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Der beste Schlüsselfinder

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Schlüsselfinder Test: Bluetooth Tracker Update 2019 11
Lars Schönewerk

Lars Schönewerk

ist Autor und Technik-Freak und hat ein Faible für alles Elektronische. Für AllesBeste testet er alles, was nicht niet- und nagelfest ist.

Wir haben 24 Bluetooth-Schlüsselfinder getestet. Der beste für die meisten ist der Tile Pro (2019). Er ist zwar der teuerste Tracker im Test, überzeugt aber durch eine hervorragende Verarbeitung, eine hohe Reichweite und eine großartige App mit vielen Zusatzfunktionen. Nur der Abo-Zwang hinterlässt einen bitteren Beigeschmack.

Update 19. Juni 2020

Wir haben acht weitere Schlüsselfinder getestet. Der Chipolo One löst seinen Vorgänger Chipolo Plus in unseren Empfehlungen ab, Musegear ist mit überarbeiteter App und einer verbesserten Version des Finder 2 zurück, und Hersteller Nut liefert einen robusten Tracker ab, der aber leider an seiner App scheitert.

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15. November 2019

Wir haben die vier neuen Tracker von Tile getestet. Darunter sind mit dem Nachfolger unseres Testsiegers Tile Pro und dem Tile Mate zwei alte Bekannte. Neu hinzugekommen sind der flache Tile Slim (2020) im Scheckkartenformat und der aufklebbare Tile Sticker (2020). Der Tile Slim bekommt aufgrund seiner konsequenten Ausrichtung eine Empfehlung für alle, die speziell ihren Geldbeutel öfter verlegen.

23. Januar 2019

Vom Chipolo Plus, einer unserer Empfehlungen, gibt es mittlerweile eine neue Version. Das neue Modell soll unter anderem lauter sein als die von uns getestete Variante, außerdem gibt es andere Farben. So bald wir den neuen Chipolo haben, werden wir ihn testen und darüber berichten.

Wer kennt es nicht: Man hat es eilig, das Kind schreit, man ist müde oder einfach nur zerstreut. Man geht aus dem Haus, denkt sich nichts Böses und unterwegs stellt man fest, dass der Geldbeutel noch zuhause liegt.

Damit man nicht unvorbereitet aufbricht, helfen elektronische Schlüsselfinder, denn die finden nicht nur Schlüssel, sondern auch alles andere, was man an den kleinen Trackern befestigen kann.

Wir haben insgesamt 24 Bluetooth-Schlüsselfinder ausführlich getestet, 20 sind aktuell noch erhältlich. Die kleinen Helfer sind heutzutage deutlich ausgereifter als noch vor einigen Jahren. Alle Spitzenmodelle setzen heute auf Bluetooth, gesucht wird bequem über das Smartphone.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Tile Pro (2019)

Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Tile Pro
Der Tile Pro macht fast alles richtig, ist aber auch teuer. Für den vollen Funktionsumfang ist ein zusätzliches Abo nötig.

von 59 Lesern gekauft

Der Tile Pro (2019) lässt kaum Wünsche offen: Er sieht gut aus, ist super verarbeitet, tönt mit Abstand am lautesten und hat eine hohe Reichweite. Man kann die Batterie selbst wechseln und er ist gegen Spritzwasser geschützt. Die App funktioniert tadellos und lässt sich mit Amazons Alexa, Googles Assistant und Siri verbinden. Neben dem hohen Anschaffungspreis trübt das kostenpflichtige Abo, das für den vollen Funktionsumfang notwendig ist, aber die Freude. Wer sich jedoch darauf einlässt, bekommt mit dem Tile Pro (2019) den besten Tracker.

Auch gut

Chipolo One

Schlüsselfinder Test: Chipolo One
Wer kein Abo will, Farbvielfalt bevorzugt und mit einigen Einschränkungen leben kann, findet im Chipolo One einen äußerst soliden Tracker mit schöner App.

Chipolo hat an den richtigen Stellen nachgebessert und mit dem Chipolo One einen Schlüsselfinder ins Rennen geschickt, der fast alle Kritikpunkte an den Vorgängern ausräumt, während alte Stärken konsequent fortgeführt werden. Die Hardware ist ausgereift, die App funktioniert einwandfrei. Wer dem erwachsenen, farbarmen Look der Tile-Geräte nichts abgewinnen kann oder das Abo-Modell des Marktführers ablehnt, findet im quietschbunten Chipolo seinen Schlüsselfinder.

Gut und günstig

Callstel PX-2969

Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Callstel Tracker
Der Callstel-Tracker kann zwar nicht mit Tile und Chipolo mithalten, erledigt die Basisfunktionen aber zuverlässig.

von 291 Lesern gekauft

Der Callstel PX-2969 ist angenehm klein und findet so praktisch überall einen Platz. Das ausschließlich in Schwarz erhältliche Gerät ist mit 93 Dezibel lauter als der Chipolo Plus, aber nicht ganz so laut wie der Testsieger. Die Reichweite von 50 Metern liegt im Mittelfeld. Die App weist ein paar wenige Übersetzungsfehler auf, ist ansonsten aber solide. Ein tolles Feature ist die Angabe der Entfernung anhand von vier Stufen. Darüber hinaus ist der Preis für das Gebotene unschlagbar.

Für den Geldbeutel

Tile Slim (2020)

Test Schlüsselfinder: Tile Slim (2020)
So flach ist sonst keiner: Der Tile Slim liefert erstaunliche Lautstärke im Kartenformat.

von 30 Lesern gekauft

Der Tile Slim (2020) ist streng genommen gar kein Schlüsselfinder, denn er ist speziell zum Auffinden von Geldbeuteln gedacht. Der dünnste Tracker im Test hat das gleiche Format wie gewöhnliche EC- und Kreditkarten und passt somit exakt in die entsprechenden Fächer der Geldbörse. Trotz seiner flachen Bauweise steht das wasserdichte Gerät in keiner Weise bei der Lautstärke zurück: Mit 89 Dezibel wird es sogar erstaunlich laut. Die nicht wechselbare Batterie und kleinere Unsauberkeiten in der Verarbeitung trüben den Eindruck allerdings ein wenig.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerAuch gutGut und günstigFür den Geldbeutel
ModellTile Pro (2019)Chipolo OneCallstel PX-2969Tile Slim (2020)Tile Pro (2020)Tile Mate (2019)Tile Mate (2020)Chipolo CardMusegear Finder 2 (2020)Musegear Finder MiniChipolo PlusTile Sticker (2020)Chipolo ClassicCallstel NX-4515Nut Find3Nut 2Gigaset KeeperGigaset G-TagInnway TagKimfly Key Finder 020
Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Tile ProSchlüsselfinder Test: Chipolo OneTest Bluetooth-Schlüsselfinder: Callstel TrackerTest Schlüsselfinder: Tile Slim (2020)Test Schlüsselfinder: Tile Pro (2020)Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Tile MateSchlüsselfinder Test: Tile Mate 2020Test Schlüsselfinder: Chipolo CardSchlüsselfinder Test: Musegear Finder 2Schlüsselfinder Test: Musegear Finder MiniTest Bluetooth-Schlüsselfinder: Chipolo Plus 2Schlüsselfinder Test: Tile Sticker 2020Bluetooth-Schlüsselfinder Test: Chipolo ClassicBluetooth-Schlüsselfinder Test: Callstel NX4515Test Schlüsselfinder: Nut Find3Schlüsselfinder Test: Nut 2Bluetooth-Schlüsselfinder Test: Gigaset KeeperTest Bluetooth-Schlüsselfinder: Gigaset G-TagTest Schlüsselfinder: Innway TagTest Schlüsselfinder: Kimfly Key Finder 020
Pro
  • Immer noch gute App
  • Großer, gut tast- und drückbarer Knopf
  • Hohe Reichweite & Lautstärke
  • Wechselbare Batterie
  • Vorbildliche Einbindung der Sprachassistenten
  • Sehr gute App
  • Großer Funktionsumfang
  • Tadellose Handhabung
  • Schöne Farbauswahl
  • Hohe Lautstärke
  • Klein und flach
  • Wechselbare Batterie
  • Kamerabedienung
  • Entfernungsangabe
  • Günstig
  • Immer noch gute App
  • Ideal für den Geldbeutel
  • Stabil
  • Wasserdicht
  • Vergleichsweise laut
  • Immer noch gute App
  • Großer, gut tast- und drückbarer Knopf
  • Solide Lautstärke
  • Wechselbare Batterie
  • Vorbildliche Einbindung der Sprachassistenten
  • Immer noch gute App
  • Großer, gut tast- und drückbarer Knopf
  • Wechselbare Batterie
  • Immer noch gute App
  • Großer, gut tast- und drückbarer Knopf
  • Wechselbare Batterie
  • Sehr flach und ziemlich klein
  • Klein und flach
  • Wechselbare Batterie
  • Gute App
  • Kamerabedienung
  • Hohe Lautstärke und Reichweite
  • Sehr klein
  • Zum Anhängen oder Aufkleben
  • Gute App
  • Kamerabedienung
  • Gute App
  • Kompakt
  • Kamerabedienung
  • In vielen Farben verfügbar
  • Immer noch gute App
  • Sehr guter Kleber
  • Gute App
  • Wechselbare Batterie
  • Kompakt
  • Kamerabedienung
  • In vielen Farben verfügbar
  • Wechselbare Batterie
  • Hohe Reichweite
  • Community-Suche
  • Solide App mit Zusatzfunktionen
  • Robust
  • Community-Suche
  • Community-Suche
  • Wechselbare Batterie
  • Wasserdicht
  • Wechselbare Batterie
  • Günstig
  • Solide Verarbeitung
  • Günstig
Contra
  • Keine Kamerabedienung
  • Groß
  • Teuer
  • Voller Funktionsumfang nur mit kostenpflichtigem Abo
  • Reichweite nur im Mittelfeld
  • Sprachsteuerung nur in Englisch
  • Keine Community-Suche
  • Batterie nicht wechselbar
  • Gehäuse weist leichte Spaltmaße auf
  • Keine Kamerabedienung
  • Groß
  • Teuer
  • Voller Funktionsumfang nur mit kostenpflichtigem Abo
  • Keine Kamerabedienung
  • Voller Funktionsumfang nur mit kostenpflichtigem Abo
  • Keine Kamerabedienung
  • Voller Funktionsumfang nur mit kostenpflichtigem Abo
  • Sprachsteuerung nur in Englisch
  • Batterie nicht wechselbar
  • Keine Community-Suche
  • Keine Community-Suche
  • Batterie nicht wechselbar
  • Sprachsteuerung nur in Englisch
  • Batterie nicht wechselbar
  • Ausschließlich im Set erhältlich
  • Schwergängige Taste
  • Sprachsteuerung nur in Englisch
  • Keine Kamerabedienung
  • Teuer
  • App zeigte im Test konsequent einen falschen Ladestand an
  • Wiederholtes Abreißen der Bluetooth-Verbindung
  • Wiederholtes Abreißen der Bluetooth-Verbindung
  • Groß und dick
  • Umständlicher Batteriewechsel (nur mit T5 Torx-Schraubendreher)
  • Umständliche App
  • Kaum Funktionen
  • Keine Community-Suche
  • Groß und dick
  • Umständlicher Batteriewechsel (nur mit T5 Torx-Schraubendreher)
  • Umständliche App
  • Kaum Funktionen
  • Keine Community-Suche
  • Geringe Reichweite
  • Geringer Funktionsumfang
  • App nur teilweise übersetzt
  • Schlechte Verarbeitung
  • Geringe Reichweite
  • Miserable App
  • Nur fehlerhaftes Englisch und Chinesisch, kein Deutsch
Bester Preis

