Schlafsack Test: Schlafsack Aufmacher Copyright: gilitukha / Adobe Stock
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Letzte Aktualisierung:

Der beste Schlafsack

Wir haben 26 Schlafsäcke getestet – sowohl Modelle von Marken- als auch von No-Name-Herstellern. Vom günstigen Billigheimer bis zum teuren Edelteil war alles dabei. Der beste ist für uns der Grüezibag Biopod DownWool 200 – doch auch für andere Einsatzbereiche konstruierte Schlafsäcke konnten punkten.

Arnold Zimprich
Arnold Zimprich
ist seit Kindesbeinen sportlich sehr vielseitig unterwegs. Seinen ersten Pokal stellte er sich mit 6 Jahren in den Schrank, seitdem macht er das bayerische Voralpenland und die Gebirge Europas mit Laufschuh, Rennrad, Tourenski oder Eispickel unsicher. Er schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Alpin, das Bergzeit Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.
Letztes Update: 18. November 2022

Wir haben den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind weiterhin aktuell.

22. Juli 2022

Wir haben fünf weitere Schlafsäcke getestet. Der nachhaltig produzierte Rab Solar Ultra 1 und der kuschelige Robens Gully 600 sind neue Empfehlungen.

Aus den Alternativen verdrängt wurden der Vaude Meglis 700 SYN und der Mountain Hardwear Lamina -1 – beide sind weiterhin unter „Außerdem getestet“ zu finden.

10. September 2021

Wir haben neun weitere Schlafsäcke getestet. Unser neuer Favorit ist der Gruezibag SubZero DownWool 200, außerdem haben wir neue Empfehlungen in Gestalt des Vaude Meglis 700 SYN, des Exped Megasleep Duo 25D und des Mountain Hardwear Lamina -1.

Die ehemaligen Empfehlungen Gipfelsport Mumienschlafsack und Mountain Equipment Helium 600 sind nun unter „Außerdem getestet“ zu finden. Unser ehemaliger Testsieger Mammut Kompakt MTI 3-Season ist nicht mehr erhältlich und wurde aus dem Testbericht entfernt.

Weitere Updates
Update Info-Service

Wir testen laufend neue Produkte und aktualisieren unsere Empfehlungen regelmäßig. Wenn Sie informiert werden möchten, sobald dieser Testbericht aktualisiert wird, tragen Sie einfach Ihre Email-Adresse ein.

Schlafsäcke gibt es in den verschiedensten Ausstattungen. Von der leichten 15 Euro teuren Sommerdecke, die mit einem rundumlaufenden Reißverschluss zum Schlafsack wird, bis zum mehr als 300 Euro teuren Luxus-Sack, der auch den höchsten Ansprüchen genügt.

Im Test haben wir versucht, das Angebot möglichst breit abzubilden. So finden sich simple, lediglich 20 Euro teure Sommerschlafsäcke genauso im Testfeld wie 100 bis 150 Euro teure Allrounder.

Nach oben hin runden der rund 350 Euro teure Grüezibag SubZero DownWool 200 und der Mountain Equipment Helium 600 den Test ab. Mit diesen Schlafsäcken werden auch Extrem-Biwaker froh, die ihre Outdoor-Aktivitäten bereits im Frühjahr starten und erst im Herbst beenden. Mit einzelnen Schlafsäcken wie dem Vaude Sioux sind sogar Wintercampings kein Problem, andere, wie der Sea To Summit Spark 1, sind winzig verpackbar und dafür nur im Sommer einsetzbar.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Grüezibag Biopod DownWool Subzero 200

Test  Schlafsack: Grüezibag Biopod DownWool Subzero 200
Ausgesprochen komfortabler Schlafsack mit Daunen-Woll-Mischfüllung. Bester Schlafkomfort im Test, dafür nicht ganz billig.

Der Grüezibag Biopod SubZero DownWool 200 öffnet in Sachen Komfort eine neue Dimension. Das seidige, kuschelige Innenmaterial schmeichelt der Haut und sorgt für ein Wohlgefühl, das man im Schlafsacksektor selten antrifft. Dazu kommen eine homogene Wärmeleistung und ein tolles Klimamanagement, die den Schlafsack des oberbayerischen Herstellers zu einem breit einsetzbaren, wenn auch nicht ganz billigen Multifunktionswerkzeug macht.

Komfortabler Vielseiter

Rab Solar Ultra 1

Test Schlafsack: Rab Solar Mumienschlafsack
Angenehm leichter, kuscheliger und nachhaltig produzierter Schlafsack mit breitem Einsatzspektrum. Der Preis bleibt dabei noch im Rahmen.

Was die Verwendung recycelter Materialien angeht, spielt der Rab Solar Ultra 1 in der ersten Liga. Dass er dazu noch klein packbar und äußerst komfortabel ist, kommt hinzu. Wer das Thema Nachhaltigkeit im Hinterkopf hat und einen schön verarbeiteten, mit kuscheligem Innenmaterial ausgestatteten und detailverliebten Schlafsack für den Sommer und die wärmeren Phasen in den Übergangszeiten sucht, ist bei Rab gut aufgehoben.

Für Paare

Exped Mega Sleep Duo 25L

Schlafsack Test: Exped Mega Sleep Duo 25
Doppelschlafsack mit Wendefunktion für wärmere Temperaturen. Perfekt auch für Familiencamping.

Mit dem Megasleep Duo 25D hat Exped einen Schlafsack für Paare im Programm, der sich durch sein cleveres Wendesystem an verschiedene Temperaturbereiche anpassen lässt. Für die ganz kalten Temperaturen eignet er sich nicht, dafür ist er geradezu perfekt für Familiencampings im Sommer oder Camping-Flitterwochen an wärmeren Orten. Besonders angenehm ist das anschmiegsame Innenfutter, doch auch bei der Verarbeitung stößt man im Falle des Megasleep Duo 25D auf die sprichwörtliche Schweizer Qualität des Herstellers aus Zürich.

Gut & günstig

Mountrex Schlafsack

Test Schlafsack: Mountrex Schlafsack
Preiswerter Sommerschlafsack mit überzeugender Funktion und praktischem Kompressions-Packsack.

Der Schlafsack von Mountrex bietet ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis und wiegt dazu wenig. So viel Schlafsack für so wenig Geld bietet kein anderer Leichtschlafsack. Dabei lässt sich der blau-graue Winzling schön komprimieren und sollte somit auch in kleineren Rucksäcken Platz finden. Er eignet sich perfekt für das Sommercamping oder Übernachtungen in den Bergen bei etwas wärmeren Temperaturen. Was die Wärmeleistung angeht, hält er bis etwa 15 Grad angenehm warm.

Unkompliziert & kuschelig

Robens Gully 600

Test Schlafsack: Robens Gully 600
Dreijahreszeiten-Schlafsack zum fairen Preis mit kuscheligem Innenfutter, Wärmekragen und hohem Schlafkomfort.

Es gibt Schlafsäcke, die findet man sofort sympathisch – wie den Robens Gully 600. Der schön ausgestattete 3-Season-Schlafsack mit Polyester-Daune-Mischfutter verfügt über ein angenehm kuscheliges Innenmaterial, Wärmekragen und eine Vielzahl an Taschen. Das alles gibt es für faire 150 Euro. Besonders beim Preis-Leistungs-Verhältnis hat uns der Robens voll überzeugt.

Vergleichstabelle

TestsiegerGrüezibag Biopod DownWool Subzero 200
Komfortabler VielseiterRab Solar Ultra 1
Für PaareExped Mega Sleep Duo 25L
Gut & günstigMountrex Schlafsack
Unkompliziert & kuscheligRobens Gully 600
Mountain Hardwear Lamina -1
Vaude Meglis 700
Carinthia G280
Mountain Equipment Helium 600
Big Agnes Sidewinder SL 20
The North Face Cat's Meow
Sea To Summit Spark I
Vaude Sioux 1000 SYN
Deuter Orbit SQ +5
Salewa Rozes Warm
Marmot Nanowave 50
Gipfelsport Mumienschlafsack
Mammut Nordic OTI Spring
Nordisk Gormsson -2° Curve
High Peak TR 300
Mountaineer Frozen Mummy
Forceatt Schlafsack 5-15
KingCamp Oasis 300
Active Era 150 Premium
Test  Schlafsack: Grüezibag Biopod DownWool Subzero 200
  • Sehr komfortables Innen­material
  • Breiter Temperatur­bereich
  • Homogene Wärme­leistung
  • Schöne Verarbeitung
  • Preis
Test Schlafsack: Rab Solar Mumienschlafsack
  • Schöne Verarbeitung
  • Sehr leicht
  • Kuschelig weiches Innenmaterial
  • Hoher Anteil an recycelten Materialien
  • RV-Einklemmschutz
Schlafsack Test: Exped Mega Sleep Duo 25
  • Praktische Wende­funktion
  • Großes Platz­angebot
  • Kuscheliges Innen­futter
  • Schöner Packsack
  • Auf Exped Megamat Duo Isomatte abgestimmt
  • Etwas verwirrende Kordel-Hand­habung
  • Hohes Gewicht und Packmaß (dafür aber Zweipersonen-Schlafsack!)
Test Schlafsack: Mountrex Schlafsack
  • Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Funktionale, durchdachte Schlaf­sack­hülle
  • Bietet viel Ausstattung fürs Geld
  • Etwas labbriges Außen­material
  • No-Name-Reiß­verschluss
Test Schlafsack: Robens Gully 600
  • Wärmekragen
  • Vielzahl an Taschen
  • Schöne Abdeckleiste
  • Kuscheliges Innenmaterial
  • Fairer Preis
  • Reißverschluss nicht durchgängig
Test  Schlafsack: Mountain Hardwear Lamina -1
  • Faires Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Schöner Kompressions­sack
  • Schöne Verarbeitung
  • Anschmiegsames Material
  • Futter recycelt
  • Kein Wärme­kragen
Test  Schlafsack: Vaude Meglis 700
  • Innovative Stretch-Konstruktion
  • Hoher Schlaf­komfort
  • Nachhaltige Herstellung
  • Faire Preis-Leistung-Verhältnis
  • Etwas hohes Pack­volumen und Gewicht
  • Packsack optimierungs­würdig
Test Schlafsack: Carinthia G280
  • Tolle Verarbeitung
  • Weiches Innen­futter
  • Großzügig dimensionierte Kapuze
  • Beste Wärme­leistung im Test
  • Stoff verhakt sich im Reißverschluss
  • Recht voluminöses Packmaß
Test Schlafsack: Mountain Equipment Helium 600
  • Überragende Verarbeitung
  • Tolle Wärme­leistung
  • Kleines Packmaß
  • Geringes Gewicht
  • Teuer
Schlafsack Test: Big Agnes Sidewinder Sl 20
  • Kuschelige Fütterung mit hoher Bausch­kraft
  • Pfiffige Details wie das Kopf­kissen­fach
  • Durchdachtes Raum­angebot
  • Schöne, hochwertige Verarbeitung
  • Fummeliges Verstell­system der Kapuze
  • Reißverschluss neigt zum Einklemmen
Test Schlafsack: The North Face Cat's Meow
  • Hoher Schlafkomfort
  • Einfaches Handling
  • Großes Packmaß
  • Kein Wärmekragen
Test  Schlafsack: Sea To Summit Spark 1
  • Unglaublich kleines Packmaß
  • Schöne Verarbeitung
  • Extrem leichtes Gewicht
  • Begrenzter Temperatur­bereich
  • Filigrane Konstruktion
  • Simple Ausstattung
  • Recht Teuer
Test Schlafsack: Vaude Soioux 1000 SYN
  • Beeindruckende Wärme­leistung
  • Tolle Verarbeitung
  • Hoher Liege­komfort
  • Voluminöses Packmaß
Test Schlafsack: Deuter Orbit SQ +5
  • Einfaches Handling
  • Schnell zur Decke umbaubar
  • Eingeschränkter Temperaturbereich
Test  Schlafsack: Salewa  Rozes Warm
  • Schöne Details
  • Unkompliziertes Handling
  • Durchdachte "Heiz-Technologie"
  • Etwas wulstige Reiß­verschluss-Abdeck­leiste
  • Steife Konstruktion
  • Großes Packmaß
Test Schlafsack: Marmot Nanowave 50
  • Tolle Verarbeitung
  • Sinnvolle Details
  • Robuste Materialien
  • Gewicht stimmt nicht mit Hersteller­angabe überein
Test Schlafsack: Gipfelsport Mumienschlafsack
  • Angenehme Wärme bei Temperaturen bis 2 Grad
  • Solide Verarbeitung
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Etwas seltsame Form des Wärme­kragens
Test  Schlafsack: Mammut  Nordic OTI Spring
  • Schönes, gerad­liniges Design
  • Schmaler Einsatz­bereich
  • Etwas konventionell
Test  Schlafsack: Nordisk Gormsson -2°
  • Schöne Features
  • Platzerweiterung im Ober­körper­bereich
  • Enger Schnitt – Größe beachten!
Test Schlafsack: High Peak TR 300
  • Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Gute Verarbeitung
  • Angenehme Wärme­leistung
  • Für kleinere Personen etwas lang geschnitten
Test Schlafsack: Mountaineer Frozen Mummy
  • Reißverschluss mit Einzwick­schutz
  • Schöner, verstellbarer Wärme­kragen
  • Guter Schlafkomfort bis zum Gefrier­punkt
  • Extremtemperatur willkürlich gewählt
Test Schlafsack: Forceatt Schlafsack 5-15
  • Günstig
  • Auch als Decke verwendbar
  • Leichtgängiger Reißverschluss
  • Fehlerhafte Angaben bei Amazon
  • Schwer
  • Zweifelhafte Verarbeitung
  • Kein Wärmekragen
Test Schlafsack: KingCamp Oasis 300
  • Kann zur Decke auf­geklappt werden
  • Kuschelig weiches Innen­material
  • Zweifelhafte Temperatur­angabe
  • Naht löste sich im Test auf
  • Billige Haptik des Außen­materials
Test Schlafsack: Active Era 150 Premium
  • Klein und Leicht
  • Billig wirkende Verarbeitung
  • Keine Kordel­züge
  • Billige Schlafsack­hülle
  • Billige Haptik
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Gut gebettet: Schlafsäcke im Test

