Der beste Schlüsselfinder

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Bluetooth-Schlüsselfinder Test: Bluetooth Schlüsselfinder
Lars Schönewerk

Lars Schönewerk

ist Autor und Technik-Freak und hat ein Faible für alles Elektronische. Für AllesBeste testet er alles, was nicht niet- und nagelfest ist.

Der beste Bluetooth-Schlüsselfinder für die meisten ist der Tile Pro. Er ist zwar der teuerste Tracker im Test, überzeugt aber durch eine hervorragende Verarbeitung, eine gigantische Reichweite und eine großartige App mit vielen Zusatzfunktionen. Nur der Abo-Zwang hinterlässt einen bitteren Beigeschmack.

Update 21. Mai 2019

Wir haben die Verfügbarkeit der Produkte überprüft.

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23. Januar 2019

Vom Chipolo Plus, einer unserer Empfehlungen, gibt es mittlerweile eine neue Version. Das neue Modell soll unter anderem lauter sein als die von uns getestete Variante, außerdem gibt es andere Farben. So bald wir den neuen Chipolo haben, werden wir ihn testen und darüber berichten.

Wer kennt es nicht: Man hat es eilig, das Kind schreit, man ist müde oder einfach nur zerstreut. Man geht aus dem Haus, denkt sich nichts böses und unterwegs stellt man fest, dass der Geldbeutel noch zuhause liegt.

Damit man nicht unvorbereitet aufbricht, helfen elektronische Schlüsselfinder, denn die finden nicht nur Schlüssel sondern auch alles andere, was man an den kleinen Trackern befestigen kann.

Wir haben elf Bluetooth-Schlüsselfinder ausführlich getestet. Die kleinen Helfer sind heutzutage deutlich ausgereifter als noch vor einigen Jahren. Alle Spitzenmodelle setzen heute auf Bluetooth, gesucht wird bequem über das Smartphone.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Tile Pro

Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Tile Pro
Der Tile Pro macht fast alles richtig, ist aber auch teuer. Für den vollen Funktionsumfang ist ein zusätzliches Abo nötig.

Der Tile Pro ist lässt kaum Wünsche offen: Er sieht gut aus, ist super verarbeitet, tönt mit Abstand am lautesten, hat eine hohe Reichweite, man kann die Batterie selbst wechseln und er ist gegen Spritzwasser geschützt. Die App funktioniert tadellos und lässt sich mit Amazons Alexa, Googles Assistant und Siri verbinden. Neben dem hohen Anschaffungspreis trübt das kostenpflichtige Abo, das für den vollen Funktionsumfang notwendig ist, aber die Freude. Wer sich darauf einlässt, bekommt aber mit dem Tile Pro den besten Tracker.

Auch gut

Chipolo Plus

Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Chipolo Plus 2
Wer kein Abo will, Farbvielfalt bevorzugt und mit einigen Einschränkungen leben kann, findet im Chipolo Plus einen soliden Tracker mit schöner App.

Der Chipolo Plus ist mittlerweile in der zweiten Version erhältlich und hat ebenfalls eine hervorragende App. Der Tracker ist in sechs Farben erhältlich – praktisch, wenn man mehrere davon hat. Er ist etwas kleiner und leiser als der Tile Pro, mit 85 Dezibel aber immer noch sehr laut. Auch der Chipolo Plus kann mit Amazons Alexa und Google Assistant kommunizieren, aber nicht mit Siri. Außerdem versteht er dann nur Englisch. Für die deutsche Sprache kommt man weiterhin nicht daran vorbei, die App zu öffnen.

Gut und günstig

Callstel PX-2969

Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Callstel Tracker
Der Callstel-Tracker kann zwar nicht mit Tile und Chipolo mithalten, erledigt die Basisfunktionen aber zuverlässig.

Der Callstel PX-2969 ist angenehm klein und findet so praktisch überall einen Platz. Das ausschließlich in Schwarz erhältliche Gerät ist mit 93 Dezibel lauter als der Chipolo Plus, aber nicht ganz so laut wie der Testsieger. Die Reichweite von 50 Metern liegt im Mittelfeld. Die App weist ein paar wenige Übersetzungsfehler auf, ist ansonsten aber solide. Ein tolles Feature ist die Angabe der Entfernung anhand von vier Stufen. Darüber hinaus ist der Preis für das Gebotene unschlagbar.

Vergleichstabelle

TestsiegerAuch gutGut und günstig
Modell Tile Pro Chipolo Plus Callstel PX-2969 Tile Mate Chipolo Classic Callstel NX-4515 Gigaset Keeper Gigaset G-Tag Musegear Finder 2 Laxikoo Wireless Key Finder Gvoo Schlüsselfinder
Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Tile ProTest Bluetooth-Schlüsselfinder: Chipolo Plus 2Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Callstel TrackerTest Bluetooth-Schlüsselfinder: Tile MateBluetooth-Schlüsselfinder Test: Chipolo ClassicBluetooth-Schlüsselfinder Test: Callstel NX4515Bluetooth-Schlüsselfinder Test: Gigaset KeeperTest Bluetooth-Schlüsselfinder: Gigaset G-TagTest Bluetooth-Schlüsselfinder: Musegear Finder 2Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Laxikoo Wireless Key FinderTest Bluetooth-Schlüsselfinder: Gvoo Schlüsselfinder
Pro
  • Gute App
  • Großer, gut tast- und drückbarer Knopf
  • Hohe Reichweite & Lautstärke
  • Wechselbare Batterie
  • Vorbildliche Einbindung der Sprachassistenten
  • Gute App
  • Kompakt
  • Kamerabedienung
  • In vielen Farben verfügbar
  • Klein und flach
  • Wechselbare Batterie
  • Kamerabedienung
  • Entfernungsangabe
  • Günstig
  • Gute App
  • Großer, gut tast- und drückbarer Knopf
  • Wechselbare Batterie
  • Gute App
  • Wechselbare Batterie
  • Kompakt
  • Kamerabedienung
  • In vielen Farben verfügbar
  • Wechselbare Batterie
  • Hohe Reichweite
  • Community-Suche
  • Solide App mit Zusatzfunktionen
  • Wechselbare Batterie
  • Wasserdicht
  • Wechselbare Batterie
  • Günstig
  • Klein und flach
  • Wechselbare Batterie
  • Kamerabedienung
  • Entfernungsangabe
  • Wechselbare Batterie
  • Kamerabedienung
  • Günstig
  • Wechselbare Batterie
  • Kamerabedienung
  • Günstig
Contra
  • Keine Kamerabedienung
  • Groß
  • Teuer
  • Voller Funktionsumfang nur mit kostenpflichtigem Abo
  • Batterie nicht wechselbar
  • Sprachsteuerung nur in Englisch
  • Keine Community-Suche
  • Keine Kamerabedienung
  • Voller Funktionsumfang nur mit kostenpflichtigem Abo
  • Schwergängige Taste
  • Sprachsteuerung nur in Englisch
  • Keine Kamerabedienung
  • Teuer
  • Groß und dick
  • Umständlicher Batteriewechsel (nur mit T5 Torx-Schraubendreher)
  • Umständliche App
  • Kaum Funktionen
  • Keine Community-Suche
  • Groß und dick
  • Umständlicher Batteriewechsel (nur mit T5 Torx-Schraubendreher)
  • Umständliche App
  • Kaum Funktionen
  • Keine Community-Suche
  • Keine Community-Suche
  • Relativ teuer
  • Unbenutzbare App
  • Geringe Reichweite
  • Schlechte Verarbeitung
  • Unbenutzbare App
  • Geringe Reichweite
  • Schlechte Verarbeitung
Bester Preis

