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Der beste Lippenstift

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Lippenstift Test: Der Beste Lippenstift
Magi Kusak

Magi Kusak

ist Beauty-Bloggerin der ersten Stunde und betreibt mit MagiMania den ältesten deutschsprachigen Beauty Channel auf YouTube, wo sie ihre Community an der Begeisterung für effektvolles Makeup, moderne Texturen und wirksame Skincare teilhaben lässt.

Wir haben 16 Lipsticks auf verschiedene Eigenschaften hin getestet, um für Sie für unterschiedliche Anforderungen die besten Produkte zu finden – denn der beste Lippenstift bedeutet für jeden etwas anderes. Der L’Oréal Paris Rouge Signature Brilliant ist als unser Top-Favorit wegen seinem Applikator eventuell etwas unkonventionell, er erweist sich aber als komfortabler und widerstandsfähiger Alltagsbegleiter.

Die Auswahl von Lippenstiften auf dem Beauty-Markt ist überwältigend. Neben der Farbwahl muss man sich auch noch mit Deckkraft, Finish und ungewohnten Verpackungskonzepten befassen. In der Praxis soll eine lange, widerstandsfähige Haltbarkeit möglichst nicht auf Kosten von Tragekomfort und Pflege gehen.

Wir haben 16 Lippenstifte getestet und uns dabei auf eine recht universelle, lippenähnliche Farbfamilie konzentriert. So können Unterschiede nach dem Auftragen besser verglichen werden.

Unsere Schwerpunkte lagen außerdem einerseits auf einer angenehmen, nicht austrocknenden Formulierung für den Alltag, die das Aussehen der Lippen optimiert und am besten noch sanft pflegt. Andererseits suchen wir einen zuverlässigen Lipstick für wichtige Anlässe, bei dem wir uns trotz vieler Gespräche und Mahlzeiten keine Sorgen um das Makeup machen müssen.

All diese Anforderungen zu erfüllen ist nach wie vor eine Herausforderung für die Hersteller, der sie aber langsam immer näher kommen. Bis es den perfekten Lippenstift gibt, muss man entweder bereit sein für Kompromisse oder für verschiedene Zwecke verschiedene Lippenstifte wählen. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

L'Oréal Paris Rouge Signature Brilliant

Test Lippenstift: L'Oréal Paris Brilliant Signature
Haltbarkeit und Tragekomfort zu einem fairen Preis. Für uns lässt er bis auf weitere Farben als täglicher Begleiter keine Wünsche offen.

Der L’Oréal Paris Rouge Signature Brilliant ist ein Hybrid aus Lipgloss und Lippenstift und wird mit einem Applikator aufgetragen. Er glänzt zwar ähnlich wie ein Gloss, ist jedoch farbintensiv und deckend genug, um als flüssiger Lippenstift durchzugehen.

Bemerkenswert an ihm ist vor allem die Haltbarkeit: er übersteht nicht nur Trinken mühelos und so manch leichte Mahlzeit, sondern ist nach wenigen Minuten des Antrocknens beinahe kussecht. Dabei bleibt er stets geschmeidig und angenehm. Nachteil: bisher ist er nur in sechs Farbtönen erhältlich.

Der Haltbare

Smashbox Always On Cream to Matte

Lippenstift Test: Smashbox Always On Lippenstift
Wenn es haltbar sein soll, ohne drastisch auf Tragekomfort zu verzichten, ist dieser Long-Lasting-Lipstick ein sehr guter Begleiter in traditioneller Lippenstiftform.

Wer nicht auf das klassische Erlebnis eines herausdrehbaren Lippenstiftes verzichten möchte und dabei dennoch herausragende Haltbarkeit sucht, wird mit dem Smashbox Always On Cream To Matte Lipstick sorgenfreie Stunden verbringen. Die seidig-cremige Textur gleitet auf die Lippen und beschert intensive Farbe mit mattem Finish. Einmal getrocknet, bleibt er über Stunden robust und übersteht auch so manche Mahlzeit.

Ein wenig Tragekomfort muss man bei der Konstellation allerdings einbüßen, trockene Lippen sollte man besser vorbereiten. Ansonsten genügt eine dünne Schicht für ein deckendes Ergebnis.

Der Verschönernde

Becca Ultimate Lipstick Love

Lippenstift Test: Becca Love Lippenstift
Wenn es traditionell sein soll, bietet der Gel-Lippenstift intensive, gleichmäßige Farbe und ein pralles Finish. Für einen geschmeidigen Lippenstift ist die Haltbarkeit in Ordnung und überzeugt mit vielen Farben und gelungener Verpackung.

Eine gelungene »goldene Mitte« nimmt der Becca Ultimate Lipstick Love ein: Er meistert den Kompromiss zwischen intensiver Farbe und angenehmem Tragekomfort bei solider Haltbarkeit am besten im Test. Die Lippen wirken gepflegt und prall, auch wenn sie etwas trocken sind. Die Farbe ist deckend aber nicht plakativ. Eine hochwertige Verpackung und eine gut strukturierte, große Farbpalette runden das gelungene Gesamtpaket ab.

Der Pflegende

Clinique Chubby Stick Intense

Test Lippenstift: Clinique Chubby Stick Intense
Unkompliziert und stets geschmeidig ist der intensiv getönte Lipbalm in Jumbo-Buntstiftform. Er spendet Farbe, Glanz und Pflege.

Pflege und Farbe – ganz unkompliziert – bietet der Clinique Chubby Stick Intense. Der herausdrehbare, pflegende Lippenstift erinnert an riesige Buntstifte. In der Intense-Version hat Clinique die populären getönten Lipbalms um mehr Pigment ergänzt, sodass sie auch problemlos als Lippenstift durchgehen und viel Farbe schenken.

