Test: Kopfhörer – Testsieger Meze 99 Neo

Testsieger: Meze 99 Neo

Die Wahl des richtigen Kopfhörers ist immer auch Geschmacksache. Denn alle Hifi-Kopfhörer haben ein eigenes Klangbild, was dem einen gefällt findet jemand anders ganz furchtbar. Das hängt natürlich auch sehr damit zusammen, welche Musik man hört.

Außerdem greift zusehends der Trend um sich, mobil wie zuhause den selben Kopfhörer zu nutzen. Um einen Kopfhörer außer an der heimischen HiFi-Anlage auch am meist eher schwächliche Smartphone-Ausgang betreiben zu können, sollte er über eine geringe Impedanz und idealerweise eine  hohe Empfindlichkeit verfügen.

Aber es gibt auch immer wieder Kopfhörer, die bei allen Musikrichtungen und an den meisten Wiedergabegeräten eine gute Figur machen. Zu ihnen gehört der Meze 99 Neo – und das war mit ein Grund, warum er für uns einer der besten Kopfhörer für die meisten Menschen ist.

Der Meze 99 Neo ist ein geschlossener Kopfhörer, so dass man nicht mehr viel von seiner Umwelt hört, wenn man ihn mal auf den Ohren hat. Andersrum ist es genauso, auch meine Umgebung bekommt nicht viel von meinem Musikgeschmack mit. Ausgesprochen wird der Firmenname übrigens »Mese«, mit stimmhaftem »s«, so lautet auch der Name des Inhabers – Antonio Meze.

Impedanz und Empfindlichkeit

Mit Impedanz bezeichnet man den Wechselstromwiderstand eines Kopfhörers. Im Zusammenspiel mit dem Quellgerät wirkt sich dieser auf die Lautstärke und auf den Klang aus.

Hochwertige Studio-Kopfhörer arbeiten für gewöhnlich mit einer Impedanz von etwa 300 Ohm. Mobilgeräte wie Audioplayer oder Smartphones harmonieren aufgrund der begrenzten Verstärkerleistung dagegen am besten mit Kopfhörern mit einer Impedanz von 32 Ohm oder niedriger. Stationäre HiFi-Geräte mit Kopfhörer-Ausgang erfordern wiederum meist eine Impedanz, die mit etwa 100 Ohm zwischen den beiden Extremen liegt, werden aber meistens auch mit höheren Impedanzen fertig.

Mit der Empfindlichkeit eines Kopfhörers verhält es sich ähnlich; sie besagt, wieviel Schalldruck der Kopfhörer mit der Leistung von 1mW maximal erzeugen kann, und ist ebenfalls eine Kenngröße für die erreichbare Lautstärke, aber vor allem Dynamik.

Der Meze 99 Neo ist mit seiner Impedanz von 26 Ohm und einer Empfindlichkeit von 103 dB optimal für mobile Geräte ausgelegt. Die heimische Anlage stellt er damit ebenfalls nicht vor Probleme.

Umfassend ausgestattet, solide gefertigt

Das Anschlusskabel wird jeweils an die rechte und linke Hörkapsel eingesteckt, es liegen zwei Kabel bei, ein drei Meter langes, reines HiFi-Kabel und ein mit 1,5 Metern kürzeres für den Betrieb am Smartphone. An diesem Kabel ist auch ein Mikrofon angebracht.

Die Entscheidung, welche Kapsel aufs linke und welche aufs rechte Ohr gehört liegt allein beim steckbaren Kabel, die Stecker sind entsprechend markiert. Allerdings ist diese Markierung im eingesteckten Zustand schwer abzulesen.

Zwar verfügt der Neo nicht wie sein Bruder, der Classic, über Hörkapseln aus Holz, sondern aus Kunststoff. Dennoch leistet er sich seitens der Verarbeitung keinerlei Schwächen. Die Kunststoff-Schalen der Hörkapseln sind von lederartiger Textur und harmonieren schön mit den matten Metallteilen.

Zwei metallene Halterungen mit aufgedrucktem Firmenlogo halten das komfortable Kopfband im Bügel – sie sind geschraubt und erlauben einen Austausch, wenn das Kopfband defekt oder unansehnlich geworden ist. Dies wird allerdings einige Hörsessions in Anspruch nehmen, da das verwendete Kunstleder von höchster Qualität ist.

Das gleiche gilt für die Ohrpolster, die sind ebenfalls aus komfortabel zu tragendem Kunstleder und lassen sich auch auswechseln.  Entsprechend gut liegt der Meze dann auf, die Ohren werden komplett umschlossen, es dringt weder Musik nach außen, noch hört man viel von der Außenwelt.

