzteile, was leider nicht jeder Hersteller in dieser Form anbietet.

1 von 4
Kompressor Test: Test Kompressor Guede Airpower 01
Der Güde Airpower 158-8-24 Silent benötigt etwas mehr Aufwand beim Aufbau.
Kompressor Test: Test Kompressor Guede Airpower 02
Beim Gummifuß wird es sogar etwas fummelig.
Kompressor Test: Test Kompressor Guede Airpower 03
Der Luftfilter ist dafür schnell angeschraubt.
Kompressor Test: Test Kompressor Guede Airpower 06
Die Räder dürften gern aus Gummi sein und weniger Spiel haben.

Interessant ist der kleine Schlauch, der in den Luftfilter gesteckt wird. Diesen haben fast alle Kompressoren mit Luftfilter, er reduziert die Ansauggeräusche. Kaum vorstellbar, dass durch den dünnen Schlauch die erforderliche Luftmenge angesaugt werden kann, aber es funktioniert.

Eine angenehme Lautstärke

Sehr angenehm ist das erste Einschalten, was über den Sicherheitsschalter um Druckschalter erfolgt. Der Hersteller verspricht 69 dB und auch unser Messgerät zeigt in rund 1,5 Meter Abstand 70 dB an. Nur bei erreichtem Druck ist ein etwas lauteres Zischen vom Druckablassventil zu hören.

Es dauert etwa zwei Minuten, bis der Tank voll. Bei einer Tankfüllung von 192 Liter Luft (8 bar x 24 Liter) einspricht das etwa 96 Liter/Minute. Das sind respektable Werte, die bei weitem nicht alle Kompressoren im Test erreichen. Ist der Tank voll, ertönt das Zischen vom Druckentlastungsventil, das etwas lauter als der Kompressor selbst ist.

Bei der Arbeit mit Luftdruck sind selten die erreichten 8 bar nötig. Hierfür besitzt der Güde Airpower 150/8/24 einen Druckminderer, an dem der Arbeitsdruck eingestellt werden kann. Ein zweites Manometer zum Vergleich mit dem Kesseldruck ist ebenfalls vorhanden.

Gute Werte bei der Betriebszeit

Bei der Komprimierung von Luft, entsteht viel Wärme, wodurch Kompressoren in der Arbeitszeit begrenzt sind. Wie begrenzt, gibt die Betriebszeit an. Beim Güde Airpower 150/8/24 geben die Papier dazu S3 60 % an, was für eine Betriebszeit von 6 Minuten und eine Abkühlzeit von 4 Minuten steht (60% von 10 Minuten). Das ist im vergleich zu anderen Kompressoren gut und resultiert aus einer geringeren Drehzahl des Motor und der Verteilung auf zwei Zylindern. Das erhöht die Luftleistung trotz geringer Drehzahl und verursacht weniger Wärme.

Auch wenn der Güde mit 150 l/min (bei 0 bar) verhältnismäßig viel Luft abgeben kann, eignet er sich nicht für leistungshungrige Druckluftwerkzeuge. Dafür sind Heimwerker-Kompressoren auch nicht ausgelegt. Natürlich lassen sich ein Druckluftnagler, eine Lackierpistole oder kurz auch ein Schlagschrauber nutzen, mit einem Druckluftschleifer oder Nagelentroster wären die heimischen Kompressoren aber restlos überfordert.

Güde Airpower 150/8/24 Silent im Testspiegel

Aktuell liegen uns keine aussagekräftigen Testberichte vor. Sollte sich das ändern, tragen wir sie hier für Sie nach.

Alternativen

Kompressoren unterscheiden sich deutlich in ihrer Leistung, Lautstärke und Größe. Der Güde Airpower 150/8/24 bietet eine gute Leistung und bleibt denn leise. Wer mehr Leistung benötigt oder weniger Platz hat, sollte sich unsere Alternativen ansehen.

Das Arbeitstier: Scheppach HC51V

Wer öfter mit einigen Druckluftwerkzeugen arbeitet aber keinen Platz für einen großen Industriekompressor hat, sollte sich den Scheppach HC51V etwas genauer ansehen. Aber nur ansehen und nicht anhören: Mit seiner Lautstärke sollte er möglichst im Nebenraum untergebracht werden.

