Der beste Kopfhörer

  • Test: Kopfhörer – Testsieger Meze 99 Neo

Der beste HiFi-Kopfhörer ist für uns der Meze 99 Neo. Er eignet sich für die Anlage daheim ebenso gut wie zum Musikhören vom Smartphone. Für Letzteres ist er dank seiner unkritischen Anschlusswerte auch für Smartphones geeignet, deren Kopfhörer-Ausgang nicht gerade mit Leistung protzt. Der Meze 99 Neo hebt sich wohltuend von bekannten Bassmonstern á la Beats ab, und liefert statt indifferentem Tiefton-Gewummere einen satten, konturierten Tiefbass, sowie einen nahtlosen Übergang zum Mittel- und Hochtonbereich.

Update 29. Mai 2017

Ein Newcomer sowie zwei Kopfhörer, die nach einem Prinzip arbeiten, welches ein sensationelles Klangerlebnis verspricht, allerdings normalerweise zum weitaus höherem Preis, mischen unser Testergebnis reichlich auf.

Mit dem Fostex T50RP MK3, dem HiFiMan HE400S und dem Meze 99 Neo haben wir gleich in drei neue Empfehlungen reingehört.

Geschlossen, offen oder halboffen – das ist bezüglich Kopfhörern beinah schon eine Glaubensfrage. Gemeint ist die Konstruktion der Hörkapseln, ob diese nun nach außen hin offen, geschlossen oder halboffen konstruiert sind.

Offene Kopfhörer sind für besonders feinen, ausgewogenen Klang bekannt, wogegen geschlossene Hörkapseln Voraussetzung für einen kräftigen, konturierten Bass sind, andererseits aber mit Klangverfärbungen zu kämpfen haben.

Der Musikgenuss mit einem Hörer geschlossener Bauweise schottet auf jeden Fall von der Außenwelt ab – umgekehrt bleibt die Außenwelt auch von den eigenen musikalischen Eskapaden verschont, was dem Hausfrieden unter Umständen zuträglich sein kann.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal hat mehr mit dem Tragekomfort zu tun. Sowohl bei den offenen als auch bei den geschlossenen Modellen gibt es solche, deren Polster das Ohr umschließen und am Kopf anliegen – genannt Around-Ear oder Over-Ear Kopfhörer.

Die anderen stützen ihre Polster direkt auf den Ohren ab und heißen entsprechend On-Ear Kopfhörer. Manche Hersteller bieten beide Varianten an, wir haben genau hingehört, ob es außer dem Tragekomfort auch Klangunterschiede gibt.

Eine Frage des Prinzips – der Wandler

Außer dem geschlossenen, offenen und halboffenen Prinzip sowie den On- und Over-Ears, haben wir mittlerweile auch zwei unterschiedliche Wandler-Technologien vertreten.

Da sind einerseits die dynamischen Wandler, mithin wohl die am meisten vertretene Technik: Hier bilden Membran und Spule für den Antrieb eine fest zusammengefügte Einheit. Besagte Spule taucht in einen Magnetspalt und wird darin im Takt der Musik bewegt. Diese Bewegung überträgt sich auf die Membran, die dann den Sound ans Ohr übermittelt.

Beim magnetostatischen Wandler sind die Spulenwicklungen auf die Membran aufgedampft und damit quasi Bestandteil der gesamten Membranfläche. Diese Membran ist zwischen zwei Magneten aufgespannt und bewegt sich ebenfalls, sobald die Spule von musikalischen Elektronen durchflossen wird.

Die Membran der magnetostatischen und ihrer Verwandten, den elektrostatischen Wandlern, ist um einiges leichter als bei dynamischen Systemen und wird zudem über die gesamte Fläche angetrieben. Daher kann sie selbst den feinsten Anweisungen der antreibenden Spule folgen – und zwar nur denen. Sie ist nahezu frei von ungewollten Teilschwingungen, die in der Musik nicht enthalten sind.