Haltbarkeit ist sicherlich nicht seine Stärke, dafür lässt er sich unterwegs auch jeder Zeit mühelos nachziehen, ohne viel Aufmerkamheit einzufordern.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Unser FavoritDer HaltbareDer VerschönerndeDer Pflegende
ModellL'Oréal Paris Rouge Signature BrilliantSmashbox Always On Cream to MatteBecca Ultimate Lipstick LoveClinique Chubby Stick IntenseYSL Vernis à Lèvres Vinyl CreamChanel Rouge CocoGivenchy Le Rouge Deep VelvetMaybelline Super Stay Matte InkMAC Matte LipstickManhattan Lips2Last Colour & GlossKiko Smart Fusion LipstickL'Oréal Paris Color Riche SatinEssence This is me LipstickBenefit Lovetint Lip & Cheek StainCatrice Matt Pro InkClarins Eau à Lèvres
Test Lippenstift: L'Oréal Paris Brilliant SignatureLippenstift Test: Smashbox Always On LippenstiftLippenstift Test: Becca Love LippenstiftTest Lippenstift: Clinique Chubby Stick IntenseTest Lippenstift: YSL Vernis à Lèvres Vinyl CreamTest Lippenstift: Chanel Rouge Coco 434 MademoiselleTest Lippenstift: Givenchy Le Rouge Deep VelvetLippenstift Test: Maybelline Superstay Matte Ink 80 Ruler Liquid LipstickTest Lippenstift: MAC Matte LipstickTest Lippenstift: Manhattan Lips2Last Colour & GlossTest Lippenstift: Kiko Smart Fusion LipstickTest Lippenstift: L'Oréal Paris Color RicheTest Lippenstift: Essence This is me Lipstick 02 HappyTest Lippenstift: Benefit Lovetint Lip & Cheek StainTest Lippenstift: Catrice Matt Pro Ink Confidence is KeyTest Lippenstift: Clarins Eau à Lèvres
Pro
  • Nahezu kussecht
  • Angenehmes Tragegefühl
  • Mit jeder Schicht intensivere Farbe
  • Pralles Finish
  • Cremige Textur, deckt in einem Zug
  • Sehr lange Haltbarkeit
  • Cremige, geschmeidige Textur
  • Schönes, pralles Finish
  • Pflegend
  • Edle Verpackung
  • Viele Farben
  • Sehr cremige, geschmeidige Textur
  • Glänzendes Finish
  • Sehr pflegend
  • Unkompliziert
  • Nahezu kussecht
  • Angenehmes Tragegefühl
  • Pralles Finish
  • Viele Farben
  • Cremige, geschmeidige Textur
  • Schönes, pralles Finish
  • Pflegend
  • Viele Farben
  • Marken-Image
  • Cremige, leichte Textur
  • Intensive Deckkraft bei wenig Masse
  • Edle Verpackung
  • Sehr lange, widerstandsfähige Haltbarkeit
  • Intensive, deckende Farbe
  • Viele Farben
  • Günstig
  • Gute Haltbarkeit
  • Sehr viele Farben
  • Sehr lange, widerstandsfähige Haltbarkeit
  • Intensive, deckende Farbe
  • Sehr günstig
  • Gleichmäßiger, intensiver Auftrag
  • Viele Farben
  • Sehr günstig
  • Cremige, geschmeidige Textur
  • Schönes, pralles Finish
  • Pflegend
  • Gleichmäßiger, intensiver Auftrag
  • Gute Haltbarkeit
  • Sehr günstig
  • Intensive Farbe
  • Angenehme, ungewöhnliche Textur
  • Lange Haltbarkeit
  • Nahezu kussecht
  • Trocknet sehr schnell
  • Natürliche Optik
  • Nahezu kussecht
Contra
  • Wenige Farben
  • Etwas ungleichmäßig
  • Minimal austrocknend
  • Etwas teuer
  • Eigentlich getönter Balm
  • Muss immer wieder nachgelegt werden
  • Etwas teuer
  • Teuer (Preisbindung / von Rabatten in der Regel ausgeschlossen)
  • Minimal trocken (mattes Finish)
  • Wenige Farben
  • Relativ Teuer
  • Schwere Textur
  • Betont Lippenfältchen
  • Sieht abends eher "unappetitlich" aus
  • Kann Lippen austrocknen
  • Etwas trocken
  • 2-Phasen-Produkt: ohne Gloss unerträglich, muss also laufend nachgelegt werden
  • Finish
  • Kann Lippen austrocknen
  • Duft
  • Starker Abdruck auf bspw. Tassen
  • Starker Abdruck auf bspw. Tassen
  • Partikel spürbar und verbleiben auf Lippen, wenn das Produkt weg ist
  • Intensiver, langanhaltender Duft
  • Abdruck auf bspw. Tassen
  • Etwas trocken
  • Finish wirkt etwas stumpf
  • Etwas konturenlos
  • Leicht austrocknend
  • Verfärbt Haut (Überziehen vermeiden)
  • Tendiert zu Streifen
  • Trocken in Optik und Gefühl
  • Finish
  • Ungleichmäßig
  • Tönung hält nicht an (außer auf Haut)
  • Süßer Geschmack präsent
  • Pflegt nicht
  • Sehr teuer
Bester Preis
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Kleine Lippenstiftkunde

Die gute Nachricht vorweg: erfreulicherweise muss man sich nicht auf einen Lippenstift festlegen. Die Formulierungen werden jedes Jahr besser und es lohnt sich auch mal, etwas Neues auszuprobieren, auch wenn es zunächst ungewohnt oder unkonventionell erscheint.

Erst in den letzten Jahren hat man den Einsatz von Silikonen und Polymeren in Makeup optimiert. Wer Long-Lasting-Produkte noch aus dem letzten Jahrzehnt kennt und als unerträglich in Erinnerung hat, sollte ihnen mal eine neue Chance geben.

Moderne Texturen sind leicht und bleiben geschmeidig. Sie trocknen die Lippen nicht mehr so stark aus, dass sie stets als 2-Phasen-Produkte mit zusätzlicher Pflege angeboten werden müssten – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Leichte und geschmeidige Texturen dank optimiertem Einsatz von Silikonen und Polymeren

Natürlich gibt es auch weiterhin schwerere, dickere Texturen für alle, die es klassisch bevorzugen oder nur auf naturnahe Inhaltsstoffe zurückgreifen möchten.

Was ist drin?

Der traditionelle Lippenstift besteht aus Ölen, Wachsen und Pigmenten sowie pflegenden, duftenden oder dekorativen Zusätzen. Meist zum Herausdrehen erhältlich, wird er aber auch geschmolzen in Paletten und Pfännchen angeboten, vor allem im professionellen Bereich.

Man findet diese klassischen Lippenstifte sowohl in der typischen Bullet-Form mit daumengroßem Durchmesser, aber auch als schlankere und längliche Slim Lipsticks, die wie dicke Lipliner aussehen können.

Die Darreichungsform wird von den Herstellern nicht nach Lust und Laune gewählt, sondern sonder hängt maßgeblich von der Formulierung ab. Besonders weiche Texturen sind beispielsweise in länglichen Röhrchen bis zum Rand gefüllt, weil sich das Produkt beim Auftrag anderenfalls verformen könnte, wie beispielsweise beim Smashbox Always On Cream To Matte als seidige Long-Lasting-Version oder beim Clinique Chubby Stick Intense als pflegender Balm.

Kappe zu bei Long-Lasting-Produkten!

Long-Lasting-Lippenstifte enthalten verdunstendene Bestandteile, weswegen man bei solchen Formulierungen unbedingt stets nach  Gebrauch die Kappe schnell dicht verschließen sollte.

Alter Trick: einen »leeren« Lippenstift nicht sofort entsorgen! In der Hülse steckt noch jede Menge Produkt. Man kann es entweder mit einem sauberem Spatel auskratzen und in ein Döschen umfüllen oder nutzt einfach einen Pinsel.

Liquid Lipsticks

Auch wenn der Name das suggeriert, muss es sich bei einem Lippenstift nicht immer um einen Stift zum Herausdrehen handeln. Mittlerweile gibt es flüssige Produkte wie unseren Testsieger, die mit einem integrierten Applikator aufgetragen werden.

Es kann anfangs ungewohnt sein, sich dabei gedanklich von einem Lipgloss und seinen Eigenschaften zu lösen. Man büßt mit flüssigen Lippenstiften nicht automatisch Brillanz oder Haltbarkeit ein. Im Gegenteil: oft ermöglichen es gerade diese Produkte, einen robusten aber dünnen Film auf der Lippenhaut zu platzieren, der keinesfalls glänzend sein muss.

Ein Applikator hat den Vorteil, dass er bis zum Ende konstante Präzision gewährleistet. Ein neuer Lipstick ist immer herrlich genau und es ist einfach, das Lippenherz auszumalen. Mit der Zeit geht sowohl die Spitze als auch die verjüngte Form verloren und es wird deutlich schwieriger entlang der Kontur sauber Farbe aufzutragen. Gerade bei kräftigen Farben kommt man dann nicht mehr um Lipliner oder Pinsel herum.

Lippenstift Test: Maybelline Super Stay Matte Ink 80 Ruler Closeup
Maybelline Super Stay Matte Ink »80 Ruler« Applikator.

»Flüssiger Lippenstift« ist als Oberbegriff für Produkte mit Applikator etwas ungenau, denn die Texturen sind durchaus unterschiedlich. Mal sind sie wässrig oder ölig, mal cremig bis mousse-artig. Es gibt sie glänzend, matt und mit allen Schattierungen dazwischen.

Es empfehlt sich immer, die Herstellerbeschreibung zu prüfen, um zu sehen mit welcher Haltbarkeit zu rechnen ist. Einige Produkte lassen sich wegwischen wie traditionelle Lippenstifte, andere trocknen an und werden wischfest.