Keine Preise gefunden.

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Schlüsselfinder mit Bluetooth

Die Idee, ein Stück Elektronik zur Hilfe zu ziehen, um den Überblick über seine Habseligkeiten zu behalten, ist nicht neu. Schon seit längerem bekommt man für wenig Geld Geräte, die Töne von sich geben, wenn man auf einem anderen eine Taste drückt, damit man sie einfacher finden kann.

Die billigsten Sets bestehen aus einer Fernbedienung und einer unterschiedlich großen Anzahl an Empfängern, die mit einem Geräuschgeber ausgestattet sind. Das mag ausreichen, wenn man mal den Schlüssel innerhalb der eigenen vier Wände verlegt hat, viel mehr können solche Geräte aber nicht leisten.

Ganz anders sieht es aus, wenn Bluetooth ins Spiel kommt: Dank des Funkstandards halten mittlerweile nicht nur die Batterien länger, die Schlüsselfinder lassen sich auch mit dem Smartphone koppeln. So hat man das zentrale Gerät zum Ansteuern immer zur Hand, vor allem eröffnet es aber ganz neue Möglichkeiten.

Bluetooth eröffnet neue Möglichkeiten

Zum Einen lassen sich Listen anlegen, über die man innerhalb von Sekunden nachsehen kann, ob alles an Ort und Stelle ist – vorausgesetzt, man besitzt mehr als einen Empfänger, denn viele Hersteller bieten ihre Geräte nicht nur einzeln an, sondern auch gleich als Set. Kann man beispielsweise seinen Geldbeutel nicht finden, reicht ein Tippen auf den passenden Eintrag und schon macht der Tracker mit einer Erkennungsmelodie auf sich aufmerksam.

Gegenüber klassischen Funklösungen ist die Reichweite bei Bluetooth-Trackern weit größer. Darüber hinaus merken sich die Apps den letzten Standort des Trackers und sind somit auch dann noch hilfreich, wenn die Geräte außer Reichweite sind.

Die Angaben der Hersteller zur Reichweite beziehen sich übrigens immer auf Luftlinie ohne Hindernisse. Objekte, allen voran Wände, dämpfen das Signal und verringern die Reichweite stark. In der Praxis reicht der Empfang also nicht so weit wie die Hersteller angeben, vor allem nicht in Gebäuden.

Die eigentliche Ortung läuft über das GPS-Modul des Smartphones, denn eigene GPS-Systeme würden zu stark an den Energiereserven zehren. Bluetooth-Schlüsselfinder sollen mit einer Knopfbatterie rund ein Jahr lang laufen, während bei einem GPS-Tracker bereits nach wenigen Tagen Schluss wäre.

Eine Batterie reicht gewöhnlich für ein Jahr

Daraus ergibt sich ein Problem: Um den Tracker ausfindig zu machen, benötigt er eine aktive Bluetooth-Verbindung zum Smartphone, Bricht die Verbindung ab, kann man zwar nachvollziehen, wo es zuletzt war, aber nicht, wo es sich mittlerweile befindet.

Einige Hersteller versuchen diesem Problem Herr zu werden, indem sie auf eine sogenannte Community-Suche setzen: Meldet man seinen Bluetooth-Tracker als verloren und ein anderer Nutzer kommt zufällig daran vorbei, aktualisiert dessen Smartphone den Standort des Trackers, ohne dass der andere Nutzer jemals etwas davon mitbekommt.

Darüber hinaus eröffnet die Verbindung zum Smartphone – und damit zum Internet – zahlreiche neue Möglichkeiten für zusätzliche Funktionen.

Findige Apps

Natürlich ist es mit guter Hardware nicht getan, alles steht und fällt mit der zugehörigen Smartphone-App. Die unterscheiden sich sowohl in Sachen Bedienung als auch im Funktionsumfang – und zwar gewaltig.

Eine übersichtliche Darstellung und eine komfortable Bedienung sind die ersten Aspekte, die einem dazu in den Sinn kommen, aber das ist erst der Anfang: Während einige Apps mit zahlreichen Einstellungen und Alarmen aufwarten, beherrschen andere nur Basisfähigkeiten. Bei zwei der getesteten Schlüsselfinder, dem GVOO Schlüsselfinder und dem Laxikoo Wireless Key Finder, sind die Apps vollkommen unbrauchbar – wir raten dringend von einer Installation ab.