Die Konstruktion eines magnetostatischen Wandlers ist allerdings eine Herausforderung, und zumeist nicht so billig zu realisieren wie bei dynamischen Wandlern. Mehr zu den unterschiedlichen Wandlersystemen findet sich bei Wikipedia.

Unsere Testkandidaten

Um herauszufinden, was aktuell der beste Kopfhörer ist, haben wir lange recherchiert und anhand von Testberichten und Kundenbewertungen aus dem unüberschaubar großen Angebot an Hifi-Kopfhörern die 15 interessantesten Modelle mit Preisen um 300 Euro ausgewählt und ausgiebig getestet.

An geschlossenen Kopfhörern stellten sich neben dem Beyerdynamic Custom Studio außerdem der Beats by Dr. Dre Pro Over-Ear, der Momentum 2.0 und seine On-Ear Variante der Momentum OnEar 2.0 von Sennheiser, der Pro 550i und der HFI 780 von Ultrasone, sowie der Audio-Technica ATH-MSR7, der günstige Panasonic RP-HD6ME, und neuerdings der Meze 99 Neo.

Als offene bzw. halboffene Systeme standen uns der Fidelio X2 von Philips, der AKG K702 und der Teufel Real Z sowie sein preisgünstiger Kollege der Aureol Real zur Verfügung, außerdem nun der Fostex T50RP MK3 und der HiFiMan HE400S.

Der Meze 99 Neo ist recht frisch auf dem deutschen Markt, konnte aber binnen kürzester Zeit eine ganze Menge renommierter Kollegen überzeugen. Das japanische Unternehmen Fostex dagegen kann zumindest im Studiobereich schon als alter Hase gelten, und bringt die isodynamischen Hörer wie den T50RP MK3 zum Schnäppchenpreis unter die interessierten Hörer. HiFiMan schließlich, sonst eher bekannt für magnetostatische Kopfhörer zu Preisen im vierstelligen Bereich, hat beim HE400S so viel Know How wie möglich in einen erschwinglichen Benjamin investiert, der zudem auch an Mobil-Geräten noch passabel performen soll.

Test: Kopfhörer – Testsieger Meze 99 Neo

Testsieger: Meze 99 Neo

Die Wahl des richtigen Kopfhörers ist immer auch Geschmacksache. Denn alle Hifi-Kopfhörer haben ein eigenes Klangbild, was dem einen gefällt findet jemand anders ganz furchtbar. Das hängt natürlich auch sehr damit zusammen, welche Musik man hört.

Außerdem greift zusehends der Trend um sich, mobil wie zuhause den selben Kopfhörer zu nutzen. Um einen Kopfhörer außer an der heimischen HiFi-Anlage auch am meist eher schwächliche Smartphone-Ausgang betreiben zu können, sollte er über eine geringe Impedanz und idealerweise eine  hohe Empfindlichkeit verfügen.

Aber es gibt auch immer wieder Kopfhörer, die bei allen Musikrichtungen und an den meisten Wiedergabegeräten eine gute Figur machen. Zu ihnen gehört der Meze 99 Neo – und das war mit ein Grund, warum er für uns einer der besten Kopfhörer für die meisten Menschen ist.

Der Meze 99 Neo ist ein geschlossener Kopfhörer, so dass man nicht mehr viel von seiner Umwelt hört, wenn man ihn mal auf den Ohren hat. Andersrum ist es genauso, auch meine Umgebung bekommt nicht viel von meinem Musikgeschmack mit. Ausgesprochen wird der Firmenname übrigens »Mese«, mit stimmhaftem »s«, so lautet auch der Name des Inhabers – Antonio Meze.

Impedanz und Empfindlichkeit

Mit Impedanz bezeichnet man den Wechselstromwiderstand eines Kopfhörers. Im Zusammenspiel mit dem Quellgerät wirkt sich dieser auf die Lautstärke und auf den Klang aus.