Lip Stains

Obwohl ebenfalls flüssig, oftmals auch wässrig wie beim Clarins Eau à Lèvres, zählen wir Lip Stains oder Lip Tints nicht zu den Liquid Lipsticks. Es ist schwer diese Produkte einzuordnen, weil sie unsere Lippen nicht mit Farbe abdecken sondern mit löslichen Färbemitteln tönen, ähnlich wie ein Lolli die Zunge. Daher werden auch ausschließlich zugelassene Lebensmittelfarben für diesen Effekt verwendet.

Lip Stains tönen die Lippen wie Zungenmaler-Lollis.

Die Färbung ist je nach Nuance unterschiedlich, von Magenta oder intensivem Rot kennen wir aber einen sehr intensivierenden, langanhaltenden und vor allem widerstandsfähigen Effekt. Bei der Wahl unserer Testkandidaten aus dieser Kategorie hatten wir dagegen weniger Glück: Zartere Töne wie Rosa oder Rosenholz verschwinden deutlich früher, könnten auf eher blassen Lippen aber immer noch sichtbar sein.

Lippenstift Test: Benefit Lovetint Lip & Cheek Stain Aufgetragen
Benefit Lovetint Lip & Cheek Stain aufgetragen.

Einige Hersteller kombinieren den Tint-Effekt mit einem deckenden Produkt. So bleibt die Lippenfarbe auch noch betont und gleichmäßig, wenn das Pigment sich verabschiedet hat.

Vorsicht ist beim Überziehen der Lippenkontur geboten. Die Tönung hält auf Lippen nicht so lange wie auf unserer »normalen« Haut, wie unsere Fotos zeigen. Während die Stains von Benefit und Clarins auf den Lippen nur wenige Stunden anhielten, waren sie auf dem Handrücken noch nach drei Tagen zu erkennen – trotz Rubbeln mit Seife, Öl und sogar Alkohol.

Finish

Als Finish bezeichnet man den Glanz des aufgetragenen, getrockneten Produktes auf den Lippen, von matt über seidenmatt und cremig bis hin zu glossy-glänzend. Darüber hinaus sind Effekte möglich, die das Licht diffus streuen (Schimmer, Glitzer) oder gleichmäßig reflektieren (Perlglanz, oder Metallic-Effekte). Oft werden glänzende Lippenstifte mit Schimmer kombiniert, doch auch matte Lipsticks sind mit Partikeln oder Perlglanz erhältlich.

Das Finish hat auch einen Einfluss auf das Tragegefühl: Je matter ein Lippenstift ist, umso trockener fühlt er sich auf den Lippen an. Je glänzender, umso geschmeidiger bleibt er.

Deckkraft

Manch einer spricht vom Grad der Pigmentierung, wir vermeiden diesen Begriff aber bei der Beschreibung der Deckkraft, denn wir halten das Medium für entscheidender als die Menge des Pigments in einem Produkt. Viele PS machen ja auch nicht automatisch ein gutes Auto.

Der Fokus auf die Pigmentierung klammert außerdem das farbintensive Potenzial von löslichen Färbemitteln aus, wie wir sie bei den Lip Stains beschreiben. So kann ein Lippenprodukt extrem strahlend und intensiv getönt sein, dabei aber gar kein Pigment enthalten. Wegen der Färbung wird diese Option von den Herstellerneher sparsam eingesetzt.

Kein natürlicher Look: Stark deckende, matte Lippenstifte können wie ein Fremdkörper im Gesicht wirken.

Die meisten erhältlichen Produkte basieren auf der Dispersion von Pigmenten, die unsere natürliche Lippenfarbe überdeckt. Je natürlicher man sich das Ergebnis wünscht, umso weniger Deckkraft oder umso mehr Glanz sollte man anstreben. Ein völlig opaker, matter Lippenstift kann plakativ und wie ein Fremdkörper wirken, weil die natürlichen Wölbungen der Lippen kaschiert werden. Das kann aber natürlich gezielt als Look eingesetzt werden.

Haltbarkeit

Eine möglichst langlebige Farbe ist ein berechtigter Wunsch, den man mit unterschiedlichen Mitteln erreichen kann. Leider steht Haltbarkeit aber immer im Widerspruch zu hohem Tragekomfort. Denn ein Lippenstift ist umso länger haltbar, je weniger er sich verformen kann. Im Alltag muss er aber unheimliche viele »Verränkungen« unseres Mundes mitmachen. Entsprechend spürbar ist ein Produkt, das sich kräftig an unsere Haut klammert.

Die Hersteller lassen sich laufend neue Formulierungen einfallen, um diesen Spagat meistern. Long-Lasting-Produkte funktionieren über das Verdunsten eines flüssigen Mediums. Das kann Wasser sein, das dauert aber lange und ist hinderlich für einen widerstandsfähigen Film. Früher wurde Alkohol verwendet, der hält sehr gut (siehe Fixier-Spray oder Haarlack), trocknet aber die Haut extrem aus  In Lippenstiften wird Alkohol heute daher höchstens in kleineren Mengen eingesetzt.

In den meisten Fällen werden volatile Silikone für haltbare Lippenstifte verwendet, aber auch für Produkte wie Foundation oder guten Sonnenschutz. Im flüssigen Zustand ist es ein leichtes Öl, das sich sehr angenehm auf der Haut verteilen lässt und gerade genug Zeit für einen gleichmäßigen Auftrag gewährt.

Ist es verdunstet, lässt es die Farbe und einen Polymerfilm zurück. Der dient als Schutzbarriere auf der Haut und sorgt für die lange Haltbarkeit von Long-Lasting-Produkten. Je dünner diese Schicht, umso weniger stört sie die vielen Bewegungen, die unser Mund so macht und ist entsprechend angenehmer zu tragen. Darum ist das Nachziehen oder intensive Schichten solcher Produkte eher kontraproduktiv, auch optisch.

Um das Abfärben traditioneller Lippenstifte zu verhindern, gibt es einige Tricks

Bei Pomaden-Lippenstiften verdunstet nichts. Die Textur hat immer Spiel, kann verschoben und somit auch transferiert werden. Beliebtes Ziel sind Tassen, Sandwiches und Wangen. Wer solches Abfärben vermeiden möchte, hat mehrere Optionen, um die Haltbarkeit zu verbessern:

  • Mattere Texturen wählen
  • Überschuss wegtupfen, z.B. den berühmten Kosmetiktuchtrick anwenden: eine Lage des Tuchs abtrennen, auf den Mund legen und mit einem Puderpinsel abtupfen, der vorher mit einer minimalen Menge transparenten Puders »geladen« und abgeklopft wurde. Das absorbiert noch gerade so etwas Fett, ohne den Lippenstift stumpf werden zu lassen
  • Fettigen Untergrund vermeiden, also Lippenpflege nicht direkt davor anwendnen oder abtupfen
  • Mit Lippengrundierung vorbereiten: Lip Primer ebnet den Untergrund und sperrt Lipstick von gegebenenfalls Rückständen auf dem Mund ab
  • Lippenstift Fixierer anwenden, z.B. Artdeco Magic Fix – ist unkomfortabel und ist bei häufigem Gebrauch austrocknend, für wichtige Anlässe aber gewiss eine Option

Eine bewährte Option, die zwar den Tragekomfort nicht verbessert, aber die Haltbarkeit und ein glänzendes Finish zugleich ermöglicht, ist schlicht das Kombinieren verschiedener Produkte. Ein haltbares, gegebenenfalls farbintensives Produkt auf die Lippen und Glanz drüber. Das kann klassisch ein Lippenstift mit Gloss sein oder ein Lipliner großflächig aufgetragen und der gewünschte cremige Lippenstift einfach darüber verteilt.

