Der beste Kopfhörer

  • Test: Kopfhörer – Testsieger Meze 99 Neo

Der beste HiFi-Kopfhörer ist für uns der Meze 99 Neo. Er eignet sich für die Anlage daheim ebenso gut wie zum Musikhören vom Smartphone. Für Letzteres ist er dank seiner unkritischen Anschlusswerte auch für Smartphones geeignet, deren Kopfhörer-Ausgang nicht gerade mit Leistung protzt. Der Meze 99 Neo hebt sich wohltuend von bekannten Bassmonstern á la Beats ab, und liefert statt indifferentem Tiefton-Gewummere einen satten, konturierten Tiefbass, sowie einen nahtlosen Übergang zum Mittel- und Hochtonbereich.

Update 29. Mai 2017

Ein Newcomer sowie zwei Kopfhörer, die nach einem Prinzip arbeiten, welches ein sensationelles Klangerlebnis verspricht, allerdings normalerweise zum weitaus höherem Preis, mischen unser Testergebnis reichlich auf.

Mit dem Fostex T50RP MK3, dem HiFiMan HE400S und dem Meze 99 Neo haben wir gleich in drei neue Empfehlungen reingehört.

Geschlossen, offen oder halboffen – das ist bezüglich Kopfhörern beinah schon eine Glaubensfrage. Gemeint ist die Konstruktion der Hörkapseln, ob diese nun nach außen hin offen, geschlossen oder halboffen konstruiert sind.

Offene Kopfhörer sind für besonders feinen, ausgewogenen Klang bekannt, wogegen geschlossene Hörkapseln Voraussetzung für einen kräftigen, konturierten Bass sind, andererseits aber mit Klangverfärbungen zu kämpfen haben.

Der Musikgenuss mit einem Hörer geschlossener Bauweise schottet auf jeden Fall von der Außenwelt ab – umgekehrt bleibt die Außenwelt auch von den eigenen musikalischen Eskapaden verschont, was dem Hausfrieden unter Umständen zuträglich sein kann.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal hat mehr mit dem Tragekomfort zu tun. Sowohl bei den offenen als auch bei den geschlossenen Modellen gibt es solche, deren Polster das Ohr umschließen und am Kopf anliegen – genannt Around-Ear oder Over-Ear Kopfhörer.

Die anderen stützen ihre Polster direkt auf den Ohren ab und heißen entsprechend On-Ear Kopfhörer. Manche Hersteller bieten beide Varianten an, wir haben genau hingehört, ob es außer dem Tragekomfort auch Klangunterschiede gibt.

Eine Frage des Prinzips – der Wandler

Außer dem geschlossenen, offenen und halboffenen Prinzip sowie den On- und Over-Ears, haben wir mittlerweile auch zwei unterschiedliche Wandler-Technologien vertreten.

Da sind einerseits die dynamischen Wandler, mithin wohl die am meisten vertretene Technik: Hier bilden Membran und Spule für den Antrieb eine fest zusammengefügte Einheit. Besagte Spule taucht in einen Magnetspalt und wird darin im Takt der Musik bewegt. Diese Bewegung überträgt sich auf die Membran, die dann den Sound ans Ohr übermittelt.

Beim magnetostatischen Wandler sind die Spulenwicklungen auf die Membran aufgedampft und damit quasi Bestandteil der gesamten Membranfläche. Diese Membran ist zwischen zwei Magneten aufgespannt und bewegt sich ebenfalls, sobald die Spule von musikalischen Elektronen durchflossen wird.

Die Membran der magnetostatischen und ihrer Verwandten, den elektrostatischen Wandlern, ist um einiges leichter als bei dynamischen Systemen und wird zudem über die gesamte Fläche angetrieben. Daher kann sie selbst den feinsten Anweisungen der antreibenden Spule folgen – und zwar nur denen. Sie ist nahezu frei von ungewollten Teilschwingungen, die in der Musik nicht enthalten sind.

Die Konstruktion eines magnetostatischen Wandlers ist allerdings eine Herausforderung, und zumeist nicht so billig zu realisieren wie bei dynamischen Wandlern. Mehr zu den unterschiedlichen Wandlersystemen findet sich bei Wikipedia.

Unsere Testkandidaten

Um herauszufinden, was aktuell der beste Kopfhörer ist, haben wir lange recherchiert und anhand von Testberichten und Kundenbewertungen aus dem unüberschaubar großen Angebot an Hifi-Kopfhörern die 15 interessantesten Modelle mit Preisen um 300 Euro ausgewählt und ausgiebig getestet.

An geschlossenen Kopfhörern stellten sich neben dem Beyerdynamic Custom Studio außerdem der Beats by Dr. Dre Pro Over-Ear, der Momentum 2.0 und seine On-Ear Variante der Momentum OnEar 2.0 von Sennheiser, der Pro 550i und der HFI 780 von Ultrasone, sowie der Audio-Technica ATH-MSR7, der günstige Panasonic RP-HD6ME, und neuerdings der Meze 99 Neo.

Als offene bzw. halboffene Systeme standen uns der Fidelio X2 von Philips, der AKG K702 und der Teufel Real Z sowie sein preisgünstiger Kollege der Aureol Real zur Verfügung, außerdem nun der Fostex T50RP MK3 und der HiFiMan HE400S.

Der Meze 99 Neo ist recht frisch auf dem deutschen Markt, konnte aber binnen kürzester Zeit eine ganze Menge renommierter Kollegen überzeugen. Das japanische Unternehmen Fostex dagegen kann zumindest im Studiobereich schon als alter Hase gelten, und bringt die isodynamischen Hörer wie den T50RP MK3 zum Schnäppchenpreis unter die interessierten Hörer. HiFiMan schließlich, sonst eher bekannt für magnetostatische Kopfhörer zu Preisen im vierstelligen Bereich, hat beim HE400S so viel Know How wie möglich in einen erschwinglichen Benjamin investiert, der zudem auch an Mobil-Geräten noch passabel performen soll.

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Kommentare

13 Kommentare zu "Der beste Kopfhörer"

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Ich hab vor fünf Jahren noch Ohrpolster für meinen jetzt 30 Jahre alten Beyerdynamic dt880studio bekommen

Sowas wird wohl auch noch ne Weile verfügbar sein 😉

AKG ist auch nicht übel 😉

damit wäre die ersatzteilfrage auch geklärt, was bringen teure kopfhörer wenn es kein ersatzeil gibt, habe auch welche hier nichtmal hersteller hat ersatzteile

Meze Audio

Ist der wirklich so gut?!

Ja.

Geschmäcker sind verschieden – ich bleib bei Sennheiser 😉

Tobias Pitz schau dir den mal an!

nur selber hören entscheidet

meze muss wohl ein bisschen gepushed werden….

Dustin Omega

250€ bin ich auch nicht mehr bereit auszugeben. Warum? Es geht auch einfach.

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