Hochwertige Studio-Kopfhörer arbeiten für gewöhnlich mit einer Impedanz von etwa 300 Ohm. Mobilgeräte wie Audioplayer oder Smartphones harmonieren aufgrund der begrenzten Verstärkerleistung dagegen am besten mit Kopfhörern mit einer Impedanz von 32 Ohm oder niedriger. Stationäre HiFi-Geräte mit Kopfhörer-Ausgang erfordern wiederum meist eine Impedanz, die mit etwa 100 Ohm zwischen den beiden Extremen liegt, werden aber meistens auch mit höheren Impedanzen fertig.

Mit der Empfindlichkeit eines Kopfhörers verhält es sich ähnlich; sie besagt, wieviel Schalldruck der Kopfhörer mit der Leistung von 1mW maximal erzeugen kann, und ist ebenfalls eine Kenngröße für die erreichbare Lautstärke, aber vor allem Dynamik.

Der Meze 99 Neo ist mit seiner Impedanz von 26 Ohm und einer Empfindlichkeit von 103 dB optimal für mobile Geräte ausgelegt. Die heimische Anlage stellt er damit ebenfalls nicht vor Probleme.

Umfassend ausgestattet, solide gefertigt

Das Anschlusskabel wird jeweils an die rechte und linke Hörkapsel eingesteckt, es liegen zwei Kabel bei, ein drei Meter langes, reines HiFi-Kabel und ein mit 1,5 Metern kürzeres für den Betrieb am Smartphone. An diesem Kabel ist auch ein Mikrofon angebracht.

Die Entscheidung, welche Kapsel aufs linke und welche aufs rechte Ohr gehört liegt allein beim steckbaren Kabel, die Stecker sind entsprechend markiert. Allerdings ist diese Markierung im eingesteckten Zustand schwer abzulesen.

Zwar verfügt der Neo nicht wie sein Bruder, der Classic, über Hörkapseln aus Holz, sondern aus Kunststoff. Dennoch leistet er sich seitens der Verarbeitung keinerlei Schwächen. Die Kunststoff-Schalen der Hörkapseln sind von lederartiger Textur und harmonieren schön mit den matten Metallteilen.

Zwei metallene Halterungen mit aufgedrucktem Firmenlogo halten das komfortable Kopfband im Bügel – sie sind geschraubt und erlauben einen Austausch, wenn das Kopfband defekt oder unansehnlich geworden ist. Dies wird allerdings einige Hörsessions in Anspruch nehmen, da das verwendete Kunstleder von höchster Qualität ist.

Das gleiche gilt für die Ohrpolster, die sind ebenfalls aus komfortabel zu tragendem Kunstleder und lassen sich auch auswechseln.  Entsprechend gut liegt der Meze dann auf, die Ohren werden komplett umschlossen, es dringt weder Musik nach außen, noch hört man viel von der Außenwelt.

Einspielen

Wie jedem Kopfhörer gönne ich dem Meze 99 Neo vor dem Hörtest eine gewisse Einspielzeit. Wobei ich die kursierenden Angaben von mehreren Tagen oder gar Wochen für einigermaßen übertrieben halte, schon nach einigen Stunden ändert sich am Klang nicht mehr wirklich viel.

Im Gegenteil, wenn ich davon ausgehe, dass sich ein Gerät, ob nun Kopfhörer, Lautsprecher oder gar Elektronik über Tage und Wochen einspielen müsste, muss ich konsequenterweise auch davon ausgehen, dass diese Geräte einem ebenso raschen Alterungsprozess unterliegen.

Hörtest

Und ich fühle mich bestätigt, denn bereits nach dem Auspacken gibt der Neo schon eine gehörige Kostprobe seiner klanglichen Fähigkeiten. Der Meze hat schon jetzt eine sehr schöne Grundtonwiedergabe, ohne dass die Höhen darunter leiden. Bei Bedarf drückt er vehement tief aus dem Basskeller nach, ohne dabei eine Lücke zwischen den unteren und den mittleren oder hohen Frequenzen hören zu lassen.