Lipliner

Es gibt gute Gründe einen Lippenkonturenstift in seine Routine zu integrieren. Keine davon ist essenziell, wenn der Lieblingslippenstift nicht »ausblutet« und in die Lippenfältchen um den Mund verläuft. Hierfür gibt es auch universelle, farblose Produkte.

In einer passenden oder gar dunkleren Farbe als der Lipstick kann ein Lipliner den Gesamt-Look überraschend verändern. Besonders wenn man über den Lippenrand hinaus zeichnet.

Mit einem Lipliner lässt sich die Lippenform noch optimieren

Durch die Möglichkeit sehr präzise zu arbeiten (hier lohnt es sich auch jedes mal neu zu spitzen und gegebenenfalls auf Produkte mit wachsigerer, festerer Mine zurück zu greifen), kann man die Lippenform optimieren, Lücken schließen und die Proportionen angleichen.

Es empfiehlt sich jedoch, stets in Maßen zu skizzieren. Die natürliche Wölbung der Lippe ist die magische Grenze, die ein natürliches von einem auffälligen Ergebnis trennt. Das kann natürlich auch gewollt sein.

Je mehr sich die Lippen vom Gesicht abgrenzen, umso mehr lenken sie die Aufmerksamkeit auf sich und wirken voller. Auch hier kann es schnell wie ein Fremdkörper aussehen, was nicht immer erwünscht ist. Wir empfehlen daher stets, ein Selfie zu machen und mit etwas Zeitverzögerung zu betrachten, ob es wirklich der Look ist, den man haben will. Im Eifer des Schminkgefechts übersieht man die Wirkung schnell.

Lippenpinsel

Profis verwenden nicht nur aus Hygienegründen Lippenpinsel. Einerseits ermöglichen sie den Auftrag von Lippenstiften aus Paletten (fertig gekaufte oder selbst eingeschmolzene) und somit auch das Mischen von Nuancen. Aber sie ersetzen durchaus auch den Einsatz eines Lipliners. So braucht man nicht für jeden Lippenstift den passenden Stift.

Das funktioniert auch und besonders gut mit Liquid Lipsticks, gerade beim Einstieg. Wir empfehlen zu diesem Zweck einen mit gerader Kante und einer formfesten Quaste.

Lippenstift Test: Rae Morris 19 Jishaku Lip Brush Bristles
Rae Morris 19 Jishaku Lip Brush.

Für unterwegs gibt es Lippenpinsel mit Verschlusskappe oder einem Schließmechanismus, der es erlaubt, den Pinsel mit Lippenstiftmasse zu »beladen« und in der Handtasche zu verstauen. Falls man ausbessern muss, hat man so direkt »zwei in einem« platzsparend dabei. Gerade bei dunklen oder grellen Farben kann ein Pinsel das Schminken unterwegs erleichtern.

Ein besonderer Trick für eine saubere Lippenkontur ist es, mit einem angeschrägten, starren Eyeliner-Pinsel außen entlang der Lippenkante zu fahren und so kleine Unebenheiten »wegzuradieren«. Diese Technik erfordert Übung, einen guten Pinsel und ist nicht mit jedem Lippenstift umsetzbar. Wie immer gilt aber: einfach mal ausprobieren.

Etwas wegzuwischen statt immer mehr nachzulegen hat sich in der Regel als die bessere Wahl herausgestellt. Anschließend kann man eventuell noch mit der Foundation, dem Concealer oder einem hautfarbenen Stift die Umrandung angleichen.

Lippenstift Test: Der Beste Lippenstift Test
Alle getesteten Lippenstifte.

So haben wir getestet

Wir haben zunächst lange und ausführlich recherchiert und schließlich 16 Lippenstifte für den Test ausgewählt. Unser Ziel war es, möglichst das gesamte Spektrum an Lippenstiften abzudecken.

Im Test haben wir alle Lippenstifte auf saubere Lippen aufgetragen, ohne vorher ein Lippenbalsam oder einen Lip Primer anzuwenden; Lip Liner wurde ebenfalls nicht benutzt.

Während der Testphase waren die Lippen in der Regel in gutem Zustand, ohne trocken oder schuppig zu sein, außer nach einem Test, bei dem sich die Lippenhaut schälte und intensiv gepeelt wurde. Ansonsten waren die Lippen recht unproblematisch, weder glatt noch ausgeprägt gerillt und Lippenfältchen sind noch nicht vorhanden. Verlaufende Produkte machen sich dennoch stets bemerkbar, waren im Test aber nicht dabei.

Ähnliche Lippenstifte haben wir teilweise auch halbseitig einander gegenüber gestellt, um feine Unterschiede ausmachen zu können.

Lippenstift Test: Kiko Vs Becca Lipstick
Kiko vs. Becca nach dem Abtupfen.

Alle Lipsticks wurden an mindestens zwei Gelegenheiten mit mindestens einer reichhaltigeren Mahlzeit ausprobiert, sowie natürlich regelmäßig mit Getränken. Nicht nur haben wir Gläser stets auf Rückstände inspiziert, sondern »knutschten« eigentlich jeden Lippenstift nach dem Auftrag und den Fotografien einmal am Handrücken ab. Entsprechend sind alle Fotos von frisch aufgetragenem Lippenstift entstanden und wirken final minimal gedämpfter.

Lippenstift Test: L'oréal Paris Rouge Signature Brillant 302 Be Outstanding

Unser Favorit: L’Oréal Paris Rouge Signature Brilliant

L’Oréal Paris Rouge Signature ist eine relativ neue Linie von flüssigen Lippenstiften der Drogeriemarke. In der Brilliant- Version verleihen sie glossy-glänzendes Finish bei leichter Transparenz, sodass die Farbintensität mit jeder Schicht variabel ist.

Es gibt darüber hinaus noch eine matte, deckende Version in vielen strahlenden Farben, die wir im Test nicht berücksichtig haben, dennoch empfehlen können.

Beide Formulierungen kennt man bereits von Prestige-Marken des L’Oreal-Konzerns, der über Jahre hinweg gelungene Produkte nach und nach an seine preiswerteren Linien vererbt. Hier wurde das sehr populäre YSL Rouge Pur Couture Glossy Stain günstiger realisiert, das wir in diesem Test auch in der Vinyl Cream-Version berücksichtigt haben.

Auch bei den Schwesternmarken Lancôme und Giorgio Armani gibt es ähnliche Produkte. Wer bei L’Oréal Paris in der Drogerie also keine passende unter den bisher nur sechs Nuancen findet, kann sich in der Parfümerie unter deutlich mehr Farben umsehen. Für den höheren Preis gibt es einige Benefits bei der Formulierung und oft etwas ausgefallenere und intensivere Nuancen.

Die Performance des günstigeren Produkts begeistert uns in Relation zum Preis, denn für (nahezu) kussechte Formulierungen muss man sich üblicherweise auf ein mattes Finish beschränken, wie beispielsweise den Maybelline Super Stay Matte Ink oder auf ein 2-Phasen-Produkt zurückgreifen wie das Manhattan Lips2last Colour & Gloss, das den Glanz über einen zusätzlichen Balm realisiert.

Mit »kussecht« meinen wir, dass nach 1-2 Minuten Trocknungsphase weder Abdrücke auf Tassen noch Wangen zurückgelassen werden. Je nach aufgetragener Menge kann es durchaus kleine Produktabdrücke geben, jedoch stehen die in keinem Verhältnis zu traditionellen Lippenstiften.

Hier bleiben die Lippen flexibel und das Produkt geschmeidig

Anders als andere Long-Lasting-Produkte bleibt unser Testsieger stets geschmeidig und die Lippen flexibel, ohne dass es mit der Zeit spannen würde. Die Textur ist sowohl bei Auftrag als auch nach dem Anziehen leicht und bildet nur einen dünnen Film, der die Lippenhaut umspielt. Dennoch muss man erwähnen, dass man ein leichtes Ziehen spürt, als würde die Masse sich an der Gesamtfläche festhalten. Es ist kein unangenehmes, aber dennoch ein präsentes Gefühl.