Was muss ein Schlafsack können? Diese Frage beschäftigte uns, ehe wir mit dem Test anfingen.

  • Er muss zu allererst warm halten. Wie warm, hängt zum einen von der Jahreszeit ab, zu der man im Schlafsack übernachten möchte. Zum anderen hängt es vom subjektiven, also individuell unterschiedlichen Kälteempfinden ab. »Warmschläfer« greifen lieber zu einem besonders warmen Schlafsack, »Kaltschläfer« kommen mitunter schon mit einem weniger stark isolierten Schlafsack zurecht.
  • Er sollte eine gute Passform haben. Die meisten Hersteller setzen heutzutage auf die sogenannte Mumienform. Das bedeutet, dass der Schlafsack zu den Füßen hin schmäler wird, um dort eine bessere Wärmeleistung zu bieten.
  • Zum Transport beim Camping sollte der Schlafsack relativ leicht sein. So fanden sich im Test Leichtschlafsäcke unter einem Kilo, kein einziger Schlafsack im Test sprengte die Zwei-Kilo-Marke. Wer einen Schlafsack kauft, sollte sich im Vorhinein die Frage stellen, ob er ihn auch im Rucksack über längere Strecken zu Fuß transportieren möchte. Schwere Schlafsäcke wie der Vaude Sioux 1000, der Frozen Mummy und der King Camp fallen in diesem Fall raus.
  • Einen guten Schlafsack zeichnet insbesondere ein hochwertiger Reißverschluss aus, oftmals aus dem Hause YKK. Seit neuestem (2020/21) statten immer mehr Hersteller ihre Schlafsäcke mit Reißverschlüssen aus, die einen »Einklemmschutz« besitzen. Das ist ein Plastikaufsatz am Läufer des Reißverschlusses, der das Einklemmen von Schlafsackmaterial in den Reißverschluss verhindert. Das kleine Plastikteil wird auch als »Anti-Snagging«-Aufsatz bezeichnet.

Äpfel mit Birnen vergleichen?

Skeptiker mögen feststellen, dass ein Vergleichstest von zum Teil nur 20 Euro teuren Billig-Schlafsäcken aus Fernost mit in Österreich (Carinthia), Deutschland (Vaude) und der Schweiz (Mammut) entwickelten Markenprodukten dem Vergleich von Äpfeln mit Birnen gleichkommt. Schließlich lässt sich ein 25-Euro-Schlafsack nur schwer mit einem mehr als 300 Euro teuren Luxusmodell vergleichen.

Jeder Schlafsack wurde nur im für ihn vorgesehenen Einsatzbereich getestet

Daher haben wir versucht, jeden Schlafsack nur im für ihn vorgesehenen Einsatzbereich zu testen und auch zu berücksichtigen, dass die verschiedenen Hersteller völlig unterschiedliche Materialien verwenden und Detaillösungen unterschiedlich gut umsetzen. Dass bei einigen wenigen Schlafsäcklen bestenfalls ein »ausreichend« herauskam, liegt am mangelnden Einfallsreichtum des Herstellers – denn sogar im Billig-Segment unter 50 Euro fanden sich Schlafsäcke, die durchaus überzeugen konnten.

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Je nach Einsatzbereich und Jahreszeit gibt es Schlafsäcke mit unterschiedlicher Wärmeleistung.

Wann teuer, wann billig?

Diese Frage stellt sich unweigerlich, wenn man die immensen Preisunterschiede der getesteten Schlafsäcke betrachtet. Um es kurz zu machen: Wer einen Schlafsack für gelegentliches Übernachten, für Besucher oder für den Ausflug aufs Musikfestival sucht und wem dabei Herkunft und Verarbeitungsqualität egal sind, fährt mit einem günstigen Schlafsack am besten.

Wer Wert auf Verarbeitung legt, clevere Detaillösungen und Reißverschlüsse von Markenherstellern bevorzugt und wem noch dazu viel daran gelegen ist, dass der Schlafsack ein langes Produktleben hat und nicht nach wenigen Nutzungssaisons den Geist aufgibt, sollte etwa 100 Euro und mehr in die Hand nehmen und sich ein Markenprodukt kaufen. Am Ende dankt es einem die Umwelt – kein einziges der Billigprodukte konnte mit einem Nachhaltigkeitssiegel aufwarten!

Kunstfaser versus Daune – ein paar Gedanken vor dem Test

Viele Schlafsackmodelle im Test waren im Preissegment bis 50 Euro zu finden. Klar ist, dass man in diesem Preissegment keinen qualitativ ernst zu nehmenden Schlafsack mit Daunenfüllung findet.

Der große Nachteil der Kunstfaserfüllung gegenüber Daune ist das bei vergleichbaren Temperatur- und Leistungsdaten höhere Gewicht und Packvolumen. Das ist für jeden, der den Schlafsack nicht tagelang im möglichst kleinen Rucksack tragen möchte, aber nicht so entscheidend.

Kunstfaser­modelle sind in der Regel schwerer und haben ein größeres Packmaß

Der Vorteil gegenüber Daune ist, dass die Isolationseigenschaften auch im feuchten Zustand noch nahezu unverändert gut sind und silikonisierte Kunstfasern auch deutlich schneller wieder trocknen. Die Füllung ist bei den meisten Schlafsäcken im Test lagenweise verarbeitet. Die eingeschlossene Luft zwischen den vier Lagen erhöht die Wärmeleistung zusätzlich.

Somit boten die meisten Kunstfaserschlafsäcke im Test dann auch eine ordentliche Performance. An die Wärmeleistung der Daunenschlafsäcke kam im Test jedoch kaum ein anderer Schlafsack heran, vom Gewicht und Packmaß ganz zu schweigen.

 Schlafsack Test: Gruezibag (8)
Der Grüezibag Biopod Downwool Subzero 200 hat uns auf Anhieb sehr gut gefallen – da war kein langes Überlegen nötig.

Testsieger: Grüezibag Biopod Downwool Subzero 200

Reinschlüpfen, wohlfühlen, einschlafen, reinschlüpfen, wohlfühlen, einschlafen, reinschlüpfen, wohlfühlen, einschlafen. So könnte man die Erfahrungen, die wir mit dem Grüezibag Biopod Downwool Subzero 200 während unserer Testphase gemacht haben, kurz und prägnant zusammenfassen. Wie kein anderer Schlafsack im Test rief der Schlafsack des Herstellers aus dem oberbayerischen Bad Feilnbach das Verlangen hervor, die nächste Schlafsacknacht doch bitte wieder in der wohligen, kuscheligen Wärme dieses Komfortwunders zu verbringen und nicht zu einem anderen Schlafsack wechseln zu müssen!

Testsieger
Grüezibag Biopod DownWool Subzero 200
Test  Schlafsack: Grüezibag Biopod DownWool Subzero 200
Ausgesprochen komfortabler Schlafsack mit Daunen-Woll-Mischfüllung. Bester Schlafkomfort im Test, dafür nicht ganz billig.

Der rund 350 Euro teure Schlafsack ist mit der kostspieligste im Test – aber auch der mollig-wärmste. Das liegt zum einen an der Füllung, die zu 70 Prozent Entendaune besteht, und zu 30 Prozent aus veredelter Schafwolle. Dieses Gemisch resultiert in einer sehr homogenen, gleichmäßigen Wärmeleistung, die den Schläfer wie eine Wolke einhüllt. Die Füllung verrutscht kaum, hier hat Grüezibag seine Hausaufgaben gemacht. Die Wärmeverteilung bleibt somit stets gleich gut, egal, wohin man sich dreht und wendet.