Keine Preise gefunden.

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Schlüsselfinder mit Bluetooth

Die Idee, ein Stück Elektronik zur Hilfe zu ziehen, um den Überblick über seine Habseligkeiten zu behalten, ist nicht neu. Schon seit längerem bekommt man für wenig Geld Geräte, die Töne von sich geben, wenn man auf einem anderen eine Taste drückt, damit man sie einfacher finden kann.

Die billigsten Sets bestehen aus einer Fernbedienung und einer unterschiedlich großen Anzahl an Empfängern, die mit einem Geräuschgeber ausgestattet sind. Das mag ausreichen, wenn man mal den Schlüssel innerhalb der eigenen vier Wände verlegt hat, viel mehr können solche Geräte aber nicht leisten.

Ganz anders sieht es aus, wenn Bluetooth ins Spiel kommt: Dank des Funkstandards halten mittlerweile nicht nur die Batterien länger, die Schlüsselfinder lassen sich auch mit dem Smartphone koppeln. So hat man das zentrale Gerät zum Ansteuern immer zur Hand, vor allem eröffnet es aber ganz neue Möglichkeiten.

Bluetooth eröffnet neue Möglichkeiten

Zum einen lassen sich Listen anlegen, über die man innerhalb von Sekunden nachsehen kann, ob alles an Ort und Stelle ist – vorausgesetzt, man besitzt mehr als einen Empfänger, viele Hersteller bieten deshlab ihre Geräte nicht nur einzeln an, sondern auch gleich als Set. Kann man beispielsweise seinen Geldbeutel nicht finden, reicht ein Tippen auf den passenden Eintrag und schon macht der Tracker mit einer Erkennungsmelodie auf sich aufmerksam.

Gegenüber klassischen Funklösungen ist die Reichweite bei Bluetooth-Trackern weit größer. Darüber hinaus merken sich die Apps den letzten Standort des Trackers und sind somit auch dann noch hilfreich, wenn die Geräte außer Reichweite sind.

Die Angaben der Hersteller zur Reichweite beziehen sich übrigens immer auf Luftlinie ohne Hindernisse. Objekte, allen voran Wände, dämpfen das Signal und verringern die Reichweite stark. In der Praxis reicht der Empfang also nicht so weit wie die Hersteller angeben, vor allem nicht in Gebäuden.

Die eigentliche Ortung läuft über das GPS-Modul des Smartphones, denn eigene GPS-Systeme würden zu stark an den Energiereserven der Tracker zehren. Die meisten Bluetooth-Schlüsselfinder sollen mit einer Knopfbatterie rund ein Jahr lang laufen und manche sogar länger, während bei einem GPS-Tracker bereits nach wenigen Tagen Schluss wäre.

Eine Batterie reicht gewöhnlich für ein Jahr

Daraus ergibt sich ein Problem: Um den Tracker ausfindig zu machen, benötigt er eine aktive Bluetooth-Verbindung zum Smartphone. Bricht die Verbindung ab, kann man zwar nachvollziehen, wo es zuletzt war, aber nicht, wo es sich mittlerweile befindet.

Einige Hersteller versuchen diesem Problem Herr zu werden, indem sie auf eine sogenannte Community-Suche setzen: Meldet man seinen Bluetooth-Tracker als verloren und ein anderer Nutzer kommt zufällig daran vorbei, aktualisiert dessen Smartphone den Standort des Trackers, ohne dass der andere Nutzer jemals etwas davon mitbekommt. Nur dem Eigentümer wird der Standort des Trackers verraten.

Allgemein eröffnet die Verbindung zum Smartphone – und damit zum Internet – zahlreiche neue Möglichkeiten für zusätzliche Funktionen.

Findige Apps

Natürlich ist es mit guter Hardware nicht getan, alles steht und fällt mit der zugehörigen Smartphone-App. Die unterscheiden sich sowohl in Sachen Bedienung als auch im Funktionsumfang – und zwar gewaltig.

Eine übersichtliche Darstellung und eine komfortable Bedienung sind die ersten Aspekte, die einem dazu in den Sinn kommen, aber das ist erst der Anfang: Während einige Apps mit zahlreichen Einstellungen und Alarmen aufwarten, beherrschen andere nur Basisfähigkeiten. Bei manchen der getesteten Schlüsselfinder sind die Apps sogar vollkommen unbrauchbar. Grundsätzlich raten wir dringend von einer Installation von Software ab, die mehr als die zum Betrieb notwendigen Rechte einfordern.

Sprach­assistenten bieten einen Mehrwert

Ein Zuckerstück ist die Verknüpfung mit externen Apps. Dazu gehört auch die Bedienung per Sprachassistent. Das Feature ist noch relativ neu und wird bislang lediglich von drei Herstellern unterstützt – wiederum in unterschiedlichem Umfang. Während Tile in mehreren Sprachen bewandert ist und auch Deutsch versteht, spricht Chipolo ausschließlich Englisch. Beide sind mit Amazons Alexa und Google Assistant kompatibel, Tile kann außerdem mit Siri kommunizieren. Die App tracMo, die zum Callstel NX-4515 gehört, kann lediglich mit Alexa umgehen, bietet dafür aber eine Einbindung in die Ökosysteme diverser Smart Home-Anbieter, etwa Philips Hue, IFTTT und Nest.

Ein nettes Feature, das viele Bluetooth-Schlüsselfinder mitbringen, ist die Fernbedienung der Kamera. So kann man bequem Ganzkörper- oder Gruppenfotos machen, ohne auf den Selbstauslöser warten zu müssen.

Achten Sie auf die Betriebssystem-Version Ihres Smartphones!

Falls Sie ein älteres Smartphone besitzen, sollten Sie vor dem Kauf darauf achten, dass Ihr Betriebssystem unterstützt wird. Die notwendige Version liegt je nach Modell mindestens bei Android 4.3, aber es gibt auch Geräte, die etwa Android 7 voraussetzen. Bei iOS verlangen die Geräte je nach Modell mindestens Version 7.0, teilweise auch Version 9.3. Entsprechende Smartphones werden aber schon längst nicht mehr hergestellt. Jedes einigermaßen aktuelle Handy sollte kompatibel sein.

So haben wir getestet

Wir haben ausführlich recherchiert und uns die interessantesten Schlüsselfinder mit Bluetooth kommen lassen. Wir haben alle Modelle mit einem Android- und einem iOS-Smartphone getestet.

Wir haben uns Setup und Bedienung mit der jeweils zugehörigen App angesehen, die vom Hersteller angegebene Funkreichweite überprüft und die Lautstärke des Signaltons aller Tracker mit einem professionellen Schallpegelmesser bestimmt.

Bluetooth-Schlüsselfinder Test: Tile Pro

Testsieger: Tile Pro (2019)

Der beste Bluetooth-Schlüsselfinder für die meisten ist der Tile Pro (2019). Er ist zwar der teuerste im Test, macht aber auch fast alles richtig. Er besticht mit einer soliden App, verfügt über eine beeindruckende Reichweite, ist hervorragend verarbeitet und man kann die Batterien selbst wechseln, was längst nicht bei allen Trackern der Fall ist.

Testsieger

Tile Pro (2019)

Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Tile Pro
Der Tile Pro macht fast alles richtig, ist aber auch teuer. Für den vollen Funktionsumfang ist ein zusätzliches Abo nötig.

von 59 Lesern gekauft

Im Bereich der Bluetooth-Tracker ist Tile schon seit geraumer Zeit Marktführer. Den Tile Pro hat das Unternehmen bereits seit längerem im Sortiment. Die hier getestete Auflage ist die Version von 2019, die entgegen dem Namen aber eigentlich bereits Ende 2018 auf den Markt kam.