Die Lippen lassen sich jederzeit aneinander reiben und fühlen sich wie mit einem Balm bedeckt an. Die Widerstandsfähigkeit gegenüber Speisen ist sicherlich nicht mit antrocknenden Produkten wie dem Smashbox Always On Cream Lipstick vergleichbar. Es verblasst aber auf schöne, unauffällige Weise, hinterlässt die Lippen geschmeidig und lässt sich dann problemlos nachziehen. Bei den kräftigeren Farben ist zudem mit einem intensiveren Stain zu rechnen.

Die Farbe ist bei einer Schicht noch nicht hundertprozentig deckend, aber farbintensiv. Man kann sie mit zusätzlichen Schichten auch noch verstärken. Das Finish ist zwar glänzend, jedoch anders als bei einem Gloss. Wir würden behaupten, dass manch pflegender Lippenstift ähnlich viel Licht reflektiert. Der Glanz wirkt erwachsen und dadurch auch die Lippen prall. Weder verläuft es in die Lippenrillen noch in Lippenfältchen um den Mund.

Die Spitze des tropfenförmigen, beflockten Applikators ermöglicht präzisen Auftrag, könnte aber noch etwas genauer sein.

Lippenstift Test: L'oréal Paris Rouge Signature Brillant 302 Be Outstanding Closeup
L’Oréal Paris Rouge Signature Brillant »302 Be Outstanding« Applikator.

Positiv zu erwähnen ist, dass man bei diesem Produkt den Farbton im Plastikbehälter von außen sehen kann. Der schwarze Druck auf der Verpackung überdeckt sie nicht gänzlich. Ein erfreuliches Detail: der Drehverschluss schließt mit einem Klick und rastet ein.

Ein Nachteil in der Praxis könnte seine leichte Klebrigkeit sein. Die unterscheidet sich zwar deutlich von Lipgloss, offenes Haar könnte dennoch hängen bleiben, ähnlich wie bei cremigen Lippenstiften.

Der Duft ist angenehm dezent und von einer cremig-süßen Note. Es handelt sich nicht um das typische Parfum von L’Oréal Paris Color Riche Lipsticks.

L’Oréal Paris Rouge Signature Brillant im Testspiegel

Bislang gibt es zu unserem Favoriten noch keine seriösen Testberichte. Sollte sich das ändern, tragen wir sie hier nach.

Alternativen

Neben unserem Favoriten gibt es aber noch eine ganze Reihe anderer Lippenstifte, die wir gut fanden. Hier sind unsere weiteren Empfehlungen.

Der Haltbare

Smashbox Always On Cream to Matte

Lippenstift Test: Smashbox Always On Lippenstift
Wenn es haltbar sein soll, ohne drastisch auf Tragekomfort zu verzichten, ist dieser Long-Lasting-Lipstick ein sehr guter Begleiter in traditioneller Lippenstiftform.

Der Smashbox Always On Cream To Matte überzeugt mit seiner kussechten und robusten Haltbarkeit auch über leichte Mahlzeiten hinweg. Er ist nicht so unverwüstlich wie der Maybelline Super Stay Matte Ink aus unserem Test, dabei aber auch deutlich komfortabler und betont die Lippenstruktur nicht so übermäßig.

Bei der Geschmeidigkeit muss man Abstriche hinnehmen. Dafür handelt es sich um einen traditionell herausdrehbaren Lippenstift, der in einem Zug deckend ist. Einzig für die Formfindung muss man weiter ausmalen.

Wir würden hier auch empfehlen, mit Lipliner oder Pinsel vorzuzeichnen, sodass man nicht unnötig viel Produkt aufbaut. Einmal geduldig aufgetragen, hat man dafür umso länger Ruhe.

Mattes Finish: nicht ganz so gleichmäßig wie traditionelle Lippenstifte

Das matte Finish wirkt angenehm, hat aber den kleinen Nachteil nicht ganz gleichmäßig wie ein geschmeidigerer Lippenstift zu sein. Eventuell verraten die Fotos, was wir meinen: nicht streifig, aber minimal strukturiert.

Die dünne, seidige Creme legt sich als Film auf die Lippen und verbleibt dort, bis man sie mit einem ölbasierten Entferner oder fettigen Speisen anlöst. Dazwischen passiert nichts damit. Das geht aber auch mit einem leichten Trockenheitsgefühl einher.

Smashbox war clever und hat die Form an den Zweck angepasst: im Querschnitt schmal oval wird man lange mit Präzision rechnen können. Es sind nur 2 Gramm enthalten, was wenig wirkt. Bei dieser modernen, silikonbasierten Rezeptur ist das aber äquivalent zu einem cremigen 3 bis 4 Gramm Lipstick.

Die Verpackung schließt mit einem Klick beim Drehen, den man respektieren sollte, da ein antrocknendes Produkt auch immer austrocknen kann. Also am besten nie lange offen stehen lassen. Auf der Kappe ist zudem ein Farbklecks der Nuance aufgedruckt. Hat man mehrere, erkennt man die gesuchte sofort. »Big Night« ist eine von 15 geruchlosen Nuancen.

Der Verschönernde

Becca Ultimate Lipstick Love

Lippenstift Test: Becca Love Lippenstift
Wenn es traditionell sein soll, bietet der Gel-Lippenstift intensive, gleichmäßige Farbe und ein pralles Finish. Für einen geschmeidigen Lippenstift ist die Haltbarkeit in Ordnung und überzeugt mit vielen Farben und gelungener Verpackung.

Der Becca Ultimate Lipstick Love ist ein traditioneller Lippenstift mit einer modernen, gel-artigen, cremigen Textur. Bereits in einem Zug deckt er angenehm, kann für mehr Intensität aber mühelos geschichtet werden.

In der Nuance Orchid schafft er einen sehr natürlichen Look mit einem angenehmen Glanz. Etwas abgetupft wird es ein wenig matter und haltbarer – nicht long-lasting, aber für einen cremigen Lippenstift in Ordnung.

Besonders hervorheben möchten wir die gleichmäßige Optik, die der Lippenstift hinterlässt. Trotz einer gewissen Produktmenge wirken Lippenrillen eher ausgebügelt als aufgefüllt. Durch den schönen Glanz wirkt der Mund prall und gesund. Trockene Stellen werden sogar kaschiert.

Becca erleichtert einem die Suche nach dem perfekten Ton aus 30 Varianten durch eine Einteilung in warme, kühle und neutrale Nuancen. Dabei beschränken sie sich vor allem auf natürliche Shades und bieten keine knalligen, experimentellen Farben.

Die Verpackung ist sehr hochwertig, aber auch ein wenig klobig. Im Deckel ist nämlich ein Magnetverschluss verbaut. Ein warmer Platinton statt typischem Chrom oder Gold sorgt für einen besonderen Touch. Trotz hochglänzendem Finish sieht man hier Fingerabdrücke aber nicht besonders.

Der Duft ist sehr dezent, leicht vanillig. Man erahnt auch minimal etwas Kokos. Beim Tragen sticht einem dafür auch nichts in der Nase.

Der Pflegende

Clinique Chubby Stick Intense

Test Lippenstift: Clinique Chubby Stick Intense
Unkompliziert und stets geschmeidig ist der intensiv getönte Lipbalm in Jumbo-Buntstiftform. Er spendet Farbe, Glanz und Pflege.

Clinique Chubby Sticks Intense sind eine Ergänzung der überaus populären Chubby Sticks, der getönten Lipbalms, die vor einigen Jahren einen Trend solcher Jumbo Pencils ausgelöst haben. Sie sind aber eines der wenigen Produkte, die noch beständig erhältlich sind, nachdem der Trend etwas abgeflaut ist.

