Der beste Lauflernwagen

Lauflernwagen Test: Hintere Reihe: Pinolino, Haba, Howa, Vtech, Fischer Price. Vordere Reihe: Ikea, Brio.

Der Lauflernwagen von Brio ist für uns der Beste. Er ist toll verarbeitet, hat eine Bremsfunktion und einen verstellbaren Schiebebügel. Außerdem ist er kippsicher konstruiert, nimmt nicht viel Platz weg, lässt sich lange nutzen und läuft leise. Was will man mehr?

Jedes Kind lernt laufen – und zwar von ganz alleine. Wirkliche Nachhilfe oder Unterstützung brauchen Kinder dabei nicht. Wenn die Kleinen allerdings anfangen, sich an Möbeln und anderen Gegenständen hochzuziehen, dann schieben sie oft Stühle oder Kisten durch die Wohnung. So kommen sie ohne jede Hilfe von A nach B – und sind natürlich mächtig stolz darauf. Damit nicht die Einrichtung fürs Training herhalten muss, gibt es Lauflernwagen.

Der Name Lauflernwagen vermittelt den Eindruck, Kinder würden mit diesem Spielzeug das Laufen lernen. Dies ist allerdings nicht der Fall. So ein Wagen, der auch Laufwagen, Schiebewagen oder Lauflernhilfe genannt wird, unterstützt sie lediglich beim Vorwärtskommen und ist ein tolles Spielzeug für den Bewegungsdrang von Kindern.

Schneller Laufen lernen Kinder mit einem Lauflernwagen aber nicht – und das ist auch überhaupt nicht notwendig, denn jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Irgendwann laufen sie alle. Aber vielleicht animiert ein Lauflernwagen die Kleinen, ihre Beinmuskulatur für das freie Laufen zu trainieren. Und er hilft ihnen, das Gleichgewicht zu halten. Zudem entlastet er die Eltern, wenn das Kind ständig an den Händen laufen will.

Deshalb eignen sich solche Wagen vor allem dann, wenn das Kind bereits alleine stehen kann, sich an Möbelstücken entlanghangelt oder schon an den Händen Erwachsener läuft.

Mit Lauflernwagen lernt das Kind nicht laufen – sie unterstützen die Kleinen aber, wenn sie schon etwas laufen können.

Der Unterschied zwischen Lauflernwagen und Gehfreis

Unbedingt abgrenzen muss man solche Lauflernwagen von Lauflernhilfen wie Babywalkern – auch Gehfrei genannt. Das sind kleine Wagen mit vier Rädern, in die das Kind in eine Art Hängesitz gesetzt wird. Meist haben sie auch einen kleinen Tisch oder eine Ablage. Mit den Füßen kann das Kind den Boden berühren und erste Gehversuche unternehmen.  Der Babywalker rollt los, wenn sich das Kind vom Boden abstößt und losgeht.

Gehfreis oder Babywalker sind für Kinder im Alter von 6 bis 15 Monaten konzipiert, die noch nicht laufen können. Die Stiftung Warentest hat diese Geräte bereits 1997 getestet und ist dabei zu dem Schluss gekommen, dass alle getesteten mobilen Lauflernhilfen, in denen das Kind sitzt, unnötig und gefährlich sind. Selbst unter Aufsicht lassen sich schwere Unfälle nicht ausschließen.

Das liegt daran, dass die Kinder in den Geräten kurzzeitig Geschwindigkeiten von bis zu zehn Kilometern pro Stunde erreichen. Sie können gegen Tischkanten oder Regale knallen und sich verletzen. Eltern unterschätzen häufig die Geschwindigkeit und reagieren zu spät. Zudem können Kinder mit diesen Lauflernhilfen Treppen herunterfallen oder über Hindernisse stürzen. Da sie mehr oder weniger aufrecht in den Lauflernhilfen stehen, erreichen sie plötzlich auch Gegenstände, die höher liegen und bringen sich damit in Gefahr – etwa, wenn sie den brodelnden Topf vom Herd ziehen oder für sie giftige Medikamente vom Tisch nehmen.

6.000 Unfälle pro Jahr durch Gehfreis und Babywalker

Nach Angaben des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte erleiden in Deutschland etwa 6.000 Kinder pro Jahr einen Unfall, der auf das Konto der Babywalker geht. Kopfverletzungen – von Schürfwunden bis zu Schädelbrüchen – sind dabei die häufigste Verletzungsart. Der Verband setzt sich für ein Verbot der Lauflernhilfen in Deutschland ein. In Kanada sind sie seit 2004 verboten.  Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft »Mehr Sicherheit für Kinder e.V.« sagt, dass  Lauflernhilfen für Kleinkinder eine der häufigsten Unfallursachen im elterlichen Heim sind.

Babywalker und Gehfreis sind nicht empfehlenswert: sie behindern die Motorik und sind für Kleinkinder gefährlich.

