Der beste Kopf­hörer mit Noise Cancelling

Der beste Kopfhörer mit aktivem Noise Cancelling ist der Sony MDR-1000X. Bei der Geräuschunterdrückung ist der Sony so gut wie unser bisheriger Favorit von Bose, klingt aber besser. Außerdem hat er eine praktische Talkthrough-Funktion, mit der sich die Abschottung von der Außenwelt schnell abschalten lässt.

Update 19. Januar 2017

Wir haben uns den neuen Libratone Q Adapt OnEar angehört und zu unserem Test zum besten Kopfhörer mit Noise Cancelling hinzugefügt.

Kopfhörer mit Noise Cancelling (NC) oder aktiver Geräuschunterdrückung funktionieren, indem Umgebungsgeräusche mit einem Mikrofon aufgezeichnet und phasenverschoben über die Lautsprecher abgespielt werden. Dadurch werden die störenden Schallwellen einfach ausgelöscht.

Das Ergebnis ist wundersame Stille auch bei lauter Umgebung – eine Wohltat vor allem, wenn man im Flugzeug oder mit der Bahn unterwegs ist.

Dennoch möchte man gerade in der Bahn mal eben die Durchsagen mitbekommen, oder sich kurz mit dem Sitznachbarn verständigen können. Gerade dafür hat unser neuer Favorit eine besonders praktische Funktion in petto.

Gegenüber den In-Ear-Modellen haben Bügelkopfhörer mit ohrumschließenden Kapseln einen entscheidenden Vorteil: sie dichten die Ohren schon von der Konstruktion her gut gegen Außengeräusche ab.

Außerdem bieten die größeren Kapseln viel mehr Möglichkeiten, Akku und Elektronik unterzubringen. Das zusätzliche Kästchen, das bei In-Ear-Hörern mit Noise Cancelling nötig ist, brauchen sie nicht.

Unsere Testkandidaten

Kopfhörer mit Noise Cancelling kommen sowohl mit kabelloser Bluetooth-Übertragung als auch in verkabelter Ausführung daher, dann sind sie meist etwas günstiger.

Unser bisheriger Favorit, der QuietComfort 35 ist der kabellose Nachfolger des Bose QuietComfort 25. Im Test hatten wir noch den MDR-100ABN von Sony zum Vergleich, seit der IFA gibt es mit dem Sony MDR-1000X aber auch ein neues Topmodell, das wir anschließend getestet haben.

Alle Kopfhörer mit Noise Cancelling im Test
Oben: Teufel Mute, JBL Everest Elite 700, Audio-Technica ATH ANC9, Bose QC 35
unten: Sony MDR-100ABN, Panasonic RP-HC800, Sennheiser M2AE BT, Philips SHB9850NC

Neben den kabellosen Noise Cancelling Hörern Everest Elite 700 von JBL, SHB9850NC von Philips, Momentum 2 Wireless von Sennheiser und dem Sony MDR-100ABN hatten wir außerdem die etwas preisgünstigeren Hörer mit Kabel ATH ANC9 von Audio-Technica, den Panasonic RP-HC800 und den Mute von Teufel im Test.

Test Kopfhörer mit Noise Cancelling
Die Kontrahenten: links der Bose QuietComfort 35, rechts der Sony MDR-1000X.

Testsieger: Sony MDR-1000X

Der beste Kopfhörer mit Noise Cancelling kommt neuerdings von Sony. Beim MDR-1000X haben die Japaner die Unterdrückung der störenden Außengeräusche komplett überarbeitet. Beim Noise Cancelling gibt es jetzt keine hörbaren Unterschiede mehr zwischen dem System von Bose und dem im MDR-1000X, beide können sehr effizient störende Außengeräusche unterdrücken.

Unterschiede gibt es aber sehr wohl beim Klang. Und hier hat der Sony eindeutig die Nase vorn, doch dazu gleich mehr.

Die Verbindung zum Smartphone, die Aktivierung des Noise Cancelling und die Filter-Charakteristik werden über Tasten an der linken Ohr-Kapsel des MDR-1000X gesteuert. Die rechte Kapsel ist gleichzeitig eine Touch-Bedienfläche: Mit einfachen Gesten kann man die Lautstärke regeln oder Songs überspringen.

