Alternativen

Der Markt, gerade im Preisgefüge um 300 Euro, ist riesig. Dennoch haben wir einige wirklich interessante Alternativen zu unserem Favoriten für Sie herausgepickt, die mit ganz speziellen Fähigkeiten oder Ausstattungsmerkmalen aufwarten können.

Der zweite Favorit: Beyerdynamic Custom Studio

Unser ehemaliger Favorit ist immer noch eine Sünde wert, tut sich allerdings schwer bei mobilen Geräten. Der Custom Studio von Beyerdynamic ist etwas hochohmiger als unser neuer Testieger und bringt kein Inline-Mikrofon mit.

Klanglicher Allrounder: Beyerdynamic Custom Studio

Test Kopfhörer: Beyerdynamic Custom Studio
Unser ehemaliger Favorit ist immer noch eine Sünde wert, tut sich allerdings schwer bei mobilen Geräten.

Besonders das Bassmanagement des Custom Studio hat uns gefallen, denn so kann man bei entsprechender Musikvorliebe den Basspegel in mehreren Stufen anheben, ohne dass dieser zu unkontrolliertem Gewummere verkommt.  Immer schön knackig und konturiert machen sich die Tiefen der Musik bemerkbar, ohne dass im Mittelhochtonbereich Information verloren geht.

Die Studio-Variante des Custom liefert übrigens in der neutralen Position der Bass-Schieber einen sehr schön ausgewogenen Klang, mit dem sich getrost auch klassische Musik genießen lässt.

Für seinen Preis ist der Beyerdynamic ordentlich ausgestattet und sauber gefertigt, ein Kabel mit Mikrofon zum Anschluss an das Mobiltelefon ist allerdings nicht dabei, hier muss man auf die Annahme von Anrufen verzichten. Allerdings läuft der Beyerdynamic ohnehin nur an Mobilgeräten mit potentem Kopfhörer-Ausgang zur Höchstform auf. Wer den Kopfhörer ohnehin nur zuhause nutzt, wird mit dem Custom Studio glücklich werden, zumal er noch ein paar Euro günstiger ist als unser neuer Favorit.

Klangliche Offenbarung: HiFiMan HE400S

Wie alle HiFiMan Kopfhörer, wenn es nicht gerade In-Ears sind, arbeitet der HE400S mit magnetostatischen Wandlern, er stellt den Einstieg bei HiFiMan dar, hat jedoch immer noch einen stolzen Preis.

Audiophiler Leckerbissen: HiFiMan HE400S

Test Kopfhörer: HiFiMan HE400S
Man braucht ihn nicht, aber man will ihn haben.

Das Gefühl, dass er sein Geld durchaus wert ist, stellt sich schon nach den ersten Hörproben ein; der HiFiMan ist kein Blender, der direkt mit dem berühmten Aha-Erlebnis punktet, viel subtiler offenbart seine Auflösungsfähigkeit ganz neue Details vermeintlich längst bekannter Musikstücke. Korrektur: Er zeigt keine neuen Details, vielmehr bewahrt er durch seine feine Art viele Details vor dem Untergang, indem er sie deutlicher hörbar macht, als viele andere Kopfhörer in dieser Preisklasse.

Mit dem HiFiMan Musik zu hören ist wie Watt-Wandern mit nackten Fußsohlen; jede, auch noch so feine Struktur des Untergrundes lässt sich erfühlen, dennoch bleibt es ein eher ganzheitliches Erlebnis. Wobei ich natürlich nicht den Eindruck erwecken möchte, der HE400S klänge irgendwie matschig.

Das Gegenteil ist der Fall, zwar kommt der Tiefbassbereich nicht so eindringlich wie beim Favoriten oder gar beim Beyerdynamic, aber einen markanteren, unmittelbareren Antritt beispielsweise einer Bassdrum habe ich selten über Kopfhörer in dieser Preisklasse gehört.

Dabei hat der HiFiMan mit seiner niedrigen Impedanz (22 Ohm) eine gleichzeitig recht hohe Empfindlichkeit von 98 dB und spielt sogar am Smartphone ganz passabel auf. Passabel meint hier allerdings im Vergleich zum Anschluss am veritablen Kopfhörer-Ausgang einer HiFi-Anlage. Mein eigenes Smartphone bescherte dem HiFiMan schon einen beachtlichen Pegel, wenngleich sehr dynamisch auftretende Stücke die Ausgangsstufe meines  Smartphones hörbar ans Limit brachten, ein externer Kopfhörer-Verstärker schafft hier Abhilfe.

