Der beste Rasierapparat

Elektro-Rasierer im Test: Alle Geräte im Überblick

Der beste elektrische Rasierer ist der Panasonic ES-LV65. Er sorgt mit seinem fünffachen Schersystem für eine gründliche Rasur in wenigen Zügen. Zusammen mit dem äußerst beweglichen Kopf sorgt das für wenig Hautirritationen. Und wer will, kann den ES-LV65 sogar mit Rasierschaum oder unter der Dusche nutzen.

Update 11. Mai 2017

Wir haben den Philips OneBlade getestet und als weitere Alternative hinzugefügt. Dieser außergewöhnliche Rasierapparat besitzt nur eine Klinge, die aber besonders schonend über die Haut gleitet. Das Modell spricht vor allem passionierte Dreitagebart-Träger an.

Für viele Männer gehört die Rasur zum täglichen Ritual wie das Zähneputzen und der morgendliche Kaffee. Ob man dabei die offene Klinge bevorzugt und sich nass rasiert oder doch lieber einem elektrisch betriebenen Rasierer den Vorzug gibt, ist eine Frage des Geschmacks, der Gewohnheit, aber auch des Hauttyps.

Die Nassrasur ist sehr viel gründlicher, aber auch aufwändiger. Vor allem dauert sie mit Einschäumen und Zwischenspülen des Rasierers meist auch länger. Dafür fährt die Klinge näher an der Hautoberfläche entlang, so dass keine Stoppeln mehr hervorstehen und man sich bis zur nächsten Rasur etwas mehr Zeit lassen kann.

Männer mit sehr unreiner und unebener Gesichtshaut bevorzugen hingegen die Trockenrasur, weil kleine Verletzungen im Gesicht damit nahezu ausgeschlossen sind. Nachteil: Eine tägliche Anwendung ist eigentlich ein Muss, wenn man stets gut rasiert aussehen möchte. Denn das Rasieren mit dem elektrischen Gerät ist oberflächlicher. Das ist schonend für die Haut, aber man fühlt – und sieht – es recht bald, wenn die Barthaare schon wieder nachwachsen.

Rasieren ist eine höchst individuelle Angelegenheit: Die Beschaffenheit der Haut, die Stärke der Barthaare, die Form des Gesichts, die gewünschte Bartfrisur – all das ist bei jedem Mann unterschiedliche. Das macht es sehr schwierig, eine allgemeingültige Antwort auf die Frage zu geben »Welcher Rasierer ist der beste?«.

Ich habe für diesen Test insgesamt zehn Rasierapparate von Philips, Braun, Panasonic und Remington über mehreren Wochen hinweg ausprobiert, mich immer wieder mit ihnen rasiert, die Trimmer getestet, die alle Modelle mitliefern und wo es ging auch die Probe mit Rasierschaum gemacht.

Außerdem habe ich alle auffindbaren Testberichte durchforstet und Meinungen zu den Modellen im Netz gesammelt. Denn nur weil ein Rasierer mein Gesicht gut oder schlecht rasiert, muss das noch nicht für alle oder die meisten Menschen gelten. Gerade der Faktor »Gründlichkeit« ist bei einem Elektrorasierer sehr wichtig, er lässt sich aber nicht gut messen. Daher sind die Meinungen anderer Nutzer dazu umso aufschlussreicher.

Andere Faktoren wie Ausstattung, Lieferumfang, Reinigung, Handhabung, Geräuschpegel oder Akkulaufzeit lassen sich hingegen besser objektiv beurteilen. Sicher gehen die Meinungen auch hier auseinander, was die Gewichtung dieser Kriterien angeht. Dennoch sind sie bei Weitem nicht so subjektiv und individuell wie die Aussagen über die Gründlichkeit einer Rasur. Daher habe ich bei meinem Test vor dem Badezimmerspiegel auch auf diese Dinge genau geachtet.

Folien- oder Rotationsrasierer?

Es gibt zwei Arten von Elektrorasierern: Folien- und Rotationsrasierer. Am weitesten verbreitet sind Folienrasierer mit ihren länglichen Scherköpfen. Hier gibt es mindestens eine, häufig aber mehrere perforierte Scherfolien. Die Barthaare gelangen in die winzig kleinen Löcher und die vibrierenden Schermesser darunter schneiden sie ab.

Bei den Rotationsrasierern kommen dagegen drei Schereinheiten mit je einer runden Klinge zum Einsatz. Sie sind in einem Dreieck zueinander angeordnet und oft einzeln flexibel gelagert. Vor allem Philips ist für diese Art Rasierer bekannt, aber auch Remington hat beispielsweise solche Modelle im Portfolio.

Die Flexibilität der Rotationsköpfe und die dreieckige Form des Scherkopfs bieten den Vorteil, dass sich die Schereinheiten besser der Gesichtsform anschmiegen. Vor allem die kantigen Kinn- und Unterkieferbereiche lassen sich damit oft besser rasieren. Viele Nutzer heben zudem hervor, dass sie mit Rotationsrasierern schneller sind, weil sie großflächiger rasieren. Außerdem – und das kann mein Test bestätigen – vibrieren sie weniger und sind deutlich leiser.

Folienrasierer wirken dagegen etwas kraftvoller, was sich auch durch lauteres Summen und stärkerer Vibration ausdrückt. Sie sind vor allem für Konturen wie an den Koteletten und für kleinflächige Bereiche wie unter der Nase besser geeignet. Die Rotationsrasierer haben mich beim Versuch, diese Stellen sauber zu bearbeiten, viel Zeit und viele Nerven gekostet. Es fehlt ihnen einfach an Präzision, denn durch die drei Rotationsköpfe weiß man nie genau, wo der Rasierapparat eigentlich rasiert.