Aber das Beste ist die Talkthrough-Funktion, die Sony „Quick Attention Mode“ nennt: Legt man die Handfläche auf die Kapsel, wird die Musik leiser geregelt und Umgebungsgeräusche werden verstärkt. So hört man die vorher bestens abgeschottete Außenwelt wieder, was nicht nur für Durchsagen sehr praktisch ist, sondern auch, wenn man angesprochen wird. Nimmt man die Handfläche wieder von der rechten Kapsel, wird die Außenwelt wieder aus- und die Musik eingeblendet.

Musikhören auch ohne Akku

Die drahtlose Verbindung geht dank NFC schnell und komfortabel vonstatten, solange das Smartphone NFC unterstützt. Aber auch bei nicht NFC-kompatiblen Geräten wie dem iPhone ist die erste Verbindung mit ein bis zwei zusätzlichen Zwischenschritte problemlos erledigt.

Beim Koppeln hilft die freundliche Sprachansage, die auch sonst standardmäßig die Bedienung unterstützt. Glücklicherweise meldet sie sich von sich aus nur, wenn etwas wichtiges passiert, wie An/Aus, niedriger Batteriestand oder Bluetooth-Pairing.

Der Akku hält beeindruckende 20 Stunden Dauerbetrieb mit Bluetooth und aktiviertem Noise Cancelling durch, damit kommt man bestens schallisoliert im Flieger fast einmal um die Welt – was will man mehr?

Wenn der Akku unterwegs dann doch irgendwann schlapp macht, ist zwar mit Bluetooth und Noise Cancelling Schluss, Musik auf die Ohren gibt’s aber weiterhin. Dazu muss man nur das beiliegende Anschlusskabel auspacken.

Im Gegensatz zum Bose QuietComfort 35 verfügt der Sony über eine Standardbuchse mit 3,5mm Durchmesser. Wenn also das Originalkabel mal nicht zur Verfügung steht, gibt es quasi an jeder Ecke Ersatz.

Neben dem Audio-Kabel liegt dem MDR-1000X ein Flugzeugadaper und ein USB-Ladekabel bei. Gemeinsam mit dem zusammengefalteten Kopfhörer findet alles im verhältnismäßig kleinen Case Platz – auch das hat Sony gut reisetauglich gelöst.

Verblüffend gutes Noise Cancelling

Zugegeben, wenn man schon mal einen Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung wie den QuietComfort 35 von Bose gehört hat, ist man kaum noch zu überraschen – es sei denn, man hat eben keinen Bose auf den Ohren sondern einen Sony MDR-1000X, der seine Sache ebenso gut macht.

Auch  beim Sony MDR-1000X funktioniert das Noise Cancelling hervorragend. Motorengeräusche der unterschiedlichsten Fortbewegungsmittel werden sehr gut unterdrückt. Das liegt nicht nur an der elektronischen Zauberei, die Polster dichten auch sehr effizient ab, und erlauben auch größeren Ohren eine optimale Entfaltung.

Der Effekt ist jedenfalls immer wieder verblüffend: die Umwelt wird akustisch beinahe komplett ausgeschaltet, so als ob jemand an der Fernbedienung auf den „Mute“-Knopf drückt. Selbst das Gemurmel der anderen Fahrgäste ist mit aktiviertem Noise Cancelling kaum noch wahrnehmbar.

Rauschen ist selbst bei leisesten Musikpassagen nicht hörbar. Der Unterschied ist dann umso krasser, wenn man mit einfachem Handauflegen die Umgebung wieder zuschaltet. Hier erlaubt der Sony übrigens zwei unterschiedliche Filter, sogenannte Ambiance Aware-Modi. Einer lässt pauschal Außengeräusche durch, der zweite speziell Stimmen.

Am Klang des Sony MDR-1000X ändert das aktive oder inaktive Noise Cancelling nur wenig, außer dass die Mitten bei abgeschaltetem NC noch etwas freier klingen. Bei der Musikübertragung per Kabel passiert das Gleiche.

Ehrlicher Klang

Beim Klang gibt sich der Sony MDR-1000X grundehrlich, mit einem schön differenzierten Mitteltonbereich. Ein solides Bassfundament mit perfektem Timing erwartet man zu recht von einem geschlossenen Kopfhörer, und genau das bietet der Sony auch.

Darüber hinaus gelingt es dem Sony, feine Details herauszuarbeiten, ohne dass es nervig wird. Stimmen werden fein nuanciert wiedergegeben und haben immer die richtige Klangfarbe und der knackige Bass sorgt für echten Spassfaktor.