Das Arbeitstier

Scheppach HC51V

Test Kompressor: Scheppach HC51V
"Ohren zu und durch": Der Scheppach macht schon reichlich Krach – dafür aber auch reichlich Luft und kommt mit einem großen Druckspeicher.

Beim Öffnen des Paketes fallen einem gleich die Einzelteile und das Zubehör ins Auge. Fein säuberlich verpackt liegen dem Scheppach verschiedene Düsen, eine Reifendruckpistole und sogar ein Anschlussschlauch bei. Gleichfalls gibt es aber auch einige Einzelteile, die angebaut werden müssen. Da wären zwei Gummifüße, zwei Räder und auch die Schnellkupplung für den Druckluftschlauch.

Einige Geräte werden ohne angebauter Kupplung ausgeliefert, da diese vom Kompressor absteht und beim Transport beschädigt werden kann. Aber kein Problem: Das Gewinde ist bereits mit Teflonband umwickelt und braucht lediglich eingedreht zu werden. Praktisch: Es handelt sich um einen doppelten Anschluss, was das eventuelle Umstecken erspart.

Während es zwei Schnellkupplungen gibt, spart sich Scheppach das zweite Manometer. Eine Druckregulierung gibt es dennoch, jedoch wird nur der eingestellte, nicht aber der Kesseldruck angezeigt. Aber darauf kann man eigentlich auch verzichten. es handelt sich also um eine Einsparung, die auch Sinn macht.

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Kompressor Test: Test Kompressor Scheppach Hc51v 01
Ordentlich verpackt gibt es einiges an Zubehör.
Kompressor Test: Test Kompressor Scheppach Hc51v 02
So manches Teil davon muss aber erst noch verbaut werden.
Kompressor Test: Test Kompressor Scheppach Hc51v 03
... wie beispielsweise die Schlauchkupplung – dafür gibt es gleich zwei Anschlüsse ...
Kompressor Test: Test Kompressor Scheppach Hc51v 04
... aber nur ein Manometer, das den eingestellten Druck anzeigt.

Nicht ganz so viel Freude kommt beim Einschalten des Scheppach HC51V auf. In direkter Nähe sollte man unbedingt einen Gehörschutz tragen. Der Hersteller gibt 97 dB an und wir haben mit etwas Abstand noch immer 91 dB gemessen. Das entspricht einem Benzinrasenmäher in unmittelbarer Nähe. Wobei einem der Kompressor noch deutlich laut vorkommt.

Das liegt wahrscheinlich an der Tonlage, die der Motor mit 4.000 Umdrehungen pro Minute verursacht. Dazu kommt ein pfeifender Ton der Luft, als ob etwas undicht wäre. Genau lässt sich nicht lokalisieren, was diese Luftgeräusche verursacht. Es könnte aber die Luft zur Kühlung sein, denn der Motor ist ist sehr kompakt eingebaut und wird bei hohen Drehzahlen sehr warm. Das zeigt sich auch ein wenig an den »Düften«, die der Motor verbreitet. Das dürfte sich aber bei intensiverer Nutzung geben.

Nicht zu toppen ist der Scheppach, was die Luftleistung betrifft. Zwar gibt der Hersteller nur maximal 130 l/min an, was auch unserer Empfehlung dem Güde Airpower 150/8/24 entspricht, gefühlt ist es aber deutlich mehr. Lässt man beide Kompressoren so lange laufen, bis der Kessel leer ist, zeigt das Manometer an der Reifenpistole beim Güde noch 0,4 bar an, beim Scheppach jedoch 0,9 bar.

Bis der große Kessel leer ist, dauert es aber eine ganze Weile. Während die Kompressoren mit 6 Liter bereits nach 20 bis 30 Sekunden das letzte Zischen von sich geben und der Güde mit 24 Liter nach 1:40 min schweigt, zischt die Druckluftpistole beim Scheppach nach 4 Minuten immer noch. Das liegt zum einen am Kessel mit einem Fassungsvermögen von 50 Liter und zum anderen am Druck von 10 bar. Damit können bis zu 500 Liter Luft gespeichert werden.