Gegenüber dem Vorgänger ist der Tile Pro (2019) noch ein Stück lauter geworden, der größte Unterschied findet sich aber in der Batterie: Ältere Versionen des Tile Pro hatten eine fest verbaute Zelle und mussten, sobald diese leer war, durch das Tile-Ersatzprogramm neu gekauft werden – zwar mit Rabatt, aber dennoch war die Prozedur lästig und umweltschädlich.

Beim neuen Modell lässt sich die Batterie problemlos selbst austauschen

Beim neueren Modell, das seit Oktober 2018 verkauft wird, lässt sich die Batterie hingegen problemlos selbst austauschen. Zum Einsatz kommt eine handelsübliche Knopfzelle des Typs CR2032. Dadurch ist das Gerät zwar nur noch spritzwassergeschützt nach IP55 anstatt IP68, wie es beim Vorgängermodell der Fall war, das halten wir angesichts des einfachen Batteriewechsels aber für vertretbar.

Die Hardware

Das Gehäuse des Tile Pro (2019) besteht aus einem 42 x 42 Millimeter großen, matten Aluminiumrahmen mit abgerundeten Ecken, in den zwei schwarze Kunststoffschalen eingelassen sind. Oben links befindet sich ein Loch, mit dem man den Tracker am Schlüsselbund befestigen kann. In der Mitte hebt sich ein grau-silberner Kreis mit dem Tile-Logo in starkem Kontrast zum dunkel gehaltenen Rest ab. Wer es lieber heller mag, kann auch zu einer Variante in Weiß greifen. Mehr Farben, wie man es beispielsweise beim Konkurrenten Chipolo sieht, stehen nicht zur Verfügung.

Das runde Logo in der Mitte beherbergt die Bedientaste. Die lässt sich, auch ohne hinzusehen, leicht ertasten und weist einen guten Druckpunkt auf. Auf der Rückseite befinden sich neben dem Batteriefach drei kleine Löcher für den Lautsprecher.

Generell wirkt der Tile Pro (2019) sehr hochwertig verarbeitet. Dank der rautenförmig geriffelten Oberfläche, die es beim Nachfolger leider nicht mehr gibt, rutscht er nicht aus der Hand und bietet eine angenehme Haptik. Das Gehäuse wirkt recht stabil, sodass er auch einen gewissen Druck, etwa in einem vollgepackten Rucksack oder im Geldbeutel, ohne Blessuren überstehen sollte. Mit vollem Gewicht darauf treten sollte man hingegen nicht, aber so stabil ist keiner der getesteten Schlüsselfinder.

Mit 15,5 Gramm ist der Tile Pro (2019) mit einigem Abstand der schwerste der getesteten Bluetooth-Schlüsselfinder, nur durch den Tile Slim (2020) wird er minimal übertroffen (15,6 Gramm). Angesichts des generell sehr geringen Gewichts der Geräte können wir darüber aber leicht hinwegsehen. Hätten wir nicht im Rahmen der Recherche die technischen Daten zusammengetragen, hätten wir den Unterschied gar nicht bemerkt.

Das Gewicht ist aber nicht das Einzige, mit dem der Tile Pro (2019) heraussticht: Die Reichweite beträgt, sofern keine Hindernisse das Signal stören, satte 90 Meter – und das, obwohl er noch immer das ältere, aber energiesparendere Bluetooth 4 nutzt. Das ist absoluter Rekord und wird nur noch vom Callstel NX-4515 übertroffen, der allerdings mit Bluetooth 5 arbeitet, und dem Nachfolger Tile Pro (2020) – zumindest theoretisch (mehr hierzu unter »Außerdem getestet«).

Mit Abstand der lauteste Tracker im Test

Auch in Sachen Lautstärke macht dem Tile Pro (2019) keiner etwas vor. Selbst wenn Chipolo noch immer damit wirbt, den lautesten Bluetooth-Tracker auf dem Markt anzubieten – unsere Messungen zeigten ein anderes Ergebnis: Mit über 101 Dezibel war der Tile Pro der mit Abstand lauteste Tracker im Test, Chipolo kam nur auf 85 bzw. 81 Dezibel.

Die App

Die App heißt schlicht »Tile« und funktioniert in fast allen Bereichen sehr gut. Leider klappen einige Dinge, die in unserer letzten Testrunde noch fehlerfrei liefen, nicht mehr richtig. Das scheint ein gängiges Problem zu sein, denn die Bewertung für die App fiel seit Januar 2019 von 4,3 Sternen im Google Play Store auf 3,8 und im Apple App Store von 4,0 auf 3,6 – schade!

Die verschiedenen Schlüsselfinder werden in einer hübsch designten und übersichtlichen Kachelübersicht dargestellt. Besitzt man mehrere der Schlüsselfinder – etwa, weil man sich gleich mit 2er-Packs oder sogar 4er-Packs eingedeckt hat – kann man dort bis zu vier (Android) beziehungsweise acht (iOS) Geräte verwalten. Das eigene Smartphone, auf dem die App läuft, wird ebenfalls aufgelistet, kann auf Wunsch aber auch ausgeblendet werden.

Seit der ersten Testrunde wurde die App in einigen Details weiterentwickelt. Es gibt nun eine Annäherungserkennung, die anhand mehrerer Kreise visualisiert wird – das kennt man bereits vom Callstel PX-2969. Außerdem sind die blau gestalteten Icons für die einzelnen Tracker bunten Alternativen gewichen. Ansonsten ist die Anwendung genauso intuitiv und übersichtlich geblieben, wie sie zuvor war.

Ein Highlight ist nach wie vor die Community-Suche: Sollte der Tracker einmal außerhalb der eigenen Bluetooth-Reichweite liegen bleiben, wird dessen Position von anderen Tile-Nutzern automatisch übermittelt, wenn sie in seine Nähe kommen, ohne dass diese auch nur etwas davon mitbekommen. Bei unserem Test in der Münchner Innenstadt funktionierte das sehr gut, auf dem Land dürfte das Feature aufgrund der niedrigeren Bevölkerungsdichte allerdings viel von seinem Nutzen einbüßen.

Leider werden Funktionen, die nur mittels eines kostenpflichtigen Abos nutzbar sind, auch ohne ein solches dauerhaft angezeigt und können nicht ausgeblendet werden. Das kennt man zwar schon von den Gratis-Versionen vieler anderer Apps, die gegen ein entsprechendes Entgelt zur Premium-Variante aufgestockt werden können, in Verbindung mit einer nicht gerade günstigen Hardware wirkt es aber unbeholfen und einem Marktführer wie Tile kaum würdig.

Generell hinterlässt das Abo einen bitteren Nachgeschmack und dämpft die Freude am Schlüsselfinder von Tile, womit wir zu den Nachteilen des Tile Pro und sämtlicher anderer Produkte des Herstellers kommen.

Nachteile

Ein kleiner Nachteil des Tile Pro: Man kann den Tracker nicht als Fernauslöser für die Smartphone-Kamera benutzen. Den offensichtlichsten Nachteil haben wir aber bereits genannt: Der Tile Pro ist ziemlich teuer. Zumal es mit der Anschaffung des Geräts nicht getan ist, sofern man den vollen Funktionsumfang nutzen möchte. Dafür braucht man ein Abo namens Tile Premium und das schlägt mit 3,49 Euro im Monat zu Buche, im Jahresabo werden 34,99 Euro fällig.

Für den vollen Funktionsumfang braucht man ein Premium-Abo

Während das unbegrenzte Teilen der Tiles nur wenige Nutzer interessieren dürfte und die Erweiterung der Standortsuche auf 30 Tage zwar nett, aber nicht unbedingt notwendig ist, handelt es sich bei der Benachrichtigungsfunktion um ein Feature, das eigentlich zu den Kernaufgaben eines Schlüsselfinders gehört und bei anderen Anbietern kostenlos zur Verfügung steht.

Die Funktion soll auslösen, wenn man einen bestimmten Bereich verlässt und der Schlüsselfinder zurückbleibt. Vergisst man beispielsweise in der morgendlichen Hektik den Geldbeutel, meldet sich das Smartphone und informiert einen schon beim Verlassen des Gebäudes darüber. So merkt man nicht erst an der Verkaufstheke des Bäckers, dass man kein Geld dabei hat – so zumindest die Theorie.

In der zweiten Testrunde versagte das Bezahl-Feature trotz vorhandenem Premium-Zugang aber leider vollständig. Alarm wurde kein einziges Mal geschlagen – und zwar bei allen Tiles, nicht nur beim Tile Pro. Warum die Funktion fast ein Jahr nach unserer ersten Testrunde immer noch als Beta angezeigt wird, will uns auch nicht so recht einleuchten. Zeit, um das Feature offiziell zu finalisieren, wäre genug vorhanden gewesen.

Immerhin schickt Tile seinen Premium-Kunden einmal im Jahr frische Batterien zum Auswechseln. Das gilt allerdings nur für Besitzer der beiden hier getesteten Modelle Tile Pro und Tile Mate in den neueren Varianten ab 2019. Außerdem wird die Garantiezeit auf drei Jahre verlängert. Aufgrund der guten Verarbeitung der Geräte dürften aber die wenigsten jemals davon Gebrauch machen.

So sehr uns das Premium-Abo ein Dorn im Auge ist und die App nachgelassen hat, bleibt der Tile Pro (2019) für uns doch der beste Schlüsselfinder. Denn bei der Konkurrenz muss man Abstriche machen.

