Der beste Luftbefeuchter

Test Luftbefeuchter - Alle Testgeräte

Der beste Luftbefeuchter ist für uns der Philips HU 4813. Der Verdunster befeuchtet den Raum gleichmäßig, lässt sich einfach warten und bietet das beste Preis-Leitungs-Verhältnis – auch wenn er im Test beim Befeuchtungsgrad nicht an erster Stelle lag. Geräte mit zusätzlicher Luftwäsche sind deutlich teurer. Am günstigsten sorgen Ultraschallzerstäuber für höhere Luftfeuchtigkeit, doch bei ihnen muss man einige Nachteile in Kauf nehmen.

Im Winter hat die Luft durch das Heizen in Wohnräumen eine geringe Feuchtigkeit und kann Haut und Schleimhäute austrocknen. Das führt unter Umständen zu Reizungen, und man wird anfälliger für Infektionen. Die Wohnräume zu befeuchten, hilft dagegen.

Wer Hersteller von Luftbefeuchtern befragt, erhält recht einschlägige Aussagen, welche Luftfeuchtigkeit für den menschlichen Organismus und seine Gesundheit »notwendig« ist. Doch hört man sich genauer um, erhält man differenziertere Informationen, die sich zum Teil sogar widersprechen. Glauben Sie also nicht alles, was Hersteller erzählen.

Getestet haben wir sechs Geräte mit drei unterschiedlichen Luftbefeuchtungsprinzipien. Jedes davon hat seine Vor- und Nachteile. Dazu weiter unten mehr.

Die Grundlagen: So entsteht trockene Luft

Je nach Temperatur der Luft kann sie unterschiedlich viel Wasser aufnehmen. Je mehr Wasser in der Luft ist, desto feuchter ist sie. Ist die Sättigung der Luft erreicht, kann sie kein Wasser mehr aufnehmen – in Innenräumen entstehen dann an Wänden oder Fenstern Wassertropfen als Kondensat. Die Luftfeuchtigkeit beträgt dann 100 Prozent  – mehr geht nicht.

Misst der Hygrometer 50 Prozent Luftfeuchtigkeit, dann heißt das: Die Hälfte dessen, was die Luft an Feuchtigkeit aufnehmen kann, ist erreicht.

Je kühler Luft ist, desto weniger Feuchtigkeit nimmt sie auf. Im Winter haben wir generell also trockenere Luft als im Sommer. Jeder kennt das, wenn einem in der kalten Jahreszeit die Handcreme ausgeht, weil man sich ständig die trockenen Hände eincremen muss oder wenn die Schleimhäute der Nase gereizt sind.

Noch schlimmer sieht’s im Winter in Wohnräumen aus. Folgendes passiert: Sie öffnen die Fenster und lassen die trockene, kalte Winter-Luft hinein. Dort herrschen jedoch dank Heizung etwa sommerliche 20 Grad. Im Wohnzimmer könnte die Luft also mehr Feuchtigkeit aufnehmen – bekommt sie aber nicht geliefert. Wird die ohnehin schon trockene Luft aufgeheizt, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit also noch mehr. So entsteht, was man oft »trockene Heizungsluft« nennt. Die Luftfeuchtigkeit kann dann auf 30 Prozent oder noch weniger sinken.

Daraus jetzt den Schluss zu ziehen, möglichst wenig zu lüften, funktioniert nicht. Frischluft ist für den Menschen wie auch fürs Wohnklima wichtig. Zudem fällt der Hygrometer ohne Raumbefeuchtung in jedem Fall.

Entschließen Sie sich zu Luftbefeuchtung mit einem Gerät Ihrer Wahl, dauert es am Anfang eine Weile, bis trockenes Holz in Möbeln oder dem Parkettboden und Gegenstände wie Bücher den ersten Schub der Befeuchtung aufgenommen haben. Erst dann steigt die Luftfeuchtigkeit der Luft signifikant an. Egal, welche Art von Luftbefeuchter Sie wählen, ist es daher empfehlenswert, ihn anfangs ein bis zwei Tage mit voller Leistung arbeiten zu lassen.

Welche Luftfeuchtigkeit braucht der Körper?

Über das Minimum und Optimum der relativen Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen scheiden sich die Geister. Es gibt allerdings eine Schnittmenge.

Das Umweltbundesamt empfiehlt 40-60 Prozent Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen. Diese Werte werden von den meisten Menschen als angenehm empfunden. Der Leiter des Bundesumweltamts Dr.-Ing. Heinz-Jörn Moriske nennt 30 Prozent als Untergrenze. Man fühlt sich allerdings nur wohl damit, solange kein Staub die Nasenschleimhaut reizt. Leider kann das bei 30 Prozent Luftfeuchtigkeit schon schnell passieren. Über 60 Prozent Luftfeuchte sind für Wohnräume nicht unbedingt geeignet, denn dann kann Schimmel entstehen.

