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Der beste Mittelklasse-Kaffeevollautomat

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Mittelklasse-Kaffeevollautomat Test: Aufmacher Kaffevollautomat Mittel
Arne Preuß

Arne Preuß

ist leiden­schaft­licher Kaffee­experte und Gründer des bekanntesten deutschen Kaffee-Blogs Coffeeness. Er hat zahllose Kaffee­voll­automaten unter der Prämisse getestet: "Was würde ein Barista dazu sagen?". Arne ist außerdem speziali­siert auf Handfilter und Cold Brew Coffee.

Der beste Kaffeevollautomat der Mittelklasse ist für uns aktuell der DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B. Denn der Vorstoß der Italiener in preisintensivere Gefilde ist dank einer sinnvollen Funktionalität und einem gutem Geschmack von Espresso und Milchschaum gelungen. Mit einem echten Mittelklasse-Preisschild liefert er Leistung, die wir sonst bei DeLonghi nicht unbedingt erwarten und für die Sie sonst locker 100 Euro mehr auf den Tisch legen müssten.

Update 5. April 2019

Wir haben uns den neuen DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B angesehen und prompt zum neuen Testsieger gekürt.

Wenn Sie Pad- und Kapselkaffee nicht mehr trinken können oder möchten und sich lieber einen soliden aber nicht allzu teuren Kaffeevollautomaten zulegen wollen, macht es Sinn, ein Gerät aus dem mittleren Preissegment zu kaufen. Hier dürfen Sie keine Luxusfeatures wie App-Steuerung oder doppeltes Mahlwerk erwarten, aber durchaus sehr gut verarbeitete Automaten, die ausreichend Einstellungsmöglichkeiten bereitstellen.

Ein Mittelklasse-Kaffeevollautomat ist für Sie die richtige Wahl, wenn das Gerät relativ stark beansprucht wird, beispielsweise in Bürogemeinschaften. Aber auch zuhause macht es für Kaffeeliebhaber häufig Sinn, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und anstatt eines sehr günstigen Vollautomaten die goldene Mitte zu wählen – Sie werden länger Freude daran haben.

Wir haben uns Kaffeevollautomaten im Bereich zwischen 300 und 600 Euro angesehen und einem ausführlichen Praxistest unterzogen. Auch im mittelpreisigen Segment können manche Geräte mit luxuriösen Extras punkten.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B

Der DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B ist der aktuelle Wurf des italienischen Herstellers in der beliebten Dinamica-Reihe, die sich im großen Angebot an DeLonghi-Vollautomaten seit jeher an die preislich mittlere Zielgruppe richtet. Anders als manch früheres Dinamica-Modell ist die ECAM 350.55.B nicht nur ausnehmend günstig, sie bietet auch ein Höchstmaß an sinnvollen Funktionen.

Der Klassiker

Melitta Caffeo CI

Test: Mittelklasse-Kaffeevollautomat – Testsieger Melitta Caffeo CI
Für diese Preisklasse bringt er viele Extras mit und was noch wichtiger ist – einen tollen Espresso.

Der Melitta Caffeo CI ist ein etablierter und beliebter Kaffeevollautomat der Mittelklasse, der hervorragend verarbeitet und genauso hervorragend ausgestattet ist. Mit seinen zwei Bohnenfächern bietet er ein Extra, das bei anderen Geräten mit ähnlichem Preisschild nur selten zu sehen ist. Vier Nutzerprofile sind zwar inzwischen weit verbreitet, doch ist die Zahl für einen typischen Haushalt immer noch eine völlig ausreichende Messlatte.