Der Scheppach HC51V ist laut – sehr laut! Dafür besitzt er einen großen Lufttank und speichert die Luft mit 10 bar. Das gibt ihm eine ordentliche Reserve und unterstützt die recht gute Luftleistung bei einem höheren Verbrauch. Mit dem Scheppach können daher schon einige Luftdruckwerkzeuge genutzt werden.

Klein & Stark: Starkwerk SW 255/08

Nicht jeder hat den Platz für einen großen Kompressor oder möchte ihn nur gelegentlich zum Reifenfüllen oder für Reinigungsarbeiten nutzen. Dann reicht auch ein 6-Liter-Tank. Wer dennoch nicht auf gute Leistung verzichten möchte, sollte zum Starkwerk SW 255/08 greifen. Der ist klein, leise und bringt trotzdem ordentlich Leistung mit.

Klein & stark

Starkwerk SW 255/08

Test Kompressor: Starkwerk SW 255/08
Mit 13,5 kg gehört der Starkwerk zu den Fliegengewichten. Dennoch spielt er mit seiner Abgabeleistung von 140 l/min bei den ganz Großen mit und bleibt dabei unheimlich leise.

Mit 13,5 Kilogramm ist der Starkwerk schon fast ein Fliegengewicht unter den Kompressoren. Leistungstechnisch gehört aber irgendwie dann doch zu den großen. Immerhin bringt er es auf ähnliche und sogar bessere Werte als der Güde Airpower 150/8/24.

Der Starkwerk sieht auf den ersten Blick richtig gut und vor allem qualitativ hochwertig aus. Der Rohrrahmen ist sehr stabil und sorgt dafür, dass sich der Kompressor gut tragen lässt. Positiv sticht auch der Panzerschlauch hervor, der die Luft von den Zylindern in den Tank transportiert.

Etwas kurios mutet dagegen der Schalter an, der als langer Hebel umgesetzt wurde. Wirklich praktisch ist der nicht, sorgt aber vermutlich dafür, den Schalter an sinnvoller Stelle zu positionieren und trotzdem eine gute Erreichbarkeit zu gewährleisten.

1 von 3
Kompressor Test: Test Kompressor Starkwerk Sw25508 01
Mit 16,5 kg ist der Starkwerk für einen Silent-Kompresser recht leicht.
Kompressor Test: Test Kompressor Starkwerk Sw25508 02
Das Kabel lässt sich mit einem Klettband fixieren.
Kompressor Test: Test Kompressor Starkwerk Sw25508 03
Etwas ungewöhnlich ist allerdings der Schalter.

Leistungstechnisch muss sich der Starkwerk nicht hinter deutlich größeren Kompressoren verstecken. Ganz im Gegenteil, er liefert sogar etwas mehr Luft als unsere beiden anderen Empfehlungen, die deutlich größer sind. Nur der Druckspeicher fällt kleiner aus, was die Einsatzmöglichkeiten von Luftdruckwerkzeugen drastisch reduziert. Im ausgeschalteten Zustand ist der kleine Lufttank bereits nach einer halben Minute leer. Im Gegenzug braucht es aber auch nur eine halbe Minute, um ihn wieder zu füllen. Da macht der Starkwerk seinem Namen alle Ehre

1 von 3
Kompressor Test: Test Kompressor Starkwerk Sw25508 06
Alle Bauteile wirken hochwertig.
Kompressor Test: Test Kompressor Starkwerk Sw25508 07
Zur Anbindung wird ein Panzerschlauch genutzt.
Kompressor Test: Test Kompressor Starkwerk Sw25508 05
Und selbstverständlich gibt es einen Luftfilter.