Tile Pro im Testspiegel

Nicht nur wir sind vom Tile Pro (2019) angetan, auch die Kollegen anderer Redaktionen sprechen sich wohlwollend über den Schlüsselfinder aus. So kommt Philipp Sussmann von Techstage zu folgendem Fazit:

»Wer einen zuverlässigen Tracker für den Schlüsselbund sucht, der bekommt mit dem Tile Pro ein sehr gutes und zuverlässiges Gerät im schicken Design. Für den Tracker sprechen die hohe Reichweite und die Tatsache, dass die Batterie austauschbar ist. Die Standort-Suche per GPS ist praktisch, funktioniert in der Praxis allerdings nur dann zuverlässig, wenn sich der Keyfinder nicht bewegt.«

Alexander Kant von Netzwelt vergibt 8,4 von 10 möglichen Punkten und lobt dabei vor allem die einfache Einrichtung, die gute Bedienung und die Kompatibilität des Tile Pro.

Jan Johannsen von Curved äußert sich wohlwollend über den Tile Pro, empfiehlt ihn aufgrund der gegenüber dem Tile Mate erhöhten Reichweite und Lautstärke aber vor allem Personen mit einer großen Wohnfläche:

»Für Menschen, die gerne mal etwas verlegen oder verlieren sind der Tile Mate (2018) und der Tile Pro sehr praktisch und hilfreich. Durch den jetzt möglichen Batterietausch muss man auch kein schlechtes Gewissen mehr, wegen Nutzung von Einweg-Produkten, haben. Die Anschaffungskosten sind angesichts gesparter Zeit und Nerven vertretbar. In der Regel sollte der Tile Mate (2018) mit seiner geringeren Reichweite und Lautstärke für eine unverbindliche Preisempfehlung von 24,99 Euro genügen. Die 34,99 Euro für den Tile Pro lohnen sich nur, wenn ihr eure Dinge in einer großen Wohnung oder einem Haus mit Garten verlegt.«

Arnt Kugler von Smart Home Area stört sich nicht am kostenpflichtigen Premium-Service und lobt neben der robusten Verarbeitung vor allem die Einbindung der Sprachassistenten:

»Tile hat offenbar auf seine Community gehört und die 2018er Versionen des Tile Mate und Tile Pro sinnvoll verbessert. Durch die austauschbare Batterie, die höhere Reichweite und Lautstärke bekommen Sie nun deutlich verbesserte Bluetooth-Tracker zum Preis der Vorgänger. Sogar an die Integration in die smarten Sprachsteuerungen Amazon Alexa, Google Assistant und Apple Siri Shortcut hat Tile gedacht. In der Anwendung sind sie nach wie vor sehr einfach, robust und praktisch. Nur ins Wasser fallen lassen dürfen Sie die neuen Tile-Bluetooth-Tracker nicht mehr. Der optionale Premium-Service wertet den Funktionsumfang des Tile Mate und Tile Pro noch mal auf und ist auch nicht übertrieben teuer.«

Michael Barton von Techtest vergibt satte 93 Prozent und zeigt sich begeistert:

»Der Tile Pro ist ein hervorragender Schlüsselfinder. Abseits vielleicht einer 100%igen Wasserdichtigkeit wüsste ich nicht was ich am Tile Pro verbessern oder verändern würde! Dieser ist sehr nah der Perfektion, besser kann ein Schlüsselfinder einfach nicht mehr werden. Der Pro ist qualitativ gut gebaut, besitzt eine sehr hohe Reichweite und sieht auch noch schick aus. Die Tile App ist weiterhin der Goldstandard, wenn es um Schlüsselfinder geht, gerade aufgrund der Community Suche. Auch die normale Suche funktioniert dank sehr hoher Bluetooth Reichweite und lautem Lautsprecher schnell, zügig und problemlos.«

Alternativen

So gut der Tile Pro (2019) auch sein mag, lässt sich nicht leugnen, dass er auch einige Schattenseiten hat. Wer Wert auf eine Fernbedienung für die Kamera legt, sich gegen den Premium-Service wehrt oder einfach nicht bereit ist, soviel Geld für einen Schlüsselfinder auf den Tisch zu legen, hat mit einer unserer Alternativen mehr Freude.

Auch gut

Chipolo One

Schlüsselfinder Test: Chipolo One
Wer kein Abo will, Farbvielfalt bevorzugt und mit einigen Einschränkungen leben kann, findet im Chipolo One einen äußerst soliden Tracker mit schöner App.

Wenn es so weitergeht wie in jüngerer Zeit, sollte sich Tile allmählich nach Winterkleidung umsehen, denn es gibt guten Grund, sich warm anzuziehen. Schaut man sich die Konkurrenz an, sieht man die Vormachtstellung des Marktführers nämlich zunehmend bröckeln. Während die 2020er-Modelle von Tile Pro und Mate keinen Fortschritt erkennen ließen und die App komplett auf der Stelle getreten ist, hat man sich in Slovenien die Kritik zu Herzen genommen und den Chipolo One vorbereitet. Schon der Vorgänger Chipolo Plus war unsere Top-Alternative zum Testsieger und beim Chipolo One hat der Hersteller, die zuvor noch vorhandenen Fehler, weitgehend ausgemerzt.

Neuer Wein in alten Schläuchen

Äußerlich unterscheidet sich der One nur in Nuancen von den Vorgängern. Das typische Design in Form einer runden, flachen Scheibe wurde beibehalten und auch die knalligen Signalfarben sind geblieben. Neu sind lediglich die leicht abgerundeten Kanten. Im Gegensatz zum Chipolo Classic ist der Chipolo One nach IPX5-Standard gegen Strahlwasser geschützt. Die Batterie ist vom Typ CR2032 und trotzdem wechselbar – anders als beim zwar ebenfalls wasserfesten, aber wiederum nicht mit neuen Batterien bestückbaren Chipolo Plus.

Für Freunde knalliger Farben geht nach wie vor nichts an Chipolo vorbei, beim Chipolo One kann man aus Blau, Grün, Gelb, Rot, Schwarz und Weiß wählen. Ein besonderer Clou daran ist, dass die App erkennt, welches Gewand ein einzelner Schlüsselfinder trägt, und das Icon dementsprechend in der App darstellt. In Verbindung mit den Piktogrammen gestaltet sich die Bedienung der App – zumindest in der Grundfunktion – so intuitiv und einfach, dass selbst ein Kleinkind die Anwendung bedienen könnte.

Pro Account lassen sich bis zu neun Chipolo-Tracker registrieren, betreiben lassen sich aber maximal sieben Geräte gleichzeitig – dann stößt die Kapazität von Bluetooth 4.0 an ihre Grenzen. Die Einrichtung der Tracker geht ebenso einfach von der Hand und wird unmissverständlich erklärt. In weniger als einer Minute ist das neue Gerät eingerichtet und erscheint in der Übersicht. Die Darstellung nutzt ein Listen- statt eines Kachelformats. Wie schon bei Tile wird auch das Smartphone des Nutzers mit angezeigt und kann bei Bedarf ausgeblendet werden.

Community-Suche und englischsprachige Assistenten

Lobenswert hervorzuheben ist die Tatsache, dass die Community-Suche kein Alleinstellungsmerkmal von Tile mehr ist, sondern auch Chipolo mittlerweile auf das Konzept setzt – als Zweitplatzierter auf dem Markt sollten die Geräte auch verbreitet genug sein, damit sie gut funktioniert. Im Klartext bedeutet das, dass andere Chipolo-Nutzer den Standort des Trackers aktualisieren, wenn sie in die Nähe kommen – ohne selbst etwas davon zu bemerken. Damit begegnet man dem Problem der beschränkten Reichweite, das alle Bluetooth-Tracker teilen.

Die Chipolo-App unterstützt die Sprachassistenten von Amazon und Google, Apples Siri allerdings nicht. Sprachaffine iPhone- und Homepod-Nutzer müssen somit zwangsläufig mit Tile oder Musegear Vorlieb nehmen. Das Gleiche gilt für Zeitgenossen, die nicht des Englischen mächtig sind, denn Deutsch versteht die Software nicht.

Wer auf die Funktion verzichten kann, ist mit dem Chipolo One in jedem Fall bestens ausgerüstet – und wenn der Hersteller weiterhin nachbessert und noch etwas die Reichweite aufstockt, würden wir uns nicht wundern, wenn uns beim nächsten Artikel-Update ein neuer Testsieger ins Haus steht.

Gut und günstig

Callstel PX-2969

Test Bluetooth-Schlüsselfinder: Callstel Tracker
Der Callstel-Tracker kann zwar nicht mit Tile und Chipolo mithalten, erledigt die Basisfunktionen aber zuverlässig.

von 291 Lesern gekauft

Der Callstel PX-2969 ist zusammen mit dem äußerlich baugleichen Musegear Finder 2 und einer der dünnsten Schlüsselfinder im Test nach dem Chipolo Classic, abgesehen natürlich von den Kandidaten im Kartenformat, die dafür wiederum mehr Grundfläche einnehmen. Gerade einmal 5,6 Millimeter misst das Gerät. Auch die Fläche ist mit 36 x 36 Millimetern gering. Dadurch findet man praktisch überall einen Platz, um den Tracker unterzubringen.

Trotz seiner geringen Größe kann der Winzling richtig laut werden: Das Klingeln schallt mit beachtlichen 93 Dezibel aus dem kleinen Kästchen. Die Reichweite von 50 Metern kommt zwar nicht annähernd in die Regionen des Tile Pro oder des Callstel NX-4515, liegt aber dennoch weit über der Konkurrenz von Gigaset und schlägt sogar den Tile Mate um fünf Meter. Für die meisten Einsatzgebiete sollte das ausreichen.

Den für den Betrieb nötigen Saft liefert eine Knopfzelle des Typs CR2032, wie sie auch in den meisten anderen der getesteten Schlüsselfinder zum Einsatz kommt. Die Batterie lässt sich einfach austauschen. Zur Wasserresistenz macht der Hersteller keine Angaben. Anhand des Gehäuses schätzen wir, dass er ein wenig Spritzwasser überleben sollte, garantieren können wir das aber nicht.