Ähnlich wie das Melitta-Modell ist auch der Siemens EQ 3 ein ungebrochen beliebtes Modell in der Mittelklasse. Das Interesse an diesem Kaffeevollautomaten fußt bereits auf dem ungewöhnlichen Design, das mit der markanten Optik und der ungewöhnlichen Schaumlanze die Blicke auf sich zieht. Diese Schaumlanze erledigt ihren Job automatisch, man muss sie also nur in das Gefäß senken und abwarten.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerDer KlassikerFür kleine Haushalte
Modell DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B Melitta Caffeo CI Siemens EQ 3 DeLonghi ESAM 5500
Test Mittelklasse-Kaffeevollautomat: DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.BTest: Mittelklasse-Kaffeevollautomat – Testsieger Melitta Caffeo CITest Mittelklasse-Kaffeevollautomat: Siemens EQ 3Test Mittelklasse-Kaffeevollautomat: DeLonghi ESAM 5500
Pro
  • Überragend einstellbarer Espresso und Milchschaum
  • Einfache Reinigung
  • Sinnvolle Funktionen
  • Top Preis-Leistungsverhältnis
  • Zwei separate Bohnenfächer und programmierbare Nutzerprofile
  • Etwas günstiger und außergewöhnliches Design
  • Guter Kaffee
  • Brüheinheit ist leicht zu reinigen
Contra
  • Plastikgeruch beim ersten Auspacken
  • Wassermenge ist nicht so frei einstellbar wie es wünschenswert wäre
  • Kein separater Milchaufschäumer
  • Kundenservice wird schlecht bewertet
Bester Preis
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Kaffeevollautomaten: Was heißt Mittelklasse?

Der Siegeszug der Kaffeevollautomaten ist an sich abgeschlossen: Viele wollen einen, viele haben einen, noch mehr sind auf der Suche nach den besten Geräten. Momentan geht der Trend dazu, bei der Espresso- und Milchschaumqualität höhere Ansprüche zu stellen und auf funktionsstärkere Modelle zu setzen.

Die Kaffeevollautomaten auf dem Markt verteilen sich über eine große Preisspanne. Sinnvolle Einsteigermodelle beginnen bei knapp unter 300 Euro, nach oben ist die Skala komplett offen. Die Abstufungen begründen sich einerseits aus dem angebotenen Funktionsumfang, andererseits aus dem Komfort, der smarten Handhabung und den Einstellungsmöglichkeiten.

Teure Geräte sind für den Dauerbetrieb ausgelegt

Teurere Kaffeevollautomaten bestehen grundsätzlich aus hochwertigeren Materialien und sind somit auch auf die intensivere Beanspruchung ausgelegt. Außerdem liefern sie Kaufargumente wie eine App- oder Touchscreen-Steuerung, doppelte Mahlwerke und einem Mehr an Nutzerprofilen oder voreingestellten Getränken.

Günstige Kaffeevollautomaten haben klare Grenzen

Solche Features sucht man bei Einsteigermodellen natürlich vergeblich. Bei unserem Testsieger unter den günstigen Kaffeevollautomaten für unter 300 Euro, dem DeLonghi ECAM 22.110, hat der Hersteller sogar das Display eingespart. Außerdem muss man hier beim Thema Milchschaum schon selbst ans Werk gehen.

Das heißt aber nicht, dass der Kaffee oder der Milchschaum aus günstigen Kaffeevollautomaten schlechter ist. Nur ist die Chance eben größer, dass minderwertigere Bauteile verarbeitet wurden oder an der Einstellbarkeit gespart wurde. Und mit der feinen Einstellung steht und fällt oft der Kaffeegenuss – insbesondere bei Automaten. Wir haben übrigens auch automatische Milchaufschäumer getestet.

Optisch drücken sich günstige Preisschilder in sehr viel Kunststoff aus, der im Umkehrschluss wiederum die Lebensdauer herabsetzen kann. Wer täglich nur einen Morgenkaffee trinkt und dem Vollautomaten ansonsten wenig abverlangt, wird diesen Unterschied seltener bemerken.

Wer regelmäßig mehrere Personen versorgen will, muss diese Mehrbelastung auch preislich einkalkulieren. Das mittlere Segment bei Vollautomaten bietet aber auch noch weitere stichhaltige Argumente.