Zum anderen hat der Grüezibag Biopod Downwool Subzero 200 das weichste, anschmiegsamste und seidigste Innenmaterial im ganzen Test. Wer bisher dachte, dass es bei Schlafsack-Innenmaterialien keine großen Unterschiede gibt, wird von Grüezibag Lügen gestraft. Das Material liegt samtweich auf der Haut, nach einem langen, anstrengenden und ermüdenden Outdoor-Tag freut man sich wieder auf Entspannung in diesem Komfortwunder. Wir haben schon einige Schlafsäcke getestet. Was der oberbayerische Hersteller hier auf die Beine gestellt hat, fällt in Sachen Komfort jedoch definitiv aus der Reihe.

1 von 7
Schlafsack Test: Gruezibag (9)
Der im Halbrund verlaufende Reißverschluss vereinfacht die Bedienung.
Schlafsack Test: Gruezibag (1)
Downwool inside: Das Mischverhältnis der Füllung sorgt für eine homogene Wärmeleistung.
Schlafsack Test: Gruezibag (2)
Der Grüezibag wirkt nach außen hin schön aufgeräumt ...
Schlafsack Test: Gruezibag (3)
... das Innenfutter hat uns im gesamten Test am besten gefallen.
Schlafsack Test: Gruezibag (5)
Der "Anti-Snagging"-Reißverschluss sorgt für reibungslose Schließ- und Öffnungsvorgänge.
Schlafsack Test: Gruezibag (6)
Mit dem Grüezibag sind auch einstellige Minustemperaturen kein Problem.
Schlafsack Test: Gruezibag (7)
Im gepackten Zustand gehört der Grüezibag zum "kleineren Drittel" des gesamten Testfelds.

Die restliche Ausstattung des Grüezibag ist dabei durchdacht und auf das Wesentliche reduziert. Eine Reißverschluss-Außentasche, eine Klett-Innentasche und ein Wärmekragen sind an Bord, dazu kommt eine Verstellkordel für den Kopfteil. Raffiniert ist auch der asymmetrische Hauptreißverschluss, der bogenförmig verläuft. Das vereinfacht einmal das Handling, denn der zum Fußende hin halbkreisförmig verlaufende Reißverschluss ist leichter erreichbar als ein »geradeauslaufender« Reißverschluss. Zum anderen lässt sich der Zweifach-Reißverschluss zur Lüftung nach unten hin öffnen, die Füße liegen – wenn man diese nach draußen strecken will – durch den asymmetrischen Verlauf anschließend weich gebettet auf dem Schlafsack. Tolle Idee!

Im Rahmen unseres Tests, der im Früh- bis Hochsommer durchgeführt wurde, fiel die ausgewogene, durchdachte Ausstattung positiv auf. Andere Hersteller lassen sich viel einfallen, um Schlafsäcke perfekt an den Körper anzupassen, manchmal ein bisschen zu viel – Grüezibag schafft beim Biopod Downwool Subzero 200 den Spagat zwischen Überforderung und Minimalismus perfekt. Hier bleiben nicht viele Wünsche offen. Chapeau, Testsieger!

Grüezibag Biopod Downwool Subzero 200 im Testspiegel

Alpin – Das Bergmagazin (10/1019) hat dem Schlafsack das Prädikat »Gut« gegeben und schreibt:

»Die Mischung aus Daune und Wolle schafft ein sehr angenehmes Schlafklima und der ungewöhnliche Verlauf des Reißverschlusses erweitert den Einsatzbereich im Komfortbereich. Nicht der leichteste, aber ein sehr gut zu »beschlafender« Schlafsack.«

Alternativen

Der Grüezibag hat uns ehrlich überrascht. Wir haben aber auch noch weitere Empfehlungen, die günstiger sind, tolle Allround-Eigenschaften mitbringen oder sich für extreme Wetterlagen eignen.

Komfortabler Vielseiter: Rab Solar Ultra 1

Was die englischen Outdoor- und Alpin-Profis von Rab mit dem Solar Ultra 1 zusammengenäht haben, hat uns auf Anhieb gefallen. Der 220 Euro (UVP) teure Schlafsack fühlt sich zunächst so geschmeidig und weich an wie ein Daunenschlafsack – wir sind ganz verblüfft als wir lesen, dass er mit synthetischen Fasern gefüllt ist. Auch sein Gewicht hat uns überzeugt, mit unter einem Kilogramm gehört er zu den leichtesten Schlafsäcken im Test.

Komfortabler Vielseiter
Rab Solar Ultra 1
Test Schlafsack: Rab Solar Mumienschlafsack
Angenehm leichter, kuscheliger und nachhaltig produzierter Schlafsack mit breitem Einsatzspektrum. Der Preis bleibt dabei noch im Rahmen.

Zwar empfiehlt Rab den Schlafsack primär »für Gebirgsaufstiege im Frühjahr und Sommer mit möglichst wenig Ausrüstung, denn er ist warm, strapazierfähig und nicht unnötig voluminös«. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass man den auf nur 31 x 19 Zentimeter packbaren Schlafsack nicht auch für andere Einsatzbereiche wie »ordinäres Camping« verwenden kann.

1 von 7
Schlafsack Test: Rab Solar Ultra 1 Mumienschlafsack
Der Rab Solar Ultra 1 hat uns von der Verarbeitung her sehr gut gefallen.
Schlafsack Test: Rab Solar Ultra 1 Mumienschlafsack
Der Reißverschluss reicht nicht bis an die Zehen, dafür gibt es eine warme Fußbox!
Schlafsack Test: Rab Solar Ultra 1 Mumienschlafsack
Auch an einen Wärmekragen hat Rab gedacht.
Schlafsack Test: Rab Solar Ultra 1 Mumienschlafsack
Der Komfortbereich geht bis +1 Grad, zur Not lässt sich der Schlafsack auch bei leichten Minusgraden einsetzen.
Schlafsack Test: Rab Solar Ultra 1 Mumienschlafsack
Der Reißverschluss ist mit einem Einklemmschutz ausgestattet.
Schlafsack Test: Rab Solar Ultra 1 Mumienschlafsack
Stretch-Nähte sorgen dafür, dass der Schlafsack besser anliegt.
Schlafsack Test: Rab Solar Ultra 1 Mumienschlafsack
Der Solar Ultra 1 lässt sich schön klein verpacken.

Schön sind die Details, die Rab dem umweltfreundlich hergestellten Schlafsack angedeihen lässt – an erster Stelle ist hier die TILT-Technologie zu nennen. Sie bewirkt, das die vom Schläfer produzierte Wärme wie bei einer Wärmedecke zurück reflektiert wird. Das ist besonders dann von Belang, wenn die Temperaturen in den Keller gehen.

Das Innenmaterial gehört zu den kuscheligsten im Test, eine gefütterte Leiste verhindert Wärmeverlust – und Rab hat den Reißverschluss mit einem Einklemmschutz versehen, ein Feature, das inzwischen eigentlich Standard sein sollte. Wäre zum Schluss noch der Preis zu diskutieren. 220 Euro sind kein Pappenstiel, allerdings ist der Rab Solar Ultra 1 im Netz schon für unter 200 Euro zu haben. Hier können wir nur raten: Zugreifen und es nicht bereuen!

Für Paare und Kuschel-Camper: Exped Megasleep Duo 25

Der Exped Megasleep Duo 25 ist der Pärchenschlafsack im Test und landet damit glatt in einer Sonderwertung, denn er ist der einzige seiner Klasse. Er ist mit einem Preis von rund 240 Euro für ein Exped-Produkt erstaunlich günstig und mit der für die Schweizer so typischen Detailliebe ausgestattet.

Für Paare
Exped Mega Sleep Duo 25L
Schlafsack Test: Exped Mega Sleep Duo 25
Doppelschlafsack mit Wendefunktion für wärmere Temperaturen. Perfekt auch für Familiencamping.

Beim Familiencamping auf einem gut 1.800 Meter hoch gelegenen Campingplatz in den Schweizer Hochalpen verwenden wir den Exped Megasleep Duo spontan für mehrere komfortable Mutter-Kind-Übernachtungen. Sicher ist das nicht der vom Hersteller intendierte Einsatzbereich – aber doch aufschlussreich. Gleich in der ersten Nacht wird es ordentlich kalt, und der Megasleep Duo stößt an seine Grenzen. Zum Glück verfügt er jedoch über eine clevere Umdreh-Funktion: Dreht man die hellblaue Seite nach außen, lässt sich der Schlafsack komfortabel bis 5 Grad Plus einsetzen. Dreht man ihn um, hält er bis in den niedrigen Minusbereich (-3 Grad) warm.

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Schlafsack Test: Exped (1)
Der Exped Megasleep Duo 25 ist ein geräumiger Doppelschlafsack.
Schlafsack Test: Exped (2)
Die Verarbeitung überzeugt durch ihre sprichwörtliche Schweizer Qualität.
Schlafsack Test: Exped (4)
Das Innenfutter des Exped Megasleep Duo 25 liegt sehr weich auf der Haut.
Schlafsack Test: Exped (5)
Kordelzüge und Reißverschluss des Exped Megasleep Duo 25 lassen sich gut bedienen, letzterer neigt nicht zum "Fressen" des Innenfutters.
Schlafsack Test: Exped (3)
Vom Hersteller nicht unbedingt beabsichtigt, aber möglich: Aus einem Schlafsack mach zwei!
Schlafsack Test: Exped (6)
Die Tragetasche ist schön gemacht und komfortabel in der Anwendung, jedoch nicht auf Komprimierung ausgelegt.

Im Test stellt sich heraus: Mit einer Komforttemperatur von 5 Grad muss man hart gesotten sein, um sich im einstelligen Temperaturbereich in einem so großen Schlafsack wohlzufühlen, daher drehen wir den Schlafsack bereits nach kurzer Zeit um. Schnell fällt auf: Schlafen zwei Erwachsene im Megasleep Duo 25, ist die Sache eine andere, denn ein Kleinkind kann den Schlafsack bei weitem nicht so gut »mitheizen« wie ein Erwachsener.

Die Bedienung des Schlafsacks via Kordel fanden wir zunächst fummelig, nach etwas Übung klappte es jedoch. Schön ist die Option, den Doppelschlafsack mit wenigen Handgriffen in eine geradezu riesige Decke verwandeln zu können. Und noch etwas: Die Tragetasche des Exped lässt sich sehr komfortabel handhaben. Anstatt den Schlafsack auf Biegen und Brechen in einen kleinen Kompressionssack zu stopfen, legt Exped dem Megasleep Duo 25 eine schicke Tasche bei, in der der Schlafsack problemlos Platz findet. Im Test hat es der Exped vergleichsweise leicht, denn er ist der einzige Schlafsack in der »Pärchen-Wertung« und erhält daher einen Sondertipp.