Zudem fördern diese Geräte die Motorik nicht, sondern behindern sie. Kinder, die oft im Gehfrei sind, lernen im Schnitt später laufen. Dass die motorische Entwicklung verzögert wird, hat beispielsweise 2002 eine britische Studie gezeigt.

Wenn Sie also Ihr Kind beim Laufen unterstützen wollen, dann kaufen Sie bitte keinesfalls einen Gehfrei! Entscheiden Sie sich lieber für einen Lauflernwagen. Den kann das Kind sogar dann noch benutzen, wenn es längst frei Laufen kann. Zum Beispiel um seine Puppen oder Stofftiere durch die Gegend zu schieben oder um sein Spielzeug zu transportieren.

Unterschiedliche Schiebewagen-Modelle

Auf dem Markt sind die unterschiedlichsten Schiebewagen-Modelle erhältlich. Es gibt sie entweder aus Plastik oder aus Holz.

Baby-»Rollatoren« aus Plastik oder Holz mit integriertem Spielboard.

Die Modelle aus Kunststoff haben in der Regel ein integriertes Spielboard, das teilweise mit Batterien versehen ist und Geräusche macht oder Lieder abspielt. An denen haben auch schon jüngere Kinder ihre Freude. Bei diesen Lauflernwagen sind auch die Räder aus Plastik – sie machen auf Laminat, Parkett oder Fliesen ziemlich viel Lärm.

Schiebewagen mit integrierten Spielmöglichkeiten gibt es auch aus Holz. Von ihrer Form her erinnern all diese Schiebewagen ein bisschen an Rollatoren.

Der Lauflernwagen Uli von Pinolino ist sehr kippsicher konstruiert.

Dann gibt es Modelle aus Holz, die durch weit hinten liegende Hinterräder besonders kippsicher konstruiert sind. Dazu zählen beispielsweise das von uns getestete Modell von Haba und das von Pinolino. Beide bieten auch Platz für Spielzeug.

Der Wagen von Haba hat einen integrierten Sitz, auf dem kleine Kinder, Puppen oder Stofftiere Platz finden. Diese Lauflernwagen sind ziemlich groß und recht schwer, denn sie bestehen aus Massivholz. Die Holzräder haben Gummireifen und laufen auch auf harten Böden sehr leise.

Sehr ähnlich: Der Testsieger von Brio (rechts) und der Ikea Mula Lauflernwagen (links).

Die dritte Kategorie von Laufwagen besteht aus einer Art Holzkiste mit Metallschieber und Gummirädern. Der Schieber lässt sich in einem unterschiedlichen Winkel anbringen. Ist der Schieber senkrecht gestellt, kippt der Wagen weniger leicht um. Diese Einstellung empfiehlt sich für Laufanfänger.

Alternativ werden – vor allem für Mädchen – auch Puppenwagen oder Puppenbuggys als Lauflernhilfen eingesetzt. Letztere kippen jedoch sehr leicht, so dass sie eher für Kinder, die schon sicher auf den Beinen stehen, geeignet sind. Puppenwagen haben wir in diesem Test nicht berücksichtigt.

Mit oder ohne Bremse?

Neben der Bauart unterscheiden sich die angebotenen Modelle darin, ob sie mit einer Bremse versehen sind oder nicht. Die Bremse wird natürlich nicht vom Kind selbst betätigt – das könnten wahrscheinlich die wenigsten Laufanfänger.

Es handelt sich dabei um eine Vorrichtung, mit der der Rollwiderstand der Räder verändert wird. So kann man den Wagen der Laufgeschwindigkeit des Kindes anpassen. Meist werden Schrauben von einem Erwachsenen so festgedreht, dass sich die Räder nur noch langsam und schwergängig drehen. Damit wird verhindert, dass der Wagen dem Kind wegrollt und es auf die Nase fällt.

Ein solches Bremssystem ist heute fast schon Standard bei Lauflernwagen. Nur die Modelle von Howa und Fisher Price verfügen über keine solche Vorrichtung. Beim Vtech-Modell ist die Bremswirkung zwar nicht stufenlos einstellbar, es gibt allerdings zwei Radgeschwindigkeiten, zwischen denen man wählen kann und der Wagen lässt sich auch komplett feststellen.

Ab welchem Alter eignen sich Lauflernwagen?

Die Herstellerempfehlungen schwanken zwischen 9 Monaten und einem Jahr. Wir würden sagen, das hängt weniger vom Alter als davon ab, wie sicher sich das Kind schon hochziehen kann, wie sicher es steht und ob es sich mit Festhalten schon fortbewegen kann.

Unser 16 Monate altes Testkind ist mit keinem der Laufwagen hingefallen und auch keiner der Wagen ist bei der Benutzung umgekippt. Liest man aber Kundenerfahrungen im Internet, dann berichten bei jedem Modell Eltern, dass es nicht kippsicher sei.