Sprach­assistenten bieten einen Mehrwert

Ein Zuckerstück ist die Verknüpfung mit externen Apps. Dazu gehört auch die Bedienung per Sprachassistent. Das Feature ist noch recht neu und wird bislang lediglich von drei Herstellern unterstützt – wiederum in unterschiedlichem Umfang. Während Tile in mehreren Sprachen bewandert ist und auch Deutsch versteht, spricht Chipolo ausschließlich Englisch. Beide sind mit Amazons Alexa und Google Assistant kompatibel, Tile kann außerdem mit Siri kommunizieren. Die App tracMo, die zum Callstel NX-4515 gehört, kann lediglich mit Alexa umgehen, bietet dafür aber eine Einbindung in die Ökosysteme diverser Smart Home-Anbieter, etwa Philips Hue, IFTTT und Nest.

Ein nettes Feature, das viele Bluetooth-Schlüsselfinder mitbringen, ist die Fernbedienung der Kamera. So kann man bequem Ganzkörper- oder Gruppenfotos machen, ohne auf den Selbstauslöser warten zu müssen.

Achten Sie auf die Betriebssystem-Version Ihres Smartphones!

Falls Sie ein älteres Smartphone besitzen, sollten Sie vor dem Kauf darauf achten, dass Ihr Betriebssystem unterstützt wird. Die notwendige Version liegt je nach Modell mindestens bei Android 4.3 bzw. meistens sogar 4.4. Bei iOS verlangen die Geräte je nach Modell mindestens Version 7.0, teilweise auch Version 9.3. Entsprechende Smartphones werden aber schon längst nicht mehr hergestellt. Jedes einigermaßen aktuelle Handy sollte kompatibel sein.

So haben wir getestet

Wir haben ausführlich recherchiert und uns die 11 interessantesten Schlüsselfinder mit Bluetooth kommen lassen. Wir haben alle Modelle mit einem Android- und einem iOS-Smartphone getestet.

Wir haben uns Setup und Bedienung mit der jeweils zugehörigen App angesehen, die vom Hersteller angegebene Funkreichweite überprüft und die Lautstärke des Signaltons aller Tracker mit einem professionellen Schallpegelmesser bestimmt.

Bluetooth-Schlüsselfinder Test: Tile Pro

Testsieger: Tile Pro

Der beste Bluetooth-Schlüsselfinder für die meisten ist der Tile Pro. Er ist zwar der teuerste im Test, macht aber auch fast alles richtig. Er besticht mit einer soliden App, verfügt über eine beeindruckende Reichweite, ist hervorragend verarbeitet und man kann die Batterien selbst wechseln, was längst nicht bei allen Trackern der Fall ist.

Testsieger

Tile Pro

Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Tile Pro
Der Tile Pro macht fast alles richtig, ist aber auch teuer. Für den vollen Funktionsumfang ist ein zusätzliches Abo nötig.

Im Bereich der Bluetooth-Tracker ist Tile schon seit geraumer Zeit Marktführer. Den Tile Pro hat das Unternehmen bereits seit längerem im Sortiment, mittlerweile gibt es eine Neuauflage.

Gegenüber dem Vorgänger ist der neue Tile Pro noch ein Stück lauter geworden, der größte Unterschied findet sich aber in der Batterie: Ältere Versionen des Tile Pro hatten eine fest verbaute Zelle und mussten, sobald diese leer war, durch das Tile-Ersatzprogramm neu gekauft werden – zwar mit Rabatt, aber dennoch war die Prozedur lästig und umweltschädlich.

Beim neuen Modell lässt sich die Batterie problemlos selbst austauschen

Beim neuen Modell, das seit Oktober 2018 verkauft wird, lässt sich die Batterie hingegen problemlos selbst austauschen. Zum Einsatz kommt eine handelsübliche Knopfzelle des Typs CR2032. Dadurch ist das Gerät zwar nur noch spritzwassergeschützt nach IP55 anstatt IP68, wie es beim Vorgängermodell der Fall war, das halten wir angesichts des einfachen Batteriewechsels aber für vertretbar.

Die Hardware

Das Gehäuse des Tile Pro besteht aus einem 42 x 42 Millimeter großen, matten Aluminiumrahmen mit abgerundeten Ecken, in den zwei schwarze Kunststoffschalen eingelassen sind. Oben links befindet sich ein Loch, mit dem man den Tracker am Schlüsselbund befestigen kann. In der Mitte hebt sich ein grau-silberner Kreis mit dem Tile-Logo in starkem Kontrast zum dunkel gehaltenen Rest ab. Wer es lieber heller mag, kann auch zu einer Variante in Weiß greifen. Mehr Farben, wie man es beispielsweise beim Konkurrenten Chipolo sieht, stehen nicht zur Verfügung.

Das runde Logo in der Mitte beherbergt die Bedientaste. Die lässt sich auch ohne hinzusehen leicht ertasten und weist einen guten Druckpunkt auf. Auf der Rückseite befinden sich neben dem Batteriefach drei kleine Löcher für den Lautsprecher.

Generell wirkt der Tile Pro sehr hochwertig verarbeitet. Dank der rautenförmig geriffelten Oberfläche rutscht er nicht aus der Hand und bietet eine angenehme Haptik. Das Gehäuse wirkt recht stabil, sodass er auch einen gewissen Druck, etwa in einem vollgepackten Rucksack oder im Geldbeutel, ohne Blessuren überstehen sollte. Mit vollem Gewicht darauf treten sollte man hingegen nicht, aber so stabil ist keiner der getesteten Schlüsselfinder.

Mit 15,5 Gramm ist der Tile Pro mit einigem Abstand der schwerste der getesteten Bluetooth-Schlüsselfinder, angesichts des generell sehr geringen Gewichts der Geräte können wir darüber aber leicht hinweg sehen. Hätten wir nicht im Rahmen der Recherche die technischen Daten zusammengetragen, hätten wir den Unterschied gar nicht bemerkt.

Das Gewicht ist aber nicht das Einzige, mit dem der Tile Pro heraussticht: Die Reichweite beträgt, sofern keine Hindernisse das Signal stören, satte 90 Meter – und das, obwohl er noch immer das ältere, aber energiesparendere Bluetooth 4 nutzt. Das ist absoluter Rekord und wird nur noch vom Callstel NX-4515 übertroffen, der allerdings mit Bluetooth 5 arbeitet.