Alleine anhand der Bauform lässt sich die Qualität eines Elektro-Rasierers aber nicht beurteilen – gerade vor dem Hintergrund, dass jeder Nutzer aus individuellen Gründen das eine oder das andere System bevorzugt. Die meisten entscheiden sich früh für eine der beiden Bauformen und bleiben lange dabei, manchmal das ganze Leben – es ist eine ähnliche Grundsatzentscheidung wie »nass oder trocken?«

Nassrasur mit Elektrorasierer

Apropos nass: Der Trend geht schon seit einigen Jahren ganz klar zum Elektrorasierer, mit dem man sich auch mit Schaum oder Gel und unter der Dusche rasieren kann. Sieben unserer zehn Testgeräte bieten diese Möglichkeit.

Ob die Hersteller versuchen, damit Anhänger des traditionellen Nassrasierens von ihren Produkten zu überzeugen? Das wäre ein schlechtes Argument, denn die Nassrasur mit einem Elektrorasierer ist nicht nur weniger gründlich als die Rasur mit einem gewöhnlichen Nassrasierer, sie ist auch weniger gründlich als die Trockenrasur.

Das wurde nicht nur in meinem Test deutlich, so fiel auch das Urteil der Probanden beim letzten Rasierertest der Stiftung Warentest einhellig aus (Ausgabe 12/2013).

Zwar fanden die Tester, dass sich die Rasur mit Schaum oder unter Wasser angenehmer anfühlt. Doch das wird zunichte gemachte, weil man jede Stelle mehr als einmal mit dem Elektrorasierer bearbeiten muss, was wiederum zu mehr gereizter Haut führt. Nicht zuletzt benötigt man mehr Zeit zum Einschäumen und zur anschließenden Reinigung, wenn man Schaum benutzt. Obendrein lässt sich in diesem Fall das Ergebnis während der Rasur wegen des Schaums schwieriger beurteilen.

Die allgemeinen Vorbehalte gegen die Nassrasur mit einem Elektrorasierer bringt ein Kunde in einer Rezension unseres Testsiegers bei Amazon sehr gut auf den Punkt:

»Mir erschließt sich nicht, warum man einen Trockenrasierer mit Schaum vollkleistert in der Erwartung, nun sei es gründlicher oder schonender. Anschließend müsste man doch jeden Tag das Gerät reinigen/von Schaum befreien/trocknen(lassen) und neu ölen. Wenn ich das wollte, würde ich die Klinge nehmen, bei deutlich geringerem Reinigungsaufwand.«

Überflüssige Reinigungsstation

Das Thema »Reinigung« ist bei einem Hygieneprodukt, wie der Rasierapparat eines ist, ebenfalls besonders wichtig.

Das wissen natürlich auch die Hersteller, die vor allem ihre Spitzenmodelle oft im Paket mit einer Reinigungsstation anbieten: Das Gerät kommt kopfüber hinein, wird dann mit einer desinfizierenden Reinigungsflüssigkeit gesäubert, getrocknet und – je nach Modell – noch geölt. Ganz nebenbei lädt die Station den Akku des Elektrorasierer. Zwei der Rasierer aus unserem Test – der Braun 9090cc (Series 9) und der Philips S9711/31 (Series 9000) – kommen mit solch einer Reinigungsstation.

Prinzipiell ist das auch eine nette Sache, weil sie gut funktioniert und einfach zu benutzen ist. Es ist komfortabel, seinen Rasierer nach der Benutzung einfach hineinzustecken und bis zum nächsten Einsatz ist er sauber, aufgeladen und womöglich noch geölt – praktisch.

Allerdings kostet die Reinigungsflüssigkeit, die in speziellen Kartuschen geliefert wird, 5 bis 7 Euro pro Stück. Laut Hersteller hält eine bis zu drei Monate, wobei das natürlich stark davon abhängt, wie oft und in welchem Reinigungsprogramm man den Scherkopf säubert.

Dazu schreibt ein Besitzer des Philips S9711/31:

»Die Kartuschen erreichen bei einem täglichen Reinigungseinsatz niemals eine Lebensdauer von den versprochenen drei Monaten. Wird der Scherkopf ausgeklopft und die Bartfangkammer mit einem Pinsel peinlich gesäubert bevor die Reinigungsstation benutzt wird, so hält die Kartusche maximal einen Monat. Wird der Rasierer ohne Vorreinigung eingesetzt, waren bei mir die Kartuschen (4 Stück) alle nach 12 Tagen am Ende.«

Wer den Rasierapparat erst manuell reinigt, um ihn dann in die Station zu stellen, büßt einen Großteil des Komforts ein. Wer es nicht tut, hat mit hohen Folgekosten zu kämpfen – abgesehen von den Mehrkosten, die das Paket aus Rasierer und Reinigungsstation gegenüber der Variante ohne Station kostet.

Ich bin der Meinung, dass man auf eine Reinigungsstation gut verzichten kann. Ich würde vielleicht nicht so weit gehen, den Herstellern reine Geldmacherei vorzuwerfen, wie es einige Rezensenten im Internet tun. Allerdings sollte man sich das Geld für Station und Flüssigkeit sparen, denn die Scherköpfe der meisten Rasierapparate auf dem Markt (und aller Geräte in unserem Test) lassen sich auch gut unter fließendem Wasser sauber machen. Wer zusätzlich noch etwas Flüssigseife nimmt, bekommt den Rasierer mehr als ordentlich sauber. Er mag zwar nicht klinisch rein sein, aber einen Elektrorasierer sollte man sich ohnehin nie mit einer anderen Person teilen.

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Kommentare

1 Kommentar zu "Der beste Rasierapparat"

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Be Ni Eki Elvis Muratovic burschens ich habs euch gesagt

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