Oft wird wohl der Fehler gemacht, dass Kinder zu früh einen Lauflernwagen bekommen. Wenn sich die Kleinen mit ihrem ganzen Gewicht an der Stange hochziehen, weil in ihren Beinchen selbst noch zu wenig Kraft vorhanden ist, dann ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass ein Wagen dabei umfällt, als wenn das Kind schon fast alleine aufstehen kann.

Die Lerngeschwindigkeit des Kindes ist entscheidend – nicht unbedingt die Herstellerangaben.

Wenn man das beherzigt, dann wird es zu viel weniger Stürzen und Unfällen kommen. Und das Kind hat weniger Frust, weil es den Wagen schon besser lenken kann. Dennoch sollte ein Kind natürlich nie unbeaufsichtigt in der Nähe von Treppen, Stufen, hohen Bodenschwellen oder gar Gewässern mit den Lauflernwagen unterwegs sein. Vor allem an Treppen ist die Unfallgefahr sehr hoch.

So haben wir getestet

Aus dem riesigen Angebot an Lauflernwagen haben wir sieben ganz unterschiedliche Modelle ausgewählt, die uns durch gute Testergebnisse und positive Kundenbewertungen überzeugt haben.

Getestet haben wir alle Modelle mit einem 16 Monate altem Mädchen, das ohne Hilfe stehen kann und gerade anfängt, die ersten ein, zwei Schritte frei zu laufen. Das Kind ist 74 Zentimeter groß und wiegt rund 8,5 Kilogramm.

Alle Laufwagen im Test: Hintere Reihe: Pinolino, Haba, Howa, Vtech und Fisher Price. Vordere Reihe: Ikea und Brio.

Geprüft haben wir, wie leicht die Montage ist und wie gut der Lauflernwagen verarbeitet ist. Pluspunkte gab es für das Vorhandensein einer Bremse und Verstellmöglichkeiten. Außerdem haben wir darauf geachtet, wie leise der Wagen auf harten Böden unterwegs ist und natürlich war auch die Kippsicherheit ein Kriterium.

Zudem war uns wichtig, wie gut das Kind mit dem Lauflernwagen gehen und auch lenken bzw. umdrehen kann. Wenn Mama oder Papa an jeder Wand zu Hilfe kommen müssen, ist das ziemlich nervig. Der letzte Punkt war, wie stark Möbel in der Wohnung in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn der Laufanfänger mit seinem Wägelchen dagegen rummst.

Nicht zuletzt spielte auch der Preis eine Rolle, denn die Spannbreite ist groß: sie liegt bei unseren Testkandidaten zwischen günstigen 25 Euro und happigen 106 Euro.

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Kommentare

30 Kommentare zu "Der beste Lauflernwagen"

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Jess Render guck mal

Sharky von der Spielzeugbande war für uns der beste. Total Kletter und Kipp sicher.

Christina Ma wir hatten den vtech. Philipp spielt heute noch damit (weil wir gestern darüber geredet haben).

Klara Schlatter

Halt ich von allen nix! Jedes Kind lernt auch ohne den Zeug laufen!

Das steht ja auch in dem Artikel… erst lesen dann kommentieren 😉

Es sind Schiebewagen , wie Puppenwagen oder Kisten mit Rollen. Kein Gehfrei. Besorgt man sich kein Lauflernwagen schieben die Süßen eben Möbel durch die Gegend. Gleicher Effekt.

Was habt ihr denn für möbel? 😂

Wir haben den von Brio und sind total zufrieden. Emma liebt ihn und fährt damit auch mal durch den Park und über die Wiese im Garten. Er ist schön leicht und trotzdem stabil. Absolut zu empfehlen

Wir hatten und haben den Haba Werkelzwerg Wagen. Auch nach der Lauflernzeit, wurde der Wagen mit dem Holzwerkzeug noch lange bespielt… tolle Qualität, rechtfertigt den sehr teueren Neupreis!

Meli Meg

Gülüzar habt ihr schon einen?

Nööö kann mich net entscheiden 😑

Erol Kaloglu

Bis wir uns überlegen konnten, ob wir so etwas wollen / brauchen, ist er gelaufen (11 Monate), hat Stühle geschoben, sich an Möbeln und Wänden entlang gehangelt,… Wir haben bewusst nichts getan, um es zu fördern oder gar zu fordern

Wir hatten erst das Gehfrei von Hauck und dann den Wagen von Haba.

Ein Gehfrei 😨

????

Da ist deiner bei Jasmin

Caro Lin

Wir haben uns für den von Pinolino entschieden. Sind sehr zufrieden. Da kann man (leider etwas umständlich aber es geht) die Bremsen einstellen für den Anfang.

Den haben wir auch der ist super …

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