Die goldene Mitte liefert spannende Innovationen

Auch wenn das mittlere Preissegment immer noch am Luxus spart, so geben sich die Hersteller hier in der jüngsten Zeit besonders viel Mühe. Sie konzentrieren sich auf feinere Einstellungsmöglichkeiten, setzen neue Ideen beim Milchschaumsystem um und liefern tatsächlich hervorragende Werte bei der Kaffeequalität. Das gilt zwar nicht pauschal, doch die Wahrscheinlichkeit ist höher und nimmt immer mehr zu.

Mittelklasse: Kein Luxus, aber durchaus einiges an Funktionen

Mittelklasse heißt also, dass Funktionsumfang und Verarbeitung mehr als das absolute Minimum abdecken. Das macht die Nutzung komfortabler und der Automat ist besser für stärkere Beanspruchung gerüstet.

Die Mittelklasse ist die richtige Kategorie für alle, die keine Luxusfeatures brauchen oder möchten, aber etwas Solides und Einsatzfreudiges wollen. Am ehesten sind das Paare, Familien und kleine Wohn- oder Bürogemeinschaften. Die Preise bewegen sich aktuell grob zwischen 350 und 800 Euro. Besonders viel Bewegung herrscht im Segment zwischen 500 und 700 Euro.

Einstellungen und Programmierung

Damit ein Kaffeevollautomat überhaupt richtig funktionieren kann, sollten der Mahlgrad, die Wassermenge pro Getränk und die Kaffeemenge pro Portion eingestellt werden können. Bietet ein Automat diese Funktionen nicht wenigstens im Kleinen, ist er eigentlich vollkommen unbrauchbar. Maschinen im mittleren Segment glänzen hier vor allem mit feineren Abstufungen.

Die Wassertemperatur oder gar die Milchschaumkonsistenz lassen sich tatsächlich erst ab dem mittleren Preissegment verstellen. Diese Funktionen sind zwar nicht entscheidend, machen den Genuss für unterschiedliche Geschmäcker aber interessanter.

Große Unterschiede gibt es bei den Möglichkeiten und der Anzahl individueller Nutzerprofile. Wird ein Kaffeevollautomat von mehreren Personen regelmäßig verwendet, ist es nützlich, wenn jeder für Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato etc. seine eigenen Einstellungen speichern kann.

Hier gab es in den vergangenen Jahren teils abenteuerliche Sprünge. Nach dem Motto »Mehr ist mehr« wollten Hersteller den Kunden weismachen, dass möglichst viele Nutzerprofile ein Qualitätsmerkmal sind. Einerseits ist das Nutzerprofil damit zum Standard in der Mittelklasse geworden, andererseits müssen die Kunden wirklich überlegen, ob sie mehr als die angebotene Zahl überhaupt benötigen.

Espresso und Milchschaum

Damit der Espresso aus verschiedenen Kaffeevollautomaten vergleichbar ist, haben wir für alle Geräte dieselben Einstellungen vorgenommen: feinster möglicher Mahlgrad, 25 Milliliter Wasser und maximale Kaffeestärke. Mit diesen Faktoren lassen sich meist grundsätzlich die besten Ergebnisse erzielen. Welches Aroma zu erwarten ist, hängt natürlich vom verwendeten Espresso ab. Deutliche Minuspunkte gibt es aber für wässrigen und unnatürlich bitteren (verbrannten) Espresso. Die Durchlaufzeit sollte stets etwa 25 Sekunden betragen. Für alle, die noch auf der Suche nach richtig gutem Espresso sind, gibt es auf Coffeeness viele Tests dazu.