Auch wenn der HiFiMan HE400S unsere klare Empfehlung, insbesondere für hochwertige Wiedergabe-Geräte ist, bleibt doch ein kleines Manko: Sie sollten den HiFiMan unbedingt im Fachhandel kaufen, vielleicht lässt sich der Händler ja dazu überreden, die billigen, juckenden Ohrpolster gegen ein Paar bessere zu tauschen.

Anspuchsvoll: Fostex T50RP MK3

Auch der T50RP MK 3 des japanischen Tonstudio-Ausstatters Fostex arbeitet nach dem magnetostatischen Prinzip, das bei Fostex allerdings isodynamisch heißt.

Günstigster Magnetostat: Fostex T50RP MK3

Test Kopfhörer: Fostex T50RP MK3
Der T50RP MK3 schiebt des kräftigsten Bass in der TXXRP Familie.

Der T50RP MK3 ist sogar noch günstiger als der HiFiMan, er hat außerdem zwei Brüder, den T40RP MK3 und den T20RP MK3. Alle drei arbeiten mit den selben Wandler-Systemen, folgen dabei aber unterschiedlichen Bedämpfungen; so ist der T20RP nach dem offenen, der T40RP nach dem geschlosenen und unser T50RP nach dem halboffenen Prinzip gebaut.

Die Klangcharakteristika sind entsprechend unterschiedlich ausgelegt. Der geschlossene  T40RP MK3 kommt mit schlankem Tiefbass und ausdrucksstarken Mitteltonbereich für stille Genießer daher, da er nach außen weitestgehend abgeschottet ist.

Der T20RP MK3 ist offen, und daher etwas für Freunde einer ausgeprägten Tiefbass-Wiedergabe. Immer konturiert und lässig und auch hier mit hervorragender Detailwiedergabe im Mittel- und Hochtonbereich. Allerdings hört die Außenwelt hier mit und bleibt ebenfalls nicht ganz ausgesperrt.

Der T50RP MK3 repräsentiert mit den halboffenen Systemen den klanglich ausgewogenen Kompromiss. Allerdings benötigen alle drei Varianten einen kräftigen Zuspieler, an den allermeisten  Smartphones klingen sie daher zu leise und können ihr Potential nicht ausspielen.

An der HiFi-Anlage hört man dann, was ein Kopfhörer mit Folien-Membranen für feine Klänge zaubern kann, der Preis ist schon beinah unverschämt günstig.

Audiophiler Klassiker: AKG K702

An nächster Stelle wäre hier der AKG K702 zu nennen, der immer noch zurecht als audiophiles Meisterstück gilt.

Offen und feinsinnig: AKG K702

Test Kopfhörer: AKG K702
Durch offene Bauart mehr Auflösung, aber weniger Bass. Vor allem für Klassik-Liebhaber geeignet.

Anders als unser Favorit arbeitet er nach dem offenen Prinzip, das heißt, dass auch mein Sitznachbar mithören kann, ich andererseits auch mehr von meiner Umgebung mitbekomme.

Gerade wegen seiner offenen Bauweise kann der AKG K702 mit ganz besonderen Klangeigenschaften aufwarten: Er ist feinsinnig und linear abgestimmt und hat eine saubere Tieftonwiedergabe. Allerdings reicht er nicht so tief in den Basskeller wie unser Favorit, weshalb er für Freunde wummernder Beats weniger geeignet ist.

Dafür tut sich der AKG insbesondere bei der Wiedergabe von Vocals und klassischer Musik sehr wohltuend hervor, hier kann man mit ihm ganz genau hinhören.

Da der K702 schon einige Jahre auf dem Markt ist, gibt es ihn mittlerweile deutlich unterhalb des ursprünglichen Verkaufspreises und ist damit ein echtes Schnäppchen. Gerade für Klassikliebhaber gibt es aktuell nichts besseres für dieses Geld.

Viel Bass trotz offener Bauweise: Philips Fidelio X2

Auch der Philips Fidelio X2 folgt dem offenen Prinzip, er ist aber ganz anders abgestimmt als der AKG, sein Schwerpunkt liegt wesentlich mehr im unteren Frequenzbereich.