Auch auf die Betriebszeit wirkt sich die kurze Füllzeit positiv aus. Mit der Angabe von S3 50% muss er nach dem Befüllen innerhalb von 30 Sekunden auch nur 30 Sekunden abkühlen. Zumindest in der Theorie, denn praktisch sind diese Vorgaben kaum umzusetzen. Der Scheppach HC51V dürfte nach der Vorgabe nur 2,5 Minuten am Stück laufen, braucht aber 4 Minuten bis der der große Tank einmal gefüllt ist. Aber darüber braucht man sich beim Starkwerk eh keine Gedanken machen.

Außerdem getestet

Fini Siltek S/6

Der Fini Siltek S/6 gehört nicht zu den Silent-Kompressoren. Er ist mit 79 dB (gemessen nur 65 dB) aber sehr leise und im Bezug auf seine Lautstärke eine echte Empfehlung. Einen großen Anteil daran hat sicherlich der verbaute Luftfilter mit Saugrohr, der die Ansauggeräusche deutlich reduziert.

Positiv zu erwähnen ist auch die angegebene Betriebsart mit S3 50%. Diese besagt, dass der Kompressor innerhalb von 10 Minuten 5 Minuten laufen darf und dann weiter 5 Minuten Pause zum Abkühlen benötigt. Das klingt im ersten Moment wenig, ist im Vergleich zu anderen Modellen aber schon recht ordentlich.

Leider hat die längere mögliche Betriebszeit und geringe Geräuschkulisse einen Grund. Der Kompressor besitzt einen kleinen Kleinen Zylinder und arbeitet mit nur 1.450 Umdrehungen pro Minute, was die Luftleistung deutlich reduziert. Wie viel Luft er tatsächlich abgibt, ist nicht zu entnehmen, da der Hersteller lediglich die Ansaugleistung mit 105 l/min angibt. Zieht man Kompressoren mit ähnlichen Daten heran, dürfte die Abgabeleistung bei rund 75 l/min liegen. Das ist nicht sonderlich viel.

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Kompressor Test: Test Kompressor Fini Silteks6 01
Kompressor Test: Test Kompressor Fini Silteks6 02
Kompressor Test: Test Kompressor Fini Silteks6 07
Kompressor Test: Test Kompressor Fini Silteks6 08
Kompressor Test: Test Kompressor Fini Silteks6 04
Kompressor Test: Test Kompressor Fini Silteks6 05
Kompressor Test: Test Kompressor Fini Silteks6 06

Stier SKT 160-8-6

Der Stier SKT 160-8-6 gehörte eigentlich zu unseren Favoriten, da wir die Idee, ihn in einen T-Loc Systainer unterzubringen, einfach genial finden. Das ermöglicht, ihn beispielsweise auf einen Starmix-Sauger zu platzieren oder in mit einem leeren Systainer für das Zubehör zu kombinieren. Im professionellen Bereich, wo es um Flexibilität und einfachen Transport geht, ist das eine tolle Lösung.

Auch die Umsetzung gefällt, da die Maße standardisiert sind und sogar das Stromkabel abgenommen werden kann. Im Systainer bleibt sogar noch etwas Platz, um das Anschlusskabel und etwas Zubehör unterbringen zu können.

Letztendlich muss man für die praktische Umsetzung aber Kompromisse eingehen. Der Systainer ist nicht endlos groß und muss den Kompressor inklusive Lufttank aufnehmen. Der Tank fällt daher mit 6 Liter nicht sehr groß aus, und der kleine Kompressor muss seine Luftleistung aus einer hohen Drehzahl ziehen. Das macht ihn recht laut, und das Ergebnis ist dennoch mit einer Abgabeleistung von 70 l/min nicht üppig.

Die Idee und Umsetzung ist wirklich klasse, wer die Vorteile des Systainers aber aber nicht braucht, sollte lieber zu einem anderen Kompressor greifen, der für denselben Stromverbrauch mehr leistet und weniger Krach macht.

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Kompressor Test: Test Kompressor Stier Skt18086 01
Kompressor Test: Test Kompressor Stier Skt18086 02
Kompressor Test: Test Kompressor Stier Skt18086 04
Kompressor Test: Test Kompressor Stier Skt18086 05
Kompressor Test: Test Kompressor Stier Skt18086 06
Kompressor Test: Test Kompressor Stier Skt18086 07
Kompressor Test: Test Kompressor Stier Skt18086 08

Weldinger FK 65 Pro

Der Weldinger FK65 Pro gehört zu den leisesten Kompressoren im Test. Dabei ist seine Lustleistung von 90 l/min, die er aus gerade mal 750 Watt holt – gar nicht mal so schlecht!