Mit Abstand der lauteste Tracker im Test

Auch in Sachen Lautstärke macht dem Tile Pro keiner etwas vor. Selbst wenn Chipolo noch immer damit wirbt, den lautesten Bluetooth-Tracker auf dem Markt anzubieten – unsere Messungen zeigten ein anderes Ergebnis: Mit über 101 Dezibel war der Tile Pro der mit Abstand lauteste Tracker im Test, Chipolo kam nur auf 85 bzw. 81 Dezibel.

Die App

Die App heißt schlicht »Tile« und funktioniert super. Das finden nicht nur wir, sondern auch viele andere Nutzer, wie man an den 4,3 Sternen im Google Play Store und den 4,0 Sternen im Apple App Store erkennt.

Die verschiedenen Schlüsselfinder werden in einer hübsch designten und übersichtlichen Kachelübersicht dargestellt. Besitzt man mehrere der Schlüsselfinder – etwa, weil man sich gleich mit 2er-Packs oder sogar 4er-Packs eingedeckt hat – kann man dort bis zu vier (Android) beziehungsweise acht (iOS) Geräte verwalten. Das eigene Smartphone, auf dem die App läuft, wird ebenfalls aufgelistet, kann auf Wunsch aber auch ausgeblendet werden.

Leider werden Funktionen, die nur mittels eines kostenpflichtigen Abos nutzbar sind, auch ohne ein solches dauerhaft angezeigt und können nicht ausgeblendet werden. Das kennt man zwar schon von den Gratis-Versionen vieler anderer Apps, die gegen ein entsprechendes Entgelt zur Premium-Variante aufgestockt werden können, in Verbindung mit einer nicht gerade günstigen Hardware wirkt es aber unbeholfen und einem Marktführer wie Tile kaum würdig.

Generell hinterlässt das Abo einen bitteren Nachgeschmack und dämpft die Freude am Schlüsselfinder von Tile, womit wir zu den Nachteilen des Tile Pro und sämtlicher anderer Produkte des Herstellers kommen.

Nachteile

Ein kleiner Nachteil des Tile Pro: Man kann den Tracker nicht als Fernauslöser für die Smartphone-Kamera benutzen. Den offensichtlichsten Nachteil haben wir aber bereits genannt: Der Tile Pro ist ziemlich teuer. Zumal es mit der Anschaffung des Geräts nicht getan ist, sofern man den vollen Funktionsumfang nutzen möchte. Dafür braucht man ein Abo namens Tile Premium und das schlägt mit 3,49 Euro im Monat zu Buche, im Jahresabo werden 34,99 fällig.

Für den vollen Funktionsumfang braucht man ein Premium-Abo

Während das unbegrenzte Teilen der Tiles nur wenige Nutzer interessieren dürfte und die Erweiterung der Standortsuche auf 30 Tage zwar nett, aber nicht unbedingt notwendig ist, handelt es sich bei der Benachrichtigungsfunktion um ein Feature, das eigentlich zu einer Kernaufgabe eines Schlüsselfinders gehört und bei anderen Anbietern kostenlos zur Verfügung steht.

Die Funktion löst aus, wenn man einen bestimmten Bereich verlässt und der Schlüsselfinder zurückbleibt. Vergisst man beispielsweise in der morgendlichen Hektik den Geldbeutel, meldet sich das Smartphone und informiert einen schon beim Verlassen des Gebäudes darüber. So merkt man nicht erst an der Verkaufstheke des Bäckers, dass man kein Geld dabei hat.

Immerhin schickt Tile seinen Premium-Kunden einmal im Jahr frische Batterien zum Auswechseln. Das gilt allerdings nur für Besitzer der beiden hier getesteten Modelle Tile Pro und Tile Mate in den aktuellen Varianten von 2018. Außerdem wird die Garantiezeit auf drei Jahre verlängert. Aufgrund der guten Verarbeitung der Geräte dürften aber die wenigsten jemals davon Gebrauch machen.

So sehr uns das Premium-Abo ein Dorn im Auge ist, bleibt der Tile Pro Tracker für uns doch der beste Schlüsselfinder. Denn bei der Konkurrenz muss man Abstriche machen.

Tile Pro im Testspiegel

Nicht nur wir sind vom Tile Pro angetan, auch die Kollegen anderer Redaktionen sprechen sich wohlwollend über den Schlüsselfinder aus. So kommt Philipp Sussmann von Techstage zu folgendem Fazit:

»Wer einen zuverlässigen Tracker für den Schlüsselbund sucht, der bekommt mit dem Tile Pro ein sehr gutes und zuverlässiges Gerät im schicken Design. Für den Tracker sprechen die hohe Reichweite und die Tatsache, dass die Batterie austauschbar ist. Die Standort-Suche per GPS ist praktisch, funktioniert in der Praxis allerdings nur dann zuverlässig, wenn sich der Keyfinder nicht bewegt.«

Alexander Kant von Netzwelt vergibt 8,4 von 10 möglichen Punkten und lobt dabei vor allem die einfache Einrichtung, die gute Bedienung und die Kompatibilität des Tile Pro.

Jan Johannsen von Curved äußert sich wohlwollend über den Tile Pro, empfiehlt ihn aufgrund der gegenüber dem Tile Mate erhöhten Reichweite und Lautstärke aber vor allem Personen mit einer großen Wohnfläche:

»Für Menschen, die gerne mal etwas verlegen oder verlieren sind der Tile Mate (2018) und der Tile Pro sehr praktisch und hilfreich. Durch den jetzt möglichen Batterietausch muss man auch kein schlechtes Gewissen mehr, wegen Nutzung von Einweg-Produkten, haben. Die Anschaffungskosten sind angesichts gesparter Zeit und Nerven vertretbar. In der Regel sollte der Tile Mate (2018) mit seiner geringeren Reichweite und Lautstärke für eine unverbindliche Preisempfehlung von 24,99 Euro genügen. Die 34,99 Euro für den Tile Pro lohnen sich nur, wenn ihr eure Dinge in einer großen Wohnung oder einem Haus mit Garten verlegt.«

Arnt Kugler von Smart Home Area stört sich nicht am kostenpflichtigen Premium-Service und lobt neben der robusten Verarbeitung vor allem die Einbindung der Sprachassistenten:

»Tile hat offenbar auf seine Community gehört und die 2018er Versionen des Tile Mate und Tile Pro sinnvoll verbessert. Durch die austauschbare Batterie, die höhere Reichweite und Lautstärke bekommen Sie nun deutlich verbesserte Bluetooth-Tracker zum Preis der Vorgänger. Sogar an die Integration in die smarten Sprachsteuerungen Amazon Alexa, Google Assistant und Apple Siri Shortcut hat Tile gedacht. In der Anwendung sind sie nach wie vor sehr einfach, robust und praktisch. Nur ins Wasser fallen lassen dürfen Sie die neuen Tile-Bluetooth-Tracker nicht mehr. Der optionale Premium-Service wertet den Funktionsumfang des Tile Mate und Tile Pro noch mal auf und ist auch nicht übertrieben teuer.«

Michael Barton von Techtest vergibt satte 93 Prozent und zeigt sich begeistert:

»Der Tile Pro ist ein hervorragender Schlüsselfinder. Abseits vielleicht einer 100%igen Wasserdichtigkeit wüsste ich nicht was ich am Tile Pro verbessern oder verändern würde! Dieser ist sehr nah der Perfektion, besser kann ein Schlüsselfinder einfach nicht mehr werden. Der Pro ist qualitativ gut gebaut, besitzt eine sehr hohe Reichweite und sieht auch noch schick aus. Die Tile App ist weiterhin der Goldstandard, wenn es um Schlüsselfinder geht, gerade aufgrund der Community Suche. Auch die normale Suche funktioniert dank sehr hoher Bluetooth Reichweite und lautem Lautsprecher schnell, zügig und problemlos.«

Alternativen

So gut der Tile Pro auch sein mag, lässt sich nicht leugnen, dass er auch einige Schattenseiten hat. Wer Wert auf eine Fernbedienung für die Kamera legt, sich gegen den Premium-Service wehrt oder einfach nicht bereit ist, soviel Geld für einen Schlüsselfinder auf den Tisch zu legen, hat mit einer unserer Alternativen mehr Freude.

Auch gut

Chipolo Plus

Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Chipolo Plus 2
Wer kein Abo will, Farbvielfalt bevorzugt und mit einigen Einschränkungen leben kann, findet im Chipolo Plus einen soliden Tracker mit schöner App.

Den Chipolo Plus gibt es mittlerweile in der zweiten Auflage. Der Hersteller wirbt mit 100 Dezibel Lautstärke, wir konnten »nur« 85 Dezibel messen, damit lag er gerade mal im Mittelfeld aller getesteten Schlüsselfinder, aber im Alltag reicht das allemal.

Leider kann man die Batterie des Chipolo Plus nicht selbst wechseln. Das ist auf Dauer nicht nur teuer, auch in Hinblick auf die Umwelt ist das ein pikantes Detail. Wir haben deshalb lange überlegt, ob wir anstatt des Chipolo Plus nicht lieber den Chipolo Classic empfehlen sollen, der seinerseits allerdings wiederum nicht gegen Spritzwasser geschützt ist.

Chipolo Plus und Chipolo Classic liegen nah bei­einander

Letztendlich haben wir uns dennoch für den Plus entschieden. Der Spritzwasserschutz war dafür nicht ausschlaggebend, viel mehr war es die Funktionstaste, die beim Plus funktioniert wie erwartet – nicht so beim Chipolo Classic. Aus diesem Grund lässt sich der Plus um Längen komfortabler und zuverlässiger bedienen als der Classic. Wer sich nicht an schwammigem Gefummel stört, kann aber auch zum Classic greifen.

Der Chipolo Plus ist in Schwarz, Weiß, Blau, Grün, Gelb und Rot erhältlich. Das ist zwar weniger als beim Classic, der darüber hinaus auch noch Orange, Pink und Violett zu bieten hat, aber immer noch mehr als alle Konkurrenzanbieter im Sortiment haben.

Der Clou an den Farben ist, dass die App erkennt, welches Gewand ein einzelner Schlüsselfinder trägt und das Icon dementsprechend in der App darstellt. In Verbindung mit den Piktogrammen gestaltet sich die Bedienung der App – zumindest in der Grundfunktion – so intuitiv und einfach, dass selbst ein Kleinkind die Anwendung bedienen könnte.

Die Einrichtung der Tracker geht einfach von der Hand

Die Einrichtung der Tracker geht ebenso einfach von der Hand und wird unmissverständlich erklärt. In weniger als einer Minute ist das neue Gerät eingerichtet und erscheint in der Übersicht. Die Darstellung nutzt ein Listen- statt eines Kachelformats. Wie schon bei Tile wird auch das Smartphone des Nutzers mit angezeigt und kann bei Bedarf ausgeblendet werden.

Pro Account lassen sich bis zu neun Chipolo-Tracker registrieren, betreiben lassen sich aber maximal sieben Geräte gleichzeitig – dann stößt die Kapazität von Bluetooth an ihre Grenzen.

Ein nettes Detail zeigte sich beim Firmware-Update, das nach einer Nachfrage seitens der App und unserer Bestätigung derselben innerhalb kürzester Zeit aufgespielt war. Um die Wartezeit zu überbrücken, lässt die Chipolo-App den Nutzer nämlich eine Runde Tic Tac Toe spielen. Allerdings war das Ganze so schnell erledigt, dass man in der Zeit kaum mehr als ein bis zwei Runden schafft.

Chipolo spricht leider nur Englisch

Die Chipolo-App unterstützt die Sprachassistenten von Amazon und Google, Apples Siri allerdings nicht. Sprachaffine iPhone-Nutzer müssen somit zwangsläufig mit Tile Vorlieb nehmen. Das gleiche gilt für Zeitgenossen, die nicht des Englischen mächtig sind, denn Deutsch versteht die Software nicht.

Gut und günstig

Callstel PX-2969

Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Callstel Tracker
Der Callstel-Tracker kann zwar nicht mit Tile und Chipolo mithalten, erledigt die Basisfunktionen aber zuverlässig.