Offen und kräftig: Philips Fidelio X2

Test Kopfhörer: Philips Fidelio X2
Ebenfalls offen gebaut, aber mit stärkerem Bass auch gut für moderne Musik geeignet.

Die Hörkapseln sind etwas kleiner als beim AKG und er sitzt etwas strammer, was aber dem Komfort keinen Abbruch tut.

Auch der Fidelio X2 schafft einen Hauch mehr Feinzeichnung als unser Favorit, kann die feinen Nuancen einer Stimme aber nicht ganz so herausarbeiten wie der AKG. Dafür geht er etwas tiefer und prägnanter in den Basskeller als der AKG und liefert mühelos ein solides Grundton- und Tiefbass-Fundament, das seinen geschlossenen Kollegen schon recht nahekommt.

Damit ist der Fidelio X2 der perfekte Hörer für alle, die es auch gerne mal krachen lassen möchten, ohne auf den luftigen Sound eines Kopfhörers offener Bauweise verzichten zu müssen.

Perfekt für unterwegs: Sennheiser Momentum 2.0

Der Sennheiser Momentum 2.0 Over-Ear ist einer der besten HiFi-Kopfhörer für den Einsatz an Smartphone und Co. Dank seines Retro-Designs und der hochwertigen Materialien ist er gleichzeitig ein echter Hingucker.

Mobiler König: Sennheiser Momentum 2.0

Test Kopfhörer: Sennheiser Momentum 2.0
Geschlossen gebaut, leicht und mit Mikro: optimal für unterwegs.

Die ohrumschließenden Polster sind aus feinstem Leder gefertigt, das sieht nicht nur gut aus, es fühlt sich auch extrem komfortabel an. Sie sind zwar passend oval geformt, könnten für manche Ohren aber zu eng sein.

Mit dem dünnen Anschlusskabel mit integriertem Mikro ist der Sennheiser eindeutig fürs Hören am Smartphone ausgelegt. Dafür spricht auch seine Impedanz von 18 Ohm, die ebenfalls für mobile Geräte ausgelegt ist.

Dank seiner geschlossenen Bauweise versorgt er den Nutzer mit kräftigem, konturierte Tiefbass, ist sich aber auch für eine differenzierte Mittellage nicht zu schade. Die gesamte Abstimmung ist jedoch eher warm.

Den Sennheiser Momentum gibt es auch in einer kabellosen Bluetooth-Ausführung mit Noise Cancelling als Momentum Wireless und noch kleiner und leichter als Momentum On-Ear (siehe unten).

Der beste Einstieg den wir kennen: Teufel Aureol Real

Mit dem preisgünstigen Aureol Real ist dem Berliner Hersteller Teufel ein wahres Meisterstück zum Freundschaftspreis geglückt.

Der beste Günstige: Teufel Aureol Real

Test Kopfhörer: Teufel Aureol Real
Ebenfalls offen gebaut, toller Klang für wenig Geld.

Der Aureol Real hat eine praxisgerechte Ausstattung und bietet einen sehr guten Klang zu einem Preis von weniger als 100 Euro.

Auch bei ihm handelt es sich um ein Exemplar in offener Bauweise, entsprechend luftig kommt er auch klanglich rüber. Der Aureol Real klingt für diesen Preis erstaunlich erwachsen, lediglich in der räumlichen Abbildung des Musikgeschehens kommt er nicht ganz an die teurere Konkurrenz heran.

Zur Ausstattung gehören neben einem Transportbeutel aus Stoff auch zwei Anschlusskabel, eines mit großer, eines mit kleiner Klinke. Der Teufel ist neben schwarz auch in schwarz-gold, schwarz-rot und weiß-rot erhältlich.

Wenn Sie nicht mehr als 100 Euro ausgeben wollen, ist der Teufel Aureol Real zur Zeit die beste Wahl.