Zwar kann der Sony nicht so neutral abgestimmt sein wie ein „sauberer“ Kopfhörer ohne Noise Cancelling, er bietet aber zur Zeit eindeutig den besten Kompromiss aus Bluetooth-Übertragung, Noise Cancelling und lebendiger Musikwiedergabe. Das hört man auch daran, dass er bei deaktivierter Geräuschunterdrückung nochmal eins drauflegt und wie befreit aufspielt.

Wer noch besseren, echten audiophilen Musikgenuss will, muss auf Noise Cancelling verzichten und sollte sich unsere Empfehlungen des besten HiFi-Kopfhörers ansehen.

Nachteile?

Durch die vielen Zusatzfeatures wie die Umgebungsabstimmung und die Talkthrough-Funktion hat der Sony MDR-1000X etwas mehr Bedienelemente als zum Beispiel der Bose, einige Tasten benötigt man allerdings eher selten und da die Gestensteuerung tatsächlich sehr intuitiv und mit ausreichender Toleranz funktioniert, lässt sich das gut verschmerzen.

Knapp 400 Euro sind trotz des technischen Aufwands allerdings kein Pappenstiel. Doch auch die kabellose Konkurrenz ist preislich in der Nähe angesiedelt. Wenn Sie nicht so viel ausgeben wollen, sollten Sie sich unsere Alternativen mit Kabel ansehen.

Sony MDR-1000X im Test: Was sagen die anderen?

Der Sony MDR-1000X ist erst seit Kurzem auf dem Markt, daher gibt es noch nicht viele Tests. Sobald es neue Testergebnisse gibt, werden wir sie an dieser Stelle ergänzen.

Im Test von Computer Bild sieht Tester Christoph de Leuw wie wir keinen großen Unterschied im Noise Cancelling zum Bose QuietComfort 35:

„Der direkte Vergleich des Noise-Cancellings von Sony und Bose zeigt nur einen kleinen Unterschied: Beide reduzieren sehr wirksam den Umgebungslärm. Der 270 Gramm leichte Sony sitzt aber gleichmäßiger und dichter auf den Ohren, was unterm Strich weniger Außengeräusche an die Ohren dringen lässt.“

Im Kurztest von CHIP Online lobt Yasmin Vettel neben dem Klang auch den bequemen sitz des Sony:

„Dabei klingt der Kopfhörer stets dynamisch und überraschend ehrlich. Auch die Bässe sind sauber und präzise, die Klangkulisse wirkt riesig. […] Selbst nach mehreren Stunden hören macht der Sony noch ordentlich Spaß, da er locker und bequem auf dem Kopf sitzt.“

ModernHiFi hat den Hörer auf der IFA probegehört, was nicht die schlechteste Testumgebung für einen Noise-Cancelling-Kopfhörer ist:

„Auf dem Kopf sitzt der neue Sony sehr bequem. Rutschen oder Wackeln gibt es quasi nicht. Auch die Bedienung geht leicht und intuitiv von der Hand. Die Geräuschunterdrückung hat bei lauter Messeumgebung ihre Wirkung gezeigt. Gespräche ließen sich dank „Ambient Sound“ auch mit aufgesetztem Hörer führen. Den Messelärm blendete der Sony effektiv aus.“

Auch das britische Magazin PocketLint sieht den Sony MDR-1000X vor dem Bose QuietComfort 35 als besten Kopfhörer mit Noise Cancelling.

TechRadar lobt die Möglichkeit, mit entsprechenden Sony Smartphones HiRes-Audio abzuspielen und findet, dass der Sony besser klingt als der Bose QC35, auch wenn dessen Noise Cancelling noch einen Tick besser sei.

Trusted Reviews ist dagegen wie wir der Meinung, dass sich beide bei der Geräuschunterdrückung nichts schenken, der Sony aber bei der Klangqualität eindeutig die Nase vorn hat.

Alternativen: Was gibt es sonst noch?

Wer einen kabellosen Kopfhörer mit gutem Noise Cancelling sucht, kommt leider nicht wirklich günstig weg. Denn auch unsere anderen Empfehlungen sind nicht unbedingt preiswerter.

Auch gut: Bose QuietComfort 35

Ganz ohne Frage ist Bose mit dem QuietComfort 35 wieder ein großer Wurf gelungen. Das Noise Cancelling funktioniert so effizient wie fast kein anderes. Daher ist unser ehemaliger Favorit auch weiterhin eine Empfehlung.