Gut und günstig: Mountrex Schlafsack

Was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, hat uns der angenehm kleine Mountrex von allen Leichtschlafsäcken am ehesten überzeugt. Der Hersteller legt dem Schlafsack sogar ein aufblasbares, komfortables Kopfkissen bei, das sich in der Praxis als recht praktisch erweist. Man fragt sich allerdings schon, zu welchen Bedingungen dieser sehr günstige Winzling genäht wird – aber das ist ein anderes Thema.

Gut & günstig
Mountrex Schlafsack
Test Schlafsack: Mountrex Schlafsack
Preiswerter Sommerschlafsack mit überzeugender Funktion und praktischem Kompressions-Packsack.

Alle Bestandteile dieses Schlafsacks bestehen aus Polyester. Die Temperaturangaben des Herstellers dürften in etwa den Tatsachen entsprechen – er gibt als Minimaltemperatur 10, als Limit-Temperatur 15 und als Komforttemperatur 20 Grad an. Beim Test zeigt sich der Schlafsack tatsächlich bei Temperaturen ab 15 Grad aufwärts als recht komfortabel, die Wärmeleistung geht in Ordnung.

1 von 5
Schlafsack Test: Mountrex
Der Mountrex hat ein schönes Design und bei Temperaturen ab 15 Grad eine gute Wärmeleistung.
Schlafsack Test: Mountrex (2)
Auch er lässt sich kompakt zusammenrollen.
Schlafsack Test: Mountrex (1)
Der Reißverschluss ist groß und gut verarbeitet.
Schlafsack Test: Mountrex (5)
Der Einzwickschutz ist für den Preis eine tolle Sache.
Schlafsack Test: Mountrex (4)
Die Kordeln des Mountrex haben keine Premiumqualität, sind aber in Ordnung.

Was die Verarbeitung und den Lieferumfang angeht, fällt nicht nur das Kopfkissen positiv auf, sondern auch die Schlafsackhülle. Sie verfügt über ein Kompressionssystem, zudem sind die Zurrvorrichtungen ergonomisch geformt und lassen sich gut bedienen. Der Schlafsack selbst ist ordentlich verarbeitet und hat einen großen No-Name-Reißverschluss mit Einzwickschutz – auch das ist eine Seltenheit unter den getesteten Schlafsackmodellen und ein Alleinstellungsmerkmal.

Die sonstige Ausstattung ist recht rudimentär, reicht aber für den Sommereinsatz aus. Der Mountrex hat einen Kordelzug am Kopfteil und an der Frontseite, eine etwas nach vorne gezogene Kapuze, die den Kopf ordentlich umschließt – aber keinen Wärmekragen. Das Innenfutter fühlt sich auf der Haut angenehm weich an. Alles in allem hat uns der Mountrex, wie eingangs bereits gesagt, von den kompakten Sommerschlafsäcken durch sein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis am besten gefallen. Er bekommt daher einen Kauftipp!

Unkompliziert und kuschelig: Robens Gully 600

Okay, zugegeben: 150 Euro sind immer noch viel Geld. Was man dafür aber beim Robens Gully 600 erhält, hat uns verblüfft. Zum einen verfügt der Drei-Jahreszeiten-Schlafsack über eine angenehm kuschelige Mischfüllung aus Daune und Polyester, zum anderen hat Robens den Schlafsack mit allerlei cleveren Details ausgestattet.

Unkompliziert & kuschelig
Robens Gully 600
Test Schlafsack: Robens Gully 600
Dreijahreszeiten-Schlafsack zum fairen Preis mit kuscheligem Innenfutter, Wärmekragen und hohem Schlafkomfort.

Hier wäre zu allererst der getrennt regulierbare Wärmekragen zu nennen – bei weitem keine Standardausstattung bei Schlafsäcken dieser Preisklasse. In Kombination mit dem schön hinterfütterten Reißverschluss ergibt sich eine Herbstnacht-taugliche Wärmeleistung – das Komfortlimit des Gully 600 liegt bei -5°C. Zwar ist auch beim Robens der Reißverschluss nicht durchgehend – was wir bei anderen Schlafsackmodellen wie dem The North Face Cat’s Meow bemängelt haben – dafür punktet der Schlafsack mit anderen Schmankerln wie einer Vielzahl von Innentaschen und dem kleinen Packmaß von 20 x 36 Zentimeter – der Robens gehört hier zu den kleineren Kandidaten im Test.

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Schlafsack Test: Robens Gully 600
Dezentes Design, funktionales Innenleben: Robens Gully 600.
Schlafsack Test: Robens Gully 600
Die Füllung besteht aus einem Daune- Polyestergemisch.
Schlafsack Test: Robens Gully 600
Wärmekragen und Kapuze sind einfach regulierbar.
Schlafsack Test: Robens Gully 600
Mitgedacht: Die großen Innentaschen bieten Platz für allerlei Dinge.
Schlafsack Test: Robens Gully 600
Die Reißverschlussleiste ist kuschelig hinterfüttert.
Schlafsack Test: Robens Gully 600
Der Robens bietet Schlafkomfort bis -5°C.
Schlafsack Test: Robens Gully 600
Auch der Robens Gully 600 muss sich beim Packmaß nicht verstecken.

Die Zweizonen-Füllung aus Daune mit 600 Cuin, die mit »MicroThermo Balls« aus Polyester vermischt sind, sowie 100% »MicroThermo Balls« an der Unterseite soll dazu führen, dass der Schlafsack auch bei recht humiden Verhältnissen optimal wärmt. Das konnten wir allerdings im Rahmen des Tests, der größtenteils bei trockenen Verhältnissen stattfand, nicht herausfinden. Deutlich wird jedoch, dass die Füllmischung für eine sehr ausgeglichene Wärmeverteilung sorgt.

Gut gefallen hat uns auch das anschmiegsame Innenmaterial – es ist das i-Tüpfelchen auf dem stimmigen Konzept des Robens Gully 600 und macht ihn zu einem tollen Allrounder für einen überaus fairen Preis.

Außerdem getestet

Mountain Hardwear Lamina -1

Geringeres Gewicht und geringeres Packmaß bei vergleichbarer Wärmeleistung – das sind die typischen Argumente für den Kauf eines Daunenschlafsacks gegenüber einem Schlafsack aus Kunstfaser. Unempfindlicher gegen Nässe, pflegeleichter, keine schwierige Frage nach Herkunft der Daune und ein niedrigerer Preis – das führen die Fans der Kunstfasern ins Feld. Beim Mountain Hardwear Lamina 30F/-1C kommt als weiteres Plus noch der hohe Recyclinganteil beim Material hinzu!

Mountain Hardwear, ein 1993 gegründeter Entwickler und Produzent von Outdoor-Bekleidung, -Ausrüstung und Zubehör mit Sitz in Richmond (CA/USA) und Produktion in Fernost und Südamerika zeichnet sich durch schnörkellose, praktische und gut durchdachte Produkte zu erschwinglichen Preisen aus. Mit 170 Euro gehört der Lamina 30F/-1C zur gehobenen Mittelklasse im Test.

Die erste detaillierte Inspektion im heimischen Wohnzimmer erzeugt einen guten Eindruck. Erfrischend schnörkellos, sauber verarbeitet! Ein optimal dimensionierter und sehr funktionaler Kompressionsbeutel – wäre er noch kleiner, das Verpacken würde fast zu anstrengend werden. Ein mittellanger, seitlicher Reißverschluß bis ungefähr Kniehöhe. Eine breite gefütterte Reißverschlussabdeckung, die eine Kältebrücke sehr gut verhindert. Der Reißverschluß hat einen fluoreszierenden Überzug am Schieberbändchen und einen »Anti-Snagging«-Einklemmschutz.

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Schlafsack Test: Mountain Hardwear Lamina
Der Lamina -1 in voller Länge.
Schlafsack Test: Mountain Hardwear Lamina
Die Komfortzone des Schlafsacks geht bis -1° Grad.
Schlafsack Test: Mountain Hardwear Lamina
Besonders das komfortable Innenfutter hat uns gefallen.
Schlafsack Test: Mountain Hardwear Lamina
Der Reißverschluss ist mit einem Einklemmschutz ausgestattet.
Schlafsack Test: Mountain Hardwear Lamina
Der Lamina -1 ist ein Dreijahreszeiten-Schlafsack – leider ohne Wärmekragen.
Schlafsack Test: Mountain Hardwear Lamina
Der Reißverschluss endet oberhalb der gemütlichen Fußbox.
Schlafsack Test: Mountain Hardwear Lamina
Hier stimmt das Gesamtpaket.

Das Probeliegen am Sofa fördert ebenfalls nur Pluspunkte zutage. Für unseren 182 Zentimeter großen und 80 Kilogramm schweren Tester ist der Lamina (bei Größe Regular) optimal geschnitten. Er lässt ausreichende Bewegungsfreiheit, hat aber kein unnötiges Luftvolumen, das man erstmal warm bekommen müsste. Ein paar Zentimeter mehr an Körpergröße wären auch kein Problem. Alternativ wird der Schlafsack von Mountain Hardware noch in Long und Short angeboten.

Spätes Frühjahr, Nachttemperaturen im unteren einstelligen Bereich: perfekte Bedingungen, um den Schlafsack das erste Mal live an seiner Komfortgrenze zu testen. Schon beim Packen kommt Freude auf: Der Lamina passt problemlos unten quer in einen 35 Liter fassenden Wochenendrucksack. Bei niedrigen Temperaturen ist es sehr wichtig, durch die Wahl der richtigen Unterlage auf ausreichend Isolation von unten zu achten. Das ist, bedingt durch individuell unterschiedliches Kälteempfinden, natürlich subjektiv, wir verbringen aber eine sehr angenehme Nacht, bei der sich sowohl die Temperaturdaten des Normtests als auch die ersten Eindrücke bezüglich der guten Passform bestätigen.

Für sein Geld bekommt man einen soliden, schnörkellosen und funktionellen Schlafsack mit den eingangs schon erwähnten Vorteilen der Kunstfaser. Wer kein Vermögen ausgeben und einen zuverlässigen, nachhaltig produzierten Schlafsack mit einem hohen Schlafkomfort erwerben will, ist hier genau richtig.

Vaude Meglis 700

Ökologische Innovationen und das Thema Nachhaltigkeit sind Teil der Vaude-Philosophie – und nur zwei von mehreren positiven Eigenschaften, die den Meglis 700 SYN auszeichnen. Auf den ersten Blick scheint das Produkt dem Namen Schlafsack so gar nicht gerecht zu werden. Sein Spiral-Schnittmuster und die Stretch-Konstruktion lassen den Meglis 700 SYN unförmig erscheinen, wie ein Kokon, aus dem die Raupe gerade geschlüpft ist.