Auch der erste Eindruck gefällt sehr gut. Es gibt einen Luftfilter, dicke Gummifüße, einen einstellbaren Abgabedruck und einen Panzerschlauch für den Lufttransport. Und das alles zu einem fairen Preis für einen Silent-Kompressor mit zwei Zylindern.

Leider gibt es aber einige Punkte, die an der Qualität zweifeln lassen und schaffen so einen faden Beigeschmack. So sitzt beispielsweise der gesamte Aufbau auf dem Lufttank etwas schief. Die Füße sind ungleichmäßig angeschweißt und der Kompressor kippelt. Als letztes sitzt auch die Baugruppe zur Druckregulierung mehr als deutlich schief auf dem Anschluss, als hätte jemand das Gewinde verkantet und einfach überdreht. Das schadet dem Gesamteindruck erheblich und lässt an der Qualität zweifeln. Technisch gesehen wäre der Weldinger eine Empfehlung.

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Kompressor Test: Test Kompressor Weldinger Fk65pro 01
Kompressor Test: Test Kompressor Weldinger Fk65pro 05
Kompressor Test: Test Kompressor Weldinger Fk65pro 03
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Metabo Basic 160-6 W OF

Der Metabo Basic 160-6 W OF ist das genaue Gegenteil des Weldinger. Hier überzeugt die Qualität total. Der Tank wirkt extrem stabil, der Kompressor ist verkleidet und besitzt sogar einen ausklappbaren Griff.

Leider gibt es auch technisch deutliche Unterschiede. Der Metabo ist deutlich lauter, verbraucht mehr Strom und leistet trotz der mehr als doppelten Drehzahl des Motors weniger – zumindest nach den technischen Angaben. Weldinger gibt 90 l/min bei der Abgabemenge an, was sich vermutlich auf 1 bar bezieht.

Beim Metabo sind es nur 65 l/min. Fraglich ist bei welchem Druck, denn bei 80 Prozent des Maximaldrucks (also 6,4 bar) sollen es noch immer 55 l/min sein. Ob der Weldinger das bei 6,4 bar auch noch schafft, ist fraglich. Zieht man die Ansaugleistung hinzu, schafft der Metabo knapp 160 l/min, der Weldinger nicht ganz 130 l/min. Beim Test der Abgabeleistung ohne Kessel kommen beide auf identische Werte. Das zeigt, wie sinnvoll es wäre, wenn alle Hersteller die Abgabemengen inklusive dem Druck angeben.

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Prebena Vitas 45

Satte 10 bar soll der Prebena Vitas 45 schaffen, wodurch in seinem kleinen 4-Liter-Tank bis zu 40 Liter Luft gespeichert werden können. Zum Vergleich: Ein 6 Liter mit 8 bar kommt auch nur auf 48 Liter.

Allerdings leistet der kleine und dennoch schwere Kompressor außer mehr Druck nicht viel. Gerade mal 24 l/min kann er an Luft abgeben, was deutlich unter der Leistung aller anderen Kompressoren im Test liegt. Da ist es nicht verwunderlich, dass ihm 250 Watt reichen, um den kleinen Motor in Bewegung zu setzen, der mit 72 dB auch angenehm leise bleibt.

Als Kompressor mit guter Leistung kann der Prebena leider nicht überzeugen, da helfen auch die maximal erreichten 10 bar nicht viel. Dafür kann er aber mit einer angenehmen Laufruhe und einer sehr geringen Leistungsaufnahme auftrumpfen. Ist er damit der ideale Kompressor für Airbrusher? Airbrush-Pistolen begnügen sich mit einem sehr geringen Arbeitsdruck, wodurch der Vitas 45 mit seinem hohen Druck von 10 bar die mangelnde Förderleistung kompensieren kann.