Im sensiblen Mittelton-Bereich liefert er das gesamte Spektrum an Klangfarben, was gerade Stimmen und natürliche Instrumente ausmacht. Aber auch Synthy-Pop und andere elektronische Musik klingt mit dem Meze weniger kühl und distanziert sonder er versteht es, für jedes Genre zu begeistern und mitzureißen.

Das heißt natürlich nicht, das er die Höhen dabei vernachlässigt; es glitzert und prickelt selbst in höchsten Höhen eindrucksvoll, wobei ihm verziehen sei, dass er den ganz fiesen Spitzen, wie extremen Zischlauten etwas die Schärfe nimmt. Perfekt abgestimmt also fürs Langzeithören. Dafür steht auch, das er mit seiner geringen Impedanz und seinem guten Wirkungsgrad (26 Ohm, 102 dB) ziemlich anspruchslos ist, was den Verstärker-Ausgang anbelangt, so spielt er auch am Smartphone mit eher schwächlichem Kopfhörer-Verstärker.

Zu Höchstform gerät der Meze 99 Neo allerdings bei entsprechendem Futter; das Smartphone sollte also über einen ordentlichen integrierten Wandler nebst stabilem Verstärker verfügen, oder man wertet diese Sektion mit einem externen DAC plus Verstärker auf. Beim Wechsel an die heimische Anlage steht dann netterweise ein HiFi-Kabel ohne Mikrofon und Fernbedienung zur Verfügung.

Meze 99 Neo im Testspiegel

Die Hörer von Meze sind relativ jung am Markt, es gibt den 99 Neo tatsächlich erst seit wenigen Monaten. Daher findet man die meisten Testergebnisse zum Meze 99 Classic, das ist der mit den hölzernen Kapseln. Diese haben wir natürlich nicht herangezogen, wir warten lieber noch ein kleines Weilchen, bis es zum Neo mehr Testergebnisse gibt, um diese dann zeitnah nachzutragen.

In der aktuellen EarIn hat Kollege Martin Mertens dem Neo die Note 1,4 in der Spitzenklasse gegeben, bei einem sehr guten Preis/Leistungs-Verhältnis. Er hat den Neo gegen den Classic folgendermaßen abgesetzt:

»Der Meze 99 Neo ist nicht nur zeitlich das jüngere 99-er Modell. Er sieht moderner aus und seine klangliche Abstimmung dürfte einem jüngeren Musikgeschmack entgegenkommen. Dennoch ist er nicht trendy, sondern ein zeitlos schöner und klanglich ausgereifter Kopfhörer. »

Alternativen

Der Markt, gerade im Preisgefüge um 300 Euro, ist riesig. Dennoch haben wir einige wirklich interessante Alternativen zu unserem Favoriten für Sie herausgepickt, die mit ganz speziellen Fähigkeiten oder Ausstattungsmerkmalen aufwarten können.

Der zweite Favorit: Beyerdynamic Custom Studio

Unser ehemaliger Favorit ist immer noch eine Sünde wert, tut sich allerdings schwer bei mobilen Geräten. Der Custom Studio von Beyerdynamic ist etwas hochohmiger als unser neuer Testieger und bringt kein Inline-Mikrofon mit.

Klanglicher Allrounder: Beyerdynamic Custom Studio

Test Kopfhörer: Beyerdynamic Custom Studio
Unser ehemaliger Favorit ist immer noch eine Sünde wert, tut sich allerdings schwer bei mobilen Geräten.

Besonders das Bassmanagement des Custom Studio hat uns gefallen, denn so kann man bei entsprechender Musikvorliebe den Basspegel in mehreren Stufen anheben, ohne dass dieser zu unkontrolliertem Gewummere verkommt.  Immer schön knackig und konturiert machen sich die Tiefen der Musik bemerkbar, ohne dass im Mittelhochtonbereich Information verloren geht.