Beim Milchschaum gibt es einen großen Unterschied in der Ausstattung: Kaffeevollautomaten für Einsteiger sind in der Regel nur mit einer Schaumlanze zum manuellen Milchaufschäumen ausgestattet. Viele Geräte der Mittelklasse haben dagegen ein vollautomatisches Milchschaumsystem. Die Schaumlanze muss selbst in einen Behälter mit Milch gehalten werden und benötigt ein wenig Wissen über den Vorgang und die Handhaltung. Das erledigt die Maschine über Pumpen und Düsen bei einem automatischen Milchschaumsystem von allein. Nur in dieser Variante gibt es also Milchschaum auf Knopfdruck.

Einige Geräte haben ein automatisches Milchschaum­system

Dampflanzen an Kaffeevollautomaten sollten dabei nicht mit den Varianten an Siebträgermaschinen verwechselt werden – auch wenn das Mehr an Freiheit beim Milchschäumen für manche Anwender super klingt.

Die Vollautomatenmodelle haben wenig Wasserdruck und sind nicht so leistungsfreudig, weshalb der Milchschaum aus dem günstigen Vollautomaten meist nicht der Idee von einem perfekten Milchkaffee entspricht.

Je nachdem, wie gut das automatische System ausgeklügelt ist, ist das bei den Vollautomaten der Mittelklasse etwas anders. Sie produzieren seidig-feinporigen und sehr einheitlichen Milchschaum, der keine Blasen wirft oder Löcher hat.

Bedienung

In einem guten Test zur Bedienerfreundlichkeit von Kaffeevollautomaten lautet die erste Frage: Komme ich mit der Maschine ohne Betriebsanleitung klar? Im Idealfall ist die Bedienung intuitiv und logisch aufgebaut, sodass man sie schnell versteht und nicht lange nachdenken muss, um die gewünschte Funktion zu finden und einzustellen.

Lautstärke

Bohnen mahlen, Kaffeemehl verdichten, Wasser heizen und Kaffee durch die Düsen drücken: Kaffeevollautomaten machen durchaus Krach. Je nachdem, welche Materialien verbaut wurden und wie die Hersteller auf das Zusammenspiel der Komponenten geachtet haben, kann der Geräuschpegel angenehm niedrig oder gravierend hoch sein.

Krach lässt sich nicht vermeiden

Das Lauteste ist stets das Mahlwerk. Edelstahl macht grundsätzlich mehr Krach als Keramik, auch wenn es hier wiederum hauptsächlich auf die Bauweise ankommt.

Bei Automaten der Spitzenklasse setzen die Hersteller manchmal spezielle Techniken zur Geräuschisolierung ein, doch in der Mittelklasse sollte man so etwas nicht pauschal erwarten. Gerade hier wird ebenfalls viel an der Technik gearbeitet, dennoch unterscheidet sich die Lautstärke der einzelnen Modelle mitunter deutlich.

Pflege und Reinigung

Bezogen auf die Hygiene werden sowohl die Reinigungsprogramme als auch die Möglichkeit, den Kaffeevollautomaten gefahrlos in seine Bestandteile zu zerlegen, getestet. Das beginnt schon mit der Brühgruppe: Die meisten Hersteller setzen auf eine entnehmbare Variante, die sich schnell und einfach von Kaffeeresten reinigen lässt.

Einige Anbieter haben es sich zum Markenzeichen gemacht, die Brühgruppe fest zu verbauen. Ihr Argument lautet, dass die Reinigungsprogramme den Hygienejob gut genug erledigen. Außerdem sind sie der Meinung, dass der Laie die Brühgruppe schnell in der falschen Position entnimmt oder einsetzt und so für Schäden sorgt.

Oft sind die Brühgruppen fest verbaut

Zur Frage nach der Entnehmbarkeit gibt es zwei Lager. Doch grundsätzlich ist es erst einmal sinnvoller, wenn sich die Brühgruppe zwischendurch ohne Aufwand mit der Hand unter fließendem Wasser reinigen lässt.