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Güde Airpower 180/08

Der Güde Airpower 180/08 ist enorm kompakt und der transportable Aufbau sehr gut umgesetzt. Umso erstaunlicher ist es, dass der kleine Kompressor satte 140 Liter Luft die Minute abgeben soll, was das beste Ergebnis im Test der Kompressoren ist.

Eine solch gute Leistung hat allerdings ihren Preis und damit ist nicht der geringe Kaufpreis gemeint. Der kleine Kompresser erreicht seine Leistung vor allem durch Drehzahl und macht dabei gehörig Lärm. Laut Hersteller ist er so laut wie der große Scheppach HC51V, gefühlt und auch gemessen dann aber doch etwas leiser. Und die hohe Drehzahl erzeugt Wärme – viel Wärme.

Der günstige Preis macht sich vor allem bei der Ausstattung bemerkbar. Es gibt keinen Lufttank, das Manometer ist nur aufgedruckt und einen Druckschalter gibt es ebenso nicht. Einmal eingeschaltet läuft der Güde einfach durch und der erzeugte Luftdruck entweicht über ein Überdruckventil. Das ist nicht wirklich praktisch, denn immerhin zieht der Kompressor dauerhaft 1.100 Watt, wenn er nicht manuell ausgeschaltet wird.

Unpassend ist dazu auch die angegeben Betriebsart S3 15%. Diese besagt, dass der Kompressor in 10 Minuten gerade mal 1,5 Minuten laufen darf und dann 8,5 Minuten abkühlen muss. Ohne eine automatische Druckschaltung sind die theoretischen Einschaltzeiten nicht wirklich nutzbar.

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So haben wir getestet

Wie testet man einen Kompressor? Rein theoretisch könnte man jeden Kompressor ein Druckluftwerkzeug anschließen und hinterher sagen »geht – geht nicht«. Das hat jedoch wenig Sinn, da solche Werkstattkompressoren generell nicht für den Dauereinsatz gedacht sind und auch zu wenig Luftleistung bieten, um einen Druckluftschleifer oder ähnliches zu nutzen. Schließt man dagegen einen Drucklufttacker an, der nur kurze Luftstöße benötigt, schafft das jeder Kompressor, der einen ausreichend hohen Druck erzeugt.

Kompressor Test: Test Kompressor Test 01
Der Schlauch wurde verschlossen und der erreichte Druck am Manometer abgelesen.

Bei der Auswahl haben wir darauf geachtet, dass alle Kompressoren mindestens die typischen 8 bar schaffen. Ein höherer Druck kann prinzipiell nur als »Speichererweiterung« gesehen werden, da sich alle Druckluftwerkzeuge mit deutlich weniger begnügen. Dennoch haben wir den angegeben Druck überprüft und dazu eine Reifendruckpistole am Anschluss mit einer Schraube abgedichtet. Das bietet zwar keinen exakten Messwert, denn auch das Manometer muss nicht stimmen, es zeigt aber eventuell auftretende Unterschiede auf.

Im Allgemeinen stach hier aber nichts ins Auge. Bei allen Kompressoren wurde etwas weniger angezeigt, was nicht weiter dramatisch ist und auch an der Prüfmethode liegen kann.

Die Angabe der Luftleistung

In den technischen Daten aller Kompressoren sind Angaben zur Luftmenge zu finden. Allerdings sind die Daten sehr schwammig, wenn dazu kein Betriebsdruck angegeben ist. Ohne die entsprechende technische Ausrüstung ist es aber auch schwer, die Angaben zu überprüfen. Um dennoch ein Gefühl für die abgegebene Luftmenge zu bekommen, wurde der Kompressor eingeschaltet und so lange auf die Reifendruckpistole gedrückt, bis die austretende Luft nur noch direkt vom Kompressor kam und nicht aus dem Kessel.

Je nach Luftleistung zeigte das Manometer dann unterschiedliche Werte an. Letztendlich ließ ich aber feststellen, dass sich die Werte proportional zur angegebenen Luftleistung verhielten. Kompressoren mit einer hohen Luftleistung erreichten so noch bis zu 0,5 bar, schwächere nur 0,1 oder gar keine Anzeige.