Erst im Gebrauch macht sich der Vorteil dieser Konstruktion bemerkbar: Der Meglis 700 SYN passt sich der Körperhaltung des Nutzers an und liegt eng an – egal, ob im Sitzen, Hocken oder Liegen. Diese perfekte »Passung« sorgt für einen enormen Komfort und vermeidet dennoch ein Engegefühl. Die Anpassungsfähigkeit des Schlafsacks wird durch einen üppig ausgelegten Wärmekragen, der den Schlafkomfort in den kälteren der drei ausgewiesenen Jahreszeiten (Frühjahr, Sommer, Herbst) erhöht. Wer selbst in den kühleren Jahreszeiten beim Kochen, Essen oder Lesen warm bleiben möchte, dem ermöglicht die Kombination aus Wärmekragen und zwei Armöffnungen genau das.

Haptisch angenehm sind sowohl Hauptstoff wie auch Innenmaterial: Synthetiktextilien, die sich dennoch natürlich anfühlen. Die verwendeten Materialien sind nach bluesign-Standard geprüft: Die Füllung besteht zu 100 Prozent aus Sensofiber Eco, einer besonderen Mikrofaser, die die Körperwärme des Schlafenden reflektiert und auch im nassen Zustand wärmt. Hülle und Lining bestehen vollständig aus Recyling-Polyamid. Schadstoffgeprüfte Materialien und die Vaude-typische sozial faire Produktion machen den Meglis 700 SYN zu einem echten Nachhaltigkeitsprodukt. Er überzeugt durch das Engineering, die verwendeten Materialien und den »Tragekomfort« – wach oder schlafend.

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Schlafsack Test: Vaude (1)
Auf den ersten Blick sieht der Vaude Meglis 700 SYN aus wie ein Kokon.
Schlafsack Test: Vaude (2)
Diagonal verlaufende Stretch-Nähte erlauben eine große Bewegungsfreiheit.
Schlafsack Test: Vaude (3)
Vaude hat dem Schlafsack einen Kragen verpasst, der sich zum Wärmerückhalt um den Hals legen lässt.
Schlafsack Test: Vaude (4)
Der Schlafsack verfügt über einen durchgehenden Reißverschluss auf der einen und einen kurzen Reißverschluss auf der anderen Seite, so lassen sich z. B. beim Kochen beide Arme nutzen.
Schlafsack Test: Vaude (5)
Das Innenfutter des Meglis 700 SYN ist schön anschmiegsam.
Schlafsack Test: Vaude (6)
Auch die Details des Vaude-Schlafsacks wissen zu gefallen.

Wer jedoch den Meglis im Rucksack zu einer Trekkingtour mitnehmen möchte, sollte sich das genau überlegen. Der Kompressionssack funktioniert nur bedingt als eben solcher, da er ausschließlich über eine Schlaufen-Haken-Einstellung verfügt. Trotz Kompression kann sich diese unter Umständen von selbst lösen. Eng komprimiert beträgt das Packmaß ca. 25 x 25 x 35 Zentimeter. Für einen Synthetikschlafsack ist das zwar ein gutes Maß, doch im Rucksack ein echter Brocken – was auch durch sein Gewicht unterstrichen wird: Mit ca. 1.600 Gramm liegt der Meglis um knapp 150 Gramm über dem in der Vaude-Produktbeschreibung angegebenen Gewicht.

Kurzum: Konstruktiv, formal, haptisch und hinsichtlich seiner Nachhaltigkeitseigenschaften ist der Meglis 700 SYN eine echte Innovation. Lediglich über lange Strecken mit sich herumtragen möchte man ihn nicht unbedingt.

Carinthia G280

Der Carinthia G280 ist mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 228 Euro der teuerste reine Schlafsack aus Kunstfaser im Test. Dafür bietet er auch das beste Verhältnis von Packmaß zu Heizleistung – ein Komfort-Limit von -11 Grad bietet kein anderer Schlafsack im Test. Das langjährig auf dem Markt agierende Kärntner Unternehmen weiß eben, wie man leistungsstarke Schlafsäcke baut.

Mit den Billigheimern im Bunde lässt sich der Carinthia G280 jedenfalls nicht vergleichen. Die Verarbeitung ist top, beim Schnitt von Kapuze, Positionierung des Wärmekragens und Dimensionierung der Fußbox können sich viele Hersteller etwas abschneiden. Eine Besonderheit ist die besonders großzügig geschnittene Kapuze, die den Kopf schön umfasst.

Auch der Schlaftest bei Außentemperaturen um die Minus fünf Grad beweist: Der kann was! So glänzt der Carinthia G280 mit einer ausgezeichneten Wärmeverteilung und empfiehlt sich für kühle bis eiskalte Nächte in den Übergangszeiten und im Winter. Die für den Hersteller charakteristische G-Loft-Füllung glänzt mit einer ausgezeichneten Bauschkraft, somit fühlt sich der G280 schön kuschelig an. In puncto Wärme und Verarbeitung reiht er sich im Test jedenfalls ganz vorne ein. Ein Schlafsack fürs ganze Jahr ist der Carinthia auf der anderen Seite sicher nicht: Wer ihn im Sommer einsetzt, riskiert einen Hitzestau.

Bleibt noch ein genauerer Blick auf die Verarbeitung: Was die Haptik angeht, glaubt man zunächst einen Daunenschlafsack in den Händen zu halten, so weich fasst sich die G-Loft-Füllung an. Angenehm ist auch das leichte Shelltex-Innenfutter, das besonders weich auf der Haut liegt. Eine praktische Innentasche hat der G280 ebenso an Bord wie einen einfach bedienbaren Wärmekragen und Kordelzug an der Kapuze. Wie viele andere Hersteller ihren Schlafsäcken, hat auch Carinthia dem G280 eine großzügig dimensionierte Fußbox verpasst.

Einziges Manko: Nachdem der Wärmekragen entlang des Reißverschlusses recht großzügig dimensioniert ist, was ja grundsätzlich positiv zu bewerten ist, verhakt sich der Stoff des Schlafsacks gerne im Läufer des Reißverschlusses. Das nervt auf Dauer. Hier sollte Carinthia Abhilfe schaffen und z. B. einen Streifen aus festerem Stoff einnähen, der ein Verhaken verhindert. Fazit zum Kärntner Wärmewunder: In der Wärme-Wertung steckt der Schlafsack aus Kärnten die Konkurrenz in den Sack!

Mountain Equipment Helium 600

Was für eine Verarbeitung – der Daunenschlafsack im Test fasst sich unglaublich angenehm an! Dazu ist er recht klein verpackbar und mit etwas mehr als einem Kilogramm Gewicht auch noch unglaublich leicht. Es wird schnell klar: Der circa 350 Euro teure Mountain Equipment Helium 600 ist beim Verhältnis von Gewicht zur Wärmeleistung gut dabei.

Mountain Equipment hat eine Menge Erfahrung in der Fertigung hochwertiger Daunen- und Kunstfaserschlafsäcke. Das wird auch beim Helium 600 klar: Nahtverarbeitung, Leichtgängigkeit des YKK-Reißverschlusses und Form der Kapuze rangieren auf höchstem Niveau. Ebenso hoch ist die Wärmeleistung dieses kompakten Verarbeitungswunders.

Im Test zogen wir den Helium 600 extra nochmal Anfang November hervor, um ihn bei Temperaturen um den Gefrierpunkt testen zu können. Das ist der Bereich, ab dem sich der Daunenschlafsack wohlfühlt. Soll bedeuten: Dieser Schlafsack wurde für extremere Einsätze vom Frühjahr bis in den Herbst hinein in alpiner Umgebung konstruiert. Ihn nur zum Campen zu verwenden, wird ihm eigentlich nicht gerecht. Er eignet sich vielmehr für Alpinisten, die einen Schlafsack suchen, der auch bei Biwaks unter freiem Himmel auf 2.000 Meter Seehöhe und ähnlichen Einsatzszenarien nicht klein beigibt.

In der Testnacht gab sich der Schlafsack dann auch keine Blöße. Die leichtgängigen Kordelzüge an der Kapuze und am Wärmekragen, der sich noch dazu per Magnet verschließen lässt, sorgen für einen ausgezeichneten Wärmerückhalt. Das Schlafgefühl in diesem kuschligen Wärmewunder als ausgezeichnet zu beschreiben, ist fast noch untertrieben.

Um diese herausragende Wärmeleistung zu erreichen, setzt Mountain Equipment auf mehrere durchdachte Technologien: Sein Helium genanntes Außenmaterial ist nicht nur leicht und reißfest, sondern auch absolut daunendicht und noch dazu windabweisend. Das Supersoft-Material auf der Innenseite liegt besonders weich auf der Haut und lässt Feuchtigkeit schnell entweichen. Dazu kommt ein Trapezium-Vier-Fußteil mit vier Kammern, das für eine gleichmäßige Wärmeverteilung sorgt. Wir küren den Mountain Equipment Helium 600 daher zum Kauftipp »Extrem«. Er kostet zwar viel Geld, bietet dafür aber auch ein exklusives Schlafgefühl bei sehr niedrigen Temperaturen!

Sea To Summit Spark I

Ein Schlafsack wie der Sea To Summit Spark 1 ist uns noch nie untergekommen – richtig gelesen, noch nie! Und das in positivem Sinne: Das nicht einmal ein Pfund schwere, schön verarbeitete Leichtgewicht fasst sich so unglaublich fluffig, federleicht und anschmiegsam an, dass es eine Freude ist – das Packmaß des Schlafsack ist darüber hinaus geradezu lächerlich klein. Er lässt sich auf magere 28 Zentimeter Länge zusammenschrumpfen und passt damit in jeden noch so kleinen Gepäckwinkel. Der Hersteller gibt ein noch kleineres Packmaß an, allerdings muss man dafür sehr viel »Pack-Ehrgeiz« aufwenden. Allein den Schlafsack in die kleine Hülle zu bekommen, ist kein reines Vergnügen – aber es lohnt sich.

Der Einsatzbereich des Spark 1 ist klar umrissen: gewichtsoptimierte Sommercampings, Bikepackingtouren, Weitwanderungen in warmen Gefilden, Notschlafsack für viele andere Einsatzbereiche. Auch als luxuriöser Hüttenschlafsack eignet sich der Sea To Summit Spark 1 gut, wobei er dafür schon fast wieder zu schade ist. Als breit einsetzbarer Campingschlafsack ist er auf der anderen Seite schlichtweg zu filigran und der Temperaturbereich zu schmal.

Der Schlafsack des Herstellers aus dem westaustralischen Perth ist mit Daunen gefüllt, die sich dank einer cleveren Kammerkonstruktion (im Oberkörperbereich längs, ab der Hüfte abwärts quer) perfekt verteilen und für eine angenehme Wärmeverteilung sorgen. Laut Hersteller liegt das untere Temperaturlimit bei 5 °C, in Extremsituationen soll der Schlafsack bis -9 °C warm halten. Das bedeutet, dass man etwas aufpassen muss, wofür man den Spark 1 letzten Endes verwendet – er ist streng genommen, wie bereits erwähnt, ein reiner Sommerschlafsack und für anspruchsvollere Unternehmungen schlicht zu dünn. Wie er unter 0 Grad und erst recht unter -5 Grad warm halten soll, ist uns ein Rätsel – vielleicht in Kombination mit einer isolierten Isomatte und mit Biwaksack außenrum.