Der Callstel PX-2969 ist zusammen mit dem baugleichen Musegear Finder 2 der dünnste Schlüsselfinder im Test nach dem Chipolo Classic. Gerade einmal 5,6 Millimeter misst das Gerät. Auch die Fläche ist mit 36 x 36 Millimetern gering. Dadurch findet man praktisch überall einen Platz, um den Tracker unterzubringen.

Trotz seiner geringen Größe kann der Winzling richtig laut werden: Das Klingeln schallt mit beachtlichen 93 Dezibel aus dem kleinen Kästchen. Die Reichweite von 50 Metern kommt zwar nicht annähernd in die Regionen des Tile Pro oder des Callstel NX-4515, liegt aber dennoch weit über der Konkurrenz von Gigaset und schlägt sogar den Tile Mate um fünf Meter. Für die meisten Einsatzgebiete sollte das ausreichen.

Den für den Betrieb nötigen Saft liefert eine Knopfzelle des Typs CR2032, wie sie auch in den meisten anderen der getesteten Schlüsselfinder zum Einsatz kommt. Die Batterie lässt sich einfach austauschen. Zur Wasserresistenz macht der Hersteller keine Angaben. Anhand des Gehäuses schätzen wir, dass er ein wenig Spritzwasser überleben sollte, garantieren können wir das aber nicht.

Stilbewusste Käufer könnten darüber enttäuscht sein, dass der PX-2969 ausschließlich in Schwarz zu haben ist. Wer mehr Auswahl in Sachen Farben benötigt, kann einen Blick auf den Musegear Finder 2 werfen, der in Weiß, Dunkelblau, Hellblau oder Orange daherkommt, allerdings fast das Doppelte kostet.

Die App, mit welcher der Callstel PX-2969 betrieben wird, heißt iTrack Easy. Sie kommt auf immerhin 3,4 Sterne auf Google Play und 3,3 Sterne im Apple App Store. Vergleichen mit Tile und Chipolo ist sie eher schmucklos, aber durchaus funktional.

Gleich zu Anfang steht die Liste der gekoppelten Geräte – so weit, so bekannt. Auffällig ist der Entfernungsmesser, der anhand von vier Kreisen eine Ahnung davon vermittelt, wie weit der Tracker gerade entfernt ist und ob man sich nähert bzw. entfernt – praktisch!

Schaltet man die Alarme ein, meldet sich das Smartphone bei einem Abbruch der Bluetooth-Verbindung. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um das gleiche Feature, das Tile nur im Rahmen seines Premium-Abos anbietet. Leider kann es schon im mittelgroßen Wohnungen hin und wieder zu Fehlalarmen kommen, wenn gerade viele Wände im Weg sind. Um das Problem zu lindern, kann man sichere WLAN-Netzwerke bestimmen. Ist das Smartphone dort eingeloggt, hält der Schlüsselfinder die Klappe. Das Prinzip funktioniert in der Praxis gut, ist aber eben nur an ausgewählten Orten wie der eigenen Wohnung möglich.

Unterm Strich ist der Callstel PX-2969 zwar nicht der beste Schlüsselfinder der Welt, aber durchaus von solider Qualität und in der Preislage momentan unschlagbar. Selbst die Markenkonkurrenz von Gigaset sticht der Kleine locker aus, lediglich gegenüber den zwei- bis dreimal so teuren Modellen von Chipolo und Tile muss der Callstel klein beigeben.

Außerdem getestet

Der Tile Mate ist gewissermaßen der kleine Bruder des Tile Pro – in jeglicher Hinsicht. Er hat geringere Maße, die Reichweite ist kürzer und er wird nicht ganz so laut. Das macht den Mate aber keineswegs zu einem schlechten Schlüsselfinder – im Gegenteil: Auch wenn der Mate nicht mit den Superlativen des Pro mithalten kann, weist auch er die meisten Kernqualitäten auf, die wir auch am Tile Pro schätzen.

Der Tile Mate muss zwar ohne den Aluminiumrahmen und die geriffelte Oberfläche des Pro auskommen, wirkt aber noch immer top verarbeitet. Die Stromzufuhr erledigt eine CR1632-Batterie, die etwas kleiner ausfällt als die sonst üblichen CR2032-Zellen. Die Laufzeit soll laut Hersteller aber ebenso ein Jahr betragen.

Viel mehr gibt es nicht zum Tile Mate zu sagen, denn aufgrund des ähnlichen Aufbaus und der gemeinsamen App zeigen sich in der Anwendung praktisch keine Unterschiede zum Tile Pro. Wer mit den Abstrichen leben kann, kann mit dem Mate gutes Geld sparen. Alle anderen wählen das rund zehn Euro teurere Luxusmodell.

Der Callstel NX-4515 gibt sich nicht nur in Sachen Design extravagant, denn als einziger Schlüsselfinder im Test kann er mit Bluetooth 5.0 umgehen. Das ist zwar nicht so energieeffizient wie das sonst übliche Bluetooth 4 LE, schafft dafür aber eine Reichweite von 100 Metern – noch mehr als der Testsieger.

Die Grundfläche ist in Sachen Größe mit dem Callstel PX-2969 vergleichbar, ragt aber ein gutes Stück weiter in die Höhe. Aufgrund des schicken Dächleins auf der Vorderseite wirkt dieser Umstand noch ausgeprägter. Den klobigen Eindruck der Gigaset-Modelle erreicht der NX-4515 aber zum Glück nicht.

Auf der Rückseite fällt sofort das Drehgewinde für das Batteriefach auf. Wie in den meisten Modelle werkelt im Callstel NX-4515 eine CR2032-Zelle. Möchte man sie wechseln, empfiehlt sich ein Schlitzschraubendreher. Dank des verschließbaren Fachs ist der Schlüsselfinder nach IP55-Standard gegen Spritzwasser geschützt.

Wie schon der PX-2969 ist auch der NX-4515 ausschließlich in Nachtschwarz zu haben.

Sein wahres Potential offenbart der Callstel NX-4515 allerdings erst durch seine App mit dem Namen tracMo. Die steht momentan bei respektablen 4,2 Sternen bei Google Play, die iOS-Version hat leider noch keine Bewertungen.