Die Intense Variante verspricht auch der Pflege eines Lippenbalms mit intensiver Farbe und das bekommt man auch. Der neutrale Ton 01 Curviest Caramel in unserem Test kann das nur eingeschränkt demonstrieren.

Zugegeben haben Lippenstifte dieser Art immer eine gewisse Transparenz. Der Schwerpunkt liegt auf einer komfortablen, pflegenden Textur. Das kann aber auch von Vorteil sein, denn das Nachziehen der Farbe ist easy und fordert nicht viel Präzision und Aufmerksamkeit ein.

Für wen Haltbarkeit an erster Stelle steht, der sollte definitiv einen Bogen um das Produkt machen, denn es schwächelt bereits bei Hürden wie Heißgetränken. Chubby Sticks verlieren dabei zwar an Farbe, die Lippen aber selten an Geschmeidigkeit. Das schätzen wir so sehr an ihnen.

Sie sind herrlich unkompliziert und machen weitere Lippenpflege oft unnötig (auch langfristig). Auch wenn es kein traditioneller Lippenstift ist, war es uns ein Bedürfnis, ihn als Option für die Lippen in diesem Test zu erwähnen.

Trotz seiner cremigen Textur ist die herausdrehbare Mine durchaus fest und schmiert nicht. Das Finish ist leicht glänzend, aber nicht glossy.

Dir Verpackungsform ist ehrlicherweise nicht besonders edel, dafür ergonomisch und praktisch. Es ist das Produkt, das immer in der Tasche dabei ist. Eventuell auch ergänzend zum tagesaktuellen Lipstick, dessen Reste man nach Feierabend gegebenenfalls mit einem Chubby überschminkt.

Der Duft ist dezent vanillig und durchaus eine Weile nach Auftrag wahrnehmbar.

Außerdem getestet

YSL Vernis à Lèvres Vinyl Cream

Hätte uns L’Oréal Paris nicht eine deutlich günstigere Option geboten, wäre der YSL Vernis à Lèvres Vinyl Cream sicherlich vorne mit dabei. So muss er sich leider auch an seinem Preis messen lassen. Dafür lockt er mit einer größeren Farbauswahl als das Produkt von L’Oréal Paris.

Während diese gänzlich schwarz verpackte Cream-Version noch nicht so lange erhältlich ist, ist das Schwesternprodukt YSL Rouge Pur Couture mit goldenem Deckel schon viel länger auf dem Markt und gehört definitiv in einem Atemzug empfohlen.

Die hier getestete Cream-Variante in der Nuance »407 Carmin Session« weist gegenüber dem ursprünglichen Produkt eine eher milchig-deckende Textur auf. Beide überzeugen mit ähnlich positiven Eigenschaften, sodass man sich definitiv das ganze Angebot anschauen sollte, um die perfekte Farbe zu finden.

Der Applikator ist mit seiner »Papierflugzeug«-Form und kleinen Produkt-Reservoires noch ein wenig ausgefeilter und präziser, ansonsten gelten alle Attribute des L’Oréal Paris Rouge Signature Brillant auch für dieses Produkt aus der Parfümerie.

Für die Testerin in der Glossy-Stain-Version seit Jahren ein Favorit.

Das Gel ist leicht cremig und lässt sich sehr einfach auftragen. Bei Wunsch nach mehr Intensität kann man ihn auch schichten.

Nach einer kurzen Einwirkphase wird das Ergebnis fast kussecht. Mit minimalen Abdrücken ist zu rechnen, darüber hinaus erfreut man sich sehr, sehr lange an dem prallen, natürlichen Look. Sollte er einer Speise doch einmal nicht widerstanden haben, lässt er sich unkompliziert auffrischen. Getränke sind in der Regel keine Herausforderung.

Ein leichter Stain-Effekt sorgt dafür, dass die Lippen nicht völlig undefiniert wirken, sollte er sich doch einmal abtragen. Bei der geteteten Nuance fiel das nicht wirklich ins Gewicht, wir schätzen es aber bei kräftigeren Farben.

Das Produkt ist parfümiert in einer durchaus angenehmen Komposition, die durchaus präsent bleibt.

Ein Chanel Rouge Coco Lippenstift ist schon ein bisschen eine Klasse für sich. Die Symbolik kann in Liebhaberkreisen den Wunsch nach einer 35-Euro-Performance vermutlich sogar hinten anstehen lassen. Aber das muss sie nicht: der cremige, leicht glänzende Lippenstift ist nicht nur angenehm komfortabel beim Tragen, sondern verzaubert vor allem durch eine pralle Optik. »434 Mademoiselle« ist der perfekte »Your Lips but Better«.

Nach dem Essen muss man zwar nachlegen, aber das macht man hier doch gerne. Den Nachmittagstee übersteht der Lippenstift aber durchaus.

Wir schätzen die elegant-schlichte Ästhetik von Chanel und für den Lippenstift bedeutet das, eine funktionelle Metallhülse zu bekommen, die leider jeden Fingerabdruck abbildet. Wir vermissen beim teuersten Produkt im Test ein bisschen Raffinesse wie beim nachfolgenden Givenchy Le Rouge Deep Velvet.

Schade, dass man blumig parfümiert hat – es liegt etwas zu lange in der Nase und trifft nicht jeden Geschmack, ist aber nicht so penetrant wie beim L’Oréal Paris Color Riche. Diese drei negativen Aspekte sorgen aber dafür, dass wir den Becca Ultimate Lipstick Love eher empfehlen.

Givenchy Le Rouge Deep Velvet

Der Givenchy Le Rouge Deep Velvet ist eine Augenweide von Lippenstift. Mit einem knallroten Samtgewand und einer edlen Optik, bei der man nur durch das Gewicht in der Hand fühlt, dass es kein massives Metall ist.

Auch das Lipstick Bullet innen sieht mit seiner Oberflächenstruktur besonders aus und spinnt das Velvet-Thema weiter. Diesem Produkt sieht man seinen Preis definitiv an, aber man erlebt ihn auch. Bei der Performance wurde keinesfalls gespart.

Der Name ist Programm: man erhält einen absolut matten Lippenstift. Dabei ist »14 Rose Boise« im Test eine von nur sechs Nuancen.

Die Textur gleitet nur so über die Lippen und schafft deckende Farbe in ein bis zwei Zügen. Dabei wir nur eine dünne Schicht Produkt aufgetragen,  sodass sich nur wenig sammeln oder abdrücken kann.

Auch der Tragekomfort profitiert von weniger auf den Lippen, ein wenig trocken fühlt es sich dennoch an. Im Vergleich zu beispielsweise MAC Matte Lipstick im Test ist es leichter und damit angenehmer. Darüber hinaus ist er beinahe kussecht und lässt auf Tassen nur einen Hauch von Farbe zurück.

Leider heißt das nicht, dass wir hier mit einem Long-Lasting-Ergebnis wie beim Smashbox Always On Cream To Matte rechnen können. Nach Mahlzeiten ist nicht einmal mehr ein Rand übrig. Auch reichhaltigere Getränke können verblassend wirken.

Wer nicht ständig mampfen muss, aber einen edlen, matten Look auf den Lippen präsentieren möchte, bekommt hier eine komfortable Option, deren Verpackung auch so manches Gespräch anstoßen könnte. Er hat einen sehr subtilen, leicht parfümigen Duft.

Maybelline Super Stay Matte Ink

Die Maybelline Super Stay Matte Ink sind noch gar nicht so lange auf dem Markt, erfreuen sich aber so großer Popularität, dass die Farbauswahl auf mittlerweile 28 Shades angewachsen ist.

Für etwa 10 Euro erhält man einen cremigen Liquid Lipstick mit mattem Finish und sehr intensiven Farben – wie in unserem Fall »80 Ruler«.