Wenn die Luftfeuchtigkeit im Winter über 60 Prozent liegt, entsteht Schimmelrisiko an den Wänden.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde gibt Ratschläge zur Luftfeuchtigkeit aus medizinischer Sicht ab. Als optimal erachtet werden von ihr in Wohnräumen 20 Grad Raumtemperatur und 50 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. Damit ist der für die Lungenfunktion empfehlenswerte Bereich zwischen 40-60 Prozent genau getroffen.

Liegt die Luftfeuchtigkeit bei 30 Prozent oder weniger, sei das gesundheitlich nicht bedenklich, kann aber als unangenhem empfunden werden – das ist individuell unterschiedlich. Das Schlafzimmer sollte allerdings kühler und trockener sein als die Wohnräume. Auch das Alter spielt für das Empfinden eine Rolle: Ältere Menschen sind für trockene Luft empfindlicher als junge Leute. Man merkt das meist an häufigerem Nasenbluten. In solchen Fällen empfehlen die Ärzte eine Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent.

Nasenschleimhäute und Lunge erholen sich durch einem Saunabesuch oder gezielter Inhalation schnell von zu trockener Luft.

Auch die Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. hat sich zum Thema Luftfeuchtigkeit geäußert. Genauso wie Lunge und Schleimhäute fühlt sich auch die Haut mit 40-60 Prozent Luftfeuchtigkeit am wohlsten. Ermittelte, eindeutige Grenzwerte gebe es jedoch nicht.

Keime, Bakterien, Pilze: Luftbefeuchter als Gefahrenquelle?

Auch wenn immer wieder davon gesprochen wird: Luftbefeuchter mit und ohne Filter lassen keine gefährlichen Inhalte entstehen – vorausgesetzt, man sorgt für ganz normale Sauberkeit. Laut Heinz-Jörn Möriske vom Umweltbundesamt entstehen nur in stehenden Gewässern Keime, besonders wenn das Wasser erwärmt und mit Staub verschmutzt ist. Solch stehende Gewässer entstünden auch in kleinen Nischen in Geräten, in denen sich Wasser sammelt und eine geschlossene Oberfläche bildet. Gleiches gelte sogar für nur dünne, filmartige Feuchtigkeitsflächen. Einzelne Tropfen dagegen seien gefahrlos.

Verkeimung könne im Sommer nach ungefähr 14 Tagen beginnen, im Winter dauert es noch länger. Wer seinen Luftbefeuchter benutzt, verbraucht das Wasser in deutlich kürzerer Zeit. In diesem Fall, so der Fachmann vom Bundesumweltamt, entstehen auch keine Keime.

Wenn man einen gefüllten Befeuchter wochenlang nicht benutzt, kann es zu Keimbildung kommen. Vor dem Einschalten sollte man ihn dann gut reinigen und mit frischem Wasser befüllen.

Man sollte die für das jeweilige Gerät empfohlenen Reinigungszyklen einhalten. Damit beugt man zwar vor allem der Verkalkung vor, doch auch Keimen gibt man keine Chance.

Etwaige Filtertechniken oder Zusätze, die Keimbildung unterbinden, hält der Fachmann für überflüssig oder sogar gefährlich. In Filtern könne Feuchtigkeit bleiben und die Keimbildung sogar fördern. Und ob Zusätze halten, was sie versprechen, sei ungewiss. Er äußerte sogar Bedenken, da man nie wisse, ob die Zusätze die Atemluft entgegen der Herstellerauskünfte vielleicht sogar mit Chemikalien belasten könnten.

Von uns genau befragt, äußerten die Hersteller, dass sie Reinigungszusätze »empfehlen«. Als »Notwendigkeit« wollen sie die Stoffe aber ebenfalls nicht verordnen. Fazit: Die entstehenden Folgekosten kann man ruhig vermeiden, als oberstes Prinzip sollte man die üblichen Hygieneregeln befolgen.

Drei Befeuchtungs-Methoden

Versprühen

Beim Versprühen könnte man im Prinzip auch den bekannten Handsprüher verwenden, den man gemeinhin für das Befeuchten von Pflanzen verwendet. Durch eine Handpumpe ausgestoßen, verteilen sich kleine Lufttropfen im Raum. Diese allerdings befeuchten dann nicht nur die Luft, sondern auch Möbel oder Papier.

Ultraschallzerstäuber tun genau das gleiche, allerdings perfektioniert. Wird das Wasser unter hochfrequente Schwingung versetzt, entstehen feinste Lufttropfen. Diese werden von den Geräten herausgeblasen, sodass sie sich in der Luft und im Raum verteilen. Ab einer gewissen Ausstoßmenge bildet sich direkt über dem Gerät ein gut sichtbarer, heller Nebel, der sich stetig auflöst. Nahe stehende Möbel oder der Boden werden ab einer größeren Ausstoßmenge feucht.

Im Hinblick auf die Hygiene hat das Versprühen einen Nachteil gegenüber den anderen Techniken. Befinden sich im Wasser bereits Keime – etwa aus dem Kessel – oder hat eine Verkeimung im Gerät stattgefunden, sind sie in den Wassertropfen enthalten, wie das Umweltbundesamt erklärt. Daher würde man bei dieser Art der Luftbefeuchtung die Keime direkt einatmen, was zu Gesundheitsschäden führen könnte. Die anderen hier erläuterten Luftbefeuchtungsprinzipien halten die Keime im Gerät.