Stilbewusste Käufer könnten darüber enttäuscht sein, dass der PX-2969 ausschließlich in Schwarz zu haben ist. Wer mehr Auswahl in Sachen Farben benötigt, kann einen Blick auf den Musegear Finder 2 werfen, der in Weiß, Dunkelblau, Hellblau oder Orange daherkommt, allerdings fast das Doppelte kostet.

Die App, mit welcher der Callstel PX-2969 betrieben wird, heißt iTrack Easy. Sie kommt auf solide 4,2 Sterne auf Google Play und immerhin 3,6 Sterne im Apple App Store. Verglichen mit Tile und Chipolo ist sie eher schmucklos, aber durchaus funktional.

Gleich zu Anfang steht die Liste der gekoppelten Geräte – so weit, so bekannt. Auffällig ist der Entfernungsmesser, der anhand von vier Kreisen eine Ahnung davon vermittelt, wie weit der Tracker gerade entfernt ist und ob man sich nähert bzw. entfernt – praktisch!

Schaltet man die Alarme ein, meldet sich das Smartphone bei einem Abbruch der Bluetooth-Verbindung. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um das gleiche Feature, das Tile nur im Rahmen seines Premium-Abos anbietet. Leider kann es schon im mittelgroßen Wohnungen hin und wieder zu Fehlalarmen kommen, wenn gerade viele Wände im Weg sind. Um das Problem zu lindern, kann man sichere WLAN-Netzwerke bestimmen. Ist das Smartphone dort eingeloggt, hält der Schlüsselfinder die Klappe. Das Prinzip funktioniert in der Praxis gut, ist aber eben nur an ausgewählten Orten, wie der eigenen Wohnung, möglich.

Unterm Strich ist der Callstel PX-2969 zwar nicht der beste Schlüsselfinder der Welt, aber durchaus von solider Qualität und in der Preislage momentan unschlagbar. Selbst die Markenkonkurrenz von Gigaset sticht der Kleine locker aus, lediglich gegenüber den zwei- bis dreimal so teuren Modellen von Chipolo und Tile muss der Callstel klein beigeben.

Für den Geldbeutel

Tile Slim (2020)

Test Schlüsselfinder: Tile Slim (2020)
So flach ist sonst keiner: Der Tile Slim liefert erstaunliche Lautstärke im Kartenformat.

von 30 Lesern gekauft

Das Alleinstellungsmerkmal des Tile Slim (2020) wird schon auf den ersten Blick deutlich, denn er hat die Form einer Scheckkarte. Ansonsten gibt sich das ausschließlich in Schwarz erhältliche Gerät äußerlich dezent: Bis auf das Logo, das gleichzeitig Funktionstaste ist und drei kleine Löcher für die Lautsprecher, fallen keine markanten Eigenheiten oder gar Zierelemente ins Auge. Das Gehäuse wirkt stabil, an den Kontaktstellen zwischen den beiden Schalenhälften von Ober- und Unterseite lassen sich aber geringe Spaltmaße ausmachen.

Wie es das eigenwillige Format bereits vermuten lässt, ist der Tile Slim für den Einsatz im Geldbeutel vorgesehen. Dort kann er, einmal aktiviert, dann erstmal für die nächsten drei Jahre bleiben, denn solange reicht laut Herstellerangaben die interne Batterie. Wechseln kann man diese nicht, dafür ist der Tracker nach IP65-Standard wasser- und staubdicht. Per Schnur lässt sich der Tile Slim mangels Öse nicht befestigen, für andere Habseligkeiten als den Geldbeutel eignet er sich somit kaum.

Positiv überrascht waren wir von der Lautstärke, die das unscheinbare Kärtchen entwickeln kann. Hersteller Tile macht dazu keine offiziellen Angaben, wir haben einen Schalldruck von 89 Dezibel gemessen. Mit diesem Wert siedelt sich der Tile Slim zwischen Tile Pro (2020) und Tile Mate (2020) an.

Die Funktionstaste ist ein Schwachpunkt

Kritik gibt es aber freilich auch. Im bereits erwähnten Spalt im Gehäuse sammeln sich schnell Staub und Fasern. Außerdem ist der Druckpunkt der Funktionstaste nicht optimal. So schwammig wie beim Chipolo Classic ist der Knopf zwar nicht, wir hätten ihn uns aber doch etwas knackiger gewünscht. Bei manchen Gelegenheiten waren wir uns nicht einmal sicher, ob der Tracker den Druck darauf überhaupt erkannt hat. Das hatte er, wie unser klingendes Smartphone dann bezeugte, das kaum vorhandene haptische Feedback des Tile Slim reichte dazu aber nicht aus.

Unterm Strich ist die neue Bauform natürlich keine Revolution, ergänzt das Angebot an Bluetooth-Trackern aber auf sinnvolle Weise. Wer häufig seinen Geldbeutel sucht, findet im Tile Slim (2020) einen praktischen Helfer. Als »Schlüsselfinder« im tatsächlichen Wortsinn eignet er sich hingegen nicht – aber das ist auch gar nicht seine Absicht.

Außerdem getestet

Der erste Blick auf den Tile Pro (2020) war ernüchternd: Anstatt der griffsicheren, geriffelten Oberfläche des Vorjahresmodells, setzt der Hersteller bei seinem neuesten Streich nun auf komplett glatten Kunststoff und auch die silbern glänzenden Highlights, die den Aluminiumrahmen und die Funktionstaste zuvor schick in Szene setzten, sind dem Farbtopf zum Opfer gefallen. Alles ist nun durchgehend schwarz und das Gerät wirkt deutlich weniger edel. Wir können diese Design-Entscheidung nicht nachvollziehen.

Etwas hübscher ist da noch die weiße Version, die zwar ebenfalls eine glatte Oberfläche hat, aber immerhin die glänzenden Elemente beibehält und damit nun aussieht wie ein größerer Tile Mate. Leider bekommt man die helle Variante nicht einzeln, sondern nur als Teil eines Zweier- oder Viererpacks. In Sachen Formfaktor und Gewicht ist man bei der bekannten und bewährten Ausführung geblieben, und auch Batterielaufzeit und Wasserfestigkeit haben sich nicht verändert.

Die Lautstärke ist unseren Messungen zufolge etwas niedriger als im Vorjahr, mit 93 Dezibel aber immer noch hoch genug. Offizielle Zahlen zum Schalldruck gibt der Hersteller bei den neuen Modellen leider nicht mehr heraus. Dafür gibt es eine erhöhte Reichweite, die laut Tile nun 122 Meter beträgt – in der Praxis konnten wir den Unterschied aber nicht bestätigen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass solche Reichweiten mit Bluetooth 4 LE gar nicht möglich sein sollten. Für Distanzen jenseits der 100-Meter-Marke braucht es Bluetooth 5. Der Hersteller schweigt sich darüber aus und schreibt in all seinen Produktbeschreibungen lediglich vom Betrieb mit »Bluetooth 4.0 oder höher«. Während unserer Recherche sind wir allerdings auf eine Pressemitteilung des Elektroniklieferanten Nordic Semiconductor gestoßen, der stolz bekannt gab, die SoCs (System-on-a-Chip) für Tile bereitzustellen. Der dort angesprochene Mini-Computer unterstützt laut Datenblatt tatsächlich Bluetooth 5.0.

Was wollen wir damit sagen? Kurzum: Wer den Tile Pro (2020) an ein Tablet oder Smartphone koppelt, das den neueren Übertragungsstandard nicht unterstützt, kann ihn zwar nutzen, wird aber nicht von der höheren Reichweite profitieren können. Für unseren Test kamen übrigens nur Mobiltelefone mit Bluetooth 5 zum Einsatz.

Die Änderungen beim Design sind sicherlich Geschmackssache und wir hätten den Tile Pro (2020) auch als neuen Testsieger ausrufen können. Da der Tracker aber nicht mehr so edel wirkt, die angepriesenen technischen Verbesserungen im Praxistest nicht sichtbar wurden, die Lautstärke niedriger ist und es sonst keine Neuerungen gibt, sehen wir dazu keinen Anlass. Weil die Tugenden des Vorgängers ansonsten aber im Wesentlichen beibehalten wurden, bleibt der Tile Pro, egal ob nun als 2019- oder 2020-Modell, der beste Schlüsselfinder auf dem Markt. Bei einer Kaufentscheidung zwischen den beiden Versionen kann man sich ruhig nach Äußerlichkeiten richten, die Unterschiede sind in der Praxis marginal.

Der Tile Mate (2019) ist gewissermaßen der kleine Bruder des Tile Pro – in jeglicher Hinsicht. Er hat geringere Maße, die Reichweite ist kürzer und er wird nicht ganz so laut. Das macht den Mate aber keineswegs zu einem schlechten Schlüsselfinder – im Gegenteil: Auch wenn der Mate nicht mit den Superlativen des Pro mithalten kann, weist auch er die meisten Kernqualitäten auf, die wir auch am Tile Pro schätzen.

Der Tile Mate muss zwar ohne den Aluminiumrahmen und die geriffelte Oberfläche des Pro (2019) auskommen, wirkt aber noch immer top verarbeitet. Die Stromzufuhr erledigt eine CR1632-Batterie, die etwas kleiner ausfällt als die sonst üblichen CR2032-Zellen. Die Laufzeit soll laut Hersteller aber ebenso ein Jahr betragen.