Um auf die Gewichtsbremse zu drücken, hat Sea to Summit auf ein paar Features verzichtet. Als allererstes fällt der kurze Reißverschluss auf, der bis ungefähr zur Hüfte reicht. Das reicht für’s schnelle Rein- und Rausschlüpfen, wer jedoch den Bein- und Fußbereich lüften will, schaut in die Röhre – oder besser gesagt in den Sack. Das einzige, was dieser Puristen-Schlafsack an Bord hat, ist die Kordel für die Kapuzenverstellung. Auch die Füllung mit gerade mal 205 Gramm Entendaunen fällt spartanisch aus.

Das hört sich jetzt ein bisschen danach an, als sei der Sea To Summit Spark 1 ein wenig zu reduziert, um noch Spaß zu machen. Aber wie hieß dieser eine Werbespruch so schön: »Reduce to the Max!« Was Komfortfans abschreckt, zieht Minimalisten geradezu magisch an: Der Sea To Summit hat eben gerade das an Bord, was man für warme Sommerübernachtungen braucht – nicht mehr und nicht weniger. Der rund 250 Euro teure Winzling kann dabei zudem noch in einem wichtigen Punkt überzeugen: dem kuscheligen Schlafgefühl einer Daunenfüllung – so lange eben die Temperatur nicht zu weit nach unten geht. Der Preis ist allerdings der Haken an der Sache – nur überzeugte Minimalisten werden bereit sein, für so wenig so viel zu bezahlen.

Big Agnes Sidewinder SL 20

Knapp, aber wirklich knapp vorbei – den Big Agnes Sidewinder SL 20 hätten wir gerne ganz vorne dabei gehabt. Aber die Konkurrenz ist eben hart, und so reicht es nicht ganz. Die »große Agnes« hat den deutschen Outdoor-Ausrüstungsmarkt erst vor wenigen Jahren betreten. Vorher war die Marke aus Steamboat Springs im US-amerikanischen Bundesstaat Colorado maximal Branchen-Insidern bekannt.

Der Hersteller möchte unkonventionelle Wege gehen und fertigt leichte, klein verpackbare Ausrüstung für Bikepacker, Gewichtsoptimierer und andere Outdoor-Fans, die ein wenig Extravaganz und Ausrüstung mit Pfiff erwerben wollen und schätzen. Besonders schlau ist die je nach Körperzone unterschiedliche Isolation aus Daune und einer Daunen-FireLine-Eco-Mischung. FireLine Eco ist eine Eigenentwicklung von Big Agnes und besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Polyester.

Der Big Agnes Sidewinder SL 20 verfügt über Features, die man, wenn überhaupt, nur bei wenigen anderen Schlafsäcken findet. Dazu zählt in erster Linie der breite, bewegungsfreundliche Schnitt. Im Hüft- und Oberschenkelbereich ist der Schlafsack deutlich weiter geschnitten als die meisten anderen Modelle, was speziell Schläfern zu Gute kommen dürfte, die sich in der Nacht gerne hin- und herwälzen und gerne in Seitenlage einschlafen – deshalb auch der Name. Ein weiteres interessantes Feature ist eine Art Tasche aus stretchigem Netzmaterial an der Rückseite des Kopfteils. Hier kann man über Nacht z. B. Bekleidung hineinstopfen, die dann als Kopfkissen fungiert. Die Tasche ist nur über zwei Kanäle von innen zugänglich.

Der rund 350 Euro teure Schlafsack sorgt sofort für ein kuscheliges Liegegefühl. Nach einigen »Flachlandeinsätzen« testen wir den Sidewinder bei einem echten Extrembiwak in rund 2.600 Meter Höhe in den Ötztaler Alpen – ohne Zelt, ohne Biwaksack, allerdings auf einer sehr guten Exped-Isomatte. Die raffinierte Füllung aus Daune und recyceltem Polyester bauscht sich sofort schön auf, das Innenmaterial kommt zwar nicht ganz an Grüezibag heran, sorgt aber auch für viel Komfort. Die Temperaturen reichen knapp an die Nullgradgrenze und der Schlafsack gibt sich keine Blöße, allerdings haben andere Hersteller ein etwas effektiveres, besser bedienbares Verstellsystem an der Kopföffnung. Auch das Handling der sehr dünn ausfallenden Kordeln ist etwas gewöhnungs- oder besser eingewöhnungsbedürftig. Zwar tragen diese kaum auf, lassen sich aber mit »Wurstfingern« nur fummelig bedienen.

Big Agnes hat beim Sidewinder SL 20 auch an den »Anti-Snagging«-Reißverschluss-Aufsatz gedacht, der ein Einklemmen verhindern soll. Trotzdem »frisst« sich der Reißverschluss recht gerne, das haben andere besser im Griff. Grüezibag macht vor, wie es auszusehen hat: Zwei Bänder aus Material, das sich nur schwer einklemmen lässt, entlang des Reißverschlusses an der Innenseite, schon ist das Problem so gut wie gelöst.

Alles in allem bleibt der Big Agnes ein umfangreich ausgestatteter Schlafsack mit viel Liebe zum Detail. Würden die Details, speziell der Einklemmschutz, noch einmal überarbeitet, würde der Sidewinder SL 20 ganz vorne mitspielen!

The North Face Cat's Meow

Bei The North Face gibt es in vielen Produktsparten ausgesprochene Klassiker – bei den Schlafsäcken ist das der Cat’s Meow. Schon seit vielen Jahren bereichert der Katzen-kuschelige Miau-Schlafsack das Portfolio des Outdoor-Ausstattungsriesen. In der von uns getesteten Eco-Variante geht der Syntethikschlafsack für rund 200 Euro über den Ladentisch – und er muss sich damit gegen clever konstruierte Kollegen wie den Rab Solar Ultra 1 oder Mountain Hardwear Lamina -1 behaupten.

Zunächst einmal – was uns nicht so gut gefallen hat, ist der (wie beim Robens, der jedoch in anderen Bereichen punkten kann) nicht bis zu den Füßen durchgehende Reißverschluss. Das mag ein Stück weit Geschmackssache sein – wir finden, dass der Reißverschluss an einem Schlafsack allein schon zur Belüftung bis zu den Füßen durchgehen sollte. TNF argumentiert zwar, dass der kurze RV zur Gewichtseinsparung beiträgt – die paar Gramm mehr, die für einen durchgehenden Reißverschluss anfallen, würden unserer Meinung nach den Schlafsack-Braten aber auch nicht fett machen. Das Innenmaterial geht voll in Ordnung und liegt wunderbar weich auf der Haut. Was aber dann wieder fehlt, ist ein regulierbarer Wärmekragen. Bei einem Schlafsack, dessen Temperaturlimit bei -6°C Grad liegt – echt jetzt, The North Face? Hier wurde an der falschen Stelle gespart.

Zwar ist der Schlafsack mit 1420 Gramm nicht übermäßig schwer, dafür ist das Packmaß von 26 cm x 40 Zentimeter dann doch wieder zu groß, als dass der Cat’s Meow z. B. beim Rab mithalten könnte. Perfekt eignet er sich damit für’s Van Life, wo es auf ein kleines Packmaß und Finessen wie ein Wärmekragen nicht unbedingt ankommt. Wie bei vielen anderen Schlafsäcken gilt auch hier: Der The North Face ist sicher kein schlechter Schlafsack, aber andere Hersteller machen es einfach etwas besser. Somit bleibt für The North Face ein Platz auf den Rängen.

Deuter Orbit SQ +5

Deuter hat seit einigen Jahren sein Schlafsack-Angebot ausgebaut – und mit dem rund 120 Euro teuren (UVP) Orbit SQ +5 einen bezahlbaren Deckenschlafsack für zwei Personen im Sortiment. Der 1410 Gramm schwere Schlafsack eignet sich geradezu optimal zum Caravaning, ist aber auch ausgezeichnet als Gästeschlafsack verwendbar. Mit wenigen Handgriffen lässt er sich in eine kuschelige Camping-Decke verwandeln.

Sein Komfort-Limit von +5 Grad sagt eigentlich schon alles, der Schlafsack eignet sich perfekt für Sommercampings, bei denen die Temperatur nicht zu weit in den Keller geht. Schön ist die nachhaltige Fertigung des Orbit SQ +5. Deuter gibt an, dass 50% des verwendeten Garns aus recycelten Rohstoffen hergestellt werden – wie bei vielen anderen Schlafsäcken im Testfeld wurde auch beim Deuter auf die Verwendung von PFC verzichtet. Gut gefallen hat uns auch das zum Waschen abnehmbare Kopfkissen.

Hätten wir einen reinen Deckenschlafsack-Test durchgeführt, wäre der Deuter weiter vorne gelandet – angesichts der Performance der Mumienschlafsäcke im Test muss er es sich zumindest in diesem Test auf den hinteren Plätzen bequem machen.

Vaude Sioux 1000 SYN

Nun zu einem weiteren Schlafsack für den Winter: Der Vaude Sioux SYN 1000 kommt recht voluminös daher, davon sollte man sich aber beim Kauf aber nicht einschüchtern lassen. Denn bei wem beim Camping das Packmaß keine große Rolle spielt, bekommt mit dem nicht einmal 100 Euro teuren Schlafsack-Klassiker aus Vaudes bewährter Sioux-Serie einen kuscheligen, mollig warmen Allrounder mit einer tollen Verarbeitung, der einem das ganze Jahr über auch bei kälteren Übernachtungen im Zelt zur Seite steht. Vaude ist ein alter Hase im Schlafsackgeschäft – und das merkt man dem Sioux 1000 SYN auch an. Der Mumienschnitt reicht für Körpergrößen bis knapp zwei Meter, die Kordelzüge an Kapuze und Wärmekragen lassen sich leichtgängig bedienen. Schon beim Probeliegen fühlt man sich in diesem Kunstfaserschlafsack wohl.

Überragend ist die Heizleistung dieses gut 1,8 Kilo schweren Kuschelwunders. Nur Carinthia kann den angegebenen Extrembereich von bis zu -24 Grad toppen. Damit hätte man den Sioux 1000 SYN eigentlich zusammen mit dem Carinthia in einer separaten Kategorie im Hochwinter testen müssen, um seiner Leistung gerecht zu werden.

Wie dem auch sei: Was bleibt, ist ein sehr positiver Eindruck. Der Vaude Sioux 1000 SYN ist das Sofa unter den getesteten Schlafsäcken. Unglaublich bequem, ausgezeichnete Wärmeleistung, tolle Features. Wäre da nicht dieses enorme Packmaß, das den Schlafsack zum Backpacking ungeeignet macht. Daher gleich an dieser Stelle der Tipp: In Vaudes Sioux-Serie gibt es kompaktere Schlafsäcke wie den Sioux 800 oder 400, die um einiges weniger wiegen, kompakter sind und sich für den Einsatz vom Spätfrühling bis in den Frühherbst eignen.