So haben wir getestet

Der angebotene Funktionsumfang und die Optik eines Kaffeevollautomaten lassen sich auch mit bloßen Beschreibungen und Bildern gut beurteilen. Doch was die Kaffeequalität und die tatsächliche Handhabung betrifft, muss man schon einen Praxistest durchführen. Dabei lassen sich auch wichtige Details, wie die Lautstärke des Mahlwerks, perfekt überprüfen.

Selbstverständlich schauen wir uns auch an, wie die Reinigung funktioniert und bis zu welchem Grad die Geräte auseinander gebaut werden können. Je besser das möglich ist, desto sauberer kann der Kaffeevollautomat am Ende werden.

 Mittelklasse-Kaffeevollautomat Test: Delonghi Dinamica Ecam

Testsieger: DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B

Testsieger

DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B

Mit rund 13,5 Zentimetern Auslaufhöhe kann der kleine Dinamica auch große Latte-Gläser bedienen und reinigt das Milchschaumsystem nach jedem Bezug in einer einfach einstellbaren Durchspülfunktion. Der Wassertank kann nach vorn ausgeklinkt werden und macht so das Entnehmen und Befüllen wesentlich komfortabler.

Der Geräuschpegel liegt für ein Edelstahlmahlwerk im absolut verträglichen Bereich, gehört aber nicht zu den leisesten Vertretern der Zunft. Das kann man dem DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B bei ungewöhnlichen 13 Mahlstufen jedoch problemlos nachsehen.

Wie für DeLonghi typisch, gibt es auch bei der Dinamica-Reihe unterschiedliche Modellnummern und Buchstabenkombinationen, die sich auf die Farbgebung und kleine Unterschiede in den Direktwahlmöglichkeiten an Getränken beziehen. Angesichts des Preis-Leistungsverhältnisses ist der DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B in Schwarz die perfekte Wahl der Reihe.

Den perfekten Espresso oder Cappuccino einstellen

Ob und wie ein Hersteller die Feinheiten guten Kaffees versteht, zeigt sich meist am Tassenergebnis in den Werkseinstellungen. Diese sind im Allgemeinen meist zu großzügig bemessen, insbesondere bei der Wassermenge für Espresso gibt es Verbesserungsbedarf. Der DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B überzeugt auch schon in seinen Grundeinstellungen, auch wenn für einen guten Cappuccino oder Latte Macchiato etwas wenig Milchschaum im Glas ankommt. Dies lässt sich jedoch in wenigen Handgriffen im Menü korrigieren.

Einer der wichtigsten Aspekte für Kunden ist das verstellbare Milchschaumsystem, das sich über ein Rädchen regulieren lässt. Damit ist sowohl feiner, fließfähiger Schaum als auch eine feste Konsistenz für Latte möglich. Die Schaumtemperatur überzeugt in jeder Einstellung.

13 Mahlgradstufen sind für Mittelklassegeräte ordentlich

Aber auch beim Kaffee geht die Dinamica sehr überlegt zur Sache. 13 Mahlgradstufen sind außergewöhnlich feinfühlig in dieser Kategorie. Zudem hat die Maschine kein Problem mit dem Verdichten und Verarbeiten des Kaffees in der feinsten Stufe – auch das ist nicht immer gegeben. Da sich auch die optimale Wassermenge von 25 Milliliter für einen Espresso problemlos einstellen lässt, kommt aus dem DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B in nur wenigen Schritten ein hervorragend extrahierter Kaffee heraus, der in dieser Qualität schon lange nicht mehr zu haben war – zumindest bei Vollautomaten.

Es ist daher kein Wunder, dass die optimale Extraktionszeit von rund 25 Sekunden ebenso eingehalten wird wie die Extraktionsweise, die für ein rundes, volles Aroma sorgt. Auch die Vollautomaten-Crema, die bei den Maschinen künstlich erzeugt wird, ähnelt dem Vorbild aus der Siebträgermaschine fast aufs Haar.