Viel mehr gibt es nicht zum Tile Mate (2019) zu sagen, denn aufgrund des ähnlichen Aufbaus und der gemeinsamen App zeigen sich in der Anwendung praktisch keine Unterschiede zum Tile Pro. Wer mit den Abstrichen leben kann, kann mit dem Mate gutes Geld sparen. Alle anderen wählen das rund zehn Euro teurere Luxusmodell.

Ähnlich sieht es beim Tile Mate (2020) aus. Die Rückseite ist nun hellgrau statt weiß, ansonsten hat sich gegenüber dem Vorjahresmodell optisch nichts geändert und auch auf technischer Seite gibt es nur wenig zu berichten, denn in Sachen Gewicht, Reichweite, Wasserresistenz und Stromversorgung bleibt alles beim Alten, nur die Lautstärke ist auch hier etwas gesunken.

Wie bei allen Tile-Trackern, steht und fällt natürlich auch die Qualität des Tile Mate (2020) mit der zugehörigen App. Und auch was die Hardware betrifft, macht es praktisch keinen Unterschied, ob Sie zum 2019er- oder 2020er-Modell greifen, zumal zumindest aktuell auch die Preise die gleichen sind. Sollte sich dieser Umstand ändern, können Sie ruhigen Gewissens die günstigere Variante nehmen.

Wem der Tile Slim zu groß ist, der kann eventuell am Chipolo Card Gefallen finden. Er ist ähnlich dick wie die Karte des Konkurrenten, belegt aber nur etwa die Hälfte der Grundfläche. Der ausschließlich in Weiß erhältliche Tracker präsentiert sich optisch als schlicht, aber edel. Dem Tile Slim hat er neben dem kleineren Fußabdruck auch noch etwas anderes voraus: Die Taste ist deutlich besser.

Ansonsten ähneln sich die beiden Geräte stark: Der Preis liegt in vergleichbaren Regionen, die Funkreichweite von 60 Metern haben beide gemein und eine Öse zum Befestigen fehlt beiden – wir meinen: auch aus gutem Grund, denn auch wenn der Chipolo Card tadellos verarbeitet ist, könnte er am Schlüsselbund aufgrund seines schmalen Durchmessers schnell Schaden nehmen.

Unsere Motivation, als Geldbeutel-Finder weiterhin den Tile Slim zu empfehlen, ist die Batterielaufzeit, denn diese liegt beim Chipolo Card bei einem Jahr und somit sehr viel niedriger als die des schwarzen Kärtchens. Wer aber aufgrund der App, den bei Tile üblichen Abo-Gebühren oder der Größe den Chipolo Card bevorzugt, macht garantiert nichts falsch – das Gerät ist sehr gut!

Musegear Finder 2 (2020)

Den Finder 2 hatten wir schon einmal getestet, seitdem ist einige Zeit ins Land gegangen. Musegear hat diese gut genutzt und sowohl die App als auch die Technik überarbeitet. Äußerlich hat sich beim Finder 2 (2020) nicht viel verändert, im Inneren aber sehr wohl: Die neue Version funkt nun per Bluetooth 5.0 und schafft dementsprechend eine höhere Reichweite – der Hersteller gibt stolze 90 Meter an. Die Batterie vom Typ CR2032 ist wechselbar und hält etwa ein Jahr.

Richtig ins Zeug gelegt hat sich Musegear aber vor allem bei der App. War diese beim Test des Vorgängers noch schlicht und schmucklos, kann sie sich mittlerweile wirklich sehen lassen. Dabei hat sich beim Funktionsumfang gar nichts verändert, die Präsentation und vor allem die Menüführung haben aber riesige Sprünge gemacht. Verschachtelte Menüs mit einem Haufen Unterpunkte sind einem übersichtlichen, logisch nachvollziehbarem Aufbau gewichen – lobenswert!

Tadel haben wir aber auch. Denn das Redesign wäre eine perfekte Gelegenheit gewesen, die App auch funktional aufzuwerten. Es gibt nach wie vor keine Crowd-Suche, und von der Einbindung der Sprachassistenten Amazon Alexa und Google Assistant, die bereits vor zwei Jahren geplant war, ist noch immer keine Spur zu sehen – lediglich Siri darf mit dem Schlüsselfinder quasseln. Der Hersteller begründet letzteres mit Bedenken bezüglich des Datenschutzes, die wir für schwer nachvollziehbar halten – wer die Datenkraken bereitwillig in sein Zuhause lässt, dürfte sich über die Verknüpfung kaum wundern, und alle anderen müssen ohnehin nichts verknüpfen. Dafür, dass eine »accountlose Nutzung nicht mehr möglich« sein soll, wie Musegear behauptet, gibt es auch keine technischen Gründe, dafür aber einen Haufen Gegenbeispiele.

Trotzdem sehen wir den Weg, den Musegear eingeschlagen hat, positiv, und der Abstand zu den Top-Kandidaten sind deutlich kleiner geworden. Im Moment sind die Lücken aber noch nicht geschlossen, und auch wenn der neue Finder 2 einen sehr guten Eindruck bei uns hinterlassen hat, reicht es noch nicht ganz für einen Testsieg. Wenn der Hersteller seinen aktuellen Kurs beibehält und noch einige Funktionen nachreicht, kann das in Zukunft aber noch passieren – wir sind gespannt!

Der Finder Mini besetzt bei Musegear die Position des Kleinformat-Schlüsselfinders und steht praktisch in direkter Konkurrenz zum Tile Sticker. Diesem gegenüber ist der Finder Mini einen Hauch dünner, dafür aber breiter, denn er ist nicht kreisrund. Möchte man ihn aufkleben, kann man das genauso gut wie mit dem Tile Sticker, denn ein Klebepunkt von 3M liegt bei. Man kann ihn aber auch ganz normal am Schlüsselbund befestigen, denn im Gegensatz zum Tile hat der Finder Mini eine Öse.

Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht ideal finden wir die Funktionstaste. Sie liegt sehr nah am Rand und ist für unseren Geschmack etwas zu klein geraten, denn man muss sie wirklich mit der Fingerspitze bedienen – die Auflagefläche, mit der man sonst auf Tasten drückt, ist schon zu groß dazu. Allerdings ist der Druckpunkt der Taste sehr gut und gibt beim Drücken ein eindeutiges Feedback, deshalb wollen wir uns gar nicht zu sehr darüber beschweren.

Die CR2016-Batterie im Inneren des Finder Mini ist wechselbar, hält aber leider nur rund ein halbes Jahr. Die Reichweite von 50 Metern entspricht dem Niveau des direkten Konkurrenten.

Unsere Ansichten zur App haben wir bereits im Abschnitt zum Finder 2 dargelegt: Wir begrüßen den Fortschritt, den Musegear damit gemacht hat, vermissen aber noch einige Funktionen.

Den Tile Sticker (2020) gibt es nur im Doppel- oder Viererpack zu kaufen, nicht einzeln. Gedacht sind die kleinen, runden Knubbel für all jene Habseligkeiten, bei denen eine Befestigung des Trackers per Schnur nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. Stattdessen setzt der Tile Sticker, wie man anhand des Namens bereits ahnen kann, auf Klebstoff. Der stammt nicht von irgendwem, sondern vom Kleberspezialisten 3M. Privatanwender kennen die Firma vor allem als Hersteller der beliebten Haftnotizzettel der Marke »Post-It«, die Produkte des Unternehmens finden aber nicht nur im Haushalt, sondern auch im Gebäude- und Fassadenbau Anwendung.

Tatsächlich verspricht der Kleber nicht zu viel. Wir haben den Tracker zum Test auf ein Brillenetui geklebt, wo er bombensicher hielt, sich im Nachhinein aber trotzdem wieder rückstandslos entfernen ließ. Wir waren überrascht, wie gut das klappte, trotzdem würden wir den Tile Sticker lieber nicht auf unsere Reisepässe kleben, so wie es einige Werbefotos und die entsprechende Kategorie in der App vorschlagen – sicher ist sicher. Angeblich sind sowohl Tracker als auch Klebstoff wetterfest und eignen sich dazu, sie beispielsweise am Fahrrad oder Tretroller zu befestigen. Wir halten derartige Einsätze für durchaus realistisch.

Der Durchmesser des Tile Sticker entspricht ungefähr dem einer 2-Euro-Münze, der Tracker ist allerdings deutlich dicker. Je nachdem, auf was man ihn anbringen möchte, kann die großzügige Bauhöhe stören. Darüber hinaus lässt sich die Batterie nicht wechseln, soll laut offiziellen Angaben aber immerhin drei Jahre halten, was übrigens auch für den Kleber gilt. Unsere Lautstärkemessung ergab, dass der Tile Sticker (2020) das leiseste Modell von Tile ist, mit 83 Dezibel allerdings immer noch in der gleichen Liga wie die Chipolo-Geräte liegt.

Der Callstel NX-4515 gibt sich nicht nur in Sachen Design extravagant, denn als einziger Schlüsselfinder aus der ersten Testrunde kann er mit Bluetooth 5.0 umgehen. Das ist zwar nicht so energieeffizient wie das sonst übliche Bluetooth 4 LE, schafft dafür aber eine Reichweite von 100 Metern – noch mehr als der Testsieger. Die Größe ist in Sachen Grundfläche mit dem Callstel PX-2969 vergleichbar, der Tracker ragt aber ein gutes Stück weiter in die Höhe. Aufgrund des schicken Dächleins auf der Vorderseite wirkt dieser Umstand noch ausgeprägter. Den klobigen Eindruck der Gigaset-Modelle erweckt der NX-4515 aber zum Glück nicht.

Auf der Rückseite fällt sofort das Drehgewinde für das Batteriefach auf. Wie in den meisten Modellen, werkelt im Callstel NX-4515 eine CR2032-Zelle. Möchte man sie wechseln, empfiehlt sich ein Schlitzschraubendreher. Dank des verschließbaren Fachs ist der Schlüsselfinder nach IP55-Standard gegen Spritzwasser geschützt.