Der Clou an der Software ist ihre Einbindung in die Ökosysteme diverser Smart Home-Anbieter. Verbindet man die Apps, lassen sich Automatismen festlegen, die beispielsweise dafür sorgen, dass die Außenbeleuchtung angeht, sobald man die Einfahrt betritt.

Außerdem der Callstel NX-4515 mit Amazons Alexa quatschen, was ebenfalls gut zum Smart Home-Aspekt passt. Wer Siri oder den Google Assistant bevorzugt, schaut allerdings in die Röhre.

Alles weitere an der App gestaltet sich wie gehabt: Das Pairing klappt problemlos und schnell, anschließend tauchen die gekoppelten Geräte in der Kachelübersicht auf. In der Kartenansicht kann man die einzelnen Geräte ebenfalls durchschalten.

Dort kam uns ein bemerkenswerter Fehler unter, den wir nicht nachvollziehen können: Obwohl der Callstel NX-4515 – genau wie alle anderen Schlüsselfinder – die Ortungsdienste des Smartphones anzapft, wurden die beiden Geräte mit einigen Häuserblocks Abstand auf der Karte dargestellt, obwohl sie nur wenige Zentimeter nebeneinander lagen. Die angezeigte Adresse stimmte beim Tracker, beim Smartphone aber nicht. Zum Glück war das nicht dauerhaft so, unerwähnt lassen wollen wir es dennoch nicht.

Alles in Allem bekommt man mit dem Callstel NX-4515 einen technisch sehr guten Bluetooth-Schlüsselfinder mit einer grundsoliden App. Mit einem Preis von aktuell rund 30 Euro liegt er aber zu nah am Tile Pro, der in einigen Eigenschaften – vor allem in Sachen Verarbeitung – einfach noch mehr bietet. Sollte der Preis in absehbarer Zeit fallen, hat der Callstel-Tracker aber durchaus einiges in der Waagschale, das einen zweiten Blick rechtfertigt.

Der Chipolo Classic ist etwas kleiner und leichter als der gleich teure Chipolo Plus, den Unterschied bemerkt man aber nur im direkten Vergleich. Mit 92 Dezibel ist der Classic außerdem ein bißchen leiser, doch auch hier hält sich der Unterschied in engen Grenzen. Die Reichweite von 60 Metern haben beide Modelle gemeinsam.

Im Gegensatz zum Plus kann man den Classic öffnen, um die Batterie zu wechseln. Dabei setzt der Schlüsselfinder nicht wie die meisten Konkurrenten auf CR2032-Zellen, sondern auf Knopfbatterien des Typs CR2025. Dafür ist der Chipolo Classic, anders als der Plus, nicht wasserdicht.

Die App ist dieselbe wie beim Plus-Modell und damit sehr gut, fehlende oder zusätzliche Funktionen gegenüber dem Chipolo Plus gibt es mit dem Classic nicht.

Beim Kauf eines Chipolo Classic hat man die Auswahl aus insgesamt neun Farben – mehr bietet kein anderer Tracker, auch kein anderer Chipolo.

Leider ist der Druckpunkt der im Gehäuse versteckten Taste sehr schlecht und selbst wenn man weiß, wo man drücken muss – auf das »olo« im Chipolo-Schriftzug – gelingt das nicht immer auf Anhieb. Das nervt und ist der Hauptgrund, warum wir den Plus anstatt des Classic empfehlen. Wer sich damit arrangieren kann, auf Wasserfestigkeit keinen gesteigerten Wert legt, viele verschiedene Farben zur Auswahl haben möchte und die Batterien selbst wechseln will, fährt mit dem Chipolo Classic aber besser als mit dem Plus.

Der Gigaset Keeper ist der Nachfolger des ebenfalls noch immer erhältlichen, aber deutlich günstigeren Gigaset G-Tag. Äußerlich hat sich wenig verändert, lediglich einige Löcher für den Lautsprecher und eine mittig an der Vorderseite angebrachte Taste sind hinzugekommen, außerdem sitzt dort nun auch eine kleine LED.

Mit ihren wuchtigen Maßen sind die beiden Gigaset-Geräte die klobigsten im Test. Dadurch machen sie einen soliden Eindruck, sind aber für manche Einsatzgebiete aber schon zu dick. Besonders für Männer, die ihre Portemonnaies oft in der Gesäßtasche tragen, kommen die Tracker zumindest für den Geldbeutel auf gar keinen Fall in Frage, denn sonst sitzt man auf einer deutlich spürbaren Beule.

Der Keeper ist wasserdicht nach IPX7-Standard, überlebt also das Eintauchen in Wasser. Das erklärt auch den umständlichen Wechsel der Batterie, denn dazu muss man das Gerät aufschrauben. Um die drei Schrauben an der Rückseite zu lösen, benötigt man allerdings einen T5 Torx-Schraubendreher.

Die App sieht mit ihrem orange-schwarzen Stil wenig einladend aus und beschränkt sich auf das Wesentliche. Leider scheint Gigaset den schmalen Funktionsumfang durch ausladende Darstellungen kaschieren zu wollen. Warum es für jeden einzelnen Tracker einen eigenen Bildschirm braucht, anstatt wie alle anderen auf eine Übersichtsseite im Kachel- oder Listenformat zu setzen, ist uns jedenfalls schleierhaft – zumal Gigaset seine Schlüsselfinder optional gleich im Dreierpack anbietet.

Das Verbinden der Tracker klappte mit dem Keeper ordentlich, mit dem knopflosen G-Tag verweigerte die App hingegen zunächst die Kopplung, bis es nach einigen Versuchen dann doch klappte. Nach einer Trennung und anschließender Wiederherstellung der Bluetooth-Verbindung hatte sie aber auch auf den Keeper keine Lust mehr – erst nachdem wir die App über die Android-Systemeinstellungen zwangsweise beendet und neu gestartet hatten, ging es wieder.

Da man für nur fünf Euro Aufpreis einen wirklich guten Schlüsselfinder bekommen kann, gibt es kaum Gründe, die für den Kauf eines Gigaset Keeper sprechen – es sei denn, man braucht unbedingt den Schutz gegen Wasser.