Ehemaliger Favorit

Bose QuietComfort 35
Test Kopf­hörer mit Noise Cancelling – Testsieger: Bose QuietComfort 35
Unser bisheriger Favorit gehört immer noch zur Crème der NC-Kopfhörer.

Der QuietComfort 35 ist der kabellose Nachfolger des QuietComfort 25, die Übertragung läuft via Bluetooth, ebenfalls unterstützt durch NFC. Der Akku ist fest eingebaut und wird über USB aufgeladen. Wie der Sony hält er mit Bluetooth und Noise Cancelling knapp 20 Stunden durch.

Bei leerem Akku kann man auch mit dem QC35 noch Musik hören, sofern das beiliegende Kabel eingesteckt wird, das allerdings keinen Standard-Anschluss hat. Noise Cancelling und die Freisprech-Funktion des Smartphones funktionieren dann allerdings nicht mehr.

Klanglich konnte der Bose uns schon beim letzten Mal nicht vollends überzeugen. Seine gefällige Abstimmung dürfte einigen Musik-Enthusiasten zu langweilig sein, andere schätzen diese Eigenschaft, um auf langen Reisen entspannen zu können.

Wenn Sie Wert auf eine effektive Außengeräusch-Unterdrückung legen, und auf langen Reisen entspannt Musik hören möchten, ist der Bose nach wie vor eine gute Wahl. Er ist aktuell noch geringfügig günstiger als unser Favorit, wir gehen aber davon aus, dass sich die Preise bald annähern werden.

Nicht nur fürs Auge: Sennheiser Momentum 2 Wireless

Der Momentum 2 Wireless geht, wie der Name schon vermuten lässt, bereits in die zweite Generation der kabellosen Kopfhörer mit Noise Cancelling aus dem Hause Sennheiser.

Kabellose Schönheit

Sennheiser Momentum 2 Wireless
Test Kopf­hörer mit Noise Cancelling: Sennheiser Momentum Wireless 2.0
Klanglich auf dem Niveau des Favoriten, aber nicht so gut im Noise Cancelling – dafür eine echte Augenweide.

Die Bluetooth-Verbindung wird ebenfalls von NFC unterstützt und die Bedienung ist kinderleicht.

Klanglich bietet der Sennheiser eine ähnliche Präsenz unser Favorit, steigt aber tiefer in den Basskeller hinab, und liefert auch hier eine präzise Vorstellung.

Beim Noise Cancelling muss sich der Momentum 2 Wireless allerdings dem Sony wie dem Bose geschlagen geben. Zwar werden Motorengeräusche hier ebenfalls sehr gut ausgesperrt, bei Hintergrund-Gemurmel reicht es dann allerdings nicht mehr ganz. Trotzdem liefert auch der Sennheiser Momentum 2 Wireless eine sehr gute Vorstellung ab.

Gefallen dürfte er aber besonders allen, die auch visuell einen Sinn fürs Schöne haben: Edelste Materialien, wie Ohrpolster aus feinstem Leder und der reichliche Einsatz von Metall machen den Momentum 2 Wireless zu einem echten Hingucker.

Wenn Ihnen der modische Aspekt wichtiger ist als die allerbeste Geräuschreduzierung, dann ist der Momentum 2 Wireless genau das Richtige für Sie.

Günstiger mit Kabel: Bose QuietComfort 25

Günstiger fährt man mit Noise Cancelling Kopfhörern ohne Bluetooth. Da wäre natürlich als erstes der Vorgänger Bose QuietComfort 25 zu nennen.

Bose mit Kabel

Bose QuietComfort 25
Test Kopf­hörer mit Noise Cancelling: Bose QuietComfort 25
Der Vorgänger des QC35 ohne Bluetooth: fast genauso gut, aber preiswerter.

Der QC 25 bietet ebenso exzellentes Noise Cancelling wie unser neuer Favorit, ist aber inzwischen teilweise für rund 250 Euro zu haben.

Auch klanglich ist er sehr nah am Vorgänger dran. Die Stromversorgung des Noise Cancellings übernimmt ein kleines Kästchen, das man mit einer AAA Batterie (oder einem Akku) bestückt. Ist die leer, kann man sie einfach austauschen.

Ansonsten sind die Unterschiede gering. Äußerlich sind die beiden Kopfhörer kaum zu unterscheiden und auch der Lieferumfang samt HardCase ist der selbe.