Lediglich der Scheppach HC51V und der Metabo Basic 160-6 W OF fielen etwas aus der Reihe. Hier waren die Werte höher und mit Kompressoren vergleichbar, zu denen eine höhere Abgabemenge angegeben wurde, aber wiederum proportional zu den Angaben der angesaugte Luft. Offenbar geben beide Herstelle die maximale Abgabemenge bei einem höheren Druck an. Das ist eigentlich positiv, sieht auf dem Datenblatt gegenüber der Konkurrenz allerdings nicht so schön aus.

Die Lautstärke in der Werkstatt

Ebenfalls in den technische Daten zu finden ist die Lautstärke, die der Kompressor erreicht. Diese Werte werden unter festgelegten Bedingungen und ohne Reflexionen von der Wand oder Vibrationen im Boden gemessen. Das klingt in Theorie ganz gut, ist in der Praxis aber wenig relevant. Wem ist nicht schon aufgefallen, dass zwei Staubsauger einen unterschiedlichen Eindruck in der Lautstärke hinterlassen, obwohl die Angaben identisch sind?

Daher wurde die Lautstärke aller Kompressoren erneut gemessen. Diesmal nicht im Labor, sondern in der Werkstatt, wo der Schall von den Wänden reflektiert wird und bei rumpelnden Kompressoren der Boden vibriert. Eben so, wie ein Kompressor tatsächlich im Einsatz ist.

Die gemessenen Werte entsprechen zwar nicht den Laborwerten, sind aber mit der gefühlten Lautstärke vergleichbar. Und tatsächlich fiel auf, dass einem einige Kompressoren lauter oder leiser als in den technischen Daten angegeben wirkten, und die neuen Messwerte bestätigten das auch.

Die wichtigsten Fragen

Welcher ist der beste Kompressor?

Die Wahl des Kompressors richtet sich in erster Linie nach dem Arbeitseinsatz. Für kleine Aufgaben in der Werkstatt sollte dieser ein Tankvolumen von wenigstens 24 Liter haben und nicht zu laut sein. Dafür ist der Güde Airpower 150/8/24 unsere Empfehlung, der auch eine gute Leistung mitbringt.

Was sagt die Angabe der Betriebszeit S3 50% aus?

Die Nennbetriebsart S3 legt fest, dass das elektrische Werkzeug beziehungsweise der Kompressor für einen periodische Einsatz und nicht für den Dauerbetrieb gedacht ist. Die Prozentangabe dahinter gibt (von 10 Minuten ausgehend) die Zeit an, die der Kompressor davon eingeschaltet sein darf. S3 50% steht demnach für 5 Minuten an und 5 Minuten aus im Wechsel. S3 20% würde bedeuten, dass der Kompressor nach 2 Minuten 8 Minuten abkühlen muss.

Wie groß sollte der Lufttank eines Kompressors sein?

Das hängt stark von der geplanten Nutzung ab. Sollen nur Reifen nachgefüllt oder kleine Reinigungsarbeiten vorgenommen werden, reicht ein Kompressor ohne oder mit einem kleinen Tank von 6 Liter. Kommt hin und wieder ein Lufttacker oder auch eine Lackierpistole zum Einsatz, sollten es schon 24 Liter sein, um einen kurzen höheren Verbrauch auszugleichen.

Für Luftdruckwerkzeuge mit einem mittleren Verbrauch, wie Schlagschrauber, wird ein Tank von mindestens 50 Liter und mehr benötigt. Zusätzlich sollte der Kompressor groß und leistungsstark ausfallen. Für Schleifer und ähnliche rotierende Werkzeuge reichen Heimwerker-Kompressoren, wie die hier vorgestellten, nicht aus.

Wie viel Luft passt in einen Tank?

Das Volumen wird in Litern angegeben und geht von keiner Komprimierung aus. Um den Luftinhalt auszurechnen, muss das Volumen mit dem Druck multipliziert werden. In einen 6-Liter-Tank passen demnach bei 8 bar 48 Liter Luft und bei 10 bar 60 Liter.

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