Wer den Callstel PX-2969 nicht mag, aber trotzdem möglichst wenig Geld ausgeben will, ohne dabei vollkommen unnützen Müll zu kaufen, darf einen Blick auf den Gigaset G-Tag werfen. Der Tracker weiß zwar nirgends zu begeistern, ist aber einer der wenigen günstigen im Test, der noch als halbwegs okay durchgeht – die noch billigeren sind nämlich direkte Fälle für den Elektroschrott.

Im Wesentlichen handelt es sich beim G-Tag um einen Keeper mit noch weniger Funktionen, ansonsten unterscheiden sich die beiden Schlüsselfinder nicht groß. Die Maße sind exakt die gleichen, das Gewicht ist identisch, die Reichweite ebenso und beide nutzen dieselbe App. Die Farbauswahl ist beim G-Tag etwas umfangreicher und man hat die Wahl zwischen Schwarz, Weiß, Grün, Rot, Orange und Transparent. Darüber, ob der G-Tag genauso wasserdicht ist wie der Keeper, schweigt sich der Hersteller aus. Aufgrund des rundum geschlossenen Gehäuses gehen wir davon aus, überprüft haben wir es aber nicht.

Wer wirklich nur seine Schlüssel anklingeln möchte – und nicht umgekehrt, denn mangels Taste ist das nicht möglich – bekommt mit dem Gigaset G-Tag einen passablen, aber wenig aufregenden Schlüsselfinder zum niedrigen Preis. Alle anderen freuen sich über den klar überlegenen Funktionsumfang des Callstel PX-2969 zum gleichen Preis. Leider darf nicht unerwähnt bleiben, dass wir den G-Tag bei unserer Lautstärke-Messung nicht mehr zum Piepsen bekommen haben.

Der Musegear Finder 2 ist das genaue Ebenbild unseres Preistipps, dem Callstel PX-2969. Lediglich bei der Farbe unterscheiden sich die beiden, denn während der PX-2969 ausschließlich in Schwarz zu haben ist, bekommt man den Finder 2 in Weiß, Dunkelblau, Hellblau und Orange. Ob es einem wert ist, dafür fast das Doppelte zu bezahlen, muss jeder für sich selbst entscheiden – wir meinen: Nein.

Der Finder 2 teilt aber nicht nur alle technischen Vor-und Nachteile des Callstel-Trackers, auch die App gleicht dem Gegenstück wie ein Ei dem anderen. Hier heißt sie zwar nicht iTrack Easy, sondern Musegear Finder, ansonsten bleibt aber alles wie gehabt. Gegenseitig kompatibel sind die beiden Programme trotzdem nicht.

Genau wie der Callstel PX-2969 ist auch der Musegear Finder 2 keineswegs ein Totalausfall, in Hinblick auf den Preis müssen wir aber eine Absage erteilen: Für die rund 25 Euro, die Musegear für den Schlüsselfinder will, bekommt man wesentlich bessere Alternativen – oder man greift zum halb so teuren Callstel-Doppelgänger.

Gvoo Schlüsselfinder

Der GVOO Schlüsselfinder ist nur minimal größer als der Musegear Finder 2 und der Callstel PX-2969. Auf der Vorderseite des schwarzen Plastikkästchens befindet sich das aufgedruckte Logo des Herstellers, auf der Rückseite die Bedientaste und aus der Seite ragt der dünne, unscheinbare Befestigungsfaden.

Die Reichweite beträgt laut Hersteller 25 Meter, womit sie das Schlusslicht der getesteten Schlüsselfinder bildet. Wir haben das nicht überprüft, weil wir Bedenken gegenüber der zugehörigen App hatten.

Bluetooth-Schlüsselfinder Test: Gvoo App
Die Gvoo-App fordert bei der Installation dreist alle möglichen Berechtigungen an.

Die heißt ebenfalls schlicht Gvoo und ist für Android und iOS erhältlich. Von einer Installation haben wir vorsichtshalber lieber abgesehen, denn was Gvoo an Berechtigungen einfordert, ist einerseits eine Frechheit und andererseits ein massives Datenrisiko.

Denn obwohl die App nichts weiter als den Standort bräuchte, wie die in Sachen Funktionen deutlich umfangreichere Konkurrenz beweist, verlangt sie einfach mal frech den Zugriff auf alle möglichen Dinge, wie die persönlichen Daten und den Geräte- und App-Verlauf. Was mit den Informationen passieren soll, weiß wohl nur Gvoo, aber Schlüssel wird damit garantiert niemand finden.

Laxikoo Wireless Key Finder

Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Laxikoo Wireless Key Finder

Keine Preise gefunden.

Auch der Laxikoo Wireless Key Finder kommt in einem ähnlichen Format: Er hat fast den gleichen Grundriss wie der Musegear Finder 2 und der Callstel PX-2969, ist aber etwas dicker. Darüber hinaus fehlt die von den beiden anderen gewohnte Öffnung für die Befestigungsschlaufe. Stattdessen befinden sich an der schmalen Seite zwei kleine Löcher, durch die mitgelieferte Strippe gezogen werden kann. Obwohl selbige ziemlich dünn ausfällt, gestaltet sich das Anbringen überaus fummelig.

Einfacher geht es, wenn man das unbedruckte, billig wirkende Gehäuse öffnet. Das muss man auch tun, um die wechselbare Batterie auszutauschen. Macht man das, liegt auch hier die gesamte Platine offen. Damit ist der Wireless Key Finder zwar kein Einzelfall, einen guten Eindruck hinterlässt es trotzdem nicht.

Bluetooth-Schlüsselfinder Test: Laxikoo iSearching App
Die geforderten Rechte sind für den Betrieb vollkommen unnötig.

Der Namen der App ist alles andere als leicht herauszufinden. Erst ein Blick in die winzige, englischsprachige Anleitung gibt Aufklärung: Sie heißt iSearching. Aktuell hat die Software eine Bewertung von 2,2 Sternen im Google Play Store und 2,4 Sterne im Apple App Store. Das verwundert kaum, denn wie schon die App für den Gvoo Schlüsselfinder verlangt auch iSearching Zugriff auf eine ganze Reihe Berechtigungen, die für den Betrieb des Geräts nicht notwendig sind. Auch die Bedienung ist eine Zumutung. Wir können nur raten: Finger weg!

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