Marmot Nanowave 50

Ein Verkaufspreis von rund 80 Euro, Temperatur-Extrembereich bis -3 Grad, dabei ein kompaktes Packmaß und nur 850 Gramm schwer – die Rohdaten zum Nanowave 50 der bekannten Outdoor-Marke Marmot lesen sich gut, und auch der erste Eindruck des Leichtschlafsacks überzeugt. Zwar sieht dieser hochwertig verarbeitete Winzling im verpackten Zustand ähnlich aus wie der günstigere Mountrex, weckt dafür aber deutlich mehr Vertrauen ins Material. Ein sehr leicht laufender YKK-Reißverschluss, die ergonomisch geformte, den Kopf umschließende Kapuze und ein an Kapuze und Vorderseite separat regulierbarer Kordelzug – die Details des Nanowave 50 wissen zu überzeugen.

Zwar verfügt der Schlafsack entlang des Reißverschlusses über keine Wärmeleiste, das ist jedoch bei einem Schlafsack, der während der Sommermonate genutzt wird, kein großes Problem. Auch was die Haptik angeht, merkt man dem Marmot an, dass er qualitativ in einer anderen Liga spielt als Mountrex und Active Era. Packsack und Material fassen sich wertiger an und die Nähte sind sorgfältiger gezogen. Der Schlafsack dürfte es auf lange Sicht mit einer längeren Lebensdauer danken.

Umso trauriger ist, dass sich der Schlafsack auf der Waage deutlich schwerer ausmacht, als der amerikanische Hersteller angibt. Stolze 1.050 Gramm zeigt das Messgerät an – auch wenn wir mit Größe »R« eigentlich die Referenzgröße getestet haben, auf die sich auch das angegebene Herstellergewicht beziehen müsste. Trotzdem bleibt ein guter Eindruck des Nanowave 50. Er bekommt allein aus dem Grund, dass der Mountrex ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis hat, keinen Kauftipp.

Salewa Rozes Warm

Salewa zieht mit dem Rozes Warm einige technische Register, dazu muss man sich nur mal die Produktpräsentation auf der Salewa-Website anschauen. Besonders was die Wärmerückführung angeht, wollen die Südtiroler mit der Responsive-Technologie neue Wege beschreiten, der Schlafsack verfügt darüber hinaus über eine DWR-imprägnierte Außenseite. Leichter Niederschlag perlt somit ab.

Der immerhin 240 Euro (UVP) teure, mit den für diese Preisklasse üblichen Features wie einem verstellbareren Wärmekragen und eine regulierbare Kapuze ausgestattete Schlafsack soll die Körperenergie aufnehmen, um sie dann peu a peu wieder abgeben und eine angenehme Wärmeleistung gewährleisten zu können – »thermoactive minerals« sei Dank. Vielleicht sind wir etwas unsensibel, aber beim Schlaftest auf knapp 1.900 Meter Höhe haben wir davon wenig bemerkt. Zweifelsohne hat der Rozes Warm eine tolle Wärmeleistung, gegen die Testsieger mit Daunen- bzw. Wollfüllung kommt er in Sachen Wohlgefühl jedoch nicht ganz heran.

Auch wenn er ohne Frage ein anständiger, hochwertig verarbeiteter und vielseitig einsetzbarer Kunstfaserschlafsack ist, wirkt seine Konstruktion etwas steif und die Reißverschluss-Abdeckleiste etwas zu voluminös. Salewa hat ohne Zweifel einige Entwicklungsarbeit in den Schlafsack gesteckt, auffällige Alleinstellungsmerkmale, die den Rozes Warm ganz nach oben pushen, fehlen jedoch. Etwas missfallen hat uns auch das hohe Gewicht und Packmaß: Ganz so klein wie die vom Temperaturbereich vergleichbaren Schlafsäcke von Grüezibag und Mountain Equipment lässt sich der Salewa Rozes Warm nicht machen.

Gipfelsport Mumienschlafsack

Die Hülle des Gipfelsport Mumienschlafsack hinterlässt auf den ersten Blick schon mal einen recht guten Eindruck. Robust, gutes Kompressionssystem, gut bedienbare Schnallen – gespannt packt man den mit 1.304 Gramm angenehm kleinen und mit 36 x 20 Zentimetern auch schön kompakten Kunstfaserschlafsack aus.

Beim ersten Blick aufs Innenleben überrascht der Gipfelsport. Zwar fasst sich das Außenmaterial im Vergleich zu Markenschlafsäcken etwas billig an, der leichtgängige No-Name-Reißverschluss ist jedoch mit einem Streifen aus härterem Textil hinterlegt, der ein Verhaken (das bei Reißverschlüssen nicht unbekannte »Fressen« des Innenmaterials) auf einer Seite effektiv verhindert – allerdings sollte man den Schlafsack trotzdem behutsam zuziehen.

Wie bei den teureren Schlafsäcken, hüllt die Kapuze des Gipfelsport den Kopf schön ein, was für ein molligeres Schlafgefühl und einen wärmeren Kopf sorgt. Die vom Hersteller angegebene Komforttemperatur von acht Grad können wir bestätigen. Ein Unikum ist der an der Front der Schlafsackinnenseite angebrachte, U-förmige Wärmekragen. Er wird wie ein Schal um den Hals gelegt und soll verhindern, dass wertvolle Wärme entweicht. Nach dem Test wird klar: Der kuriose Wärmekragen tut seinen Dienst, aber nur bei Schläfern, die sich im Schlaf nicht allzu sehr herumwälzen und -drehen, denn dann verrutscht er gerne.

Trotzdem: Der Gipfelsport Mumienschlafsack hat uns aufgrund seiner tollen Wärmeleistung, die ihn für den Dreijahreszeiten-Einsatz (Frühling, Sommer, Herbst) prädestiniert, und seines im Vergleich geringen Gewichts gut gefallen.

Mammut Nordic OTI Spring

Im Rahmen des Test-Updates hatten wir erneut das Vergnügen, in Form des Nordic OTI Spring einen Schlafsack des schweizerischen Herstellers Mammut begutachten zu dürfen. Mammut konnte für den Dreijahreszeiten-Kollegen Nordic OTI 3-Season beim ersten Testdurchlauf bereits Lorbeeren einfahren, ehe dieser von anderen Schlafsäcken knapp auf die Plätze verwiesen wurde. Der Nordic OTI 3-Season konnte, speziell was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, voll überzeugen.

Im Falle des rund 130 Euro teuren Nordic OTI Spring gestaltet sich die Ausgangslage etwas anders. Der rund ein Kilogramm schwere Kunstfaserschlafsack ist deutlich einfacher aufgebaut. Er ist eben kein Dreijahreszeiten-Schlafsack, sondern, wie der Name schon sagt, ein Kandidat für den Einsatz im Frühling – deshalb ist z. B. kein Wärmekragen an Bord.

Was hingegen sofort positiv auffällt und ein Alleinstellungsmerkmal des Mumienschlafsacks darstellt, ist sein besonders weiches Innenfutter. Im Gegensatz zu manch teureren Schlafsäcken, deren Innenmaterial eher nüchtern-kühl wirkt, ist der Mammut Nordic OTI Spring ein komfortabler Kuschelkandidat. Er ist so anschmiegsam, dass man ihm den ein- oder anderen Ausstattungsmangel gerne verzeiht. Besonders hervorzuheben ist auch die Tatsache, dass das hautschmeichelnde Innenmaterial nicht an rauer Haut hängen bleibt – ganz im Gegensatz zu manch anderem, speziell aus dem Billigsektor stammenden Schlafsack.

Wie bei anderen guten Mittelklasse-Schlafsäcken, etwa dem nachfolgenden Modell von Mountain Hardwear, ereilt jedoch auch den Mammut ein etwas unbarmherziges Schicksal: Um ganz vorne mitspielen zu können, fehlt dem Schlafsack das gewisse etwas, der entscheidende Kniff, das innovative Detail. Seine Schnörkellosigkeit mag angenehm ins Auge fallen, für einen Platz unter den Empfehlungen reicht es in diesem Fall aber nicht.

Nordisk Gormsson -2° Curve

Gar nicht so schlecht auf den ersten Blick – oder besser gesagt den ersten Schlaf. Der Nordisk Gormsson -2 Curve schmeichelt sich gleich mal mit einem weichen Innenmaterial ein, das dem des Grüezibag ähnelt. Auch was die Details angeht, hat uns der Gormsson gut gefallen. Einen verstellbaren Wärmekragen haben die Dänen ebenso integriert wie eine kleine Innentasche mit Reißverschluss, eine hübsch anliegende, ebenfalls regulierbare Kapuze und eine »Sharkfin«-Fußbox mit separatem, per Mini-Reißverschluss regulierbarem Lüftungsschlitz.

Das »Curve« in Namen verweist darauf, dass der Schlafsack eine besondere Form besitzt: An der Schulter und im Kniebereich ist der Schlafsack etwas breiter geschnitten. In der von uns getesteten Größe L (kam sich der Tester (188cm/85kg) etwas eingeschränkt vor – ein bisschen wie in der sprichwörtlichen Wurstpelle. Den Gormsson-Schlafsack gibt es in drei Größen. Wir werden ihn in der Größe XL nochmals bewerten und unsere Erfahrungen hier nachtragen, da sich dies wesentlich auf das Testergebnis auswirkt.

High Peak TR 300

Viele Schlafsäcke im Test waren im niedrigen Preissegment bis 50 Euro zu finden – auch der kompakte High Peak TR 300. High Peak wirbt explizit mit einer langen Lebensdauer der Faser. Das atmungsaktive Innenfutter wird durch die 20 Prozent Baumwollanteil für unseren Geschmack deutlich angenehmer – verglichen mit Futterstoffen aus 100 Prozent Polyester. Der komfortable Schnitt des Mumienschlafsacks bietet auch großen Personen von bis zu zwei Metern Körpergröße Platz. Für kleinere Nutzer ergibt sich damit der Nachteil, dass vor allem im Fußbereich ein größeres Luftvolumen zu erwärmen ist und es damit etwas länger dauert, bis der Schlafsack die Füße wärmt.

Für Nächte im unteren Temperatur-Grenzbereich bietet der TR 300 eine verstellbare Kapuze (Durchmesser der Gesichtsöffnung) und einen zweifach anpassbaren Wärmekragen. Der lange, schön leichtgängige Zwei-Wege-Reißverschluss reicht bis ganz in den Fußbereich, ist innen auf ganzer Länge mit einer isolierenden Abdeckleiste versehen und lässt sich im geschlossenen Zustand mit einem Klett-Querriegel sichern. Für eine eventuell gewünschte Kopplung mit einem zweiten Schlafsack wird er wahlweise mit einem Reißverschluss links oder rechts angeboten.