Einmal angetrocknet, übersteht die Farbschicht auf den Lippen gefühlt alles. So richtig schön und vorzeigbar ist das Ergebnis auch nach mehreren Mahlzeiten nicht mehr, aber es ist noch da – unglaublich!

Wer ein extrem haltbares Produkt für einen besonderen Anlass sucht und sich an einem matten Look erfreut, dem legen wir den Maybelline Super Stay Matte Ink definitiv ans Herz. Für den täglichen Einsatz sehen wir eher weniger Potenzial.

Und das aus folgenden Gründen: Bei uns haben sich die Lippen am nächsten Tag geschält. Darüber hinaus fordert der »Lippenhelm« auch seinen Tribut beim Tragekomfort und Optik. Die Lippen wirken faltiger, als sie sind, und werden durchgehend beschwert und gekräuselt.

Wir hoffen, Maybelline »verdünnt« langfristig die Textur, sodass der Film angenehmer wird wie beim matten Pendant unseres Testsiegers.

Wer nicht auf die Haltbarkeit angewiesen ist, kann easy mit Lippenpflege verdünnen: einfach direkt vorher auftragen und das Ink abgestreift einarbeiten. Er wird nicht antrocknen, aber bietet so die Möglichkeit, ihn vielleicht häufiger zu nutzen. Mischen kann man übrigens auch die Nuancen untereinander.

Lob für die spannende Farbauswahl, einen recht präzisen, angenehm beflockten Applikator sowie eine farbkodierte Verpackung.

Der Duft ist süßlich-chemisch, verfliegt aber nach dem Auftrag.

Der MAC Matte Lipstick ist eines von mehreren Finishes im riesigen MAC Lippenstiftsortiment. Anders als andere Marken gibt es hier keine optisch oder vom Namen abgegrenzte Formulierungen, die man im Regel unterscheiden kann.

Ob Matte, Satin oder Sheer: bei MAC sehen die klassischen Lippenstifte alle gleich aus und man erkennt die verschiedenen Texturen nur an einem kleinen Zusatz unterhalb des Farbnamens auf dem Sticker – oder in der Beschreibung des Online Shops natürlich. Die Nuance im Test heißt »Mehr«.

Gerade die MAC Matte-Lipsticks erfreuen sich schon seit Jahrzehnten großer Beliebtheit. Sie spenden intensive Farbe bei einem seidenmatten Finish, das lange hält. Dazu gibt es regelmäßig limitierte Nuancen, gerne auch ausgefallen. Wir verstehen die langjährige Popularität, jedoch kommt die Formulierung so langsam in die Jahre. Auch MAC hat mittlerweile modernere matte Lippenstifte mit viel leichterem Tragegefühl in petto, die sich nicht so trocken anfühlen. Hier findet man ein Paradebeispiel des Kompromisses Haltbarkeit vs. Tragekomfort.

Erfreulich bei MAC ist, dass man seine Lieblingsfarbe auch über Jahrzehnte hin kaufen kann und sie nicht – wie es bei vielen anderen Marken der Fall ist, insbesondere in der Drogerie – bereits nach einem Jahr aussortiert werden. Und gerade in dieser Textur findet man sicherlich auch eine Signature-Farbe für sich. Als professionelle Marke sind diese oft auch für Einsatz bei Kunstlicht und Blitz konzipiert und müssen immer gleich aussehen. Verlässlichkeit ist hier also ein wichtiger Faktor. Der traditionelle MAC-Lipstick-Duft ist dezent-vanillig.

Manhattan Lips2Last Colour & Gloss

Ein Urgestein der Drogerie ist der Manhattan Lips2last Colour & Gloss, getestet in der Farbe »56Q Soft Berry«. Ein 2-Phasen-Produkt aus langanhaltender Farbe und einem pflegenden Gloss, das keinesfalls als optional zu betrachten ist.

Es ist nicht nur notwendig, um das extrem trockene, eigentlich unerträglich spannende Gefühl der Lippenfarbe zu kompensieren. Es unterstützt auch die unverwüstliche Haltbarkeit entscheidend.

Man muss den dünnen, aber gleichmäßigen Farbfilm nämlich geschmeidig halten, damit er nicht abflockt. Und das muss man im Prinzip genau so oft wie bei cremigen Lippenstift: mindestens nach jedem Essen, eigentlich auch schon nach Getränken.

Obwohl das Produkt mit dem Maybelline Super Stay Matte Ink sicherlich das am besten haltbare im Test ist und beispielsweise bei Amazon keine 4 Euro kostet, können wir es also nicht uneingeschränkt empfehlen. Es ist alles andere als pflegeleicht und ein verblassender Creme-Lippenstift ist sowohl optisch als auch vom Feeling her sicherlich das kleinere Übel.

Die Farbphase lässt sich sehr angenehm auftragen, fühlt sich ein bisschen wie ein trockenes Öl an. Es ist einfach, ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.

Man sollte dabei unbedingt der Versuchung widerstehen, die Lippen aneinander zu reiben, wie man es bei Lippenstift üblicherweise macht, um die Farbe zu verteilen. Man lässt den Mund für eine Minute offen und die Lippen gespannt, sodass sich der Film auf die Lippen absetzen kann. Bevor man ihn schließt: erst den Balm drauf. Ansonsten kleben die Lippen aneinander und das Ergebnis sieht nicht mehr gelungen aus.

Das Nachlegen von Farbe ist ab jetzt keine Option mehr. Wird es ungleichmäßig, muss man alles abschminken und neu auflegen.

Ist man sich dieser Hürden bewusst, bekommt man ein äußerst günstiges Produkt mit sehr guter Performance, auf die man leider – mehr als oft lieb ist – aufpassen muss.

Die Farbe selbst duftet minimal »chemisch«, was sofort verfliegt. Der Balm jedoch hat den typisch süßen Manhattan-Lippenstiftgeruch, den man mögen muss.

Kiko Smart Fusion Lipstick

Der Kiko Smart Fusion Lipstick ist mit rund 4 Euro eines der günstigsten Produkte im Test und begeistert mit 36 Farben, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist. »407 Rosewood« ist eine deckende Nuance mit seidenmattem, typisch cremigem Finish mit einem recht gesunden Reflex. Die Haltbarkeit würden wir im Mittelfeld einordnen, denn er verliert mit jeder Berührung doch recht stattlich Masse.

Bei kleinerem Budget eine absolute Empfehlung, noch vor dem Essence This Is Me Lipstick, weil er einfach hochwertiger auf den Lippen aussieht. Leider gilt das nicht für die Verpackung. Der merkt man den kleinen Preis durchaus an. Sie wirkt klapprig und empfindlich, ist aber immerhin schlicht und funktioniell. Das ist bei Kiko eher unüblich. Der Duft ist dezent vanillig.

L'Oréal Paris Color Riche Satin

L’Oréal Paris Color Riche Satin ist zwar ein Klassiker im Drogerieregal, im Vergleich zu den anderen Testprodukten konnten wir uns aber leider nicht so recht mit der schwierigen Konsistenz anfreunden. Die sorgt zwar für ein sehr gepflegtes Gefühl auf den Lippen und einen sehr schönen prallen Glanz, doch leider färbte es entsprechend stark auf Tassen ab. Selbst nach dem Abtupfen mit einem Kosmetiktuch wirkte der Abdruck stets unappetitlich und sorgt entsprechend für schnelleren Abtrag des Produktes.

Unter Umständen ist es ein individuelles Problem, jedoch sorgte die feuchtigkeitsspendende bzw. -bewahrende Textur für einen gegenteiligen Effekt: es fühlt sich so an, als würde die Feuchtigkeit in die oberen Lippenschichten gezogen und es entstünde eine Lücke zwischen Fleisch und Haut. Ein Effekt, den wir von Produkten mit viel Rizinusöl kennen.