Wie schon der PX-2969 ist auch der NX-4515 ausschließlich in Nachtschwarz zu haben.

Sein wahres Potential offenbart der Callstel NX-4515 allerdings erst durch seine App mit dem Namen tracMo. Die steht momentan bei respektablen 4,2 Sternen bei Google Play, die iOS-Version hat leider noch keine Bewertungen.

Der Clou an der Software ist ihre Einbindung in die Ökosysteme diverser Smart Home-Anbieter. Verbindet man die Apps, lassen sich Automatismen festlegen, die beispielsweise dafür sorgen, dass die Außenbeleuchtung angeht, sobald man die Einfahrt betritt.

Außerdem kann der Callstel NX-4515 mit Amazons Alexa quatschen, was ebenfalls gut zum Smart Home-Aspekt passt. Wer Siri oder den Google Assistant bevorzugt, schaut allerdings in die Röhre.

Alles weitere an der App gestaltet sich wie gehabt: Das Pairing klappt problemlos und schnell, anschließend tauchen die gekoppelten Geräte in der Kachelübersicht auf. In der Kartenansicht kann man die einzelnen Geräte ebenfalls durchschalten.

Dort kam uns ein bemerkenswerter Fehler unter, den wir nicht nachvollziehen können: Obwohl der Callstel NX-4515 – genau wie alle anderen Schlüsselfinder – die Ortungsdienste des Smartphones anzapft, wurden die beiden Geräte mit einigen Häuserblocks Abstand auf der Karte dargestellt, obwohl sie nur wenige Zentimeter nebeneinander lagen. Die angezeigte Adresse stimmte beim Tracker, beim Smartphone aber nicht. Zum Glück war das nicht dauerhaft so, unerwähnt lassen wollen wir es dennoch nicht.

Alles in Allem bekommt man mit dem Callstel NX-4515 einen technisch sehr guten Bluetooth-Schlüsselfinder mit einer grundsoliden App. Mit seinem Preis von aktuell rund 30 Euro liegt er aber zu nah am Tile Pro, der in einigen Eigenschaften – vor allem in Sachen Verarbeitung – einfach noch mehr bietet. Sollte der Preis in absehbarer Zeit fallen, hat der Callstel-Tracker aber durchaus einiges in der Waagschale, das einen zweiten Blick rechtfertigt.

Der Chipolo Plus ist, genau wie der Chipolo Classic, mittlerweile ein Auslaufmodell. Zur Zeit bekommt man ihn noch im Handel, doch in Zukunft soll der Chipolo One als Nachfolger seinen Platz einnehmen – in unserer Empfehlungsliste ist das im Rahmen des Update 06/2020 bereits geschehen. Trotzdem ist der Chipolo Plus nach wie vor ein guter Schlüsselfinder.

Der Hersteller wirbt mit 100 Dezibel Lautstärke, wir konnten »nur« 85 Dezibel messen. Damit lag er im Mittelfeld aller getesteten Schlüsselfinder, aber im Alltag reicht das allemal. Leider kann man die Batterie des Chipolo Plus nicht selbst wechseln. Das ist auf Dauer nicht nur teuer, auch in Hinblick auf die Umwelt ist das ein pikantes Detail.

Der Chipolo Plus ist in Schwarz, Weiß, Blau, Grün, Gelb und Rot erhältlich. Das ist zwar weniger als beim Classic, der darüber hinaus auch noch Orange, Pink und Violett zu bieten hat, aber immer noch mehr als alle Konkurrenzanbieter im Sortiment haben.

Ein nettes Detail zeigte sich beim Firmware-Update, das nach einer Nachfrage seitens der App und unserer Bestätigung derselben innerhalb kürzester Zeit aufgespielt war. Um die Wartezeit zu überbrücken, lässt die Chipolo-App den Nutzer nämlich eine Runde Tic Tac Toe spielen. Allerdings war das Ganze so schnell erledigt, dass man in der Zeit kaum mehr als ein bis zwei Runden schafft.

Weil der überlegene Nachfolger Chipolo One genauso viel kostet wie der Chipolo Plus, sehen wir keinen Anlass mehr für einen Kauf. Sollten Sie auf ein gutes Angebot stoßen, können Sie aber nach wie vor ruhigen Gewissens zugreifen, denn bis jetzt spielt der Chipolo Plus noch immer in der Top-Liga mit.

Der Chipolo Classic ist etwas kleiner und leichter als der gleich teure Chipolo Plus, den Unterschied bemerkt man aber nur im direkten Vergleich. Mit 92 Dezibel ist der Classic außerdem ein bißchen leiser, doch auch hier hält sich der Unterschied in engen Grenzen. Die Reichweite von 60 Metern haben beide Modelle gemeinsam. Im Gegensatz zum Plus kann man den Classic öffnen, um die Batterie zu wechseln. Dabei setzt der Schlüsselfinder nicht wie die meisten Konkurrenten auf CR2032-Zellen, sondern auf Knopfbatterien des Typs CR2025. Dafür ist der Chipolo Classic, anders als der Plus, nicht wasserdicht.

Die App ist dieselbe wie beim Plus-Modell und damit sehr gut, fehlende oder zusätzliche Funktionen gegenüber dem Chipolo Plus gibt es mit dem Classic nicht.

Beim Kauf eines Chipolo Classic hat man die Auswahl aus insgesamt neun Farben – mehr bietet kein anderer Tracker, auch kein anderer Chipolo.

Leider ist der Druckpunkt der im Gehäuse versteckten Taste sehr schlecht und selbst wenn man weiß, wo man drücken muss – auf das »olo« im Chipolo-Schriftzug – gelingt das nicht immer auf Anhieb. Das nervt und ist der Hauptgrund, warum wir den Plus anstatt des Classic empfehlen. Wer sich damit arrangieren kann, auf Wasserfestigkeit keinen gesteigerten Wert legt, viele verschiedene Farben zur Auswahl haben möchte und die Batterien selbst wechseln will, fährt mit dem Chipolo Classic aber besser als mit dem Plus.

Der Nut Find3 fällt zuerst durch seine markante Oberflächenstruktur auf. Ob sie einem optisch gefällt, ist eine Geschmacksfrage, wir haben aber vor allem den praktischen Nutzen dahinter erkannt – die Rillen geben eine sehr genau ertastbare Auskunft darüber, wo sich die Funktionstaste befindet. Diese hat einen guten Druckpunkt und gibt keinen Anlass zur Kritik.

Allgemein ist der Nut Find3 gut verarbeitet und erstaunlich robust. Wir haben keinen Crash-Test durchgeführt, gehen aber stark davon aus, dass der Tracker es problemlos überstehen würde, wenn man mal versehentlich darauf treten sollte. Leider gilt der positive Eindruck nicht für die Befestigungsschlaufen, die gerne beim Festziehen oder Lockern steckenbleiben, blockieren und nach dem Öffnen kaum wieder an das Gerät gefriemelt werden können – hier sucht man sich besser Ersatz.

Die App ist aufgeräumt, selbsterklärend und einfach zu bedienen, hält aber auch verhältnismäßig wenige Funktionen bereit – ein Fernauslöser für die Kamera ist hier beispielsweise nicht vorhanden. Es gibt aber einen Trennungsalarm und die übliche Kartenansicht, außerdem kann man den Trackern auf Wunsch eigene Fotos zuordnen.

Leider krankt der Nut Find3 an einigen Problemen. Die Reichweite von 50 Metern ist nicht rekordverdächtig, aber noch okay, den sprichwörtlichen Genickbruch erleidet der Find3 – oder genauer gesagt: dessen App – aber bei der Bluetooth-Verbindung. Hat man den Trennungsalarm angeschaltet – und das möchte man, immerhin will man ja möglichst sofort darauf aufmerksam gemacht werden, wenn man etwas liegen lässt – bekommt man immer wieder Fehlalarme, auch wenn man unmittelbar neben dem Tracker sitzt und sich gar nicht bewegt.

Außerdem entstehen dadurch Probleme für die Peilfunktion, die Aufschluss darüber geben sollte, wie weit gerade man vom Tracker entfernt ist: Obwohl unser Nut Find3 und der Nut2 direkt nebeneinander lagen, bekamen wir unterschiedliche Entfernungen angezeigt. Dass auch die Batterieanzeige nicht richtig funktionierte und uns einen Ladestand von -128 Prozent angab, ist da nur noch eine Randnotiz.

Der Nut 2 nutzt dieselbe App wie der Find3, entsprechend teilt er sich diesbezüglich auch dessen Vor- und Nachteile. Was die Hardware betrifft, ist der Find3 aber überlegen – schon allein aufgrund der mickrigen Batterielaufzeit von gerade einmal drei Monaten ist der Nut 2 keine Überlegung wert.

Möchte man eine Befestigungsschlaufe nutzen, muss man sie im Inneren des Geräts verankern, was wir für nicht ideal halten. Ansonsten bietet das Gehäuse keine Überraschungen: Die Formgebung erinnert an den Musegear Finder 2 bzw. unsere Preisempfehlung von Callstel, ist aber etwas größer und spart sich einige Details, wie etwa die Perforation der Oberfläche an der Vorderseite.

Fehlerhafte Werte zum Batterieladestand, die wir beim Nut Find3 ausmachen konnten, hatten wir beim Nut 2 nicht, wohl aber die Abbrüche der Bluetooth-Verbindung, aufgrund derer wir von einer Empfehlung in jedem Fall absehen müssen. Und auch sonst bietet der Nut 2 dazu einfach keinen Anlass – auch wenn er nicht furchtbar schlecht ist.