Mit fünf Kaffeestärken und den anderen Einstellungen tut der DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B alles dafür, dass jeder Kaffeetrinker im Haushalt auf seine Kosten kommt. Darum lohnt es sich hier besonders, gute Espressobohnen zu verwenden und sich auf neue Geschmacksentdeckungen einzulassen. Aktuelle Tests und Tipps für die besten Kaffeebohnen finden Sie bei Coffeeness.

Vier individuelle Nutzerprofile

Vier Nutzerprofile, wie sie auch beim DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B vorhanden sind, scheinen sich inzwischen als Standard in der Mittelklasse etabliert zu haben. Auch Direktwahlmöglichkeiten für wenigstens vier Getränke (Espresso, Lungo, Cappuccino, Latte) dürfen in dieser Preisklasse ebenso erwartet werden.

Es ist möglich, die Voreinstellungen für diese Getränke nach eigenen Wünschen zu verändern oder gleich neue Kombinationen in den Profilen anzulegen. Das funktioniert sehr schnell – insbesondere, wenn man bereits einmal mit einem DeLonghi-Automaten umgegangen ist.

Zwei Getränke gleichzeitig

Ähnlich häufig wie die Frage nach der Cafe Lungo-Funktion, wird auch die Frage nach der sogenannten 2-Tassen-Funktion gestellt. Damit kann ein Vollautomat zwei Espresso gleichzeitig zubereiten. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern kann also hoher Komfortpunkt für einen Vollautomaten angesehen werden.

Denn so geht die Versorgung mehrerer Kaffeetrinker wesentlich schneller. Man muss nur darauf achten, dass zwei Tassen unter dem Gerät stehen, die entsprechende Taste gedrückt wird und dass der Wasserbehälter entsprechend gefüllt ist. Der Automat macht dann alles Weitere.

Long Coffee-Funktion

Für viele Einsteiger in die Vollautomatenwelt ist es eine wichtige Frage, ob die Maschinen eigentlich auch Filterkaffee machen können. Das können sie nicht. Doch mit dem DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B und der Long Coffee-Funktion wird es möglich, viel schwarzen Kaffee auf einmal zu produzieren.

Der Dinamica kann große Mengen Kaffee am Stück zubereiten

Diese Möglichkeit wird von den Herstellern in jüngster Zeit in immer mehr Automaten eingebaut und in der Werbung dick unterstrichen. Denn damit fällt einer der wichtigsten Vorbehalte gegen die Vollautomaten. Sie sollen Kaffeetrinker ansprechen, die sonst große Kannen aus der Filtermaschine in einem Rutsch trinken.

Long Coffee, auf Italienisch Caffè Lungo, ist ein Espresso, der mit mehr Wasser in einer längeren Durchlaufzeit zubereitet wird. Das ändert nicht nur das reine Volumen, sondern arbeitet auch andere Aromen heraus.

Die Funktion im DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B beschränkt sich jedoch nicht nur auf einen Lungo an sich. Vielmehr wird hier das sogenannte Schwallbrühverfahren unter wenig Druck angewendet, was einem Filterkaffee recht nahe kommt und für eine große Menge Kaffee in der Kanne sorgt.

Auch hier gilt: Wassertank und Bohnenbehälter sollten ausreichend befüllt sein, um die Funktion zu genießen.

Wasserfilter, Spülung und Reinigung

Im DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B ist ein »integrierter DeLonghi Wasserfilter« verbaut, der dafür sorgen soll, dass überschüssiger Kalk aus dem Brühwasser entfernt wird. Das schont nicht nur die Leitungen der Maschine, es verbessert auch das Kaffeearoma. Wie bei allen Vollautomaten sollte die Wasserhärte im eigenen Haushalt beim Erstbetrieb in der Maschine eingestellt werden.

Damit wird dem Gerät gesagt, wie oft es an den nächsten Entkalkungsvorgang erinnern soll. Die Wasserhärte von »weich« bis »hart« wird über einen beiliegenden Teststreifen ermittelt. Je nach Härtegrad kann es sich lohnen, die Entkalkungsintervalle etwas enger zu stellen und auch durchzuführen.