Wer auf Bluetooth verzichten kann und nicht gar so viel Geld ausgeben will, fährt mit dem QuietComfort 25 je nach Angebot teilweise deutlich günstiger.

Preis-Tipp: Teufel Mute

Wenn man bereit ist, ein paar Abstriche bei der Qualität der Geräuschunterdrückung zu machen, geht es aber auch nochmal ein Stückchen billiger.

Der Teufel Mute ist eigentlich unser zweiter Testsieger. Zumindest unter den kabel-basierten Kopfhörern mit Noise Cancelling stellt er derzeit die Spitze des zu diesem Preis machbaren dar.

Preis-Leistungs-Sieger

Teufel Mute
Test Kopf­hörer mit Noise Cancelling: Teufel Mute
Gutes Noise Cancelling und toller Klang für wenig Geld.

Der Teufel Mute ist solide gefertigt und kommt mit frischem, unverwechselbaren Design daher. Lediglich das Batteriefach – er wird mit einer AAA Batterie betrieben – ist beim Öffnen etwas widerspenstig.

Die Effizienz des Noise Cancelling kommt nicht an die von Bose heran, ist aber immer noch ordentlich.

Beim Klang verwöhnt er dafür mit sattem Bassfundament und einer guten Portion Ausgewogenheit und macht richtig Spaß. Qualitativ ist er damit gar nicht weit weg von unserem Favoriten – kostet aber nicht einmal die Hälfte. Damit ist der Teufel Mute unsere Preis-Leistungs-Empfehlung.

Für Brillenträger: Libratone Q Adapt

Der Q Adapt des dänischen Lautsprecher-Hrestellers Libratone ist ein On-Ear-Kopfhörer, der sich auf Bluetooth mit aptX versteht und zudem mit Siri kompatibel ist. Für geräuschreduzierende Kopfhörer sind Over-Ears normalerweise die erste Wahl, weil die schon einigen Lärm abhalten. Doch Over-Ears sind für Brillenträger nicht ideal, da sich Brillenbügel und Ohrpolster in die Quere kommen. On-Ears sind für Brillenträger deutlich komfortabler zu tragen.

On-Ear Alternative

Libratone Q Adapt
Test Kopf­hörer mit Noise Cancelling: Libratone Q Adapt
Komfortabler On-Ear mit interessantem Bedienkonzept.

Ganze zwei Tasten – eine an der linken, eine an der rechten Hörkapsel – reichen, um den Q Adapt zu bedienen. Links ist der Ein/Aus-Schalter, rechts der Mode-Schalter, der erstmal den Pairing-Modus aktiviert und dann für die Auswahl zwischen den drei verschiedenen NC-Varianten zuständig ist.

Streichen über einen Metallring auf der rechten Kapsel stellt die gewünschte Lautstärke ein, die Fläche innerhalb des Ringes startet und stoppt die Musik, und, wie beim Favoriten, sorgt das Handauflegen für den Talkthrough, bei gleichzeitiger Musikunterbrechung.

Die Außengeräusch-Dämpfung arbeitet in drei Stufen, die nacheinander mit der Modus-Taste, oder in der frei verfügbaren App eingestellt werden können. Das jüngste Firmware-Update hat zwar die Rauschneigung bei aktivem NC deutlich vermindert, dafür ändert sich nun hörbar die Klangfarbe je nach gewählter NC-Stärke.

Klanglich liegt der Libratone auf hohem Niveau, insbesondere der Tiefbass erhält reichlich Nachdruck, ganz besonders in der höchsten NC-Stufe. Ansonsten ist er eher hell abgestimmt, ihm mangelt es generell ein wenig im Grundtonbereich.

Die Neigung zum Rauschen hat die neue Firmware unserem Testmodell zwar abgewöhnt, dafür bietet der Hörer aber lediglich mit Kabel und ohne NC zuverlässige Klangeigenschaften. Gut möglich allerdings, dass die Dänen da mit weiteren Firmware-Updates noch nachbessern.