Der Gigaset Keeper ist der Nachfolger des ebenfalls noch immer erhältlichen, aber deutlich günstigeren Gigaset G-Tag. Äußerlich hat sich wenig verändert, lediglich einige Löcher für den Lautsprecher und eine mittig an der Vorderseite angebrachte Taste sind hinzugekommen, außerdem sitzt dort nun auch eine kleine LED. Mit ihren wuchtigen Maßen sind die beiden Gigaset-Geräte die klobigsten im Test. Dadurch machen sie einen soliden Eindruck, sind aber für manche Einsatzgebiete aber schon zu dick. Besonders für Männer, die ihre Portemonnaies oft in der Gesäßtasche tragen, kommen die Tracker zumindest für den Geldbeutel auf gar keinen Fall in Frage, denn sonst sitzt man auf einer deutlich spürbaren Beule.

Der Keeper ist wasserdicht nach IPX7-Standard, überlebt also das Eintauchen in Wasser. Das erklärt auch den umständlichen Wechsel der Batterie, denn dazu muss man das Gerät aufschrauben. Um die drei Schrauben an der Rückseite zu lösen, benötigt man allerdings einen T5 Torx-Schraubendreher.

Die App sieht mit ihrem orange-schwarzen Stil wenig einladend aus und beschränkt sich auf das Wesentliche. Leider scheint Gigaset den schmalen Funktionsumfang durch ausladende Darstellungen kaschieren zu wollen. Warum es für jeden einzelnen Tracker einen eigenen Bildschirm braucht, anstatt wie alle anderen auf eine Übersichtsseite im Kachel- oder Listenformat zu setzen, ist uns jedenfalls schleierhaft – zumal Gigaset seine Schlüsselfinder optional gleich im Dreierpack anbietet.

Das Verbinden der Tracker klappte mit dem Keeper ordentlich, mit dem knopflosen G-Tag verweigerte die App hingegen zunächst die Kopplung, bis es nach einigen Versuchen dann doch klappte. Nach einer Trennung und anschließender Wiederherstellung der Bluetooth-Verbindung hatte sie aber auch auf den Keeper keine Lust mehr – erst nachdem wir die App über die Android-Systemeinstellungen zwangsweise beendet und neu gestartet hatten, ging es wieder.

Da man für nur fünf Euro Aufpreis einen wirklich guten Schlüsselfinder bekommen kann, gibt es kaum Gründe, die für den Kauf eines Gigaset Keeper sprechen – es sei denn, man braucht unbedingt den Schutz gegen Wasser.

Wer den Callstel PX-2969 nicht mag, aber trotzdem möglichst wenig Geld ausgeben will, ohne dabei vollkommen unnützen Müll zu kaufen, darf einen Blick auf den Gigaset G-Tag werfen. Der Tracker weiß zwar nirgends zu begeistern, ist aber einer der wenigen günstigen im Test, der noch als halbwegs okay durchgeht – die noch billigeren sind nämlich direkte Fälle für den Elektroschrott.

Im Wesentlichen handelt es sich beim G-Tag um einen Keeper mit noch weniger Funktionen, ansonsten unterscheiden sich die beiden Schlüsselfinder nicht groß. Die Maße sind exakt die gleichen, das Gewicht ist identisch, die Reichweite ebenso und beide nutzen dieselbe App. Die Farbauswahl ist beim G-Tag etwas umfangreicher und man hat die Wahl zwischen Schwarz, Weiß, Grün, Rot, Orange und Transparent. Darüber, ob der G-Tag genauso wasserdicht ist wie der Keeper, schweigt sich der Hersteller aus. Aufgrund des rundum geschlossenen Gehäuses gehen wir davon aus, überprüft haben wir es aber nicht.

Wer wirklich nur seine Schlüssel anklingeln möchte – und nicht umgekehrt, denn mangels Taste ist das nicht möglich – bekommt mit dem Gigaset G-Tag einen passablen, aber wenig aufregenden Schlüsselfinder zum niedrigen Preis. Alle anderen freuen sich über den klar überlegenen Funktionsumfang des Callstel PX-2969 zum gleichen Preis. Leider darf nicht unerwähnt bleiben, dass wir den G-Tag bei unserer Lautstärkemessung nicht mehr zum Piepsen bekommen haben.

Innway Tag

Test Schlüsselfinder: Innway Tag

Keine Preise gefunden.

Unfertig. Das ist der Eindruck, den die Firma Innway vermittelt – das fängt beim Online-Shop an, der lediglich ein einziges Produkt aus dem gesamten Sortiment anbietet, und setzt sich über den Schlüsselfinder Innway Tag fort. Diesem fehlen neben einer Reihe nützlicher Funktionen auch ein guter Teil der Übersetzungen, das Ergebnis ist eine Mixtur aus Deutsch und Englisch.

Davon einmal abgesehen, ist die App brauchbar – nicht mehr und nicht weniger. Sie verzichtet auf mehrere Seiten, stattdessen wird die Geräteliste als hochziehbares Overlay über einer Kartenansicht dargestellt. Das Einstellungsmenü zum Herausziehen befindet sich, genau wie bei der Konkurrenz, links. Außer den Schlüssel klingeln zu lassen, kann man auch einen Alarm aktivieren, der anspringt, wenn die Bluetooth-Verbindung abbricht, und man kann die Kamera aus der Ferne auslösen. Mehr Möglichkeiten oder gar eine Crowd-Suchfunktion bietet die App nicht.

Der Tracker selbst hat ein ähnliches Format wie der Tile Pro und ist somit verhältnismäßig groß. Er präsentiert sich in einer Kombination aus Schwarz und Anthrazit, andere Farben sind nicht verfügbar. Die Funktionstaste hat leider zu wenig Hub und gibt kaum haptisches Feedback, weshalb man sich oft nicht sicher ist, ob man sie auch wirklich gedrückt hat.

Der Funktionsumfang ist also gering, die App nicht ausgereift und die Hardware durchwachsen. Da darüber hinaus die Batterielaufzeit von drei bis sechs Monaten kurz ausfällt, die Reichweite von lächerlichen 30 Metern bei Weitem zu gering ist und der Preis obendrein auf dem Niveau der ernstzunehmenden Markenhersteller liegt, empfehlen wir, den Innway Tag im Regal liegen ulassen.

Kimfly Key Finder 020

Tun Sie sich etwas Gutes und bleiben Sie dem Kimfly Key Finder 020 fern – am besten sehr fern. Das Gerät ist in so vielen Bereichen schlecht, dass man sich fragen könnte, ob das nicht schon so beabsichtigt war, denn mit reiner Unfähigkeit ist das Disaster kaum noch zu erklären.

Hardware-seitig ist der Kimfly ein Realität gewordener Flachwitz. Wenn man nicht aufpasst, fällt einem der Tracker kurzerhand auseinander. Weil die Platine nicht fest mit dem Gehäuse verbunden ist und die Befestigungsschlaufe eingelegt wird, ist es eine Nervenprobe, das Gerät nach einem Batteriewechsel wieder zusammenzubauen. Bleibt man einmal hängen, könnte es außerdem passieren, dass der Faden das Gehäuse öffnet, denn die Aufnahme befindet sich zu allem Überfluss auch noch genau an der Seite, wo man es aufklappt, sodass das Maximum möglicher Hebelkraft zur Verfügung steht.

Bei der Reichweite bildet der Kimfly das Schlusslicht und kommt auf nur 25 Meter. Dabei muss man sich noch einmal ins Gedächtnis rufen, dass sich solche Angaben immer auf optimale Bedingungen beziehen, sprich: auf eine unverbaute, direkte Sichtlinie ohne jedwede Hindernisse. Kommen Wände ins Spiel, reduziert sich die Entfernung sofort drastisch. Es kann also problemlos vorkommen, dass der Tracker schon aus dem Nebenzimmer keine Verbindung mehr aufbauen kann und somit fürs Erste funktionslos ist.

 Schlüsselfinder Test: Kimfly
Weltbekannt für ihr Bier und ihre prachtvolle Architektur: Die bayrische Landeshauptstadt Oberschleibheim.

Die App »iSearching« hält das niedrige Niveau des Trackers konsequent und verzichtet auf solch unnötige Spielereien wie eine schöne Menüoberfläche, gute Handhabung oder eine richtige englische Übersetzung – auf Deutsch darf man ohnehin nicht hoffen. Stattdessen sind viele Menüpunkte einfach Chinesisch geblieben. Beim Koppeln des Geräts zeigt sie alle Bluetooth-Geräte in der Nähe an, vom Laptop bis zum Smart TV ist alles dabei. Gelegentlich vergisst die App auch mal, dass man den Tracker bereits gekoppelt hatte, dann muss man das noch einmal wiederholen.

Anschließend wird man mit einer Kartenansicht konfrontiert, die erneut von chinesischen Titeln und teilweise auch fehlerhaften deutschen Ortsnamen geprägt ist – München war vermutlich einfach zu klein, um den Namen zu kennen. Man kann den Tracker als Fernauslöser für die Kamera nutzen, sofern man bereit ist, der dubiosen Software den Zugriff auf die Kamera, das Mikrofon und den Datenspeicher zu gewähren, viel mehr ist nicht drin.

Laut Produktbeschreibung können nur zwei Schlüsselfinder gleichzeitig betrieben werden. Das überrascht, denn man kann den Kimfly gar nicht einzeln kaufen, sondern nur im Doppel- oder Viererpack. Wir hatten den Doppelpack im Test, deshalb können wir die Angabe weder bestätigen noch widerlegen. Sollte sie tatsächlich stimmen, ist der Kimfly Key Finder sogar noch nutzloser, als ohnehin schon ist.

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