Unschön ist, dass man beim Aneinanderreiben der Lippen die Schimmerpartikel der Nuance »268 Garnet Rose« spürt. Das ist heutzutage eigentlich nicht mehr üblich. Nach dem Abwischen wird man diese auch nicht so schnell los und sie verteilen sich auch gern über die Lippen hinaus. Es gibt aber auch viele Nuancen ohne Schimmer.

Ebenfalls Geschmackssache: der Duft. Die Parfümierung ist sehr intensiv und penetrant in einer Note, die man entweder hasst oder liebt. Es ist leider sehr »parfüm-artig«, nach persönlichem Ermessen altbacken, und passt irgendwie nicht zu einem Lippenprodukt.

Essence This is me Lipstick

Der Essence This Is Me Lipstick in der Nuance »02 Happy« ist das günstigste Produkt im Test und betrachtet man das Preis-Leistungs-Verhältnis, kann man vermutlich kaum tadeln. Wer ein sehr kleines Budget für seinen Alltags-Lipstick hat, macht trotz nachstehender Kritik nichts falsch.

Die Lippenstifte von essence sind über die letzten Jahre immer besser geworden – und sehen mittlerweile sogar erwachsen aus. Ein matter, weißer Deckel, widerstandsfähig gegen Abdrücke und Kratzer, kombiniert mit einem Rosé-Gold. Man sieht ihm den Preis anders als beim Kiko Smart Fusion Lipstick nicht sofort an.

Die Farbe ist intensiv, deckt im Prinzip in einem Zug und lässt sich gut präzise entlang der Kontur fahren. Das Finish ist seidenmatt und in der Haltbarkeit durchaus widerstandsfähig. Wir empfehlen auch hier, einmal in ein Kosmetiktuch zu knutschen, um den Überschuss abzutragen. Dennoch drückt sich der Lippenstift recht auffällig auf Tassen ab und verschwindet so mit der Zeit. In puncto Haltbarkeit sind wir aber grundsätzlich zufrieden.

Viel mehr stört uns das Finish des Essence This Is Me Lipstick. Es hat eine etwas wachsige Optik und wirkt weder edel-matt noch vorteilhaft satiniert. An der Lippenkontur wirkt es etwas blass. Hier gefällt uns Kiko als Alternative in ähnlicher Preisklasse deutlich besser.

Das Finish spiegelt auch ein wenig das Gefühl beim Tragen wieder. Es ist nicht so angenehm cremig, wie wir es bevorzugen würden. Das nimmt man für die Haltbarkeit aber durchaus hin.

Der Duft ist leicht blumig und dezent genug, um nicht zu stören.

Benefit Lovetint Lip & Cheek Stain

Das Benefit Lovetint Lip & Cheek Stain ist eines von mittlerweile fünf Tints von Benefit. Mit dem rot getöntem Benetint hat die Marke vor vielen Jahren ihren Anfang genommen, Lovetint ist die neueste Nuance und wird anders als das ursprüngliche Produkt mit einem beflocktem Applikator statt Pinsel aufgetragen und weist auch eine milchige Tönung auf.

Insgesamt ist es ein deutlich gedeckteres Produkt, das eine sehr schöne Farbe auf die Lippen zaubert und diese unheimlich natürlich wirken lässt, weil kaum Masse aufgebaut wird.

Obwohl man es als »Cheek Stain« anbietet, würden wir nur mit großer Vorsicht zum Auftrag auf der Haut raten. Nach den Fotos für diesen Test hatte weder Seife, noch Öl noch Alkohol die Tönung entfernen können. Es hatte 3 Tage gedauert, bis es rückstandslos weg war.

Wir hätten uns diese Widerstandsfähigkeit auf den Lippen gewünscht, dann wäre Lovetint sicherlich in den Top 5 gelandet. Leider ist von der Intensität der anderen Tints der Marke hier nicht viel übrig. Nicht nur verschwindet die cremige Pufferschicht, die den Stain angenehm geschmeidig hält, sondern auch die Tönung bereits mit leichtem Reiben oder essen. Das kennen wir von anderen Stains ganz anders.

Schraubt man die Erwartungen zurück und klammert den Stain-Faktor aus, ist das Ergebnis dennoch schön, bietet jedoch nicht ausreichend schönen Tragekomfort, um dem gehobenen Preis gerecht zu werden. Allerdings ist der nicht so kritikwürdig wie das Clarins Eau à Lèvres als vergleichbares Produkt. Das Produkt hat ansonsten weder Geruch noch Geschmack. Wir haben für den Test übrigens eine kostenlose Probe genutzt. Das Originalprodukt ist deutlich größer.

Catrice Matt Pro Ink

Catrice Matt Pro Ink ist ein neuer Liquid Lipstick mit mattem Finish und mousse-artiger Textur der Drogeriemarke. Leider konnten sie uns nur mit einem kussechten Finish überzeugen.

Die mit Applikator aufgetragene Creme trocknet in wenigen Sekunden an und drückt keinerlei Produkt auf Tassen ab, ist dabei sicherlich auch deckend, das Finish wirkt leider etwas kreidig und stumpf – und fühlt sich auch so an. Damit es insbesondere zur Mundöffnung hin spannt, muss man nicht einmal trockene Lippen haben.

Auch hat uns das Produkt vor Augen geführt, dass kussecht nicht automatisch langanhaltend bedeutet. Bereits kleine Herausforderungen wie ein Milchkaffee lassen ihn rückstandslos verschwinden. Selbst wenn sich von den zehn Nuancen kräftigere als widerstandsfähiger erweisen sollten, so dürfte dies nicht den leider mangelhaften Tragekomfort nicht wettmachen können. Wir empfehlen eher Maybelline Super Stay Matte Ink, wenn es matt und langanhaltend sein soll.

Der Applikator ist paddelförmig und an der Spitze abgerundet. Das könnte man präziser umsetzen.

In erster Schicht wird das Bild sehr streifig und muss mit weniger Druck »ausgebügelt« werden. Leider büßt man mit jedem »Pinselstich« ein bisschen mehr Tragekomfort ein. Man muss vorsichtig sein nicht zu viel aufzutragen, weil es dann zu einem wulst-artiger Optik kommen könnte.

Der Duft ist übrigens leicht chemisch mit leicht süßer Note, durchaus dezent und verfliegt sofort.

Clarins Eau à Lèvres

Der Clarins Eau à Lèvres oder Water Lip Stain in der Nuance »03 Red Water« ist eine Besonderheit in unserem Test, denn er ist wässrig und transparent.

Er soll die Lippen eigentlich langanhaltend tönen, sozusagen kontrolliert verfärben. Er hat keinerlei Deckkraft im wörtlichen Sinne, sondern hüllt die Lippen in einen intensiven Farbfilter mit zunächst glänzendem Finish. Schön daran ist eine sehr natürlich Optik, bei der man die Struktur der Lippe noch sieht, aber nichts in die Rillen kriecht.

Das glänzende Finish hält nur bis zum nächsten Getränk. Möchte man also keine eher matten Lippen, muss man entweder nachlegen oder ein anderes Gloss verwenden. Leider hält die Tönung nicht unwesentlich länger, obwohl es wie beim Benefit Lovetint Lip & Cheek Stain auf dem Handrücken mehrere Tage lang störte. Man sollte daher davon absehen über den Lippenrand hinaus zu malen. Nach einem Salat war die Farbe zu 95 Prozent verschwunden.

Anders als beim Benefit Tint spannen und kribbeln die Lippen nach dem Auftrag des  Clarins Eau à Lèvres sehr lange und fühlen sich unangenehm an. Zudem schmeckt es zuckrig-süß. Das Gesamtpaket rechtfertigt weder den Preis, noch erfüllt es die Erwartungen an ein rundes Produktpaket, sodass wir hier nur abraten können.

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