Die Studio-Variante des Custom liefert übrigens in der neutralen Position der Bass-Schieber einen sehr schön ausgewogenen Klang, mit dem sich getrost auch klassische Musik genießen lässt.

Für seinen Preis ist der Beyerdynamic ordentlich ausgestattet und sauber gefertigt, ein Kabel mit Mikrofon zum Anschluss an das Mobiltelefon ist allerdings nicht dabei, hier muss man auf die Annahme von Anrufen verzichten. Allerdings läuft der Beyerdynamic ohnehin nur an Mobilgeräten mit potentem Kopfhörer-Ausgang zur Höchstform auf. Wer den Kopfhörer ohnehin nur zuhause nutzt, wird mit dem Custom Studio glücklich werden, zumal er noch ein paar Euro günstiger ist als unser neuer Favorit.

Klangliche Offenbarung: HiFiMan HE400S

Wie alle HiFiMan Kopfhörer, wenn es nicht gerade In-Ears sind, arbeitet der HE400S mit magnetostatischen Wandlern, er stellt den Einstieg bei HiFiMan dar, hat jedoch immer noch einen stolzen Preis.

Audiophiler Leckerbissen: HiFiMan HE400S

Test Kopfhörer: HiFiMan HE400S
Man braucht ihn nicht, aber man will ihn haben.

Das Gefühl, dass er sein Geld durchaus wert ist, stellt sich schon nach den ersten Hörproben ein; der HiFiMan ist kein Blender, der direkt mit dem berühmten Aha-Erlebnis punktet, viel subtiler offenbart seine Auflösungsfähigkeit ganz neue Details vermeintlich längst bekannter Musikstücke. Korrektur: Er zeigt keine neuen Details, vielmehr bewahrt er durch seine feine Art viele Details vor dem Untergang, indem er sie deutlicher hörbar macht, als viele andere Kopfhörer in dieser Preisklasse.

Mit dem HiFiMan Musik zu hören ist wie Watt-Wandern mit nackten Fußsohlen; jede, auch noch so feine Struktur des Untergrundes lässt sich erfühlen, dennoch bleibt es ein eher ganzheitliches Erlebnis. Wobei ich natürlich nicht den Eindruck erwecken möchte, der HE400S klänge irgendwie matschig.

Das Gegenteil ist der Fall, zwar kommt der Tiefbassbereich nicht so eindringlich wie beim Favoriten oder gar beim Beyerdynamic, aber einen markanteren, unmittelbareren Antritt beispielsweise einer Bassdrum habe ich selten über Kopfhörer in dieser Preisklasse gehört.

Dabei hat der HiFiMan mit seiner niedrigen Impedanz (22 Ohm) eine gleichzeitig recht hohe Empfindlichkeit von 98 dB und spielt sogar am Smartphone ganz passabel auf. Passabel meint hier allerdings im Vergleich zum Anschluss am veritablen Kopfhörer-Ausgang einer HiFi-Anlage. Mein eigenes Smartphone bescherte dem HiFiMan schon einen beachtlichen Pegel, wenngleich sehr dynamisch auftretende Stücke die Ausgangsstufe meines  Smartphones hörbar ans Limit brachten, ein externer Kopfhörer-Verstärker schafft hier Abhilfe.

Auch wenn der HiFiMan HE400S unsere klare Empfehlung, insbesondere für hochwertige Wiedergabe-Geräte ist, bleibt doch ein kleines Manko: Sie sollten den HiFiMan unbedingt im Fachhandel kaufen, vielleicht lässt sich der Händler ja dazu überreden, die billigen, juckenden Ohrpolster gegen ein Paar bessere zu tauschen.

Anspuchsvoll: Fostex T50RP MK3

Auch der T50RP MK 3 des japanischen Tonstudio-Ausstatters Fostex arbeitet nach dem magnetostatischen Prinzip, das bei Fostex allerdings isodynamisch heißt.