Spülen funktioniert zwar zu großen Teilen automatisch, doch beim Milchsystem muss das Rädchen dafür in die richtige Position gestellt werden. Wer daraus eine Routine macht, profitiert von einem stets perfekt gesäuberten Milchschaumsystem.

Wie es sich gehört, können die Wasserauffangschale und der Tresterbehälter leicht entnommen und gereinigt werden. Bei der Brühgruppe gibt es eine kleine Besonderheit:

Sie muss immer in der sogenannten »Parkposition« entnommen werden, die sie erst einnimmt, wenn der Hauptschalter ausgestellt ist. Beim DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B allerdings muss dazu unbedingt der Netzstecker gezogen werden. Das ist etwas umständlich, aber notwendig. Ansonsten lässt sich die Brühgruppe nur mit Gewalt entnehmen – oder gar nicht.

Für eine optimale Pflege empfiehlt es sich, alle diese Bauteile regelmäßig zu reinigen und gründlich trocknen zu lassen. Das kommt nicht nur langfristig der Lebensdauer des Kaffeevollautomaten zugute, sondern auch dem Geschmack der Getränke.

DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B im Testspiegel

Auch Stiftung Warentest ist vom DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B durchaus angetan – zumindest für ihre Verhältnisse. Insgesamt gab es die Note 2,0 im Test 11/2017. Die Tester hatten Folgendes zu sagen:

»Schäumt Milch besonders feinporig auf. Der Espresso schmeckt jedoch vergleichsweise lasch. Die Temperaturregelung für Kaffee bringt wenig. Flott: Braucht fürs Aufheizen und den ersten Espresso knapp anderthalb Minuten.«

Da Stiftung Warentest allerdings minderwertige Bohnen für die Tests benutzt und auch wenig darüber sagt, welche sensorischen Anforderungen an die Espressi gestellt werden, ist das Urteil zum Geschmack für uns eher nebensächlich.

Das ETM Testmagazin hat im Heft 12/2016 die silberne Variante DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.S untersucht und dafür ein »sehr gut« mit der Note 1,3 vergeben. Besonders herausgehoben wurde:

»Es ist in kürzester Zeit einsatzbereit, mühelos zu handhaben und bietet ein ansehnliches Funktionsspektrum. Hervorzuheben ist auch die Schwallbrüh-Technik, derer sich das Modell zum Brühen bedient.«

Für das Portal Testberichte.de ist DeLonghi allgemein ein Ausbund an einfacher Bedienung und Benutzerfreundlichkeit und auch hier wird der tolle Milchschaum gelobt.

Alternativen

Auch wenn der DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B die aktuell klarste Empfehlung für einen Kaffeevollautomaten der Mittelklasse ist, gibt es dennoch weitere Geräte, die dem Vergleich durchaus standhalten.

Der Klassiker

Melitta Caffeo CI

Test: Mittelklasse-Kaffeevollautomat – Testsieger Melitta Caffeo CI
Für diese Preisklasse bringt er viele Extras mit und was noch wichtiger ist – einen tollen Espresso.

Der Melitta Caffeo CI ist nicht umsonst unser vormaliger Testsieger bei Mittelklasse-Vollautomaten. Die Krone musste dieses hervorragende Stück Haushaltstechnik nur deswegen abgeben, weil der Dinamica beim Preis-Leistungsverhältnis noch mehr bietet. Ansonsten ist der Melitta Caffeo CI immer noch überaus hochwertig und lässt sich ebenso variantenreich einstellen. Die gelungene Optik und Extras wie zwei Bohnenfächer sind ebenfalls ein schlagendes Argument.