Einspielen

Wie jedem Kopfhörer gönne ich dem Meze 99 Neo vor dem Hörtest eine gewisse Einspielzeit. Wobei ich die kursierenden Angaben von mehreren Tagen oder gar Wochen für einigermaßen übertrieben halte, schon nach einigen Stunden ändert sich am Klang nicht mehr wirklich viel.

Im Gegenteil, wenn ich davon ausgehe, dass sich ein Gerät, ob nun Kopfhörer, Lautsprecher oder gar Elektronik über Tage und Wochen einspielen müsste, muss ich konsequenterweise auch davon ausgehen, dass diese Geräte einem ebenso raschen Alterungsprozess unterliegen.

Hörtest

Und ich fühle mich bestätigt, denn bereits nach dem Auspacken gibt der Neo schon eine gehörige Kostprobe seiner klanglichen Fähigkeiten. Der Meze hat schon jetzt eine sehr schöne Grundtonwiedergabe, ohne dass die Höhen darunter leiden. Bei Bedarf drückt er vehement tief aus dem Basskeller nach, ohne dabei eine Lücke zwischen den unteren und den mittleren oder hohen Frequenzen hören zu lassen.

Im sensiblen Mittelton-Bereich liefert er das gesamte Spektrum an Klangfarben, was gerade Stimmen und natürliche Instrumente ausmacht. Aber auch Synthy-Pop und andere elektronische Musik klingt mit dem Meze weniger kühl und distanziert sonder er versteht es, für jedes Genre zu begeistern und mitzureißen.

Das heißt natürlich nicht, das er die Höhen dabei vernachlässigt; es glitzert und prickelt selbst in höchsten Höhen eindrucksvoll, wobei ihm verziehen sei, dass er den ganz fiesen Spitzen, wie extremen Zischlauten etwas die Schärfe nimmt. Perfekt abgestimmt also fürs Langzeithören. Dafür steht auch, das er mit seiner geringen Impedanz und seinem guten Wirkungsgrad (26 Ohm, 102 dB) ziemlich anspruchslos ist, was den Verstärker-Ausgang anbelangt, so spielt er auch am Smartphone mit eher schwächlichem Kopfhörer-Verstärker.

Zu Höchstform gerät der Meze 99 Neo allerdings bei entsprechendem Futter; das Smartphone sollte also über einen ordentlichen integrierten Wandler nebst stabilem Verstärker verfügen, oder man wertet diese Sektion mit einem externen DAC plus Verstärker auf. Beim Wechsel an die heimische Anlage steht dann netterweise ein HiFi-Kabel ohne Mikrofon und Fernbedienung zur Verfügung.

Meze 99 Neo im Testspiegel

Die Hörer von Meze sind relativ jung am Markt, es gibt den 99 Neo tatsächlich erst seit wenigen Monaten. Daher findet man die meisten Testergebnisse zum Meze 99 Classic, das ist der mit den hölzernen Kapseln. Diese haben wir natürlich nicht herangezogen, wir warten lieber noch ein kleines Weilchen, bis es zum Neo mehr Testergebnisse gibt, um diese dann zeitnah nachzutragen.

In der aktuellen EarIn hat Kollege Martin Mertens dem Neo die Note 1,4 in der Spitzenklasse gegeben, bei einem sehr guten Preis/Leistungs-Verhältnis. Er hat den Neo gegen den Classic folgendermaßen abgesetzt:

»Der Meze 99 Neo ist nicht nur zeitlich das jüngere 99-er Modell. Er sieht moderner aus und seine klangliche Abstimmung dürfte einem jüngeren Musikgeschmack entgegenkommen. Dennoch ist er nicht trendy, sondern ein zeitlos schöner und klanglich ausgereifter Kopfhörer. »

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Kommentare

13 Kommentare zu "Der beste Kopfhörer"

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Ich hab vor fünf Jahren noch Ohrpolster für meinen jetzt 30 Jahre alten Beyerdynamic dt880studio bekommen

Sowas wird wohl auch noch ne Weile verfügbar sein 😉

AKG ist auch nicht übel 😉

damit wäre die ersatzteilfrage auch geklärt, was bringen teure kopfhörer wenn es kein ersatzeil gibt, habe auch welche hier nichtmal hersteller hat ersatzteile

Meze Audio

Ist der wirklich so gut?!

Ja.

Geschmäcker sind verschieden – ich bleib bei Sennheiser 😉

Tobias Pitz schau dir den mal an!

nur selber hören entscheidet

meze muss wohl ein bisschen gepushed werden….

Dustin Omega

250€ bin ich auch nicht mehr bereit auszugeben. Warum? Es geht auch einfach.

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