Günstigster Magnetostat: Fostex T50RP MK3

Test Kopfhörer: Fostex T50RP MK3
Der T50RP MK3 schiebt des kräftigsten Bass in der TXXRP Familie.

Der T50RP MK3 ist sogar noch günstiger als der HiFiMan, er hat außerdem zwei Brüder, den T40RP MK3 und den T20RP MK3. Alle drei arbeiten mit den selben Wandler-Systemen, folgen dabei aber unterschiedlichen Bedämpfungen; so ist der T20RP nach dem offenen, der T40RP nach dem geschlosenen und unser T50RP nach dem halboffenen Prinzip gebaut.

Die Klangcharakteristika sind entsprechend unterschiedlich ausgelegt. Der geschlossene  T40RP MK3 kommt mit schlankem Tiefbass und ausdrucksstarken Mitteltonbereich für stille Genießer daher, da er nach außen weitestgehend abgeschottet ist.

Der T20RP MK3 ist offen, und daher etwas für Freunde einer ausgeprägten Tiefbass-Wiedergabe. Immer konturiert und lässig und auch hier mit hervorragender Detailwiedergabe im Mittel- und Hochtonbereich. Allerdings hört die Außenwelt hier mit und bleibt ebenfalls nicht ganz ausgesperrt.

Der T50RP MK3 repräsentiert mit den halboffenen Systemen den klanglich ausgewogenen Kompromiss. Allerdings benötigen alle drei Varianten einen kräftigen Zuspieler, an den allermeisten  Smartphones klingen sie daher zu leise und können ihr Potential nicht ausspielen.

An der HiFi-Anlage hört man dann, was ein Kopfhörer mit Folien-Membranen für feine Klänge zaubern kann, der Preis ist schon beinah unverschämt günstig.

Audiophiler Klassiker: AKG K702

An nächster Stelle wäre hier der AKG K702 zu nennen, der immer noch zurecht als audiophiles Meisterstück gilt.

Offen und feinsinnig: AKG K702

Test Kopfhörer: AKG K702
Durch offene Bauart mehr Auflösung, aber weniger Bass. Vor allem für Klassik-Liebhaber geeignet.

Anders als unser Favorit arbeitet er nach dem offenen Prinzip, das heißt, dass auch mein Sitznachbar mithören kann, ich andererseits auch mehr von meiner Umgebung mitbekomme.

Gerade wegen seiner offenen Bauweise kann der AKG K702 mit ganz besonderen Klangeigenschaften aufwarten: Er ist feinsinnig und linear abgestimmt und hat eine saubere Tieftonwiedergabe. Allerdings reicht er nicht so tief in den Basskeller wie unser Favorit, weshalb er für Freunde wummernder Beats weniger geeignet ist.

Dafür tut sich der AKG insbesondere bei der Wiedergabe von Vocals und klassischer Musik sehr wohltuend hervor, hier kann man mit ihm ganz genau hinhören.

Da der K702 schon einige Jahre auf dem Markt ist, gibt es ihn mittlerweile deutlich unterhalb des ursprünglichen Verkaufspreises und ist damit ein echtes Schnäppchen. Gerade für Klassikliebhaber gibt es aktuell nichts besseres für dieses Geld.

Viel Bass trotz offener Bauweise: Philips Fidelio X2

Auch der Philips Fidelio X2 folgt dem offenen Prinzip, er ist aber ganz anders abgestimmt als der AKG, sein Schwerpunkt liegt wesentlich mehr im unteren Frequenzbereich.

Offen und kräftig: Philips Fidelio X2

Test Kopfhörer: Philips Fidelio X2
Ebenfalls offen gebaut, aber mit stärkerem Bass auch gut für moderne Musik geeignet.

Die Hörkapseln sind etwas kleiner als beim AKG und er sitzt etwas strammer, was aber dem Komfort keinen Abbruch tut.