Der Caffeo CI ist ein kompakter Kaffeevollautomat mit guten Einstellungsmöglichkeiten, vier individuell programmierbaren Benutzerprofilen und automatischem Milchschaumsystem. Als besonderes Extra bringt er zwei getrennte Bohnenbehälter mit. So kann man ihn mit zwei verschiedenen Espresso-Sorten befüllen und durch Umlegen eines Schalters nach Tageslaune eine davon auswählen.

Ebenfalls nicht selbstverständlich ist, dass Espresso und Milch aus einem gebündelten Auslauf kommen, sodass die Tasse oder das Glas nicht umgestellt werden müssen. Der Auslauf ist verstellbar bis zu einer Höhe von 14 Zentimetern, kann also auch hohe Latte-Gläser füllen. Der Milchschlauch wird nach Benutzung automatisch mit Wasser durchgespült. Das alles sind dicke Pluspunkte, die auch bei teureren Kaffeevollautomaten nicht immer gegeben sind.

Bei der Lautstärke ist unser Urteil neutral – der Melitta Caffeo CI liegt im Mittelfeld. Mehr kann man von einem so günstigen Kaffeevollautomaten mit Edelstahlmahlwerk nicht erwarten.

Melitta bietet den Caffeo CI übrigens in verschiedenen Farben sowie Varianten mit oder ohne Milchbehälter an. Das ist das einzige, was sich dahinter verbirgt, wenn Sie auf verschiedene Modellnummern stoßen. Der Kaffeevollautomat selbst ist immer der gleiche.

Wie der DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B ist auch der Siemens EQ3 schon länger auf dem Markt und profitiert insbesondere vom qualitätsvollen Image des Unternehmens. Das wurde wesentlich von den großen Verwandten EQ6 und EQ9 begründet – und im EQ3 in ein handliches, kompaktes Format übersetzt.

Der Preis bewegt sich mit fortschreitenden Jahren immer weiter nach unten, sodass der EQ3 inzwischen auch unseren Testsieger weit unterbietet. Dafür gibt es ein paar weniger Einstellmöglichkeiten und der Kaffee gelingt im Direktvergleich nicht ganz so sensationell.

Dennoch ist der Siemens EQ3 eine ungebrochene Kaufempfehlung, was nicht zuletzt auf den durchdachten Bauweisen für kleine Haushalte fußt. Dank der innovativen »automatischen« Schaumlanze, die direkt in der Mitte positioniert ist, braucht es keinen Platz für einen extra Milchbehälter. Zudem kann die Brühgruppe nach vorn entnommen werden.

Außerdem getestet

Unsere Empfehlungen bieten das beste Preis-Leistungsverhältnis und sind unsere Kauftipps. Doch wir haben uns noch weitere Geräte genauer angesehen.

Der DeLonghi ESAM 5500 macht guten Kaffee und ist leicht zu reinigen. Auch hier ist der Mahlgrad in 13 Stufen einstellbar. Das Gerät bringt die 2-Tassen-Funktion und fünf voreingestellte Kaffeestärken mit. Allerdings ist er viel teurer als der Testsieger und überzeugt damit nicht im Preis-Leistungsverhältnis.

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Kommentare

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Ramon Nowack
Ramon Nowack

Die hab ich mir für 630,- Euro gekauft mit 5 Jahre Garantie sie ist wirklich gut

Coffeeness
Coffeeness

Nach der Zusatzgarantie werde ich sehr oft gefragt. Aber ich glaube bei der Preisklasse ist sie eine gute Wahl. Viel spaß mit dem Caffeo CI, bei uns läuft er auch wie eine 1 🙂

Rainer Huber
Rainer Huber

Aber trotz allem geht nichts über eine Jura!

Michael Poienariu
Michael Poienariu

einmal melitta nie mehr jura

Coffeeness
Coffeeness

Der Vollautomat auf den Fotos ist überigens schon über ein Jahr im Dauerbetrieb. Ich habe ihn vor den Fotos aber auch anständig poliert 🙂

Kurt Schmidt
Kurt Schmidt

600 €