Außerdem getestet

  • Kopfhörer mit Noise Cancelling - Test: Sony MDR.Der Sony MDR-100ABN  ist ebenso gut verarbeitet wie der Bose, kommt klanglich aber weder an den Bose noch an den Sennheiser Momentum heran. Die Ohrpolster aus Kunstleder liegen sehr eng an, was bei sommerlichen Temperaturen zu feuchten Ohren führen kann. Der Bose QC 35 kostet nicht viel mehr, ist aber deutlich besser.
  • Kopfhörer mit Noise Cancelling - Test: JBL Everest 100.Der JBL Everest Elite 700 ist edel designt, aber ebenfalls zu teuer. Die weißen Ohrpolster sehen schick aus, dürften aber nicht lange weiß bleiben. Der Hörer sitzt recht stramm auf den Ohren, die Bedientasten sind schlecht gekennzeichnet. Er kann zwar ebenfalls Bluetooth und das Noise Cancelling funktioniert zufriedenstellend, klanglich enttäuscht er aber: Die Abstimmung ist so hell, dass es bei manchen Stimmen zu Verfärbungen kommt und es mangelt an Bassfundament.
  • Kopfhörer mit Noise Cancelling - Test: Philips SHB8850NC/00.Der Philips SHB9850NC ist mit Bluetooth für rund 100 Euro erstaunlich günstig. Allerdings ist er auch längst nicht so hochwertig gefertigt wie der Bose, Sony oder Sennnheiser. Die Polster sitzen mitunter etwas eng und stramm. Das Noise Cancelling bleibt hörbar hinter dem Niveau des Bose, außerdem rauscht der Philips sowohl mit als auch ohne aktiver Geräuschunterdrückung hörbar. Da ist der Teufel Mute für etwas mehr Geld trotz Kabel die bessere Wahl.
  • Kopfhörer mit Noise Cancelling - Test: Panasonic-RP-HC700E-S.Der Pansonic RP-HC800 bietet auch größeren Hörmuscheln genug Platz und liefert satten Sound, mit aktiviertem Noise Cancelling noch ein wenig satter. Der Pegel wird dann leicht angehoben,  die Abstimmung ändert sich in Richtung Loudness-Charakter. Das hilft beim Übertönen von Restgeräuschen, die trotz Noise Cancelling noch ins Ohr wollen.
  • Kopfhörer mit Noise Cancelling - Test: Audio Technica-ATH-ANC9.Der Audio Technica ATH ANC9 versucht mit drei Einstellungen für Noise Cancelling zu erreichen, was Bose mit einer einzigen gelingt. Doch die Einstellungen für Reisen mit Flugzeug oder Bahn, Arbeiten im Büro oder Ruhe liefern allesamt doch nur einen gut vernehmbaren Rauschteppich. Klanglich hat er durchaus Qualitäten, aber als Kopfhörer mit Noise Cancelling ist er nicht empfehlenswert.

Fazit

Der Sony MDR-1000X setzt bei den Kopfhörern mit Noise Cancelling ein echtes Statement. Seine Geräuschunterdrückung ist auf Bose-Niveau, klanglich und bei der Ausstattung legt der Sony aber deutlich eins drauf.

Als kabelloser Bluetooth-Kopfhörer mit HiFi-Ambitionen ist der Sony MDR-1000X vor allem auf Reisen ein komfortabler Begleiter. Zusammen mit der hohen Verarbeitungsqualität ist der stattliche Preis daher durchaus angemessen.

Pro & Kontra

Pro

  • Nahezu perfekte Geräuschdämpfung
  • Hervorragender Klang
  • Hoher Tragekomfort
  • Integrierter Akku
  • Musikwiedergabe auch mit leerem Akku
  • Gute Verarbeitungsqualität

Contra

  • Hoher Preis

Sony MDR-1000X Preisvergleich

Was ist Deine Meinung?

    1. Markus Berlin

      Sennheiser PXC 550. Bester aus persönlichem Vergleich. Da passt alles. Am Sony MDR 1000X ist das telefonieren unterwegs nahezu unmöglich, jedenfalls legten mir dass meine Gesrächspartner nahe da an lauten Plätzen kaum etwas zu verstehen war, und beim Bose QC35 machte Kopfschmerzen vom Noise Cancelling, zu viel Gegendruck.

      Antworten
  1. Tim Langner

    Ein rundum toller Kopfhörer. Leider vermisse ich im Artikel eine Passage zur Kompatibilität…gerade im Nachhinein des Kaufs. Leider ist der Kopfhörer nicht mit der Hauseigenen PS4 kompatibel. Für mich eher unverständlich weil sicherlich beides die Topprodukte aus dem eigenen Haus auf ihrem Segment sind

    Antworten

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