Auch der Fidelio X2 schafft einen Hauch mehr Feinzeichnung als unser Favorit, kann die feinen Nuancen einer Stimme aber nicht ganz so herausarbeiten wie der AKG. Dafür geht er etwas tiefer und prägnanter in den Basskeller als der AKG und liefert mühelos ein solides Grundton- und Tiefbass-Fundament, das seinen geschlossenen Kollegen schon recht nahekommt.

Damit ist der Fidelio X2 der perfekte Hörer für alle, die es auch gerne mal krachen lassen möchten, ohne auf den luftigen Sound eines Kopfhörers offener Bauweise verzichten zu müssen.

Perfekt für unterwegs: Sennheiser Momentum 2.0

Der Sennheiser Momentum 2.0 Over-Ear ist einer der besten HiFi-Kopfhörer für den Einsatz an Smartphone und Co. Dank seines Retro-Designs und der hochwertigen Materialien ist er gleichzeitig ein echter Hingucker.

Mobiler König: Sennheiser Momentum 2.0

Test Kopfhörer: Sennheiser Momentum 2.0
Geschlossen gebaut, leicht und mit Mikro: optimal für unterwegs.

Die ohrumschließenden Polster sind aus feinstem Leder gefertigt, das sieht nicht nur gut aus, es fühlt sich auch extrem komfortabel an. Sie sind zwar passend oval geformt, könnten für manche Ohren aber zu eng sein.

Mit dem dünnen Anschlusskabel mit integriertem Mikro ist der Sennheiser eindeutig fürs Hören am Smartphone ausgelegt. Dafür spricht auch seine Impedanz von 18 Ohm, die ebenfalls für mobile Geräte ausgelegt ist.

Dank seiner geschlossenen Bauweise versorgt er den Nutzer mit kräftigem, konturierte Tiefbass, ist sich aber auch für eine differenzierte Mittellage nicht zu schade. Die gesamte Abstimmung ist jedoch eher warm.

Den Sennheiser Momentum gibt es auch in einer kabellosen Bluetooth-Ausführung mit Noise Cancelling als Momentum Wireless und noch kleiner und leichter als Momentum On-Ear (siehe unten).

Der beste Einstieg den wir kennen: Teufel Aureol Real

Mit dem preisgünstigen Aureol Real ist dem Berliner Hersteller Teufel ein wahres Meisterstück zum Freundschaftspreis geglückt.

Der beste Günstige: Teufel Aureol Real

Test Kopfhörer: Teufel Aureol Real
Ebenfalls offen gebaut, toller Klang für wenig Geld.

Der Aureol Real hat eine praxisgerechte Ausstattung und bietet einen sehr guten Klang zu einem Preis von weniger als 100 Euro.

Auch bei ihm handelt es sich um ein Exemplar in offener Bauweise, entsprechend luftig kommt er auch klanglich rüber. Der Aureol Real klingt für diesen Preis erstaunlich erwachsen, lediglich in der räumlichen Abbildung des Musikgeschehens kommt er nicht ganz an die teurere Konkurrenz heran.

Zur Ausstattung gehören neben einem Transportbeutel aus Stoff auch zwei Anschlusskabel, eines mit großer, eines mit kleiner Klinke. Der Teufel ist neben schwarz auch in schwarz-gold, schwarz-rot und weiß-rot erhältlich.

Wenn Sie nicht mehr als 100 Euro ausgeben wollen, ist der Teufel Aureol Real zur Zeit die beste Wahl.