Eine kleine, verschließbare Innentasche rundet die Ausstattungsdetails ab. Das von uns getestete Exemplar des TR 300 war erwähnenswert ordentlich verarbeitet. Kurzfazit: Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis – aber nicht genug Alleinstellungsmerkmale, um ganz vorne mitspielen zu können.

Forceatt Schlafsack 5-15

Erst spät trudelte der Schlafsack von Forceatt im Test ein – zu spät, um angesichts der durch die Updates wachsenden Konkurrenz noch punkten zu können. Der etwas lieblos verarbeitete Kunstfaserschlafsack ist zwar mit nicht einmal 45 Euro recht günstig, dafür aber auch recht voluminös und schwer.

Der Mumienschlafsack, der sich zu einer Decke aufklappen lässt, hat eine recht simple Kapuzenverstellung – und Wärmekragen ist keiner an Bord. Zudem haben uns die Temperaturangaben mehr als irritiert. Auf dem eingenähten Label ist von einer Extremtemperatur von -5 °C die Rede – eine Temperatur, bei dem wir uns mit diesem Schlafsack, dessen Reißverschluss nicht einmal mit einer wärmenden, gefütterten Leiste hinterlegt ist, nie und nimmer in die Natur wagen würden. Auf Amazon ist hingegen einmal von +5°C, einmal von +10°C als Extremtemperatur die Rede. Alles klar?! Zu allem Überfluss steht auch noch »3-4 Jahreszeiten« im Titel – das kann man schon unter »grob fahrlässig« verbuchen.

Für alle, bei denen tatsächlich der Preis ausschlaggebend ist, um sich diesen zweifelhaften Schlafsack zuzulegen, haben wir einen Tipp: Im Test-internen Vergleich bietet der Schlafsack von Gipfelsport ein deutlich geringeres Gewicht bei einem nur wenig höheren Preis – soviel sollte einem guter Schlaf wert sein. Als Gästeschlafsack tut es der Forceatt zur Not, für ernsthaftes Camping gibt es deutlich bessere Schlafsäcke.

Mountaineer Frozen Mummy

Der Schlafsack mit dem etwas kuriosen Namen Frozen Mummy wird auf Amazon als Winterschlafsack angepriesen. Umso gespannter waren wir auf die Ausstattung des mit 1.990 Gramm recht schweren Mumienschlafsacks. Nun, wie immer gilt es zu allererst den Stausack zu bewerten – und dieser enttäuscht. Zwar macht sein Kompressionssystem auf den ersten Blick einen recht guten Eindruck, allerdings sind die Schnallen, durch die die Kompressionsriemen zurückgeschlauft werden, untauglich. Zieht man die Riemen ordentlich an, rutschen sie durch die billig und zerbrechlich wirkenden Schnallen wieder zurück. Hier sollte sich der Hersteller etwas Besseres einfallen lassen.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ließ es sich im Frozen Mummy gut schlafen. Die Kunstfaserfüllung ist gut abgesteppt, der Schlafsack verfügt zudem über einen verstellbaren Wärmekragen und eine den Kopf schön umschließende Kapuze. Auch beim Fußbereich hat der Hersteller mitgedacht und den Frozen Mummy mit einer warmen Fußbox versehen. Was die Extremtemperatur von -21 Grad angeht, konnten wir diesem Schlafsack leider nicht auf die Fasern fühlen.

Mountaineer hat dem Frozen Mummy wie Mountrex einen oberen Reißverschlussläufer mit Einzwickschutz verpasst, was die Bedienung in der Praxis vereinfacht. Zwar fasst sich die Polyesterfüllung nicht so locker und fluffig an wie beim Vaude Sioux 1000 SYN oder beim Carinthia G280, trotzdem sorgte sie für ein angenehmes Schlafgefühl. Für den günstigen Preis bietet der Schlafsack zugegebenermaßen recht viel. Wären da nicht Details, die bei der Konkurrenz besser gelöst sind, hätte es auch beim Mountaineer Frozen Mummy für eine Empfehlung gereicht.

KingCamp Oasis 300

Quadratisch, praktisch, gut: Der extrem günstige KingCamp ist der einzige Deckenschlafsack im Test und spielt somit in einer eigenen Liga. Mit seinen 1.830 Gramm reiht er sich nach dem Frozen Mummy und dem Vaude auf dem dritten Platz ein, lässt sich zu einer nahezu quadratischen Decke aufklappen und empfiehlt sich somit insbesondere als Backup-Schlafsack im Haushalt, der schnell hervorgezogen wird, wenn Besuch im Anmarsch ist. Was etwas stutzig macht, ist die Temperaturangabe. Bei bis zu -13 Grad Außentemperatur soll der KingCamp Oasis 300 zu wärmen im Stande sein – da fragt man sich zwangsläufig, wie das ein Deckenschlafsack schaffen soll, ist es doch bei dieser Sorte Schlafsack erfahrungsgemäß schwierig, speziell den Fußbereich warm zu bekommen.

Was die Verarbeitung angeht, erhalten Camper beim King Camp solide Stangenware. No-Name-Reißverschlüsse, eine leidlich gute Hülle mit billig wirkenden Schnallen – der King Camp schafft es auch von der Haptik des Obermaterials nicht, in die Riege der Top-Kandidaten einzuziehen. Beim Test unangenehm aufgefallen ist zudem eine sich auflösende Naht, die bereits einen langen Faden hinter sich her zog: Ein No-Go bei Schlafsäcken und Hinweis darauf, dass zumindest einige Nähte des Oasis 300 nicht allzu lange halten dürften.

Was das Packvolumen angeht, reiht sich dieser Schlafsack ganz weit vorn ein und wird so nur bei Campern punkten können, die mit dem Auto unterwegs sind und ihre Ausrüstung nicht über längere Strecken tragen müssen. Immerhin ist das Innenmaterial schön anschmiegsam und fühlt sich so gar nicht nach Polyester an. Unser Fazit lautet daher: Der Oasis 300 ist ein leidlich guter Besucherschlafsack und macht sich bei Campingurlauben gut, bei denen die Minimaltemperatur die Zehn-Grad-Marke nicht unterschreitet.

Active Era 150 Premium

Bei diesem Leichtschlafsack, der immerhin auf Amazon den ersten Rang unter den meistverkauften Mumienschlafsäcken einnimmt, das Wort »Premium« in den Mund zu nehmen, ist schon einigermaßen bizarr. Kein Kordelzug am Kopfende, keine an die Kopfform angepasste Kapuze und dazu ein Transportbeutel, bei dem man sich fragt, wie lange er den Belastungen beim Transport standhält. Kurzum: Als Tester bleibt uns angesichts des ActiveEra 150 Premium nur der eindringliche Appell, gute 10 Euro draufzulegen und sich stattdessen den Mountrex zu kaufen. Zwar ist das Modell mit nur 20 Euro Verkaufspreis der billigste der getesteten Schlafsäcke, doch billig allein ist nicht alles – erst recht angesichts dessen, was die Konkurrenz zu einem ähnlichen Preis bietet.

Vergleicht man den ActiveEra beispielsweise mit dem Mountrex, kann man ihn – so hart das klingt – nur als Jammerlappen bezeichnen. Der Schlafsack hat außer seinem leidlich leicht laufenden Reißverschluss keine weitere technische Ausstattung zu bieten und kann lediglich als Notlösung angesehen werden, wenn man nichts anderes auf Lager hat. Auch stellt sich die Frage, inwiefern sich die Extremtemperatur tatsächlich bei den vom Hersteller angegebenen erstaunlich niedrigen fünf Grad ansiedeln lässt. Wir wären deutlich vorsichtiger und würden auf zehn Grad nach oben korrigieren.

So haben wir getestet

Der Test wurde im Spätsommer und Frühherbst durchgeführt. Dabei wurden die Schlafsäcke bei Biwaks im Freien und beim Camping im Zelt getestet, bei einzelnen, besonders leichten Sommerschlafsäcken auch in geschlossenen Räumen, da ein Test im Zelt bei herbstlichen Temperaturen zu riskant erschien.

1 von 5
Schlafsack Test: Schlafsack Alle
Schlafsack Test: Schlafsack Alle
Schlafsack Test: Schlafsäcke Alle
Schlafsack Test: Gesamt Gepackt (2)
Schlafsack Test: Gesamt Offen (1)

Bewertet wurden die Wärmeleistung, die Verarbeitung und die Details wie Wärmekragen, Gestaltung der Kapuze und Qualität des Reißverschlusses.

Es fiel schnell auf, dass sich die Schlafsäcke im Test in fünf Gruppen einteilen ließen:

  1. Leichtschlafsäcke (z. B. Sea To Summit)
  2. Deckenschlafsäcke (z. B. Exped)
  3. Kompaktschlafsäcke mit breitem Einsatzbereich (z. B. Mountain Hardwear)
  4. High-End-Schlafsäcke über 200 Euro (z. B. Grüezibag)
  5. Winterschlafsäcke (z. B. Carinthia)

Die wichtigsten Fragen

Welcher Schlafsack ist der beste?

Das kommt vor allem auch auf den Einsatzzweck an und auf den Außentemperaturbereich: Ein Schlafsack für den Sommerurlaub im Süden hat ganz andere Anforderungen als einer fürs alpine Wandern bei nächtlichen Minustemperaturen. Daher haben wir für alle möglichen Einsatzszenarien unterschiedliche Empfehlungen gekürt.

Wie viel kostet ein guter Schlafsack?

Vernünftige Sommerschlafsäcke von Markenherstellern gibt es ab etwa 70 Euro aufwärts. Findet man unter diesem Preisniveau einen langlebigen, guten Schlafsack, ist es eher ein Glückstreffer. Richtig gute Dreijahreszeiten-Schlafsäcke gibt es ab 130 Euro aufwärts.

Wie wäscht man einen Schlafsack?

Hierauf gibt es eigentlich nur eine Antwort: Waschanleitung beachten! Für Daunenschlafsäcke gibt es spezielle Daunenwaschmittel, für Kunstfaser ist meist ein Feinwaschmittel von Nöten. Einzelne Hersteller empfehlen Handwäsche – eine Pauschalantwort gibt es also nicht.

Was muss ein guter Schlafsack haben?

Ein guter Schlafsack sollte eine einstellbare Kapuze haben, dazu einen Wärmekragen und eine Kordel, mit der sich die Kopföffnung allgemein regulieren lässt. Ein durchgehender Doppel-Reißverschluss bis zu den Füßen ist ebenfalls praktisch, zudem sollten die Füllkammern so platziert sein, dass keine Wärmebrücken entstehen können. Idealerweise wiegt ein Schlafsack nicht mehr als etwa 1,7-1,8 Kilogramm und lässt sich klein verpacken.

Welcher Schlafsack für welche Körpergröße?

Ein Schlafsack sollte etwa 10-20 Zentimeter länger sein als man groß ist. Markenhersteller bieten oft zwei oder drei Größen an, auch gibt es von einzelnen Herstellern spezielle Frauenmodelle.

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 Test: Artboard

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