Außerdem getestet

  • Kopfhörer-Test: Adio Technica ATH.Der Audio-Technica ATH-MSR7 ist ebenfalls ein erstaunlich vielseitiger Kopfhörer. Dank des reichhaltigen Zubehörs eignet es sich sowohl für daheim als auch für unterwegs. Klanglich gehört er zu den ehrlichen Kopfhörern, mit sattem aber nicht vorlautem Bass.
  • Kopfhörer-Test: Ulrasone PRODer Ultrasone Pro 550i und der günstigere Ultrasone HFI 780 sind die besten Kopfhörer für stimmlastige Musik. Vielen werden sie allerdings zu mittenbetont sein. Der Hersteller wirbt mit der Abschirmung der Wandler mit Mu-Metall, das soll die elektromagnetischen Wellen vom Kopf abschirmen. Eine Alternative für alle, die zu viel Elektrosmog befürchten.
  • Kopfhörer-Test: Senheiser Momentum.Der Sennheiser Momentum On-Ear 2.0 ist die On-Ear-Variante von Sennheiser. Die Ohrpolster sind noch kleiner, weil sie auf den Ohren liegen. Er kann dadurch unter Umständen sogar bequemer sein als die Over-Ear-Variante und ist auch leichter und transportabler. Das breite Klangspektrum liefert des Momentum 2 Over-Ear aber nicht.
  • Kopfhörer-Test: Teufel Real Z.Der Teufel Real Z ist der große Bruder unseres Preistipps. Er arbeitet nach dem halboffenen Prinzip und liefert dadurch etwas mehr Bass als der Aureal. Die räumliche Abbildung ist etwas weiter, aber nicht so luftig wie bei unserem Favoriten oder dem AKG. Der Aureol Real bietet daher das bessere Preis-Leistungsverhältnis.
  • Kopfhörer-Test: Panasonic RP.Anders als der Teufel in der gleichen Preisklasse liefert der Panasonic RP-HD6ME ein sehr gewöhnungsbedürftig, mittenbetontes Klangbild. Auch die räumliche Abbildung lässt zu wünschen übrig. Da fährt man mit dem Teufel Aureol Real besser.
  • Kopfhörer-Test: Beats by Dr. Dre.Der Beats by Dr Dre Pro Over-Ear kommt wie unser Favorit mit professionellem Anspruch daher. Er ist solide gefertigt und sitzt recht schwer auf dem Kopf. Die Abstimmung ist aber alles andere als neutral, wenn überhaupt ist das ein Hörer ausschließlich für sehr basslastige Musik und Fans der Marke.

Fazit

Der Meze 99 Neo ist ein vielseitig einsetzbarer Kopfhörer, mit hervorragenden Klangeigenschaften. Er gehört zu den Kopfhörern, die uns klanglich und seitens Ausstattung und Fertigungsqualität aktuell am meisten überzeugen, was Sie jedoch nicht davon entbindet, vor der Investition in ein neues Abhörgerät den eigenen Ohren zu trauen. Das gilt vor allem auch, wenn Sie sich für eines der Modelle von Fostex entscheiden.

Vor dem Kauf ist auf jeden Fall eine Hörprobe zu empfehlen – Schuhe probieren sie ja auch vorher an. Nichts ist schlimmer als ein Schuh, der zwar schön aussieht aber ständig drückt. Bei Kopfhörern verhält es sich genauso. Schließlich soll er sowohl klanglich als auch vom Tragekomfort her zu Ihnen passen.

Pro & Kontra

Pro

  • Toller Klang
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Üppige Ausstattung
  • Sehr guter Tragekomfort
  • Auch fürs Smartphone geeignet

Contra

  • Re-/Li-Kennzeichnung etwas missverständlich
Seite 1Eine Frage des Prinzips – der Wandler
Seite 2Testsieger: Meze 99 Neo
Seite 3Alternativen und Fazit

Kommentare

13 Kommentare zu "Der beste Kopfhörer"

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Ich hab vor fünf Jahren noch Ohrpolster für meinen jetzt 30 Jahre alten Beyerdynamic dt880studio bekommen

Sowas wird wohl auch noch ne Weile verfügbar sein 😉

AKG ist auch nicht übel 😉

damit wäre die ersatzteilfrage auch geklärt, was bringen teure kopfhörer wenn es kein ersatzeil gibt, habe auch welche hier nichtmal hersteller hat ersatzteile

Meze Audio

Ist der wirklich so gut?!

Ja.

Geschmäcker sind verschieden – ich bleib bei Sennheiser 😉

Tobias Pitz schau dir den mal an!

nur selber hören entscheidet

meze muss wohl ein bisschen gepushed werden….

Dustin Omega

250€ bin ich auch nicht mehr bereit auszugeben. Warum? Es geht auch einfach.

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