Außerdem getestet

  • Kopfhörer-Test: Adio Technica ATH.Der Audio-Technica ATH-MSR7 ist ebenfalls ein erstaunlich vielseitiger Kopfhörer. Dank des reichhaltigen Zubehörs eignet es sich sowohl für daheim als auch für unterwegs. Klanglich gehört er zu den ehrlichen Kopfhörern, mit sattem aber nicht vorlautem Bass.
  • Kopfhörer-Test: Ulrasone PRODer Ultrasone Pro 550i und der günstigere Ultrasone HFI 780 sind die besten Kopfhörer für stimmlastige Musik. Vielen werden sie allerdings zu mittenbetont sein. Der Hersteller wirbt mit der Abschirmung der Wandler mit Mu-Metall, das soll die elektromagnetischen Wellen vom Kopf abschirmen. Eine Alternative für alle, die zu viel Elektrosmog befürchten.
  • Kopfhörer-Test: Senheiser Momentum.Der Sennheiser Momentum On-Ear 2.0 ist die On-Ear-Variante von Sennheiser. Die Ohrpolster sind noch kleiner, weil sie auf den Ohren liegen. Er kann dadurch unter Umständen sogar bequemer sein als die Over-Ear-Variante und ist auch leichter und transportabler. Das breite Klangspektrum liefert des Momentum 2 Over-Ear aber nicht.
  • Kopfhörer-Test: Teufel Real Z.Der Teufel Real Z ist der große Bruder unseres Preistipps. Er arbeitet nach dem halboffenen Prinzip und liefert dadurch etwas mehr Bass als der Aureal. Die räumliche Abbildung ist etwas weiter, aber nicht so luftig wie bei unserem Favoriten oder dem AKG. Der Aureol Real bietet daher das bessere Preis-Leistungsverhältnis.
  • Kopfhörer-Test: Panasonic RP.Anders als der Teufel in der gleichen Preisklasse liefert der Panasonic RP-HD6ME ein sehr gewöhnungsbedürftig, mittenbetontes Klangbild. Auch die räumliche Abbildung lässt zu wünschen übrig. Da fährt man mit dem Teufel Aureol Real besser.
  • Kopfhörer-Test: Beats by Dr. Dre.Der Beats by Dr Dre Pro Over-Ear kommt wie unser Favorit mit professionellem Anspruch daher. Er ist solide gefertigt und sitzt recht schwer auf dem Kopf. Die Abstimmung ist aber alles andere als neutral, wenn überhaupt ist das ein Hörer ausschließlich für sehr basslastige Musik und Fans der Marke.

Fazit

Der Meze 99 Neo ist ein vielseitig einsetzbarer Kopfhörer, mit hervorragenden Klangeigenschaften. Er gehört zu den Kopfhörern, die uns klanglich und seitens Ausstattung und Fertigungsqualität aktuell am meisten überzeugen, was Sie jedoch nicht davon entbindet, vor der Investition in ein neues Abhörgerät den eigenen Ohren zu trauen. Das gilt vor allem auch, wenn Sie sich für eines der Modelle von Fostex entscheiden.

Vor dem Kauf ist auf jeden Fall eine Hörprobe zu empfehlen – Schuhe probieren sie ja auch vorher an. Nichts ist schlimmer als ein Schuh, der zwar schön aussieht aber ständig drückt. Bei Kopfhörern verhält es sich genauso. Schließlich soll er sowohl klanglich als auch vom Tragekomfort her zu Ihnen passen.

Pro & Kontra

Pro

  • Toller Klang
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Üppige Ausstattung
  • Sehr guter Tragekomfort
  • Auch fürs Smartphone geeignet

Contra

  • Re-/Li-Kennzeichnung etwas missverständlich

Deine Meinung zählt!

  1. Jens Heiko

    damit wäre die ersatzteilfrage auch geklärt, was bringen teure kopfhörer wenn es kein ersatzeil gibt, habe auch welche hier nichtmal hersteller hat ersatzteile

    Antworten
  2. Hermann Studer

    Geschmäcker sind verschieden – ich bleib bei Sennheiser 😉

    Antworten
  3. Andreas Janke

    Ich hab vor fünf Jahren noch Ohrpolster für meinen jetzt 30 Jahre alten Beyerdynamic dt880studio bekommen

    Antworten
    1. Thomas Carl

      Sowas wird wohl auch noch ne Weile verfügbar sein 😉

      Antworten
  4. Denny Brenke

    250€ bin ich auch nicht mehr bereit auszugeben. Warum? Es geht auch einfach.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.