Demgegenüber steht, dass Ultraschall-Zerstäuber zu den günstigsten Befeuchtungsgeräten gehören und bereits ab 30 Euro zu haben sind.

Verdampfen

Das ist die älteste Technik: Erwärmt man Wasser, verdampft es. Je heißer es ist, desto schneller geht das. Mit dem Wasserkocher oder dem Kochtopf entsteht sehr viel Wasserdampf, stellt man Schüsseln mit Wasser auf die Heizung, geht es langsamer, doch das Prinzip ist dasselbe.

Die natürliche Luftzirkulation im Raum verteilt die Feuchtigkeit in der Regel weitgehend gleichmäßig. Es spricht laut Umweltbundesamt nichts dagegen, das genau so zu tun, sofern man obige Hygieneleitlinien beachtet. Ob dabei Ihren Wünschen entsprechend genügend Feuchtigkeit im Raum entsteht, verrät Ihnen ein Hygrometer.

In unserem Wintertest entstand mit zwei kleinen Schüsseln in einem 15 Quadratmeter großen Raum eine relative Luftfeuchte von etwa 35 Prozent bei ca. 21 Grad Raumtemperatur.

Es gibt auch spezielle Verdampfer als Luftbefeuchter. Wir haben sie nicht in unseren Test aufgenommen, weil sie aus unserer Sicht im Vergleich zu den anderen Techniken durch das Heizen des Wassers sehr viel Strom verbrauchen. Als »bestes Produkt« schieden sie für uns daher von vorn herein aus. Preislich starten diese Geräte bei etwa 30 Euro.

Verdunsten

Auch das Verdunsten kennt jeder, zum Beispiel wenn man Wäsche zum Trocknen aufhängt. Die Luft nimmt bei ihrer natürlichen Zirkulation durch den Raum die Feuchtigkeit automatisch auf, weil sie trockener ist als die Wäsche.

HNO-Arzt Jörg Lindemann weist darauf hin, dass in der Regel allein schon das regelmäßige Aufhängen von Wäsche für hinreichend Luftfeuchtigkeit sorgt. Das sei zum Beispiel beim Wäscheaufkommen einer vierköpfigen Familie spielend der Fall. Hinzu komme häufiges Kochen und Duschen oder Baden, da sich auch diese Feuchtigkeit in der Wohnung verteile und die Atemwege auffrische.

Bei entsprechenden Luftbefeuchtungsgeräten passiert eigentlich nichts anderes als das, was auch passiert, wenn die Wäsche trocknet:  Die Raumluft kommt in Kontakt mit einer befeuchteten Oberfläche und nimmt die Feuchtigkeit von dort auf. Um das Gerät möglichst kompakt gestalten zu können, müssen sie jedoch auf kleinem Raum viel befeuchtete Oberfläche schaffen. Hierfür gibt es zwei unterschiedliche Lösungen: entweder man verteilt das Wasser in einer Art Schwamm, der eine große Oberfläche bietet, oder man verteilt das Wasser auf Walzen mit zahlreichen dünnen Platten.

Durch einen eingebauten Ventilator wird die Luftzirkulation in Verdunstungs-Befeuchtern darüber hinaus gezielt erhöht, was die Effizienz weiter steigert und den Grad der Luftfeuchtbefeuchtung beeinflussbar macht. Solche Geräte sind ab etwa 50 Euro zu haben.

Zusatzfunktion: Luftwäsche

Angepriesen werden darüber hinaus Geräte, die nicht nur befeuchten, sondern auch die Luft reinigen. Sie nehmen Staub, Pollen und weitere feine Feststoffe auf, was besonders für Allergiker sinnvoll sein kann.

Das stellt für unseren Test eine Zusatzfunktion dar, die wir beschreiben, die aber nicht die Beurteilung der Luftbefeuchtungsleistung beeinflusst. Vorenthalten wollten wir Ihnen den interessanten Reinigungsaspekt jedoch nicht.

So haben wir getestet

Der Test fand in zwei Wohnräumen mit viel Holzausstattung (Möbel, Parkett) statt. Der erste Raum umfasste 40 Quadratmeter Grundfläche, der zweite 16 Quadratmeter. Der Test wurde im Winter durchgeführt, bei einer Raumtemperatur von 20 Grad und einer ohne Befeuchtung darin vorherrschenden relativen Luftfeuchtigkeit von rund 34 Prozent. Wir verglichen die Befeuchtung mit einem Hygrometer.

Bewertet wurden neben der Befeuchtungsleistung die Hygienebedingungen, Reinigung, Handhabung und Ausstattung. Schließlich setzten wir das Ergebnis in Relation zum Preis. Die Testgeräte hatten zum Testzeitpunkt im Verkauf Preise zwischen rund 30 und 200 Euro.

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1 Kommentar zu "Der beste Luftbefeuchter"

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Die Besten kommen von VENTA – habe ich schon seit über 20 Jahren. Kostet – aber reinigt auch die Luft + + +

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